ach ja, der Sinn des Lebens

Viktoria Burkert und Gerd Buurmann prÀsentieren:

„… ach ja, der Sinn des Lebens“ am Freitag, 24. April 2020 um 20h im inSide CafĂ©, Am Rinkenpfuhl 46 in Köln.

In ihrem zweiten abendfĂŒllenden Programm beantworten Stand-Up Comedian Gerd Buurmann und Liedermacherin Viktoria Burkert die wichtigsten Fragen ĂŒberhaupt:

Was ist der Sinn des Lebens? Wann wird aus Verliebtsein Liebe? Was machen wir hier eigentlich? Und warum hast du mich entfreundet?

In Comedy-Bits und vielen lustigen Liedern erkunden sie die Tiefen des menschlichen Lebens und Zusammenlebens, feiern das Absurde im AlltĂ€glichen und das AlltĂ€gliche im Außergewöhnlichen und geben darĂŒber hinaus auch noch einen humorvoll-intimen Einblick in ihre eigene langjĂ€hrige Beziehung.

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„Höpker und Buurmann haben Krach“ in DĂŒsseldorf

Gudrun Höpker und Gerd Buurmann verwandeln eheliche Streitereien aus Film, Fernsehen und Literatur in einen amĂŒsanten Theaterabend. Eine urkomische Reise in den innersten Kreis der Ehe.

Höpker und Buurmann liefern sich einen verbalen Schusswechsel. Das Publikum wird Zeuge, wie sich Adam mit Eva zankt, Kermit und Piggy streiten und wie Macbeth völlig unerwartet auf Inge Meysel trifft.

Do, 5. MĂ€rz um 20h im Takelgarn Theater auf der Philipp-Reis-Str. 10 in DĂŒsseldorf: „Höpker und Buurmann haben Krach“ – Eine humorvolle Reise durch die Geschichte der ehelichen Streitereien mit Texten von Shakespeare bis Tucholsky.

„Als eine Steigerung kaum noch möglich ist, gibt es dann auch noch „eine schrecklich nette Familie“ im Stil einer Inszenierung von Truffaut nebst Tanzeinlage von Pina Bausch. Dabei ĂŒberschlĂ€gt sich Gerd Buurmann im Sinne des Wortes, legt eine Performance hin, die eine außerordentlich körperliche Herausforderung ist. Grandios! Das Publikum tobt. Und das zurecht! Hier haben zwei Vollblut-Entertainer alles gegeben!“ (Helga Wissing, LippstĂ€dter Zeitung, 15. Dezember 2019)

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Der Nathan-Komplex in Köln

„Mit Humor und viel EinfĂŒhlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schĂ€tzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Abraham Lehrer, VizeprĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

 

„Der Nathan-Komplex“ kommt nach Köln. Das Kammerspiel mit Vortrag findet am 25. MĂ€rz 2020 um 19 Uhr in der Kölner Innenstadt statt. Eine Anmeldung kann vorgenommen werden unter: Tal@jnf-kkl.de

Bei Anmeldung bekommen Sie den AuffĂŒhrungsort mitgeteilt. Kein Eintritt. Um eine Spende wird gebeten.

„VortrĂ€ge ĂŒber Antisemitismus haben Konjunktur. Gerd Buurmann macht es anders. Ebenso unverhofft wie kurzweilig erzĂ€hlt er mit glĂ€nzender schauspielerischer Leistung ĂŒber zweitausend Jahre Kulturgeschichte. Der Nathankomplex ist vieles. Er wehrt Fehlinterpretationen von Heine ab, lĂ€sst zweifeln, aber auch hoffen. Die Ă€ltere deutsche Sprache hĂ€lt fĂŒr Buurmann einen Begriff bereit: Gerd Buurmann ist geistreich. Man muss ihn sehen.“
(Lasse Stodollick, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Bodensee-Region)

„Gerd Buurmann ist ein exzellenter Schauspieler, der es versteht, selbst alte, vielleicht sogar antiquierte Texte so zu prĂ€sentieren, dass man das Heutige erkennt und die zutiefst menschliche Figur des Dargestellten mitfĂŒhlt. DarĂŒber hinaus ist Buurmann aber auch ein scharfsinniger Beobachter des Homo Politicus. So erkennt er, wie tief in jedem westlichen Menschen der Antisemitismus steckt, ja geradezu stecken muss, und er erklĂ€rt dies so logisch und schlĂŒssig, dass es einen wunder nimmt, warum dieses Wissen nicht lĂ€ngst schon Allgemeinplatz ist. Das alles, klassische Texte, politische innere Erdbeben und logische Erkenntnis daraus prĂ€sentiert er noch dazu mit Humor und Leichtigkeit. So muss Herzensbildung, so muss Wahrheit sein.“
(Sandra Kreisler, Musikerin und KĂŒnstlerin)

„Rhetorisch gut strukturiert und mit Hilfe schauspielerischer Einlagen, schaffte Gerd Buurmann es, das komplizierte Thema Antisemitismus auf eine so eingĂ€ngige und anschauliche Art und Weise darzulegen, dass man in den Gesichtern seiner Zuhörer förmlich sehen konnte, wie sie von Buurmanns Worten zum Nachdenken angeregt wurden.“
(Marc Neugröschel, Hebrew University, Jerusalem)

„Gerd Buurmann konfrontiert das Publikum aber nicht nur mit triftigen Argumentationen und wenig bekannten Fakten, er zieht es auch emotional in seinen Bann, wenn er sich binnen Sekunden und ohne KostĂŒmwechsel in Shakespeares Shylock verwandelt und so die Zuschauer schmerzlich nah an einem jĂŒdischen Schicksal teilnehmen lĂ€sst.“
(Dr. Karl Thönnissen, Volkshochschule Aachen)

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„Femmage an Hedwig Dohm“ in Königslutter

Fr, 28. Februar 2020 um 19 Uhr im Kaiserdom in Königslutter: „Femmage an Hedwig Dohm“ – Eine unterhaltsame Lesung, Schauspiel und Vortrag mit Isabel Rohner, Nikola MĂŒller und Gerd Buurmann.

Der Feminismus lÀsst sich auf eine einfache Formel bringen, die Hedwig Dohm bereits im 19. Jahrhundert artikuliert hat:

“Die Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

Der Feminismus ist nichts weiter als Ausdruck der Überzeugung, dass alle MĂ€nner und Frauen gleichberechtigt sind. Der Feminismus ist keine Ideologie, die Frauen oder MĂ€nner verĂ€ndern will, sondern kĂ€mpft dafĂŒr, dass jede Frau und jeder Mann in Freiheit und unter Garantie des Lebens das eigene GlĂŒck suchen darf, egal wie dieses GlĂŒck aussieht.

In Frankreich wird die französische Revolution am 14. Juli gefeiert. In den Vereinigten Staaten von Amerika wird die UnabhĂ€ngigkeit am 4. Juli gefeiert. Beide Revolutionen aber befreiten nicht die Frauen! Der Feminismus ist Ausdruck der Überzeugung, dass alle MĂ€nner und Frauen im Besitz der Menschenrechte sind und nicht nur MĂ€nner.

Frauen waren in Europa noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts nicht im Besitz der Menschenrechte. Sie durften in Frankreich und den USA nicht wÀhlen, im Gegensatz zu ehemaligen mÀnnlichen Sklaven. Die Tore der höheren Bildung waren ihnen verschlossen und ökonomisch wurden sie brutal ausgebeutet.

Frauen waren Sklaven.

Noch heute werden Frauen an vielen Orten der Welt brutal unterdrĂŒckt. Sie werden gesteinigt und in GefĂ€ngnisse gesperrt. Einige sind aus Stein, andere aus Stoff.

Was Frauen erleben und erleben mussten, aber auch was sie erkĂ€mpft und erreicht haben, nĂ€mlich die Freiheit fĂŒr sich und alle Menschen, stellt alles davor Dagewesene in den Schatten. Der Feminismus hat mehr Menschen befreit als die französische Revolution oder die amerikanische Revolution, die lediglich weniger als die HĂ€lfte der Bevölkerung befreit hatten.

