Die Kunst gegen Bares ist wieder da!

Die Kunst gegen Bares in Köln ist endlich zurück. Jeden Montag um 19:30 Uhr im ARTheater, Ehrenfeldgürtel 127.

Der Eintritt zur Show beträgt 9,- Euro. Für den Einlass ist ein Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines aktuellen negativen Tests notwendig.

Kunst gegen Bares

Künstlerinnen und Künstler präsentieren auf der Bühne des ARTheaters ihre Talente – vom Schauspielmonolog zum Kabarettbrüller, von eigenen Gedichten bis zur Eier-Jonglage im Kopfstand – eigentlich eine typische Offene Bühne Show. Kunst gegen Bares ist die Muppet Show, nur mit Menschen statt Schweinen, Fröschen, Hunden und Bären. Alles nach dem Motto von Onkel Kermit: “Nimm, was Du hast und flieg damit!“

Das Besondere ist zudem die Form, wie die Kunst entlöhnt wird. Das Publikum entscheidet selbst, wieviel Bares die jeweilige Kunst wert ist. Vor jeder Künstlerin und vor jedem Künstler steht ein eigenes Sparschwein, in das nach Gutdünken Geld geworfen werden kann. Bei der Kunst Gegen Bares trifft Kunst auf Kapital, und alles ohne Zwischenhändler! Hier ist das Publikum Chef!

Es gibt genau sieben Regeln für die Kunst gegen Bares:

1. Zuschauer und Künstler kommen den selben Weg und sitzen zusammen im Publikum.

2. Die Künstler werden von der Moderation aus dem Publikum auf die Bühne geholt.

3. Die Präsentationszeit muss für alle Künstler gleich beschränkt sein.

4. Jeder Künstler erhält nach der Präsentation ein Sparschwein.

5. Das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren.

6. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100 % an die Künstler.

7. Der Künstler oder die Künstlerin mit dem meisten Geld wird zum „Kapitalistenschwein des Abends“ gekürt.

Unterstützt vom Kulturamt der Stadt Köln.

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Dann darf Ihr Mann für Sie wählen!

Am 26. September 2021 stand Marlene K. (Name von der Redaktion geändert) zusammen mit ihrem Ehemann in der Schlange vor dem Wahllokal im Kölner Süden, um an der Bundestagswahl teilzunehmen. Da sie im Gegensatz zu ihrem Mann keine Maske trug, kam eine Wahlhelferin auf sie zu und fragte, ob sie keine Maske tragen möchte. Darauf erwiderte Frau K., dass es keine Frage des Möchtens sei und erklärte: „Nein, ich kann keine Maske tragen und habe das ärztliche Attest zur Maskenbefreiung auch dabei. Wollen Sie es sehen?“

„Nein,“ erwiderte die Wahlhelferin. „Können Sie bitte erst mal rausgehen? Wenn Sie keine Maske tragen, müssen Sie draußen wählen. Ich bringe Ihnen dann die Wahlunterlagen nach draußen.“

Frau K. verließ daraufhin das Gebäude, stellte sich draußen vor das Gebäude und wartete. Während sie wartete, kam ihr Mann dazu, der im Gebäude mit Maske gewählt hatte und sagte: „Du glaubst gar nicht, was da drinnen gerade los. Alle sind in heller Aufregung, weil sie nicht wissen, wie sie mit Dir verfahren sollen. Die telefonieren gerade mit irgendwelchen zuständigen Leuten, weil es hier keine mobile Wahrurne mehr gibt.“

So standen Frau K. und ihr Mann vor dem Gebäude und warteten. Irgendwann kam aufgeregt ein kleiner, etwas dicklicher Wahlleiter mit einer Maske in der Hand, reichte sie Frau K. und fragte: „Können Sie nicht einfach doch für zwei Minuten eine Maske tragen?“

Nein“, erwiderte Frau K. und fügte hinzu: „Das hat schon einen guten Grund, warum ich die Maske nicht tragen kann. Das geht nicht.“

„Ja,“ klagte der Wahlleiter, „aber das bedeutet jetzt, dass wir den Saal für Sie komplett räumen müssen. Es ist so viel los, das geht nicht.“

„Ach so,“ erwiderte Frau K. „Das heißt jetzt aber doch wohl nicht, dass ich mein Wahlrecht nicht ausüben kann, oder?“

