Ein paar Worte zum Einreiseverbot

Israel wollte die Einreise der US-amerikanischen Abgeordneten Rashida Tlaib und Ilhan Omar verbieten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begründete die Entscheidung damit, dass die beiden Frauen sich für Gesetze zum Boykott Israels einsetzen. Netanjahu erklärt, Ziel ihres Besuchs sei es, „Israel Schaden zuzufügen“ und fügt hinzu: „Deshalb hat der Innenminister beschlossen, ihren Besuch nicht zu erlauben, und ich als Ministerpräsident unterstütze seine Entscheidung.“

Als Rashida Tlaib erklärte, sie wolle nur ihre kranke Großmutter besuchen, hob Israel das Verbot auf. Daraufhin weigerte sich Rashida Tlaib jedoch, Israel zu besuchen.

Die ganze Angelegenheit nimmt geradezu absurde Züge an. Der ARD-Chefredakteur Rainald Becker verstieg sich sogar zu einem geradezu grenzwertig antisemitischen Kommentar:

Für Rainald Becker scheint es keinen anderen Grund für Israels Entscheidung zu geben, als ein büttelhaftes Verhalten. Lassen wir daher die Botschaft Israels in Deutschland zu Wort kommen:

„Kein Land respektiert die #USA und den Kongress mehr als #Israel. Als freie & lebhafte Demokratie ist Israel offen für Kritiker & Kritik mit einer Ausnahme: israelisches Recht verbietet jenen die Einreise, die zu Israels Boykott aufrufen.“

Das ist die schlichte und nüchterne Realität: Israel behält sich das Recht vor, Menschen nicht einreisen zu lassen, die die Aktion BDS unterstützen. BDS steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“. Die Aktion wendet sich politisch gegen ganz Israel und kulturell gegen alles, was israelisch ist. Die Politik von BDS lässt sich auf diese drei Formeln bringen:

„Kauft nicht bei Israelis!“
„Israel ist unser Unglück!“
„Kein Dialog mit Israel!“

Mit einer Person, die man boykottiert und mit der man nicht reden will, kann man keinen Frieden schließen. BDS will keinen Frieden!

In Israel leben 1,7 Millionen Muslime friedlich mit über sechs Millionen Juden zusammen. BDS ruft zum Boykott dieser Juden und Muslime auf. BDS fordert dazu auf, diese Menschen zu boykottieren und zu bestrafen (sanktionieren), sowie jede Form der Unterstützung mit diesen Muslimen zu kappen (Divestment). BDS fordert somit dazu auf, Muslime, die friedlich mit Juden zusammenleben, so zu behandeln, wie Juden von Judenhassern behandelt werden.

Die Gründungscharta der Hamas fordert die Vernichtung des ganzen jüdischen Volkes (Artikel 7) und die Zerstörung Israels (Artikel 13). Minister der Hamas rufen zur Vernichtung aller Juden auf, die sie öffentlich, auf Plätzen, in Moscheen und im Fernsehen, als Ungeziefer und Bakterien bezeichnen, deren Kehlen durchgeschnitten und Familien ermordet gehören. BDS richtet sich ganz bewusst nicht gegen diesen Hass.

BDS richtet sich stattdessen gegen das Land, das beschlossen hat, staatliche Krankenhäuser mit Gebetsräumen für alle Religionen ausstatten zu lassen, nachdem ein Muslim erfolgreich beim Obersten Justizgerichtshof des Landes geklagt hatte, weil er vor einer Klinik in Tel Aviv im Freien beten musste. Juden im Gaza-Streifen, in Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen haben keinen eigenen Gebetsraum in Krankenhäusern, sie haben nicht mal eine Aufenthaltserlaubnis dort. In diesen Regionen ist es verboten, Jude zu sein. Die Länder sind nämlich allesamt „judenrein“!

BDS richtet sich ausschließlich gegen das Land, in dem die damals 19-jährige Araberin aus der nördlichen Hafenstadt Akko, Lina Mahul, die israelische Ausgabe von „The Voice“ gewann. BDS richtet sich aber nicht gegen das Gebiet, in dem Mohammed Assaf die arabische Version von DSDS (Arab Idol) mit einem Lied gewann, in dem er hoffnungsfroh über das Ende Israels sang.

BDS richtet sich gegen das einzige Land im Nahen Osten, in dem Muslime sicher in einer Demokratie leben, die es ihnen erlaubt, schwul oder lesbisch zu sein. Sie haben die gleichen Rechte, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Hautfarbe.

Israel ist das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem das Volk seine Regierung wählen und vor allem abwählen kann. Die israelische Regierung ist somit die einzige auch von Muslimen und Arabern demokratisch gewählte Vertretung eines Landes im Nahes Osten. Gegen diese Demokratie hetzt BDS. Mahmud Abbas wurde zwar 2005 Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, aber seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. BDS schweigt dazu!

Jordanien ist eine Monarchie mit dem Islam als Staatsreligion und der Scharia als Gesetz. Alle Palästinenser, die nicht dem Islam angehören, sind in Jordanien Bürger zweiter Klasse. BDS schweigt!

