Warum ich nicht „Free Palestine“ rufe

Am 25. Oktober 2021 wurde ein 36-jähriger Mann in Berlin-Spandau auf einem Gehweg am Altstädter Ring von drei Männern beinahe umgebracht, weil er sich trotz ihrer aggressiven Aufforderung geweigert hatte, laut „Free Palestine“ (Freiheit für Palästina) zu rufen. Die unbekannten Täter schlugen den Mann zusammen und traten mehrfach auf ihn ein, auch immer wieder auf den Kopf des Mannes. Nachdem Zeugen einen Rettungswagen alarmiert hatten, wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, wo er in Lebensgefahr schwebte.

Ich rufe nicht „Free Palestine“!

Das heißt nicht, dass ich mich gegen Freiheit für die Menschen in Palästina ausspreche, das mache ich nicht, im Gegenteil.

Ich fordere Freiheit von der menschenverachtenden Hamas im Gazastreifen, die Oppositionelle und Andersgläubige verfolgt, Frauen unterdrückt, Homosexuelle hinrichtetet und Kinder zu Soldaten missbraucht. Ich fordere Freiheit für die Menschen im Gazastreifen, die nicht wollen, dass ihre Hospitäler, Schulen und Kindergärten weiterhin als Waffenlager und Raketenabschussrampen missbraucht werden für Waffen, die abgefeuert werden, um die in der Gründungscharta der Hamas verankerte Forderung zur Vernichtung aller Juden zu exekutieren.

Freiheit für Palästina von der Hamas!

Ich fordere Freiheit von Mahmud Abbas, der zwar im Jahr 2005 zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt wurde, sich aber, da seine Legislaturperiode am 9. Januar 2009 endete, seitdem ohne Legitimation an der Macht hält.

Freiheit für Palästina von der Fatah!

Ich fordere aber eine Freiheit Palästinas im Frieden mit Israel. Ich fordere nämlich auch:

Freiheit für Israel!

In Israel gilt das israelische Gesetz. Israel ist der einzige Ort im Nahen Osten, wo Menschen nicht verfolgt werden, egal welcher Religion sie angehören, welches Geschlecht sie haben, wem sie lieben und welche Meinung sie sagen. Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt aufzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen. Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter. Darum fordere ich:

Palästina, schließe Frieden mit Israel!

Unter der Hamas und der von Mahmud Abbas geführten Fatah werde ich Gerd Buurmann verfolgt, wenn ich dort so leben möchte wie in Deutschland. In Israel lebe ich so wie ich bin in Freiheit! Warum soll ich daher ausgerechnet Israel kritisieren, ein Land, das mich leben lässt, wie ich möchte und nicht viel mehr all die Gebiete, die mich verfolgen, weil ich so bin, wie ich bin?

Ich kritisiere Palästina, weil Palästina nicht frei ist!

Dass Palästina nicht frei ist, hat viele Gründe. Israel ist keiner davon, im Gegenteil. Israel fordert seit seiner Unabhängigkeitserklärung ein freies Palästina, dass in Frieden mit Israel erlebt. In der Unabhängigkeitserklärung heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Mahmud Abbas sagte einst etwas ganz anderes: „In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge: „Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Freiheit für Palästina vom religiösen Hass!

Weder die Hamas noch die Fatah wollen Frieden. In Israel aber wird der Frieden gelebt und verteidigt. In Israel leben über 1,6 Millionen Muslime friedlich mit Juden zusammen. Muslime und Juden sind dort Nachbarn. Sie sind einander Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Politiker, Polizistinnen, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander und teilen sich die selbe Heimat. Sie sind gemeinsam in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie. Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute.

Der Gazastreifen jedoch ist „judenrein“. Kein einzige Jude darf dort leben. Als im Jahr 2005 die Hamas im Gazastreifen die Macht übernahm, wurden alle Juden vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Ein Minister der Hamas brachte die eigene Politik 2010 mit diesen Worten auf den Punkt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Am 9. Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Im Gazastreifen wird die Flagge Palästina immer wieder stolz in Verbindung mit dem Hakenkreuz gezeigt.

Ich fordere Freiheit für Palästina vom Judenhass!

Im Oktober 2021 zeigte sich in Deutschland der Hass Palästinas in seiner ganzen Brutalität. Für dieses Palästina werde ich niemals Freiheit fordern, im Gegenteil. Für das Palästina, für das am 25. Oktober 2021 drei Männer in Berlin-Spandau einen anderen Menschen auf offener Straße fast ermordet hätten, fordere ich:

Nieder mit diesem Palästina!

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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