„Streitfall Antisemitismus“

In dem Buch „Streitfall Antisemitismus – Anspruch auf Deutungsmacht und politische Interessen“ herausgegeben im Jahr 2020 von Wolfgang Benz versuchen sich mehrere Autorinnen und Autoren an der Beantwortung der selbstgestellten Frage: „Wann überschreitet berechtigte Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern die Grenzen und ist Judenfeindschaft?“

Tapfer im Nirgendwo gibt ganz kurz und bündig eine klare Antwort auf diese Frage: Berechtigte Kritik an Israel überschreitet nie die Grenzen zur Judenfeindschaft!

Berechtigte Kritik ist, wie der Begriff selbst sagt, berechtigt. Lediglich unberechtigte Kritik an Israel kann judenfeindlich sein, nämlich dann wenn in der Kritik Israel dämonisiert wird, dem Staat Israel seine Legitimation abgesprochen wird und Juden für etwas kritisiert werden, was bei allen anderen Menschen toleriert wird.

Wolfgang Benz ist nicht in der Lage, die Frage kurz und bündig zu beantworten. Stattdessen zündet er in seinem Buch gemeinsam mit einigen anderen Leuten diverse Nebelkerzen, in deren Dampf dann nicht selten Judenhass verharmlost wird.

Da sich das Buch „Streitfall Antisemitismus“ mit vielen Themen beschäftigt, die auch auf Tapfer im Nirgendwo angesprochen wurden, lasse ich mich auf eine längere Debatte mit der im Buch gestellten Frage ein und werde dabei auf diverse Artikel von mir verweisen, in denen ich bereits manch eine Behauptung gerade gerückt habe, die Wolfgang Benz in seinem Buch wieder aufstellt. Er behauptet zum Beispiel, die politische Bewegung BDS sei in ihrer Intention nicht judenfeindlich. Stimmt das?

Der Name BDS steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“. BDS wendet sich somit gegen ganz Israel und kulturell gegen alles, was israelisch ist. Die Politik von BDS lässt sich auf diese zwei Formeln bringen: „Kauft nicht bei Israelis“ und „Kein Dialog mit Israel“. Mit einer Person, die man boykottiert und mit der man nicht redet, kann man keinen Frieden schließen. BDS will keinen Frieden! Weitere Informationen finden Sie in dem Artikel „BDS – Eine Kampagne des Hasses“.

Wolfgang Benz erklärt, die Kampagne BDS werde zu Unrecht kritisiert und der Weg zu diesem Unrecht sei geebnet worden von sinistren Mächten, die die „seriösen Anstalten, WDR und Arte“ durch ein Skandalisieren dazu gezwungen hätten, Unwahrheiten zu verbreiten, was die öffentlich-rechtlichen Anstalten dann auch getan hätten. Wolfgang Benz kommt zu dem Schluss: „Aber eine beträchtliche Zahl von Bürgern sieht sich wohl in der Haltung bestätigt,Von allem, was mit Juden zu tun hat, die Finger zu lassen, weil man sich verbrennen könnte.“

Stimmt das?

Bei der von Wolfgang Benz kritisierten Dokumentation handelt es sich um den Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner. Die Dokumentation beschäftigt sich mit dem Judenhass Europas, wie er sich in den frühen Zeiten des Christentums verfestigt hat, durch Luther brutalisiert und durch Philosophen, Schriftsteller und Komponisten in Europa gerechtfertigt wurde und schließlich von den Nazis zur industriellen Massenvernichtung von Menschen gemacht wurde. Den Fokus richtet die Dokumentation auf den mörderischen Judenhass des 21. Jahrhunderts in Europa und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Der Judenhass wurde von Europa in die arabische Welt exportiert, um dann mörderisch nach Europa zurückzukehren und zwar in Form einer brutalen und durch europäische und christliche Organisationen finanzierten „Kritik“ an Israel, die sogar vor Verfolgung und Mord nicht mehr zurückschreckt. Weitere Information finden Sie in dem Artikel „Ein beispielloser Skandal“.

