Was ist Sexismus, Rassismus und Antisemitismus?

Oft höre ich, es sei nicht leicht, Sexismus, Rassismus und Antisemitismus zu definieren. Ich finde jedoch, die folgenden drei Erklärungen sich recht einfach zu verstehen.

Diese einfache und doch stimmige Definition ist brillant, da sie genau erklärt, worum es bei gruppenbezogener Feindlichkeit geht. Diese Definition lässt sich auf alle gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten übertragen.

Dieser Beitrag wurde unter Philosophie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

38 Antworten zu Was ist Sexismus, Rassismus und Antisemitismus?

  1. Wolfgang Scharff schreibt:

    Ließe sich das Thema nicht vereinfachen?:
    Ein Schweinehund ist, wer Menschen für etwas verurteilt, das er anderen Menschen durchgehen lässt.
    Wahlweise: das er bei sich selbst durchgehen lässt.

  2. Thomas ex Gotha schreibt:

    Doppelte Standards:
    „Ein Einwanderer respektiert die Emanzipatorischen Standards der aufnehmenden Gesellschaft und versucht nicht, sie zu unterlaufen oder gar abzuschaffen. Ein Einwanderer hat Pflichten, zuvörderst die, die Sprache zu lernen. Ein Einwanderer bringt seine Talente und Fähigkeiten ein, bevor er Forderungen stellt.“
    Schreibt jemand, der nach 66 Jahren immer noch nicht die Regeln der Rechtschreibung beherrscht und auch von den „emanzipatorischen Standards“ nichts wissen will, denn das Recht, nicht diskriminiert zu werden (hier: „Forderungen“) ist nicht an irgendwelche Voraussetzungen („Talente und Fähigkeiten“) gebunden.
    Zudem wird der Kern von „#metwo“ überhaupt nicht begriffen, denn die Menschen, die dort sich äußern, sind des Deutschen allemal mächtig, klug und, wenn man es so nennen will, bestens integriert, werden aber trotzdem auf ihre Herkunft reduziert.
    Das zitierte Platzanweisergelaber stammt übrigens von V. Lengsfeld, Ex-SED, Ex-Grüne, Ex-MdB.

    • A.Bundy schreibt:

      Das obige Laber Rhabarber stammt übrigens vom linksdrehenden Denunzianten T. Schweighäuser, Ex-Achgut, Ex-fdogblog, Ex-starke-meinungen, etc. pp..
      Bedauerlicherweise immer noch virulent auf Tapfer im Nirgendwo.

  3. Bruno Becker schreibt:

    „Ein Antifaschist ist, wer einen Faschisten für etwas kritisiert, was er allen anderen durchgehen lässt.“ Hmmmm…..

  4. anti3anti schreibt:

    Ein Schwarzer liest in einer U-Bahn in NY eine jiddische Zeitung. Da legt sich eine Hand auf seine Schulter:
    “ Jude allein reicht nicht?“

  5. Wolfgang Scharff schreibt:

    „Ein Rassist ist, wer einen Menschen mit einer gewissen Hautfarbe für etwas kritisiert, das er bei anderen Hautfarben durchgehen lässt.“

    So einfach dürfen wir uns das nicht machen!
    Ein wahrer Rassist ist, wer einen türkischen Fußballspieler kritisiert.

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Gähn.
      Er nun wieder.
      Nichts begriffen, nie was gelernt.
      Denn falls er Özil meint: Der ist Deutscher.

      • Wolfgang Scharff schreibt:

        @Morbus ex Gotha: „Gähn. Er nun wieder.“

        Und wie üblich führt „Er“ den hilflosen kleinen Morbus an der Leine, der ihn doch so gerne ignorieren würde.

      • Dante schreibt:

        Der ist Deutscher.

