Facebook löscht Dokumentation über Judenhass

Können Sie sich noch an dieses Video erinnern, das massenhaft auch auf Facebook geteilt wurde?

Das Video zeigt einen Mann, der im Jahr 2017 vor dem Berliner Restaurant Feinberg’s dessen Besitzer Yorai Feinberg beleidigt hatte. Er sagte dabei abscheuliche Dinge wie diese:

„In zehn Jahren lebst du nicht mehr.“

„Diese Scheiße (Judentum) geht nicht hier.“

„Bei euch geht’s nur um Geld. Aber du kriegst deine Rechnung, du kriegst deine Rechnung in fünf Jahren oder zehn Jahren – und deine ganze Familie und deine ganze Sippe hier!“

„Was wolltet ihr nach ’45 hier? Sechs Millionen Menschen sind umgebracht worden von euch – was willst du denn hier? Euch lieben wir nicht.“

Seit diesem Vorfall häufen sich Briefe und Mails, die bei Yorai Feinberg eingehen und die gegen ihn, seinen Glauben und seine Herkunft hetzen. In vielen dieser judenfeindlichen, rassistischen, schwulenfeindlichen, sexistischen und hasserfüllten Zuschriften wird seine Ermordung gefordert und der Holocaust geleugnet.

Um diesen Hass zu dokumentieren, veröffentlichte Yorai Feinberg ein paar dieser Schriften auf seiner Facebook-Seite. Dafür wurde er von Facebook kurzfristig gesperrt. Auch User, die seinen Beitrag geteilt hatten, wurden gesperrt.

Facebook sperrt und bestraft Juden, wenn sie sich gegen Judenhass zur Wehr setzen. Der Eintrag, für den Yori Feinberg gesperrt wurde, begann mit diesen Worten:

„Liebe Mitbürger, Bekannte, Gäste und Freunde, ich bekomme seit einiger Zeit wieder verstärkt unzählige Hassmails und Morddrohungen.

Da es seitens der Staatsanwaltschaft wenig Erfolge und Verfolgung der Straftaten zu geben scheint, erlauben sich die Täter mehr und mehr, wie zum Beispiel Herr L. Fischer. (…) Im März 2018 kommentierte er in Form einer extrem schlechten und hasserfüllten Bewertung erstmals mein Restaurant. Die Anzeige gegen diesen Poste, lief ins Leere und wurde eingestellt. Seit dem fand eine aggressive Eskalation in seinen Inhalten statt. Mit Exekutionsvideos unterstrich er zuletzt seine Morddrohungen. Da auch jetzt noch keine Hilfe durch die Staatsanwaltschaft zu erwarten ist, wende ich mich an Sie.

Laut Herr Fischer selbst, ist er einer unserer „loyalsten“ Besucher unserer Facebookseite. Deshalb interessiert mich Ihre Meinung, auch deshalb, dass „Herr Fischer“ mal die Sichtweise von normalen Leuten kennen lernt.

Hier eine Zusammenfassung von Herr L. Fischers Emails:“

Yorai Feinberg machte es in seinem Beitrag mehr als deutlich: Er veröffentlichte den Hass, um seine Umgebung über eben diesen Hass zu informieren, in der Hoffnung, sie möge sich laut und deutlich dagegen zur Wehr setzen und Solidarität mit Juden zeigen. Deshalb veröffentlichte er die lange und erschreckende Dokumentation des Hasses, aus der Tapfer im Nirgendwo jetzt nur eine kleine Auswahl präsentiert:

„Also mir wäre das peinlich so zu lügen. Die Arabs wissen ja eher als die Deutschen dass es nie VERGASUNGEN gegeben hat.“

