Ich weiß, was Anja Reschke meint,

jedenfalls hoffe ich es.

Mit der Aussage, heute seien wir reicher an unserem Geschichtswissen, impliziert Anja Reschke allerdings auch, und das ist das Fürchterliche an dieser Aussage, die besonders grausam klingt, wenn sie im Duktus der moralischen Überlegenheit gesprochen wird: „Auschwitz hat uns besser gemacht.“

Nein, so geht das nicht!

Es gibt nichts aus dem Holocaust zu lernen! Was soll es denn schon aus dem Holocaust zu lernen geben? Dass Menschen zu grausamen Ungeheuerlichkeiten in der Lage sind? Dass man Menschen nicht millionenfach vergast? Dass Juden auch Menschen sind? Dass man lieb zueinander sein sollte? Dass man sich wehren darf, wenn man verfolgt wird? Dass man Menschen, die andere Menschen vernichten, den Krieg erklärt? Dass man wahnsinnige Menschen mit allen Mitteln entwaffnet? All das kann man auch ohne Holocaust wissen!

Was wir heute wissen, ist nicht besser als das, was die Menschen vor 1933 auch wussten oder wenigstens hätten wissen können. Und da, wo wir heute was besser wissen, brauchte es für diesen Fortschritt im Geiste die Nazis sicherlich nicht.

Der Holocaust ist keine Nachhilfe für moralisch Sitzengebliebene, sondern ein unvergessbares und unverzeihliches Verbrechen, aus dem es nichts zu lernen gibt! Vor allem eignet sich das Verbrechen nicht dazu, um heutige politische Gegner zu bekämpfen. Das Verbrechen eignet sich zu gar nichts. Es ist einfach unvergesslich, unverzeihlich, ohne Sinn.

Wer behauptet, heute wäre quasi so wie 1933 und dabei selbstergriffen tönt, den oft zitierten und nicht selten vermeintlichen Anfängen wehren zu müssen, am besten mit einer Beschränkung der Grundrechte, die eben auch für unsere geschmacklosen politischen Gegner gelten, der schafft damit eben jene Anfänge, denen er eigentlich wehren möchte.

Wenn Anja Reschke sagt, es gäbe Menschen mit einem geschlossenen Weltbild und einen „Rest“, dann frage ich mich, zu welcher Seite sie gehört. Zu welcher sie gehören will, das weiß ich, das erklärt sie ständig und das schätze ich auch. Auch mir sind jene Menschen zuwider, die voller Stolz oder Ignoranz zu den Menschen gehören, die ein fest verschlossenes Weltbild haben.

Diesen Stolz und diese Ignoranz unterstelle ich Anja Reschke nicht. Aber in ihren Worten schwingt ein wenig der Duft des Restes mit – und es ist nicht der neue, der bessere Rest, der mit diesem ominösen Deutschen Reichtum.

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29 Antworten zu Ich weiß, was Anja Reschke meint,

  1. Kanalratte schreibt:

    Ein rechtes Weltbild ist genauso legitim wie ein linkes Weltbild. Das Problem ist dass hier wieder mal alles politisch Rechte zu den Nazis gezählt wird. Diese wichtige Differenzierung klappt in Deutschland auch 73 Jahre nach Kriegsende noch nicht. Man kann sich viel über die Ausrichtung der NSDAP streiten, aber sicher ist dass diese Partei keine klassische rechte Partei war. Auch war der Aufstieg von Hitlers Partei nur möglich weil die NSDAP auch unter der linken Arbeiterschaft sehr beliebt war. Adolf Hitler hatte im konservativen Österreich keinen Erfolg, dafür aber in deutschen Wahlkreisen die zuvor tief in SPD-Rot einfgefärbt waren.

    Anja Reschke kann sich ja glücklich schätzen dass es den Holocaust gab und sie daher jetzt (um eine historische Erfahrung) reicher ist. (Mir wäre er persönlich lieber erspart geblieben) Andere Völker haben schon vorher gewusst dass ein industrieller Massenmord nicht in Ordnung ist. Wobei ich auch nicht an die deutsche Erbschuld glaube. Man kann aus dem Holocaust nichts lernen, was man nicht schon vorher hätte wissen müssen. Millionenfaches sinnloses Morden, aufgrund von aberwitzigen Ideen, aufgrund von Stereotypen über Juden die gar nicht der Wahrheit entsprechen. Nur um ein Feindbild zu haben dem man alle Schuld in die Schuhe schieben kann.

