Schwere Unruhen in Schweden

Donald Trump lässt wirklich keine Möglichkeit aus, um sich lächerlich zu machen. Jetzt hat er sich auch noch in der Zeit vertan. Es sagte: „Seht, was gestern in Schweden los war. In Schweden!“ Es hätte jedoch „übermorgen“ statt „gestern“ heißen müssen!

Nein, Donald Trump kann nicht hellsehen. Er meinte mit seinem Kommentar auch keine konkrete Ausschreitung, sondern einen Bericht über Schweden, der am Tag vor seiner Rede, also „gestern“, auf einem der größten amerikanischen Fernsehsender gezeigt wurde. Donald Trump ist jedoch nicht gerade der Hellste, wenn es um rethorische Fähigkeiten geht und viele Journalisten tendieren dazu, nicht ganz ohne Grund, besondern kritisch mit ihm ins Gericht zu gehen, daher kam es zu dem Missverständnis, er habe eine konkrete Ausschreitung gemeint. Jetzt hat es eine konkrete Ausschreitung gegeben:

Für Juden ist diese Gewalt in Schweden nichts neues, denn in Schweden findet sich zur Zeit der schlimmste Judenhass Europas. Vor einigen Jahren wurde sogar eine Reisewarnung für Juden ausgesprochen. Das amerikanische Simon Wiesenthal Center riet Juden, die Südschweden besuchen wollten, zu „extremer Wachsamkeit“. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeine in Malmö, Fred Kahn, sagte im Jahr 2010:

„Das Klima für Juden in Malmö ist beschwerlich.“

In Malmö kam es in den letzten Jahren zu Ausschreitungen in jüdischen Läden, zu Schändungen des jüdischen Friedhofs und zu offenen Drohungen, Juden nach islamischem Ritus zu schlachten. Ende Juli 2012 explodierte sogar ein Sprengkörper auf den Eingangsstufen der Synagoge in Malmö. Im Jahr 2010 berichtete Rabbiner Schneur Kesselman, dass er des öfteren Ausdrücke wie „Scheißjude“ oder „Heil Hitler“ an den Kopf geworfen bekäme. Viele Juden haben in den letzten Jahren Malmö verlassen.

„Nach den Ereignissen der letzten Zeit ist Malmö keine Stadt, in der meine Kinder aufwachsen sollen“, sagt zum Beispiel Daniel Eisenberg, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Oktober 2011 nach Stockholm gezogen ist. Auslöser für den Auszug der Eisenbergs war das Davis-Cup-Turnier im März 2011.

Weil Spieler des Staates Israel an dem Wettbewerb in Malmö teilgenommen hatten, kam es auf den Straßen der Stadt zu Demonstrationen, die sich auch gegen Malmös Juden richteten. Die Demonstranten verlangten einen Ausschluss der jüdischen Spieler aufgrund des „Vergehens“ Israelis zu sein. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu lies daraufhin das Tennismatch zwischen Schweden und Israel „aus Sicherheitsgründen“ vor leeren Rängen austragen und distanzierte sich zu keiner Zeit von den judenfeindlichen Ausschreitungen. Selbst als der Stadtrat der schwedischen Linkspartei, Carlos Gonzalez, die Ausschreitungen gegen Juden mit der Worten rechtfertigte, „Wir können doch nicht einfach die Augen verschließen vor dem, was in Gaza passiert“, widersprach Reepalu nicht. Als er später gefragt wurde, was er davon halte, dass jetzt immer mehr Juden aus Angst Malmö verlassen, sagte er nur lapidar: „Wenn Malmös Juden nach Israel ziehen, ist das ihre Sache.“ Einige Zeit später erklärte er den verbliebenen Juden, dass sie den Hass, der ihnen entgegenschlage, dadurch erheblich abschwächen könnten, dass sie sich deutlich von Israel distanzieren.

Im Oktober 2014 beschloss die schwedische Regierung die Anerkennung Palästinas als eigenständigen Staat, obwohl die Gründungscharta der Hamas die Vernichtung aller Juden weltweit fordert. Für diese Anerkennung wurde die schwedische Politikerin Hillevi Larsson, die dem schwedischen Parlament angehört, von einem schwedischen Palästinaverband ausgezeichnet. Auf einem Bild sieht man Hillevi Larsson lächelnd mit schwarz-weiß-rot-grüner Fahne in der Hand und einer Plakette, auf der Israel vernichtet und komplett von Palästina ersetzt wurde. Hillevi Larsson lächelte, als sie ein Bild hochhielt, auf dem der Staat Israel nicht mehr existierte.

Für die Sendung „Uppdrag granskning“ schickte das schwedische Fernsehen vor ein paar Monaten den Reporter Petter Ljunggren mit einer Kippa und Davidsternkette nach Malmö. Mit versteckter Kamera wurden die Reaktionen gefilmt. Ein Mann im Zentrum Malmös rief Ljunggren „jüdische Scheisse“ zu und fordert ihn auf, zu verschwinden. Ein anderer Mann ballt seine Faust und schrie: „Hau ab, Satansjude!“ Im Vorort Rosengrad macht sich sogar ein mehrköpfiger Mob daran, die Reporter anzugreifen. Als Reporter Ljunggren und ein Begleiter gingen, wurden von Häuserfenstern aus Eier nach ihnen geworfen.

Im März 2016 wurde der schwedische Vorentscheid zum 61. Eurovision Song Contest in Stockholm von Gina Dirawi moderiert. Dirawi ist Bloggerin, Comedian und Moderatorin und wurde 1990 in der Provinz Västernorrlands län geboren. Sie bezeichnet sich selbst als „schwedische Palästinenserin“ und fiel unter anderem mit einigen klaren Aussagen gegen Israel auf. Im Jahr 2010 erklärte sie auf ihrem Blog:

„Die israelische Regierung macht das Selbe wie Hitler nur mit anderen Mitteln. Sie ist rassistisch, sie unterdrückt und sie ermordet Menschen, die eine andere Meinung haben.“

Im Jahr 2012 empfahl sie auf ihrem Blog als „Bettlektüre“ das Buch “Är världen upp och ner?” von Lasse Wilhelmson. Der Autor lässt an seine Judenfeindlichkeit keinen Zweifel, denn schon auf dem Buchrücken steht deutlich sichtbar, Israel sei die „größte Gefahr für den Weltfrieden“ und Zionismus „die größte Gefahr der Menschheit“.

Der Programmverantwortliche des schwedischen Senders SVT, Petter Braggée, erklärt:

„Sie betreibt einen privaten Blog und so lange das, was sie schreibt, nicht unseren demokratischen Werten und Prinzipien widerspricht, haben wir keine Meinung dazu!“

Im Sommer 2015 ging Gina Dirawi für die SVT-Show “Ginas Welt” nach Israel. Sie traf dort jüdische Soldatinnen, weil, wie Dirawi betont, Israel „einen großen Teil ihrer Familie ermordet“ habe. Gina Diwrai behauptet sogar, ihre Familie sei von Israel „abgeschlachtet“ worden. An keiner Stelle der Show werden die Anschuldigungen von Gina Dirawi belegt. Ihre Behauptungen reichen, vermutlich, weil für schwedische Fernsehzuschauer Juden eben einfach so sind. Die Zuschauer erfahren dafür nichts über die Geschichte der jüdischen Soldatinnen. Sie erfahren nicht, wieviele Freunde und Familienmitglieder die jüdischen Mädchen verloren haben bei den über 7000 Raktenangriffen der letzten Jahre und bei den unzähligen Terroranschlägen und Messerattacken. Es fällt auf, wie selten die Soldatinnen zu Wort kommen, vermutlich, weil sie einfach nichts schreckliches gesagt haben.

Das Ergebnis der Show ist eine überraschte Gina Dirawi, die feststellen muss, dass Juden in Israel auch nur Menschen sind. Dirawi fragt sie Jüdinnen: „Hasst ihr mich?“ Die Antwort ist „Natürlich nicht! Warum?“ Dirawi sagt: „Ich habe Angst.“ Die Soldatinnen sagen „Das musst Du nicht“ und nehmen sie mit auf eine Tour. Die Soldatinnen erklären, sie seien froh, wenn Palästineserinnen mit ihnen sprechen würden, denn nur so sei der Hass zu beheben. Man merkt der Show an, dass die Erkenntnis, dass Israels Soldatinnen keine Bestien sind, so gar nicht in das Konzept der Produzenten passt. Darum wird auch viel mehr Sendezeit auf Gina Dirawis Vorwürfe verwendet, als auf die anschließende Auflösung, dass Israelis eben keine Monster sind. So ist es, wenn man von auf sich auf andere schließt. Gina Dirawi hasst Israel. Israel aber hasst Gina Dirawi nicht!