WĂ€ren die Heldinnen der feministischen Revolution MĂ€nner gewesen, stĂŒnden heute ĂŒberall Statuen dieser Helden herum, Jungs und MĂ€dchen könnten aus dem Stand ein paar Namen von Feministinnen nennen und sie wĂŒrden sich stolz als Suffragetten verkleiden. Die Schriftstellerin Rebecca West sagte einst:

„Ich selbst habe es nie geschafft, genau herauszufinden, was Feminismus ist. Ich weiß nur, dass ich immer dann als Feministin bezeichnet werde, wenn ich GefĂŒhle zum Ausdruck bringe, die mich von einer Fußmatte unterscheiden.“

Das Wort „Feminist“ ist ein Kompliment.

Nennt mich einen Feministen! Es macht mich stolz, Feminist genannt zu werden, denn Marie le Jars de Gournay war eine Feministin. Im Jahr 1622 veröffentlichte sie das Werk „Über die Gleichheit“ und argumentiert dort, dass alle Menschen ungeachtet der Herkunft und des Geschlechts vernunftsbegabte Wesen sind und daher gleich an Rechten und Pflichten:

„Genau genommen ist das menschliche Wesen ĂŒbrigens weder mĂ€nnlich noch weiblich: das unterschiedliche Geschlecht ist nicht dazu da, einen Unterschied in der AusprĂ€gung herauszubilden, sondern es dient lediglich der Fortpflanzung. Das einzige wesenhafte Merkmal besteht in der vernunftbegabten Seele. Und wenn es erlaubt ist, beilĂ€ufig einen kleinen Scherz zu machen, dann wĂ€re hier wohl jene anzĂŒgliche Bemerkung nicht unpassend, die besagt: nichts Ă€hnelt dem Kater auf einer Fensterbank mehr als – die Katze. Der Mensch wurde sowohl als Mann wie Frau geschaffen. MĂ€nner und Frauen sind eins.“

Hundert Jahre spÀter widersprach der Humanist Rousseau dieser Auffassung und erklÀrte statt der feministischen Menschenrechte die humanistischen MÀnnerrechte. Die französische Philosophin Olympe de Gouges kritisierte den Sexismus ihrer Zeit mit deutlichen Worten:

„Die Sturmglocke der Vernunft ist im ganzen Universum zu hören; erkennt eure Rechte! Das gewaltige Reich der Natur ist nicht mehr umlagert von Vorurteilen, Fanatismus, Aberglaube und LĂŒgen. Die Fackel der Wahrheit hat alle Wolken der Dummheit und Anmaßung zerstreut. Der versklavte Mann hat zwar seine KrĂ€fte vervielfacht, aber er hat der eurigen bedurft, um seine Ketten zu sprengen. Kaum in Freiheit versetzt, ist er nun selbst ungerecht geworden gegen seine GefĂ€hrtin. O Frauen! Frauen, wann wird eure Verblendung ein Ende haben? Was sind denn die Vorteile, die euch aus der Revolution erwachsen sind? Ihr werdet noch mehr verachtet, noch offener verhöhnt.“

Im 17. Jahrhundert erklĂ€rte Marie les Jars de Gournay die Gleichheit von MĂ€nnern und Frauen, aber im 18. Jahrhundert erklĂ€rten die MĂ€nner der Französischen Revolution kurzerhand nur die MĂ€nner- und BĂŒrgerrechte. Oft werden diese MĂ€nner- und Herrenrechte fĂ€lschlicherweise als Menschen- und BĂŒrgerrechte ĂŒbersetzt, obwohl Frauen dezidiert nicht mit „des hommes“ gemeint waren, was Oylmpe de Gouges in ihrer Antwort „Die ErklĂ€rung der Rechte der Frau und BĂŒrgerin“ deutlich kritisierte.

„FĂŒrchtet ihr, dass unsere französischen Gesetzgeber – Richter ĂŒber jene Moral, die sich lange Zeit in der Politik eingenistet hat, nun aber ĂŒberlebt ist – es euch wiederholen: „Frauen, was habt ihr mit uns gemein?“ „Alles“, werdet ihr zu entgegnen haben. Und wenn sie sich in ihrer SchwĂ€che darauf versteifen, mit ihren eigenen Prinzipien in Widerspruch zu geraten, dann setzt beherzt die Macht der Vernunft ihren eitlen Anmaßungen entgegen, euch ĂŒberlegen zu sein (
) Die Frau hat das Recht das Schafott zu besteigen; sie muss gleichermassen das Recht haben, die TribĂŒne zu besteigen!“

Zu keiner Zeit war die Hauptströmung des Feminismus von dem Gedanken geprĂ€gt, MĂ€nner seien den Frauen untergeordnet. Dem Humanismus jedoch hingen nicht selten fĂŒhrende Philosophen an, die Frauen den MĂ€nnern unterstellten. Es sind daher die Humanisten, die sich fragen sollten, ob der Humanismus etwas ehrenwertes ist, nicht die Feministinnen!

Feministinnen kĂ€mpften stets fĂŒr die Gleichberechtigung aller Menschen. Die fĂŒhrenden Köpfe im Kampf gegen die Sklaverei waren nicht selten Frauen: Aphra Behn (17. Jahrhundert), Mary Wollstonecraft (18. Jahrhundert), Mathilde Franziska Anneke (19. Jahrhundert).

WĂ€hrend Olympe de Gouges fĂŒr die Menschenrechte stritt und das Recht eines jeden Menschen auf einen fairen Prozeß verteidigte, erklĂ€rten die mĂ€nnlichen Sieger der Revolution den Terror. Obwohl Olympe de Gouges eine blĂŒhende Republikanerin war und in dem König einen Feind der Demokratie sah, kĂ€mpfte sie fĂŒr einen fairen Prozeß des Königs, weil fĂŒr sie Menschenrechte unverĂ€ußerlich waren, selbst fĂŒr die grĂ¶ĂŸten Feinde. FĂŒr Olympe de Gouges sollte die Vernunft herrschen. Die Sieger der Revolution sahen das anders. Am 17. Januar 1794 erklĂ€rte Maximilien Robespierre den Sieg der „Natur“ ĂŒber die Vernunft:

„Wenn man vorschlĂ€gt, Ludwig XVI. den Prozeß zu machen, so stellt man die Revolution in Frage. Kann er gerichtet werden, so kann er freigesprochen werden, kann er freigesprochen werden, so kann er unschuldig sein. Ist er aber unschuldig, was wird aus der Revolution? (…) Wie könnte der Tyrann den gesellschaftlichen Pakt fĂŒr sich anrufen? Er hat ihn vernichtet! Welche Gesetze sind an seine Stelle getreten? Die Gesetze der Natur: das Volkswohl.“

Olympe de Gouges jedoch verteidigte die Gesetze der Vernunft und landete dafĂŒr auf dem Schafott. Am 3. November 1793 wurde sie hingerichtet. Ihr Vergehen: Sie hatte sich den „Gesetzen der Natur“ widersetzt. Sie wusste warum.

Wenn die MĂ€chtigen krank werden, wollen sie nicht, dass die Natur herrscht, sondern sie verlangen nach der Vernunft des Arztes. Wenn ihnen Unrecht widerfĂ€hrt, wollen sie nicht, dass die Natur herrscht, sondern sie rufen nach der Vernunft des Richters. Wenn Menschen aber andere Menschen unterdrĂŒcken wollen, dann holen sie schnell die Natur aus der Kiste. Dann gibt es auf einmal die Natur der Frau, die Natur des Juden oder die Natur des Schwarzen und die MĂ€chtigen tun so, als wĂŒssten sie genau, was die Natur will, ganz so als hĂ€tten sie erst letzten Sonntag mit Mutter Natur Kaffee getrunken. Hedwig Dohm jedoch argumentierte:

„Wie der Mensch sich seinen Gott nach seinem Ebenbild schafft, so legt ein jeder seine Anschauungen der Natur in den Mund. Eine Byzantinerin ist die Natur, redet dem, der gerade die Macht hat, zu Munde, oder gibt wenigstens immer die Antwort, die der Fragende erwartet. Was ist natĂŒrlich, was unnatĂŒrlich? Die meisten geistigen Errungenschaften sind EinbrĂŒche in vermeintliche Naturgesetze. Das scheinen die Antifeministen selbst zu bestĂ€tigen, wenn sie sagen: „Wir mĂŒssen auf der Änderung dieser verkehrten Welt bestehen.“ Recht haben sie. Wir bestehen ja auch darauf. Nur wollen sie, dass die Welt wieder so werde, wie sie einstmal war, wir aber wollen, dass sie werde, wie sie noch niemals war. Und sage nicht, es muss so sein, weil es niemals anders war. Unmöglichkeiten sind AusflĂŒchte steriler Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!“

Es ist völlig irrelevant, was die Natur will, wenn sie ĂŒberhaupt was will. Die meisten Menschen heute wĂŒrden gar nicht leben, ginge es nach der Natur.

