Kommentar zum „Aufruf gegen den Gender-Unfug“

Eine beeindruckende Allianz hat sich formiert. Dieter Hallervorden, Dieter Nuhr, Bastian Sick und Prinz Asfa-Wossen Asserate gehören zu den vielen Unterzeichnenden der Petition „Aufruf gegen den Gender-Unfug“ der Arbeitsgemeinschaft „Gendersprache im Verein Deutsche Sprache e.V.“, in der es heißt:

„Wir wollen uns nicht an den Gender-Neusprech gewöhnen. Deshalb fordern wir alle Mitbürger auf, aktiv dagegen zu protestieren und entsprechende Richtlinien, Verordnungen und Vorschriften scharf zurückzuweisen.“

Wenn schon alle Mitbürger aufgefordert sind, aktiv zu protestieren, dann möchte ich dem Aufruf folgen und fragen: Sind die Mitbürgerinnen auch dazu aufgefordert? Wie auch immer die Antwort auf meine Frage ausfallen mag, stelle ich fest, dass ich der Petition in dem folgenden Punkt entschieden zustimme:

„Sprache macht uns Menschen einzigartig. Sie ist Ausdruck des Denkens und Fühlens, stiftet Identität, unterscheidet und verbindet uns. Sie ist ein historisch gewachsenes Ausdrucksmedium, das stetig verwandelt wird — durch unser aller Gebrauch: Wir denken und dichten, schreiben und schäkern, verhöhnen und versöhnen uns in diesem Medium.“

Niemals darf es einer Politik gestattet werden, den Bürgerinnen und Bürgern zu befehlen, wie sie zu sprechen haben. Identität, Denken und Fühlen lassen sich nicht widerstandslos verordnen. Jede Ideologie, die es versucht hat, ist letztendlich gescheitert. Deshalb sollte auch in der heutigen Republik das Gewaltmonopol des Staates nicht dazu missbraucht werden, die Sprache des Souveräns und der Souveränin zu diktieren. Sprache darf nicht befohlen werden. Sie muss frei sein, um sich entwickeln zu können. Die Petition irrt jedoch in diesem Punkt:

„Die deutsche Sprache ist nicht „ungerecht“. Sie benachteiligt niemanden.“

Wenn Sprache Ausdruck des Denkens und Fühlens der Gesellschaft ist, wie in der Petition korrekt konstatiert wird, dann ist sie auch Ausdruck all der negativen Aspekte der Gesellschaft. Dazu gehört auch die lange Zeit der politischen und gesellschaftlichen, institutionalisierten Diskriminierung der Frau aufgrund ihres Geschlechts. In der Petition steht:

„Wir haben die Faxen dicke! Gendersprache spaltet Worte, Gemüter, unser Sprachhandeln, und letztlich die Gesellschaft (…) Das ist ein tiefer Eingriff in Köpfe, Körper, Persönlichkeitsrechte und gewachsene soziale Kommunikationsstrukturen!“

Ich kann es nur zu gut verstehen, die Faxen dicke zu haben. Es waren Frauen, die die Faxen dicke hatten, die dafür gekämpft haben, dass Frauen studieren dürfen (ab 1908 in Preußen), wählen können (erstmals 1919 in der Weimar Republik), ohne Erlaubnis ihres Mannes arbeiten dürfen (seit 1977) und ihren Ehemann wegen Vergewaltigung anzeigen können (seit 1997). Die Sprache spaltet nicht, die Sprache zeigt, dass wir gespaltet sind.

Es ist unfassbar, wieviele No-go-Areas für Frauen in Deutschland existieren. So wie sich Ausländer in manchen Gebieten der Republik nicht sicher bewegen können, so wie es für Juden Stadtviertel gibt, in denen sie jüdische Symbole lieber nicht offen zeigen, so kennen Frauen in allen Gemeinen und Städten dieses Landes Angsträume. Fragen Sie mal eine Frau aus Ihrem Bekanntenkreis, welche Sicherheitsvorkehrungen sie täglich unternimmt, um sich vor sexistischen Anschlägen zu schützen. Sie parken nur in gut beleuchteten Bereichen, schauen auf den Rücksitz, bevor sie in ihr Auto einsteigen, halten ihre Schlüssel als mögliche Waffe in der Hand, variieren ihren Weg von der Arbeit nach Hause, gehen nicht nachts joggen, tragen beim Laufen keine Kopfhörer, vermeiden Wälder, auch tagsüber, passen auf, dass sie nicht zu viel trinken, gehen nicht mit einem fremden Mann in einen Aufzug, setzen ihre Getränke nicht ab, tragen Pfefferspray mit sich und schauen stets nach Fluchtmöglichkeiten.

Das ist die traurige Realität in Deutschland. Es brauchte keine Gendersprache dazu. Die Sprache ist lediglich Ausdruck dieser Spaltung. Auch in der Petition wird auf die Spaltung innerhalb der Gesellschaft hingewiesen.

„Wer sich dagegen verwehrt, wird von den Aposteln der Vielfalt reflexartig als rechtsradikal, antifeministisch, homophob, rassistisch, antisozial, antidemokratisch, fremdenfeindlich und ewig gestrig verleumdet. Das nehmen wir nicht länger hin.“

Zurecht. Das Verleumden des politischen Gegners und der politischen Gegnerin ist mittlerweile zur erbärmlichen Routine geworden. Nicht selten werden die oben genannten negativen Zuschreibungen benutzt, nicht etwa, um auf tatsächliche Missstände aufmerksam zu machen, sondern um andere Menschen zu entmenschlichen, um ihnen so dann das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit absprechen zu können.

Es gibt Menschen, die fühlen sich so frei von jedem Zweifel und so sicher, auf der richtigen Seite zu stehen, dass sie sogar Gewalt rechtfertigen oder billigend in Kauf nehmen, um ihre Gewissheit zu manifestieren. „Wehret den Anfängen“ brüllen diese gerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die Anfänge einer Zukunft, die sie aus Panikmache konstruieren. Mit den Mitteln der Angst nehmen sie andere Menschen als Geisel ihrer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitären Denkens, die Gewalt über Gedanken als Präventivschlag ermöglicht. Wer einmal einen Menschen erfolgreich aus dem Diskurs entfernt hat, weil er ihn ihn diffamiert hat, wird diese Strategie weiterverfolgen.