In Syrien sind alle Palästinenser entrechtet und werden in Lager gesperrt. Im Januar 2014 kesselt die syrische Armee Palästinenser in einem Lager ein und lies sie dort verhungern. BDS schweigt!

BDS richtet sich ausschließlich gegen Israel und somit auch gegen die dort lebenden Muslime und Juden, die in Frieden miteinander leben.

Ein Judenhasser kritisiert an Juden Dinge, die er bei Nicht-Juden durchgehen lässt. BDS tut genau das. BDS schweigt zu sämtlichen barbarischen Unmenschlichkeiten der Welt, kritisiert aber Israel, weil das Land nicht perfekt ist. Für BDS muss Israel übermenschlich sein, um existieren zu dürfen. Für den Rest der Menschheit reicht es, menschlich zu sein. Ein israelischer Politiker wird bereits verteufelt, wenn er kein Heiliger ist. Ein arabischer Politiker jedoch wird schon zum Heiligen erklärt, wenn er kein Teufel ist. Dieser Hass gibt Milliarden aus, um Juden zu finden, die nicht perfekt sind, nur um dann rufen zu können: Seht her, die Juden!

Unzählige Journalisten, Korrespondenten, europäische und amerikanische Organisationen sind in Israel unterwegs, nur um Bilder zu schießen, Filme zu fangen und Geschichten zu sammeln, die zeigen, dass Juden nicht perfekt sind. Diese Bilder, Filme und Geschichten werden dann nicht selten von staatlich geförderten und unterstützten Medien von der ARD bis zur BBC in kurzen Abständen abgefeuert, so dass dann die Mehrheit glaubt, Israel sei die größte Gefahr für den Weltfrieden und im Großen und Ganzen auch nicht besser als seine judenhassenden Nachbarn. Zu diesen Jägerinnen gehören auch Rashida Tlaib und Ilhan Omar. Letztere erklärte einst:

„Israel hat die Welt hypnotisiert. Möge Allah die Menschen erhellen und sie befähigen, die bösartigen Taten Israels zu erkennen.“

Mittlerweile hat sie für diesen Kommentar um Verzeihung gebeten. Dennoch lässt sie weiterhin keine Gelegenheit aus, gegen Israel zu hetzen, während sie zu den Taten gegen Israel schweigt.

Mit großer Geste wird die Entscheidung Israels kritisiert, unterstützende Personen der israelfeindlichen BDS-Kampagne eine Einreise zu verweigern. Dass mehrere Länder keine Juden in Land lassen, wurde und wird von diesen Menschen nicht kritisiert. Sogar ich habe mehrere Einreiseverbote. Der Libanon zum Beispiel gehört zu den Ländern, die ein Reiseverbot gegen mich ausgesprochen haben, nur weil ich es gewagt habe, das Land Israel zu bereisen. Neben dem Libanon, behalten es sich Syrien, Kuwait, Jemen, Libyen, Saudi-Arabien und der Iran vor, keine Menschen ins Land zu lassen, wenn sie Juden sind oder freiwillig in Israel waren. Viele Länder erklären stolz, alle Juden aus ihren Ländern vertrieben zu haben. Sie sind stolz auf ihren Völkermord.

Diese Länder verfolgen ebenfalls Homosexuelle. Im Iran, im Jemen und Saudi-Arabien werden Homosexuelle sogar getötet. In Saudi-Arabien dürfen Frauen keine Autos fahren und nicht unverschleiert und ohne Erlaubnis eines Mannes das Haus verlassen. Diese Länder betreiben Apartheid der übelsten Sorte. Gegen all diese Länder richtet sich BDS nicht!

Ich kann nicht das bunte Nachtleben Libyens erleben. Die Schwulen- und Lesbenszene im Sudan muss auch ohne mich auskommen. Ich kann nicht mit Feministinnen im Auto um die Blocks von Saudi Arabien ziehen. Und das alles nur, weil ich in Israel war! Syrer können mich zu Hause besuchen, ich jedoch nicht mehr Syrer in ihrem Haus! BDS schweigt dazu!

Es ist schon sehr bezeichnend, dass jetzt überall massiv kritisiert wird, dass Israel zwei Menschen aufgrund ihrer negativen Äußerungen zu Israel die Einreise verweigert hat, während seit Jahren laut dazu geschwiegen wird, dass mehrere Länder Millionen Menschen die Einreise verweigern, weil sie Juden sind oder in Israel waren.

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Eine Antwort zu Ein paar Worte zum Einreiseverbot

  1. Mag. Hans-Werner Schöggl schreibt:

    Diese beiden Frauen, die Kongressabgeordnete in den USA sein dürfen, schließen sich dem Treiben der BDS-Aktivisten an, die gegen Israel hetzen, obgleich die 90-jährige Großmutter der einen Kongressabgeordneten es (bisher) vorgezogen hat, in Israel menschenwürdig steinalt zu werden, als in den von Arabern beherrschten Gebieten und Ländern ein armseliges Dasein zu fristen oder gar vor der Frist ihres Lebens frühzeitig sterben zu müssen.

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