Ich bin bereit, Frau Carp!

„Bedauerlicherweise haben sich die Young Fathers nicht von BDS distanziert. Wir schlussfolgern daraus ausdrücklich nicht, dass die Band antisemitisch sei und es ist mir in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen, dass Kritik an der Politik der derzeitigen israelischen Regierung nicht per se mit Antisemitismus gleichzusetzen ist. Die Ruhrtriennale distanziert sich hingegen in aller Form von der BDS-Bewegung und möchte mit der Kampagne in keinerlei Verbindung stehen. Deshalb haben wir entschieden, das Konzert ausfallen zu lassen. Wir bedauern das außerordentlich, weil die Young Fathers einen wichtigen Akzent im Programm der Ruhrtriennale gesetzt hätten.“

Mit diesen Worten kommentiert die Intendantin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp, ihre Entscheidung, das Konzert der Young Fathers in der Turbinenhalle Bochum ausfallen zu lassen. Zuvor waren die Young Fathers ein-, aus- und wieder eingeladen worden.

Verantwortlich für diesen Eiertanz ist die Unfähigkeit von Frau Carp, sich zu der antisemitischen und israelfeindlichen Kampagne BDS zu verhalten, die von der schottischen Hip-Hop-Band unterstützt wird. Statt des Konzerts soll nun eine Podiumsdiskussion stattfinden. Im Programm der Ruhrtriennale steht:

„Dabei geht es auch um Sinn und Legitimation von Boykott-Strategien im Bereich der Kultur.“

Endlich kann bei einem deutschen Festival wieder über den Sinn und die Legitimation eines Boykotts diskutiert werden.

Judenhass hat eine einfache Definition:

„Wer an Juden kritisiert, was er bei allen anderen Menschen durchgehen lässt, ist ein Antisemit.“

Da BDS ausschließlich zum Boykott des einzigen jüdischen Staat der Welt aufruft und die Ruhrtriennale über Sinn und Legitimation dieses Boykotts diskutieren wird, ist die Grenze zum Antisemitismus überschritten. Da hilft es auch nicht, dass mit dem belgischen Choreografen Alain Platel und dem Musiker Elliot Sharp zwei Juden auf dem Podium sitzen werden, denn beide unterstützen die BDS-Bewegung.

Die vier Landesverbände der Jüdischen Gemeine in Nordrhein-Westfalen kritisieren daher besonders die Auswahl der Teilnehmer an der Diskussion. Es fehle die „pro-israelische jüdische Stimme auf dem Podium“, lautet der Vorwurf in einem offenen Brief an Stefanie Carp.

Abraham Lehrer, Vorstandsmitglied der Synagogen-Gemeinde Köln und Unterzeichner des offenen Briefes hat einen Vorschlag, wen die Intendantin noch einladen sollte. Er macht den Vorschlag, den Autor, Schauspieler, Moderator und Regisseur Gerd Buurmann zu der Diskussionsrunde einzuladen: „Dann hätte die pro-jüdische Stimme einen guten und starken Vertreter dort auf dem Podium.“

Das bin ich.

Ich fühle mich geehrt durch dieses Vertrauen und nehme die Aufgabe gerne an. Wenn Frau Carp mich einladen möchte, sie kann mich jederzeit kontaktieren. Ich habe Zeit und gute Argumente, wie dieser Artikel zeigt:

„BDS – Eine Kampagne des Hasses“

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