Ein Brief an die Ossis

Liebe Ossis,

eigentlich krass, dass die Kategorien Ossi und Wessi immer noch Bedeutung haben.

Vor ein paar Jahren habe ich einen Witz über den Osten Deutschlands gemacht, für den ich mich heute schäme. Ich weiß nicht mehr genau, was mich damals zu dem Witz hat hinreißen lassen, vielleicht war es das Ergebnis einer Wahl in Ostdeutschland oder irgendeine unappetitliche Entwicklung bei einer Demonstration in Dresden, aber ich dachte, es sei komisch, den Menschen in Ostdeutschland eine Flutkatastrophe zu wünschen. Ich schrieb damals: „River Elbe do it again!“

Heute schalte ich den Fernseher ein und sehe überall Gewaltphantasien gegen Euch. Auf NightWash Live erklärte Maria Clara Groppler:

„Man macht einfach etwas Zitronensaft auf die Avocados und dann werden die nicht braun. Deswegen mein Vorschlag: Wir nehmen einfach Löschflugzeuge, füllen die mit Zitronensaft und lassen sie über Chemnitz fliegen. Und wenn das nicht funktioniert: Napalm!“

Und auf ZDFneo erklärte Jan Böhmermann:

„In Sachsen stimmten über 24 Prozent aller Wählerinnen und Wähler für die AfD. Das Einzige, was dieses Bundesland jetzt noch retten kann, ist eine Koalition aus Roter Armee und Royal Air Force.“

Da ich Mitglied im Artikel 5 Club bin, verteidige ich das Recht jedes Komikers und jeder Komikerin, sich über alles lustig zu machen, auch wenn es geschmacklos ist. Ich halte auch nichts davon, von Comedians eine Entschuldigung zu fordern. Es ist nicht leicht, lustig zu sein. Wer auf der Suche nach dem Lachen ist, stolpert ab und zu. Manchmal fliegt er sogar auf die Schnauze. Humor ist stets ein Tanz am Rand des guten Geschmacks. Dieser Tanz ist jedoch wichtig, denn er wird zur Freiheit getanzt.

Wer glaubt, ein Mensch sei eine Gefahr, weil er einen Witz macht, glaubt auch, eine Frau sei eine Gefahr, wenn sie ohne Verschleierung aus dem Haus geht. Jan Böhmermann und Maria Clara Groppler trauen sich, humoristisch die Hosen runter zu lassen. Sie konfrontieren uns mit ihrer humoristisch dunklen Seite.

Mit ihren Witze haben mich Groppler und Böhmermann an meinen Elbe-Spruch erinnert und ich stelle fest: Heute stehe ich nicht mehr dahinter.

Ich stelle mir vor, jemand würde einen solchen Witz über Polen oder Ungarn machen. Ich kann mir trotz manch einer unappetitlichen Regierung in diesen Ländern nicht vorstellen, dass eine solche Gewaltphantasie gegen ein ganzes Volk gesendet werden würde. Es wird zwar von ARD bis ZDF gegen Politiker und Parteien der genannten Länder sogar mit übelsten Beleidigungen gewitzelt, was vollkommen akzeptabel ist, aber eine Hetze gegen das ganze Volk ist nicht denkbar.

Warum ist das im Falle der Sachsen anders? Niemals würden wir Napalm gegen Muslime fordern, trotz des Islamischen Staates. Niemals würden wir mit Bomben über Budapest witzeln, trotz Viktor Orbán.

Ich weiß nicht, was besonders Westdeutschland immer wieder dazu hinreißen lässt, Euch in einer Art zu behandeln, wie wir es bei keiner anderen Gruppe zulassen würden. Ich vermute allerdings, dass die Komiker im Westen nur deshalb so reden, weil sie vergessen haben, was sie Euch zu verdanken haben. Daher möchte ich jetzt ein paar längst überfällige Worte des Dankes an Euch richten.

Vor dreißig Jahren habt Ihr unserem gemeinsamen Land geschenkt, was es so lange hat vermissen lassen und das dennoch so wichtig ist für eine friedliche und prosperierende Nation. Ihr habt uns geschenkt, was für Amerikaner und Franzosen seit über zwei Jahrhunderten eine Selbstverständlichkeit ist. Ihr habt uns eine Revolution der Freiheit geschenkt.