        Das würde ich auch nicht abstreiten – aber dann ist bitteschön sein Präsident auch nicht Recep Tayyip Erdoğan, sondern Hans Meiser Steinmeiser, äh, sorry, Frank Walter Steinmeier!
        Das sollte er sich mal hinter die Löffwl schreiben – ebenso, dass unsere Nationalhymne, im Unterschied zur spanischen, einen Text hat, und zwar keinen schlechten:
        Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand.
        Herr Özil beklagt sich, er sei dann Deutscher, wenn ‚wir‘ gewinnen, und Migrant, wenn ‚wir‘ verlieren.
        Das ist aber überhaupt nicht der Punkt, jedenfalls nicht für die meisten Deutschen, die in ihm jetzt eher den Türken sehen.
        Er hat sich selbst so präsentiert, als braver Untertan Sultan Receps I., der im Übrigen Deutschland ‚faschistisch‘ genannt hat.
        Und damit kommt er glimpflich davon. Man könnte ihn auch als einen Deutschen und damit einen Verräter betrachten.

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Die Staatsbürgerschaft ist ein zu hohes Gut, als dass man die Entscheidung darüber dem Pöbel überlassen sollte: „Das ist aber überhaupt nicht der Punkt, jedenfalls nicht für die meisten Deutschen, die in ihm jetzt eher den Türken sehen.“ Es spielt doch überhaupt keine Rolle, als was „die meisten Deutschen“ (und damit u.a. auch solche unsäglichen Trolle wie W. Scharff) jemanden sehen. Soll das demnächst per Online-Abstimmung entschieden werden – der ist Deutscher, der nicht?
          „Er hat sich selbst so präsentiert, als braver Untertan Sultan Receps I“ – Ihre Interpretation. Er hat ein Stück Stoff überreicht, das mit seinem Namen bedruckt ist. Wenn er damit bereits zum „Verräter“ geworden ist, was ist dann mit der deutschen Regierung, die mit der Türkei den Flüchtlingsdeal ausgeheckt hat, was mit den deutschen Konzernen, die Waren und Waffen liefern?
          Die Heuchelei in dieser Affäre ist grenzenlos.

          • Wolfgang Scharff schreibt:

            @Morbus ex Gotha: „…, was ist dann mit der deutschen Regierung, die mit der Türkei den Flüchtlingsdeal ausgeheckt hat, was mit den deutschen Konzernen, die Waren und Waffen liefern?“

            Was ist mit den Trotteln, die wahllos irgendwelche Sachverhalte vermischen, wenn sie mit ihrem Latein mal wieder am Ende sind?

          • Wolfgang Scharff schreibt:

            P. S.
            Deppen werden es nicht wissen wollen, aber gerade die AfD ist gegen Rüstungsexporte in die Türkei.
            https://afdkompakt.de/2018/01/25/deutsche-waffen-schaffen-in-syrien-neue-fluchtursachen/

          • Dante schreibt:

            Ich sage nicht, er sei ein Verräter. Präziser ausgedrückt, als ich es getan habe, könnte man ihm seine Solidaritätsbekundung mit jemandem, der Deutschland als Faschistenland beschimpft hat, weil es keinen Bock hatte, ihm hier Bühnen für Propaganda-Auftritte zu bieten, als Verrat auslegen, und zwar gerade umso mehr, wenn man ihn als Deutschen sieht.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            @ Dante: „Verrat“ nach §94 StGB liegt in Özils Fall nicht vor, erst recht nicht Hochverrat, alles andere liegt dann im Auge im Betrachters. Wenn Sie ihn also als „Verräter“ ansehen, bitte — es hat aber keine allzu große Relevanz. Genausogut könnte ich den Troll Scharff als „Verräter“ bezeichnen, weil er sich das Recht herausnehmen will, willkürlich über anderer Leute Staatsbürgerschaft zu entscheiden.