Daraufhin wurde der Wahlleiter so nervös, dass Frau K. auf der einen Seite Mitleid mit ihm bekam und auf der anderen Seite nicht wollte, dass sie jetzt als querulante Maskenverweigerin angesehen würde und sagte: „Passen Sie mal auf, mein Mann hat doch eine Maske: Dann soll er doch für mich reingehen und wählen. Geht das? Ist das okay?“

„Ja, nee, eigentlich nicht“, erklärte der Wahlleiter, rang nach Worten und entschied schließlich: „Dann machen wir das jetzt ausnahmsweise mal so. Dann darf Ihr Mann jetzt für Sie wählen!“

So ging der Mann von Frau K. ein zweites Mal mit Maske in das Wahllokal und gab eine zweite Stimme ab, diesmal für seine Frau.

Ich bin jetzt kein Experte, aber ich bin mir fast sicher, dass man nur in der zuständigen Wahlkabine alleine und persönlich wählen kann. Allerdings dachte ich bis vor kurzem auch noch, man müsste als Wähler sicherstellen, dass die Wahl geheim abläuft, aber dann ließ sich Armin Laschet mit dem von ihm ausgefüllten sichtbaren Wahlzettel fotografieren. Seit Corona ist einfach alles anders.

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Ihr sollt Euch nicht bedanken, Ihr müsst um Verzeihung bitten!

Immer, wenn ich Politikerinnen und Politiker höre, die sich dafür bedanken, dass wir uns an die Vorschriften zum Umgang mit COVID-19 gehalten haben, möchte ich ausrufen: Ihr sollt Euch nicht bedanken, Ihr müsst um Verzeihung bitten!

Unabhängig von der Notwendigkeit, Sinnhaftigkeit und Effizienz aller Verordnungen, die im Umfeld von Corona erlassen wurden und mit denen, unter bewusster Schwächung der Kompetenz des gesetzgebenden Parlaments, die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger massiv eingeschränkt wurden, alle Einschränkungen wurden in letzter Konsequenz mit Gewalt durchgesetzt, denn am logischen Ende jeder staatlichen Forderung befindet sich die Waffe des Staats. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat.

Deutschland hat seit März 2020 die weitreichendsten Einschnitte in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger des westlichen Teils Deutschlands seit 1949 erlebt. Alle Einschränkungen wurden mit staatlicher Gewalt erzwungen. Dafür will ich kein Danke, sondern Demut!

Alle Bürgerinnen und Bürgern sind verpflichtet, sich an die Regeln zu halten. Wer sich nicht daran hält, wird bestraft. Es ist zynisch, sich bei jemandem dafür zu bedanken, dass er etwas tut, wozu man ihn zwingt und den man bestrafen würde, täte er es nicht. Politikerinnen und Politiker die sich in dieser Situation bedanken, benehmen sich wie Eltern, die zu ihren unmündigen Kindern sagen, sie wünsche sich zu ihrem Geburtstag eigentlich nur, dass ihre Kinder schön brav sind.

Wer mir nicht die Möglichkeit gibt, „Nein“ zu sagen, soll mir nicht mit „Danke“ kommen. 

Wir Bürgerinnen und Bürger sind nicht unmündig. Die Regierenden sind nicht unsere Erziehungsberechtigten. Nicht die Regierung ist die Chefin, sondern wir.

Freiheit wird nicht gewährt. Der Mensch trägt die Freiheit in sich. Die menschliche Freiheit kann lediglich eingeschränkt werden und in den letzten Monaten wurde die Freiheit massiv eingeschränkt, in meinen Augen sogar an den Prinzipien unter Verfassung vorbei. Statt sich zu bedanken, wäre es besser, wenn die Verantwortlichen für diese Misere folgendes sagen:

„Von ganzem Herzen bitte ich um Verzeihung, dass die Regierung diese Einschränkungen in Ihre Menschenrechte vornehmen musste. Ich sehe jedoch leider keine Alternative und übernehme die Verantwortung dafür.“

Freiheit ist kein Gnadenakt der Regierung. Freiheit ist ein Grundrecht. Grundrechte werden nicht durch Lockerung ermöglicht, sondern durch Maßnahmen eingeschränkt.