Wenn es nach der Natur ginge, wÀre ich schon lÀngst tot!

WĂŒrden Sie etwa noch leben? Hatten Sie schon mal eine Operation? Tragen Sie ein Brille? Haben Sie eine schwere Grippe ĂŒberstanden? Nutzen Sie moderne Technik? Dann sind Sie wider der Natur noch hier. Die Natur hĂ€tte Sie lĂ€ngst entsorgt!

Viele Menschen glauben, Natur sei das Naherholungsgebiet am Stadtrand. Die WĂ€lder in Deutschland sind aber keine Natur. Sie sind Kultur. Sie werden von der Vernunft der Mitglieder des Forst- und GrĂŒnflĂ€chenamts gut verwaltet. Natur ist kein gepflegter Wald und keine gemĂ€hte Wiese. Natur ist, wo der Mensch Beute ist!

Die Natur hat keine Absicht. Sobald der Natur Absichten und Moral unterstellt wird oder sobald der Natur ein Schöpfer gegeben wird, haben wir es mit einer Religion zu tun und Religion ist Kultur.

Gut und böse sind Kategorien der Vernunft. Die Vernunft versucht zwar, Natur wissenschaftlich zu verstehen, aber alles, was Vernunft hat, weiß oder mindestens ahnt, dass Moral in der Natur nicht zu finden ist.

Die Moral war lange Zeit ein Diktat der Götter. In der heutigen Zeit, da der Glaube an Gott vielerorts verschwunden ist, flĂŒchten nicht wenige, die religiös heimatlos geworden sind, in den Schoß der Natur und ernennen die Natur zu ihrem Gott. So wie sich die Menschen einst Gott nach ihrem Bilde schufen, so legen sie heute der Natur ihre Ansichten in den Mund! FĂŒr die Einen regelt Gott, was gut und was böse ist, fĂŒr die Anderen die Natur.

Ob man nun aber gottesfĂŒrchtig oder naturfĂŒrchtig ist, das Sagen haben jene, die glaubhaft machen können, Erleuchtete zu sein, die vorgeben, den direkten Draht nach oben zu haben. Sie wissen angeblich genau, was Gott oder die Natur will. Sie behaupten, es vernommen zu haben und erklĂ€ren, den wahren Weg zu kennen. Sie sind die Propheten, die Guten! Und sie benehmen sich so!

Um gute Dinge zu vollfĂŒhren, braucht es jedoch keinen Gott. Gott stört bei guten Taten nicht, hilft höchstens dabei. Böse Taten jedoch brauchen einen Gott, nĂ€mlich den festen Glauben daran, die abscheulichen Taten im Namen eines höheren Sinns und Zwecks zu begehen. Gotteskrieger kĂ€mpfen fĂŒr den lieben Gott und NaturglĂ€ubige fĂŒr die liebe Natur.

Die Natur ist aber nicht lieb. Sie ist auch nicht böse. Die Natur ist indifferent und kennt keine Moral. Sie ist!

Gut und böse sind Kategorien der Vernunft. Der Mensch muss sie selbst definieren, verteidigen und leben. HĂ€tte der Mensch alles Neue verdammt, weil es 5000 Jahre vorher anders gemacht wurde, sĂ€ĂŸe er heute noch als stĂ€ndige Beute in einer Höhle und wĂŒrde noch vor dem 30. Lebensjahr verrecken.

Es waren kluge Philosophen wie die Feministinnen, die ihre Vernunft genutzt haben, um sich zu emanzipieren und sich zu befreien von den Ketten, die uns vermeintlich von der Natur angelegt wurden. Es ist daher eine Frage des Stolzes, Feminist zu sein. Hedwig Dohm sagte:

„Mehr Stolz, Ihr Frauen, der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn!“

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Kunst gegen Bares 2020

Auch im Jahr 2020 wird die Kunst gegen Bares wieder jeden Montag stattfinden, außer natĂŒrlich Rosenmontag, wir sind ja in Köln.

Kunst gegen Bares mit Hildegart Scholten und Gerd Buurmann
jeden Montag um 20 Uhr
im ARTheater, EhrenfeldgĂŒrtel 127 in Köln

Die Show in der Kunst und Kapital aufeinander treffen.

KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler prĂ€sentieren auf der BĂŒhne des ARTheaters ihre Talente – vom Schauspielmonolog zum KabarettbrĂŒller, von eigenen Gedichten bis zur Eier-Jonglage im Kopfstand – eigentlich eine typische Offene BĂŒhne Show. Kunst gegen Bares ist die Muppet Show, nur mit Menschen statt Schweinen, Fröschen, Hunden und BĂ€ren. Alles nach dem Motto von Onkel Kermit: “Nimm, was Du hast und flieg damit!“

Das Besondere ist zudem die Form, wie die Kunst entlöhnt wird. Das Publikum entscheidet selbst, wieviel Bares die jeweilige Kunst wert ist. Vor jeder KĂŒnstlerin und vor jedem KĂŒnstler steht ein eigenes Sparschwein, in das nach GutdĂŒnken Geld geworfen werden kann. Bei der Kunst Gegen Bares trifft Kunst auf Kapital, und alles ohne ZwischenhĂ€ndler! Hier ist das Publikum Chef!

Es gibt genau sieben Regeln fĂŒr die Kunst gegen Bares:

1. Zuschauer und KĂŒnstler kommen den selben Weg und sitzen zusammen im Publikum.

2. Die KĂŒnstler werden von der Moderation aus dem Publikum auf die BĂŒhne geholt.

3. Die PrĂ€sentationszeit muss fĂŒr alle KĂŒnstler gleich beschrĂ€nkt sein.

4. Jeder KĂŒnstler erhĂ€lt nach der PrĂ€sentation ein Sparschwein.

5. Das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren.

6. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100% an die KĂŒnstler.

7. Der KĂŒnstler oder die KĂŒnstlerin mit dem meisten Geld wird zum „Kapitalistenschwein des Abends“ gekĂŒrt.

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Schalom und Alaaf

„Schalom und Alaaf“
Eine FĂŒhrung durch das jĂŒdische Köln
mit Gerd Buurmann.

NĂ€chste Termine:

Do, 27. Februar 2020 um 18 Uhr

So, 29. MĂ€rz 2020 um 13 Uhr

Treffpunkt: Auf dem GĂŒlichplatz am Haus Neuerburg bei Farina, GĂŒlichplatz 1–3


Anmeldung: gerdbuurmann@hotmail.de oder 016098520957
Preis: 11,- Euro

Erstmals wird jĂŒdisches Leben in Köln im Jahre 321 schriftlich erwĂ€hnt. Seit dem ist sehr viel passiert in der Stadt am Rhein.

Welcher jĂŒdische Komponist aus Köln wird jeden Tag vom Glockenspiel des Kölner Rathausturms gespielt?

Welcher jĂŒdische Bankier aus Köln fĂŒhrte im Jahr 1824 den Rosenmontagszug als Prinzessin Venetia an?

Welcher jĂŒdische Dichter aus DĂŒsseldorf stritt sich im Traum mit den Heiligen Drei Königen im Kölner Dom?

