Twitter-Account von Sawsan Chebli gesperrt

Der Twitter-Account der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli ist vorläufig gesperrt worden, weil sie in einem Tweet Familienmitglieder mit dem Vornamen Mohammed aufgezählt und dazu geschrieben hatte:

„Wir werden schon dafür sorgen, dass dieser Name nie verschwindet!“

Das Unternehmen schrieb an Sawsan Chebli:

„Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass dieser Tweet gegen die Twitter Regeln verstößt, insbesondere: Verstoß gegen unsere Regeln zum Veröffentlichen von irreführenden Informationen zu Wahlen.“

Hintergrund für Cheblis Tweet ist eine jüngst veröffentlichte Statistik, wonach Mohammed im vergangenen Jahr der beliebteste Erstname für Neugeborene in Berlin war. Chebli hatte ihre Twitter-Nachricht an die AfD gerichtet. Dies dürfte wohl die Sperrung ausgelöst haben, denn es gibt ein grundlegendes Problem. Bei sozialen Netzwerken werden oft Einträge gelöscht, wenn sie von vielen Menschen gemeldet werden. Diese Methode hat jedoch einen großen Fehler.

Immer wieder kommt es vor, dass vollkommen akzeptable Kritik gelöscht wird und die Kritiker mit langen Sperren belegt werden, während offen feindliche Aussagen nicht gelöscht werden. Es kommt nämlich nicht nur auf die Aussage selbst an, sondern auch darauf, wieviele Menschen sich dadurch beleidigt fühlen.

„Legion heiße ich; denn wir sind unser viele.“

So stellt sich der Teufel im fünften Kapitel des Buchs Markus im Evangelium vor. Das Böse ist dort, wo sich der Mensch einer kollektiven Ideologie unterwirft, wo das Individuum in einem Mob verschmilzt und sich in der Legion der Vielen auflöst.

Es ist nahezu unmöglich, mit einem Menschen zu reden, der von einer Ideologie besessen ist. Die Dynamik des Mobs kann sehr gefährlich werden, vor allem, wenn der Mob in der Gewissheit der moralischen Überlegenheit daherkommt. Dabei ist es irrelevant, was das Ziel des heiligen Zorns ist; die Methode des Mobs ist immer verabscheuungswürdig.

Diesmal hat es Sawsan Chebli getroffen und der Mob kam aus den Reihen jener, die sie hassen.

Tapfer im Nirgendwo verteidigt selbstverständlich Sawsan Cheblis Recht auf freie Meinung.

Nichts rechtfertigt eine Schreckensherrschaft des Mobs. Wenn eine Gruppe von Menschen, die sonst wenig gemeinsam hat, sich in der gemeinsamen Herabwürdigung einer anderen Person vereint, wenn Hass identitätsstiftend wird, dann wird es gefährlich.

Der Mob lässt andere Meinungen nicht zu und erklärt stattdessen, Worte seien Gewalt, nur um so dann tatsächliche physische Gewalt gegen den Redner rechtfertigen zu können. Der Mob erklärt jeden Abweichler und jeden Kritiker zu einer Gefahr, gegen die auch Gewalt angewendet werden darf. Es ist schließlich Notwehr.

„Wehret den Anfängen“ brüllen diese selbstgerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die Anfänge einer Zukunft, die sie aus ihrer eigenen Angst heraus konstruieren. Aus Angst nimmt der Mob andere Menschen als Geisel einer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitären Denkens, die Gewalt über Gedanken als Präventivschlag ermöglicht.

Worte und Meinungen sind weit weniger gefährlich als eine Legion, die sich so im Recht fühlt, dass sie glaubt, Meinungen zu tilgen. Andere Meinungen auszuklammern, ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Der Mantel des Schweigens ist für die Redefreiheit das, was der Schleier und das Kopftuch für die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte und jeder Mensch darf selbst entscheiden, ob und zu was er schweigen und reden will. Es darf keinen Zwang geben, weder für den Schleier noch für den Mantel des Schweigens und unter keinen Umständen darf es einem Mob überlassen werden, darüber zu entscheiden, was gesagt werden darf.

Das vom 18. Deutschen Bundestag verabschiedete Netzwerkdurchsetzungsgesetz stärkt den Mob. Durch dieses Gesetz werden soziale Netzwerke unter empfindlicher Strafandrohung in die Position einer privatisierten Exekutive gezwungen, um als Beliehener des Staates in Abwesenheit einer Rechtssprechung pro­phy­lak­tisch Aussagen zu löschen, die angeblich gegen das deutsche Gesetz verstoßen sollen. Das ist zwangs-privatisierte milde Zensur, denn im Zweifel werden kritische Aussagen einfach zu unangemessenen Meinungen erklärt, gelöscht und die Nutzerinnen und Nutzer gesperrt, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Das sind durch Strafandrohung an Privatunternehmen delegierte Redeverbote, die dazu führen, dass der Meldemob zum Angriff bläst!