Frauen kennen diese Strategie der Diffamierung durch Sprache nur zu gut. Sie werden entweder mit Begriffen wie „Schlampe“ oder „Fotze“ beleidigt, ganz so, als sei selbst ein derber Ausdruck für das weibliche Geschlecht eine Beleidigung oder Begriffe des weiblichen Stolzes werden verächtlich gemacht. Es ist schlicht unverständlich, dass die Begriffe „Emanze“ und „Feministin“ heute einen negativen Ruf haben, obwohl sie lediglich für den heroischen Kampf stehen, der auf diese einfache Formel von Hedwig Dohm gebracht werden kann: „Die Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

„Wir stehen für eine lebendige, menschliche, Sprache ein, in der wir ausdrücken, was wir denken und klar benennen was wir wollen“, heißt es in der Petition. Dann möchte ich mal eine kleine Geschichte in dieser Sprache erzählen:

Ein Vater und sein Sohn haben einen schrecklichen Unfall auf einer Autobahn. Der Vater ist sofort tot. Der Sohn jedoch wird lebensgefährlich verletzt in eine nahe gelegene Ambulanz gebracht. Ein Team von Ärzten nimmt sich des schwer verletzten Jungen an. Plötzlich ruft jemand von den Ärzten: „Ich kann ihn nicht operieren. Er ist mein Sohn!“

Wie ist das möglich?

Die Antwort ist vollkommen simpel und doch gibt es viele Menschen, die nicht darauf kommen. Probieren Sie es einfach selber einmal aus. Der Arzt ist die Mutter des Sohnes. Mit dem Begriff „Team von Ärzten“ wurde schließlich nichts über das Geschlecht der Ärzte gesagt. Dennoch stellt sich in den Köpfen der meisten Menschen, die diesen Begriff hören, nicht die Möglichkeit ein, die Ärzte könnten weiblich sein. Hätte ich von einem Team von Ärztinnen und Ärzten gesprochen, hätte sich dieses Verständnisproblem nicht gegeben.

Allerdings hat die Silbe „-in“ auch einen Nachteil. Diese kleine Silbe betont das Geschlecht einer Person in einem Umfeld, wo das Geschlecht nicht von Bedeutung ist. Ich muss nicht wissen, welches Geschlecht ein Bäcker hat, um herauszufinden, ob sie gute Brötchen backt. Wenn sie gute Brötchen backt, dann ist sie meine Bäcker! So einfach ist das.

Ein Bäcker ist eine Person, die backt. Eine Bäckerin jedoch ist eine Person, die backt und weiblich ist. Während es für einen Bäcker irrelevant ist, was er oder sie zwischen den Beinen hat, wird die Weiblichkeit für die Bäckerin sprachlich konstitutiv. Der Mann ist Mensch, die Frau aber ist ein weiblicher Mensch. Simone de Beauvoir hat es in ihrem Meisterinnenwerk „Das Andere Geschlecht“ treffend analysiert. „On ne naît pas femme: on le devient.“ Der Mann ist Mensch (homme) die Frau ist Frau (femme).

Mit der Silbe „-in“ wird genau dieses Dilemma verstärkt. Stellen wir uns mal vor, es gäbe die Silbe „-on“, mit der betont wird, dass jemand männlich ist. Männer wären dann Lehreronnen, Juristonnen, Klemptneronnen und Zahnarzthelferonnen. Wie würden Männer wohl darauf regieren? Ich würde denken: Was genau tut jetzt mein Geschlecht hier zur Sache? Ich schreibe Texte. Was hat mein Penis damit zu tun? Ich tippe nicht mit meinem Penis, wirklich nicht. (Nicht, dass ich es nicht mal versucht habe.)

Ich bin ein Mann. Ich kenne das Gefühl nicht, über mein Geschlecht als das Andere vom Eigentlichen definiert zu werden. Es gibt keine extra Silbe für mich. Mannsein ist keine Abweichung von der Norm. Frausein jedoch schon und es wird sogar sprachlich über eine Derivation manifestiert. Eine Ärztin ist ein Arzt mit der Abweichung, Frau zu sein. Da soll noch mal wer sagen, die Sprache sei nicht ungerecht. Ein anderes gutes Beispiel ist folgender Dialog:

„Hast Du gehört? Herta Müller ist Schriftstellerin des Jahres geworden!“

„Und wer ist Schriftsteller des Jahres geworden?“

Wäre gesagt worden, Herta Müller sei Schriftsteller des Jahres geworden, hätte es dieses Problem nicht gegeben. Wird aber gesagt, „Morgen findet ein Treffen der Schriftsteller des Jahres statt“, dann denken wieder viele nicht an Frauen.

Es ist ein Dilemma, für das es keine einfache Lösung gibt. Auf der einen Seite kann die konsequente Weigerung der Nutzung der Silbe „-in“ dazu führen, dass Frauen ausgespart und verschwiegen werden, so dass sich jede Frau ständig fragen muss, ob sie auch (mit-)gemeint ist; auf der anderer Seite kann die konsequente Nutzung der Silbe dazu führen, dass Frauen in einer Art über ihr Geschlecht definiert werden, wie es bei Männer nicht der Fall ist.

