Evangelischer Pfarrer wirft Volker Beck vor, sich an Netanjahu zu verkaufen

(Nachtrag: Hans Mörtter hat mittlerweile bei Volker Beck um Entschuldigung gebeten.)

Hans Mörtter ist verantwortlicher Pfarrer an der Kölner Lutherkirche und zur Zeit hauptverantwortlich dafür, dass eine einseitige, unvollständige und dadurch teilweise faktisch falsche Ausstellung, die gegen Israel hetzt, öffentlich auf dem Choldwigplatz ausgestellt wurde, was die Stimmung in der Kölner Südstadt so sehr erregte, dass es zu einer handgreiflichen Eskalation kam.

Für diese Eskalation trägt Hans Mörtter Verantwortung, denn er hat es zugelassen, dass eine hetzerische Ausstellung gegen den jüdischen Staat Israel mit seinem Namen und somit im Schutz seines Amtes und seiner Würde öffentlich und an prominenter Stelle zur Schau gestellt werden konnte.

Es gibt Menschen, die hassen Juden wegen ihrer Kultur, sie werden Antijudaisten genannt; andere hassen Juden wegen ihrer Herkunft, sie werden Antisemiten genannt. Wer Juden wegen ihres Staates hasst, ist ein Antizionist.

Martin Luther war ein Antijudaist. Er sagte einst:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.“

Nach diesem Herrn ist Hans Mörtters Gemeindekirche benannt. Ein Antizionist erklärt heute:

„Ich will meinen treuen Rat geben, nämlich dass man ihre Fahnen nehme und verbrenne oder zerreiße und überall gegen Israel hetze.“

Wie weit die Hetze gehen kann, sieht man daran, was Hans Mörtter zu dem ehemaligen Mitglied des Bundestags, Volker Beck (Die Grünen), sagte, nachdem Beck die Ausstellung von Mörtter öffentlich kritisiert hatte:

„Du hast Dich an Netanjahu verkauft und profitierst davon.“

Auf Nachfrage erklärt Volker Beck:

„Auf meinem Konto ist noch nichts eingegangen von dem Geizhals.“

Ausgerechnet Volker Beck wird vorgeworfen, sich an Netanjahu „verkauft“ zu haben, er, der keine Gelegenheit auslässt, um zu betonen, dass er Netanjahu nicht sonderlich mag. Dabei verstehe ich gar nicht, vorher dieser Abneigung gegenüber Netanjahu kommt. Er sagt so Dinge wie:

Präsident Abbas, ich weiß, es ist nicht einfach. Ich weiß, es ist schwer. Aber wir schulden es unseren Völkern, es nochmal zu versuchen, es immer wieder zu versuchen, denn gemeinsam, wenn wir tatsächlich verhandeln und damit aufhören, darüber zu verhandeln, ob wir überhaupt verhandeln sollen, wenn wir uns tatsächlich hinsetzen und versuchen, diesen Konflikt zwischen uns zu lösen, uns einander anerkennen und einen palästinensischen Staat nicht als Sprungbrett für eine weitere islamistische Diktatur im Nahen Osten verwenden, sondern als ein Land, das in Frieden neben dem jüdischen Staat leben möchte, wenn wir das tatsächlich tun, dann können wir bemerkenswerte Dinge für unsere Völker erreichen.“

Unschuldigen und armen Palästinensern wurde lebenswichtige Hilfe, die verschiedenste Länder auf der ganzen Welt gespendet hatten, verweigert. Die Hamas nutzt diese gestohlenen Mittel nun, um eine Kriegsmaschine aufzubauen, die Juden ermorden soll. Das palästinensische Volk hat Besseres verdient! Darum bekunde ich heute mein tiefes Mitgefühl mit den unschuldigen Palästinensern und mit den Ländern, die es gut gemeint haben und großzügig finanzielle Mittel gespendet haben, um ihnen zu helfen.“

Ich habe stets Shimon Peres grenzenlosen Optimismus bewundert. Mich erfüllt die selbe Hoffnung. Ich bin voller Hoffnung, weil Israel unermüdlich daran arbeitet, die Situation all ihrer Bürger zu verbessern, für Juden, Muslime, Christen, Drusen, für alle gleich. Und ich bin voller Hoffnung, da ich trotz aller Neinsager glaube, dass wir in Israel einen dauerhaften Frieden mit allen unseren Nachbarn schmieden können.“

Solche Worte finde ich auf der Seite der Fatah und der Hamas vergebens. Benjamin Netanjahu wird oft als Hardliner bezeichnet, aber wäre selbst der radikal aufgeschlossenste Teil der Fatah so offen wie Netanjahu, gäbe es morgen Frieden.

Im Konflikt gegen Israel stehen sich keine zwei Seiten gegenüber, die gleich schlimm sind. Israel ist nicht schlimm. Israel macht höchstens Fehler. Hans Mörtter reitet jedoch auf diese Fehler herum und schreckt nicht mal davor zurück, in einer Ausstellung auf einem belebten Platz in Köln Lügen über Israel verbreiten zu lassen. Dieses Verhalten zeigt, dass seine Gemeinde den Namen Luthers zurecht trägt.

Sein Schweigen über den Hass gegen Israel beim gleichzeitigen Skandalisieren der Fehler, die Israel leider bei der notwendigen Verteidigung unterlaufen, in einem Krieg, bei dem Israel sich gegen Feinde wehren muss, die die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes fordern, schürt den Judenhass.

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