Mit einer Bitte um Vergebung zeigen verantwortliche Politikerinnen und Politiker, dass die momentane Situation auch für sie nicht akzeptabel ist, sondern höchstens notwendig. Selbst als Notwendigkeit jedoch bleibt die Aktion ein Versagen. Es hätte nie dazu kommen dürfen. Wenn in einem Land die Grundrechte außer Kraft gesetzt werden, so liegt diese Niederlage der Verfassung in der Verantwortung der Regierung.

Es geht darum, wie man mit Niederlagen umgeht.

Auch die Notwendigkeit der temporären Einschränkung der Grundrechte ist eine Niederlage, die nicht ohne politische Konsequenzen erfolgen darf. Sonst sind die Werte der Verfassung nichts wert.

Mit einer Bitte um Vergebung würde die Regierung die Verantwortung für die Aussetzung gewisser Grundrechte übernehmen und die Möglichkeit lassen, die Bitte entweder anzunehmen oder auszuschlagen. Es gibt einfach Dinge, die tut man einem anderen Menschen nicht an, ohne um Verzeihung zu bitten. Und es gibt Dinge, für die man die Verantwortung übernehmen muss, wenn man sie als Regierung nicht verhindert konnte.

Menschen werden dort gebraucht, wo eine eindeutig richtige Lösung nicht mehr möglich ist. Für Aufgaben, die einwandfrei gelöst werden können, gibt es Computer. Kein Mensch kann lösbare Probleme besser lösen als ein von Menschen gemachter Computer. Es gibt aber auch Fragen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt. Oft handelt es sich dabei um Fragen der Ethik und der Moral.

Wo es keine eindeutig richtigen Antworten mehr gibt, wo aber dennoch Entscheidungen gefällt werden müssen, da tritt der Mensch mit seiner Verantwortung auf den Plan. In solchen schwierigen Situationen der Krise müssen Menschen entscheiden und für ihre Entscheidungen müssen sie dann persönlich Verantwortung übernehmen. Ob sie als Helden gefeiert oder als Versager gestürzt werden, wird und kann nur die Zukunft zeigen.

Wer sich jedoch bei Menschen bedankt, die er zu etwas gezwungen hat, übernimmt keine Verantwortung.

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Werden Sie jedes Wahlergebnis akzeptieren?

„Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst.“ (Michel de Montaigne)

Heute, am 26. September 2021, wird in Deutschland gewählt. Egal, welche Partei siegen oder in Regierungsverantwortung kommen wird, ob nun die CDU, die SPD, die FDP, die GRÜNEN, die LINKE oder die AfD, Deutschland wird nicht untergehen. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist nicht in Gefahr, wenn wir nur der Verfassung vertrauen und das Wahlergebnis anerkennen, wie auch immer es ausfallen wird.

Erst wenn wir Wahlergebnisse nicht anerkennen oder fordern, dass Wahlen rückgängig gemacht werden, ist die Demokratie in Gefahr.

Unsere Verfassung schützt die Freiheit des Einzelnen. Je vielfältiger und bunter eine Gemeinschaft wird, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine politische Farbe hinzukommt, die man selbst nicht mag. Vielfalt bedeutet, das zu tolerieren, was man zwar nicht akzeptieren kann, aber dennoch nicht verboten und daher zu ertragen ist.

Eine Partei wird erst dann gefährlich, wenn ihre Mitglieder glauben, so fest verwurzelt auf der richtigen Seite zu stehen, dass es ihnen moralisch erlaubt ist, den politischen Gegner zu verfolgen und seine Rechte einzuschränken. Wenn Parteien anfangen, dem Volk Angst vor den politischen Gegnern einzuflößen, wenn sie mit Beleidigungen und Dämonisierungen arbeiten, wenn sie vom möglichen Untergang raunen, ist der erste Schritt zur Verfolgung des politischen Gegners getan.

Unsere deutsche Verfassung ermöglicht es uns, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, auch wenn sie einer extremen Ideologie, Religion oder Überzeugung angehören, parlamentarisch Gehör verschaffen können, um im Streit, in der Auseinandersetzung oder in einer möglichen Zusammenarbeit eine gemeinsame Zukunft zu gestalten.

Gefestigte Nationen haben kein Problem damit, auch extreme Positionen in ihre Politik zu integrieren. Wenn es mal passiert, dass eine Partei regiert, die ziemlich weit von der Mitte entfernt ist, wird halt intensiver diskutiert, auf den Straßen mehr demonstriert und bei Familienfeierlichkeiten mehr gestritten. Eine gut verfasste Republik hält sowas aus.