Jede Nation, die sich weder völkisch oder rassistisch definiert, sondern die sich als Hüterin der Aufklärung versteht, braucht einen Moment, wo Menschen sich zusammengefunden haben, nicht weil sie die gleiche Hautfarbe haben oder an den selben Gott glauben, sondern weil sie frei sein wollen. Diesen Moment habt Ihr uns geschenkt.

In den Jahren 1988/89 gingt Ihr auf die Straßen, um zu demonstrieren. Ihr tatet dies unter Einsatz Eures Lebens. Niemand wusste, wie die Staatsmacht reagieren würde. Ihr gingt jedoch nicht auf die Straße, weil Ihr physisch gehungert habt, Ihr gingt auf die Straßen, weil Euch nach Freiheit hungerte. Ihr wolltet sagen können, was Ihr wollt, auch wenn es den Mächtigen nicht gefällt, Ihr wolltet reisen können, wohin Ihr wollt; Ihr wolltet schlicht und ergreifend Freiheit und diesen Ruf der Freiheit verbandet Ihr mit dem Spruch: „Wir sind das Volk!“

Diese Revolution war der Beginn der Nation, die seit dem 3. Oktober 1990 als Deutschland bekannt ist.

Heute ist Deutschland eine Nation, die wie alle aufgeklärten Nationen von der Idee der Freiheit und von den Prinzipien der Menschenrechte beseelt ist. Deutschland ist ein Land, in dem sich politische Gegnerinnen und Gegner die Klinke der Macht in die Hand geben, weil niemand Angst haben muss, wenn der politische Gegner an die Schalthebel der Macht kommt. Deutschland wird nicht mehr von der Angst vor dem Anderen gelenkt, sondern von einer Verfassung getragen, in der jeder dem Anderen ein anderes sein kann.

Liebe Ossis,

Dank Eures Kampfes wurde das Grundgesetz der BRD mit seinen Grund- und Menschenrechten eine Art Verfassung für Deutschland. Dank Eurer Revolution unterzeichneten die USA, Frankreich, Großbritannien und die Sowjetunion mit dem Osten und dem Westen Deutschlands den Friedensvertrag nach dem Zweiten Weltkrieg, der als Zwei-plus-Vier-Vertrag in die Geschichte eingegangen ist.

Seit dem 3. Oktober 1990 ist Deutschland eine Nation, der man so sehr ver- und misstrauen kann wie jeder anderen verfassten Nation auch. Deutschland ist ein Land, in dem ich gerne lebe und in dem ich zu besonderen Anlässen sogar gerne die Fahne schwinge.

Liebe Ossis,

Ihr habt das möglich gemacht!

Daher verspreche ich Euch, egal wie sehr mich auch manch eine Wahl in Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern aufregt und wie sehr ich manch eine Demonstration in Dresden oder Leipzig mit Sorge beobachte, ich werde Euch niemals mehr als Kollektiv verhöhnen. Dafür bin ich Euch viel zu dankbar.

Mir ist klar, Euch als Kollektiv danken, ist zwar nur die andere Seite der Verhöhnung des Kollektivs, da aber letzteres bereits mit voller Wucht im westlichen Mainstream angekommen ist, gestatte ich mir hier die positive Gegenkonstruktion.

Ich weiß, selbst wenn Ihr wütend seid, sogar so wütend, dass Ihr Euch im Ton vergreift oder eine Partei wählt, die im Westen nicht ganz zu hoch steigt, wie bei Euch, möge die Partei nun sehr links oder sehr rechts stehen, Ihr werdet Euch niemals mehr von einer Regierung versklaven lassen. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn.

Ihr habt mir gezeigt, dass wir vor keiner Partei Angst haben müssen, wenn wir nur auf unsere Verfassung vertrauen. Jede Partei, die nicht von den Organen verboten wurde, die die Verfassung dafür vorsieht, kann mal in Regierungsverantwortung kommen, denn am Ende gilt: „Wir sind das Volk!“

Wir haben eine Verfassung und diese Verfassung ehrt die Würde des Einzelnen und verteidigt die Freiheit. Nur, wer nicht an unser Grundgesetzt glaubt, kann Angst haben vor einer Partei, die in Sachsen gewählt wurde. Egal, wie gewählt wird, am Ende steht die Verfassung. Sie erlaubt es, dass jede Partei mal an die Macht kommt, auch der politische Gegner. Wer davor Angst hat, vertraut der Verfassung nicht.