Dafür hat der Hass jetzt in Stockholm wieder zugeschlagen. Offensichtlich ist Donald Trump nicht das einzige Problem Schwedens und schon gar nicht das größte!

Veröffentlicht unter Nachrichten | 8 Kommentare

Am Elften im Elften um Elf Uhr

Auf dem Weg in die Normandie kam ich im Norden Frankreichs an einer Vielzahl Soldatendenkmäler vorbei.

In Frankreich ist die Erinnerung an die Brutalität des Krieges allgegenwärtig.

In Frankreich wird daher, ebenso wie im Vereinigten Königreich, in den USA, in Kanada, Belgien, Australien, Neuseeland und in vielen weiteren Ländern der 11. November als Gedenktag begannen, weil am Ende des Ersten Weltkrieges der Waffenstillstand von Compiègne besagte, dass die Kriegshandlungen am „Elften Tag des elften Monats um elf Uhr“ enden sollten. In vielen Ländern werden in Erinnerung an diesen Waffenstillstand sogar zwei Schweigeminuten gehalten.

Ich kann verstehen, dass in Deutschland anders an den Großen Krieg erinnert wird, weil Deutschland nicht ganz unschuldig am Ersten und vollkommen schuldig am Zweiten Weltkrieg ist, dennoch wünsche ich mir, dass auch in Deutschland der 11. November als Tag geehrt wird, wo dem Krieg ein Ende gesetzt wurde und zwar durch Krieg!

Die Soldatendenkmäler haben mir erneut vor Augen geführt, dass Deutschen auch heute noch Bescheidenheit deutlich besser zu Gesicht steht als Stolz. Wenn es etwas gibt, worauf Deutsche stolz sein können, dann auf das Grundgesetz und auf die deutsche Demokratie. Die gibt es allerdings nur, weil Franzosen, Amerikaner, Engländer und viele andere Nicht-Deutsche dafür gekämpft haben und gestorben sind.

Diese Männer und Frauen verschiedenster Herkunft zu ehren, ist das Mindeste, was Deutschland tun kann.

Veröffentlicht unter Europa | Kommentar hinterlassen

Gedanken in der Normandie

In meiner Kindheit war ich Messdiener in dem kleinen Dorf Haren-Erika. Dort habe ich die komplette katholische Erziehung erhalten: Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Missbrauch – das volle Programm eben. Der Missbrauchsskandal in meiner Heimat wurde deutschlandweit bekannt. Im Jahr 1996 berichtete der Spiegel:

„Im Zollgrenzörtchen Haren-Erika an der holländischen Grenze sind die Straßen wie mit dem Lineal gezogen. Die Bewohner dulden kein Unkraut in ihren Rosenbeeten, und die Zierzäune vor ihren Haustüren sind immer frisch gelackt.

Auffallend ist auch ein Kruzifix aus massivem Stein, das sich vor dem Gehöft des Bauern Josef Bonnarens erhebt. Bonnarens ist ein handfester Anfangsfünfziger im karierten Baumwollhemd und zählt zu den Dorfpatriarchen von Haren-Erika. Er gehört zu den Schlüsselfiguren einer Tragödie, die fast zehn Jahre unter Verschluß gehalten wurde und die die rund 1000 Erikaner nun doch mit voller Wucht getroffen hat.

Jahrelang hatte der Dorfpfarrer der Marienkirche ihm anvertraute Kommunionskinder und Meßdiener sexuell mißbraucht. Bonnarens war schon früh über einen der ersten Fälle informiert.

Doch der Mann schwieg. Und er schweigt bis heute. Wie er schweigt das ganze Dorf.

Die Bürger von Haren-Erika wünschen sich, daß diese furchtbare Geschichte nicht wahr ist, obwohl der Täter gestanden hat. Sie wollen nicht glauben, daß vorgefallen ist, wofür ihr ehemaliger Gemeindepfarrer Alois Bruns, 64, am vergangenen Mittwoch zu – überaus milden – zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde: Von 1987 bis 1995 hat der Geistliche 14 Jungen aus dem Ort 227mal sexuell bedrängt, hat sie unsittlich berührt und gestreichelt. Und das, was vor Gericht verhandelt wurde, ist nur ein Teil der Vorgänge in Haren-Erika, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.

Zunächst offenbarten sich über 20 Geschädigte, doch dann war ein Teil der Eltern plötzlich „nicht mehr an Strafverfolgung interessiert“, heißt es bei der Polizei. Die gläubigen Bürger von Haren-Erika hatten am Ende doch mehr Respekt vor ihrer Kirche, die den Geistlichen schützen wollte, erklärt Friedrich Lücken, Anwalt betroffener Eltern, den Mechanismus. Das alles sei doch „aufgebauscht“, lautet nun die gängige Formel im Ort.

Es fing an im April 1987. Die Nachricht erreichte Bonnarens, damals noch stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, telefonisch: Ein achtjähriger Junge war vom Pfarrer der Marienkirche mißbraucht worden und sei nun völlig verstört, erklärte eine Verwandte des Buben. Der Priester hatte das Kind nach dem Kommunionsunterricht dabehalten, es auf seinen Schoß gesetzt, Hose und Unterhose heruntergezogen und sein Geschlechtsteil betastet.

„Überlegen Sie sich das gut mit der Anzeige, wenn Sie in Zukunft friedlich in Erika leben wollen“, rieten Bonnarens und der Kirchenvorstandsvorsitzende den Eltern unmißverständlich.“

An diesen Herrn Bonnarens musste ich denken, als ich die Pressekonferenz von Milo Yiannopoulos sah.

In dem Dorf, in dem ich groß wurde, war Schweigen die große Tugend. Wer sich dem kollektiven Schweigegelübde widersetzte, galt schnell als „Netzbeschmutzer“. Als ich im zarten Alter von neunzehn Jahren das Thema auf die Bühne meines Ortes brachte, titelte die lokale Zeitung:

„Inszenierung bis an die Grenzen Geschmacks“

„Mutig sind sie schon, Gerd Buurmann, Christoph Lammers, Mella Ebel und Hanno Schulz, die jetzt zum zweiten Mal im Forum des Schulzentrums als Kabarettgruppe ‚Kulturschock‘ auftraten und es in keiner der rund dreistündigen Veranstaltung an Deutlichkeit fehlen ließen. (…) Kein Thema, und sei es noch so tabuisiert in einer Kleinstadt, war ‚Kulturschock‘ zu heiß. Da wird die ‚braune Vergangenheit‘ in Verbindung gebracht mit dem 9. November 1992 als vor einem Geschäft in Haren ein Reisigbesen Sinti und Roma das Betreten desselben vermiesen soll, die pädophile Vergangenheit eines ehemaligen Pastors gegeißelt und die Haltung der Amtskirchen dazu. Kindererziehung, Konsumverhalten und das ‚Einflößen von Gottesangst‘ wurden ebensowenig ausgespart wie der Geschichtsunterricht in Schulen, Reality-TV, Fernsehkonsum, Talkshows, die aktuelle Stadt- und Bundespolitik. Bewundernswert der Mut der vier Harener, in ihrer Heimatstadt so offen aufzutreten. Dennoch kann nicht verschwiegen werden, daß an manchen Stellen die Symbolik der Handlung übertrieben war und damit trotz künstlerischer Freiheit nicht mehr im Bereich akzeptablen Geschmacks lag.“

Ja, der akzeptable Geschmack. Mit dem war ich damals schon im Clinch. Es ist heute nicht anders. Aber ich schweige dennoch nicht, nicht damals, nicht heute. Das habe ich mir damals in Haren geschworen. Reden ist nämlich keine Schande. Schweigen, wo Unrecht geschieht, ist eine Schande!

Oft werde ich gefragt, woher ich die Zeit und Kraft nehmen, über all die Dinge zu sprechen. Die Antwort ist stets die selbe: Es bedarf deutlich mehr Zeit und Kraft zu schweigen!

Ich hatte damals einfach nur Glück. Ich hatte zwar Eltern, die lange Zeit mit dem Dorf schwiegen, aber als ich begann, über all die Dinge zu sprechen, unterstützten sie mich, wo sie nur konnten (Danke Mama und Papa). Außerdem hatte ich gute Freunde in dem Dorf, die mir zur Seite standen (Danke Stefan, Anita und ‚Kulturschock‘). Es gab da vor allem ein älteres, homosexuelles Paar, das mir half, meine Angst und meinen Zorn in etwas konstruktives, in etwas kreatives zu verwandeln (Danke Horst und Günther). Damals lernte ich: Das Gegenteil von Krieg ist nicht Frieden. Es ist Schöpfung!

Wenn ich gefragt werde, was ich Menschen rate, denen was Schlimmes zugefügt wurde, sage ich folgende fünf Sätze: Schweige nicht. Du bist stark! Es ist nicht Deine Schuld. Entmachte den Täter. Weigere Dich, das Opfer zu sein.