Die Antwort auf extreme Positionen darf nicht automatisch ein Verbot sein. Es braucht vielmehr eine starke Konstituierung, die an extremen Haltungen und Positionen nicht zu Grunde geht, sondern sie parlamentarisch zu integrieren versteht. Es gibt keinen Grund, Angst zu haben vor Querdenkern, Systemlingen, Rechtspopulisten und links-grün Versifften. Sie alle dürfen mal regieren. Es gibt genug Werkzeuge der Gewaltenteilung, um gelassen selbst auf extremen Positionen zu reagieren. Es gibt den Bundesrat, den Bundespräsidenten, das Bundesverfassungsgericht und am Ende sogar Artikel 20 Absatz 4.

Unsere Verfassung ist stark.

Es gibt eine Menge Menschen mit radikal unterschiedlichen Meinungen und Haltungen. Darunter finden sich sogar eine Menge haarsträubender Ideologien. In einem Land mit einer guten Verfassung werden diese Haltungen nicht verboten, sondern in einem gut konstituierten Umfeld gezügelt, damit sie sich mit allen anderen Überzeugungen auseinandersetzen müssen. Jede Überzeugung und mag sie noch so vermeintlich göttlich oder offensichtlich menschlich sein, darf diskutiert, kritisiert und lächerlich gemacht werden.

Nichts nutzt dem bösen Wort mehr als die Macht, alle anderen Worte verbieten zu können.

Selbst eine Restriktion in bester Absicht eingeführt, kann zur gefährlichen Waffe werden, wenn die falschen Leute an die Schalthebel dieser Macht kommen. Bei jedem Gesetz sollte man sich die Frage stellen: Kann ich wollen, dass dieses Gesetz auch gilt, wenn meine politischen Gegner an der Macht sind? Wenn diese Frage mit Nein beantwortet wird, sollte von diesem Gesetz Abstand genommen werden.

In der Verfassung der DDR stand im Artikel 6 Absatz 5:

„Militaristische und revanchistische Propaganda in jeder Form, Kriegshetze und Bekundung von Glaubens-, Rassen- und Völkerhass werden als Verbrechen geahndet.“

Klingt gut, oder? Wer ist schon ein Freund von Kriegshetze und Rassismus? Ist doch gut, wenn all das verboten wird. Es war genau dieser Absatz, mit dem Kritikerinnen und Kritiker des unmenschlichen DDR-Regimes in Knast und Folter gesperrt wurden.

Rede nie mit einem selbsternannten Friedensaktivisten. Es ist eine Falle. Wer sich nämlich so nennt, macht Dich zu einem Kriegsaktivisten, sobald Du es auch nur wagst zu widersprechen. Du kannst nur verlieren.

Wenn zu viele Bürgerinnen und Bürger zu viel Angst bekommen und daher unserer Verfassung so sehr misstrauen, dass sie zu verfassungsrechtlich bedenklichen Methoden greifen, um unliebsame Menschen aus dem Diskurs zu entfernen, ist unsere Verfassung in Gefahr. Jedes Mal, wenn Regeln gebeugt werden, damit der politische Gegner davon nicht profitieren kann, stirbt ein Teil der Verfassung.

Die Nazis wurden damals von den Deutschen nicht verhindert und diese Schmach nagt heute an der Seele vieler Deutschen, die stolz darauf sind, nicht stolz zu sein. Sie wollen nachträglich beweisen, dass sie selbst niemals auf die Nazis reingefallen wären. Um das beweisen zu können, brauchen sie jedoch Nazis. Deshalb sehen sie überall Nazis. Sie erschaffen sie sich, indem sie ihre politischen Gegner zu Nazis hochjazzen und jedes unbedachte Wort skandalisieren. Sie sehen die Schornsteine der Vernichtungslager schon rauchen, wenn der politische Gegner nur irgendwo demonstriert, diskutiert oder eine Wahl gewinnt.

Es gibt in Deutschland eine Lust nach Nazis, eine Todessehnsucht nach der Dämmerung der Demokratie, um endlich beweisen zu können, dass man dieses Mal auf der richtigen Seite steht.

