Stadtführungen mit Gerd Buurmann

Sie haben Interesse an einer Stadtführung mit Gerd Buurmann durch Köln? Hier können Sie einen individuellen Termin vereinbaren: Hier klicken!

Gerd Buurmann

„Statt einfach trockene Fakten „herunterzubeten“, sind seine Touren Darbietungen im Stil eines Straßentheaters, gleichermaßen unterhaltsam wie informativ.“ (Daniela Abels, Kölnische Rundschau, 30. Januar 2021)

Folgende Themen stehen zur Auswahl:

Schalom und Alaaf:

Erstmals wird jüdisches Leben in Köln im Jahre 321 schriftlich erwähnt. Seit dem ist sehr viel passiert in der Stadt am Rhein. Als Kind spielte der Sohn des Kantors an der Kölner Synagoge, Jaques Offenbach, Musik am Neumarkt und Simon Oppenheim spielte im Jahr 1824 und in den folgenden Sessionen die Prinzessin Venetia im Rosenmontagszug.

Heinrich Heine in Köln:

Ein bedeutender Teil des Versepos „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine spielt in Köln. Erleben Sie die Verse Heines an den originalen Schauplätzen. Heine streitet sich mit den Heiligen Drei Königen, tröstet Vater Rhein, besingt den Rheinwein und gibt noch viele weitere zum Teil urkomische Einblicke in Köln.

Unser Stammbaum:

Köln ist eine bunte Stadt. Das Eau de Cologne duftet wie Italien nach einem Sommerregen, der Kölner Dom wurde im Jahr 1965 als Moschee genutzt und die Holländer wurden mit Bier auf dem Rhein reich. Erleben Sie die vielfältige und multikulturelle Geschichte Kölns.

Alles fließt:

Die drei bekanntesten alkoholischen Flüssigkeiten Kölns sind Kölsch, Rheinwein und das Eau de Cologne. Was wissen Sie alles über diese drei Flüssigkeiten? Hier erfahren Sie feucht-fröhliche, aber auch erstaunliche Dinge.

Kabarettistische Führung:

Erleben Sie Köln von der komischen Seite. Die Stadt der ewigen Baustellen, in der Blutwurst als Kölsche Kaviar durchgeht, bietet viele Gründe zum Lachen.

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Der Nathan-Komplex

Aktueller Termin: So, 6. November 2022 um 13:30h in der IKG Baden-Baden (4. Etage) auf der Sophienstr. 2 in Baden-Baden.

Der Nathan-Komplex ist mehr als nur ein Vortrag. Es ist ein Kammerspiel über eine zweitausendjährige Beziehung zwischen Christen und Juden mit Texten von Heinrich Heine, William Shakespeare und einigen eigenen originellen Gedanken. Wenn Sie Interesse an diesem Vortrag haben, melden Sie sich einfach unter gerdbuurmann@hotmail.de oder telefonisch unter: 016098520957

„Mit Humor und viel Einfühlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schätzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Chana Bennett und Abraham Lehrer im Namen der Synagogen-Gemeinde Köln)

„Rhetorisch gut strukturiert und mit Hilfe schauspielerischer Einlagen, schaffte Gerd Buurmann es, das komplizierte Thema Antisemitismus auf eine so eingängige und anschauliche Art und Weise darzulegen, dass man in den Gesichtern seiner Zuhörer förmlich sehen konnte, wie sie von Buurmanns Worten zum Nachdenken angeregt wurden.“ (Marc Neugröschel, Hebrew University, Jerusalem)

„Gerd Buurmann ist ein exzellenter Schauspieler, der es versteht, selbst alte, vielleicht sogar antiquierte Texte so zu präsentieren, dass man das Heutige erkennt und die zutiefst menschliche Figur des Dargestellten mitfühlt. Kassische Texte, politische innere Erdbeben und logische Erkenntnis daraus präsentiert er mit Humor und Leichtigkeit. So muss Herzensbildung, so muss Wahrheit sein.“ (Sandra Kreisler, Musikerin und Künstlerin)

„Gerd Buurmann konfrontiert das Publikum aber nicht nur mit triftigen Argumentationen und wenig bekannten Fakten, er zieht es auch emotional in seinen Bann, wenn er sich binnen Sekunden und ohne Kostümwechsel in Shakespeares Shylock verwandelt und so die Zuschauer schmerzlich nah an einem jüdischen Schicksal teilnehmen lässt.“ (Dr. Karl Thönnissen, Volkshochschule Aachen)

„Vorträge über Antisemitismus haben Konjunktur. Gerd Buurmann macht es anders. Ebenso unverhofft wie kurzweilig erzählt er mit glänzender schauspielerischer Leistung über zweitausend Jahre Kulturgeschichte. Der Nathan-Komplex ist vieles. Er wehrt Fehlinterpretationen von Heine ab, lässt zweifeln, aber auch hoffen. Gerd Buurmann ist geistreich. Man muss ihn sehen.“ (Lasse Stodollick, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Bodensee-Region)

„Mit dem „Nathankomplex“ ist Gerd Buurmann etwas Einzigartiges gelungen, das es in Deutschland und womöglich in ganz Europa so noch nicht gibt: die Erklärung für den Judenhass und den Antizionismus, untermalt mit Auszügen aus Gedichten von Heinrich Heine; hauptsächlich aber mit „Nathan der Weise“ und Shylock. Gerd Buurmann brillierte in seinem jüdischen Kammerspiel mit schauspielerischer Hochkunst, bestehend aus jüdischem Humor à la Woody Allen, melancholischen Heine-Versen, kunstvoller Rede und mit wortgewaltigen Shakespeare-Einlagen. (…) Mit großem schauspielerischem Talent, Stand-Up-Comedy-Einlagen und mit Liebe zu historischen und theologischen Details verknüpfte Gerd Buurmann seine Erkenntnisse, vor allem die über das Judentum, zu einem spannenden anderthalbstündigen Thriller.“ (Simone Schermann, Jüdische Rundschau, Oktober 2021)

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Der Loreley-Komplex

Der Loreley-Komplex ist mehr als nur ein Vortrag. Es ist eine lyrische Reise durch Deutschland und tief hinein in die deutsche Seele. Was bedeutet es, deutsch zu sein? Dieser Frage nähert sich Gerd Buurmann mit Gedichten von Heinrich Heine und einigen eigenen originellen Gedanken. Wenn Sie Interesse an diesem Vortrag haben, melden Sie sich einfach unter gerdbuurmann@hotmail.de oder telefonisch unter: 016098520957

„Auf den Spuren von Heinrich Heine – Zwei Stunden hat Gerd Buurmann seine Zuhörer in den Bann gezogen. „Das war super, das war einmalig, das war mehr“, so der Zuruf der Gäste, die im Stehen applaudierten. (…) Sein spektakulärer Parforceritt durch Deutschland mit dem Wintermärchen war eine imposante Klarstellung der Haltung des Lyrikers.“ (Bettina Schaller, Badische Zeitung, 8. September 2021)

Gerd Buurmann verkörpert brillant den kritischen jüdischen Autor Heinrich Heine. (…) Heines/Buurmanns Interpretation von „Deutschland. Ein Wintermärchen“ ist durchschlagend.“ (Olaf Neopan Schwanke, Siegener Zeitung, 8. Februar 2020)

„Gerd Buurmann ist ein großartiger Mann und Visionär. Er sprengt Grenzen und baut Brücken. Er kämpft für Menschenrechte, kämpft für Chancengleichheit und steht bei Ungerechtigkeiten auf und weist nicht nur drauf hin. Er tut etwas dagegen. Er ist ein großartiger Künstler.“ (Lea Tunes, Rapperin, 14. November 2019)

„Heute Macbeth, morgen Jago, übermorgen Kermit, der Frosch. Gerd Buurmann (1976 im Emsland geboren) ist einer der vielseitigsten Künstler in Köln.“ (Barbro Schuchardt, Kölnische Rundschau)

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Kunst gegen Bares in Köln

Kunst gegen Bares – Jeden Montag um 19:30 Uhr im ARTheater, Ehrenfeldgürtel 127.

Der Eintritt zur Show beträgt 9,- Euro. Für den Einlass ist ein Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines aktuellen negativen Tests notwendig.