Wenn Sie die Antworten zu diesen und noch vielen weiteren Fragen erhalten wollen, dann begleiten Sie Gerd Buurmann auf seiner humorvollen Reise durch das jĂŒdische Köln.

Es gibt viel zu entdecken!

„Mit Humor und viel EinfĂŒhlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schĂ€tzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Abraham Lehrer, VizeprĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

„Heute Macbeth, morgen Jago, ĂŒbermorgen Kermit, der Frosch. Gerd Buurmann (1976 im Emsland geboren) ist einer der vielseitigsten KĂŒnstler in Köln.“ (Barbro Schuchardt von der Kölnischen Rundschau)

Die FĂŒhrung dauert 2 Stunden.

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UnterstĂŒtzen Sie Gerd Buurmann

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, KĂŒnstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstĂŒtzen wollen, ĂŒberweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto.

Die Kontodaten erhalten Sie von mir via Mail oder Telefon. Kontaktieren Sie mich einfach:

gerdbuurmann@hotmail.de
016098520957

Alles Liebe
und Danke fĂŒr Ihre UnterstĂŒtzung,
Gerd Buurmann

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Der Witz ist ein VerrĂ€ter!

Bei Humor hört der Spaß auf.

Wenn zwei Menschen nicht den gleichen Sinn von Humor haben, stehen sie sich so unversöhnlich gegenĂŒber wie Menschen, die an unterschiedliche Götter glauben. So wie Fundamentalisten einander vorwerfen, nicht an den richtigen Gott zu glauben, werfen sich Menschen mit unterschiedlichen Humorvorstellungen vor, einen schlechten oder gleich gar keinen Humor zu haben. Humor und Religionen sind wie FĂŒrze: Man glaubt, nur die der Anderen stinken.

Es gibt Menschen, die haben Humor und Ironie und dann gibt es jene, die bevorzugen den Spott mit Gesinnungsgarantie. Sie verlangen nach dem Scherzkeks, der ein Feindbild zum Auslachen erwĂ€hlt. Sie wollen eine Horde sein und gemeinsam schenkelklopfend auslachen. Sie brauchen ein Feindbild. FĂŒr sie ist das Lachen ein ZĂ€hnezeigen. Sie wollen mit ihren Witzen vernichten. Nicht selten findet sich diese Form des vernichtenden Spotts im Karneval und Kabarett.

Mitlachen statt Auslachen ist die Kunst.

Alle Menschen haben Meinungen, das ist nichts besonderes, aber nicht alle haben ein feines GespĂŒr fĂŒr Humor oder ein ausgeprĂ€gtes Gehör fĂŒr Harmonie. Alle Menschen haben Überzeugungen, aber nicht alle sind Komponisten oder Humoristen. Wenn ich wĂ€hlen muss zwischen Ideologie und Witz, wĂ€hle ich den Witz, denn eine Überzeugung hat jeder, Sinn fĂŒr Humor jedoch nicht. Das gilt fĂŒr jeden kunstschaffenden Menschen: Mach, was Dich besonders macht. Eine Meinung hat jeder. Das macht auch Dich nicht besonders. Deine Kunst macht Dich besonders!

Es gibt Komiker, die zeigen mit dem Finger auf andere und es gibt Komiker, die zeigen mit dem Finger auf sich.

Jeder Mensch gibt Grund zu lachen, denn Menschen haben Ideologien, Religionen und Überzeugungen und die sind immer auch saukomisch. Es ist absolut berechtigt, darĂŒber Witze zu machen! Wenn jemand glaubt, ich beleidigte ihn, nur weil ich ĂŒber den Koran, das Evangelium, ein Manifest, Marx, Mohammed oder Jesus lache, dann soll er sich beleidigt fĂŒhlen. Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich Witze ĂŒber seinen Glauben mache, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Ideen!

Lachen ist keine freiwillige Sache.

Ein Mensch hört nicht einen Witz, sortiert ihn in seine Schubladen ein und entscheidet dann, ob er lacht. Wenn ein Witz gut ist, muss man lachen. Man kann gar nicht anders. Die Frage „Darf man darĂŒber lachen?“ ist daher absurd. Man lacht, weil man lachen muss! Man kann sich hinterher zwar schĂ€men, gelacht zu haben, so wie man sich schĂ€mt, in aller Öffentlichkeit eine Erektion bekommen zu haben, aber die Scham hilft nicht weiter. Das Lachen lĂ€sst sich nicht unterdrĂŒcken. Man kann höchstens hinterher lĂŒgen und sagen, man habe das ĂŒberhaupt nicht komisch gefunden, so wie manche ihre SexualitĂ€t verleugnen.

Das Lachen ist vom Willen entkoppelt wie die Lust.

Wenn jemand einen Witz macht, ĂŒber den man nicht lachen kann, dann lohnt es sich, die Ohren zu öffnen. Wenn nĂ€mlich andere lachen, dann wird es deren erogenen Lachmuskeln offenkundig stimuliert haben. Welches Recht haben wir, diesen Menschen das Lachen zu verbieten? Der Humor der Anderern ist keine krankhafte Perversion. Man muss den Humor nicht teilen, aber fĂŒr jede humoristische Spielart gibt es eine Zielgruppe.

Lachen ist Urlaub vom Leid. Lachen hilft, mit Dingen fertig zu werden und nicht zu verzweifeln.

Ein Comedian sucht nicht nach der universellen Wahrheit, sondern nach dem einzigartigen Lacher. Diese Suche ist stets auch ein Tanz am Abgrund des guten Geschmacks und jeder Comedian stolpert mal oder fliegt gehörig auf die Schnauze. Humor lebt von wilden Gedanken, von GrenzĂŒberschreitung und Unangepasstheit. Wer auf einer BĂŒhne ist und fĂŒr den Witz steht, betreibt Hochleistungssport. Die BĂŒhne ist stets Ausnahmezustand.

Dem Humor freien Lauf zu lassen, ermöglicht dem GegenĂŒber einen tiefen Blick in die eigene Seele, vor allem in die unbewussten Flecken dieser Seele und jede Seele hat Flecken. Schon oft habe ich mich durch mein Lachen verraten.

Der Witz ist ein VerrÀter!

Darum gehört der Witz auch zu den ersten Dingen, die Diktaturen verbieten.

Lachen ist gefÀhrlich!

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Ein radikales PlĂ€doyer fĂŒr Meinungsfreiheit

„Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafĂŒr einsetzen, dass Du es sagen darfst.“

Dieser Satz wird oft fĂ€lschlicherweise Voltaire zugeschrieben. Er stammt jedoch von Evelyn Beatrice Hall (1868 – 1956). Sie war eine englische Schriftstellerin und verwendete den Satz in ihrer im Jahr 1903 erschienen Biografie „The Life of Voltaire“ als Illustration der Philosophie von Voltaire! Die Behauptung, der Satz stamme von Voltaire, ist somit falsch, aber durch die Meinungsfreiheit geschĂŒtzt!

Oft höre ich, Meinungsfreiheit schließe keine Hassreden und Falschaussagen ein, aber genau das tut sie. Es ist die exakte Definition von Meinungsfreiheit, dass auch falsche Meinungen geĂ€ußert werden dĂŒrfen!

Es gibt kein Zuviel an Meinungsfreiheit. Entweder gibt es Meinungsfreiheit oder es gibt sie nicht. So einfach ist das!

Es gibt jedoch ein Zuviel an Angst und ein Zuviel an Beleidigtsein. Gegen Meinungen, die schmerzen, mögen sie nun schmerzen, weil sie wahr sind oder weil sie unwahr sind, hilft nur die Gegenrede als zivilisierte Form der Verteidigung.

Eine Beleidigung, die in die Richtung eines Menschen gefeuert wird, beleidigt den Menschen nur, wenn er die Beleidigung in seinem Kopf annimmt. Eine Faust oder eine Kugel jedoch, die in die Richtung eines Menschen abgefeuert wird, verletzt oder durchlöchert den Kopf unabhÀngig von der Haltung des Menschen. Wer eine Beleidigung nicht hört, lebt. Wer eine Kugel nicht hört, stirbt. Das ist der Unterschied!