Es ist immer Vorsicht geboten, wenn sich eine Gruppe von Menschen gegen ein Feindbild formiert, möge das Feindbild auch noch so schlecht sein. Sehr schnell entsteht in so einer Gruppe nämlich eine Dynamik, die dafür sorgt, dass jede abweichende Meinung zum Verrat erklärt wird. „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“, ist die Rhetorik dieser Gruppe und die Aufforderung zur Distanzierung ihr Mittel der Unterdrückung.

Ich plädiere für mehr Gelassenheit.

Reden Sie mal mit einer Person, die ihnen Angst bereitet oder gehen sie mal auf eine Kundgebung des politischen Gegners. Sie werden sich beim Zuhören gewiss öfters mal ärgern, aber Sie werden vielleicht auch erkennen, dass Ihre blinde Angst völlig unbegründet war. Vielleicht lernen Sie sogar etwas. Kein Mensch ist perfekt, auch nicht im negativen Sinne. Es gibt niemanden, der immer recht hat und es gibt niemanden, der immer unrecht hat. Selbst Ihr größter Feind hat mal recht. Keine Feindschaft sollte Sie um Erkenntnisse bringen.

Sie brauchen keine Angst zu haben. Sie sind stark, weil unsere Verfassung stark ist.

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Gerd Buurmann beantwortet die Fragen des Wahl-O-Mat

Ich habe mich mal beim Beantworten der Fragen des Wahl-O-Mat gefilmt. SPOILER-ALERT: Auf den ersten Platz landete bei mir die FDP.

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Ich wähle die FDP!

„Die kleinste Minderheit der Welt ist das Individuum.“ (Ayn Rand)

Ich wähle die FDP. Hier sind meine Gründe:

Ich bin ein Anhänger der Philosophie der Freiheit und verstehe den Liberalismus als eine Bewegung, die für die größtmögliche Freiheit des Individuums streitet. Ich bin fest davon überzeugt, dass die individuelle Freiheit eng verbunden ist mit der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Individuelle Freiheit und Verantwortung sind sogar untrennbar. Liberalismus ist Freiheit aus Verantwortung, anstatt Freiheit von Verantwortung. Freiheit ist nicht Egoismus. Freiheit ist Verantwortung.

Diese Philospophie sehe ich am meisten in der FDP vertreten. Ich zitiere daher fünf wesentliche Grunsätze der FDP:

Grundsatz 1: Die FDP ist weder rechts noch links.

„Für Liberale verläuft die politische Grenze nicht zwischen rechts und links, sondern zwischen freiheitlich und autoritär.“

Grundsatz 2: Die FDP ist eine Partei der Freiheit.

„Nicht der Staat gewährt den Bürgern Freiheit, sondern die Bürger gewähren dem Staat Einschränkungen ihrer Freiheit. Die liberale Bürgergesellschaft denkt kosmopolitisch, handelt europäisch, wurzelt in nationaler und regionaler Identität. Freiheit bedeutet nicht gesellschaftliche Vereinzelung, Egoismus und Bindungslosigkeit. Liberale treten dafür ein, dass Bindungen freiwillig und selbst bestimmt eingegangen werden.“

Grundsatz 3: Die FDP ist eine Partei der Verantwortung.

„Liberale treten für mehr Freiheit für mehr Menschen ein und wissen, dass sie damit mehr Verantwortungsbereitschaft verlangen. Liberalismus vertraut auf den Willen und die Fähigkeit des Menschen, in eigener Verantwortung zu entscheiden und zu handeln. Für jeden Einzelnen gibt es Situationen, in denen er auf Hilfe angewiesen ist. Die Hilfe zur Selbsthilfe greift in die eigene Freiheit und Verantwortung am wenigsten ein. Sie ist daher die menschlichste und menschenwürdigste Form der Hilfe. Liberale setzen auf den mündigen Bürger, nicht auf den Vormundschaftsstaat mit Rundumbetreuung. Liberale muten den Bürgern mehr zu, weil sie ihnen mehr zutrauen. 

Grundsatz 4: Die FDP macht keine Gefälligskeitspolitik.