Wolfgang Benz erklärt, ein Anlass für sein Buch sei eine Aufregung gewesen, die sich erhob, „als die Süddeutsche Zeitung eine Karikatur des israelischen Premiers veröffentlichte, die ihn in der Freude über den Sieg der israelischen Sängerin Netta beim European Song Contest zeigt.

Als begeisterter Zuschauer der Veranstaltung möchte ich zunächst einmal richtigstellen, dass sie nicht European Song Contest heißt, sondern Eurovision Song Contest. Ich zitiere zudem aus einem Brief an den Zeichner, der mit folgenden Worten beginnt:

„Sehr geehrter Herr Hanitzsch,

ich möchte Sie fragen, was genau Sie mit der Karikatur von Netanyahu mit Bombe in der Hand und Kostüm der ESCGewinnerin Netta ausdrücken wollten?

Ist es, dass sich nur in Deutschland die Regierungsführung berufen fühlen darf, einer Gewinnerin beim Song Contest zu gratulieren (wie seinerzeit Merkel bei Meyer-Landrut) und in Israel hat man demütig zu schweigen, weil das schickt sich nicht für ein Volk, das nicht gemocht wird?

Ist es, dass Israel sich nicht freuen sollte, dass es bei einem bunten, oberflächlichen Wettbewerb siegte, weil ja gerade wieder mal Kriegszeiten und existenzielle Bedrohung ausbrechen, und sich Freude da nicht gehört, schon gar nicht für Juden?“

Weitere Informationen zu der Karikatur finden Sie in dem Artikel „Süddeutsche Zeitung druckt antisemitische Karikatur“.

Wolfgang Benz führt ebenfalls die Kritik an Achille Mbembe als Grund für das Herausgeben seines Buchs an. Was es mit dieser berechtigen Kritik auf sich hat, können Sie in dem Artikel „Von wegen Ruinenhaufen“ nachlesen.

Es ist schon abenteuerlich, Wolfgang Benz fragt in seinem Buch, ob „berechtigte Kritik“ an Israel judenfeindlich sein könne, nur um dann selbst sämtliche berechtigte Kritik an Israelkritikern in eine böse Ecke zu stellen. Nach der Lektüre des Buches ist eins klar: Kritik an Israel ist möglich, Kritik an Israelkritikern jedoch nicht.

Kommen wir nun zu einigen Aussagen anderer Autorinnen und Autoren in dem Buch.

Shimon Stein und Moshe Zimmermann gehen völlig zurecht auf den Judenhass des Mörders in Halle ein, der versucht hatte, in eine Synagoge einzudringen, um dort ein Blutbad anzurichten. Sie bemängeln allerdings eine „Schieflage“, die darin bestehen soll, dass der rechtsextreme Judenhass verharmlost werde, während der Judenhass aus islamischer Ecke und von linker Seite aufgebauscht werde.

Dies ist eine sehr gewagte These, vor allem wenn man bedenkt, dass die beiden Autoren den zweifelsfrei vorhandenen Antisemitismus bei der AfD massiv kritisiert, zu den antisemitischen Ausfällen in den anderen Parteien jedoch auffallend laut schweigen. Ebenso halten sie sich zu dem Hass aus islamischer Seite auffallend bedeckt. Es ist daher geboten, ebenfalls den Artikel „Der Judenhass ist heute“ vom 27. Januar 2019 zu lesen.

