Mearsheimer weiß Bescheid

John J. Mearsheimer beklagt sich über die Unverschämtheit der Juden, den Holocaust nicht zu vergessen:

„The main reason that Israelis and their supporters constantly invoke the Holocaust is because of the Occupation, and the horrible things that Israel has done and continues to do to the Palestinians. The Shoah is the weapon that Israelis and their supporters in the Diaspora use to fend off criticism and to allow Israel to continue committing crimes against the Palestinians.“

Für John Mearsheimer ist es unerklärlich, dass es Menschen gibt, die 63 Jahre nach dem Massenmord an 6 Millionen Juden, die Tat nicht vergessen können. In 63 Jahren wird man doch noch 6 Millionen Morde bewältigen können. Bei einer 40-Stunde-Woche mit zwei Wochen Urlaub im Jahr, hat man in 60 Jahren jedem Opfer eine Minute gedacht. Das muss doch reichen! John J. Mearsheimer ist jetzt 61 Jahre. Alt genug, um eine Ende der Erinnerung zu fördern und zwar von den Juden zu erst!

Vor knapp 2000 Jahren wurde ein Jude namens Jesus ermordet. Noch heute erinnern sich die Christen der Welt regelmäßig an diese Leidensgeschichte. Wenn Christen 2000 Jahre an diesen einen ermordert Juden erinnern können, dann bedeutet das, dass 6 Millionen ermordete Jude noch in 12 Milliarden Jahren nicht vergessen sein werden. Mearsheimer aber sieht das anders. Er glaubt, die Israelis wollten mit ihrem Erinnern Politik machen. So eine Unverschämtheit aber auch. Dass man mit der Erinnerung eine ganze Religion rechtfertigt, kann ja noch angehen, aber eine Nation, nein, was zu weit geht, geht zu weit.

Mearsheimer erklärt den Holocaust zu einer „Waffe der Israelis“ der Juden. Der Deutsche Siegfried hat 6 Millionen Menschen in seinen Feueröfen zusammengeschmolzen, um daraus ein Schwert für die Juden zu schmieden. Darauf muss man erst mal kommen. Vermutlich sollen die Juden den Deutschen dafür auch noch dankbar sein.

Die Tatsache, dass ein Verbrechen wie der Holocaust nicht einfach so nach 60 Jahren vergessen werden kann, ist für Mearsheimer keine zwingende Logik, sondern eine böse Absicht der Juden. Gefühle, Ängste, Traumata, all das besitzt der Jude in Mearsheimers Vorstellung offenbar nicht. Bei Mearsheimer erinnern sich Juden nicht an den Holocaust, weil sie ihn nicht vergessen können, weil Tante Jutta jedesmal am Seder-Tisch sagt, „vor 70 Jahren saßen hier noch mehr am Tisch, viel mehr“, sondern weil sie ihn nicht vergessen wollen. Gefühle kennt der Jude bei Mearsheimer nicht. Mearsheimers Juden holen den Holocaust wie eine Waffe hervor, kalt, berechnend und emotionslos. So einfach ist die Welt von Prof. Mearsheimer. Ebenso einfach ist es aber auch, eine solche Einstellung zu bezeichnen: Antisemitismus!

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About tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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