Kunst gegen Bares

Künstlerinnen und Künstler präsentieren auf der Bühne des ARTheaters ihre Talente – vom Schauspielmonolog zum Kabarettbrüller, von eigenen Gedichten bis zur Eier-Jonglage im Kopfstand – eigentlich eine typische Offene Bühne Show. Kunst gegen Bares ist die Muppet Show, nur mit Menschen statt Schweinen, Fröschen, Hunden und Bären. Alles nach dem Motto von Onkel Kermit: “Nimm, was Du hast und flieg damit!“

Das Besondere ist zudem die Form, wie die Kunst entlöhnt wird. Das Publikum entscheidet selbst, wieviel Bares die jeweilige Kunst wert ist. Vor jeder Künstlerin und vor jedem Künstler steht ein eigenes Sparschwein, in das nach Gutdünken Geld geworfen werden kann. Bei der Kunst Gegen Bares trifft Kunst auf Kapital, und alles ohne Zwischenhändler! Hier ist das Publikum Chef!

Es gibt genau sieben Regeln für die Kunst gegen Bares:

1. Zuschauer und Künstler kommen den selben Weg und sitzen zusammen im Publikum.

2. Die Künstler werden von der Moderation aus dem Publikum auf die Bühne geholt.

3. Die Präsentationszeit muss für alle Künstler gleich beschränkt sein.

4. Jeder Künstler erhält nach der Präsentation ein Sparschwein.

5. Das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren.

6. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100 % an die Künstler.

7. Der Künstler oder die Künstlerin mit dem meisten Geld wird zum „Kapitalistenschwein des Abends“ gekürt.

Die Kunst gegen Bares wurde im Jahr 2007 von Gerd Buurmann gegründet und hat bereits in über achtzig Städten in ganz Europa stattgefunden, neben Deutschland auch in Belgien, Spanien, Österreich und der Schweiz.

Aktuell (Stand 2022) findet die Kunst gegen Bares regelmäßig in über dreißig Städten statt. Vielleicht auch bei Dir in der Nähe.

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Indubio

Seit April 2022 moderiere ich den Podcast „Indubio“ für „Die Achse des Guten“. Wenn Sie sich einige Folgen anhören möchten, dann klicken Sie einfach hier.

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Die Achse des Guten

Seit 2022 bin ich fester Autor bei „Die Achse des Guten“. Die meisten meiner kommenden Artikel werden daher nun dort erscheinen. Wenn Sie meine Artikel lesen wollen, die dort erschienen sind, klicken Sie einfach hier.

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Unterstützen Sie Gerd Buurmann

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler, Blogger, Comedian, Schauspieler oder Meinungsmacher unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl via PayPal.

Wenn Sie finden, ein Text oder ein Kunstwerk von mir hat sie so wach gemacht wie eine Tasse Kaffee oder so munter wie ein Glas Bier, dann geben Sie gerne 2,- Euro.

Natürlich können Sie meine Werke auch wie Champagner oder einen edlen Rotwein behandeln, aber zögern Sie nicht, auch einfach mal nur den Preis einer Dose Cola zu überweisen. Als Pfand bekommen sie prickelnde Texte zurück. Versprochen.

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Sollten Sie kein PayPal-Konto besitzen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto. Meine Kontodaten erhalten Sie von mir via Mail oder Telefon. Kontaktieren Sie mich einfach:

gerdbuurmann@hotmail.de
016098520957

Alles Liebe
und Danke für Ihre Unterstützung,
Gerd Buurmann

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Der Meldemob

Wenn sich Menschen einer kollektiven Ideologie unterwerfen, wenn das Individuum in einem Mob verschmilzt und sich in einer Legion der Vielen auflöst, wird es gefährlich.

Es ist unmöglich, mit einem Menschen zu reden, wenn er sich im Rausch eines Mobs befindet. Ein Mob hört nicht zu. Ein Mob schreit, lärmt und wütet. Wenn der Mob dann auch noch in der Gewissheit der moralischen Überlegenheit daherkommt, wird es besonders gefährlich. Dabei ist es irrelevant, was das Ziel des heiligen Zorns ist. Die Methode des Mobs ist immer die Gewalt der aufgebrachten Masse.

Nichts rechtfertigt eine Schreckensherrschaft der Tugend.

Wenn sich Menschen, die sonst wenig gemeinsam haben, in der Herabwürdigung eines anderen Menschen vereinen, wenn Hass identitätsstiftend wird, marodiert der Mob.

Der Mob lässt andere Meinungen nicht zu. Er erklärt stattdessen, Worte seien Gewalt, nur um so dann selbst physische Gewalt gegen den Redner rechtfertigen zu können. Der Mob erklärt jeden Abweichler und jeden Kritiker zu einer Gefahr, gegen die auch Gewalt angewendet werden darf. Es ist schließlich Notwehr.

„Wehret den Anfängen“ brüllen diese selbstgerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die Anfänge einer Zukunft, die sie aus ihrer eigenen Angst heraus konstruieren. Aus Angst nimmt der Mob andere Menschen als Geisel einer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitären Denkens, die Gewalt über Gedanken als Präventivschlag ermöglicht.

Das Mittel des Mobs sind Bilder. Um einen Mob gegen einen Menschen aufzustacheln, muss dieser Mensch zum Bösewicht erklärt werden. Im Mittelalter wurden Menschen zu Hexen, Schwarzmagiern, Kinderfressern, Brunnenvergiftern und Teufelsanbetern erklärt, um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen. Diese Menschen wurden verbrannt, weil sie für das gute Leben und die reine Menschheit angeblich gefährlich waren.

Heute sind es weniger religiöse oder mythische Verunglimpfungen, die Menschen der Masse ausliefern, sondern politische Unterstellungen. Heute ist der Gegner sofort ein Nazi oder wenigstens ein Rechtspopulist und überall sehen die Menschen mit dem guten, gerechten Glauben Nazis, so wie die Menschen im Mittelalter überall Hexen sahen. Es ist ein Wahn, geboren aus der Überzeugung, dem einzig wahren Glauben anzugehören.

In den letzten Jahren wurden nur allzu leichtfertigt Juden zu Rechtsextremen erklärt, schwarze Frauen zu weißen Suprematistinnen, ehemalige Muslime zum Rassisten und Feministinnen zu sexistischen Hasserinnen. Henryk M. Broder, Candace Owens, Hamed Abdel-Samad und J.K. Rowling können ganze Lieder davon singen. Sie wurden diffamiert, um einen Mob in den sozialen Netzwerken gegen sie zu entfesseln. Dabei haben sie alle lediglich Worte genutzt.

Wer Worte verbieten möchte, weil daraus Gewalt erwachsen kann, muss auch für ein Verbot der Bibel oder des Korans plädieren. Unzählige Terroristen haben mit den Parolen des Korans auf den Lippen gemordet. Nicht mal Jesus konnte verhindern, dass seine Worte missverstanden werden. Hätte er die Bergpredigt daher besser nicht halten sollen?

Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht gesprochen werden.

Nur wer die brutalen Gedanken hört, kann sich wehren. Das Verbieten von Worten bringt rein gar nichts.

Worte und Meinungen sind weit weniger gefährlich als eine Legion, die sich so im Recht fühlt, dass sie glaubt, Feuer legen zu dürfen, um die Gefahr auszumerzen. Wer alles verbannt und verbrennt, was ihm nicht gefällt, wird blind für das, was in der Gesellschaft vor sich geht. Andere Meinungen auszuklammern, ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen.

Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerken sperren Nutzerinnen und Nutzer öfter aus nichtigen Gründen, während Beiträge, die unverhohlen und offen Hass predigen, nicht gelöscht werden. Hamed Abdel-Samad ist es passiert und auch ich habe das schon öfter erleben müssen. Unsere Accounts wurden ohne Angaben von Gründen gesperrt und erst nach juristischer Hilfe wieder freigeschaltet. Bei allen Sperrungen erklärten Fundamentalisten öffentlich ihre Freude darüber, uns mundtot gemacht zu haben. Sie hatten im Vorfeld sogar dazu aufgerufen, die Sperrungen der Accounts auf Twitter und Facebook durch massenhaftes Melden der Beiträge zu erwirken.