Es gibt noch eine andere Variante der oben zitierten Geschichte:

Drei Bauarbeiter sind in der Pause. Zwei trinken Bier. Die beiden Biertrinker fragen die dritte Person: „Was ist denn los?“ Da sagt sie: „Ich bin schwanger!“

Auch diese Version zeigt, dass bei dem Begriff „Bauarbeiter“ nicht automatische die Möglichkeit des Frauseins mitgedacht wurde. Es gibt allerdings auch Variation auf diese Geschichte:

Drei Bauarbeiter sind in der Pause. Zwei trinken Bier. Die beiden Biertrinker fragen die dritte Person: „Was ist denn los?“ Da sagt sie: „Ich bin Moslem!“

Diese Version zeigt, dass bei dem Begriff „Bauarbeiter“ auch die religiöse Zugehörigkeit nicht mitgedacht wird. Es wäre jetzt jedoch mehr als befremdlich, wenn wir anfangen würden, Silben, Sternchen, Gaps und andere grammatikalische Derivationen für religiöse Zugehörigkeiten, Hautfarben oder Nationalitäten einzuführen. Bei Geschlechtern ist eine solche Grammatik jedoch Realität. Durch die Existenz des grammatikalischen Geschlechts und der Silbe „-in“ wird die deutsche Sprache bereits gegendert.

Ich kann es als Mann nicht nachempfinden, was es bedeutet, in einer Sprache denken zu müssen, die mich ständig vor Identitätskrisen stellt. Die Sprache lässt sich aber nicht per Dekret ändern. Sprache ändert sich durch Gebrauch und vor allem über Jahrhunderte. Unsere Sprache ist älter als wir alle. Sie wird uns alle überleben und sich dabei ständig ändern. Das ist unser Schicksal aber auch unsere Chance.

Die Petition jedoch unterschreibe ich nicht, denn so sehr ich auch verstehen kann, dass die Unterzeichnenden der Petition die Faxen dicke haben, weil sie das Gefühl haben, gezwungen zu werden, ihre geliebte Sprache neu zu gendern, so sehr kann ich verstehen, dass es für einige Frauen nicht leicht ist, in einer Sprache zu denken und zu kommunizieren, die bereits gendert und das im Zweifel zu Ungunsten der Frau.

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54 Antworten zu Kommentar zum „Aufruf gegen den Gender-Unfug“

  1. Fritz Stengel schreibt:

    In der „kleinen Geschichte in dieser Sprache“ sehe ich ein zweck-konstruiertes Problem.
    Meine Textversion würde lauten: „Plötzlich ruft eine Ärztin: … „

  2. Oliver schreibt:

    Ich sehe nicht, wo genau die jetzige Sprache auch nur ansatzweise kritisierend ist. Es ist mir beim „Rednerpult“ wirklich noch niemals automatisch eine „männliche Assoziation“ mit dem Möbelstück erfolgt. Ich keinen auch wirklich keine Person, die so eine Aussage formuliert.
    Ebenso wenig haben wir in der deutschen Sprache drei Formen, die wir mit den Artikeln der/die/das einläuten. Ist „der“ Baum und „die“ Blume jetzt diskriminierend und müssten wir es dann „das“ Baum / Blume nennen, um ja eine für alle „Geschlechtsidentitäten“ akzeptable Lösung zu finden?
    Genderneutrale Sprache ist für mich der nächste Schritt in eine Welt, die dem Narzissmus einer vermeintlichen „Opfergruppe“ über Gebühr Rechnung trägt und den Rest der Welt am Nasenring durch eine Arena führt und die Forderungen immer höher schrauben lassen wird. „Ungerechtigkeiten“, sofern es sie gibt, werden dadurch unter Garantie nicht abgebaut. Hier sollte einfach mal die Erkenntnis gelten, dass man es „allen nicht Recht machen kann“.

  3. American Viewer schreibt:

    So viele deutsche Nachnamen enden auf „-mann“, aber keiner auf „-frau“. Ein Skandal ohnegleichen.

  4. American Viewer schreibt:

    Warum gibt es überhaupt weibliche und männliche Formen? Dieser Dualismus ergibt keinen Sinn. Nach derselben Unlogik bräuchte man noch 70 weitere Formen für alle sonstigen Geschlechter.

    Die Lösung ist doch viel einfacher: Einfach alle weiblichen Formen streichen. Übrig bleibt dann eine neutrale Form, die alle 72 eingebildeten Geschlechter miteinbezieht. Dass die Femnasibären da noch nicht drauf gekommen sind.

    • anarchist schreibt:

      Streichen wir doch einfach alle männlichen Formen und benutzen nur noch die weiblichen. Wie ich finde eine hervorragende Idee. Männlein sind natürlich immer mitgedacht.

      Herzallerliebsten Grüße

      Ein Feminasibär

      • Michaela Lusru schreibt:

        Hi@ Anarchist*in
        Wiew du siehst, hast du dich selber gefilmt, denn die männliche Form gibt es ja bei dir nicht, also auch keinen Anarchist.
        So schnell geht das, und man versumpft in in einer Gender Eierei, wenn man versucht ein seit tausenden Jahren GEWACHSENES Kulturgut Sprache wie im Jahrmarkt der eitlen Werbeslogans als Reissbrettobjekt zu vertickern.
        Das erinnert mich an einen einstigen Vorschlag vom deutschen Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, einem lauten Marktschreier für Gender-gekrümmte Sprache, der noch immer meint, durch andere Sprache würde anders gedacht und so auch anders gelebt – was für eine peinliche Psychologie nach dem kleinen Einmaleins. Dieser Sprachwissenschaftler kennt die MOHRENstrasse in Berlin sehr gut … und hätte sie mittels einer Bürgerinitiative gern umbenannt, weil „Mohr“ diskriminierend sei. Er schlug vor, diese historisch geprägte alttradierte Strasse im Berliner Medienviertel umzubenennen in Nelson Mandela-Strasse, was für ein Vopas!
        Ich bin ein Bewunderer und bekennender Mandela-Fan und finde es unerträglich, dass zur Beseitigung des Wortes MOHR in einem jahrhundertealten Strassennamen nun ein Sprachwissenschaftler sich mit Mandela seinen eigenen persönlichen „Mohr“ verordnen will, anderer Name – trotzdem aber dem „Mohr“ angepasst ein Prominenter mit dunkler Hautfarbe – was ist das denn?
        Etikettenschwindel um sich wichtig zu machen – und daher kommen also Befürworter der Sprachgedereierei und Gegner dieses Aufrufes dagegen.