Shimon Stein und Moshe Zimmermann erwähnen ebenfalls die Statistik über antisemitische Straftaten, die belegen soll, das Problem komme zum größten Teil von rechts. Tapfer im Nirgendwo veröffentliche im November 2017 in dem Artikel „Fakten zu den Statistiken antisemitischer Straftaten“ ein paar wichtige Auszüge aus dem „Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“ des 18. Deutschen Bundestags vom 7. April 2017 (Drucksache 18/11970), um zu zeigen, dass der größte Teil judenfeindlicher Straftaten nicht dem rechtsradikalen Spektrum zugeordnet werden kann, sondern aus Ermangelung besseren Wissens schlicht zugeordnet wurde. In dem Bericht steht:

„Fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten werden grundsätzlich immer dann dem Phänomenbereich PMK-Rechts zugeordnet, wenn keine weiteren Spezifika erkennbar sind (z. B. nur der Schriftzug »Juden raus«) und zu denen keine Tatverdächtigen bekannt geworden sind. Damit entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis.“

Hakenkreuze und andere Symbole werden nicht nur von rechts verwendet. Sie werden auch ganz bewusst im Krieg gegen Israel verwendet, wie Sie in dem Artikel „Palästina unterm Hakenkreuz“ nachlesen können. Auch in Deutschland werden Hakenkreuze von Nazis mit islamischer Motivation benutzt, wie Sie in diesem Artikel nachlesen können: „Zu Aachen schmieren Nazis“.

In dem Antisemitismusbericht wird am Ende betont: „Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass die PMK-Statistik eine Reihe teils behebbarer, teils reduzierbarer, teils aber auch nicht zu ändernder Schwächen aufweist, so dass sie nur begrenzt zur Beurteilung der Verbreitung von Antisemitismus und entsprechenden Tätergruppen geeignet ist.“

Damit ist die von Shimon Stein und Moshe Zimmermann behauptete „Schieflage“ nur schwer zu halten, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass trotz des widerwärtigen Anschlags auf die Synagoge in Halle im Herbst 2019 die überwältigende Mehrheit aller judenfeindlich motivierten Morde an Juden im 21. Jahrhundert von erklärten Muslimen verübt wurden. Weitere Informationen dazu finden Sie in dem Artikel „Die Mörder sind unter uns“.

Daniel Cil Brecher geht in seinem Artikel unter anderem auf Martin Walser und seiner behaupteten „Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken“ ein. Zu diesem Thema sei der Artikel „Die Ausschwitzkeule und wie sie entdeckt wurde“ empfohlen.

Menschen, die erklären, Juden würden den Holocaust für eigene Vorteile nutzen, behaupten damit im Grunde, der deutsche Siegfried habe sechs Millionen Menschen in seinen Feueröfen zusammengeschmolzen, um daraus ein Schwert für die Juden zu schmieden. Die Tatsache, dass ein Verbrechen wie der Holocaust nicht einfach so vergessen werden kann, ist für sie keine zwingende Logik, sondern eine böse Absicht der Juden. Gefühle, Ängste, Traumata, all das besitzt der Jude in ihren Augen nicht. Sie behaupten, Juden würden sich nicht an den Holocaust erinnern, weil sie ihn nicht vergessen können, sondern weil sie ihn nicht vergessen wollen und die Erinnerung an ihn wie eine Waffe hervorholen, kalt, berechnend und emotionslos. Leider verbringt auch Daniel Cil Brecher viel Zeit damit, eine Menge Juden zu benennen, die seiner Meinung nach den Holocaust instrumentalisieren.

Juliane Wetzel ist es vorbehalten, folgenden großartigen Satz ins Buch reingeschrieben zu haben: „Das Schimpfwort ‚Du Jude‘ kann, muss aber keine antisemitische Konnotation haben. Es kann als Provokation eingesetzt werden und/oder es wird synonym zu ‚Du Opfer’ verwendet.“

Diesen Satz muss man erst einmal wirken lassen. Das Wort Jude als Schimpfwort zu benutzen, muss laut Juliane Wetzel nicht unbedingt eine antisemitische Konnotation haben. Ja, was denn sonst?

Als Begründung für ihre haarsträubende These führt Wetzel an, Juden würden in der Schule, im Elternhaus und im Internet ausschließlich als Opfer dargestellt und daher sei in diesem Kontext die Beleidigung nicht unbedingt judenfeindlich.