Wer glaubt, ein Mensch sei eine Gefahr, weil er spricht, glaubt auch, eine Frau sei eine Gefahr, wenn sie ohne Verschleierung aus dem Haus geht.

Die Zensur ist fĂŒr die Redefreiheit das, was der Schleier fĂŒr die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte, so wie jeder Mensch selbst entscheiden darf, ob und zu was er oder sie schweigen will. Es darf keinen Zwang geben, weder fĂŒr den Schleier noch fĂŒr den Mantel des Schweigens!

Meinungsfreiheit gilt auch fĂŒr die Hassrede! Sonst mĂŒsste der Koran schon lĂ€ngst verboten worden sein, denn da stehen einige deutliche Aufrufe zur Gewalt drin.

Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie sehen in eine Kneipe einen Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie wĂŒrden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trĂŒge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten wĂ€re. Sie wĂŒrden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen und er wĂŒrde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrĂŒĂŸen, weil das unter Hassrede fĂ€llt. Sie wĂŒrden ein wenig plaudern, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das GesprĂ€ch auf ein Thema fĂ€llt, bei dem Sie plötzlich merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spĂ€t. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben. Alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes und des Sagens von „Heil Hitler“ Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist.

Ich möchte wissen, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet!

Zuhören ist ein prĂ€ventiver Schutzmechanismus. Nur so lerne ich das Innere eines Menschen kennen und kann rechtzeitig entscheiden, ob ich mich vor ihm schĂŒtzen oder von ihm lernen sollte. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden!

Wenn es Leuten schlecht geht, flĂŒchten sie. Manche flĂŒchten in andere LĂ€nder, andere flĂŒchten in Ideologien. Einige LĂ€nder und Ideologien sind gut, andere weniger. Wer das Äußern einer Meinung verbietet, sorgt lediglich dafĂŒr, dass die Meinung nur noch gedacht wird! Aber nur weil ich jemanden nicht mehr höre, heißt das nicht, dass er die Sache nicht mehr denkt. Die Meinung wird lediglich erst sichtbar, wenn sie sich zu einer Handlung entwickelt hat. Dann aber ist es oft zu spĂ€t!

Andere Meinungen ausklammern ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die HĂ€nde vor die Augen hĂ€lt und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man wĂŒrde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie BĂŒcher zu verbrennen!

Es gibt Menschen, die sind so frei von jedem Zweifel und so sicher, auf der richtigen Seite des Lebens zu stehen, dass sie Gewalt rechtfertigen oder billigend in Kauf nehmen, um ihre Gewissheit zu manifestieren. Jeder Mensch lÀuft Gefahr, in das Schussfeld dieser Selbstgerechtigkeit zu geraten.

„Wehret den AnfĂ€ngen“ brĂŒllen diese gerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die AnfĂ€nge einer Zukunft, die sie aus ihrer Angst konstruieren. Aus Angst nehmen sie andere Menschen als Geisel ihrer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitĂ€ren Denkens, die Gewalt ĂŒber Gedanken als PrĂ€ventivschlag ermöglicht.

Das Verbieten von Meinungen ist stets ein PrĂ€ventivschlag! Kann so ein PrĂ€ventivschlag gerechtfertigt sein? Bei der Verleihung des Böll-Preises sagte Herta MĂŒller einst:

„Wenn Hassparolen spazieren gehen, dann geht auch irgendwann ein Messer spazieren.“

Wer mit diesem Satz Meinungen verbieten möchte, muss auch fĂŒr ein Verbot des Korans plĂ€dieren, denn unzĂ€hlige Terroristen sind mit den Parolen des Korans spazieren gegangen, bevor sie zum Messer griffen.

Messer gehen jedoch nicht spazieren, weil vorher Parolen spazierten, sondern weil jene, die die Parolen grölen, die Messer bereits in ihren Hosen haben, um sie in genau dem Moment herauszuholen, da sie in der Lage sind, die Parolen der Anderen zum Schweigen zu bringen! Und die Menschen gleich mit. Das Problem ist nicht die Meinungsfreiheit, sondern der Wille der Hassenden, die Meinungsfreiheit mit Gewalt abzuschaffen. Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht mehr gesprochen werden.

Aus Worten werden Taten. Das stimmt. Aber Worte mĂŒssen nicht gesprochen werden, um zu Taten zu werden. Es reicht, wenn sie gedacht werden. Daher bringt es gar nichts, Taten dadurch verhindern zu wollen, dass man die Artikulation der Worte verbietet. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wer die Artikulation von gewissen Worten verbietet, verhindert dadurch nicht, dass die Worte zu Taten werden. Er verhindert jedoch, dass die Tat rechtzeitig erkannt und gebannt werden kann.

Nur wer die brutalen Gedanken hört, kann sich wehren. Das Verbieten von Worten bringt rein gar nichts! Der Mensch, der in den Augen eines anderen Menschen ein Schwein ist, bleibt fĂŒr ihn ein Schwein, auch wenn er es nicht mehr sagen darf und auch das Messer in der Hose verschwindet nicht, wenn einem der Mund verboten wird!

Worte können zu Taten werden. Gerade deshalb mĂŒssen die Worte artikuliert werden dĂŒrfen.

Das Problem in der Zeit des Nationalsozialismus war nicht, dass „Der StĂŒrmer“ zu erwerben war, sondern die Tatsache, dass sich die Nationalsozialisten zunĂ€chst die persönliche und spĂ€ter auch die staatliche Gewalt nahmen, andere Meinungen und Zeitungen zu verbieten, die ohne Probleme die Ideologie der NSDAP hĂ€tten entlarven können.

Die Nationalsozialisten nutzen nicht die Meinungsfreiheit, um das Messer zu ziehen, sondern sie zogen die Messer, um die Meinungsfreiheit zu attackieren!

Nichts fĂŒrchten jene, die Unrecht haben, mehr als die Meinungsfreiheit! Darum erklĂ€rten auch die Nationalsozialisten in ihrem 25-Punkte-Program unter Punkt 23:

„Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische LĂŒge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst- und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausĂŒbt und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.“

Aufgrund des „Gemeinwohls“, Meinungen kriminalisieren, Veranstaltungen schließen, BĂŒcher verbieten und Zeitungen abschaffen. Das ist die Gedankenwelt der Nazis. Sie lĂ€sst sich so zusammenfassen: „Wenn die LĂŒge spazieren geht, geht irgendwann auch die Zersetzung spazieren.“

Da trinke ich lieber englischen Tee mit Evelyn Beatrice Hall als diesen deutschen Muckefuck.

***

Ich hatte nicht immer diese radikale Haltung zur Meinungsfreiheit. Die Haltung kam mit der Erfahrung. Wenn Sie mein persönlicher Weg zur radikalen Meinungsfreiheit interessiert, lesen Sie auch: „Der Artikel 5 Club“

(Foto: Maxi Gstettenbauer)

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Ein (ruhiger) Tag in Dunkerque

Um dem Trubel des Kölner Karnevals zu entfliehen, reiste ich in den Norden Frankreichs nach Dunkerque auf der Suche nach etwas Ruhe. Hier mein Bericht:

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Der Dom und die Moschee

Kölns OberbĂŒrgermeisterin Henriette Reker hat alle Karnevalstermine fĂŒr heute abend abgesagt. Sie nimmt stattdessen an der Demo „Köln gegen Rechts“ vor dem Kölner Dom teil. Sie erklĂ€rt:

„Nach dem furchtbaren rassistischen Mordanschlag in Hanau mit zehn Toten, vielen Verletzten und dem unfassbaren Leid, das ĂŒber Familien und Freunde der Opfer und die ganze Stadt Hanau gebracht wurde, ist es mir wichtig, als OberbĂŒrgermeisterin der Stadt Köln ein Zeichen zu setzen“, begrĂŒndet Henriette Reker ihre Absage. „Ich werde deshalb am Freitagabend um 18 Uhr auf dem Roncalliplatz an der Demo von ‚Köln gegen Rechts‘ teilnehmen. Wir mĂŒssen gemeinsam gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf die Straße gehen.“

Apropos Kölner Dom. Als das Richter-Fenster von Gerhard Richter im SĂŒdquerhausfenster des Kölnern Doms am 25. August 2007 im Rahmen einer Messfeier eingeweiht wurde, da dauerte es nicht lange, bis sich Kardinal Meisner zu dem neuen Fenster Ă€ußerte.