Im Fall von Hamed Abdel-Samad führt ein Meldemob seit Jahren ein Zermürbungskrieg gegen einen Mann, der in der realen Welt ständig auf der Flucht vor Fundamentalisten ist. Hamed Abdel-Samad kann nicht ohne Personenschützer sein Haus verlassen undekann seine Freunde nur geheim treffen. Sein unbeschwertes Leben wurde ihm genommen, weil er die Freiheit der Meinung lebt. Seine wichtigste Waffe im Kampf gegen die Fundamentalisten, die ihn töten wollen, ist das freie Wort und die Möglichkeit, seine Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob tut nun alles, ihm diese Waffe zu entreißen und Twitter, Facebook und YouTube sind die willigen Vollstrecker dieses Mobs.

Dabei sind diese Unternehmen Kinder unserer aufgeklärten Gesellschaft. Für ihre Freiheit sind viele Männer und Frauen gestorben, die für das freie Wort gestritten haben. Ausgerechnet diesen Menschen wird ihre wichtigsten Selbstverteidigungswaffen genommen. Niemand ist in Gefahr, weil Hamed Abdel-Samad redet. Hamed aber ist in Gefahr, weil er redet. Und die Gefahr geht vom Mob aus.

Zur Zeit beherrscht ein Mob die Netzwerke. Es ist ein Sieg des Gefühls der Masse über die Vernunft des Individuums. Aber vielleicht gibt es Hoffnung und Elon Musk setzt wenigstens auf Twitter dieser Legion ein Ende.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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Anonym & ungestraft

„Wir leben die freie Meinungsäußerung, aber niemand möchte in einer Gesellschaft leben, in der man vermeintlich anonym & ungestraft gegen Menschen hetzen & Hass verbreiten kann. Deshalb werden wir alle strafrechtlich relevanten Antworten konsequent verfolgen. #HassistkeineMeinung“

Das schrieb die Berliner Polizei am 1. Dezember 2022 auf Twitter: „Wir leben die freie Meinungsäußerung, aber …“

Der Satz erinnert ein wenig an denn Spruch: „Ich bin ja kein Nazi, aber …“

Generell gilt, alles, was vor einem „aber“ steht, stimmt nicht. Die Berliner Polizei schreibt:

„Niemand möchte in einer Gesellschaft leben, in der man vermeintlich anonym & ungestraft gegen Menschen hetzen & Hass verbreiten kann.“

Ist das so? Im Iran kann es für eine Frau tödlich enden, wenn sie ihren verständlichen Hass auf die diktatorische, unterdrückende und frauenfeindliche Regierung artikuliert. Manche Frauen artikulieren daher ihren Hass auf das Regime anonym. Nicht selten stürmt die iranische Polizei die Wohnungen der mutigen Frauen, die ihren Hass artikulieren. Auch die Polizei im Iran kann „konsequent verfolgen“.

Auf welcher rechtlichen Grundlage handelt die Berliner Polizei überhaupt?

Im ganzen Strafgesetzbuch taucht der Begriff „Hass“ nur in §130 StGB auf und dort wird auch nicht der Hass als solches geahndet, sondern die Aufstachelung zum Hass, wenn sie geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu gefährden. Welchen Hass also meint die Polizei?

Ich zum Beispiel hasse Nazis, Vergewaltiger, Mörder, Rassisten und viele andere Menschen, die anderen Menschen Gewalt antun. Ich hasse auch Doppelmoral und Machtmissbrauch. Ich hasse aber auch weniger schlimme Dinge.

Ich hasse zum Beispiel, dass die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten mich mit der Waffengewalt des Staates zwingen dürfen, ihre Sendungen zu finanzieren, vor allem, wenn es Sendungen sind, die anderen Menschen schaden zufügen, sie beleidigen oder Fake News verbreiten.

Ich hasse es, wenn eine liberale Partei, ihre liberalen Prinzipien verrät, nur um an der Macht zu bleiben. Ich hasse es, wenn ich zu gewissen Fragen der Zeit in fast allen Medien, eine synchronisierte Meinung lese. Ich hasse es, wenn die Regierung Geld dafür ausgibt, Organisationen zu finanzieren, die dann darüber autoritär entscheiden, was ein richtiger Fakt sein soll. Ich hasse Faktenchecks von bewaffneten Autoritäten.

Ich hasse es, mit welcher Selbstverständlichkeit mir der Staat unter dem Geheul verängstigter und besorgter Bürger in den letzten Corona-Jahren die Freiheitsrechte genommen hat, weil mir unterstellt wurde, ich sei eine gefährliche, ansteckende und die Menschheit in Gefahr bringe Person, einzig und allein weil ich so existiere, wie ich geboren wurde, nämlich ungeimpft. Ich hasse es, dass ich zur Impfung genötigt wurde, um mein Leben weiter führen zu können.

Ich hasse es, wenn sich Familienmitglieder und langjährige Freundschaften zerstreiten, weil sie in politischen Angelegenheiten unterschiedliche Meinungen haben.

Stürmt die Polizei jetzt mitten in der Nacht auch meine Wohnung?

Ich hasse es, wenn Menschen nicht verstehen können, warum es manchmal gute Gründe dafür gibt, den Hass anonym zu artikulieren. Wenn sich der Hass gegen Menschen richtet, die deutlich stärker bewaffnet sind, als man selbst, wenn sich der Hass zum Beispiel gegen eine Regierung richtet oder gegen eine mafiöse Organisation, die einen bedroht, dann ist Anonymität lebenswichtig.

Hass ist eine menschliche Leidenschaft. Hass kann gefährlich sein, aber unter Umständen auch das eigene Leben retten. Hass ist gewiss nicht ständig gut, aber eben nicht immer schlecht. Eins ist Hass aber ständig, nämlich eine Meinung! Und einem Menschen zu verbieten, seine Meinung und seine Gefühle zu artikulieren, kann schlimme Konsequenzen haben.

Es wird behauptet, Meinungsfreiheit schließe keine Hassreden ein, aber genau das tut sie. Es ist die exakte Definition von Meinungsfreiheit, dass auch falsche Meinungen geäußert werden dürfen. Es gibt kein Zuviel an Meinungsfreiheit. Entweder gibt es Meinungsfreiheit oder es gibt sie nicht. So einfach ist das.

Es gibt jedoch ein Zuviel an Angst und ein Zuviel an Beleidigtsein. Gegen Hass, der schmerzt, möge der Hass nun berechtigt oder unberechtigt sein, hilft die Gegenrede als zivilisierte Form der Verteidigung. Eine Beleidigung, die in die Richtung eines Menschen gefeuert wird, beleidigt den Menschen nur, wenn er die Beleidigung in seinem Kopf auch annimmt. Eine Faust oder eine Kugel jedoch, die in die Richtung eines Menschen abgefeuert wird, verletzt oder durchlöchert den Kopf unabhängig von der Haltung des Menschen. Wer eine Beleidigung nicht hört, lebt. Wer eine Kugel nicht hört, stirbt. Das ist der Unterschied.

Meinungsfreiheit gilt auch für die Hassrede, denn sonst hätte der Koran und manch andere religiösen Schriften schon längst verboten worden müssen. In der Sûre 5 zum Beispiel steht im Absatz 8:

„Euer Hass gegen einige Menschen soll Euch nicht dazu verleiten, ungerecht zu sein. Seid gerecht, so kommt ihr der Frömmigkeit am nächsten.“

In der selben Sûre steht an späterer Stelle:

„Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden und dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.“

Diese Worte können problemlos unter dem Begriff „Hass“ subsumiert werden, und dennoch stürmt die Polizei nicht jede Moschee.

Die fünfte Sûre im Koran erinnert ein wenig an die Berliner Polizei, denn die Berliner Polizei spricht von „Hass und Hetze“ und dass sie konsequent verfolgt werden müssten, ohne jedoch zu definieren, was Hass und Hetze sein soll. Ähnlich macht es der Koran. Dort ist von einem „Verderben im Lande“ die Rede. Das ist genauso ungenau definiert wie „Hass und Hetze“. Weniger ungenau und geradezu konkret werden Koran und Berliner Polizei jedoch, wenn es darum geht, was mit den Leuten geschehen soll, die ein „Verderben im Lande“ anrichten oder „Hass und Hetze“ verbreiten. Die Berliner Polizei verfolgt konsequent und der Koran sieht Vertreibung, Kreuzigung oder wechselweise Hände und Füße abhacken vor, je nach Stimmungslage und ortsüblicher Tradition.