          • A.S. schreibt:

            Wenn man seit Jahren die Hymne nicht mitsingt, von zwei Herzen in der Brust spricht und sich auch nach dem Treffen mit Erdogan nicht klar zu Deutschland bekennt, rechtfertigt das den Verdacht, dass Özil sich nicht für Deutschland, sondern für die Deutsche Fussballmannschaft (bessere Chancen, z.B. auf den Weltmeistertitel…) entschieden hat.
            Den Ärger hat sich Ösil durch sein Verhalten eingehandelt.
            Der Rassismusvorwurf ist daher auch völliger Unsinn, Ösil wird eben nicht für seine Herkunft kritisiert, sondern für sein Verhalten.

          • Wolfgang Scharff schreibt:

            @Morbus ex Gotha: „Genausogut könnte ich den Troll Scharff als „Verräter“ bezeichnen, weil er sich das Recht herausnehmen will, willkürlich über anderer Leute Staatsbürgerschaft zu entscheiden.“

            Wäre Morbus mit etwas mehr Verstand gesegnet, müsste ihm auffallen, das ausschließlich er selbst „sich das Recht herausnehmen will, willkürlich über anderer Leute Staatsbürgeschaft zu entscheiden“.
            Während ich beispielhaft von einem türkischen Fußballspieler schrieb, versteift sich Morbus zunehmend darauf, dass damit Özil gemeint war, den er sich offenbar selbst nicht als Deutschen vorstellen kann.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            @ A.S.: Warum der Rassismus-Vorwurf durchaus berechtigt ist, dazu habe ich einiges in der Antwort an „Abraham“ geschrieben. Schauen Sie sich die dort verlinkten Schlagzeilensammlungen einmal an!
            Was Ihre Argumente anbelangt, so beweisen sie eindrucksvoll Buurmanns Rassismusdefinition: Sie werfen Özil vor, dass er „seit Jahren die Hymne nicht mitsingt“ – mache ich auch nicht. Bin ich deswegen weniger als Deutscher zu bezeichnen? (Leider) nein. Habe ich mich in den letzten Wochen „klar zu Deutschland bekannt“? Nicht, dass ich wüsste. Aber all das wird von jemandem verlangt, der zwar in Gelsenkirchen geboren und deutscher Staatsbürger ist, aber das Pech hat, nicht Schweighäuser, sondern Özil zu heißen, und daher von Anfang an unter dem von Ihnen geäußerten „Verdacht“ stand, „sich nicht für Deutschland, sondern für die Deutsche Fussballmannschaft (bessere Chancen, z.B. auf den Weltmeistertitel…) entschieden“ zu haben. Was für ein hanebüchenes Argument – als wenn Özil sich in den 7 WM- Spielen 2014 jeweils 90 Minuten lang gesonnt hätte!
            Özil hat mit seinen Vorwürfen Recht – und erweist sich außerdem, gerade dadurch, dass er auf bedenkliche Entwicklungen in diesem Land hinweist, als vorbildlicher deutscher Staatsbürger.

            P.S.: Immer wieder peinlich, wenn Dumme versuchen, sich dumm zu stellen: „Während ich beispielhaft von einem türkischen Fußballspieler schrieb, versteift sich Morbus zunehmend darauf, dass damit Özil gemeint war, den er sich offenbar selbst nicht als Deutschen vorstellen kann.“
            Genau.
            Gähn.

          • Wolfgang Scharff schreibt:

            @Morbus ex Gotha: „Immer wieder peinlich, wenn Dumme versuchen, sich dumm zu stellen:“

            Soviel Selbsterkenntnis hätte ich Morbus gar nicht zugetraut.

          • A.S. schreibt:

            @ TexG
            Sie spielen auch nicht in der Nationalmannschaft. Sie haben weder offiziell noch inoffiziell eine repräsentative Funktion. Özil schon. Das ist der relevante Unterschied.