In Deutschland hat sich die Politik immer mehr daran orientiert, was bei den Betroffenen gut ankommt, was gefällt. Sie hat sich zur Gefälligkeitspolitik entwickelt, bei der es nicht mehr darauf ankommt, ob eine Entscheidung gut oder schlecht ist, sondern nur noch darauf, ob sie ankommt oder nicht. Die Gefälligkeitspolitik, die allen alles verspricht, ist unfinanzierbar und kann daher nicht halten, was sie verspricht. Mittlerweile hat sich in Deutschland die Illusion verbreitet, der Einzelne besitze die persönliche Freiheit, und der Staat trage die Verantwortung und könne Freiheit und Sicherheit in allen Lebenslagen garantieren, ohne dass die Menschen dafür selbst Verantwortung übernehmen müssen. Verantwortung wurde verstaatlicht. Solidarität ist zur staatlichen Dienstleistung verkommen.“

Grundsatz 5: Die FDP ist eine Partei der Vielfalt.

„Liberalismus will Menschlichkeit durch Vielfalt. Freiheit ist Vielfalt. Vielfalt in der Marktwirtschaft heißt Wettbewerb. Vielfalt in der Gesellschaft heißt Toleranz. Die Dynamik der Freiheit entfaltet sich gleichermaßen auf dem Markt der Ideen, Entwürfe und Lösungen, wie auf dem Markt der Interessen und Güter. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Freiheit sind unteilbar. Liberale treten dem Vorurteil entgegen, das wirtschaftliche Freiheit für rechts hält und gesellschaftliche Freiheit für links. Marktwirtschaft braucht eine freiheitliche, vielfältige und tolerante Gesellschaft. Eine freiheitliche, vielfältige und tolerante Gesellschaft braucht Marktwirtschaft. Liberale wollen Markt und Wettbewerb in der Wirtschaft ebenso wie den Markt der Meinungen, den Wettbewerb der Ideen und die Vielfalt der Lebensformen in der Gesellschaft. Denn Freiheit ist Vielfalt.“

All die oben zitierten Sätze finden sich in den Wiesbadener Grundsätzen der FDP.

Als liberaler Mensch bin ich mir der Waffe der Staats bewusst. Wenn ich ein freies Unternehmen nicht mag, muss ich dort nicht einsteigen. Wenn ich ein Produkt nicht mag, muss ich es nicht kaufen. An die Gesetze des Staates jedoch muss ich mich halten. Am logischen Ende jeder staatlichen Forderung befindet sich die Waffe.

Das letzte Mittel jeder staatlichen Forderung ist die Gewalt. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Dieses Bewusstsein macht es nötig, die Waffe des Staates immer wieder zu hinterfragen, besonders in Zeiten wo der Staat zur (vermeintlichen) Garantie der Sicherheit immer mehr Freiheitsrechte einschränkt.

Ich verstehe nicht, warum mir mit Waffengewalt vorgeschrieben wird, wann ich meinen Laden zu schließen habe, an welchen Tagen ich zu ruhen habe, welche religiöse Steuer ich zu entrichten habe, welchen Preis ich für meine Ware zu nehmen habe, was ich sagen darf und welche Fernsehsender ich zu finanzieren habe.

In all diesen Fällen plädiere ich für deutlich mehr staatlichen Pazifismus.

Es gibt einige Forderungen der der diversen anderen Parteien von CDU über SPD bis zu den Grünen, denen ich mich anschließen kann. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass ich als Liberaler nicht in allen Belangen bereit bin, diese Forderungen mit derWaffengewalt des Staates zu erzwingen. Ich bin fest davon überzeugt, es geht viel öfter ohne Gewalt. Wir können in viel mehr Angelegenheiten auf die Gewalt des Staates verzichten.

Der Staat, das sind wir. Wir müssen uns jedoch nicht ständig mit Gewalt zwingen, gut zusammenzuleben. Wir können viel öfter darauf vertrauen, uns zu befähigen, miteinander bestmöglich auszukommen. Wir können deutlich öfter auf die Freiheit des einzelnen Menschen vertrauen.

Wir können mehr Freiheit wagen.

Ja, liebe Grüne, wir müssen die Umwelt schützen, ja, liebe SPD, wir müssen dafür sorgen, dass mehr Wohnraum entsteht, ja, liebe Linke, wir müssen was gegen die Armut tun, ja, liebe AfD, es gibt zu allen Plänen auch immer eine Alternative, und ja, liebe CDU, wir müssen das alles schaffen, aber müssen wir wirklich immer gleich die Waffe des Staates ziehen?