Ich habe Vertrauen und es wurde durch Euch erstritten und bekräftigt. Dafür sage ich: Danke!

Alles Liebe,
Gerd Buurmann, ein Wessi

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34 Antworten zu Ein Brief an die Ossis

  1. ceterum censeo schreibt:

    Laut Welt online haben Jugendliche im Osten überwiegend vor wachsender Kriminalität und Islamisierung Angst, während die Jugend im Westen sich am meisten vor der Klimaerwärmung fürchtet. Diese Erhebung korreliert mit den PISA Ergebnissen. Daher ist Ihr Artikel sicher lieb gemeint, ändert aber nichts an der Tatsache, daß das Heulen und Jammern wohl zuerst im Westen losgehen wird. Denn Hochmut kommt vor dem Fall, und wenn er noch mit Ignoranz und Dummheit einhergeht, wird er sehr tief. Gehen Sie daher bitte sparsam mit Ihrem Mitgefühl um, es wird sicher demnächst an anderer Stelle gebraucht!
    PS.: Leider ist die Mehrheit im Osten auch blöde, wie man an den Wahlen ja sieht. Also nichts für ungut.

  2. Michaela Lusru schreibt:

    Oh jeh, nun geht es kanzleristisch auch vorgeblicher SATIRine Maria Clara Groppler und ihrem „Napalm auf Chemnitz“ aber an den Kragen (und allen anderen, die Ähnliches / Vergleichbares gegen andere Mitbürger vorhaben oder empfehlen):
    Frau Merkel verkündete von der „Kanzel“ des Bundestages nun dies:
    „Wenn nicht klar ist, dass es in diesem Land null Toleranz gegen Rassismus, Hass und ABNEIGUNG GEGEN ANDERE MENSCHEN gibt, dann wird das Zusammenleben nicht gelingen“,
    sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag, „Das, was wir täglich erleben an Angriffen auf Juden, Angriffen auf Ausländer, Gewalt und auch VERHASSTE SPRACHE – das müssen wir BEKÄMPFEN“, sagte die Kanzlerin weiter. Nötig sei aber auch das Bekenntnis der Bürger zum Grundgesetz.
    Leider sagt sie nicht dazu, wie sie sich das Bekämpfen vorstellt, ob mit oder ohne „verhasste Sprache“.
    Aha, hoffentlich hat auch die Jung-SATIRine Maria Clara Groppler (samt andere Ossis und Wessis) diesen Weckruf vernommen…

  3. Ralf schreibt:

    Ein 14 jähriges Mädchen macht einen schlechten Scherz unterster Schublade – hat sie danach Judenwitze gerissen? Es macht mich nur traurig, das unsere Schulbildung in diesem Land derart bei ihr versagt hat. Sie hat offenbar nie das Bild des verbrannten Mädchens aus Vietnam gesehen, welches wegen einer Lüge im Golf von Tonkin so leiden musste. Ich bin Sachse und es macht mich traurig das ein Mensch in Chemnitz sterben musste, es macht mich traurig, das dies für Fremdenhass benutzt wird – all diese Gewalt im Geist, Wort und Tat. Wie lange möchte man noch über Wessi-Ossi reden – solange wie in den USA über Yankees gesprochen wird? Auch dieses Land hat eine Sezession hinter sich und besteht nun aus 16 Teilen. Es gibt nicht den Westen, es gibt nicht den Osten, die Bundesländers sind so vielfältig, so heterogen und einzigartig, auch in sich selber. Ich habe mehrere Jahre im Süden der Republik gelebt und habe so viele verbindende, aber auch neue Eigenarten entdecken können. Ich wünsche mir für die alle Menschen in diesem Land einen neuen Geist der Aufklärung unabhängig von Geschlecht, Religion, Hautfarbe oder Herkunft. Jeder sollte unter dem selben Gesetzt stehen, niemand sollte gleicher als gleich sein.