Deshalb stehe ich zu Milo Yiannopoulos! Wir haben zwar große Differenzen, er zum Beispiel sagt Feminismus sei Krebs, ich aber sage, Feminismus ist sexy, er ist für Trump, ich war für Clinton, er kann über Amy Schumer gar nicht lachen, ich schon, aber in der alles entscheidenden Sache reiten wir auf ein und der selben Welle: Wir lassen nicht zu, dass man uns oder irgendwem den Mund verbietet!

Milo Yiannopoulos redet. Er provoziert und lacht. Ja, er haut alles raus! Nein, er verharmlost nicht! Wer sich eine Minute länger mit den Worten beschäftigt, die ungefiltert von ihm kommen, als mit den Worten, die bösartig gefiltert über ihn vergossen werden, erkennt schnell, dass er kein Rassist oder Sexist ist. Diese Vorwürfe sind nur scharlachrote Buchstaben, die ihm in hexenjagdähnlicher Manie angeheftet werden, manchmal sogar von einigen sogenannten seriösen Medien. Er ist vielmehr ein Narr und zwar in der schönsten und besten Bedeutung des Wortes. Er fordert uns heraus. Er spricht. Er schweigt nicht. Und er kämpft!

Er kämpft für unser aller Recht, keine Angst haben zu müssen zu reden! Es ist nämlich diese Angst, die Kinder in die Hände von pädophilen Verbrechern treibt. Ein Kind, das keine Angst hat, seine Gefühle zu artikulieren, ist stark!

Wer andere Menschen unterdrücken will, wird immer versuchen, Worte zu kontrollieren. Worte nämlich können uns zum Lachen bringen und der größte Feind der Unterdrücker ist das Lachen. Lachen verbindet. Lachen stärkt! Lachen ist Erkenntnis. Was habe ich schon mit und über Milo gelacht.

Hey Milo,

mal unter uns Pastorentöchtern, Du gibst mir Vertrauen und Kraft. Du kämpfst gegen das, was Kinder wie mich in Gefahr gebracht hat. Du kämpfst gegen das Schweigen und damit tust Du verdammt viel auch für die Rechte von Kindern!

Hast Du deshalb immer Recht? Nein. Meiner Meinung nach liegst Du sogar verdammt oft daneben; aber, ob jemand Recht hat oder nicht, kann ich nur beurteilen, wenn dieser jemand auch redet. Du redest. Dafür Danke ich Dir! Und dafür, dass Du das Thema Kindesmissbrauch ernst nimmst und nicht verschweigst. Die größte Waffe in den Händen der Täter ist die Mauer des Schweigens. Du reißt sie nieder. Dafür Danke ich Dir!

Wie ernst es Dir in der Sache ist, erkenne ich daran, dass Du, der Du Dich sonst nie entschuldigst, Dich bei jenen Menschen entschuldigt hast, die ebenfalls Opfer von Kindesmissbrauch wurden und von Deinen Worten verletzt wurden. Dennoch wirst Du nicht aufhören, darüber zu sprechen, denn das Schweigen hat Dich zum Opfer gemacht, nicht das Reden.

Allen aber, die behaupten, Du würdest Kindesmissbrauch gutheißen, werfe ich ein gepflegtes „Fuck You“ zu. Deine Motivation ist das genaue Gegenteil. Sex mit Kindern ist eines der größten Verbrechen, die es gibt! Du kämpfst gegen dieses Verbrechen!

Viele nennen Dich arrogant, mich auch, aber ich weiß: Was sie Arroganz nennen, ist lediglich Deine Rüstung. Trotzdem muss ich zum Schluss ein wenig an Dein Ego kratzen:

Ernsthaft, Du gibst damit an, als 18-Jähriger einen 29-Jährigen geblasen zu haben. Mit 18 hatte ich einen 59-Jährigen. Der 18-jährige Harold hatte sogar Sex mit einer 79-Jährigen. Ihr Name war Maude!

Der Film zu dieser Liebesgeschichte wurde im Jahr 1997 in das National Film Registry aufgenommen. Der Film wurde sogar vom American Film Institute auf Platz 9 der besten US-amerikanischen Liebeskomödien aller Zeiten gewählt. Und der Film hat damals nicht weniger provoziert als Du heute!

Veröffentlicht unter Amerika, Feminismus, Kunst, Philosophie | Kommentar hinterlassen

Tapfer im Nirgendwo macht Urlaub!

Ich bin für zwei Wochen in Frankreich mit meiner Frau und unserem Hund. Die Kommentarfunktion ist in der Zeit ausgeschaltet. Salut!

Veröffentlicht unter Nachrichten | 9 Kommentare

Golda Meir: „Ich bin eine Palästinenserin“

Ja, sie hat es wirklich gesagt. Die große Ministerpräsidentin des Staates Israel von 1969 bis 1974 erklärte einst: „Ich bin eine Palästinenserin!“ In diesem Interview fällt der Satz in Minute 7:15:

Warum überrascht uns dieser Satz heute so? Es liegt an einem völlig falschen Verständnis des Begriffs Palästina. Dieses Verständnis hat sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt und geht von einem „palästinensischen Volk“ aus, das sich dadurch auszeichnen soll, dass Juden per Definition nicht zu dem Volk gehören können.

Eine solche Erfindung eines Volkes und die anschließende Pervertierung des Volksverständnisses durch die Vertreibung von Juden hat es in der Geschichte schon einmal gegeben, nämlich während der Erfindung und Brutalisierung des „deutschen Volkes“, dem angeblich, so wollten es die Nazis, keine Juden angehören konnten. Dabei lebten Juden in Köln, Speyer, Worms, Trier, Kempten und Augsburg bereits lange bevor es die Deutschen überhaupt gab. Sogar das Christentum kam erst nach den Juden an den Rhein! Die älteste noch heute praktizierte Religion am Rhein ist das Judentum!

In den ersten Jahren hieß Köln Oppidum Ubiorum, benannt nach dem Stamm der Ubier, die geholfen hatten, die Siedlung zu errichten. Später wurde die Ortschaft umbenannt, da die Ehefrau von Kaiser Claudius und Mutter des späteren Kaiser Nero in Oppidum Ubiorum geboren wurde, was für einen römischen Kaiser damals in etwa so peinlich war, wie wenn heute die Ehefrau eines Kölner Bürgermeisters in Düsseldorf geboren wäre. Daher wurde das Dorf von Kaiser Claudius umbenannt in Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Claudische Kolonie und Opferstätte der Agrippinenser).

Colonia wurde also als Stadt römischen Rechtes unter Hilfe der Ubier gegründet. Die Ubier beteten die Matronen an. Sie waren Muttergottheiten und wurden immer zu dritt dargestellt. Die Ubier gibt es heute nicht mehr, auch wenn Köln heute noch drei Matronen anbetet: Trude Herr, Hella von Sinnen und Dirk Bach! Die Römer beteten Jupiter, Mars und Venus an. Die Dämmerung dieser Götter liegt auch schon einige Jahrhunderte zurück. Zur selben Zeit wie die Ubier und die Römer lebten in Köln aber auch Juden und zwar als religio licita (erlaubte Religion). In einem Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahre 321 steht:

„Allen Stadträten gestatten Wir durch allgemeines Gesetz, Juden in die Kurie zu berufen. Damit ihnen aber eine gewisse Entschädigung für die frühere Regelung verbleibt, lassen Wir es zu, dass immer zwei oder drei das Vorrecht genießen sollen, durch keinerlei Berufung (zu Ämtern) in Anspruch genommen zu werden.“

In einer weiteren Urkunde von 341 ist vermerkt, dass die Synagoge mit kaiserlichen Privilegien ausgestattet wurde. Der Bau eines Gotteshauses lässt davon ausgehen, dass zu dieser Zeit schon eine größere Gemeinde vorhanden war. Das Judentum ist somit Kölns älteste Gemeinde! Sie brachte die Geschichten von Adam und Eva, Noah, Abraham, Sarah, Rebecca und Moses an den Rhein.

Am 28. Februar 380 jedoch verabschiedeten der oströmische Kaiser Theodosius I., der weströmische Kaiser Valentinian II. und dessen mitregierender Halbbruder Gratian in Thessaloniki ein Dekret, mit dem das Christentum zur Staatsreligion erklärt und die Ausübung heidnischer Kulte unter Strafe gestellt wurden. Mit diesem Dekret begann die radikale Verfolgung aller Religionen, die nicht christlich waren. Der Eroberung durch das Christentum fielen all jene Menschen zum Opfer, die zu Jupiter oder den Matronen beteten oder andere Kulte ausübten. Nur die Juden überlebten! Das Judentum ist die einzige Religion, die den Feldzug der christlichen Missionierung überlebt hat. Vielleicht schloss der Vatikan nur deshalb ein Konkordat mit Hitler, um die Ausrottung der letzten Religion zu befördern, die vor dem Erscheinen des Christentums in dem Gebiet siedelte, das mittlerweile das Deutsche Reich hieß.