Meinungsfreiheit ist ein präventiver Schutzmechanismus.

Ich habe kein Problem damit, dass der Koran veröffentlicht wird, denn so weiß ich, womit ich es zu tun habe. Nur durch die Artikulation der Gedanken lerne ich das Innere eines Menschen kennen und kann so rechtzeitig entscheiden, ob ich mich vor ihm schützen sollte oder von ihm lernen kann. Bei der Verleihung des Böll-Preises im Jahr 2015 an Herta Müller sagte die Preisträgerin:

„Wenn Hassparolen spazieren gehen, dann geht auch irgendwann ein Messer spazieren.“

Ich muss da der Nobelpreisträgerin widersprechen. Messer gehen nicht spazieren, weil vorher Parolen spazierten, sondern weil jene, die die Parolen grölen, die Messer bereits in ihren Hosen haben, um sie in genau dem Moment herauszuholen, da sie in der Lage sind, die Parolen der Anderen zum Schweigen zu bringen. Das Problem ist nicht die Meinungsfreiheit, sondern der Wille der Hassenden, die Meinungsfreiheit mit Gewalt abzuschaffen. Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht mehr gesprochen werden.

Aus Worten werden Taten. Das stimmt. Aber Worte müssen nicht gesprochen werden, um zu Taten zu werden. Es reicht, wenn sie gedacht werden. Daher bringt es gar nichts, Taten dadurch verhindern zu wollen, dass man die Artikulation der Worte verbietet. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wer die Artikulation von gewissen Worten verbietet, verhindert dadurch nicht, dass die Worte zu Taten werden. Er verhindert jedoch, dass die Tat rechtzeitig erkannt und gebannt werden kann.

Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden.

Der Mensch, der in den Augen eines anderen Menschen ein Schwein ist, bleibt für ihn ein Schwein, auch wenn er es nicht mehr sagen darf und auch das Messer in der Hose verschwindet nicht, wenn einem der Mund verboten wird. Worte können zu Taten werden. Gerade deshalb müssen auch die Worte des Hasses artikuliert werden dürfen.

Das Problem in der Zeit des Nationalsozialismus war nicht, dass „Der Stürmer“ zu erwerben war, sondern die Tatsache, dass sich die Nationalsozialisten zunächst die persönliche und später auch die staatliche Gewalt nahmen, andere Meinungen und Zeitungen zu verbieten, die ohne Probleme die Ideologie der NSDAP hätten entlarven können. Die Nationalsozialisten nutzen nicht die Meinungsfreiheit, um das Messer zu ziehen, sondern sie zogen die Messer, um die Meinungsfreiheit zu attackieren.

Nichts fürchten jene, die Unrecht haben, mehr als die Meinungsfreiheit.

In ihrem 25-Punkte-Program erklärten die Nationalsozialisten unter Punkt 23:

„Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst- und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausübt und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.“

Aufgrund des „Gemeinwohls“, Meinungen kriminalisieren, Veranstaltungen schließen, Bücher verbieten und Zeitungen abschaffen. Das ist die Gedankenwelt der Nazis. Sie erklärten alles, was sie hassten zu Hass, der verboten gehört.

Keine Meinung ist so harmlos, dass sie nicht irgendwer zu Hass und Hetze erklären kann. Allein schon deshalb sollte man einem Staat nie die Macht geben, Meinungen zu sanktionieren, denn Mächteverhältnisse ändern sich ständig und von einem Tag auf den anderen kann die eigene Meinung als gefährlich eingestuft werden. In den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts sang die Punkband „Die Ärzte“ dieses Lied:

„Es macht die Runde in der Koalition, selbst Rita Süssmuth weiß es schon, Hannelores Tag ist grau, denn Helmut Kohl schlägt seine Frau. Neulich ließ die Hannelore mal etwas auf dem Teller, zur Strafe lud sie Helmut ein in seinen Folterkeller. Er ist ein Mann wie ich und du und Helmut Kohl schlägt wieder zu. Hannelore ist allein. Sie wollte doch nur glücklich sein. Niemand hat davon gewusst. Er beißt ihr in die rechte Brust. Er ist ein Mann genau wie wir, tief in ihm, da steckt ein Tier und nachts hinter verschlossenen Türen, kriegt seine Frau den Wolf zu spüren. Er ist ein Mann wie ich und du und Helmut Kohl schlägt wieder zu.“

Es gibt Länder, da sortiert die Regierung solche Texte unter Hass, Hetze oder ein Verderben im Land ein und verfolgt dafür die Künstler konsequent. Als das Lied über Hannelore Kohl in den achtziger Jahren herauskam, da stürmte die Berliner Polizei nicht die Wohnungen der Ärzte, um die Künstler konsequent zu verfolgen. Ich frage mich, ob es heute anders wäre.

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Shabbat For Sanity

„Today is free Palestine day. Today we commemorate all Palestinian victims of israeli neocolonialism and apartheid. Today we also think about all the hypocrites who have been ignoring the Palestinian suffering for decades. We are sad and angry. The fight goes on. ¡viva Palestine libre!“

Fridays For Future published this on Twitter on November 29th, 2022. What does Fridays For Future mean by this? What are they talking about?

Over 1.7 million Muslims live peacefully with Jews in Israel. Muslims and Jews are neighbors in Israel. They are work colleagues, teachers, lawyers, judges, politicians, policewomen, firemen, soldiers, cooks, sexual partners and much, much more. They laugh, live, eat, cry and argue with each other. They share the same country. They are connected to the trees, rivers, mountains, seas, lakes, towns, villages and deserts of their homeland, which they often include in their prayers. They are one family! Some are distant relatives, others trusted friends.

This is not apartheid! But Fridays For Future calls it apartheid.

The founding charter of Hamas demands the annihilation of the entire Jewish people (Article 7) and the destruction of Israel (Article 13). In mosques and on television Hamas ministers call Jews bacteria which should be exterminated and vermin whose throats should be cut and whose families should be murdered.

That’s apartheid! But it doesn’t make Fridays For Future angry.

Wiam Wahhab, a Lebanese government minister, declared on July 4, 2010 on Al-Jadid/New TV:

„I support Germany in politics and Brazil in sport. I like the way Brazil plays football, but I like the Germans because they hate the Jews and burned them.“

That’s apartheid! But it doesn’t make Fridays For Future sad.

Lebanon is one of the countries that have imposed a travel ban on me, Gerd Buurmann, just because I previously dared to travel to Israel. In addition to Lebanon, Syria, Kuwait, Yemen, Libya, Saudi Arabia and Iran reserve the right not to let people cross their borders if they are Jewish or visited Israel. Many of those countries are proud to have driven the Jews out of their countries. They are proud of their genocide. These countries also persecute homosexuals. In Iran, Yemen and Saudi Arabia, homosexuality can result in a death sentence. In Saudi Arabia, women are not to leave the house unveiled and without a man’s permission.

That’s apartheid! But Fridays For Future is ignoring that.

Israel equips state hospitals with prayer rooms for all religions after a Muslim successfully filed a lawsuit with the country’s Supreme Court because he could only pray outside of a clinic in Tel Aviv. Jews in Gaza, Algeria, Saudi Arabia, Jordan and Libya don’t have their own prayer rooms in hospitals; they’d hardly be granted a residency permit! It is forbidden to be Jewish in those regions. The countries are all „judenrein“!

That’s apartheid! But Fridays For Future is fighting for that.

Israel is the only country in the Middle East where Muslims live safely in a democracy that allows them to be gay or lesbian. They have the same rights as all other citizens of the country, regardless of gender or skin color. Israel is the only country in the Middle East where citizens can elect and, above all, change their government. The Israeli government is therefore the only government in the Middle East which is democratically elected by Muslims and Arabs.

That’s not apartheid! But Fridays For Future calls it neocolonialism.