        Interessant:
        Im Radiointerwiev mittels primitiver Suggestivfragerei animiert gestand auch Herr Anatol Stefanowitsch, dass es keine direkte Handlungslinie von Veränderter Sprache zu verändertem Handeln gibt, sondern dass es sich da um eine „Hoffnung“ handele.

        Niemand kann erklären, was bitte durch einen sprachverhunzenden Genderstern etc. an der Männlichkeit eines Baumes und der Weiblichkeit einer Blume verändert werden kann oder soll, vor allem nicht wozu, es sei denn, eine gewisse Fraktion der Gesellschaftskonstrukteure, die sich noch immer für „links“ oder sogar „progressiv“ hält, will auf sich merkwürdig machen und dazu eine grosse gewaltige Sau durch das Dorf der deutschen Sprache treiben – Ende wie immer, bekannt

        Wir können auch mal eben die Bilder der alten Meister, auch ein Kulturgut, übermalen, womit auch immer (mit Gendersternen?) – es wird keiner einzigen Frau ihre Lage verändern.

      • American Viewer schreibt:

        @anarchistininnenineserdusieIhnen**$%

        Ihr Vorschlag würde in der Tat Sinn machen bei Sprachen, in welchen die weibliche Form die neutrale und/oder die reduzierte Form ist. Am besten beides zusammen.

        In bestimmten germanischen Sprachen wie dem Deutschen scheint es aber genau andersherum zu sein: Die männliche Form ist die Reduktion und die neutrale Form zusammen.

        Komisch, dass sich die Femnasis nie beschweren, dass der Plural und die Höflichkeitsform im Deutschen „feminin“ daherkommen. Warum beschweren sie sich nicht darüber?

        Femnasis picken sich immer nur die angeblichen Nachteile heraus, nie die Vorteile. Natürlich hatte/hat Frau-sein über Jahrtausende seine Nachteile, es hat aber auch mehr als genug Vorteile.

  5. Thomas Schweighäuser schreibt:

    Schauen wir uns einmal die Homepage des Aufrufs an:
    „Diese „Gendersprache“ spaltet die Gesellschaft, ganz im Sinne der Ideologie des Gender Mainstreaming und der politischen Korrektheit.“
    Eine „gespaltene Gesellschaft“ ist also eine, in der Frauen sprachlich berücksichtigt und diskriminierende Äußerungen unterlassen werden.
    „Behörden, Institutionen und Verbände wollen uns zwingen, die Sprachregelungen einer Minderheit zu übernehmen.“
    Dagegen stellen die bislang 22.000 Unterzeichner natürlich eine gesellschaftliche Mehrheit dar.
    „Alle möglichen sexuellen Orientierungen sollen sich in Amts- und Umgangssprache repräsentiert sehen – ohne jegliche demokratische Legitimation.“
    Da rümpfen sie doch sehr die feinen Näschen: „alle möglichen sexuellen Orientierungen“…ihgittigitt, so schwullesbisches Zeug, das soll doch gefälligst unter der Bettdecke bleiben. Und bitte schön, wer hat die eigentlich legitimiert, dass sie nun auch noch in unserer schönen Amtssprache auftauchen wollen, diesem Monument sprachlicher Schönheit rund um Begriffe wie „Jahresarbeitsentgeltgrenze“, „Unterhaltsvorschuss“, „Zumutbarkeit“ oder auch, aber das war früher, „Rassenschande“ oder „Vierteljude“?

    Dass die Verfasser des Aufrufs gehörig einen an der Waffel haben, merkt man an folgendem Satz: „Wir lehnen eine Bevormundung durch amtliche Sprachregelungen ab.“ dan solen di abba auch nich mer nach de ofizielen rechtschreibunk schreiben, is nuhr konßekwent,

    • American Viewer schreibt:

      Ich sehe nicht, warum man Rechtschreibung amtlich regeln sollte. Das ist komplett überflüssig. Sprache reguliert sich (wie die meisten anderen Dinge auch) von selbst.

    • Michaela Lusru schreibt:

      @Thomasin Schweghöferin
      Ich hoffe mal, dass Sie nicht auch gleich sich was an Ihre Waffel leimen, nur weil ich Sie zwinge, als doppeltes Weibchen angesprochen zu werden.
      Nebenher: Wer mit dem Ausfluss “an der Waffel haben“ in einer Sprachgestaltungsdiskussion sein letztes Ar…gument abgibt, ist eh schon outside, vergessen Sie (sich).
      Ansonsten darf ich Sie direkt bitten, als Naziverharmloser hier nicht solche Keulen zu schwingen (Rassenschande, Vierteljude): wer Gegner der Gendersprachverhunzung in die Nähe derer stellt, die unmittelbar Rassismus betrieben und Menschen in Viertel-, Halb- und Volljuden einteilten, betätigt sich direkt als Naziverharmloser, ich erinnere nur an eine Anja Reschke aus der ARD, die es in der Tat fertigbrachte nicht bei den Leichenbildern der US-Amerikaner aus dem KZ sondern “erst bei dem Anblick von Pegida RICHTIG KOTZEN KÖNNTE“ – wollen Sie sich da einreihen?
      Bitte keine plumpen gedanklichen Sprachverhunzungen als Naziverharmloser mehr in dieser Debatte (und anderswo).

      • Thomas Schweighäuser schreibt:

        Hat mit Verharmlosung überhaupt nichts zu tun, sondern mit einer Replik darauf, dass die Aufrufaufrufer ausgerechnet die Amtssprache in ihrem jetzigen Zustand als bewahrenswert darstellen wollen. Für diese Amtssprache habe ich einige Beispiele genannt, um deutlich zu machen, dass es da nichts bis wenig zu bewahren gibt.
        Ist jetzt eigentlich nicht allzu schwer zu verstehen.
        Wer ist Anja Reschke? (ich besitze kein TV) Abgesehen davon, kann ich es mir nicht vorstellen, mich bei einer Frau „einzureihen“.