    Man braucht sich nur in die Details des 3.Reiches einzulesen oder z.B. Shoah von Claude Lanzmann zu sehen, bis man merkt dass sich die Methoden wie man Gut und Böse definiert bis heute nicht geändert haben. Lediglich die Härte der Nazis fehlt. Jedesmal wenn auf Zeit.de ein Artikel erscheint der die Republikaner, Donald Trump, AfD-Sympathisanten oder Islam- und Flüchtlingskritiker oder wen auch immer zu Unmenschen erklärt, erkennt man leider die Parallelen zum Umgang der beiden deutschen Diktaturen mit seinen Feinden oder Gegnern. Wenn nicht die Argumente ein Problem sind, sondern die pure Existenz von bestimmten Gruppen oder Staaten, dann kann man nicht sagen dass man 1945 überwunden hat.

    Die Antwort auf den Holocaust ist der Zionismus und der Zionismus ist halt rechts und damit wieder böse. Aber Leute wie Anja Reschke sind ja die Guten. Und die Guten sind die guten Israelkritiker.

  2. Richard Grünert schreibt:

    Die Frau ist ein Eiertänzer. Aber wie sonst sollte sie den immer enger werdenden öffentlich-rechtlichen Meinungskorridor beschreiten. Sie ist jung und braucht das Geld.

  3. Lusru schreibt:

    Eigentlich hatte ich mich hier verabschiedet – aber wie es manchmal kommt: man muss doch noch mal, kurz und wie gehabt sperrig (damit es in Erinnerung bleibt):
    Danke Gerd Buurmann für diese saubere analytisch nicht besser und nicht wichtiger weil nicht richtiger treffbare Bewertung der pseudojournalistischen Nahkampfakrtivistin Reschke, die sich schon wieder frenetisch engagiert in der Annahme für ihre Sicht etwas Vorteilhaftes zu äussern völlig ihrer Intelligenz entledigt – wie deine exakte Logik hier nachweist.
    Ja, ordentlicher und gutwilliger sauber lebender Mensch unter Menschen kann ( muss!) man auch ohne Holocausterfahrungen werden und sein, aber in einem Punkt hat sie natürlich recht: das ist das mit den Menschen mir “geschlossenem Weltbild“, denen kaum zu helfen ist …
    Wen sie da wohl meint, wen nicht ….
    Hätte sie in der Schule aufgepasst, würde sie wissen: Frieden schliessen kann man NUR mit Feinden, wenn man kann, und das sind i.d.R. Andere, mit anderen (auch geschlossenen) Weltbildern, würde sie wissen, dass nie und nirgendwo ein Frieden erzielt und ein Krieg und Schlimmeres vermieden werden kann durch Ausgrenzung mittels “kämpferische Schmähung Andersdenkender“ (wir sind alle Andersdenkende, auch sie), sondern nur intelligente und sachlich konsequente Dialoge, Gespräche, Kommunikation.
    Das geht jedoch wohl kaum, wenn das öffentlich pubertistisch wie in der StudentenWG von Leuten mit “geschlossenem Weltbild“ betrieben wird, die sich dazu noch bei jeder Gelegenheit dazu alibierend auf “Lehren aus den Schandtaten der Menschheit“ berufen und beziehen müssen, weil sie sich aufgrund eigener seltsamer “Geschlossenheiten“ nicht mehr anders menschlich erklären, verständlich machen können.
    Was für ein Bärendienst am eigentlichen und nicht nur von Gerd Buurmann wohl irgendwie als aufrichtig vermutetem Anliegen “Nie wieder“.
    Man lernt eben nun mal MENSCHlich sein nicht aus den Schrecklichkeiten der Menschheit, sondern aus offenen Bildern, anders wäre es eine Aufforderung, zum besseren Menschlichlernen doch endlich noch ein paar Schrecklichkeiten zu fabrizieren
    Sorry Gerd, musste mal raus

  4. American Viewer schreibt:

    Die antisemitische GEZ-Abzockerin will mal wieder andere über Moral und Anstand belehren. Dreister geht es nicht mehr.