„Die Polizei hasst dich auch. Alle hassen euch. hahahahaa JUDENSAU“

„Juden und ihr Opfer-Fetisch… Jammern, Lügen, Aussaugen, Lügen, Morden. Das macht ihr seit tausenden Jahren. Und ihr werdet nicht mal rot dabei – ihr seid ja auch Nigger. Diese Dreistigkeit sich so zu empören, sich so klagend entrüstend als Auserwählte darzustellen. Gaskammer-Fantasy erfinden um Milliarden abzusaugen, ein Pseudo-Staat zu errichten dadurch, Menschen zu ermorden die dort seit Ewigkeiten gelebt haben.
Ihr widerlichen Ratten.. Euch muss man echt erschlagen! Treibs nicht zu weit du Neger!“

„HOLOCAUST = LÜGE
JUDEN = INZUCHT
RACHE
BIS AUFS BLUT“

„Sobald ein Jude sein Mund öffnet, lügt er. Jammern, Drohen, Verleugnen, Klauen, Unterdrücken, Morden.“

„Bist halt doch ne Judenfotze die zur Polizei rennt. Ein Lügner.“

Und hier nochmal für dich: Der Holocaust ist eine jüdisch-satanische Lüge um Edom / Amalek zu zerstören. Wahrscheinlich weisst du das selber. Die ganze Welt hasst euch.“

„Jammern ist das was ihr am besten könnt. SCHWUCHTEL Und wenn du ANzeige machst, naja…………… Mach halt. Die Wahrheit ist auf meiner Seite. Und du kommst in die Hölle, zu deinen Kinderfickern.“

„Erklär doch mal Gaskammern. Ich hoffe du wirst mal von Arabern weggemordet, selbst die haben mehr Anstand. Heil Hitler.“

„Alle Kriege gehen auf eure Kappe, Millionen Deutsche ermordet, aber ihr erfindet die Gaskammern und JAMMERT NUR – KEIN ANDERES VOLK IST SO EIN WIDERLICHES WIE IHR ES SEIN“

Dies sind nur ein paar wenige Sätze aus einer seitenlangen Dokumentation des Hasses, in der sich ein großer Teil damit beschäftigt, den Holocaust zu leugnen. In einer Zuschrift steht:

„Das gewichtigste naturwissenschaftliche Argument, was viele Revisionisten anführen, sind die fehlenden Spuren von Blausäureeinwirkungen im Wandmaterial der Menschengaskammer von Auschwitz. Zyklon B, bzw. dessen Wirkstoff “Blausäure”, bildet mit den Eisenatomen im Mauerwerk einen extrem stabilen blauen Farbstoff, der heute noch an vielen Stellen zu sehen ist.“

Was folgt, ist eine seitenlange Abhandlung darüber, welche „Beweise“ es geben soll dafür, dass es den Holocaust und vor allem die Gaskammern nicht gegeben habe.

Es werden unter anderen diese Stellen sein, die Facebook dazu veranlasst hatte, den Eintrag von Yori Feinberg zu löschen, da es laut §130 StGB verboten ist, Schriften zu verbreiten, in denen zum Hass aufgerufen wird. In dem selben Paragrafen wird auch die Leugnung des Holocausts unter Strafe gestellt.

Wenn dieser Paragraf nun allerdings tatsächlich dazu genutzt wird, die Aufklärung und Dokumentation über tagtäglich stattfinden Judenhass zu behindern, wenn Juden bestraft werden, wenn sie nicht über die Gewalt schweigen, die ihnen angetan wird, dann muss vollkommen neu über dieses Gesetz nachgedacht werden, vor allem weil am 30. Juni 2017 im 18. Deutsche Bundestag in Anwesenheit von weniger als hundert Abgeordneten das skandalöse Netzwerkdurchsetzungsgesetz verabschiedet wurde.

Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz werden soziale Netzwerke wie Facebook unter empfindlicher Strafandrohung in die Position einer privatisierten Exekutive gezwungen, um als Beliehener des Staates in Abwesenheit einer Rechtssprechung pro­phy­lak­tisch Aussagen zu löschen, die angeblich gegen das deutsche Gesetz verstoßen sollen. Das ist zwangs-privatisierte Zensur und genau dieser Privatisierung fiel nun Yorai Feinberg zum Opfer.