Wer sind eigentlich die Deutschen?

Die Vorstellung einer ethnisch-kulturellen Einheit der Deutschen entwickelte sich erst Jahrhunderte nachdem bereits Synagogen am Rhein gestanden hatten. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Kriege gegen die napoleonische Herrschaft zur wichtigsten Grundlage eines Konzepts der deutschen Nation. Da kein deutscher Nationalstaat existierte, konstituierte sich das Konzept der Volksgemeinschaft nicht über einen Staat, sondern über die Vorstellung einer kulturellen und sprachlichen Identität und gemeinsamer Abstammung. Was es mit dieser gemeinsamen Identität jedoch auf sich hat, kann man heute noch studieren, wenn sich ein Münchener versucht mit einer Hamburgerin zu unterhalten. Soviel zum Thema deutsche Gemeinsamkeit!

Als im 19. Jahrhundert die Deutsche Nation erfunden wurde, wurde auch gleich ein Mythos dazu geboren: Herrmann! Angelegt war Herrmann an die historische Figur Arminius, der um 17 vor bis um 21 nach moderner Zeitrechnung gelebt hat. Er war aber kein Deutscher. Deutsche gab es damals noch nicht. Er war Cherusker! Die neuen Deutschen erklärten Arminius jedoch zum Urvater der Deutschen.

Arminius diente längere Zeit im römischen Heer und wurde so mit dem römischen Militärwesen vertraut. Er erlernte die lateinische Sprache, erwarb sich das römische Bürgerrecht stieg sogar in den Rang eines Ritters auf. Zu Beginn der modernen Zeitrechnung kehrte er in sein cheruskisches Stammesgebiet zurück, erkannte dort, wie unterdrückerisch das Römisch Reich gegenüber seinem Geburtsvolk vorging und organisierte er einen Aufstand gegen die Römer, der den Römern im Jahre 9 in der Varusschlacht mit der Vernichtung von drei Legionen eine ihrer verheerendsten Niederlagen beibrachte. Arminius wuchs somit unter Fremden auf, führte später jedoch sein Geburtsvolk erfolgreich in einem Aufstand gegen das Volk, in dem er groß geworden war. Kommt uns diese Gesschichte bekannt vor?

Arminus Bisographie deckt sich erstaunlich sehr mit der Biographie des Freiheitshelden der Juden: Moses! Moses war ein fürstlicher Jude unter Ägyptern und Armenius war ein fürstlicher Cherusker unter Römern. Juden und Deutsche haben deshalb eine spannende Sache gemein: Deutscher ist nicht, wer auf deutschem Boden geboren wurde. Deutscher ist, wer eine deutsche Mutter hat. Jüdischer geht es kaum noch!

Als Vorfahren der Deutschen werden somit die Stämme angenommen, die vor den Römern rund um den Rhein gesiedelt hatten. Sie nannten sich Sachsen, Thüringer, Franken, Alemannen und Baiern. Die Finnen nennen die Deutschen bis zum heutigen Tag Sachsen. Die Franzosen nennen die Deutschen Alemannen. Die Engländer nennen die Deutschen Germanen. Deutsche sind sie für sie nicht! So viel zum Thema gemeinsamer deutscher Identität!

Im heutigen West-, Mittel- und Süddeutschland lebten lange Zeit Kelten. Diese wurden in den Gebieten bis zu den Grenzen des römischen Reiches relativ schnell assimiliert oder vernichtet. Südwestlich des Limes lebten bis in die Spätantike somit romanisierte Kelten. Diese Gallo-Romanen trugen insbesondere zur Entstehung der Alemannen und Bajuwaren bei. Ab dem 7. Jahrhundert wanderten in den östlichen Gebieten des früheren und heutigen Deutschland zunehmend Slawen ein, assimilierten sich und wurden somit ebenfalls zu einer wichtigen Vorfahrengruppe der heutigen Deutschen. Durch die Eroberung der Alemannischen, Baiuwarischen, Rheinfränkischen und Thüringischen Gebiete vereinigten die salischen Franken diese Großstämme in einem politischen Gebilde. Der Ursprung Deutschlands beruht somit auf dem systematischen Eroberungswillen und den organisatorischen Fähigkeiten der Merowingerkönige und Karls des Großen sowie auf der Auseinanderentwicklung des Ostfränkischen und Westfränkischen Reiches.

Der Begriff „Deutsch“ komm von dem Wort „diutisc“ und bedeutet so viel wie „zum Volk gehörig“. Mit diesem Begriff wurde die nicht-romanischsprechende Bevölkerung jenseits der nördlichen Grenze des Römischen Reichs bezeichnet. Der erste wichtige Beleg für den Begriff ist eine Textstelle aus dem 4. Jahrhundert, eine Passage in der gotischen Bibelübersetzung des Bischofs Wulfila. In seiner griechischen Vorlage fand er als Gegenbegriff zu jüdisch den Begriff „ἐθνικός“ (zum Heiden-Volk gehörig). Die nichtjüdischen Völker, die noch christlich bekehrt werden sollten, wurden mit diesem Wort zusammengefasst. Wulfila übersetzt den Begriff ins Gotische und verwendete dazu das Wort „þiudisko“. So wurden alle Stämme jenseits der römischen Grenze zu einem Volk subsumiert.

Die so zusammengefassten Stämme waren jedoch alles andere als ein Volk mit einer gemeinsamen Identität. Nicht wenige lagen im Krieg miteinander. Der Begriff „Deutsch“ ist lediglich eine Fremdbestimmung, in etwa so, wie die Europäer, die einst über den Atlantik segelten und sämtliche Stämme, die sie in der sogenannten „Neuen Welt“ trafen, als Indianer bezeichneten, obwohl die verschiedenen Stämme so unterschiedlich waren, wie die Völker Europas. Man stelle sich mal vor, die Stämme Amerikas hätten diese Fremdbezeichnung angenommen und einen eigenen Staat mit dem Namen „Indien“ gegründet. In Europa geschah genau das. Der Begriff, der unterschiedlichste Stämme in einen Topf warf, wurde benutzt, um ein neues Volk zu erfinden: die Deutschen!

Als das Volk der Deutschen erfunden wurde, da waren Juden schnell die Erzfeinde und die christliche Kirche half kräftig mit bei der Verfolgung. Im Jahr 1096 kam es im Verlauf des Ersten Kreuzzuges zu mehreren Pogromen. Am 27. Mai 1096 fielen in Mainz Hunderte von Juden Gewaltexzessen zum Opfer. Ähnliches geschah im Juli desselben Jahres in Köln. Im Jahre 1146 wurden mehrere Juden bei Königswinter von einem aufgebrachten christlichen Mob erschlagen, kurz vor Beginn des Zweiten Kreuzzuges. Nach dem Vierten Laterankonzil im Jahr 1215 waren alle Juden dazu angehalten, sich durch ihre Kleidung deutlich als Nichtchristen auszuweisen. Besonders die Farbe Gelb wurde genutzt, um Juden in Europa diskriminierend zu kennzeichnen. Juden wurden gezwungen, einen gelben Ring in Brusthöhe auf ihrer Kleidung zu tragen.

Aus dieser Stigmatisierung entwickelte sich später der gelbe Judenstern der Nazis. Ähnliche Kleiderordnungen waren im Islam schon seit dem frühen 8. Jahrhundert für Juden üblich. Ihre Kennzeichnungspflicht begann 717 mit einem Befehl von Kalif Umar II. Die Art des Kennzeichens war anfangs nicht festgelegt und variierte. 807 befahl Kalif Hārūn ar-Raschīd in Persien für Juden dann einen gelben Gürtel.

In den Jahren 1287 und 1288 kam es im Rheinland zu einer Verfolgungswelle gegen Juden. In Andernach, Altenahr, Bonn und Lechenich wurden Juden getötet und ihre Häuser geplündert. In den zwanziger Jahren des 14. Jahrhunderts wurde im Kölner Dom die sogenannte „Judensau“ auf einer der Stuhlwangen des Domchores angebracht. Sie befindet sich noch heute dort!

Trotz der Verfolgung prägten Juden das Gesicht Europas. Die bedeutsamste Prägung dürfte die Gründung der SchUM (hebräisch שו״ם) sein. SchUM war eine Art jüdische Hanse, nämlich ein Bund der jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz. Das Wort SchUM ist ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben ihrer mittelalterlichen, auf das Latein zurückgehenden hebräischen Namen: Schin (Sch) für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem (M) für Magenza (Mainz).