„Wenn wir schon ein neues Fenster bekommen, soll es auch deutlich unseren Glauben widerspiegeln. Und nicht irgendeinen“, ließ der Kardinal in einem Interview mit der Express verlauten und fand sogar noch deutlichere Worte. Das Fenster passe â€žeher in eine Moschee oder ein anderes Gebetshaus“ als in die gotische Kathedrale. Was Kardinal Meisner bei seinen AusfĂŒhrungen jedoch nicht bedacht hatte: Im Jahr 1965 war der Kölner Dom eine Moschee.

Als in den 1960er Jahren muslimische Gastarbeiter nach Deutschland kamen, gab es in Köln noch kein Haus, wo die GlĂ€ubigen zu Allah beten konnten. Darum stellte der Kölner Dom kurzerhand seine beiden nördlichen Seitenschiffe islamischen Gottesdiensten tĂŒrkischer Arbeitsmigranten zur VerfĂŒgung. Die GebetsbĂ€nke wurden weggerĂ€umt und die Gebetsteppiche ausgerollt!

Am 3. Februar 1965 betraten rund 400 tĂŒrkische Gastarbeiter mit zusammengerollten Gebetsteppichen unter ihren Armen den Kölner Dom, um das Ende des Ramadans zu feiern. Jene Muslime, die sich keinen Teppich leisten konnten, hatten Zeitungen mitgebracht. Auf den Steinfliesen des Kölner Doms breiteten sie ihre Gebetsteppiche und Zeitungen aus und neigten ihr Haupt gen Mekka. Ein Imam leitete den Gottesdienst im Schatten der Kerzen, Kreuze, AltĂ€re, Statuen und in Anwesenheit des Kölner Kardinals Joseph Frings. Am 3. Februar 1965 erschallte erstmals das Gebet „Allahu akbar“ im Kölner Dom. Die ZEIT titelte am 12. Juni 1965:

„Muselmanen beten im Kölner Dom“

Die damalige Dompropstei betonte Journalisten gegenĂŒber, dass das Bereitstellen von Möglichkeiten fĂŒr die Gottesdienste AndersglĂ€ubiger in Kölner Kirchen durchaus „nichts Ungewöhnliches“ sei.

Das Wort Moschee bedeutet „Ort der Niederwerfung“. Der Kölner Dom wurde somit im Jahr 1965 die höchste Moschee Europas mit 157 Metern. Die Muslime nahmen die Moschee dankend an, indem sie nach den Gebeten Geld in den Opferstock warfen. Die Muslime befolgten im Kölner Dom somit vier der fĂŒnf SĂ€ulen des Islams: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten und Almosen.

Somit war der Kölner Dom mal eine Moschee. Das Richter-Fenster mit einer FlĂ€che von 113 mÂČ auf der 11.263 Farbquadrate in 72 Farben mit den Maßen 9,6 cm x 9,6 cm nach dem Zufallsprinzip angeordnet sind, hĂ€ngt somit durchaus am richtigen Platz.

Es gibt in Köln aber auch eine neue Moschee.

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Hanau war keine Schießerei!

Wenn ein Mann in einer Shisha-Bar und in einem Kiosk die dort verweilenden Menschen kaltblĂŒtig erschießt und er die Orte ausgesucht hat, weil er die dort verkehrenden Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Aussehens fĂŒr minderwertig hĂ€lt, dann ist das Wort „Schießerei“ fĂŒr diese Tat absolut unangemessen!

Die Definition von „Schießerei“ ist: “heftiger Schusswechsel“. Haben die angegriffenen Menschen in Hanau etwa zurĂŒck geschossen?

Das richtige Wort fĂŒr die Tat in Hanau lautet Anschlag oder Terror. Der Mörder von Hanau war ein verrĂŒckter Terrorist!

In einem YouTube-Video erklĂ€rt er auf Englisch, die Vereinigen Staaten von Amerika seien „unter der Kontrolle unsichtbarer, geheimer Gesellschaften.“ Diese Gesellschaften, so behauptet es er, nutzten „unbekannte, böse Methoden wie Gedankenkontrolle und halten eine moderne Form der Sklaverei aufrecht“. Er behauptet weiter, in den USA gĂ€be es „tiefe, unterirdische MilitĂ€rbasen“ und fĂŒgt hinzu: „In einigen davon beten sie den Teufel selbst an. Sie missbrauchen, foltern und töten kleine Kinder in unglaublicher Menge.“

Noch deutlicher wird er in einem Text, den er auf Deutsch auf seiner Webseite veröffentlicht hatte. Dort erklĂ€rt er, dass in Deutschland „das Beste und Schönste entsteht und herauswĂ€chst, was diese Welt zu bieten hat“ und verurteilt „das schlechte Verhalten bestimmter Volksgruppen.“ Er fragt sich, „warum solche Volksgruppen ĂŒberhaupt in meinem Land sind“ und stellt fest, diese Menschen seien „Ă€ußerlich instinktiv abzulehnen und haben sich zudem in ihrer Historie nicht als leistungsfĂ€hig erwiesen“. Er erklĂ€rt: „Andere Rassen und Kulturen wiederum haben hierbei nicht nur keinen Beitrag geleistet, sondern sind destruktiv – vor allem der Islam.“

Er erklĂ€rt, „dass folgende Völker komplett vernichtet werden mĂŒssen: Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Israel, Syrien, Jordanien, Libanon, die komplette saudische Halbinsel, die TĂŒrkei, Irak, Iran, Kasachstan, Turkmekistan, Usbekistan, Indien, Pakistan, Afghanistan, Bangladesh, Vietnam, Laos, Kambodscha bis hin zu den Philippinen.“

Der Verfasser gibt auch tiefe Einblicke in sein Privatleben. Er ist unfreiwillig zölibatĂ€r und erklĂ€rt, „dass ich ein Leben lang keine Frau/Freundin hatte, die letzten 18 Jahre ausschließlich deshalb nicht, da ich mir eben keine Frau nehme, wenn ich weiß, dass ich ĂŒberwacht werde.“

Er erzĂ€hlt von einem erfolglosen Date wĂ€hrend des Studiums. Er ist sich sicher, dass ein amerikanischer Geheimdienst an seiner Einsamkeit Schuld trĂ€gt: „Der Geheimdienst der mich bereits ein Leben lang beobachte, wusste um diese „Achillesferse“, zudem hatte ich offen eine KriegserklĂ€rung an diese mir unsichtbaren und unbekannten Personen ausgesprochen. Im Oktober 2000 begann ich mein BWL-Studium in Bayreuth auch mit der Hoffnung dort endlich eine attraktive Frau kennenzulernen. ZunĂ€chst sollte ich nicht enttĂ€uscht werden, da eine junge Studentin vom Ă€ußeren her meinen Vorstellungen entsprach. Allerdings war dieses Treffen, ebenso wie das Nicht-Zusammenkommen, von dieser „Geheimorganisation“ gesteuert, was mir aber zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt war.”