Mahmud Abbas became president of the Palestinian Authority in 2005, but his term of office ended on January 9, 2009. Since then, he has held power without legitimacy. BDS is silent on that issue! Jordan is a monarchy with Islam as its state religion and Sharia law as its national law. All Palestinians who do not belong to Islam are second-class citizens in Jordan. BDS is silent on that issue! In Syria all Palestinians are disenfranchised and locked up in camps. In January 2014, the Syrian army encircled Palestinians in a camp and let them starve.

That’s apartheid! But Fridays For Future wants it to live.

A Jew hater criticizes those things about Jews that he gives non-Jews a pass on. An Israeli politician is already demonized if he’s not a saint. An Arab politician, however, is already declared a saint if he is not the devil. Israel is required to be superhuman in order to have permission to exist. For the rest of the world it’s enough to simply be human. Billions are spent to find Jews who are not perfect, only in order to demonize them: Look here, the Jews!

Countless journalists, correspondents, European and American organizations are on the road in Israel just to photograph, film and collect stories that show Jews as not perfect. Those photos, films and stories are regularly broadcast by state-sponsored and supported media, so that the majority are led to believe Israel to be the greatest threat to world peace and by and large no better than its Jew-hating neighbors.

Despite the continuous and relentless war that has been going on since 1948 against Israel, with the aim of wiping out the entire country and its population, Israel has adhered to all the basic principles of a democratically constituted society. This is unique in history.

Why doesn’t Fridays For Future praise Israel?

When it comes to save the planet Israel has taken on the responsibility. In December 2021 Israel’s minister of energy, Karine Elharrar, stopped the issuing of new licences for gas searching offshore at least for one year and said the government would focus on green energy. In March 2022 the government adopted a resolution for closing the petrochemical zone in Haifa Bay in a decade. The decision is very important to fulfilling the climate pledges of Israel. In May 2022 the government approved a climate law. The main points are to reduce greenhouse gas emissions by 27% by the year 2030 compared to the base year 2015, and to reach zero emissions by 2050. Israel’s NAM Technology has developed Ecokor, a new heating and cooling system that will save up to 40% of electricity consumption and reduce pollution emissions by increasing the output of cooling systems while using the same amount of power consumption. Furthermore Israel’s cabinet approved a plan in January 2022 to plant almost half a million trees throughout cities all over the country.

Fridays For Future should celebrate Israel, but they condemn Israel.

Israel may not be perfect, but there is no country in the world that has performed better under similar circumstances.

Why does Fridays For Future criticize Israel?

Fridays For Future points out all the mistakes Israel has made. They list all the misdemeanours Israel is said to have committed. The whole world is well informed about this. Criticism of Israel is common everywhere. Much criticism of the Israeli government comes from within Israel itself. In many countries Israel is certainly the most criticized nation, be it from free or unfree countries, be it from Germany or Iran. The United Nations has criticized Israel more often than all the other countries combined: from North Korea to America, from Russia to Afghanistan.

Why does Fridays For Future take some time out fighting for the planet in order to criticize Israel? If anything is superfluous, then even more criticism in the direction of Israel. What needs more attention are those regimes where criticism can be and is punished with violence and death.

There’s already enough criticism of Israel which is merely repetitive. However, there is a lack of criticism of the behavior and actions of Israel’s enemies. Indeed, that criticism can result in violence and even death in some parts of the world.

I am for Israel, not because I believe that somebody first set his foot in the sand somewhere, or because some God invited some bearded man for a coffee to discuss dividing up the world, but because Israel is the only country in the Middle East in which women and men have equal rights; homosexuality is recognized by the state; opinion, art and science are free; no religion is discriminated against, and Jews neither have to be better nor worse than all other people. Every square meter in the Middle East that takes Israel as an example is one square meter of humanity gained.

Why is Fridays For Future demonizing the country that lets me live as I am and fail to criticize all the countries where I am persecuted because I am the way I am?

As said, a Jew hater criticizes those things about Jews that he gives non-Jews a pass on. Fridays For Future is certainly guilty of that. I hope, Fridays For Future finds a way out of this centuries old hatred. I sincerely wish all the girls, boys, men and women of Fridays For Future at least one Shabbat For Sanity.

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Gendergerechter Judenhass

Am 23. November 2022 veröffentlichte Malcolm Ohanwe folgende Anklage auf Twitter:

„Jeden Tag spüre ich aufs Neue, dass Deutschland, wie fast alle anderen Gesellschaften der Welt, zwar anti-schwarz und homophob ist, aber dieser abgrundtiefe so verbitterte, fiese, rationalisierte Hass gegen Araber*innen und Palästinenser*innen hat ganz andere Dimensionen.“

Menschen wie Malcolm Ohanwe können Kritik nicht von Hass unterscheiden. Rassismus ist die Verurteilung eines Menschen aufgrund seiner Hautfarbe und seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse jedoch nennt sich Kritik und Kritik ist kein Hass.

Malcolm Ohanwe nennt es Hass, wenn Menschen die Regierungen, religiösen Führer und gesellschaftlich gefeierten Helden vieler Araber und Palästinenser kritisieren. Er blendet dabei völlig aus, dass die Kritik berechtigt ist. Die Kritik entstammt nämlich der mehr als verständlichen Sorge vieler Menschen, die mit dem Hass vieler Araber und Palästinenser besonders auf Juden konfrontiert sind. Der Hass ist real und laut. Dennoch scheint Malcolm Ohanwe diesen Hass nicht zu hören. Woran kann das liegen?

Vielleicht findet sich die Antwort darauf in seinem Tweet selbst, denn er schreibt ja nicht von Arabern und Palästinenser, sondern von „Araber*innen und Palästinenser*innen“. Vielleicht liegt da der fehlende Schlüssel zum Verständnis. Vielleicht kann Malcolm Ohanwe den Hass nur erkennen, wenn er gendergerecht verfasst wird.

Tapfer im Nirgendwo kann aushelfen. Für alle Menschen, die nur noch gendergerechte Sprache verstehen können, präsentiert Tapfer im Nirgendwo den Hass vieler Palästinenser*innen und Araber*innen in gendergerechter Sprache.

In der Gründungscharta der Hamas heißt es im Artikel 7:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslim*innen die Jüd*innen bekämpfen und sie töten.“

Am 9. Oktober 2015 hielt der cis-männliche Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Jüd*innen ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden, Jüdinnen, transsexuellen und non-binären Menschen jüdischer Identität nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende cis-männliche Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärt:

„Jüd*innen sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gött*in das schmutzige Volk der Jüd*innen vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Menschen jüdischer Identität sei möglich, jeden, der sich mit jüdisch gelesenen Menschen zusammensetzt, jeden, der glaubt, Jüd*innen seien Menschen! Jüd*innen sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Bei der Fußballweltmeister*innenschaft für Menschen mit männlicher Selbstidentifikation 2010 sprach der libanesische Cis-Mann und Minister, Wiam Wahhab, am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV:

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Menschen mit deutscher Staatsbürger*innenschaft, weil sie die Jüd*innen hassen und sie verbrannt haben.“

Der Hamassprechende Fawzi Barhoum erklärte am 30. Juli 2014:

„Jeder und jede, der oder die ein Messer, eine Waffe oder ein Auto hat und damit nicht eine*n Siedler*in oder eine*n Jüd*in angreift und mehrere zehn Zionist*innen tötet, gehört nicht zu Palästina!“

Der sich männlich identifizierende ehemalige Amtsinhaber des Innenministeriums in dem von der Hamas verwaltenden Gazastreifens, Fathi Ahmad Hamad, erklärte im Juli 2019:

„Wir müssen alle Jüd*innen auf dem Antlitz der Erde angreifen, sie schlachten und töten mit der Hilfe Gottes/Göttins.“

Im Jahr 2013 erklärte der Führende der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines/einer einzelnen Israelis/Israelin in unserem Land sehen, seien es nun Zivilist*innen oder Soldat*innen.“

Das sind alles original Zitate, die lediglich in eine gendergerechte Sprache übersetzt wurden.

Vielleicht können Menschen wie Malcolm Ohanwe jetzt ein klein wenig verstehen, warum die Kritik an Palästinenser*innen und Araber*innen ein klein wenig heftiger ausfällt.