Sozial Netzwerke können sich auch nicht ohne weiteres auf ein „Hausrecht“ zurückziehen, denn jedes soziale Netzwerk hat durch die AGB, denen der User zugestimmt hat, einen Vertrag mit eben diesen User. Ein gültiger Vertrag darf nicht unbegründet gebrochen werden. Hausrecht hin oder her, auch in meinem eigenen Haus darf ich keinen gültigen Vertrag brechen.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist ein deutscher Patriot Act. Das Gesetz ist eine massive Einschränkung in die Presse- und Meinungsfreiheit aus Angst vor (Sprach)-Terror, ob nun rechts, links, islamistisch oder anders radikal.

Wir haben es mit einem Sieg des Gefühls und der Masse über die Vernunft und das Individuum zu tun. Das ist ein großes Problem. Es muss sofort behoben werden!

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Dieser Club kennt nur eine Aufnahmeregel: Verteidige das Recht einer Person, deren Meinung Du verabscheust, ihre Meinung zu sagen. Es darf aber keine Meinung sein, die Du nur blöd findest oder wo Du lediglich eine andere Meinung hast, nein, es muss eine Meinung sein, die Dein Blut zum Kochen bringt! Die Meinung muss Dich richtig anekeln und Dir Angst machen.

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6 Antworten zu Twitter-Account von Sawsan Chebli gesperrt

  1. American Viewer schreibt:

    Erst verabschiedet die Zensur-SPD ihre Zensur-Gesetze und dann heulen sie auf, wenn sie selbst betroffen sind. So waren die Gesetze nicht gedacht. Haha. Zum Totlachen.

  2. benwaylab.com schreibt:

    Dass ich Sawsan Cheblis Meinung verabscheute wäre jetzt viel zu viel gesagt. Meiner Meinung nach besitzt sie nicht die intellektuellen Voraussetzungen, um einen Tweet oder eine Meldung abzusetzen, die wirklich verabscheuungswürdig wären. Sie plappert einfach den substanzlosen zeitgeistigen Dummfung daher und ich glaube, dass ihre Ignoranz und Dummheit nur noch durch ihren grenzenlosen Narzissmus übertroffen werden.
    Dennoch behagt mir die Schadenfreude nicht, von der ihre Sperrung begleitet wird.
    Ich verstehe auch ehrlichgesagt die Begründung von Twitter nicht.
    Es ist ein weiteres Zeichen, wie sich der Diskussionsraum immer weiter verengt.
    Man muss überlegen, wie im Jahr 2019 ein Gesetz wie das NetzDG Bestand haben kann und die Gefahr, die von Konzernen wie Facebook oder Twitter ausgeht, die mittlerweile die Hauptmedien für den Meinungsaustausch darstellen und unter obskuren Begründungen und unter Einsatz unterbezahlten und juristisch nicht geschulten digitalen Lumpenproletariats den Diskussionsraum immer weiter verengen.

  3. Das beste daran haben sie vergessen.
    Vor kurzem postete Chebli noch das sie keinen kennt der sein Kind Mohammed nennt!

    War das jetzt eine Lüge oder nicht?

  4. davboe schreibt:

    Interessant. Interessant auch, wie Herr Maas (NetzDG, wir erinnern uns) ihr zur Hilfe geeilt ist.

  5. Tobias Claren schreibt:

    Ich habe immer wieder Meldungen meiner Tweets, aber Twitter löscht die nicht, sondern informiert mich dass sie nach Ansicht von Twitter nicht gegen deren Grundsätze und Gesetze verstoßen.
    Sogar die Deutsche Flagge in der Toilette. Was Ich ja auch mache, WEIL es mit bis zu 5 Jahren Gefängnis bestraft wird.
    Ich mache dann einen Screenshot von der Mitteilung, und setze dieses Bild mit süffisantem Kommentar drunter…
    Wenn man selbst auf Neutral bis „Betroffen“ macht, könnte man sogar eine Suizidmethode verbreiten.

    Oder auch zuletzt mein Wunsch nach einer Art alternativem Karneval, der „die Oberen“ völlig ohne den traditionellen Ballast und ohne der damals nötigen Zurückhaltung in beleidigender Weise kritisiert.
    Genau so mit den Sitzungen, die wo das „Militär“ nicht alte bunte Uniformen tragen, sondern eher so in Richtung 3. Reich, aber mit z.B. Bundesadler etc..