          • A.S. schreibt:

            P.S.
            Sie zeigen exakt dass, was ich an anderer Stelle über Gutmenschen geschrieben habe: Sie bekommen nicht mit das gesagt wurde, sondern reagieren auf ein Zerrbild.
            a) Ich werfe Özil nichts vor, ich stelle fest wie er sich verhalten hat. Ob das ein Vorwurf ist oder nicht hab ich nicht gesagt. -> Ihre Phantasie.
            b) Er stand eben nicht „von Anfang an in Verdacht“, sondern hat diesen Verdacht selbst erst aufkommen lassen durch sein Verhalten.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            @ A.S:: Erstaunlich, dass Sie sich, zumindest gemäß Ihrer Definition („Sie bekommen nicht mit das gesagt wurde, sondern reagieren auf ein Zerrbild.“), zum „Gutmenschen“ gewandelt haben. Denn natürlich werfen Sie Özil etwas vor, nämlich dass er den Rassismusvorwurf lediglich instrumentalisiere, um von seinem „Verhalten“ abzulenken. Wer aber die Berichterstattung während und nach der WM verfolgte, dem fiel auf, was Hatice Akyün – nicht in einem „linken“ oder linksliberalen Blatt, sondern in „Bild am Sonntag“ – so formulierte: „es gibt Dutzende Studien, die den Alltagsrassismus in Deutschland belegen. Nichts Neues für diejenigen, die ein Ö oder ein Ü im Namen haben.
            Nun hat es mich aber doch ziemlich umgehauen. So grenzenlos abartig wie bei der diesjährigen Fußball-WM habe ich Rassismus schon lange nicht mehr beobachtet. Da wird einem Mesut Özil, der vor vier Jahren mithalf, Deutschland zum Weltmeister zu machen, das Deutschsein aberkannt, weil er diesmal nicht getroffen hat. Mir wird übel, wenn ich Tweets wie den des AfD-Bundestagsabgeordneten und Ex-Richters Jens Maier sehe, der ein Bild von Özil mit der Aufschrift „Zufrieden, mein Präsident?“ twitterte und dazu schrieb: „Ohne Özil hätten wir gewonnen.“ Oder wenn sein Fraktionskollege Stephan Protschka auf Facebook zu einem Özil-Bild postet: „Es wird Zeit, sich über die bunte Strategie der Löws und Merkels Gedanken zu machen.“ Es geht da nicht mehr um Fußball oder um die Fotos mit Türkei-Präsident Erdogan, sondern darum, mal so richtig vom Leder zu ziehen“.
            Ich halte nicht nur deshalb Ihre Behauptung, es ginge um Özils „Verhalten“, für fadenscheinig. Auch die Forderung, er solle als „Repräsentant des Landes“ gefälligst die Hymne mitsingen, ist abstrus: Wenn das ein Ausschlußkriterium wäre, hätte der Verband oder sein Trainer ihn längst schon ausschließen können. Haben sie aber nicht, es wird also das Bewegen der Lippen wohl doch nicht so wichtig sein fürs Fußballspielen.

            P.S.: Ich hatte in einem anderen Thread (https://tapferimnirgendwo.com/2018/08/01/erbauliche-gespraeche-ueber-gott-und-die-welt/) einen notorischen Troll (nein, nicht den Scharff – jeder Mensch mit Geschmack und Charakter vermeidet das Gespräch mit ihm und redet, allenfalls, über einen, der sich Witzchen erlaubte über hingerichtete Menschen) gefragt, wie er denn „Ork“ definiere. Eine Antwort blieb aus, daher noch einmal, nur interessehalber: Gehört eigentlich auch Frau Akyün zu den „Orks“?

          • A.S. schreibt:

            Wie mit Özil umgegangen wird ist in der Tat teilweise unmöglich. Eigentlich tut der mir leid, diesen Abgang hat er nicht verdient.
            Aber trotzdem ist er nicht durch die Herkunft, sondern durch sein ungeschicktes Verhalten in die Schusslinie einer politisch aufgeheizten Stimmung geraten. Jetzt wird er instrumentalisiert, von Erdogan auf der einen und von Nationalisten auf der anderen Seite. Von der falschen Seite bejubelt, von anderen gehasst. Sarazin erging es ähnlich……..