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Eins muss man Ihnen lassen und ich erkenne es vollumfänglich an: Im Troll-Unterricht haben Sie echt aufgepasst.

        • Michaela Lusru schreibt:

          @frau Thomas Schweighäuser*in
          Sie haben auch die deutsche Sprache in der Schule versäumt, sonst würden Sie diese nicht für eine Amtssprache halten, die es nämlich auch noch gibt.
          Und weiter:
          Da Sie zwar keinen TV besitzen, aber offensichtlich munter über Computer ins Internet steigen, wollten Sie uns mit Ihrer Bemerkung sicher erklären, dass Sie weder TV schauen, noch Googeln können, wer A. Reschke wohl sei.
          Selten laut gelacht wie an dieser Stelle, nun ist mir auch klar, wieso Sie zu den Rummurksern an unserer Sprache halten, doch seien Sie gewiss: Auch für diese Leute ist unsere Sprache nur vorübergehend ein verdreckter Buddelkasten. Spätestens wenn sie diesem vorpubertären Buddelalter entwachsen sind, gibt es dort völlig andere Interessen …

  6. Kanalratte schreibt:

    „Drei Bauarbeiter sind in der Pause. Zwei trinken Bier. Die beiden Biertrinker fragen die dritte Person: „Was ist denn los?“ Da sagt sie: „Ich bin schwanger!““

    Könnte eher daran liegen dass über 99% der Bauarbeiter männlich sind.

  7. A.S. schreibt:

    Dass Frauen bei männlichen Sprachformen oft übersehen werden ist seit den 80er Jahren durch die Psychologie bekannt. Das Problem ist real und exakt deshalt hat sich die Formulierung „Männerinnen und Männer“ usw. durchgesetzt. Aber das kann kein Freibrief werden um jeden Quatsch durchsetzen zu können
    Der Gender_eX#InnEnx Unsinn hat mit „Sichtbarmachung von …..“ nix mehr zu tun. Da gehts um Befindlichkeiten von Menschen, die schicht einen externen Sündenbock für ihren Selbsthass und Identtätsstörungen suchen.

  8. Zeckenzange schreibt:

    Petition unterschrieben u. an Gleichgesinnte abgeschnipst: mehr ist heutzutage wohl nicht mehr drin.

  9. nst schreibt:

    Ein interessanter Beitrag. Besonders zu denken gegeben hat mir dein Beispiel mit den Ärzten, bei dem ich tatsächlich gestutzt habe, weil ich sie mir unbewusst als Männer vorgestellt habe. Allerdings bin ich trotzdem der Meinung, dass die Begriffe Radfahrer, Bäcker und Ärzte Radfahrerinnen, Bäckerinnen und Ärztinnen einschließen. Wenn es dabei in einigen Fällen zu Fehldeutungen kommt, liegt es aber weniger an der Unzulänglichkeit des ungegenderten Begriffs, als vielmehr an der gesellschaftlichen Prägung. Da muss sich noch einiges ändern, aber bitte nicht durch Sprachvorschriften, egal ob sie von gendersensiblen Pressuregroups oder der Politik vorgegeben werden. Die Rechtschreibreform ist mir noch in unguter Erinnerung. Deshalb unterstütze ich den Aufruf.

    • Kanalratte schreibt:

      Je mehr Frauen den Beruf des Arztes ausüben desto stärker wird sich diese Vorstellung vom männlichen Arzt zurückentwickeln. Das hat überhaupt nichts mit der Schreibung eines Begriffes zu tun.

      Warum das generische Maskulinium als Bezeichnung für beide Geschlechter seinen Sinn hat:
      A: „Angela Merkel ist die beste Kanzlerin seit 1945“
      B: „Ja logisch, sie ist ja auch die erste und einzige Kanzlerin.“

      A: „Joanne K. Rowling ist die Schriftstellerin des Jahres.“
      B: „Schön. Und wer ist der Schriftsteller des Jahres?“

  10. Norbert Schnitzler schreibt:

    Wegen des Namens „Buurmann“ sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Gender ein kleiner Fluss in Eindhoven ist.

  11. Norbert Schnitzler schreibt:

    Du schreibst von Rollen und Berufen und benutzt dabei Wörter für Männer und Frauen. Oft werden nach dem Muster „xy“ = ♂, „xyin“ = ♀ gebildet. Deshalb habe ich mich vor knapp 40 Jahren überzeugen lassen, das große Binnen-I zu verwenden. Bei Vater-Sohn-Mutter geht das schon nicht. Nun ist das so gebräuchlich geworden, dass man es eigentlich nicht mehr fördern muss als z.B. das Anlegen des Sicherheitsgurts (kam damals auch auf). Warum also wird jetzt über Gendern diskutiert?

    Die Antwort darauf ist ähnlich lange bekannt. 1979 wurde Pierre Bourdieu: La distinction – critique sociale du jugement (Die feinen Unterschiede – Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft) veröffentlicht. Das Binnen-I war mehr als die Anerkennung sprachlicher Abwertung von Frauen und der Versuch, sie zu bekämpfen, es war ein Habitus (auch in Anlehnung an Norbert Elias), verbunden mit dem Distinktionsgewinn, sich von anderen abzuheben, die es nicht benutzten. Dieser Gewinn ist durch den Erfolg und die Verbreitung gefährdet worden, also wird mit einer neuen Begründung und etwas anderer Idee dahinter wieder eine kleine feine kulturelle Klasse gegründet, die auf die anderen herabschauen kann.

    Die neue Begründung und Ursache der neuen Sprachdiskussion ist, dass es mehr als 2 Geschlechter gibt. Zwar ist unzweifelhaft genetisch vieles möglich, was inzwischen auch das BVerfG anerkannt hat, aber es gibt nicht mehr als 2 Geschlechter in der Sprache. Für die allerdings wenigen nicht eindeutig genug weiblichen oder männlichen radfahrenden Menschen gab es kein Wort neben „Radfahrer“ und „Radfahrerin“ usw.. Wir können nun glauben, dass die sprachliche Inklusion brauchen, die mit Sternchen oder Unterstrich ausgedrückt werden sollte. Die Beispiele (Vater-Sohn-Ärzteteam) sind dem anzupassen.