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Whoopi Goldberg: „It depends on who you talk to.”

Whoopi Goldberg said, „it depends on who you talk to“, after co-host Sara Haines said, the Hamas and the Taliban are being viewed as terror organizations. A few hours later, Hamas celebrated two bombing attacks in Jerusalem that left a young teenager dead and wounded 22 others.

Dear Whoopi,

you claim that it depends on who I talk to. I have a modest question for you. To whom do I have to talk in order to speak to someone who doesn’t consider the Hamas a terror organization?

The founding charter of Hamas demands the annihilation of the entire Jewish people (Article 7) and the destruction of Israel (Article 13). Article 7 states:

„Time will not dawn until Muslims fight the Jews and kill them.“

In mosques and on television Hamas ministers call Jews bacteria which should be exterminated and vermin whose throats should be cut and whose families should be murdered. The Hamas Deputy Minister of Religious Endowments, Abdallah Jarbu, once declared:

“Jews are foreign bacteria – a microbe unparalleled in the world. May He annihilate this filthy people who have neither religion nor conscience. I condemn whoever believes in normalizing relations with them, whoever supports sitting down with them, and whoever believes that they are human beings. They are not human beings. They are not people. They have no religion, no conscience, and no moral values.”

Isn’t this terror, Whoopi?

„It depends on who you talk to.”

Or, dear Whoopi, do you think, some people consider Jews and Israel as terrorists? If that’s what you mean, who are these people?

There are 1,7 Million Muslims living peacefully with Jews in Israel. They are the neighbors, colleagues, teachers, lawyers, judges, deputies, police officers, firefighters, soldiers, cooks, sexual partners and much, much more of the Jewish population. They laugh, live, eat, cry and fight together. They live together, not only because they want to live together, but because they have to live together. They share the same country. They are connected in fidelity with the trees, rivers, mountains, seas, lakes, towns, villages and deserts of their homeland which they often include in their prayers. They are one family! Some are distant relatives, others trusted friends. 1,7 Million Muslims are affirmative in their attitudes towards Jews and reach out their hands in peace.

Israel is the only country in the Middle East in which 1,7 Million Muslims live securely, in a democracy which allows them to be gay or lesbian. They have the same rights as all other citizens in the country, regardless of their gender and skin color.

Every fifth Israeli is a Muslim. Israel is the only country in the Middle East, in which the people can choose their government and have it replaced. The Israeli government is the only democratically elected country in the Middle East in which Muslims and Arabs reside.

Do you call this terror, Whoopi?

„It depends on who you talk to.”

Israel is the only country that despite over a seventy-year-long war, whereby adversaries aim for its complete destruction, has retained all basic principles of a democratic society. This is unique in history. Although Israel is not perfect, there is no other country which does so well in the face of such animosity and hate. The Israeli Declaration of Independence states:

„WE EXTEND our hand to all neighbouring states and their peoples in an offer of peace and good neighbourliness, and appeal to them to establish bonds of cooperation and mutual help with the sovereign Jewish people settled in its own land. The State of Israel is prepared to do its share in a common effort for the advancement of the entire Middle East.“

Does this sound like terror, Whoopi?

„It depends on who you talk to.”

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Don‘t you dare!

Malca Goldstein Wolf hat eine Warnung für die Amerikaner.

Der deutsche Wutbürger hat recht! Wie kann es dieser Donald Trump wagen, sich erneut als Präsidentschaftskandidat zu bewerben? Ganz ohne deutsches Einverständnis!

Unvergessen die Momente, als uns dieser reiche Tölpel vor der Welt bloßgestellt hat. Pah, da hat er uns doch tatsächlich belehren wollen, damit wir uns in der Energieversorgung nicht von Putin abhängig machen.

Gut, dass Außenminister-Legende Heiko Maas seinen abstrusen Vorschlag seinerzeit weggelacht hat. Schließlich nehmen wir Ratschläge nur von denjenigen an, die den deutschen Moral-TÜV bestanden haben. Donny gehört nicht dazu. Da frieren und hungern wir lieber.

Überhaupt, was fällt diesem hergelaufenen Schnösel ein, seine gesamte Amtszeit dafür zu missbrauchen, Deutschlands Staatsräson ad absurdum zu führen? Er hat dafür gesorgt, dass die USA aus dem Iranabkommen ausgestiegen sind. So what? Wer aber installiert im ganzen Land Stolpersteine? Ja, wer??? Wir, doch, wir!!!

Wir gedenken den toten Juden zu jeder Gelegenheit und jetzt kommt Donny und spielt sich auf. Jerusalem hat er doch bestimmt nur deshalb als Hauptstadt Israels anerkannt, um so das Deutsche Volk zu brüskieren. Aber nicht mit uns!

„Nie wieder“ ist ein deutscher Verkaufsschlager, den lassen wir uns nicht nehmen!

Wir werden ihm auch nicht verzeihen, dass wir während seiner Amtszeit nahezu alle palästinensischen Terrorrenten alleine finanzieren mussten. Was uns das alles gekostet hat! Daher sagen wir heute klar und deutlich:

Wenn Ihr Amis es wagt, Trump ein zweites Mal zu wählen, dann schicken wir Euch unsere Klimaaktivisten. Auf Euren Highways klebt es sich gewiss auch gut.

Don‘t you dare!

(TINMGW)

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Caryl Churchill und Portia

Eigentlich hätte die britische Autorin Caryl Churchill am 20. November 2022 den mit 75.000 Euro dotieren „Europäischen Dramatiker:innen Preis 2022“ als Würdigung für ihr Gesamtwerk im Schauspiel Stuttgart entgegen nehmen sollen, aber daraus wird jetzt doch nichts. Das Schauspiel Stuttgart hat nämlich erklärt, die Verleihung des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg geförderten Preis an Caryl Churchill mit „großem Bedauern“ abzusagen.

Die Jury erklärt die Aberkennung des Preises damit, dass die beiden Stücke „Seven Jewish Children“ und „A Play for Gaza“ von Caryl Churchill antisemitisch wirken könnten, aber vor allem damit, dass die Jury inzwischen Kenntnis von Unterschriften der Autorin im Zusammenhang mit der israelfeindlichen Boykottbewegung BDS („Boycott, Divestment and Sanctions“) erlangt habe. Die Unterstützung von BDS durch die beinah Gewürdigte ist jedoch nicht neu. Springen wir einfach mal zehn Jahre in die Vergangenheit.

Vorhang auf! London 2012.

Im April 2012 fand im Londoner Globe Theatre das Festival „Globe to globe – 37 languages, 37 plays“ statt. Bei dem Festival wurden 37 Nationen Inszenierungen von Shakespeares Dramen in ihren Landessprachen präsentiert. Das Globe Theatre erklärte, bei dem Festival handle es sich um eine „Feier von Sprachen, nicht um eine Feier von Nationen und Staaten“.

Aus Russland war „Maß um Maß“ aus Moskau eingeladen, aus Weißrussland „König Lear“, aus China „Richard III“ und aus der palästinensischen Autonomiebehörde „Richard II“ aus Ramallah. Trotz der teilweise massiven Menschenrechtsverletzungen in China, Weißrussland, Russland und der palästinensischen Autonomie waren diese Inszenierung herzlich eingeladen. Es gab nur ein Land, bei dem die Herzlichkeit aufhörte.

Die Dramatikerin Caryl Churchill und einige weitere Künstlerinnen und Künstler wie zum Beispiel die Schauspielerin Emma Thompson sprachen sich dafür aus, ein Ensemble von der Bühne des Globe Theatre zu vertreiben. Ihr Vergehen: Sie kamen aus Tel Aviv in Israel. 

Ausgerechnet die Dramatikerin Caryl Churchill, die mit ihrem Theaterstück „Top Girls“ ein Meisterinnenwerk des Feminismus verfasst hat, Warum sprach sich gegen das einzige Land im Nahen Osten aus, in dem Männer und Frauen, mögen sie nun heterosexuell oder homosexuell sein, vor dem Gesetz gleich sind.