            Was hab ich mit Orks zu schaffen? HAb ich den Begriff mal benutzt?

          • Wolfgang Scharff schreibt:

            @Morbus ex Gotha: „Wer aber die Berichterstattung während und nach der WM verfolgte, dem fiel auf, was Hatice Akyün – nicht in einem „linken“ oder linksliberalen Blatt, sondern in „Bild am Sonntag“ – so formulierte: „es gibt Dutzende Studien, die den Alltagsrassismus in Deutschland belegen.“

            Erstmalig gelingt es Morbus, seine Geisteskräfte realistisch einzuschätzen, indem er lieber Hatice Akyün für sich denken und argumentieren lässt.
            Indessen scheinen „Dutzende Studien“ kein zitierfähiges Argument abzuwerfen, das dem Geschreibsel des kleinen Morbus zu einem Wert verhelfen könnte.

            @Morbus ex Gotha: „einen notorischen Troll (nein, nicht den Scharff – jeder Mensch mit Geschmack und Charakter vermeidet das Gespräch mit ihm und redet, allenfalls, über einen, der sich Witzchen erlaubte über hingerichtete Menschen) gefragt, …“

            Der arme, unsouveräne Morbus! Trotz seiner großartigen geschmacklichen und charakterlichen Überlegenheit, die ihn allerdings nicht daran hindert, auf „hingerichtete Menschen“ abzuwichsen, schafft er es nicht, sich von dem Nasenring freizumachen, an dem der „notorische Troll“ ihn nach Belieben ins Geschehen schleift.

          • Thomas ex Gotha schreibt:

            @ A.S.: Bevor ich mich jetzt für einige Wochen in die Sommerfrische verabschiede: Den Begriff „Ork“ verwendete u.a. „ceterum censeo“, neben dem WS (von dem man angesichts seiner Hybris meinen könnte, er hätte seinen Verstand verloren, allein, da gibt es ja nichts zu verlieren) einer der Veteranen aus dem Gefolge des ehemaligen Chefkommentators. Und mich interessierte einfach, wen er dazu zählt.
            Kam aber nichts.
            Kommt ja nie was.

          • Wolfgang Scharff schreibt:

            @Morbus ex Gotha: „Den Begriff „Ork“ verwendete u.a. „ceterum censeo“, neben dem WS (von dem man angesichts seiner Hybris meinen könnte, er hätte seinen Verstand verloren, …“

            Kann Morbus nachweisen, dass „WS“ den Begriff „Ork“ verwendet hat oder bleibt es beim üblichen Deppengeschwätz?

    • Abraham schreibt:

      Eine fiktive Geschichte: Wenn ein türkischer Fussballspieler sich mit einem Rassisten, Faschisten, Islamisten und Kriegstreiber fotografieren lässt und genau diese Handlung kritisiert wird, ist der Kritiker dann Rassist? Eher nicht!

  6. Mike schreibt:

    Genial

  7. Couponschneider schreibt:

    Die Analogieschlüsse finde ich nicht ganz richtig. Rassismus und Sexismus gehen von der Überlegenheit der eigenen „Rasse“ bzw. des eigenen Geschlechtes aus. Ein Rassist bzw. ein Sexist versteckt in der Regel seine Abneigung nicht hinter einer „Kritik“. Wenn ein Sexist beispielsweise sagt: „Eine Frau kann das nicht…“ – Ich hab’s oft hören müssen; noch in den 90ern. Sicherlich gibt es Kritik, aus der unterschwellig ein rassistisches oder sexistisches Ressentiment hervoschimmert, aber dann seltener. Bekannt ist ja nur der Antisemitismus-Spruch (die anderen beiden haben Sie sich ausgedacht) und das vor allem deshalb, weil es hauptberufliche Israelkritiker gibt, deren Motivation man erörtern muss. Israel wird für Dinge kritisiert, die man jedem anderen Land zugeteht. Wenn man hingegen sagt: „Der Schwatte da hinten dealt mit Drogen und ist promiskuitiv.“, dann heißt es das ja nicht, wenn dies ein Weißer diese Eigenschaften erfüllen sollte, dass man dies dann gut fände.