  4. Michaela Lusru schreibt:

    Nun, Gerd Buurmann, da hast du aber tief in die ….gegriffen, was du da erzählst ist mitnichten „den Ossis“ zu verdanken, das ist leider falsch, denn die hatten sich in der Tat entschieden für „Wir sind das Volk“ – und wussten, was das sollte.

    Dann bekam leider eine CDU samt Kanzler im Westen einen heiden Bammel davor:
    Man stelle sich (seinerzeit) vor, da kommen plötzlich auch in Bonn am Rhein Leute zu Hunderttausenden auf die Strasse und meinen auch dort nun
    „WIR sind das Volk“ …
    Das war so in jedem Fall zu vermeiden, also schickte die CDU Niedersachsen (und andere) trickreich und effektiv wirksam aus ihrer Sicht fix mal Fahrzeuge voller Aufkleber, Plakate, Fähnchen etc. zu den grossen Herbst-Wende-Demos nach Leipzig (in 1989) mit der Losung:
    „Wir sind EIN Volk“ –
    und schon war die Gefahr für Bonn gebannt, wer wollte wohl nun noch wo auch immer dagegen reden ….
    Ich weiss das daher so genau, weil ich persönlich gebeten wurde, bei der Verteilung dieser Propagandaschwemme auf den grossen Demos in Leipzig zur erneuten „Wende“ zu „helfen“ …

    Ein prominenter ehemaliger Bürgerrechtler aus der DDR, der in kulturellen Fragen besten ausgestattet war und der später ein hohes Amt im Auftrag der SPD im vereinten Deutschland bekleidete, beschreibt heute diesen Vorgang der seinerzeitige „Amtshilfe“ der (West)CDU im Radio so:

    Da „änderte“ sich „plötzlich“ die Stimmung im Volk von „wir sind DAS Volk“ zu „Wir sind EIN Volk“< – ?
    „plötzlich“, und wie „von ganz allein“ (änderte „sich“), ob er damals wohl mehr darüber wusste?

    ja, was nun, Gerd Buurmann?
    Der ganze schön (gedachte) Text schlicht im Eimer, denn da ist wohl mehr einigen Wessis zu danken, für was auch immer, auch von den Ossis …

    Und dann noch dies – ob du dich da vertan hast, als du deinen grossen Wunsch formuliert hast:

    Deutschland einschließlich Berlins ist infolgedessen endgültig von besatzungsrechtlichen Beschränkungen befreit.<
    Wer hat dir denn so etwas eingeredet? Hast du dazu mal beim Bundestag oder bei der Regierung nachgefragt, ob das einer ordentlichen völkerrechtlichen Prüfung (incl. der Geheimverträge zum Zwei-plus-Vier-Vertrag als das Ende der Nachkriegszeit, z.B. zur Arbeit der Geheimdienste und Stationierungsbedingungen und Handlungsfreiheiten für US-Militär) auch standhält?
    Oder hast du nur gängigen Medien-mainstream wiedergegeben (wollen)?

    Ja, > Heutzutage verschwimmt alles 🙂 <, schon schon, aber eben nicht alles.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Das „Wir sind EIN Volk“ hat nie verfangen. Frag jeden auf der Straße, wie lautete der Slogan bei den Demos, bitte vervollständige: „Wir sind …“ Fast alle werden sagen: „das Volk!“

      Nun kann man das alles kleinreden, aber ich habe nichts als größten Respekt vor der Menschen damals auf den Straßen Ostdeutschlands.

  5. Steffen Matthias Jonda schreibt:

    Hm, also wenn jetzt ein „Comedian“ einen Witz über – sagen wir Berlin – machen würde, a la – „das grüne und linke Pack rein, Mauer rum und dann mit Zitronensaft abspritzen, wenn die dann immer noch links oder grün sind, mit Brandbomben nacharbeiten“ – würde das einen „Shitstorm“ ergeben?

    Oder ähnliches über Mekka – man kennt die Bilder, viele hundertausende Menschen, die dicht an dicht um die Kaaba herumlaufen… und dann so ein „Witz“ – hoho… Napalm – hoho.. hui wie die brennen würden, haha“

    Also mindestens 3 Brennpunkte, 5 Konzerte gegen räääächtz und 12-23 mehrwöchige Schreibkampagnen gegen den „Komiker“ wären das Mindeste.