Es ist schon recht zynisch, dass diese Aussage von Frau Wetzel in einem Artikel getätigt wird, der direkt auf dem Artikel von Daniel Cil Brecher folgt, in dem insinuiert wurde, manche Juden würden durch das Erinnern an den Holocaust zu Tätern werden. Außerdem entspricht die Aussage nicht der Wahrheit, denn im Internet werden Juden nicht nur als Opfer dargestellt, sondern immer wieder als blutrünstige Täter.

An Berliner Schulen wurden im Jahr 2018 in einundzwanzig Bezirken siebenundzwanzig Lehrerinnen und Lehrer vom American Jewish Committee interviewt. Das Ergebnis war erschreckend: Antisemitische und islamistische Einstellungen ist in Schulen allgegenwärtig. Lehrer berichten von Schülern, die folgende Aussagen tätigen: „Ja, der Hitler, der hat halt leider nicht alle umgebracht.“

Die Studie des American Jewish Committee erschien einige Monate nachdem an einer Berliner Schule ein 14-jähriger Schüler über einen langen Zeitraum hinweg gemobbt wurde, weil er Jude war! Der Junge wurde geschubst, getreten, geschlagen, gewürgt und bedroht, während andere Schüler zugeschaut und gelacht haben. Im Dezember 2017 berichtete Tapfer im Nirgendwo von einem jüdischen Abiturienten, der von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern bedroht wurde.

Übergriffe wie diese, sind keine Ausnahmen mehr an deutschen Schulen. Der Hass verbreitet sich rasant. Die Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland zum Hass auf Juden erzogen werden, schauen im Internet und im Fernsehen arabische Sendungen. Dort ruft das lustige Hamas-Häschen Assud die Kinder zum Krieg gegen Juden auf. Zu seinem Hobby gehört es, Juden zu töten. Die Hamas Maus wiederum stachelt Kinder zum Hass gegen Juden auf und lässt sie Lieder über die heldenhafte Tat des Judenmords singen. Weitere Informationen dazu finden Sie in dem Artikel „Kindersoldaten an deutschen Schulen“.

Ich muss bei Juliane Wetzels aberwitziger Behauptung, es sei nicht unbedingt judenfeindlich, das Wort „Jude“ als Beleidigung zu benutzen, an das milde Urteil des Amtsgerichts in Wuppertal gegen drei junge Männer denken, die im Sommer 2014 einen Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal verübt hatten. Das Amtsgericht begründete das niedrige Strafmaß damals mit der Feststellung, es gäbe „keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat“, da die Attentäter erklärt hatten, damit die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt gelenkt haben zu wollen. In einem solchen Kontext ist ein versuchter Brandanschlag auf eine Synagoge wohl nur eine Einladung zum interreligiösen Dialog. Für weitere Informationen lesen Sie „Keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat“.

Nach Juliane Wetzel meldet sich wieder Wolfgang Benz zu Wort und berichtet über den Mörder in Hanau, der bei einem Anschlag am 19. Februar 2020 neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordet hatte und später noch seine Mutter und sich selbst tötete.

Der Mörder war eine wahnsinniger Rassist, der davon phantasierte, die deutsche „Rasse“ sei allen anderen Menschen überlegen. Er erklärte, arabische, islamische und jüdische Länder müssten „komplett vernichten werden“ und Geheimdienste in Amerika würden in unterirdischen Verließen „den Teufel selbst“ anbeten. Er behauptet: „Sie missbrauchen, foltern und töten kleine Kinder in unglaublicher Menge.“

Zudem war der Mörder fest davon überzeugt, Geheimdienste hätten versucht, mit ihm Kontakt aufzunehmen, unter anderem über den Film „Kuck mal, wer da spricht“. All diese Wahnvorstellungen können nachgelesen werden in dem Artikel „Hanau war keine Schießerei“.