    • Couponschneider schreibt:

      Ich möchte noch anmerken, dass man den Antisemitismus nicht bagatellisieren sollte. Ich habe mitunter den Eindruck, dass man nicht mal mehr Jude sagen darf oder Ghetto. Ich bin ja mit dem Thema Antisemitismus infiziert und dennoch werden seltsame Andeutungen gemacht, nur weil ich das Wort „Ghetto“ genutzt habe. Der Kontext wird dabei übersehen. Die Person, die mir das andichten wollte, „kritisiert“ Israel. Sie sagt, es sei ein problematischer Staat.

      Ein Sexist hingegen kann die Frauen für geringwertig halten, dennoch sie lieben und ein Schürzenjäger sein. Antisemitismus ist komplexer und mehr als nur eine Abneigung gegen Juden, sondern liefert auch ein Welterklärungsmodell on topp. Kein weißer Rassist erfindet Verschwörungstheorien wie z. B. die Schwarzen hätten die Türme vom 11. September eingestürzt und ihre schwarzen Brüder und Schwester gewarnt, die sonst im WCT gearbeitet hätten.

      Den Juden wird die Weltherrschaft angedichtet und beides unterstellt, sowohl das eine als auch das andere. Es gibt Antisemiten, die den Holocaust anzweifeln und für jüdische Propaganda halten. Es gibt Antisemiten, die den Holocaust toll finden. Es gibt Antisemiten, die werden den Juden (die Juden an den „Schalthebeln der Weltpolitik“) vor, sie hätten die Holocaust gefördert oder wären zumindest nicht eingeschritten, und hätten bewusst so viele Juden über die Klinge springen lassen. (Warum haben dann die „aufrechten Nazis“ dann nicht gesagt: Wir machen da nicht mit! Wo bleibt dann deren Verantwortung?) Und es gibt Antisemiten, die im Falle des 11. September behaupten, es wäre an dem Morgen kein einziger Jude im WTC gewesen. Man stelle sich vor, es wären sehr viele gewesen, denn dann würden die Antisemiten sagen: „Schaut mal die jüdischen Drahtzieher schicken zur Tarnung so viele andere Juden über den Jordan!“

      Der Antisemitismus stellt für mich das größte Problem unserer Zeit da. Es ist ja kein Problem der Juden; so viele haben wir leider nicht mehr, sondern zuförderst ein Problem der Antisemiten. Denn wer diesen Welterklärungsmodellen Glauben schenkt, ist leicht manipulierbar.

    • Abraham schreibt:

      Wenn ein Sexist sich dem anderen Geschlecht überlegen fühlt, ist es dann tatsächlich Sexismus, wenn der durchschnittliche männliche Körper 50% mehr Muskelmasse als der durchschnittliche Frauenkörper besitzt und ein Mann durch diesen anatomischen Unterschied einer Frau in Kraftanwendung messbar überlegen ist? Wenn ein Geschlecht das eigene Geschlecht aufwertet um das andere Geschlecht zu entwerten, das ist nach meiner Auffassung Sexismus.

  8. Mag. Hans-Werner Schöggl schreibt:

    Es wird Mitmenschen geben, denen diese einfachen Definitionen zu einsichtig sind, weil sie klarmachen, wie rasch und häufig man selbst Gefahr läuft, die Merkmale dieser Definitionen zu erfüllen.

Sämtliche Kommentare und Daten, die Ihr beim Absenden übermittelt, sind nur wenige Tage sichtbar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s