Die SchUM-Städte vertraten neben Handelsangelegenheiten auch eine gemeinsame Richtlinie bei der Auslegung der Religionsgesetze, die als Takkanot Schum (תקנות שו״ם) bekannt sind. Mit diesen Erlassen und den Talmudschulen, die unter den Juden in ganz Europa hohes Ansehen genossen, erlangten die SchUM-Städte Anfang des 13. Jahrhunderts eine führende Rolle im aschkenasischen Judentum. Aufgrund ihrer zentralen Bedeutung für die jüdischen Gemeinden in Zentraleuropa gelten sie sogar als Geburtsstätte der aschkenasischen religiösen Kultur.

Nach vier Jahrhunderten endete die große Zeit von SchUM um 1350, als diese Gemeinden infolge der Großen Pest und von Massakern ausgelöscht wurden. In der Folgezeit entstanden zwar wieder kleine Gemeinden, die jedoch nie mehr jene Bedeutung erlangten, die sie vorher hatten.

Aus Köln wurden im Jahr 1424 alle Juden vertrieben. Das Volk, das in Köln länger gesiedelt hatte als Christen, wurde zu illegalen Siedlern erklärt und vertrieben! Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit Napoleon und dem Code Civil, in dem das aufklärerische Ideal der Religionsfreiheit festgehalten wurde, kehrten Juden nach Köln zurück. Ein Jahrhundert später sollten sie jedoch wieder zu illegalen Siedlern erklärt werden, diesmal von den Nazis.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es viele jüdische Siedlungen in Europa. Sie wurden Schtetl genannt. Für die Nazis waren diese Schtetl jedoch illegale jüdische Siedlungen, die sie vernichteten und mit ihnen einen Großteil der jüdischen Bevölkerung Europas. Die Nazis erkärten, Juden könnten keine Deutsche sein, eine nationale Identität, die erfunden wurde, lange nachdem Juden bereits in deutsche Lande gesiedelt hatten. Das Judentum ist die älteste noch heute praktizierte Religion Deutschlands! Die Nazis aber erklärten, Juden könnten keine Deutsche sein, verfolgten und ermordeten sie und die Katholische Kirche schloss ein Konkordat mit ihnen.

Wenn man sich die Geschichte Kölns genau anschaut, so war das Leben dort unter den Römern, Franzosen und Amerikanern deutlich besser als unter den Preußen und Deutschen. Vielleicht wäre das Volk der Deutschen besser gar nicht erst erfunden worden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte die Religionsfreiheit nach Deutschland zurück. Juden wurden nicht länger als illegal bezeichnet. Es sollte jedoch nicht lange dauern, bis in Deutschland ein neuer Trick gefunden wurde, Juden zu illegalen Siedlern zu erklären, diesmal jedoch woanders, in Palästina. Dabei leben auch in Palästina Juden deutlich länger als sogenannte Palästinenser. Das palästinensische Volk ist sogar noch jünger als das deutsche Volk und wurde erst im 20. Jahrhundert erfunden.

Der Begriff „Palästina“ hat einen hebräischen Ursprung. Die erste bekannte Schriftquelle zu „Palästina“ ist die Septuaginta. Hier wird der Begriff als Ableitung von dem hebräischen Begriff „Pleschet“ verwendet. Der Begriff Palästina ist somit lediglich eine Gebietsbeschreibung und keine Volksbeschreibung. Nach der Zerschlagung des jüdischen Volkes im Jahr 135, nannten die Römer das Gebiet Palästina, um jeglichen Bezug zum jüdischen Volk zu verwischen.

Das „palästinensische Volk“ ist somit eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, entstanden aus einer Fremdbezeichnung des antiken Roms, ebenso wie das deutsche Volk auf eine Fremdbezeichnung Roms zurückgeht. Kein Wunder, dass so viele Deutsche Sympathie für Palästinenser verspüren. Sie sind sich sehr ähnlich in ihrer Hybris.

Das palästinensische Volk, so wie es heute mehrheitlich definiert wird, entstand erst vor gut fünfzig Jahren. Davor gab es kein palästinensisches Volk. Es gab keine palästinensische Sprache, keine unabhängige palästinensische Kultur, kein palästinensisches Staatsoberhaupt und kein palästinenisches Volk. Es gab lediglich eine Menge Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Nationalitäten, die einzig und allen durch den Umstand vereint wurden, dass sie in einem Gebiet lebten, das von Römern einst Palästina genannt wurde, so wie eben jene Römer einst ein anderes Gebiet als „deutsch“ bezeichneten.

Das Wort „Palästina“ war knapp zwei Jahrtausende lang lediglich eine Gebietsbeschreibung, ähnlich wie das Wort „Rheinland“. Rheinländer ist, wer im Rheinland geboren wurde. Palästineserin ist, wer in Palästina geboren wurde. Willy Millowitsch war ein Rheinländer und Golda Meir war eine Palästineserin.

Von einem Volk der Rheinländer spricht allerdings niemand, außer vielleicht im Karneval nach dem elften Kölsch. Es gibt kein Volk der Rheinländer! Ebensowenig gibt es ein palästinesisches Volk. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff „Palästinenser“ sogar als Synonym für „Jude“ benutzt! In den vierziger Jahren des 20. Jahrunderts zum Beispiel gab es in Jerusalem ein sogenanntes palästinensisches Orchester. Es bestand ausnahmslos aus Juden. Wie also konnte es geschehen, dass ein Volk der Palästinenser erfunden wurde, das sich heute dadurch auszeichnet, dass Juden nicht mehr dazugehören?

Der mit Abstand größte Teil Palästinas liegt im heutigen Jordanien. Weitere Gebiete Palästinas sind der Golan, der Gazastreifen, das Westjordanland und Gebiete von Ägypten und Saudi-Arabien. Nur ein sehr kleiner Teil Palästinas befindet sich im heutigen Israel. Alle, die in dem Gebiet Palästina leben, mögen es nun Jordanier, Israelis, Araber, Juden, Christen oder Moslems sein, sind Palästinenser im Sinne dieser Gebietsbeschreibung! Im 20. Jahrhundert wurden jedoch Juden aus der Gruppe der „Palästinenser“ vertrieben, so wie Juden einst aus der Gruppe der „Deutschen“ vertrieben wurden, nur weil aus der Gruppe ein Volk wurde!

Nach dem 1. Weltkrieg und durch den Untergang des Osmanischen Reiches wurde das Gebiet Palästina herrschaftslos. Ab 1922 verwaltete dann der Völkerbund das Gebiet. Alle Menschen, die in dem Gebiet lebten, wurden als Palästinenser bezeichnet, mochten sie nun christlich, muslimisch, jüdisch oder heidnisch sein. Heute gibt es in Palästina die unterschiedlichsten Länder. Aber nur ein Land ist demokratisch: Israel! 1948 wurde Israel von Juden gegründet. Sie glaubten an die Möglichkeit einer friedlichen Demokratie im Nahen Osten. In der Unabhängigkeitserklärung Israels heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbstständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

An dem Tag, an dem diese Erklärung verlesen wurde, erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem kleinen Land Israel den Vernichtungskrieg. Im Zuge dieses bis heute anhaltenden Krieges verließen 500.000 Menschen ihre Heimat im Glauben an die Versprechungen der arabischen Nationen, nach der Vernichtung Israels könnten die Araber als Sieger in die Region zurückkehren. Israel bot jedoch allen Menschen innerhalb der neuen Grenzen an zu bleiben, um sich in Demokratie und Selbstbestimmung frei zu entfalten, schließlich waren sie alle Palästinenser. 160.000 Araber nahmen das Angebot an und blieben. Mittlerweile sind über 20 Prozent aller Israelis arabische Bürgerinnen und Bürger, mit allen Rechten. Israelis sind somit die freiesten Palästinenser der Welt!

Sie sind die einzigen Palästinenser, die einen Regierungschef haben, der innerhalb einer Demokratie legitim gewählt wurde. Mahmud Abbas wurde zwar 2005 als Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, aber seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. Jordanien ist eine Monarchie mit dem Islam als Staatsreligion und der Scharia als Gesetz. Demokratisch kann Jordanien somit nicht genannt werden, allein schon deshalb nicht, weil alle Palästinenser, die nicht dem Islam angehören, in Jordanien Bürger zweiter Klasse sind. In Syrien sind die Palästinenser entrechtet und werden in Lager gesperrt. Im Januar 2014 kesselte die syrische Armee Palästinenser in einem Lager ein und ließ sie dort verhungern. In Gaza herrscht heute die Hamas. Sie wurde zwar gewählt, aber nach der Wahl tauschte sie sofort Demokratie gegen Staatsterror aus. Seitdem herrscht die Hamas in Gaza ohne Legitimation. In kaum einem Gebiet der Erde werden Palästinenser brutaler unterdrückt als in Gaza. Der ganze Horror kommt in der Charta der Hamas zum Ausdruck. Dort wird in Artikel 7 die Vernichtung des ganzen jüdischen Volks weltweit gefordert.