    Auch gerne gemelkdet, Kommentare Pro-IQ-Eugenik (wer gegen ein freiwilliges Angebot an alle, und kostenlos für Arme ist, ist ein widerwärtigiger Nazi).
    Evtl. auch gerne gemeldet, positive Kommentare aktuell zur Trisomie-21-Früherkennung.
    Da werfe Ich zu Recht gerne den Gegner vor, dass sie moralisch verkommen sind, wenn sie dagegen sind, dass man verhindert dass Menschen mit T21 gebohren werden.
    Dass sie scheinbar T21-Opfer aus einer Art „Weltanschauung“ heraus brauchen, um sich selbst als besserer Mensch zu fühlen. Völlig egal dass dies eine Behinderung (auch körperlich), und schwere Einschränkungen für die Möglichkeiten im Leben ist.
    Sie behaupten sogar dass T211 kein Nachteil für einen Menschen wäre, und „belegen“ dass alleine mit dem „Glück“, „Freude“ etc. die sie angeblich haben.

    Ignorieren dabei bewusst dass es auch ein Nachteil ist, wenn man auch bei bestem Willen der Eltern und des Kindes selbst gar nicht erst die Möglichkeit hat zu studieren.
    Amy Chua belegt ja, JEDER kann es bis zum Professor einer Elite-Uni bringen (ihr Vater IT/Elektronik in Berkeley, sie Jura in Yale, ihre Schwester Medizin in Stanford…), aber ihre Schwester mit T21 nicht.
    Sie hat zwei Goldmedallien im Schwimmen der Special Olympics.
    Ja, „Jeder“, da Ich nicht annehme dass die alle „hochbegabt“ sind. Dass ist der Ehrgeiz asiatischer Einwanderer… Damit das Kind statistisch einen IQ von 140 erreicht, müssten beide Eltern 180 haben.
    Wenn zwei Professoren mit IQ130 ein Kind zeugen, liegt dessen IQ statistisch bei 115. Erhöht, aber nicht hochintelligent…
    Und darauf beziehe Ich mich in Pro-IQ-Eugenik-Tweets. Dass jeder mit Spendermaterial (Spermium UND Eizelle) ein sicher hochintelligentes Kind haben kann…
    Daher gehe Ich sogar so weit zu sagen dass jedes Leben eine Zumutung ist, in dem die Eltern nicht alles dafür tun, dass das Kind alle Möglichkeiten bekommt. Also zwei bis 6 (laut Expertem jedem Kind möglich) Sprachen als Muttersprache ab der Geburt, Lesen, Schreiben gleich mit dem sprechen lernen etc..
    Ich gehe nicht so weit dass das Leben ohne IQ-Eugenik-Basis nicht lebenswert wäre, allerdings macht es das lernen viel einfacher (sonst muss das Kind mit Normal-IQ evtl. nach der Schule evtl. bis zum Abend zuhause oder in Nachhilfe-Firmen weiter lernen), und die maximalen Möglichkeiten sind höher.
    Es gibt einem Kind NICHTS dass es biologisch das Kind der aufziehenden Eltern ist. Sagt man dem Kind sobald es sprache versteht dass es ein mit Spendermaterial aufwändig gezeugtes Wunschkind ist, kommt auch nie der „Schock“.
    Ich habe das sogar mal unter zig YouTube-Videos zu unerfülltem Kinderwunsch kommentiert. Das geht auch sachlich.
    In der Art „Warum das jahrelange und teure Leid, wenn andere Menschen die zeugen könnten, sich trotzdem für Spendermaterial entscheiden würden“.
    Einfach Bewusstsein dafür schaffen dass dies eine Option ist, die dem Kind auch einen erheblichen Vorteil im Leben verschafft.
    Nachweislich sind intelligente Menschen auch glücklicher (wohl, weil sie etwas studieren dürfen, dass sie wirklich interessiert).

    Der „Artikel 5 Club“ ist hoffentlich für die Abschaffung von StGB 86, 90a, 130, 166, 185, 186, 187, 188, 189, 192 etc..
    Ansonsten ist das reine Heuchelei. Siehe den Eisnsatz der EFF dafür dass der KKK sagen kann was er will.
    Die EFF ist Links, setzte sich aber trotzdem dafür ein, dass der KKK Rechtes Zeug verbreiten darf.
    DAS ist Neutralität! Da passt „wehret den Anfängen“, denn die Redefreiheit in den USA darf auch nicht zu Ungunsten Rechter Hetze etc. eingeschränkt werden.
    Hier in Deutschland verteidigen die Faschisten ja gerne die verbote damit dass es ja eine uneingeschränkte Meinungsfreiheit gebe, und beziehen sich darauf dass man jede Meinung haben darf. Also jede Meinung in sich tragen darf. Man darf sie „nur nicht“ äußern.
    Tolle Definition… Auch in Nordkorea darf man jede Meinung haben, und kann nicht angeklagt werden, solange man sie nicht äußert.
    Das ist eine ekelhafte bösartige Definition von „Meinungsfreiheit“.

  6. Erhard Puttlitz schreibt:

    …wenn sich jemand weit aus dem Fenster lehnt,wie diese Dame,braucht sich nicht zu wundern,
    wenn man bei Regen nass wird…..

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