  5. Heino Glitz schreibt:

    eine treffende Definition von Istvan Bibo`:
    Die hysterische Gemeinschaft ist unfähig, die Ursache für ihre Probleme und Misserfolge in der normalen Verkettung von Ursachen und Wirkung aufzuspüren.
    Sie sucht für alle ihre Probleme Erklärungen, die gemessen am nüchternen Verstand und an den nüchternen Fakten offensichtlich falsch sind. Dennoch wird es durch die Erklärungen möglich, daß die in ihrer Fehllage lebende Gemeinschaft diese aufrechterhalten kann. Das hysterische Weltbild ist geschlossen und vollkommen. Es erklärt und rechtfertigt alles. Es hat nur einen einzigen Fehler: es sagt genau das, was der in dieser Situation Lebende hören will und was der Selbstverherrlichung der Gemeinschaft dient.

  6. Oliver schreibt:

    Es wäre ja bei allem schön zu wissen, wie sich Fr. Reschke zu „Adolf Hitler“-grölenden und Hitlergruß zeigenden „Friedensdemonstranten“ nicht-deutscher Herkunft geäußert hat. Die Problematik in dieser Welt besteht schon mal damit, inakzeptablen und akzeptablen Rassismus zu unterscheiden! Den einen zu verurteilen und für den anderen Entschuldigungen und Rechtfertigungen zu finden. Das hat auch nichts mit Abschiebung der Verantwortung zu tun, mit Entschuldigung oder Apologetik, sondern mit Problembewusstsein. Und da sehe ich Frau Reschkes Zunft leider absolut ungetrübt on diesem Bewusstsein.

    Ob man „was vom Holocaust“ für die Zukunft lernen kann? Diese Frage ist sicherlich seltsam formuliert, aber mit fällt keine bessere ein. Aber man kann zumindest „Erfahrung sammeln“ zu was die Menschheit, unter ideologischen Einflüssen, fähig ist. Wie schnell eine Zivilisation kippen kann. Dass das freie Leben heute nicht selbstverständlich ist!

  7. Fugg Censors schreibt:

    Nichts anderes haben solche Journalisten*innen, ein geschlossenes Weltbild! Entweder aus Angst vor dem Diktat der „political correctness“ oder dem angesagtem politischen Lager. Die Gründe für Mitläufertum sind heute auch nicht anders. Man will Arbeitsplatz und Freunde nicht durch eine abweichende Meinung verlieren. Leider müssen heute selber denkende Demokraten mit solchen Repressionen rechnen. Massenkonforme und regierungsaffine Reporter sind daher die Regel. Zukünftiges Geschichtswissen wird sie da einordnen, wo aller Müll der Geschichte entsorgt wird.

    Eine Frage stellt sich mir immer wenn der Holocaust instumentalisiert wird. Ist es nur die industrielle Tötung von Millionen die so schrecklich wirkt? Die reine Zahl der Ermordeten kann es ja nicht sein. In Russland und China sind wesentlich mehr Menschen ermordet worden. Ist die Ideologie der Täter Ausschlag gebend? Gute Mörder, schlechte Mörder? In wie weit ist es zu verstehen, dass ausgerechnet viele Juden aus kommunistischen / islamischen Ländern geflohen sind? Heute müssen sie auch Demokratien verlassen weil eine neue faschistoide Bevölkerung geschaffen wird, natürlich politisch voll korrekt und generell unterstüzt von sogenannten Reportern.

  8. baalmcdohl schreibt:

    Frau Reschke ist einer derjenigen Gestalten, die dem Faschismus die Tür aufhalten.
    Sie verbreitet Fake News, da sie den Anteil der Menschen mit geschlossener rechter Gesinnung heute und damals kennt. Eine Unmöglichkeit, aber gut; Einbildung ist auch eine Bildung.

    • Kanalratte schreibt:

      Idealerweise haben 50% einer Gesellschaft eine rechte Gesinnung und 50% einer Gesellschaft eine linke Gesinnung. Wobei das politische Spektrum eher ein Kreis ist. Dort wo sich Beide auf der Seite der Extremen treffen sind zwar vielleicht Denkmuster und Erklärungen unterschiedlich, aber die politischen Grundpositionen sehr ähnlich. Das heißt dass ein stabiler Staat am besten eine breite politische Mitte egal ob rechts oder links anstrebt und die beiden Extreme kleinhält.