Die Hamas erklärt, dass man nicht palästinensisch und jüdisch sein kann, so wie die Nazis einst behaupteten, es wäre nicht möglich, deutsch und jüdisch zu sein. Deshalb lässt die Hamas ihre Minister auch Reden im Stil von Joseph Goebbels halten. Am 28. Februar 2010 erklärte der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, in einer öffentlichen Rede:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Diese Rede hätte auch Adolf Hitler halten können. So wie Hitler einst das Deutsche Reich „judenrein“ machen wollte, wird heute Gaza „judenrein“ gemacht. Nicht zufällig ist der Gruß der Hisbollah und der Hamas der Hitlergruß. Die Vereinten Nationen schauen zu und die Europäische Union finanziert den Wahnsinn auch noch.

Letztendlich scheiterten die Nazis mit ihrem Versuch, Europa “judenrein” zu machen. Die Hamas jedoch ist bisher sehr erfolgreich. Alle Jude wurden im Jahr 2005 innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Es folgten heftige innerarabische Kampfhandlungen vereinzelter arabischer Klans und der Bewegungen Hamas und Fatah untereinander. Viele Hundert arabische Zivilisten verloren ihr Leben. Seit der Vertreibung der Juden aus Gaza wird Israel ununterbrochen und teilweise täglich mit Raketen aus dem Gazastreifen beschossen. Mit der Vertreibung der Juden begann der Krieg und der moralische Niedergang.

Es ist heute im Nahen Osten wie in Europa damals. Obwohl Juden schon in Palästina lebten bevor es Muslime gab, erklären Muslime heute Juden zu illegalen Siedlern im Nahen Osten. Europäische Politiker übernehmen diese Rhetorik. Sie haben vergessen, dass es ihre Vorfahren genauso gemacht hatten. In Europa wurden Juden vertrieben, obwohl sie schon in Europa lebten, bevor Deutsche und Franzosen überhaupt erfunden wurden.

Juden haben Europa geprägt! An dem Kölner Rathausturm zum Beispiel befindet sich die Statue von Max Isidor Bodenheimer. Er war Jurist und Vorreiter der zionistischen Bewegung. Ende des 19. Jahrhundert, fast zwei Jahrtausende nachdem die ersten Juden nach Köln gezogen waren, entwickelte er in Köln eine tollkühne Idee, die Realität werden sollte. Bodenheimer schlug vor, da Juden viel zu oft in Europa verfolgt worden waren, das jüdische Land, das vor über eintausendneunhundert Jahren zerstört worden war, wieder am Originalort entstehen zu lassen. Über ein halbes Jahrhundert später wurde dieses moderne Israel Realität. Die Gründung Israels ist der einzige Moment in der ganzen Geschichte der Menschheit, da ein Volk, das in der Zerstreuung seine Sprache (Hebräisch), Tradition (Feiertage) und Verfassung (Tora) bewahrt hatte, seine Kultur wieder einer eigenen Nationalität zufügen konnte! Zwar ist jedes Volk ein Konstrukt, aber das jüdische Volk ist schon ein ausserordentlich beeindruckendes Konstrukt.

Nicht nur der moderne Staat Israel hat seine Wurzeln in Köln, auch die Fahne Israels wurde 1897 in Köln entworfen und zwar von den damals in der Domstadt lebenden Kaufmann David Wolffsohn. An dem Ort in Köln, wo der moderne Zionismus erfunden wurde, befindet sich heute ein großer Schild Davids.

„Warum ist es am Rhein so schön?“ Juden wissen es länger als Christen und Deutsche. Sie trinken ihren Wein schon deutlich länger auf die Schönheit des Rheins. Oft wurden sie von Deutschen und Christen als illegale Siedler vertrieben und ihre Bedeutung für die Kultur Europas negiert. Dabei sind Juden in Europa und Deutschland genausowenig illegal wie heute im Nahen Osten. Golda Meir war so sicher eine Palästinenserin wie Anne Frank Deutsche war!

Anne Franks Eltern waren so wenig illegale Siedler in Frankfurt wie heute Juden in Hebron illegal sind. Häuser bauende Juden sind kein Problem. Juden haben das Recht, überall zu leben, wie jeder andere Mensch auch! Wer fest davon überzeugt ist, jüdische Siedler seien das Hauptproblem für einen Frieden im Nahen Osten sind, sollte einfach mal das Wort „jüdisch“ streichen und durch „muslimisch“, „christlich“ oder „arabisch“ ersetzen, um sich dann zu fragen, warum unter all den Siedlern in Judäa und Samaria nur die jüdischen Siedler das Problem sein sollen.

In den Gebieten Judäa und Samaria siedelten Juden bereits, bevor es Christen und Muslime überhaupt gab. Der Name Judäa ist eindeutig. Daher sprechen jene, die Juden dort für illegal halten, lieber von der Westbank. Wie immer das Gebiet jedoch bezeichnet wird, zur Zeit gehört es zu keinem Nationalstaat. Dennoch siedeln dort Menschen. Manche siedeln in Häusern, andere in Zelten. Es gibt dort arabische, jüdische, staatenlose und viele andere Siedler. Sie siedeln alle in einem Gebiet, das bis heute umstritten ist, weil kein Staatsgebilde dort regiert. Als „illegal“ werden jedoch nur die Siedler bezeichnet, die Juden sind! Das Problem, das diese Menschen mit diesen Siedlern haben, ist somit ihr Jüdischsein!

Wer jedoch glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt “Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Jüdische Siedlungen sind nur für jene eine Hindernis zum Frieden, die einen Frieden von Juden haben wollen. Für jene jedoch, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn und Mitbürger sein können.

Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind kein Problem! Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein. Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.

Arabischen Regierungen im Nahen Osten, die Juden als illegale Menschen sind bezeichnen sind nicht anders als Nazis die Juden einst in Deutschland zu illegalen Menschen erklärten! Ein möglicher palästinensischer Nationalstaat, der Juden zu Illegalen erklärt, wird für mich immer so wenig verteidigungswert sein wie ein deutscher Nationalstaat, der Juden zu Illegalen erklärt!

In jeder israelischen Siedlung gilt das israelische Gesetz. Somit ist jede israelische Siedlung im Nahen Osten ein Ort, wo ich als homosexueller Mensch nicht verfolgt werde, jeder Religion angehören darf und frei meine Meinung sagen kann. Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt einzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen.

Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter. Warum soll ich daher ausgerechnet jene Siedlungen kritisieren, die mich leben lassen, wie ich möchte und nicht viel mehr all die Gebiete, die mich verfolgen, weil ich so bin, wie ich bin? Es leben über 8 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Israel. 1,6 Millionen von ihnen sind muslimische Araber und laut einer aktuellen Studie wollen 77 Prozent dieser Araber nirgendwo lieber leben als in Israel! Israel ist für sie das beste Land, sogar besser als Deutschland.

Wer Israel kritisiert, sollte sich mal anschauen, wie Muslime in Deutschland leben müssen. Wenn irgendwo eine Moschee erbaut werden soll, dann gehen direkt tausende Deutsche auf die Straße und demonstrieren dagegen. In Deutschland leben viele Muslime in Vierteln, die alles andere als lebenswert bezeichnet werden können. Muslime sind in Deutschland ständiger Diskriminierung ausgesetzt. Regelmäßig finden in deutschen Städten wie Dresden und Leipzig Demonstrationen gegen Muslime statt, bei denen mehrere zehntausend Deutsche anwesend sind und gegen Muslime hetzen. Im deutschen Parlament sind Muslime gnadenlos unterrepräsentiert. In Israel jedoch machen Muslime 20 Prozent der Bevölkerung aus. Die Muezzine singen wie selbstverständlich von den Minaretten. Moscheen stehen an jeder Ecke. Es gibt reiche, belebte, lebenswerte muslimische Viertel. Muslime sind wie selbstverständlich im israelischen Parlament vertreten. Sogar im höchsten Gericht Israels finden sich Muslime. Ich halte jede Wette, nach einem Jahr Deutschland und einem Jahr Israel würde sich die deutliche Mehrheit aller Muslime für Israel entscheiden. Ich behaupte sogar, die Mehrheit der jüdischen Siedler hegen bessere Gedanken für Muslime als die Mehrheit der Deutschen!