    Ich persönlich glaube aber nicht, dass das nun auch noch nötig ist. Mir reichte, dass schon zwei verschiedene Wörter genügend Probleme machen, Probleme wie oben beschrrieben. Das neue Anliegen, für oder gegen das du leider keine Argumente vorbrachtest, ist nach meiner Meinung nur eine Erfindung zum Zwecke des Distinktionsgewinns. Ich brauche nicht mehr sexuelle Geschlechter, wenn mir jemand was repariert (Klempner’in ?) sondern eigentlich nteressieren mich die alle nicht, wenn es hinterher funktioniert. Das gilt noch mehr für sexuelle Orientierung. Dafür gab es noch nie eigene Wörter in einer mir bekannten Sprache, also z.B. für eine bisexuelle Klempnernde, einen an Transen interessierten Klempnernden usw.) Die Orientierungen würden uns eigentlich auch nichts angehen, und die Aufmerksamkeit dafür mit Sternchen zu erhöhen, ist eine noch krassere Fehlentwicklung als die für Unterschiede genetischer Ursache.

  12. Thomas Schweighäuser schreibt:

    „Was würden Ludwig Reiners, Hegel, Novalis, Schiller oder Goethe zur „gendergerechten“ Sprache sagen?“ fragt ein „Matthias B.“ auf der Seite des Aufrufs. Es passt, dass ein NSDAP-Mitglied und Arisierungsgewinnler (https://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article157896960/Diese-Stilfibel-stand-in-der-Tradition-Hitlers.html) als Autorität in Stilfragen an erster Stelle der Aufzählung steht.

    An einer Sprache, die Wörter wie „Sonderbehandlung“ oder „Entjudung“ hat hervorbringen können, gibt es nichts mehr zu verderben.

    • Kanalratte schreibt:

      Wir brauchen definitiv noch mehr Nazivergleiche in Deutschland.

    • A.S. schreibt:

      Jetzt ist schon Kritik an Gendersprache bei ihnen Nazi, Sie Verharmloser?

    • Thomas Schweighäuser schreibt:

      Darauf hinzuweisen, dass ein Nazi ein Nazi gewesen ist, hat mit einem „Nazi-Vergleich“ wenig bis gar nichts zu schaffen. Da die beiden Kommentatoren offenbar zu faul sind, den Link zu lesen, hier noch einmal eine ganz kurze Darstellung dessen, worum es geht: Ludwig Reiners bediente sich für seine „Stilkunst“ schamlos bei dem in der NS-Zeit verbotenen Werk des jüdischen Autors Eduard Engel. Dass ihn der Anhänger des Aufrufs noch vor Goethe oder Hegel nennt, führt mitten ins Herz der deutschen Barbarei, die es mit sich brachte, dass Menschen zusammenzuckten, wenn sie ein deutsches Wort hörten.
      12 Jahre haben genügt, um diese Sprache zu erledigen, und niemand, der noch einen Funken Menschlichkeit in sich spürt, wird sie verwenden können, ohne darüber nachzudenken, was mit dieser Sprache möglich war.
      Kurz: es gibt nichts, was noch bewahrenswert wäre an der deutschen Mördersprache, und alles, was sie etwas menschlicher machen würde, ist nur zu begrüßen. Der Satz „Wir stehen für eine lebendige, menschliche, Sprache ein, in der wir ausdrücken, was wir denken und klar benennen was wir wollen.“, der sich auf der Seite des VdS findet und den Aufruf begründen soll, ist nicht nur lächerlich aufgrund seiner aleatorischen Interpunktion, sondern verlogen und drohend, wallah.

      • A.S. schreibt:

        Unter Jugendlichen gibt es das „Hitler-Spiel“ in Wikipedia. Ziel ist es von einem willkürlich gewähltem Artikel mit möglichst wenig Links zu Hitler zu kommen. Und es ist erstaunlich wie schnell das geht.
        Genau das machen Sie hier. Auch wenn es um was völlig anderes geht ziehen Sie sofort irgendeine Verbindung zu Nazis. Und wenn man Sie dann für bekloppt hält weil es um etwas völlig anderes geht halten Sie das für Nazisympathisantentum.

        Sie sind bessen von Nazis und gehört dringend in Behandlung.

        • Thomas Schweighäuser schreibt:

          Machen wir’s kurz: es ging nicht um Hitler, sondern um einen Nazi, der als Stilautorität hervorgehoben wurde. Sie hätten aus der Geschichte etwas lernen können, sperren sich aber dagegen. Das ist Ihr gutes Recht, aber Sie erwarten doch nicht allen Ernstes, dass man Sie noch für voll nimmt? (Na gut, gegen Beschränktheit ist niemand gefeit, aber niemand wird gezwungen, sich als Schwulenhasser zu outen…)
          „Sie sind bessen von Nazis“ – echt, bin ich bessen? So richtig bessen? Dann „gehört“ ich in der Tat „dringend in Behandlung“.
          Es gibt Beleidigungen, die sind Auszeichnungen.

          • A.S. schreibt:

            Kommen Sie nicht auf die Idee, dass sie hier schon dermaßen oft mit Nazi rumgeworfen haben, dass einfach keiner mehr daran interessiert ist wenn Sie einen Nazi identifiziert haben wollen, selbst wenns mal stimmen sollte?
            Da bei Ihnen eh fast jeder Nazi ist wäre das lediglich ein Zufallstreffer.

      • dekadenzkritik schreibt:

        Warum bedienen Sie sich dann noch dieser von Ihnen so verachteten „Mördersprache“ in ihrem Kommentar? Sind Sie jetzt auch ein Nazi?

        • Thomas Schweighäuser schreibt:

          Gähn…Noch so einer, der nicht verstanden hat, worum es geht. Die Antwort auf Ihre Frage steht im zweiten Absatz.