  9. David schreibt:

    Reschke ist ein ganz schlimmer linker FInger. An ihrer Aussage ist alles schlimm. Der Hinweis auf die heutigen Nazis, unbelehrbar mit geschlossenem Weltbild, genau wie damals (woher sie das wohl alles weiß?), die Teilung der Gesellschaft in die Bösen und die Guten, damals wie heute, Schwarzweißmalerei der schlimmsten Art. Sie selbst gehört natürlich zu den Guten und weiß daher Bescheid. Und das Geschichtswissen, das sie zitiert, ist wohl das einzige Wissen zur Geschichte, von dem sie Ahnung hat, für Linke wie sie gibt es ja nur 12 Jahre Geschichte. Aber hätte sie andererseits wirklich Ahnung von irgendetwas, hätte sie diese genannte Schwarzweimalerei nicht betrieben. Und ja, natürlich, sie lernt aus der Geschichte und auch aus dem Holocaust – nur was? Für sie und ihre Konsorten vielleicht gar vorbildlich?
    Die Reschke ist einfach nur schlimm. Man mag sie nicht hören, nicht sehen – und nach Möglichkeit bitte auch ihren Müll nicht lesen.

  10. A.S. schreibt:

    Reschke ist das Gesicht für die große Fehlleisung insbesondere der öffentlich-rechtlichen Medien. Wer in Zeiten, in denen Messermorde zunehmen, die Polizei Frauen raten muss nicht mehr alleine bestimmte Gegenden zu besuchen, regelmäßig Terroranschläge passieren, wie z.Z. fast jede Woche von einem getöteten Mädchen berichtet wird, uvm. gebetsmühlenartig vor Rechts, und zwar NUR vor Rechts warnt, der hat selber ein komplett geschlossenes Weltbild.

    Das auch ekelrechts inzwischen hoffähig geworden ist, daran ist auch Reschke schuld. Man hätte den Themenkomplex öffentliche Sicherheit und Migration eben nicht den Rechten überlassen dürfen und auch die vernünftigen Rechten nicht zu den Ekelrechten zu schieben versuchen.
    Aber das wird Frau Reschke nicht durch den Kopf gehen. Statt dessen wird sie weiter vor denjenigen warnen, die die Probleme unserer Zeit NICHT geschaffen haben und damit diejenigen protegieren, die für die aktuelle Misere verantwortlich sind.

  11. Peter Meier schreibt:

    Man fragt sich, woher Frau Reschke ihre Erkenntnisse hat. Hat sie eine göttliche Eingebung oder eine Wahnvorstellung über stramm rechte Bevölkerungsanteile gehabt?

    Nein, sie möchte sich einfach als richtig guter Mensch darstellen. Sie hat keine Aussage, kein Argument. Also kann jeder die Aussage nach seinem jeweiligen Weltbild interpretieren.

    1933 wurde das Reichskonkordat zwischen dem Deutschen Reich und der Katholischen Kirche geschlossen, der Grund, warum das Finanzamt heute noch die Kirchensteuer eintreibt. Bestimmt wollte sie damit einen Zusammenhang mit diesem Migrationspakt aufzeigen. Oder so ähnlich.

  12. benwaylab.com schreibt:

    Ich glaube, Du interpretierst in diese Aussage einiges hinein, was nur Spekulation ist.
    Aber der Grundaussage Deines Artikels stimme ich zu: dieses Statement ist intellektuell bequem, konsensheischend und stinkt ekelhaft nach Selbstgerechtigkeit.
    Es ist die unselige deutsche Tradition des Rechthabens, dass man hierzulande andere Meinungen nicht einfach gelassen respektieren kann.
    In diesen hysterischen Zeiten der „moral panic“ verschlimmert sich das eher noch.

  13. Friedrich schreibt:

    Für mich ist Madame Reschke eine Miniausgabe von Karl-Eduard……ihre moralingetränkter Ton hat nichts als den Zweck, die eigene Überlegenheit, die moralische versteht sich, die alle anderen miteinbeschliesst, hervorzuheben. Ich denke, sie wäre in jedem System 150%ig,,,,aus denselben Gründen aus denen alle Schnitzlers 150 % ige sind..

    • Kanalratte schreibt:

      „Ich bin Links, weil die Gesellschaft sagt dass man Links sein muss.“ Genauso waren jene Leute die damals so stramm auf Linie waren.

  14. Eliyah schreibt:

    Man kann doch aus dem Holocaust etwas lernen: Wenn jemand sagt, er will dich ermorden und vernichten, dann glaube ihm.
    Hitler hat nie einen Hehl draus gemacht, was er machen will und viele dachten, er meint es bestimmt nicht so. Hat er doch. Und wenn heute der Iran sagt, er will Israel vernichten, dann sollten wir ihm glauben. Und dass wir das nicht tun beweist, dass wir tatsächlich nichts aus dem Holocaust gelernt haben.

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