Israel ist eine Demokratie, in der jede Kritik, sogar die dümmste und die brutalste, erlaubt ist und artikuliert wird. Jeder Palästinenser kann in Israel seine Meinung frei äußern. Das ist Demokratie! In Jordanien, Syrien, Gaza, Westjordanland aber haben Palästinenser diese Rechte nicht. Warum also werden diese Menschen nicht gestärkt?

Es gibt eine Nakba. Sie fand jedoch nicht in Israel statt. Sie findet täglich in Gaza, Syrien, Jordanien und in der Westbank statt. Die Mörder sind die Schergen der Hamas und der Fatah. Vielen Menschen, die vorgeben, solidarisch auf der Seite der Palästinenser zu sein, sind Palästinenser in Wirklichkeit vollkommen egal. Sie sind einfach nur gegen Juden! Daher verbünden sie sich mit den Feinden der Juden. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhundert wurde von der PLO beschlossen, dass Juden keine Palästinenser sein können, so wie die NSDAP ein paar Jahre vorher beschlossen hatte, dass Juden keine Deutsche sein können. Der Deutschenbegriff der NSDAP wurde verworfen, aber der Palästinenserbegriff gilt bis heute. Nur innerhalb dieses Palästinenserbegriffes können Juden illegal sein. Daher übernehmen Judenhasser auch gerne diesen Begriff von Palästina und können nicht verstehen, wenn Golda Meir sagt:

„Ich bin eine Palästinenserin!

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Christentum, Deutschland, Europa, Islam, Israel, Palästina, Philosophie, Politik | 20 Kommentare

Is Donald Trump an Islamist?

Back in October 2016, I wrote about issues concerning Donald Trump that have become apparent these past few weeks.

„Donald Trump laments: ‚Everyone is against me, especially the media. They insult me. I’m the victim. They question my honor, but I’m the man of honor here.’ Don’t Trump’s fans see that he sounds just like the Islamists he pretends to fight?“

At a press conference in February 2017, Donald Trump peering into a group of journalists looked for one he’ll give permission to ask the first question. He finally found someone and asked him, „Are you a friendly reporter?“ When the journalist confirmed this, Trump remarked, „Watch how friendly he is. Wait, wait, watch how friendly he is. Go ahead.“

The journalist first stated that neither he nor anybody in his Jewish community had ever called Donald Trump an anti-Semite. However, he wanted to know what he thinks about the rise in anti-Semitism as exemplified by bomb threats against over fifty Jewish community centers in the US during the past few weeks. Donald Trump interrupted the journalist:

„See, he said he was going to ask a very simple, easy question, and it’s not. Not a simple question. Not a fair question. OK, sit down. I understand the rest of your question. So here’s the story folks. Number one: I am the least anti-Semitic person you’ve ever seen in your entire life. Number two: Racism. The least racist person. In fact, we did very well, relative to other people, running as a Republican. See, he lied about, he was going to get up and ask a very straight, simple question, so, you know, welcome to the world of the media. But let me just tell you something that I hate the charge, I find it repulsive. I hate even the question because people know that know me, and you heard the Prime Minister, you heard Betyaho [Benjamin Netanyahu] yesterday. Did you hear him? Bibi. He said I’ve known Donald Trump for a long time, and then he said, — forget it. So you should take that instead of having to get up and ask a very insulting question.“

So, let’s consider what Donald Trump said. He said that he was the least anti-Semitic person and claimed that Benjamin Netanyahu, Eli Wiesel, Alan Dershowitz, and Joan Rivers were more anti-Semitic than he was, to name only a few Jews who, according to Trump, were more anti-Semitic than he was. For all those who have seen Golda Meir, she was also more anti-Semitic than Donald Trump, oh, and Anne Frank too! To underline this incomprehensible nonsense, Donald Trump immediately presents a Jewish witness, Benjamin Netanyahu, to show how non-anti-Semitic he is. Otherwise, Donald Trump is still preoccupied with „the media“ and finds it insulting when asked what he thinks about the increasing hate against Jews in the country he leads and represents. He doesn’t leave anything out when with anti-Semitism!

Throughout his presidency Barack Obama was repeatedly confronted with the assumption that he was a Muslim. It was never clear to me where that came from. For all those with a brain, Barack Obama was and is a Christian. As lenient and forgiving, as fond of love and fate, he spoke of Islam as only a Christian could speak about Islam. So if Barack Obama is a Muslim then Donald Trump is an Islamist! He speaks like one, especially when it comes to women.

For Islamists, Israel is an object of hatred, because this state makes it possible for Jews to say: „We are no longer dependent on the favor of the non-Jews of this world. We can defend ourselves now!“ For Islamists, all those women are objects of hatred who refuse to submit and cover themselves, but say: „We are no longer dependent on the benevolence of men. We can defend ourselves now!“

That Donald Trump has his problems with such women was evident in his perception of Hillary Clinton. Donald Trump treated his opponent as Israel-bashers treat Israel. He demonized and delegitimized women and treated them with double standards. For the things he accused woman of, he let go through with men. Henryk M. Broder defines hatred against Jews as follows:

„A Jew-hater is someone who criticizes Jews for things he lets all others get away with.“

The same formula applies to sexism:

„A woman-hater is someone who criticizes women for things he lets men get away with.“

So much muck was thrown at Hillary Clinton that she had to wade through hour-long hearings, various court hearings and years of media diatribe. She withstood all of it and came out the stronger. Ultimately, she couldn’t be accused of anything worse than any man had done in a comparable position of power. Hillary Clinton is a woman who enjoys politics and power which her opponents criticize over proportionately.

Many are friends of Jews only as long as they are victims. They like to commemorate, bind wreaths and shed tears. But woe, if Jews arm and defend themselves against the hate and aggression they face, then those friends will become merciless Israel critics who say that one must be able to tell the truth among friends. With women it’s no different. As long as women are the victims, then wreaths will be bound on Mother’s Day and the doors to women’s shelters are opened. But woe, they take the scepter into their own hands and also have fun, then they are women’s libbers. The critics have nothing against women’s rights, but women shouldn’t “exaggerate”. Exaggerated human rights! These accusations are usually hurled at Jews and women. There are many disgusting „Goldstone reports“ against Hillary Clinton.

Alone that the election choice between Donald Trump and Hillary Clinton was defined as a choice between plague and cholera illustrates how much the American election campaign resembled the Middle East conflict. It’s often repeated that in the Middle East conflict both sides are equally bad. With such people facts and reasoning don’t count. One can repeat a thousand times that the Arabs persecute and execute homosexuals and people of non-Islamic persuasions, imprison and mistreat government critics, deny women equal rights and subjugate everything to religious fanaticism, as opposed to Israel, a flourishing democracy, with equal rights for all people and a freedom unique to the Middle East, especially in regard to the 20% (!) Israelis with Muslim faith. Despite the facts, they’ll open up a box of neatly arranged Israeli transgressions to show what they’ve always known, namely, that Israel is a bitch!

For years now Donald Trump is being treated like a little spoiled child. Hardly is he faced with criticism – such as which Hillary Clinton has been tackling with for decades – he starts crying. Today he claims that the whole world and the media are against him. Donald Trump and his fans remind me exactly of those crybabies who relentlessly condemn Israel, but have the mildest views towards Israel’s enemies.

Of course, Hillary Clinton is not perfect. Nobody is perfect, Hillary Clinton isn’t, Israel isn’t, and Donald Trump isn’t. But, Donald Trump thinks he’s perfect, such as only a fundamentalist can be convinced of his own perfection. Donald Trump feels insulted by anyone who dares to doubt his perfection! That Donald Trump takes such offense puts him very close to an Islamist.

***

Translation: William Wires
http://www.williamwires.com
http://www.facebook.com/William.Wires.Fine.Art

Veröffentlicht unter In English

Ist Donald Trump ein Islamist?