Völlig wirr wird der Mann, wenn er davon erzĂ€hlt, dass amerikanische Geheimdienste ihn abhören und dabei sogar Ideen fĂŒr Filme bekommen haben, die dann „Hollywood“ realisiert hĂ€tten: „Die Geheimorganisation, die mich ĂŒberwacht, nimmt Einfluss darauf, welche Hollywoodfilme gedreht werden bzw. welche Inhalte verfilmt werden. Ein weiterer GesprĂ€chsinhalt mit meinem Kollegen aus der Banklehre drehte sich auch um Filme und ich erwĂ€hnte einige Dinge, die ich gerne im Kino sehen wĂŒrde.“

Neben einigen Filmen mit Sharon Stone und Tom Cruise reklamiert er fĂŒr sich, die Serie „Prison Break“ erfunden zu haben: „Mit der Fernsehserie „Prison Break“ ist dies entsprechend umgesetzt worden –sehr gut sogar wie ich finde. Ich habe somit rĂŒckblickend damals unwissentlich die Grundidee geliefert, aber natĂŒrlich weder das Drehbuch geschrieben, noch die Schauspieler ausgewĂ€hlt, noch sonstige Dinge zur realen Umsetzung dieser Staffel beigetragen.“

Außerdem ist er sich sicher, dass der Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001 „von den USA selbst ausgefĂŒhrt wurde“, allerdings aufgrund einer Inspiration durch ihn. Er beschreibt, wie er irgendwann anfing, in seiner Wohnung laut zu reden, um mit der Geheimorganisation zu kommunizieren. Erst sprach er nur ĂŒber friedliche Dinge und erklĂ€rte zum Beispiel, JĂŒrgen Klinsmann solle Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft werden, aber irgendwann wurde er weniger friedlich:

„WĂ€hrend des Sommersemesters, als ich in der Wohnung mit den vermuteten Zuhörern sprach, sagte ich unter anderem, dass dieser Umstand, dass ich ĂŒberwacht werde – ich deute bereits an, dass ich beabsichtige mich dagegen entsprechend zur Wehr zu setzen – zur Not wĂŒrde ich mit einem Flugzeug in ein GebĂ€ude fliegen, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erringen – in die Weltgeschichte eingehen wird und einmal Hollywood-Filme nach mir gedreht werden wĂŒrden. Wie richtig ich damals beim Aussprechen dieser Worte lag, wurde mir erst spĂ€ter klar. Denn nicht nur nach dem 11. September 2001 wurden Filme aufgrund meiner Inspiration gedreht, sondern die Hollywood-Connection bestand bereits vorher.“

Sogar die Mauer zwischen den USA und MĂ©xico und der Slogan „America First“ seien seine Ideen gewesen: „Meine Strategie wird aktuell in den USA umgesetzt! Dies ist eine große Ehre fĂŒr mich!“

Irgendwann, so erklĂ€rt es der Verfasser dieser verrĂŒckten Geschichte, wurde ihm klar, dass er gar nicht laut sprechen mĂŒsse, um mit der Geheimorganisation Kontakt aufzunehmen, da sie die FĂ€higkeit besĂ€ĂŸe, „Gedanken zu lesen und sich in das Gehirn eines anderen Menschen einklinken zu können“. Diese FĂ€higkeit wĂŒrde sogar „von der gleichen Organisation filmisch verarbeitet, die ĂŒber diese FĂ€higkeit verfĂŒgt“. Als Beweis fĂŒhrt er den Film „Kuck mal wer da spricht“ an: „Im Film kann der Zuschauer die Gedanken der Kleinkinder mithören – in der RealitĂ€t können diese Menschen von mir bzw. von jedem Menschen die Gedanken lesen.“

Am Ende seines Wahntraktats erklĂ€rt der Mann, der am 19. Februar 2020 Ferhat Unvar, Gökhan GĂŒltekin, Hamza Kurtović, Said Nessar El Hashemi, Mercedes K., Can GĂŒlcĂŒ, Bilal Gökçe, Sedat GĂŒrbĂŒz, Kaloyan Velkov, Menschen mit TrĂ€umen, Hoffnungen und WĂŒnschen, sowie seine eigene Mutter und sich selbst tötete, „wenn ich damit richtig liege, dass ich ĂŒberwacht werde, dann gibt es Krieg! Aus all den genannten GrĂŒnden blieb mir also nichts anderes ĂŒbrig, so zu handeln, wie ich es getan habe, um die notwendige Aufmerksamkeit zu erlangen. Dieser Krieg ist als Doppelschlag zu verstehen, gegen die Geheimorganisation und gegen die Degeneration unseres Volkes! Menschen kommen und gehen. Das was bleibt ist das Volk! Schaut euch in Zukunft genau an, wer das Volk ist.“

Zusammenfassung: Der Mörder ist fĂŒr „Prison Break“, den 11. September 2001, die aktuelle Politik des amerikanischen PrĂ€sidenten und fĂŒr JĂŒrgen Klinsmann als Nationaltrainer verantwortlich. Die arabischen Nationen und der jĂŒdische Staat mĂŒssen vernichten werden, Hollywood betreibt Gedankenkontrolle und eine Geheimorganisation regiert die Welt, wĂ€hrend in geheimen MilitĂ€rbasen in Amerika der Teufel angebetet und Kinder gefoltert und getötet werden. DafĂŒr sind Deutsche die Besten und Schönsten und vor allem keine destruktive Rasse wie der Islam. Allerdings hat er persönlich niemals mit einer Frau intimem Verkehr gehabt, was bedeutet, dass sich seine deutsche Überlegenheit nicht fortpflanzen konnte.

Das Video und die Texte des Mörders sind Aufzeichnungen eines anti-amerikanischen Wahnsinnigen, der mit antisemitischen Verschwörungstheorien, wie sie aus hasserfĂŒllten Traktaten wie den „Protokollen der Weisen von Zion“ bekannt sind, seinen rassistischen Hass und seine Erfolglosigkeit bei Frauen zu rechtfertigen sucht.

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Mit Schauder und Schrecken

Ein Gastbeitrag von Heinrich Heine.

Dieses Bekenntnis, dass die Zukunft den Kommunisten gehört, dieses Bekenntnis machte ich im Ton der Besorgnis und Ă€ußersten Furcht, und -ach! das war keineswegs Verstellung!

Wahrhaftig, nur mit Schauder und Schrecken denke ich an die Zeit, da diese finsteren BilderstĂŒrmer zur Herrschaft gelangen werden; mit ihren schwieligen HĂ€nden werden sie erbarmungslos alle Marmorstatuen der Schönheit zerbrechen, die meinem Herzen so teuer sind; sie werden all jene Spielereien und phantastischen Nichtigkeiten der Kunst zerschmettern, die der Dichter so liebte; sie werden meine Lorbeerhaine zerstören und dort Kartoffeln anpflanzen; die Lilien, die weder spinnen noch arbeiten und doch ebenso herrlich gekleidet waren wie der König Salomo in seiner Pracht, sie werden ausgerissen werden aus dem Boden der Gesellschaft, es sei denn, sie nehmen die Spindel zur Hand; die Rosen, jene mĂŒĂŸigen BrĂ€ute der Nachtigallen, wird das gleiche Geschick treffen; die Nachtigallen, jene unnĂŒtzen SĂ€nger, werden vertrieben werden, und – ach! – mein Buch der Lieder wird dem GewĂŒrzkrĂ€mer dazu dienen, TĂŒten zu drehen, in die er den armen alten Frauen der Zukunft Kaffee und Tabak schĂŒtten wird.

Ach! Ich sehe all dies voraus, und ich bin von einer unaussprechlichen Traurigkeit ergriffen, wenn ich an den Untergang denke, mit dem das siegreiche Proletariat meine Verse bedroht, die mit der ganzen romantischen Welt vergehen werden.

Und dennoch, ich bekenne es mit Freimut, ĂŒbt eben dieser Kommunismus, so feindlich er allen meinen Interessen und Neigungen ist, auf meine Seele einen Reiz aus, dem ich mich nicht entziehen kann; zwei Stimmen erheben sich in meiner Brust zu seinen Gunsten, zwei Stimmen, die sich nicht zum Schweigen bringen lassen wollen, die vielleicht im Grunde nur teuflische EinflĂŒsterungen sind – aber was immer sie seien, ich bin davon besessen, und keine Macht der Teufelsbeschwörung kann sie bĂ€ndigen.