Es fällt auf, dass Wolfgang Benz über die massiven Wahnvorstellungen des Mörders schweigt. Warum? Liegt es vielleicht daran, dass Benz in seinem Buch den Mörder in eine Ecke mit der AfD stellt und dies nur möglich ist, wenn er nicht erwähnt, dass der Mörder in seinem rassistischen Traktat kein einziges Mal eine Präferenz zu einer politischen Partei erklärt, dafür aber die Fernsehserie „Prison Break“ und Jürgen Klinsmann?

Bei der Lektüre des Buchs „Streitfall Antisemitismus“ fällt auf, dass durch Auslassen die Wahrheit verschwiegen wird. Es verwundert daher nicht, dass Wolfgang Benz in seinem Buch über Antisemitismus erklärt, es gäbe in 21. Jahrhundert eine Muslimfeindschaft, die mit der Judenfeindschaft des 19. Jahrhunderts vergleichbar sei. Diese Behauptung ist in meinen Augen eine radikale Verkürzung des brutalen Phänomens Judenhass. Als Erklärung Verweise ich auf meine Artikel „Was ist Antisemitismus“ und „Sind die Muslime die neuen Juden?“.

Der Journalist Alan Posener wird in dem Buch von Daniel Bax dafür kritisiert, dass er eine Konferenz unter dem Titel „Living with Islamophobia“ in der Akademie des Jüdischen Museums in Berlin kritisiert hatte. Laut Bax habe es an dem „Jüdischen Museum insgesamt“ kaum Kritik gegeben. Sie sei höchstens „hinter vorgehaltener Hand oder in den Weiten des Internets, in marginalen Blogs, geäußert“ worden. Bax erklärt: „Eine Ausnahme bildete allein der Journalist Alan Posener, der schon etwas früher den ersten Stein warf.“

Was für eine interessante Wortwahl, eine Kritik an eine Konferenz im Jüdischen Museum ist für Bax bereits das rhetorische Werfen eines Steins. Dabei ist Poseners Kritik harmlos gegenüber seiner eigenen Kritik an der aktuellen Regierung in Israel. Wer möchte da noch behaupten, Kritik an Israel sei nur schwer zu formulieren? Ach ja, der Herausgeber des Buchs, für das Bax schreibt und in dem er über Volker Beck behauptet, er sei ein „unermüdlicher Anwalt offizieller israelischer Interessen“. Er bezeichnet Volker Beck zudem als „Gewährsmann für diese fragwürdigen Vorwürfe“ von Alan Posener. Alles nur weil Volker Beck ein Freund Israels ist. Dabei kritisiert Beck wie Bax die aktuelle Regierung von Israel. Es ist also problemlos möglich. Für weitere Informationen lesen Sie „Man muss Israel kritisieren“.

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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25 Antworten zu „Streitfall Antisemitismus“

  1. HM schreibt:

    Zitat G.B.
    „Ich werde nie verstehen, wie Menschen erklären können, Juden würden den Holocaust für eigene Vorteile nutzen“

    Wenn Ihre Plural von Juden, alle Juden meint, haben Sie recht. Wenn Sie meinen, dass käme bei Juden nicht vor, ist es nicht so sehr realitätsnah.
    Denn so ziemlich alles kann auch missbräuchlich verwendet werden. Von der Hausratversicherung über Coronahilfen bis zu Cum-ex Geschäften. Wenn am Ende ein monetärer Vorteil winkt, sind überall genügend Menschen, die sehr viel, auch Unlauteres, in Bewegung setzen, um einen Vorteil zu erlangen. Warum sollte diese Verhalten bei Juden nicht zu finden sein?

    • HM schreibt:

      Finanziert werden die Entschädigungsfonds von der deutschen Bundesregierung, betreut werden sie von der Jewish Claims Conference. Auch ein früherer Direktor der 1951 gegründeten Organisation in New York zählt zu den insgesamt 17 Angeklagten.