    Genau dieser Unterschied entlarvt die echten Rassisten, Faschisten und Verbrecher von den vermeintlichen.
    Die „linken“ Journalisten/Komödianten, die diesen Hass auf Andersdenkende äussern sind mitnichten besser, moralisch höherstehend, sie sind einfach nur Faschisten und Verbrecher, die in Ausschwitz den für die Vergasung bestimmten Opfern der (echten) Nazis Handtücher gereicht hätten. Im Hochschwang der moralischen Überlegenheit.

    Wobei natürlich besonders peinlich/dämlich ist, dass auch in Chemnitz eine überwältigende Mehrheit eben NICHT die AfD – die hier ja pauschal als Nazibrut bezeichnet wurde gewählt haben. Aber im gerechten Hass und in der lustigen Massenvernichtung von minderwertigem „Abschaum“ (vulgo „deutsche Staatsbürger welche einer geregelten Arbeit nachgehen und die grün/linken auf Staatskosten lebenden finanzieren“ genannt) gibt es keine Grenzen.

    Ob Böhmermann (Zwangsabgabe für ÖR Medien) oder diese „Komikerin“… man lebt im Duktus des „Herrenmenschen“, da darf man gerne mal Genozid verüben. Passt schon.

    Und die Claquere sind begeistert. Ein Zitat aus „Revenge of the Sith“: So geht sie hin, die Demokratie – mit Applaus. Passt perfekt auf dieses Verhalten, weil Bürger in einer freien geheimen Wahl nicht so gewählt haben wie man selbst es gerne wünscht.
    Oder um Brecht zu zitieren: Wenn der Regierung das Volk nicht genehm ist soll es dieses auflösen und sich ein neues wählen – oh wait…

    Und die Einlassungen zu „Satire darf alles“. Haben Sie denn dafür gekämpft dass es Judenwitze, Islam-Vernichtung und Frauenschänden-ist-lustig-Witze geäussert werden dürfen? Oder schwangen Sie die empört linke Keule, wenn derartiges von „rechten“ Personen geäussert wurde. Fall ja – dann respektiere ich Sie. Wenn nicht, dann sind auch Sie nur ein widerwärtiger dummdreister Heuchler, Lügner und „nur zu gerne Massenmörder“, so es denn die „richtigen“ trifft.

    Als Demokrat lehnt man derartiges, egal ob von links, rechts, religiös oder veggie – ab. Man verurteilt diese „Komödianten“, verweigert gemeinsame Auftritte, zeigt diesen Personen dass sie sich ausserhalb der Gesellschaft gestellt haben. Quasi wie braune Neonazis… ich kann da zwischen Böhmermann und solchen keinen Unterschied erkennen. Doch – einen. Die Neonazis werden, wenn deren Taten bekannt werden – zu recht verurteilt. Bei Böhmermann muss ich dessen überhöhtes Gehalt ZWANGSWEISE bezahlen.

  6. Michael Ziehm schreibt:

    Wir brauchen deinen „Dank“ oder deine tröstenden Worte nicht.
    Diese „Wiedervereinigung“ war falsch und sie wird so lange falsch sein, wie diese Bundesrepublik existiert.
    Ich war zur Zeit der Wende gerade 19 Jahre alt, aber schon damals gegen eine Wiedervereinigung. Um dem Ausdruck zu verleihen, wurde ich sogar Mitglied der SPD, denn die war ebenfalls dagegen.
    Leider hat es nichts genützt. Die Fäden zogen im Hintergrund schon lange ganz andere.

    Seit 2015 unterscheide ich wieder in Ossi und Wessi, denn nach Merkels „Wir schaffen das“ zeigte sich erst richtig deutlich, wie sehr betreutes konsumieren den Hirnen des Wessis geschadet hat.
    Selbständiges denken wurde auf Null zurückgefahren. Der westdeutsche Lemming vertraut der Tagesschau und hinterfragt nicht. Hauptsache das nächste Auto, iPhone, etc., wird größer als das des Nachbarn.
    So kann und will kein Ossi sein…….