Caryl Churchill behauptete, Israel betreibe eine Siedlungspolitik, die nicht akzeptabel sei, schwieg aber bei der Besatzungspolitik Chinas und hatte auch bei Weißrussland keine so großen Bedenken. In dieser Farce rund um ein Shakespeare-Festival erinnern mich Caryl Churchill an eine Frau aus einem Stück von William Shakespeare. Die Figur heißt Portia und taucht in dem Stück „Der Kaufmann von Venedig“ auf.

Portia ist die Frau, die dafür sorgt, dass der Jude Shylock aus Venedig vertrieben wird, einfach nur weil er so ist, wie alle anderen Menschen in Venedig auch. Shylock weigert sich, strikter nach den christlichen Prinzipien zu leben als die Christen selbst, die sich allesamt nicht an ihre eigenen Regeln halten. In „Der Kaufmann von Venedig“ erleben wir eine christliche Gesellschaft, die von dem Juden Shylock eine Verhaltensweise abverlangt, die sie selber nicht in der Lage ist zu befolgen. Dafür bestrafen die christliche Gesellschaft den Juden Shylock umso heftiger, nachdem sich herausstellt, dass er den christlichen Geboten nicht besser folgen kann und möchte als die Christen selbst. Shylock will und kann nicht besser sein als jeder andere Menschen und bringt dies mit diesen berühmt gewordenen Worten zum Ausdruck:

„Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Hände, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit derselben Speise genährt, mit denselben Waffen verletzt, denselben Krankheiten unterworfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewärmt und gekältet von eben dem Winter und Sommer als ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen? Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleich tun. Wenn ein Jude einen Christen beleidigt, was ist seine Demut? Rache. Wenn ein Christ einen Juden beleidigt, was muss seine Geduld sein nach christlichem Vorbild? Nu, Rache.“

Shylock ist ein Mensch mit Gefühlen und Ängsten. Wenn er bedroht oder angegriffen wird, verteidigt er sich. Zur Not versetzt er seine Umwelt sogar in Angst und Schrecken, wenn dies die einzige Möglichkeit ist, das eigene Leben zu bewahren. Aber in Venedig dürfen Juden keine Menschen sein. 

Die Figur des Shylock zeigt uns, was den Judenhass im Inneren auszeichnet: Der Judenhasser kritisiert an Juden Dinge, die er bei allen anderen durchgehen lässt. Im Jahr 2012 war Caryl Churchill eine solche Judenhasserin.

Wie soll sich Israel denn Churchills Meinung nach zu der Tatsache verhalten, dass die radikale Hamas erklärtermaßen alle Juden weltweit vernichten will, während die gemäßigte Fatah die Vernichtung lediglich auf Israel beschränken möchte? Wie soll sich Israel gegenüber der Tatsache verhalten, dass Minister der Hamas Juden als Bakterien bezeichnen, während zur gleichen Zeit immer wieder Raketen auf Israel abgefeuert werden?

Israel ist ein Land, das seit seiner Gründung in seiner puren Existenz bedroht wird und dennoch hält Israel die Standards einer freien und demokratischen Gesellschaft aufrecht. Gibt es irgendeinen Venezianer, der sich bei vergleichbarer Bedrohung besser verhalten würde als Israel? Nein, gibt es nicht! 

Für die Portias der Welt ist Israel wie Shylock. Es reicht nicht, dass Israel menschlich ist, Israel muss übermenschlich sein, um leben zu dürfen. Israel muss es nicht genauso gut machen wie alle anderen Länder, es reicht auch nicht, besser zu sein, nein, Israel muss perfekt sein, um existieren zu dürfen. Die Portias der Welt loben die Diktatoren der palästinensischen Autonomie schon, wenn sie sich nicht offen wie Hitler geben, aber verteufeln die demokratisch gewählten Vertreter Israels, wenn sie keine fehlerfreien Engel sind.

Israel ist nicht perfekt und deshalb sprechen sich sich Menschen wie Caryl Churchill erbarmungslos dafür aus, Israel von der Londoner Bühne zu vertreiben, so wie Portia den Juden Shylock als Richter verkleidet aus Venedig vertrieben hat. Ironischerweise war das Stück des Habima Ensemble aus Tel Aviv, das Caryl Churchill von der englischen Bühne vertreiben wollte, ausgerechnet „Der Kaufmann von Venedig“.

Der Vorhang fällt langsam.

„Portia und Shylock“ – Thomas Sully (1783–1872)
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Der Spiegel sucht die Schuld für Judenhass bei Israel

„Wenn in Israel eine rechtsradikale Regierung an die Macht kommt, droht eine neue Welle des Antisemitismus – gegen Juden in Europa und Deutschland.“

Das schrieb der Spiegel am 13. November 2022 auf Twitter.

Für den Spiegel ist Judenhass eine Reaktion auf ungebührliches Verhalten von Juden. Wenn Juden nicht so wählen, wie es der Spiegel erwartet, dann steigt eben der Judenhass. So einfach ist das.

Wie bloß soll ich diesen Leuten vom Spiegel erklären, dass diese Aussage nicht nur zutiefst widerlich ist, sondern auch antisemitisch? Ich versuche es mal so:

Als im November 1918 Frauen in Deutschland das Wahlrecht erhielten, das ihnen so lange mit brutaler Gewalt vorenthalten wurde, bekamen sie dieses Recht nicht unter der Vorgabe, dass sie nur gewisse Parteien wählen dürfen. Sie erhielten stattdessen das selbstverständliche Menschenrecht der Demokratie, sich bedingungslos für jede Partei entscheiden zu dürfen.

Man muss sich nicht benehmen, um im Besitz der Menschenrechte zu sein. Die Menschenrechte gelten ausnahmslos für alle und immer.

Hätten Frauen in Deutschland im Jahre 1918 das Wahlrecht nicht erhalten, so wären alle Frauen unschuldig gewesen an den Entscheidungen der kommenden Wahlen. Im Besitz des Wahlrechts jedoch wurden sie verantwortlich. Nicht wenige Frauen sollten sich für eine faschistische Partei entscheiden. Durch das Wahlrecht wurden Frauen verantwortlich für die Nazis.

Ohne das Wahlrecht für Frauen wären alle Frauen in Deutschland unschuldig an der Wahl Hitlers gewesen. Das heißt aber nicht, dass die Tatsache, dass manche Frauen Hitler gewählt haben, Frauenhass rechtfertigt. Egal, wie sich die ein oder andere Frau auch benimmt, es rechtfertigt keine Vergewaltigung und provoziert auch keine.

Der Spiegel erklärt, es gäbe Parteien, die Juden aufgrund ihrer Erfahrung der Verfolgung nicht wählen dürfen, ganz so, als wären die Konzentrationslager Einrichtungen zur Nachhilfe in guter Staatsbürgerlichkeit gewesen. Der Aussage des Spiegel wohnt ein antisemitischer Moment inne, denn es ist ein Unterschied, ob man sagt: “Das ist keine Partei, die man wählen sollte“, oder ob man sagt: “Das ist keine Partei, die man als Jude wählen sollte.”

Meine politischen Ansichten formuliere ich aus meinem persönlichen Denken heraus. Natürlich wird dieses Denken auch durch meine Erfahrungen beeinflusst und diese Erfahrungen sind selbstverständlich verbunden mit meiner Hautfarbe, meinem Geschlecht und dem Glauben, in dem ich erzogen wurde, aber ich habe die Freiheit, mich zu diesen Erfahrungen zu verhalten.

Niemand kann etwas für seine Herkunft, aber dennoch ist niemand Opfer seiner Zukunft.

Alle Menschen Menschen sind in der Lage sind, sich von ihren Einflüssen und Prägungen zu emanzipieren. Sie können all die geistigen Ablagerungen der Vergangenheiten hinterfragen und sich die eigenen Ängste und Privilegien bewusst machen, um zu einer Entscheidung zu gelangen, für die man dann unabhängig vom Aussehen und der Herkunft die ganz persönliche Verantwortung übernehmen muss.

Diese persönliche Verantwortung kann niemand nehmen, kein Vorbild, keine Heldin, keine Partei und kein religiöser Führer.

Niemand muss sich benehmen, um nicht diskriminiert zu werden.