      Die Betrüger kamen aus den eigenen Reihen: Sechs Mitarbeiter von zwei großen Entschädigungsfonds für Holocaust-Überlebende haben mit gefälschten Anträgen dafür gesorgt, dass 42 Millionen Dollar an vermeintliche Opfer gezahlt wurden, denen das Geld überhaupt nicht zustand. Über 5500 Anträge wurden nach Angaben der New Yorker Staatsanwaltschaft gefälscht, einen Teil des ergaunerten Geldes sollen die korrupten Mitarbeiter unter sich aufgeteilt haben.

      Die korrupten Mitarbeiter der Claims Conference hätten manche überzeugt, Ansprüche auf die Zahlungen zu haben; Papiere seien manipuliert und Anträge bewilligt worden, die nicht zulässig waren. Laut den Ermittlern wurden die angeblichen Holocaust-Überlebenden teilweise erst nach 1945 geboren, einer sei nicht einmal Jude gewesen.

      https://www.spiegel.de/politik/ausland/betrug-mit-holocaust-geldern-ein-schamloser-plan-a-728297.html

      • Nestor Machno schreibt:

        Ja, Sie haben ja recht, aber wer diesen Blog kennt, weiss, wie die etwas ungluecklich gewaehlten Worte im Zitat gemeint sind, naemlich „Ich werde nie verstehen, wie Menschen erklären können, Opfer >des Holocaust< würden den Holocaust für eigene Vorteile nutzen“.

      • Martin Landvoigt schreibt:

        Es sind zwei paar schuhe, und die Gratwanderung ist gefährlich. Grundsätzlich sollte das Entsetzen über den Holocaust weder verharmlost, noch vergessen werden. Aber Juden sind nicht die automatisch stets besseren Menschen und über jeden Verdacht erhaben. Darum tut man weder der Geschichte im Allgemeinen, noch den Juden als Volk einen Gefallen, wenn man kriminelle Machenschaften duldet. Natürlich ist die Möglichkeit, viel Geld zu erschleichen, verführerisch. Weder pauschale Weißwäsche, noch pauschales Verurteilen führen hier weiter.

  2. Martin Landvoigt schreibt:

    Erschütternd ist, dass das Wolfgang Benz immerhin als Hochschullehrer vom Steuerzahler alimentiert wurde und nun wahrscheinlich von einer satten Pension lebt. Für mich ist das von ihm herausgegebene Buch ein Zeugnis für linken Antisemitismus. Dass es wohl akzeptiert wird, antisemitische Propaganda wieder salonfähig zu machen, ist beunruhigend.
    Eines aber irritiert mich an dem Artikel … Herr Buurmann, Sie schreiben von dem ‚zweifelsfrei vorhandenen Antisemitismus bei der AfD‘. An Wolfgang Gedeon kann man keine ganze Partei beurteilen, vor allem, wenn an dieser weitgehend isoliert wurde. Sicher kann man auch keinem Menschen, der ein Parteibuch der AfD hat, pauschal Antisemitismus unterstellen oder ihm einen Persilschein ausstellen. Aber die AfD ist die einzige Partei, die sich vorbehaltlos an die Seite Israels stellt. Wer unter diesen Umständen in den Krümeln sucht, ist m.E. der Propaganda verdächtig.

  3. Es ist gar nicht so einfach Judenfeindlich zu sein,da muss man sich schon anstrengen. „Du Jude“, schimpfen, oder sich bei BDS zu engagieren, reicht dazu nicht aus.

    Ausgrenzend, Rassistisch und Ausländerfeindlich zu sein ist dagegen viel einfacher.
    Es genügt, Frau Sawsan Chebli, oder einen BDS-Aktivisten der arabisch aussieht und eine Palästinenserfahne in der Hand hält nach der Herkunft zu fragen.