Wir brauchen nicht noch mehr Verbote und deutlich weniger Gewalt. Wir brauchen stattdessen mehr Vertrauen in den einzelnen Menschen, seiner Kreativität, seinem Erfindergeist und in die Freiheit. Es gibt noch viele Verbote, die durch gute Erfindungen aufgelöst werden können.

Der Mensch ist deutlich besser als sein Ruf.

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Der WDR hat kein Gespür für queere Identitäten

In der Ankündigung der Künstlerin Cassy Carrington zeigt sich der WDR sehr ignorant gegenüber queeren Identitäten.

(Foto: Milana Bassalayev)

Cassy Carrington ist eine Kölner Entertainerin, Sängerin und Liedermacherin. Am 20. September 2021 veröffentlichte der WDR eine Vorstellung dieser Frau. Leider stellte der WDR damit jedoch die eigene Ignoranz sowohl gegenüber der Kunstform an sich als auch gegenüber der Identität der Künstlerin aus. In der Vorstellung des WDR heißt es:

Das Spiel mit den Geschlechtern steht im Mittelpunkt der Musik von „Cassy Carrington“. Hinter der Kölner Drag-Queen verbirgt sich der Grafiker Ralf Rotterdam.“

Wo soll man da anfangen?

Zunächst einmal, der WDR setzt den Namen Cassy Carrington in Anführungsstrichen, was mehrmals in dem Artikel geschieht. Ernsthaft? Dann kann der WDR auch gleich schreiben: Die sogenannte „Cassy Carrington“.

Zudem ist das Wort „verbirgt“ vollkommen unangemessen. Nein, Ralf Rotterdam verbirgt sich nicht und schon gar nicht hinter Cassy Carrington. Cassy Carrington ist keine Maske, kein Kostüm. Sie ist eine eigene Identität.

Auf Nachfrage erklärte Ralf Rotterdam, dass es ihm sehr wichtig sei, dass er im Umfeld von Cassy Carrington nicht namentlich erwähnt wird. Dies hat er mit vielen Schöpfern von Bühnen-Persönlichkeiten gemeinsam, wie zum Beispiel mit Atze Schröder.

Seine Bitte äußerte Ralf Rotterdam auch gegenüber dem WDR, jedoch setzte sich die Redaktion schlicht über diese Bitte hinweg. In einer bitteren Ignoranz der Kunst erklärte der WDR, als „Künstler/in müssen Sie generell akzeptieren, dass Medien von außen manches anders sehen als die Künstler von innen“ und fügte hinzu, man solle „sich über jede Erwähnung einfach nur freuen“.

Der WDR geht mit seiner Ignoranz sogar so weit, dass er von der Künstlerin Cassy Carrington als „er“ schreibt:

„Seit 2012 ist er aktiv, mit dem Pianisten Tobias Cosler hat er bereits mehrere Bühnenprogramme gespielt und zwei Alben aufgenommen.“

Eine queere Künstlerin einfach „er“ zu nennen, ist einfach unverschämt. Da wundert es auch nicht, dass der WDR einfach behauptet, worum es in der Kunst von Cassy Carrington gehen soll: „Das Spiel mit den Geschlechtern steht im Mittelpunkt“.

Das stimmt nicht. Im Mittelpunkt der Lieder von Cassy Carrington stehen die Themen Liebe, Sterblichkeit, Trauer, Abschied, Lust und Hoffnung. Cassy Carrington ist kein Mann in Frauenklamotten. Cassy ist Cassy.

Wenigstens hat der WDR nicht „Tunte“ geschrieben.

Ich frage mich, ob der WDR Freude daran hat, einfach zu bestimmen, was, wer und wie Cassy Carrington ist. An einer Stelle wird sogar behauptet, die Musik von Cassy Carrington befände sich „irgendwo zwischen Deutsch-Pop und „Cabaret““.

Cabaret? Da scheint der Autor wohl ein ganz eigenes Bild zu haben. Es deckt sich jedoch überhaupt nicht mit der Person Cassy Carrington.

Ich vermute mal, dass der Autor dieser Zeilen für den WDR nie in einem Programm von Cassy Carrington war. Er weiß einfach nicht, was sie macht. Dafür vermutet er umso mehr. Vermutlich denkt er, bei Cassy Carrington handelt es sich um eine lustige Travestieshow, irgendwo zwischen „Charleys Tante“ und „Tante Trude aus Buxtehude“.

