Der Hass, das Theater und die Folgen

„Das ist mein Gaza. Das größte Gefängnis der Welt. Mit Meerblick.“

So kündigt das Kölner Theater der Keller das Stück „Ich werde nicht hassen“ von Izzeldin Abuelaish in einer Inszenierung von Ali Jalaly an. Leider folgt die Inszenierung dem Titel nicht, sondern ist absolut einseitig und schaltet den israelischen Blick vollkommen aus. Das Stück ist so einseitig, es war sogar für den Kurt-Hackenbergpreis für politisches Theater in Köln nominiert.

Protagonist des Stückes ist ein arabischer Arzt, der unter anderem folgende Dinge sagt:

„Wieder war es Ariel Scharon, der in mein Leben eingriff. Er walzte mit seiner massigen Gestalt über den Tempelberg.“

Der Protagonist des Stücks beschreibt damit den Besuch des israelischen Politikers Ariel Scharons am 28. September 2000 auf dem Tempelberg. Dieser Besuch führte zu gewaltigen Ausschreitungen gegen Juden und Israelis.

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was so schlimm daran ist, wenn ein Mann den Tempelberg besucht. Die Antwort ist so schlicht wie erschreckend: Er ist Jude.

Der Tempelberg steht unter arabischer Verwaltung. Alle Tore zum Tempelberg werden von Angestellten einer sogenannten Frommen Stiftung des Islams (Waqf) überwacht und die lassen oft keine Juden rein. Der Tempelberg ist zwar die heiligste Stätte der Juden, aber der Ort wird von Muslimen bewacht. Das ist in etwa so, als würde Mekka von Christen und der Vatikan von Muslimen überwacht. Unter dieser Verwaltung gilt heutzutage für den Tempelberg das, was einst für manch eine Parkbank oder Grünanlage unter den Nationalsozialisten galt: „Juden unerwünscht!“

Stellen wir uns also mal vor, ein Jude würde sich auf eine Parkbank setzen, auf der steht: „Nur für Arier“. Würden wir dann sagen, dass ein Jude seinen massigen Körper auf die Parkbank wälzt? Würden wir den Juden kritisieren? Der Protagonist im Stück tut genau das. Er kritisiert den Juden. Dabei hatte Ariel Scharon im Jahr 2000 nichts anderes getan als den Tempelberg zu besuchen. Arabische Politiker riefen daraufhin zu Pogromen auf, weil es ein Jude gewagt hatte, einen Platz zu betreten, der für Juden verboten war. Diese Pogrome sind heute unter dem Begriff „Zweite Intifada“ bekannt.

Als Intifada werden die gewalttätigen Aufstände und Pogrome gegen Israel bezeichnet. Der Begriff kommt aus dem Arabischen und bedeutet: „sich erheben“. Die Intifada begann kurz bevor sich die Hamas gründete. In der Gründungscharta der Hamas vom 18. August 1988 steht, dass alle Juden weltweit vernichten werden sollen (Artikel 7) und dass es keinen Frieden mit Israel geben darf (Artikel 13).

Wer eine solche Charta hat, braucht keinen Grund für eine Intifada. Der Grund ist bereits vorhanden: Judenhass. Wer eine solche Charta hat, braucht einen Vorwand, um seinen Hass zu aktivieren, damit er Juden verfolgen, angreifen und töten kann. Dieser Vorwand wird stets in dem Verhalten von Juden gesucht, denn schließlich ist der Jude für einen richtigen Judenhasser selbst Schuld daran, dass er gehasst wird.

Über all diesen Hass erfahren wir in der Inszenierung im Theater der Keller nichts. Dafür erfahren wir umso mehr über die vermeintlichen Greueltaten Israels und wie der Protagonist unter Israel leidet. Er ist stets das Opfer und Israel immer der Täter. Es werden zwar ein paar wenige guten Juden erwähnt, aber nur um zu zeigen, dass es zwar ein paar gute Juden gibt, aber keine guten Israelis.

Die Kölnische Rundschau berichtete über die Inszenierung:

„Doch dann setzt sich der Schauspieler auf einen Stuhl: ‚Es ist an der Zeit, sich hinzusetzen und miteinander zu reden.‘ Eine ob der erlittenen Unmenschlichkeiten fast befremdliche Haltung. Man würde lieber hören: ‚Wir machen das nicht länger mit!'“

In einem deutschen Theater wird der Hass auf Israel in einem Stück, das „Ich werde nicht hassen“ heißt, so sehr geschürt, dass ein deutscher Kritiker danach erklärt, lieber hören zu wollen, Israel endlich hassen zu können. So funktioniert es, wenn das Verhalten jener, die man hasst, als Entschuldigung dafür herhalten muss, dass man ihnen Gewalt antut. Worte können eben sehr mächtig sein. So mächtig wie die Worte des stellvertretenden Ministers für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, der in einer öffentlichen Rede erklärte:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen!“

Der Chef der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas in Gaza, Jahia al-Sinwar, erklärte am 19. Oktober 2017 bei einer Rede vor Jugendlichen: „Es geht nicht darum, ob wir Israel anerkennen oder nicht, sondern um die Frage, wann wir es auslöschen und seine Existenz beenden.“

Die Kinder Gazas werden dazu erzogen, Juden zu hassen. In den Schulen und im Kinderfernsehen wird gelehrt, Juden seien keine Menschen und es mache Spaß, sie zu töten. Sie lernen Lieder, in denen die Vernichtung von Juden gefeiert wird und lernen Gedichte auswendig, in denen es heißt, Juden seien die größte Plage der Welt und gehörten ausgerottet. Eltern erklären ihren Kinder, sie seien stolz, wenn sie als Selbstmordattentäter Juden töten.

Es ist eigentlich geboten, diesen Hass anzusprechen, wenn man schon ein Stück inszeniert, das in Gaza spielt und den Titel trägt: „Ich werde nicht hassen“. Aber das hätte nicht ins Konzept gepasst. Israel ist der Bösewicht in dem Theaterstück. Deshalb findet sich dort auch keine Erwähnung davon, dass alle Juden aus dem Gazastreifen vertrieben wurden. Am Morgen des 12. September verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. In den folgenden Jahren feuerte die Hamas aus ihrem „judenreinen“ Gazastreifen unzählige Raketen auf Israel ab, alle in dem Willen, so viele Juden wie möglich zu töten.

Im Theater der Keller wird der Gazastreifen lieber als größtes Gefängnis bezeichnet. Gaza ist das Opfer und Israel ist der Täter. Es wird nicht erwähnt, dass Gaza auch eine Grenze zu Ägypten hat. Warum ist die eigentlich geschlossen? Warum die Grenze zu Israel bewacht wird, erklärt das Stück auch nicht, dabei ist die Antwort klar: Weil die Hamas in ihrer Charta erklärt, alle Juden weltweit sowie Israel vernichten zu wollen. Trotzdem lässt Israel immer wieder Hilfsgüter, Lebensmittel und Medikamente kontrolliert die Grenze nach Gaza passieren.

All das könnte das Stück erwähnen, tut es aber nicht. Schließlich soll das Publikum zornig werden und am Ende denken: Macht das länger mit! Israel muss gehasst werden!

Wer hätte gedacht, dass es einmal möglich sein wird, in einem deutschen Theater ein Stück zu machen, in dem manch ein Jude verteufelt wird, jedoch der Hass auf Juden, vor allem der mörderische Hass, der sogar die Judenvernichtung fordert, vollkommen verschwiegen wird?

Viel Spaß bei diesem Hass.

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