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Sie sind also für eine ostdeutsche Unabhängigkeit?

    • Dr. Christian Lehmann schreibt:

      Ich ergänze: Diese „Wiedervereinigung“ war nur eine Teillösung. Die damals staatsrechtlich immer noch deutschen Ostgebiete Pommern, Schlesien und Ostpreußen wurden nicht einbezogen – obwohl Michail Gorbatschow die deutsche Bundesregierung wissen ließ, der sowjetisch verwaltete Teil Ostpreußens stehe zur Disposition. Kohl und Genscher winkten ab…
      Man muss wirklich kein „Reichsbürger“ sein, um diese Fakten zur Kenntnis zu nehmen und zu bedenken.

  7. Herr M. schreibt:

    Warum man es mit ostdeutschen Menschen machen kann, ist ganz einfach: so lange es die „Richtigen“ trifft, sind Rassismus, Hetze und Vernichtungsfantasien für (West-)Deutsche in Ordnung. Insbesondere für Jene, die auf der linken und „guten“ Seite des politischen Spektrums zu finden sind.

    Das ist übrigens nicht erst seit gestern so, sondern es hat eine lange Tradition. Die taz bspw. schrub vor vielen Jahren von der Berliner Mauer als nützlichem Bauwerk, welches rechte Ossis davon abhalte, in die BRD einzuwandern. Die Titanic wollte PEGIDA-Demonstrationen von US-Kampfjets vernichten lassen. Ebenfalls in der taz jubelte ein Herr Yücel darüber, dass die Ostdeutschen aussterben und ein Herr Küpperbusch befand, dass Dresden ganz schön seie, nur die Dresdner würden stören. In der Jungen Freiheit habe ich so was noch nie gelesen.

    Nun stimme ich Ihnen zwar grundsätzlich zu, dass Humor ein integraler Bestandteil freiheitlicher Gesellschaften ist, aber dann muss bzw. sollte dieser Humor natürlich nicht nur eine Gruppe von Menschen treffen. Ansonsten haben wir es schlicht mit Diskriminierung/Rassismus zu tun. Dies wohlgemerkt staatlich bzw. öffentlich-rechtlich finanziert.

    Auf der anderern Seite werden aber Menschen, welche derben rechten Humor machen oder einfach nur rechts der Mitte argumentieren, regelrecht vernichtet. Man denke an Eva Hermann oder Akif Pirinci. Man denke an Andreas Gabalier oder frei.wild, die einfach nur die „falsche“ Meinung haben und deswegen angegangen werden. Mittlerweile geht es so weit, dass Menschen wie z.B. Helene Fischer öffentlich unter Druck gesetzt werden, weil sie sich nicht politisch genehm äußern. Nicht etwa, weil sie etwas „Falsches“ sagen, sondern weil sie gar nichts sagen.

    Da gäbe es noch viele weitere Beispiele, aber mein Punkt ist eigentlich nur der: ich kann das Vertrauen auf die Verfassung und die damit verbundene Gelassenheit nicht nachvollziehen. Papier ist geduldig und aus meiner Sicht haben sich weite Teile der Gesellschaft/Medien/Politik dazu entschieden, die Verfassung nur noch selektiv zu achten.

  8. Thomas Miller. schreibt:

    2+4 ist kein Friedensvertrag.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Als die politisch geforderte und rechtlich notwendige Friedensregelung mit Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg markiert der Zwei-plus-Vier-Vertrag das Ende der Nachkriegszeit – Deutschland einschließlich Berlins ist infolgedessen endgültig von besatzungsrechtlichen Beschränkungen befreit.

      • Michaela Lusru schreibt:

        Noch einmal, Gerd Buurmann, was du da schreibst ist Volksverdummung, wenn du behauptest
        „markiert der Zwei-plus-Vier-Vertrag das Ende der Nachkriegszeit – DEUTSCHLAND einschließlich Berlins ist infolgedessen ENDGÜLTIG von BESATZUNGSRECHTLICHEN BESCHRÄNKUNGEN BEFREIT.“
        Was meinst du wohl, auf welche staatlich vereinbarten (diktierten) Grundlage das Telefon der Kanzlerin in D (und viele, fast alle anderen) von der NSA (u.a.) abgehört werden DARF?
        Was meinst du wohl, auf welcher Grundlage sich in D noch US-amerikanische Atomwaffen (nicht in deutscher Hand!) befinden?
        Was meinst du wohl, auf Grundlage welcher oktruierten Staatsverträge („übernommene“ als Besatzungsrecht) in Ramstein die grösste US-Basis als Welt-Relais-Station für weltweiten illegalen Drohneneinsatz besteht und ausgebaut wird, ohne dass auch nur ein einziger Deutscher Staatsvertreter irgendetwas dabei mitzureden hätte.