Alle Menschen, egal welcher Hautfarbe, welchen Geschlechts oder welchen kulturellen Zugehörigkeit auch immer, haben das gleiche Recht, sich für das Eine oder für das Andere zu entscheiden. Alle dürfen sich anständig oder unanständig benehmen, ohne dass sie dabei auf ihre Gruppenzugehörigkeit reduziert werden, aus der sich ergeben soll, dass sie gewisse Dinge einfach nicht machen dürfen.

Als weißer, männlicher Christ kann ich jede Partei wählen. Niemand wird deshalb meine Identität infrage stellen. Ich wähle eine Partei nicht, weil ich weiß bin, männlich oder Christ, sondern weil ich darüber nachgedacht habe. Nachdenken können alle volljährigen Menschen und zwar aller Geschlechter, Hautfarben und Religionen. Die Vernunft ist menschlich und die Freiheit ist kein Privileg des weißen Mannes.

Es gibt Rassisten, die lassen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft nicht in ihre Läden rein. Diese Rassisten kann ich ignorieren. Dann gehe ich halt nicht in ihre hasserfüllten Läden. Mit Rassisten will ich eh keine Geschäfte machen.

Rassisten aber, die erklären, man könne aufgrund seiner Hautfarbe oder seiner Herkunft nur so oder so denken, geben einem nicht mehr die Möglichkeit zu ignorieren, indem man den Laden des Hasses einfach nicht betritt, denn sie pressen ihren Hass in die Körper der Menschen. Sie erklären, wenn ein schwarzer Mensch so oder so denkt, dann ist er eben nicht mehr schwarz, wenn ein Jude anders spricht, als es sich für einen Juden geziemt, dann ist er kein echter Jude mehr und wenn eine Frau es wagt, anders zu wählen, als es der männliche Feminist für richtig erachtet, dann ist sie keine wahre Frau mehr.

Dieser Rassismus ist auf eine ganz spezielle Art brutal, denn er wirft Menschen nicht aus fremden Läden raus, sondern aus ihren eigenen Identitäten. Dieser Rassismus macht Menschen nicht zu Opfern an fremden Orten, sondern zu Opfern in ihren eigenen Körpern.

Wer Juden für etwas verurteilt, was er bei allen anderen durchgehen lässt, ist ein Antisemit.

Wer Schwarze für etwas verurteilt, was er bei allen anderen durchgehen lässt, ist ein Rassist.

Wer Frauen für etwas verurteilt, was er bei allen anderen durchgehen lässt, ist ein Sexist.

Es gibt Judenhasser, die hassen Juden, weil sie Juden sind, egal wie sie sich benehmen und es gibt Judenhasser, die sagen, dass Juden gehasst werden, weil sich manche Juden nicht benehmen. Die erste Gruppe der Judenhasser ist wenigstens ehrlich. Die Leute beim Spiegel sind es nicht.

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Sein und Nichtsein

Gedanken zur Identität von Patricia Reichardt.

Wenn du keinen Rock anziehst
Bist du kein echts Mädchen
Dann darfst du nicht mit auf das Klassenfoto

Wenn du Harry Potter magst
Bist du kein echtes Mädchen
Dann wollen wir nicht mir dir spielen

Wenn du dich nicht für Pferde interessierst
Bist du kein echtes Mädchen
Dann wollen wir nicht mit dur reden

Deine Docs darfst du nicht anziehen
Denn die tragen nur Jungs
Aber du bist ein Mädchen

Pokemon darfst du nicht mögen
Denn das ist nur was für Jungs
Aber du bist ein Mädchen

Mathe wirst du nie verstehen
Denn das können nur Jungs
Aber du bist ein Mädchen
Sie war erst 7
Als sie begann SICH in Frage zu stellen
Statt ihre Umwelt.

Sie war erst 8
Als niemand mehr mit ihr sprach
Und sie wünschte, sie wäre tot

Heute ist sie 10
Und versteht, dass das Chatakter nicht das Geschlecht definiert.

Endlich liebt sie sich so, wie wir es tun,

Doch da kommen die, die mit ihrer EIGENEN Identität nicht klar kommen
Und erklären erklären alle, die sind wie meine Tochter, zum Problem.

Unsere Wahrnehmung wird als Lüge propagiert
Unsere Sicherheit und Rechte werden bedroht

Das können wir nicht akzeptieren.
Das wollen wir nicht zulassen
Frauen werden nicht schweigen!

***

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(TINPR)

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Kein Bier für die ZDF heute-show

Am 11. November 2022 um 22:57 Uhr schrieb die Redaktion der ZDF heute-show auf Twitter:

„Dank Elon Musk darf jetzt wieder jeder alles sagen auf Twitter! Totale Meinungsfreiheit.“

Dazu veröffentlichten die Witzbolde der ZDF heute-show eine Fotocollage, auf der Elon Musk zu sehen ist, wie er bei einer nationalsozialistischen Großveranstaltung vor Nazifahnen steht, auf denen allerdings das schwarze Hakenkreuz im weißen Kreis durch den Twittervogel ersetzt wurde.

Mit diesem Bild zeigt die Redaktion der öffentlich-rechtlichen Satiresendung ihr brutales Unwissen über die Geschichte der Nationalsozialismus.

Das Problem in der Zeit des Nationalsozialismus war nicht so sehr der Umstand, dass „Der Stürmer“ zu erwerben war, sondern viel mehr die Tatsache, dass sich die Nationalsozialisten zunächst die persönliche und nach der Machtübernahme auch die staatliche Gewalt nahmen, andere Meinungen und Zeitungen zu verbieten, die ohne Probleme die Ideologie der NSDAP hätten entlarven können.

Die Nationalsozialisten nutzen nicht die Meinungsfreiheit, um an die Macht zu kommen, sondern sie nutzten ihre Macht, um die Meinungsfreiheit zu attackieren.

Nichts fürchten jene, die Unrecht haben, mehr als die Meinungsfreiheit! Darum erklärten auch die Nationalsozialisten in ihrem 25-Punkte-Program unter Punkt 23:

„Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst- und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausübt und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.“

Aufgrund des „Gemeinwohls“, Meinungen kriminalisieren, Veranstaltungen schließen, Bücher verbieten und Zeitungen abschaffen. Das ist die Gedankenwelt der Nazis. Diese Gedankenwelt führte dazu, dass die Nazis in widerlichen Spektakeln öffentlich Bücher verbrannten. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen.

Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie sehen in eine Kneipe einen Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie würden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trüge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten wäre. Sie würden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen und er würde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrüßen, weil das unter Hassrede fällt. Sie würden ein wenig plaudern, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das Gespräch auf ein Thema fällt, bei dem Sie plötzlich merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spät. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben. Alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes und des Sagens von „Heil Hitler“ Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist. Ich möchte wissen, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet.

Meinungsfreiheit ist ein präventiver Schutzmechanismus. Nur durch die Artikulation der Gedanken lerne ich das Innere eines Menschen kennen und kann so rechtzeitig entscheiden, ob ich mich vor ihm schützen sollte oder von ihm lernen kann. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden.

Deshalb gibt es in Deutschland mit dem Artikel 5 des Grundgesetz’ ein Grundrecht, das die Meinungsfreiheit garantiert. Diese Freiheit wird nur in ganz wenigen Ausnahmefällen eingeschränkt, wie zum Beispiel im Falle von Beleidigungen oder bei Volksverhetzung. Im §130 StGB steht, was eine strafbare Volksverhetzung ist. Im Absatz 3 steht:

„Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der in § 6 Abs. 1 des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung billigt, leugnet oder verharmlost.“

Ich bin kein Jurist, aber für mich ist der Vergleich von Twitter und Elon Musk mit dem Nationalsozialismus durchaus etwas, das ich als Verharmlosung bezeichnen würde. Allerdings bin ich ein radikaler Verfechter der Meinungsfreiheit und daher soll die ZDF heute-show meinetwegen machen, was sie will. Sollen andere darüber richten, ob hier im Namen des ZDF der Nationalsozialismus verharmlost wurde. Ich habe dazu nur eins zu sagen:

„Ein Bier werde ich der Redaktion der ZDF heute-show jedenfalls nicht mehr ausgeben.“

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