Das Gesinnungslachen

Zu Beginn des Jahres 2019 ein kleiner Aufsatz zu der Frage, worüber man lachen darf.

Tapfer im Nirgendwo

Wer Humor in links und rechts einteilt, hat überhaupt nichts verstanden. Wer glaubt, dass eine Kabarettistin zu weit links steht, hockt vermutlich selbst zu weit rechts. Wer glaubt, dass ein Stand-Up-Comedian einen Rechtsdrall hat, ist vermutlich längst links überdreht. Es ist immer die eigene Position, die bestimmt, was man hört.

Für einen Rechtsextremen ist jeder Mensch mit Verstand links und für einen Linksextremen rechts. Für beide Seiten jedoch ist die jeweils andere Seite eine Gefahr! „Darüber macht man keine Witze“, sagen diese Extremisten dann.

Wer glaubt, ein Mensch sei eine Gefahr, weil er einen Witz macht, glaubt auch, eine Frau sei eine Gefahr, wenn sie ohne Verschleierung aus dem Haus geht. Die Zensur ist für die Redefreiheit das, was der Schleier für die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte, so wie jeder Mensch selbst entscheiden darf, ob und zu was…

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Eine Antwort zu Das Gesinnungslachen

  1. Lusru schreibt:

    Ja: Es ist immer die eigene Position, die bestimmt, was man – und wie – hört.
    Wenn ich den Geerd Buurmann richtig verstanden habe, soll das für Jeden gelten, also auch für den Geerd.

    Bekanntlich gibt es politisches Kabarett mit Tiefgang (Markenzeichen: keine Gesinnungsgarantie) und ohne diesem, gewissermassen als Gesinnungsgarantie pur.
    Bekanntlich gibt es zum einen Comedian mit Tiefgang und zum anderen pure Dödelei, die sich gern zum Commedian hochstapelt, meist nur mit Hilfe diverser TV-Pausenpüschelei.
    Während sich die “Tiefgänger“ beider Arten gut vertragen ohne sich mischen zu müssen, auch legitim Gesinnung betreiben und / oder umgehen, sind alle anderen, LachzangenCommedian wie Garantiekabarettisten sich ausserordentlich unnützlich ähnlich: Sie stolpern durch ihr eigenes etwas krudes Gemüt und stellen sich vor, andere müssten darüber dann lachen, welch Irrtum – so er erkannt wird.
    Was jedoch für alle gleichermassen gilt: Es ist stets nur die eigene Position, die Lachen bewirkt und herausfordert, und: wer eben keine (eigene) Position hat, der weiss wohl kaum, wann Lachen, anders: Der hat halt nichts zu lachen, gleich ob Commedial oder kabaRettich, woraus dann wohl auch im realen Leben die meisten Schärfen und Missverständnisse über lechts und rinks entstehen, besser: die je fundamentale Besserwisserei, die nicht sieht, dass sich lechts und rinks vertauscht, wenn man sich nur um 180 Grad dreht, und wer sich so nur dreht könnte auf die Idee kommen, er sei ruhende Mitte, hält sich selbst für ein Kabaree(t).
    Allerdings sollte das nicht erklären, dass Commedial und Kabarett das gleiche Geschäft sei, es gibt wie beim Magen auch fürs Hirn unterschiedlichen Speisebedarf …
    Und dann gibt es noch die tiefgehenden Schlauen, die überall vorbei und an kommen aufgrund ihrer SpurTiefe und ohne Commödchen zu zelebrieren lautes Lachen provozieren, wie manch ein Tapferer , mal von rinks und mal von lechts …

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