        Mitnichten sind „besatzungsrechtliche Beschränkungen“ (vollständig) aufgehoben, das soll zwar nominell so sein – aber leider nicht in der Wirklichkeit, das Volk wird für dumm verkauft und muss das noch bezahlen, oder bezahlt Trump für Rammstein etwa Miete etc.?
        Lieber Gerd, nimm doch bitte zur Kenntnis, dass du mit jedem weiteren Versuch, das zu behaupten, dich furchtbar unglaubwürdig machst, und das auch vor deinen Anhängern, die diese Tatsachen in der Regel als erwachsene Menschen längst wahrgenommen haben, es sei denn, du möchtest commedial provozieren – nur wohin?

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Als die politisch geforderte und rechtlich notwendige Friedensregelung mit Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg markiert der Zwei-plus-Vier-Vertrag das Ende der Nachkriegszeit – Deutschland einschließlich Berlins ist infolgedessen endgültig von besatzungsrechtlichen Beschränkungen befreit – und gilt als ein maßgeblicher diplomatischer Beitrag zur Friedensordnung in Europa. Der Vertrag wird als sogenannter Statusvertrag angesehen, dessen Rechtswirkungen sich auch auf dritte Staaten erstrecken.

  9. K.Knerzje schreibt:

    Nicht alles was mit dem Zusatz Satire versehen wird ist auch Satire!

  10. Bernhard Kaiser schreibt:

    Die „Ossis“ zu loben und zu streicheln ist so ähnlich wie Witze über sie zu reißen … ich glaube, die brauchen beides nicht … 😉✌️

  11. AddiB schreibt:

    Peinlich!

    • E. SCHUSTER schreibt:

      Das was diese Frau von sich gab fällt nicht mehr unter Comedy, es ist eher als Volksverhetzung zu bewerten Paragraph 130 StGB. Nur weil andere Menschen anders denken, reden und sprechen, und auch anders wählen weil sie jahrelang nur mit leeren Versprechungen abgespeist wurden, ist es nicht in Ordnung aufgrund ihrer politischer Einstellung ihnen Tod, Leid und Elend zu wünschen. Hier wird eine ganze Stadt mit mehr als 200 k Einwohner stigmatisiert und als braun bezeichnet. Da dieses Bundesland eine Weile meine Heimat war und ich viele herzlich freundliche Menschen da kennenlernen durfte, fühle ich mich geradezu verpflichtet Maria Clara Grobler wegen Volksverhetzung anzuzeigen. Diese Aussage von ihr kann nicht mehr als künstlerische Freiheit bezeichnet werden.

      • Michaela Lusru schreibt:

        @E. SCHUSTER
        Gerd Buurmann sieht

        überall Gewaltphantasien gegen Euch. Auf NightWash Live erklärte Maria Clara Groppler:
        „Man macht einfach etwas Zitronensaft auf die Avocados und dann werden die nicht braun. Deswegen mein Vorschlag: Wir nehmen einfach Löschflugzeuge, füllen die mit Zitronensaft und lassen sie über Chemnitz fliegen. Und wenn das nicht funktioniert: Napalm!“ <

        Aber Herr/ Frau Schuster, wer soll denn das sein „Maria Clara Groppler“? Ob da die Abiturientin gemeint ist, die die letzten Jahre am Gymnasium verpennt hat, weil dort offensichtlich nie von Humanismus die Rede war? Das ist doch nur vegaaahhn, betrifft doch nur Pflanzen und deren künstliche Derivate, auf die aus meiner Sicht ebenfalls weder zu treten noch zu bombardieren ist, wie bei den Sachsen, welchen auch immer – Farbänderungen von braun (vergammelte Blätter) auf andere Wasserfarben bleiben erlaubt, damit auch alte Blätter wieder verzehrbar scheinen können
        Nun gut, es gibt genügend Dösköppe, die Groppler für ein „Comme dianchen“ halten, mögen doch solche über sie lächeln, was stört es normale Leute in ihrer Toleranz