Facebook hat Yorai Feinberg gesperrt, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen, denn Facebook kann argumentieren, dass Yorai Feinberg gegen §130 StGB verstoßen hat, in dem steht: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine Schrift verbreitet oder der Öffentlichkeit zugänglich macht oder einer Person unter achtzehn Jahren eine Schrift anbietet, überlässt oder zugänglich macht, die zum Hass gegen eine (…) Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung aufstachelt.“

Diese Gesetzgebung und die Privatisierung der Exekution dieser Gesetze auf Unternehmen wie Facebook, die zu Beliehenen des Staates zwangserklärt werden, sorgen dafür, dass Facebook Algorithmen schafft, die letztendlich Juden bestrafen, wenn sie nicht schweigen über die Gewalt, die ihnen angetan wird und stattdessen diese Gewalt dokumentieren und sich zur Wehr setzen.

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7 Antworten zu Facebook löscht Dokumentation über Judenhass

  1. A.S. schreibt:

    Das Löschverhalten von Facebook müsste sämtlichen Zensurträumern eigentlich zu denken geben. Gelöscht wird, was dem jeweiligen Zeitgeist nicht passen könnte. Sind die Löschalgorithmen erstmal etabliert, kann die Stoßrichtung schnell umgedreht werden und die heutigen „Gutmenschengedanken“ werden plötzlich zensiert.
    Der Schuß kann also leicht nach hinten losgehen. Wobei: Gutmenschen haben sich noch nie für die tatsächlichen Folgen ihres Handelns interessiert.

  2. jemseneier schreibt:

    Ich hab mir das Video angesehen, frag mich echt was bei solchen Leuten schief gelaufen ist. Ich hab ja ein wenig die Vermutung, dass sich dieser Hass und diese Ideologie unter der Decke durch die ganze DDR-Zeit durchgeschliffen hat, so wie der nämlich spricht ist der seit seiner Jugend so geprägt worden.

  3. besucher schreibt:

    Da es seitens der Staatsanwaltschaft wenig Erfolge und Verfolgung der Straftaten zu geben scheint,…

    Scheint? Es steht dem Geschädigten immer frei, ein Verfahren nach Par. 347 StPO zu beginnen anstatt die StAw als Ausrede zu benutzen. Sollte diese danach trotz tatsächlich erfolgten Drohungen und Beleidigungen ggü. dem Geschädigten ein öffentliches Interesse verneinen, wäre das ein Fall für die (interessierte) Öffentlichkeit. Kampagnen über sog. social media sind jedenfalls nicht der Weg, der an ein Ziel führen wird, zumal dort, wie vielfach verkannt, unfähige Algorithmen und keine „Löschteams“ Accounts und Inhalte sanktionieren. 😉

  4. Abraham schreibt:

    Ähnlich wie bei mir. Mir schrieb man einen Text der zum Inhalt hatte: „Hitler hat 6 Millionen von euch in den A… h gefi… t. Ich fi… e deine jüdische Mutter und deine jüdischen Kinder in den Arsch du dreckiges Judenschwein…. Unsw. Das veröffentlichte ich auf Facebook, daraufhin sperrte Facebook mich für 4Wochen. Ich ging zur Polizei um Anzeige zu erstatten. Der nette Mann war sichtlich erschüttert, sagte mir jedoch, dass es keinen Sinn macht, da es im Sande verläuft. Das war ziemlich schwer zu ertragen.

  5. Skull Judenfreund schreibt:

    Ist ’ne absolute (entschuldige die Wortwahl) SCHWEINEREI!!!
    Hab‘ am Wochenende via David Berger’s philosophia-perennis.com davon erfahren und freu‘ mich, daß es Du es auch auf Deinem Blog berichtest.
    Hier auch: https://www.facebook.com/mike.delberg/posts/10155579363328309
    ✡☮ Am Yisrael Chai ! ☮✡

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