Denn die erste dieser Stimmen ist die der Logik. Der Teufel ist ein Logiker! sagte Dante. Ein fĂŒrchterlicher Syllogismus hĂ€lt mich umstrickt, und wenn ich diesen ersten Satz nicht widerlegen kann, â€șdass alle Menschen das Recht haben zu essenâ€č, so bin ich gezwungen, mich allerlei anderen Folgerungen zu unterwerfen. Wenn ich daran denke, so laufe ich Gefahr, den Verstand zu verlieren. Ich sehe alle DĂ€monen der Wahrheit mich im Triumph umtanzen, und schließlich bemĂ€chtigt sich meines Herzens eine großmĂŒtige Verzweiflung, und ich rufe aus: sie ist schon seit langem gerichtet, verurteilt, diese alte Gesellschaft! Möge die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen! Möge sie zerbrochen werden, diese alte Welt, wo die Unschuld zugrunde ging, wo die Selbstsucht gedieh, wo der Mensch vom Menschen ausgebeutet wurde! Mögen sie von Grund auf zerstört werden, diese ĂŒbertĂŒnchten GrabstĂ€tten, in denen die LĂŒge und die Verderbnis herrschen! Und gesegnet sei der GewĂŒrzkrĂ€mer, der einst aus meinen Geschichten TĂŒten drehen wird, um Kaffee und Tabak fĂŒr die armen, alten Weiber hineinzuschĂŒtten, die sich vielleicht in unserer jetzigen Welt der Ungerechtigkeit eine solche Annehmlichkeit haben versagen mĂŒssen – Fiat Justitia, Pereat Mundus!

Die zweite der beiden gebieterischen Stimmen, die mich umstricken, ist noch mÀchtiger und noch infernalischer als die erste, denn sie ist die des Hasses, des Hasses, den ich gegen eine Partei hege, deren schrecklicher Gegner der Kommunismus und die aus diesem Grunde unser gemeinsamer Feind ist. Ich spreche von der Partei der so genannten ReprÀsentanten der NationalitÀt, von jenen falschen Patrioten, deren Vaterlandsliebe in nichts anderem besteht als in einer idiotischen Abneigung gegen das Fremde und gegen die Nachbarvölker, und die jeden Tag ihre Galle verspritzten.

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Der Trend geht zum Zweitholocaust

Heute erleben eine Menge Leute ihren ganz privaten Holocaust. Der Trend geht mittlerweile schon zum Zweitholocaust. WĂ€hrend eines Aufmarschs in Dresden im Februar 2020 hat Kathrin Oertel ein Plakat mit folgendem Inhalt hochgehalten:

„Alliierte Befreiung = Holocaust am deutschen Volk“

Mit dieser Aussage hat es Kathrin Oertel problemlos in die Bestenliste der ĂŒbelsten Holocaustvergleiche geschafft.

Tapfer im Nirgendwo prÀsentiert diese Liste:

Eine Giraffe im Kopenhagener Zoo

„Ich kann immer noch nicht begreifen, warum der dĂ€nische Zoo die schöne junge gesunde Giraffe getötet hat. Ja, sie hatten „GrĂŒnde“, so wie die Nazi-Ärzte.“

ArbeitslosengeldempfÀnger

”Hartz IV ist die Fortsetzung der Menschenvernichtung des III. Reiches.”

Eigenheimbesitzer

“Wir Blankenfelder leben wie im KZ. Werden von zwei Seiten vergast + verlĂ€rmt, dank Platzek & Co.”

PalÀstinenser

„Was der Staat Israel heute mit den PalĂ€stinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“

Föten

„Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lĂ€sst, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.“

Manager

„In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach SĂŒndenböcken. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.“

Muslime

„Muslime sind die Juden von heute!“

Scientologen

„In den 30er Jahren waren es die Juden. Heute sind es die Scientologen.“

Die BĂŒrger von Gaza

„Schauen wir uns die Lebensbedingungen im Gaza-Streifen einmal an: Das Ă€hnelt immer mehr einem riesigen Konzentrationslager“

HĂŒhner in Legebatterien

„Wir wollen auf keinem Fall Eier von KZ-HĂŒhnern!“

Schlachtvieh

„Es war falsch, Juden zu töten. Genauso FALSCH ist es, dass jedes Jahr (allein in Deutschland) ĂŒber 1.000.000.000 Tiere fĂŒr die Fleischindustrie getötet werden.”

Das beeindruckendste Opfer jedoch ist Sedika WeingĂ€rtner. Sie hat das schlechte Betriebsklima in ihrem BĂŒro mit Auschwitz verglichen und kommt zu dem Ergebnis, Auschwitz war weniger schlimm:

„Kein Jude in diesem Land musste jemals solche seelischen Qualen erleiden wie ich.”


Unpassende Vergleiche sind schlimmer als Hitler!

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#JeSuisMila

Mila Oriol ist ein selbstbewusstes und stolzes 16-jÀhriges MÀdchen aus Frankreich. Auf Instagram hat sie einige Videos veröffentlicht. Nicht alle können mit ihrem Selbstbewusstsein etwas anfangen.

Nachdem ein Mann sie als „dreckige Lesbe“ beleidigt hatte, weil ihm ihre offen erklĂ€rte HomosexualitĂ€t nicht gefiel und er seine Abneigung mit seiner muslimischen Religion gerechtfertigt hatte, erklĂ€rte Mila: „Ich verabscheue die Religion. Der Islam ist eine Religion des Hasses. Eure Religion ist Scheiße!“

Diese Aussage wurde dem 16-jÀhrigen MÀdchen zum VerhÀngnis. Nach ihrer Verteidigung wurde der jungen Frau von diversen MÀnnern mit Mord und Vergewaltigung gedroht. Die Drohungen wurden so gefÀhrlich, dass sie einige Zeit nicht mehr zur Schule gehen konnte und unter Polizeischutz gestellt werden musste.

Mila Oriol hat nichts anderes getan, als „Nein!“ zum Islam zu sagen und Nein heißt Nein!

Was Mila Oriol ĂŒber den Islam gesagt hat, haben auch schon erwachsene MĂ€nner ĂŒber das Christentum geschrieben. Die Wortwahl dieser MĂ€nner war teilweise nicht weniger drastisch als die Worte der jungen Frau.

Im Jahr 1927 zum Beispiel erschien das Werk „Warum ich kein Christ bin“ von Bertrand Russel. Er schrieb „mit vollster Überzeugung, dass die in ihren Kirchen organisierte christliche Religion der Hauptfeind des moralischen Fortschrittes in der Welt war und ist.”

Heinrich Böll schrieb, der deutsche Katholizismus sei “mies bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist.”

Albert Camus schrieb: “Unmoralisch ist das Christentum.”

Alle drei MĂ€nner bekamen einen Literaturnobelpreis. Was bekommt Mila Oriol? Mord- und Vergewaltigungsdrohungen!

Rassismus ist die Verurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse jedoch nennt sich Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik war und ist der Motor der AufklĂ€rung!

Mila Oriol ist eine Stimme der AufklÀrung, eine teilweise vulgÀre, aber nichtsdestotrotz eine Stimme der AufklÀrung.

Wenn eine Religion nicht mehr kritisiert und beleidigt werden darf, wird sie totalitĂ€r. Das Recht auf Blasphemie sorgt dafĂŒr, dass Religionen menschlich bleiben. Wer sagt, der Soldat Mohammed, der vor eineinhalb Jahrtausenden gelebt hat, dĂŒrfe nicht karikiert werden, jedoch schweigt, wenn ein BĂ€cker aus Mekka hingerichtet wird, weil er Allah beleidigt hat, ist ein fundamentalistischer Fanatiker und hat jeden vulgĂ€ren Spott verdient. Ein Moslem, der den Koran wörtlich nimmt und sein Leben nach einem mordenden Feldherren aus der Mitte des ersten Jahrtausends ausrichtet, darf sich nicht wundern, wenn er verarscht wird.

Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich seinen Glauben kritisiere, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen.

Mila Oriol hat unsere vollste UnterstĂŒtzung verdient. Wer bewusst zu Mila schweigt, verrĂ€t die AufklĂ€rung und steht in der Feigheit jener, die einst neben den Scheiterhaufen standen und zuschauten wie die Menschen verbrannt wurden, die es gewagt hatten, das Christentum zu kritisieren und zu beleidigen.

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