  12. Stephan Cremer schreibt:

    Grüße aus Meck-Pomm 😉

    • R. Nicht politisch corecter Name schreibt:

      Das was diese Frau von sich gab fällt nicht mehr unter Comedy, es ist eher als Volksverhetzung zu bewerten Paragraph 130 StGB. Nur weil andere Menschen anders denken, reden und sprechen, und auch anders wählen weil sie jahrelang nur mit leeren Versprechungen abgespeist wurden, ist es nicht in Ordnung aufgrund ihrer politischer Einstellung ihnen Tod, Leid und Elend zu wünschen. Hier wird eine ganze Stadt mit mehr als 200 k Einwohner stigmatisiert und als braun bezeichnet. Da dieses Bundesland eine Weile meine Heimat war und ich viele herzlich freundliche Menschen da kennenlernen durfte, fühle ich mich geradezu verpflichtet Maria Clara Grobler wegen Volksverhetzung anzuzeigen. Diese Aussage von ihr kann nicht mehr als künstlerische Freiheit bezeichnet werden.

      • tapferimnirgendwo schreibt:

        Ich denke, es wird nicht verurteilt, da sie nicht direkt gefordert hat, Napalm zu werfen.

        • Michaela Lusru schreibt:

          Was ist das denn: „nich gefordert: Napalm“ ?
          Dieser Qualm von Napalm kam DIREKT aus ihrem Mund, Gerd Buurmann, das ist wie bei dem Böhmermann, wenn der uralte Diskriminanten von den „Ziegenfickern“ über türkische Männer dem Erdoan an“dichtet“, darf der das unter Beifall der „Progressiven“, weil doch der Erdogan ein „böser“ ist, allerdings: auch ein Mensch – hat der DIREKT aus seinem Mund gemacht, und nun die Wiederholung mit der offensichtlich sozial unreifen verhinderten Saritine Gropper, die darf nun auch gruppenbezogenen Rassismus gegen „Dresdener“ rsp. „Sachsen“ auf der Bühne vortragen, weil sie sich für eine von den „Guten“ (weil Veganen?) hält?
          Sie sollte sich lieber mal dem Exceptionalismus samt seiner tief invertierten gruppenbezogenen Rassisten-Denke widmen, um ihren eigenen Schmarrn zu erkennen.
          Niemand „darf alles“, weder Kunst, noch Satire noch Schmarrn_Narren, auch nicht verbrämt andeuten – ausserdem ist das Ding mit dem Bomben auf Dresden weder originär noch von ihr, es ist geklaut von Anne Helms freiem Oberkörper anlässlich einerangeblichen sog. „Action gegen RÄÄCHTS“ der Antfa zu einem Jahrestag der Bombardierung Dresdens – Hallo Fräuleinchen GropplerIn, endlich aufgewacht zu Ihrem Stuss zu Dresden und Bomben?

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Heutzutage verschwimmt alles 🙂

      • Michaela Lusru schreibt:

        Von wegen

        Heutzutage verschwimmt alles 🙂 <
        Wenn schon, dann „schwimmt“ alles, ohne „ver“, und wenn du möchtest: reichlich
        ver-schwommen, heisst auf deutsch normalerweise:
        in die falsche(n) Richtung(en), incl. etlicher „Briefe an …“
        Übrigens „Respekt“ an die „mutigen Menschen“ vor 30 Jahren (und mehr) – ja, schon, würde ich gern bekunden – nur wo sind sie denn, seit 25 Jahren, wo sind sie denn …, „angeschlossen“- eingeschliossen – abgeschlossen – verEINigt – oder zugemutet und verdampft?
        Ich bin gegen Begriffe „Ossi – Wessi“, es gibt nur noch Wessis, richtige und solche in spe, quasi als Reserve …
        Da würde die AbiCommedante Clara Groppler wohl ihr Napalm auf die falschen abwerfen, ohne es zu bemerken …

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