Kein Vergleich

Am 5. Februar 2020 wurde der FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit den Stimmen der FDP, der CDU und der AfD zum Ministerpräsidenten von Thüringen gewählt. Der bis dahin amtierende Ministerpräsident Bodo Ramelow zog daraufhin eine Parallele zu 1930 und zitierte auf Twitter Adolf Hitler, der am 2. Februar des Jahres sagte:

„Den größten Erfolg erzielten wir in Thüringen. Dort sind wir heute wirklich die ausschlaggebende Partei. (…) Die Parteien in Thüringen, die bisher die Regierung bildeten, vermögen ohne unsere Mitwirkung keine Majorität aufzubringen.“

Dazu postete er zwei Bilder. Auf dem einen Bild waren Thomas Kemmerich und der AfD-Politiker Björn Höcke zu sehen und das andere Bild zeigte Adolf Hitler und Paul von Hindenburg.

Das Bild von Hitler und Hindenburg wurde am 21. März 1933 in Potsdam gemacht. Bodo Ramelow verglich somit eine Wahl in Deutschland des Jahres 2020 mit den Ereignissen in Deutschland zwischen 1930 und 1933.

Die Wahl wurde rückgängig gemacht, so wie es Angela Merkel gefordert hatte. Sie erklärte nach der Wahl:

„Die Wahl dieses Ministerpräsidenten war ein einzigartiger Vorgang, der mit einer Grundüberzeugung gebrochen hat für die CDU und auch für mich, nämlich dass keine Mehrheiten mithilfe der AfD gewonnen werden sollen. Da dies absehbar war in der Konstellation, wie im dritten Wahlgang gewählt wurde, muss man sagen, dass dieser Vorgang unverzeihlich ist und deshalb auch das Ergebnis wieder rückgängig gemacht werden muss.“

Nur ein paar Tage nach dieser Aussage wurde Bodo Ramelow wieder zum Ministerpräsidenten gewählt. Danach ging alles nur noch um Corona.

Gut, dass seitdem nichts mehr passiert ist, dass auch nur ansatzweise so mit der Zeit zwischen 1930 und 1933 zu vergleichen ist, wie die Wahl in Thüringen im Februar 2020.

***

Eine kleine Lese-Empfehlung, einfach auf den Titel klicken: „Unpassende Vergleiche sind schlimmer als Hitler!“

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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2 Antworten zu Kein Vergleich

  1. nouseforislam schreibt:

    Direkte Vergleiche zw. der Judenverfolgung und der Behandlung der Ungeimpften sind natürlich unangebracht, allerdings lassen sich in der Methodik durchaus erschreckende Parallelen feststellen. Es lassen sich folgende Phasen zw. 33 und 45 konstatieren: Jan. 33 bis Nov. 38 („Reichskristallnacht“), Ende 38 bis Jan. 42 (Wannseekonferenz), Anfanf 42 bis Mai 45. In der ersten Phase wurden die bestehenden Vorurteile gegen Juden weiter ausgebaut und instrumentalisiert, sei es nun die Verantwortung für den verlorenen Krieg, die Weltwirtschaftskrise oder den Kommunismus. Damit einher gingen die ersten bürokratischen Massnahmen, z. B. durch Berufsverbote, Kündigungen, Ausschluss aus verschiedenen Vereinen und Institutionen, Ladenboykotte, Zutrittsverbotte, etc. Der erste Höhepunkt der antisemitischen Agitation und Propaganda waren die Pogrome im Nov. 38. Die Bevölkerung ist soweit aufgehetzt, dass sie auch bei Mord und Totschlag mit dabei ist, während der Staat zuschaut oder das Geschehen sogar befeuert. Man weiss jetzt, dass man noch weiter gehen kann, ohne ernsthaften Widerstand befürchten zu müssen. Der beginnende Krieg verhindert, dass die Bevölkerung sich mit der Judenverfolgung beschäftigt, während die ideologischen Grundlagen für den Holocaust weiter ausgearbeitet werden. Auf der Wannseekonferenz wird das alles in eine organisatorische Form gegossen. Es lassen sich definitiv Parallelen zu heute ziehen. Es wird ein Popanz und Sündenbock aufgebaut, den man für alles, was bzgl. der Coronakrise politisch schiefläuft, verantwortlich machen kann: steigende Infektionszahlen, gesellschaftl. Spaltung, angeblich rechte Tendenzen, vermeintlich antidemokratisches Verhalten, Arbeitslosigkeit, Verlust an persönl. Freiheiten, etc. Politik und Medien werden immer aggressiver, hemmungsloser und unsachlicher, was die Vorwürfe angeht, unterstützt wird man von Prominenten, die zumeist völlig gedankenlos in den Chor einfallen. Die Grenzen des Sagbaren werden immer weiter verschoben, Begriffe wie „Sozialschädlinge“, „Mörder“ oder „Tyrannen“ fallen (die Juden wurden bis ins 20ste Jahrhundert verdächtigt, Kinder für ihre Rituale zu opfern), die Hetze in den Medien wird aussprechbar. Dazu kommt die Stigmatisierung aller Kritiker als Nazis. Der Punkt, an dem man ungestraft einen Ungeimpften zusammenschlagen darf, rückt näher. Gleichzeitig werden aggressive Gegenaktionen masslos übertrieben und aufgeblasen. Die Forderungen nach Lagerhaft oder Zwangshaft werden gestellt, man scheint auch keine Probleme damit zu haben, Menschen in den Ruin zu treiben (in den 30errn war es üblich, Juden allerlei bürokratische Hindernisse – häufig mit finanziellen Auflagen – in den Weg zu legen. Das entspricht methodisch schon den Massnahmen zu Beginn des 3. Reiches. Der abartige Höhepunkt würde aber eine Zwangsimpfung über körperliche Gewalt darstellen. Dann wäre dieses Land wieder ganz unten angekommen, trotz der vielen Milliarden gegen „rrrräääächts“.

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