  4. Furbaz schreibt:

    Lieber Herr Buurmann
    Bin ganz bei Ihnen mit einer Ausnahme.
    „Der Judenhass wurde von Europa in die Arabische Welt exportiert ….“
    Die Muslime sind die letzten welche den Judenhass importieren müssen, die bekommen es mit der Muttermilch ( Moschee/ Koran ) eingeflösst.
    Danke für Ihren unermüdlichen Einsatz.
    Shalom

    • Nestor Machno schreibt:

      Jein. Der Judenhass wurde tatsaechlich nicht von Europa nach Arabien exportiert, das ist richtig. Aber der christliche Antisemitismus ist schon die Blaupause des Problems, da zuerst da. Es ist heute schwer zu sagen, ob der muslimische Antisemitismus aus dem Christentum uebernommen wurde oder sich aus historischen Ereignissen (Medina) ableitet, also vom Islam „neu erfunden“ wurde.

      • Bergstein schreibt:

        Wenn jemand, mit Armbrust jagt und später vom Nachbarn ein Gewähr bekommt und nunmehr auch damit jagt, dann kann man nicht sagen, ihm hätte der Nachbar das Jagen beigebracht. Nicht nur die Jäger lernen von einander Judenhasser machen es auch.

        • Nestor Machno schreibt:

          Ja, aber wie gesagt, halte ich es nicht fuer erwiesen, ob in diesem Falle das Christentum das Gewehr heruebergereicht hat oder ob vor Ort zur Jagd geblasen wurde. Die verfaenglichen Texte des Koran und seiner Kommentare beziehen sich ausdruecklich auf die Vorkommnisse in Medina.

  5. caruso schreibt:

    Wohin ist mein Kommentar verschwunden? Das ist noch nie passiert! Ich habe ihn schon vor Stunden geschrieben.
    lg
    caruso
    die urzeitliche Hexe

  6. Nestor Machno schreibt:

    Stimmt, berechtigte Kritik ist niemals unberechtigt. Soweit zum kognitiven Horizont Benz‘ und seiner Co-Autoren.

    Für mich gilt aber mittlerweile:

    Bei dem Satz: „Kritik an Israel muss erlaubt sein!“ stellen sich mir die Nackenhaare ähnlich auf, wie bei der Satzeinleitung „Ich habe ja nichts gegen Juden, aber…..“

    Immer horch! Immer guck! Immer überleg!

    • Martin Landvoigt schreibt:

      Korrekt bemerkt. Wer erwartet von Israelis, dass dieses makellos besser als alle anderen Nationen seien? Natürlich sind auch Misstände in Israel nicht ausgeschlossen und über jede Kritik erhaben. Wer aber jene anprangert ist natürlich verpflichtet, in gleicher Weise anderes Übel, vor allem schlimmeres, anzuprangern. Wer das dann unterlässt muss sich fragen lassen, woher die Motivation an der Kritik Israels denn kommt.

    • HM schreibt:

      Zitat N.M.
      Bei dem Satz: „Kritik an Israel muss erlaubt sein!“ stellen sich mir die Nackenhaare ähnlich auf, wie bei der Satzeinleitung „Ich habe ja nichts gegen Juden, aber…..“

      Da gebe ich Ihnen recht. Zu den „Haarsträubern“ gehört mittlerweile auch der Satz:
      “ Natürlich darf man Kritik an Israel üben, aber….“

      • Nestor Machno schreibt:

        “ Natürlich darf man Kritik an Israel üben, aber….“

        Was kommt denn dann nach dem „aber“?

        • HM schreibt:

          Sinngemäß häufig Ähnliches, wie nach dem „aber“ im Satz , „dass man nichts gegen Juden habe…“

          • Nestor Machno schreibt:

            Na, dann vervollstaendige ich mal:

            “ Natürlich darf man Kritik an Israel üben, aber Kritik an Israel muss erlaubt sein!“

          • HM schreibt:

            Ich weiß natürlich nicht von wem Sie sich Kritik an wem oder was erstmal genehmigen lassen. Ich lehne, für mich, diese Art der Vomundschaft ab.