          • Michaela Lusru schreibt:

            @Thomasin Schweighäuserin
            Dekadenz- das ist der treffende Begriff für Ihre hysterische Plauscherei, die sich zuletzt nur noch über die Begriffswelt der Hitlerei selbst erklären kann, gewissermassen als Begriffsinflation der Naziwelt – wissen Sie noch, was Inflation ist, was sie macht? In der Inflation verliert von Stunde zu Stunde alles seinen Wert obwohl der Nominalwert ins unendliche hochgetrieben wurde, statt sachbezogen zu bleiben.
            Damit Sie es wissen: Ich bringe keine GenderReligion in die Nähe von anderen Sprachverhunzern der Vergangenheit, und weiss sehr gut beides in der jeweiligen Wesenschaft zu bewerten, muss das an keiner Stelle mit Nazibegriffen begreiflich machen wie Sie, da ich mich von ALLEN Dekadenzen bemühe, fern zu halten.
            Nun gehen Sie in sich und verstehen nun SiIE mal selber, was Ihnen hier von fast allen anderen Seiten erklärt wird

  13. dekadenzkritik schreibt:

    Kein schlechter Artikel, aber hier gehen Sie sehr fehl:
    „Es ist schlicht unverständlich, dass die Begriffe ‚Emanze‘ und ‚Feministin‘ heute einen negativen Ruf haben“
    Dies ist alles andere als unverständlich, denn es kommt genau durch diese herein, die sich heute als solche selbst bezeichnen. Was mit diesen Selbstbezeichnern verkehrt läuft? Dazu finden sich ein paar Artikel auf meinem Blog.

    Ebenso bedenken Sie nicht genug, dass über ein Modifiziertes zum Standart (nicht: zum „Eigentlichen“) definiert zu werden, nicht zwangsläuftig einen Nachteil bedeutet. Das liegt in der Sprache nicht. So kann nämlich auch eine Sonderstellung im positiven verliehen werden, wie z.B. etwas besonders Schützenswertes zu sein, als was die Frau in der ganzen bisherigen Geschichte ebenso galt. Da gibt es dann oft ein böses Erwachen bei Frauen, wenn mit der Gleichstellung auch solches wegzufallen droht. Wussten Sie, dass viele Frauen in den USA auch gegen das Frauenwahlrecht waren, weil ein Recht auch immer mit Pflicht, hier namentlich der Wehrpflicht, verbunden war? Am Ende hat man den Frauen das Wahlrecht dann doch ohne Pflicht geschenkt. Ich rate Ihnen ihr einseitiges Geschichtsverständnis zum Narrativ der Unterdrückung der Frau genauer zu überprüfen. Jordan Peterson hat dazu einiges Einsichtsreiches gesagt. Es sind auch eben solche verfestigte und bleibende Narrative, welche die von Ihnen angesprochene Spaltung in der Gesellschaft befeuern.
    Daher ist Ihre These, dass Sprache, so wie sie gewachsen ist, grundsätzlich etwas zum Nachteil der Frau beeinhalte, auch zu steil und allein mit dem Vorgebrachten nicht haltbar.

  14. Orlando schreibt:

    Drei Bauarbeiter sind in der Pause. Zwei trinken Bier. Die beiden Biertrinker fragen die dritte Person: „Was ist denn los?“ Da sagt sie: „Ich bin Moslem!“

  15. Das generische Maskulinum schließt doch die Frauen ein – aber was ist mit den anderen angeblich bis zu 70 Geschlechtern? Glücklich das Land mit solchen Problemen!

  16. sandra kreisler schreibt:

    Natürlich wird immer die schlechteste mögliche Variante genommen. Würde man an alle Berufsbezeichnungen einfach ein -s anhängen, wäre nicht mehr klar ob Männlein oder Weiblein. Arzts, Bauarbeiters, Tischlers. Aber das ist zu einfach. Dennoch ist es wichtig, diese Petition dorthin zu bringen, wo sie hingehört: Ins Altpapier. Denn erst muss sich die Sprache ändern, dann ändert sich der Mensch. Oft bewiesen. Das Umdenken muss stattfinden. Und wenn man einfach immer das Weibliche nennt , wie jetzt oft beim gesprochenen Wort, wo man weder Sternchen noch „innen“ als binnen-I hört. Aber es. muss. umgedacht. werden.

    • dekadenzkritik schreibt:

      Sie befürworten es also, Menschen mit augezwungener Sprache ein Denken aufzuzwingen, um es zu ändern?

    • Georg B. Mrozek schreibt:

      „Denn erst muss sich die Sprache ändern, dann ändert sich der Mensch. Oft bewiesen.“

      Belege? Wenn es doch so oft der Fall gewesen ist, dann sollten sich schnell Belege für diese steile These finden lassen – ich finde nicht einen einzigen. Denn: umgekehrt wird ein Schuh daraus. Zuerst ändert sich der Mensch/die Gesellschaft, dann passt sich die Sprache dem an. Beleg? Diese Diskussion.

    • A.S. schreibt:

      Die Beweise würde ich gerne mal sehen.

    • Michaela Lusru schreibt:

      Hi@sandra kreisler, schreibt: März 10, 2019 um 2:50 pm

      Denn erst muss sich die Sprache ändern, dann ändert sich der Mensch. Oft bewiesen.<
      Mitnichten, mitnichten, Fra Sandra. es gibt nicht einen einzigen Beweis, das sind Träume der Ahnungslosen.
      Konsultieren Sie einen echten Sprachwissenschaftler und ein paar Psychologen, um sich kundig zu machen, wie Zeichen und Symbole (Sprache) entstehen, denn Sprache ist nichts anderes als die Bezeichnung der wahrgenommenen Unterschiede, und es ist anderes als Unterschiede nicht wahrnehmbar, das wäre nur Redundanz.
      Damit ist die Witkungskette nicht die von Ihnen propagierte, sondern diese:
      Unterschied, Wahrnehmung, Zeichensetzung, Denken, Handeln.
      Ohne veränderte Unterschiede gibt es keine neuen Zeichen, auch kein anderes Denken oder Handeln.
      Wer nun meint, das auf den Kopf stellen zu sollen und mit der Zeichensetzung zu beginnen und damit andere Unterschiede herbei zu zaubern für eine veränderte Wahrnehmung, hat sich aus der sachlichen Diskussion dazu bereits verabschiedet.
      Sie meinen weiter:
      Das Umdenken muss stattfinden. Und wenn man einfach immer das Weibliche nennt , wie jetzt oft beim gesprochenen Wort, wo man weder Sternchen noch „innen“ als binnen-I hört. Aber es. muss. umgedacht. werden<
      Wieso muss etwas stattfinden, was in der Realität nicht stattfand?
      Gut, ich fange jetzt mal in Ihrem Sinne (Umdenken) an: Herr Sandra Kreisler – ist das so korrekt, oder wollen Sie nur einseitig Sprache verhunzen?
      Ja es muss sich einiges verändern, in der Realität, dann folgt dem Sprache, nicht umgekehrt, wie die (auch sprachwissenschaftlichen) Lieschen*er Müller sich das so vorstellen.
      Kürzlich fiel die ARD peinlich auf mit einem Framing-Gutachten in eigener Sache,mit dem dem verehrten zahlenden Publikum indirekt eine besser Meinung zum Öffentlich-Rechtlichen („die Gute ARD“) unter die Schädeldecke geimpft werden sollte, Meinungsmanipulation mit öffentlichen Geldern durch Framing der Sprache.

      Diese sprachverhunzende Genderei liegt auf dem gleichen Feld: Das ist nichts anderes als der Versuch, andere Wahrnehmungen vor zu täuschen, also Meinungsmanipulation, und das ist das Gefährlichste für die Demokratie einer Gesellschaft, wenn das flächendeckend betrieben wird – Das ist zu bedenken,
      Ja, dazu ist umzudenken, nichtmanipulierte Demokratie weil nicht(gender)manipulierte Sprache ist ein hohes politisches und kulturelles Gut und kein Computerspiel für diese oder jene Nerds.

  17. anti3anti schreibt:

    Früher hatten wir eine Bürgermeisterin, heute einen Bürgerinnenmeister.

    • Das sind alles Bürger- und Bürgerinnenmeisternde.

    • Citoyenne schreibt:

      Ein altes Handwerkslied geht so: „Herr Meister und Frau Meisterin, lasst mich in Frieden weiterziehen!“ Es ist also unrichtig, dass die weibliche Bezeichnung nicht vorkam, wenn sie eben Sinn ergab und eine bestimmte Person betraf. Wir sagten in der Volksschule: „Frau Lehrerin!“ Die Berufsbezeichnung „Lehrer“ oder „Ärzte“ umfasst für mich aber beide Geschlechter.
      Das von Ihnen genannte Beispiel zeigt die Absurdität der Sprachmanipulation. BürgerInnenMeisterInnenStellvertreterInnen zeigen uns nur eins: Irgendjemand ist verrückt geworden!

  18. anti3anti schreibt:

    Eine Petition, die Dieter Hallervorden unterschreibt, unterschreibe ich nicht.

  19. Richard Grünert schreibt:

    Ich verstehe dich gut und unterschreibe die Petition.

  20. Richard Grünert schreibt:

    Ich verstehe dich und unterschreibe die Petition.

    • Michaela Lusru schreibt:

      Nun warte ich auf die nächste Folge des Genderunsinns:
      Forderung zusätzlicher xxyy+#-/ Markierung für alle bisher sprachlich nicht erfassbaren und so noch immer diskriminierten “Diversen“, da diese doch nunmehr verfassungsgerichtlich den Status eines (eines?) weiteren Geschlechtes zugesprochen bekamen.
      Ich befürchte, dass alle diese Mitbürger sich letztlich doch entscheiden müssen, ob sie sich mit “Herr“ oder “Frau“ ansprechen lassen wollen, da sonst keine einzige Personenangabe in den Ämtern und im Netz ausgefüllt bzw. abgeschickt werden kann – es sei denn, es wird statt Herr oder Frau Müller nun “Diverse*In“ Müller erfunden und vorgeschrieben.
      Interessant, was der intellektuelle Unfug der Sprachgendereierei an neuen diskriminierenden Formen schafft, statt beseitigt.
      Soeben im Radio auch Herrn Prof. Patzelt mit seinen strikt vernunftorientierten Positionen, aber auch die Vertreterin der Dudengenderei u.a. in blamierender argumentativer Armseeligkeit gehört, nicht begreifend, dass Sprachgenderei Manipulation des Denkens der Bürger ist, ja sogar sein soll, also nichts als Ideologieinstrument sein soll, ein “erzwungenes Framing der Informationswelt der Bürger“, damit direkter Eingriff in die Funktion der Demokratie durch nicht gewählte Aktivisten, die ihre politische Sicht allen anderen aufoktruieren wollen.
      Sprachgenderei, wie derzeit betrieben, ist so nichts anderes, als schleichender Versuch, das Hauptinstrument der Demokratie, die INFORMATION, über manipulierte Zeichen und Symbole (Sprache) in nicht legitimierte Verfügung zu bringen, ist demokratiezerstörender Framingsversuch zur Schaffung von Aufmerksamkeiten für ideologische Zwangsbetrachtungen unseres sozialen Beziehungsgeflechtes. Und das, ohne dass damit die vorgeblich gemeinte Zielstellung der Verminderung der sozialen Diskriminierung bestimmter Gruppen wie Frauen auch nur annähernd tatsächlich verändert werden kann, da das wieder nur unnatürlich als Schein möglich ist.
      Letztlich wird deutlich, dass es bei der Sprachgenderei keineswegs nur um Gleichstellungsfragen sondern um einseitig verbrämte Deutungshoheiten ausserhalb demokratisch legitimierter Machtpräsenz geht, was sich hervorragend zur Spaltung von Gesellschaft statt zur Behebung von strukturellen (Sprach)Diskriminierungen eignet.

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