Gedanken eines Taxifahrers

Ein paar Gedanken vom Taxiphilosophen Tom Wolff.

Meine lieben Freunde und Fahrgäste,

seit weit mehr als zwanzig Jahren bin ich nachts mit dem Taxi und sehr viel Freude an meiner Arbeit auf den Kölner Straßen unterwegs gewesen, um Euch sicher von A nach B und manchmal sogar über M nach Z zu bringen, doch das ist nun erstmal vorbei!

Seit fast zwei Wochen fahre ich nicht mehr mit dem Taxi, und zwar aus dem ganz einfachen Grund, weil es für mich da draußen nachts nichts mehr zu tun gibt … und das ist ja auch gut so, wie wir alle wissen!

Stattdessen bin ich „aufs Land“ gezogen und kümmere mich seitdem um das Wohlergehen meiner Eltern, die beide über 80 Jahre alt sind, und das ist eine wunderbare Erfahrung!

Dabei bemerke ich auch, dass sich mein Körper langsam auf „Tagleben“ umstellt, was ich vorher niemals für möglich gehalten habe, und fange allmählich an, mir Gedanken zu machen, wie ich mein Leben in der näheren Zukunft gestalten könnte.

Während dieser ganzen Zeit stand das Taxi geduldig vor meiner Haustüre und hat sich auch nicht weiter über diesen Zustand beschwert. Wie auch? Wir sind ja nicht in einem Trickfilm, wo Autos reden können!

Da aber so ein Taxi von der Grundidee her nicht zum Rumstehen gebaut wurde und ich als Taxifahrer auch Teil der Daseinsfürsorge in unserem Gemeinschaftsleben bin, werde ich meine Dienste bis auf Weiteres auch tagsüber anbieten. Wie das im Detail aussehen wird, das kann ich bisher noch nicht sagen, denn das hektische Tagleben aus der Vor-Corona-Zeit war stets ein Grund für mich, nicht vor dem Abend loszufahren.

Ich möchte mir deswegen in den nächsten Tagen überlegen, wie ich diese Idee am besten umsetzen kann, was nicht ganz so einfach ist, weil ich keiner Vermittlung durch eine Funkzentrale angeschlossen bin und auch keine Taxi-App nutze, woran sich auch in Zukunft nichts ändern wird. Wer mich und meine Taxi-Philosophie kennt, der weiß auch, warum.

Wenn Du eine Idee für mich hast oder Dich an die eine oder andere Begebenheit in meinem rollenden Wohnzimmer erinnern kannst, dann würde ich mich sehr über einen Kommentar oder eine Anregung freuen!

Hab vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit und bitte bleib gesund❣🍀

Dein Taxitom 🤠

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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