  7. caruso schreibt:

    Sind die Juden in D – von rel. wenigen Ausnahmen abgesehen – nur von Idioten umgeben? – sogenannte Antisemitismusforscher inbegriffen? Denn womit sonst kann man erklären, daß gerade sie imstande sind solches – wie im Bericht zitiert – zu schreiben? Sind sie auch von der erblichen Geisteskrankheit der westlichen Kultur – genannt AS – befallen? Das wäre nämlich die einzige Erklärung, warum das von ihnen selbst nicht bemerkt wird. Und wenn sie solches zu denken / zu schreiben imstande sind, was kann man dann von den anderen erwarten? Unter „anderen“ verstehe ich die große Mehrheit der Bevölkerung, nicht die vergleichsweise rel dünne Schicht der Vernünftigen.
    lg
    caruso
    die urzeitiche Hexe

    • Nestor Machno schreibt:

      Sind die Juden in D – von rel. wenigen Ausnahmen abgesehen – nur von Idioten umgeben?

      Ja, wobei auch die rel. wenigen Ausnahmen nur von Idioten umgeben sind – von den wenigen Juden mal abgesehen.

      Scherz beiseite: Bedauerlicherweise ist auch ein erheblicher Anteil der juedischen Menschen von Bloedheit und Feigheit betroffen. Die Welt waere ein besserer Ort, wenn statt Vorurteil, Ideologie und ‚Gefuehl‘ Verstand und Vernunft regierten. Daran fehlt es aber einfach viel zu vielen.

      Was ist denn AS? Asperger – Syndrom? Anschlussstelle? Acta Sanctorum? Alles Sch….?

      • Sandy schreibt:

        Wie finden Sie schneidet Präsident Trump in hinblick auf Verstand und Vernunft ab?

        • Nestor Machno schreibt:

          Der schneidet ausgezeichnet ab. Den unsaeglichen Iran-Deal gekuendigt, Israel nicht nur in warmen Worten, sondern auch in Taten anerkannt, aus Nord-Korea hoert man auch nichts beunruhigendes mehr, den unsaeglichen Stephen Bannon, den noch unsaeglicheren John Bolton gefeuert und mittlerweile sind so wenig amerikanische Soldaten im Ausland stationiert, wie lange nicht mehr. Sehr pragmatisch, sehr schlau. Ein Kaufmann eben. Doch, Trump schneidet in Sachen Ratio und Logos hervorragend ab.

  8. anti3anti schreibt:

    Wann überschreitet berechtigte Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern die Grenzen und ist Judenfeindschaft?
    Wann überschreitet Kritik an der Politik Israels gegenüber den Palästinensern die Grenzen und ist Judenfeindschaft?
    Wann überschreitet Kritik an der Politik Chinas gegenüber den Uiguren und Tibetern die Grenzen und ist Chinesenhass?
    Was ist Chinesenhass? Gibt es überhaupt Chinesenhass?
    Wann überschreitet Kritik an Deutschland gegen Juden die Grenzen und ist Deutschenhass?
    Ist Kritik an Juden Judenhass?
    Darf man in Frankreich Juden statt Kirchen verbrennen?
    Ist jeder Franzose, der keine Kirchen verbrennt, ein Judenhasser oder ein Philosemt?
    So viele Fragen!
    Judenhass ist doch das natürlichste in dieser Welt! Noch vor dem Sex!

    • Martin Landvoigt schreibt:

      Ich weiß nicht, was Sie hier sagen wollen. Eine Frage zu stellen kann durchaus suggestiv sein und eine Botschaft enthalten. Kritik ist prinzipiell weder stets zulässig noch verboten. Kritik geschieht meist aber mit einer impliziten Botschaft, nämlich, dass man eine moralische Position oder Kompetenz beansprucht. Und dieser Anspruch muss sich auch der Kritik stellen.

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