Bereits im Oktober 2016 schrieb ich über Donald Trump, was ein paar Wochen nach seiner Amtseinführung niemand mehr übersehen kann:

„Donald Trump jammert: ‚Alle sind gegen mich, vor allem die Medien. Sie beleidigen mich. Ich bin das Opfer. Sie rütteln an meiner Ehre. Ich bin hier der Ehrenmann.‘ Merken die Anhänger Trumps eigentlich nicht, dass Trump genauso klingt, wie jene Islamisten, die er vorgibt zu bekämpfen?“

Auf einer Pressekonferenz im Februar 2017 schaute Donald Trump in die Runde der anwesenden Journalisten auf der Suche nach einer Person, der er das Wort erteilen könnte. Er fand schließlich einen Mann und fragte: „Sind sie ein freundlich gesinnter Reporter?“ Als der Journalist dies bestätigte, sagte Trump: „Dann wollen wir doch mal sehen, wie freundlich gesinnt er ist. Stellen Sie Ihre Frage.“

Der Journalist erklärte zunächst, dass weder er, noch irgendjemand in seiner jüdischen Gemeinde Donald Trump jemals einen Antisemiten genannt habe. Er wolle jedoch wissen, was er zu dem Anstieg des Antisemitimus sage, da über fünfzig jüdische Gemeindezentren in den USA in den letzten Wochen Anrufe erhalten hätten, in denen mit einer Bombenexplosion gedroht wurde. Donald Trump fiel dem Journalisten ins Wort:

„Er hat doch gesagt, er würde eine einfache Frage stellen. Das ist es nicht, überhaupt nicht! Das ist keine einfache Frage, keine faire Frage. Okay, setzen Sie sich hin, ich verstehe worauf die Frage hinausläuft. Also, darum geht es, Freunde. Nummer Eins, ich bin die am wenigsten antisemitische Person, die Ihr jemals in Eurem Leben gesehen habt. Nummer Zwei, Rassismus, ich bin die am wenigsten rassistische Person. Um genau zu sein, wir schneiden relativ gut ab im Vergleich zu anderen Republikanern. Ruhe! Ruhe! Ruhe! Sie sehen also, er hat gelogen. Er wollte aufstehen und geradeaus eine einfache Frage stellen, aber wie Sie sehen, Willkommen in der Welt der Medien. Lassen Sie mich nur eins sagen: Ich hasse den Vorwurf. Ich finde ihn abstoßend. Ich hasse sogar die Frage, denn Leute, die mich kennen und Sie haben Benjamin Netanjahu gesten gehört, haben Sie doch, oder? Bibi? Er sagte: Ich kenne Donald Trump seit langer Zeit und dann sagte er: Vergessen Sie es! Sie sollten also das nehmen, anstatt aufzustehen und so eine beleidigende Frage zu stellen.“

Wir halten kurz inne. Donald Trump hat gesagt, er sei die am wenigsten antisemitische Person und behauptet somit, Benjamin Netanjahu, Eli Wiesel, Alan Dershowitz und Joan Rivers seien antisemitischer als er, um nur ein paar Juden zu nennen, die, laut Trump, antisemitischer sind als er. Für alle, die Golda Meir noch gesehen haben, sie war auch antisemitischer als Donald Trump, ach ja, und Anne Frank auch! Um diesen unfassbaren Blödsinn zu untermauern, holt Donald Trump sogleich einen jüdischen Kronzeugen hervor, nämlich Benjamin Netanjahu, der zeigen soll, wie nicht-antisemitisch er ist. Ansonsten fällt Donald Trump noch über „die Medien“ her und findet es beleidigend, wenn er gefragt wird, was er über den bedrohlich wachsenden Judenhass in seinem Land denkt. Er spielt wirklich die ganze Klaviatur des Antisemitismus rauf und runter!

Während seiner ganzen Zeit als Präsident wurde Barack Obama immer wieder mit der Vermutung konfrontiert, er sei ein Moslem. Mir war nie ganz klar, woher diese Vermutung kam. Für alle nämlich, die Ohren haben, um zu hören, war und ist klar, dass Barack Obama ein Christ ist. So nachsichtig und vergebend, so nächsten- und feindesliebend, wie er über den Islam spricht, können nur Christen über den Islam sprechen. Wenn aber Barack Obama ein Moslem ist, dann ist Donald Trump ein Islamist! Er spricht jedenfalls wie einer, vor allem, wenn es gegen Frauen geht.

Für Islamisten ist Israel das Objekt des Hasses, denn dieser Staat macht es möglich, dass Juden sagen können: „Wir sind nicht mehr abhängig von der Gunst der Nicht-Juden dieser Welt. Wir verteidigen uns jetzt selbst!“ Für Islamisten sind auch alle Frauen Objekte des Hasses, die sich weigern, sich zu unterwerfen und zu verschleiern und stattdessen sagen: „Wir sind nicht mehr abhängig vom Wohlwollen der Männer. Wir verteidigen uns jetzt selbst!“

Dass auch Donald Trump Probleme mit solchen Frauen hat, bewies er immer wieder im Umgang mit Hillary Clinton. Donald Trump behandelte seine Gegenkandidatin, wie Israel von Israelhassern behandelt wird. Er dämonisierte und delegitimierte sie und behandelte sie mit doppelten Standards. Was er ihr als Frau vorwarf, ließ er bei Männern problemlos durchgehen. Henryk M. Broder definiert Judenhass so:

„Ein Judenhasser ist jemand, der bei Juden kritisiert, was er bei allen anderen durchgehen lässt.“

Für Sexismus gilt die selbe Formel:

„Ein Frauenhasser ist jemand, der bei Frauen kritisiert, was er bei Männern durchgehen lässt.“

Hillary Clinton wurde mit so viel Dreck beworfen, dass sie durch stundenlange Anhörungen, diverse Gerichtsverhandlungen und jahrelanger medialer Schelte gehen musste. Aus jeder Sache kam sie gestärkt hervor und am Ende konnte ihr nichts vorgeworfen werden, was schlimmer war, als alles andere, was Männer in vergleichbarer Machtposition nicht auch gemacht haben, ohne dass es sie zu Fall brachte. Hillary Clinton ist eine Frau, die Spaß an Politik und Macht hat und genau das gefällt vielen Menschen nicht.

Viele vermeintliche Freunde der Juden mögen Juden nur so lange, wie sie Opfer sind. Ihnen gedenken sie gerne, flechten Kränze und vergießen Tränen. Aber wehe, wenn Juden sich bewaffnen, um die See der judenfeindlichen Plagen selbst durch Widerstand zu enden, dann werden die Freunde zu erbarmungslosen Israelkritikern, die sagen, dass man sich unter Freunden auch die Wahrheit sagen können müsse. Bei Frauen ist es nicht anders. So lange Frauen Opfer sind, denen man Kränze an Muttertag bindet und die Tür zu Frauenhäusern aufhält, sind sie beliebt. Aber wehe, sie nehmen das Zepter in die eigenen Hände und haben auch noch Spaß daran, dann sind es Emanzen, denen gesagt wird, man habe ja nichts gegen Frauenrechte, aber man könne auch übertreiben. Übertreiben mit Menschenrechten! Das kann man nur zu Juden und Frauen sagen. Es gibt viele widerliche „Goldstone-Reporte“ gegen Hillary Clinton.

Allein der Satz, man hätte bei Donald Trump und Hillary Clinton die Wahl zwischen Pest und Cholera gehabt, zeigt, wie sehr der amerikanische Wahlkampf dem Nahostkonflikt geähnelt hat. Immer wieder wird behauptet, im Nahostkonflikt seien im Grunde beide Seite gleich schlimm. Mit Fakten kommt man gegen solche Menschen nicht an. Man kann tausend Mal sagen, dass auf der arabischen Seite Homosexuelle verfolgt und hingerichtet werden, Menschen mit anderen religiösen Auffassung wie dem Islam verfolgt, Regierungskritiker eingekerkert und misshandelt werden, Frauen und Männer nicht gleichbehandelt sind und alles einem religiösen Wahn unterliegt, während die israelische Seite eine florierende Demokratie ist, mit gleichen Rechten für alle Menschen und einer Freiheit, wie sie im Nahen Osten einzigartig ist, besonders für die 20% (!) Israelis mit muslimischen Glauben. Die gefühlte Realität schlägt bei diesen Menschen die Fakten. Sie holen dann geifernd eine Kiste israelischer Verfehlungen heraus, die sie fein säuberlich gesammelt haben, um zu zeigen, was sie immer schon wussten, nämlich dass Israel eine Bitch ist!

Donald Trump leistete sich seit Jahren ein Vergehen nach dem anderen, aber er wurde behandelt wie ein kleines Kind, dem alles nachgesehen wurde. Kaum aber bekam er auch nur ein Fünkchen von der Kritik zu spüren, gegen die sich Hillary Clinton seit Jahrzehnten verteidigen muss, schon jammerte er herum. Heute behauptet er, die ganze Welt und die Medien seien gegen ihn. Donald Trump und seine Anhänger erinnern mich ganz massiv an eben jene jammernden Israelkritiker, die Israel brutal verurteilen, aber bei den Gegnern Israels den mildesten Blick anlegen. Eine typische Floskel dieser Menschen ist es: „Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen.“

Natürlich ist Hillary Clinton nicht perfekt. Niemand ist perfekt, Hillary Clinton nicht, Israel nicht und Donald Trump auch nicht. Donald Trump aber glaubt, er sei perfekt; so perfekt, wie nur ein Fundamentalist von der eigenen Perfektion überzeugt sein kann. Wer es wagt, seine Perfektion anzuzweifeln, beleidigt ihn! In diesem notorischen Beleidigtsein ähnelt Donald Trump einem Islamisten am meisten.

Veröffentlicht unter Amerika, Politik | 105 Kommentare