Ist es wirklich nur Ignoranz oder schon bittere Überheblichkeit?

Natürlich kann der WDR berichten, wie er will. Er darf jeden Menschen als „er“, „sie“ oder, wenn er beleidigend sein möchte, sogar als „es“ bezeichnen. Gerne verteidige ich das Recht des WDR auf Meinungsfreiheit, auch für unverschämten Zeilen. Es gibt nur ein Problem. Medien, die in meinen Augen unverschämt sind, muss ich nicht bezahlen. Der WDR jedoch zwingt mich mit Gewalt dazu, seine Unverschämtheiten zu bezahlen.

Dem WDR kann es egal sein, was ich oder andere Personen denken.

Der WDR kann sich selbstgefällig über jeden Menschen hinwegsetzen. Er weiß, dass er alles über eine Person veröffentlichen kann und diese Person das dann auch noch selbst finanzieren muss, selbst wenn sie es als verletzend empfindet.

Der WDR hat eine ungeheuere Macht und die nutzt der Sender schamlos aus. In seiner Machtstellung muss der WDR nichts und niemanden ernst nehmen, keinen Menschen und keine Kunst. Tief drinnen scheint die Redaktion zu denken: „Der lustige Damenimitator soll glücklich sein, dass wir seinen Song überhaupt spielen.“

Zum Glück haben wir in Deutschland mittlerweile Zugang zu vielen freien Medien, von Netflix bis Amazon. Dort werden queere Identitäten ganz selbstverständlich gezeigt und vor allem geschätzt, respektiert und sogar gefeiert.

Netflix und Amazon sind tolerant und respektvoll. Sie zwingen queere Menschen nicht, sie zu bezahlen. Deshalb behandeln Sie sie auch nicht von oben herab. Sie setzen sich schon gar nicht über queere Menschen hinweg. Vor allem aber besitzen Sie nicht die Frechheit zu sagen: „Sei doch froh, dass wir uns überhaupt dazu herablassen, über Dich zu berichten. Und damit einst klar ist: Wir bestimmen was, wer und wie Du bist. Und jetzt her mit Deiner Kohle!“

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CDU-Plakat in Köln verunstaltet: „Erschossen für Deutschland“

Unbekannte haben in Köln ein Plakat der CDU an der viel frequentierten Universitätsstraße verunstaltet. Aus dem CDU-Wahlkampfspruch „Entschlossen für Deutschland“ machten sie: „Erschossen für Deutschland“

Nun steht in Köln ein großes Plakat mit dem Bild des Kanzlerkandidaten Armin Laschet und dem Spruch: „Erschossen für Deutschland“

Das Foto wurde am 19. September 2021 um 11:38 Uhr gemacht.

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Ich als alter, weißer Mann

Als im November 1918 Frauen in Deutschland das Wahlrecht erhielten, das ihnen so lange mit brutaler Gewalt vorenthalten wurde, bekamen sie dieses Recht nicht unter der Vorgabe, dass sie fürderhin nur gewisse Parteien wählen dürfen. Sie erhielten das selbstverständliche Menschenrecht der Demokratie, sich bedingungslos für jede Partei entscheiden zu dürfen.

Man muss sich nicht benehmen, um im Besitz der Menschenrechte zu sein. Die Menschenrechte gelten ausnahmslos für alle und immer.

Hätten Frauen in Deutschland im Jahre 1918 das Wahlrecht nicht erhalten, so wären alle Frauen unschuldig gewesen an den Entscheidungen der kommenden Wahlen. Im Besitz des Wahlrechts jedoch wurden sie verantwortlich. Nicht wenige Frauen sollten sich für eine faschistische Partei entscheiden. Durch das Wahlrecht wurden Frauen verantwortlich für die Nazis.

Eine NSDAP oder eine Partei, die auch nur in die Nähe einer solchen Partei kommt, gibt es heute nicht im Deutschen Bundestag und dennoch hält es der Zentralrat der Juden in Deutschland und einige andere jüdische Organisationen für angebracht, einen Aufruf jüdischer Organisationen und Verbände zur Bundestagswahl 2021 herauszugeben, in der erklärt wird, die Jüdinnen und Juden in Deutschland seien sich in einig in der “Überzeugung, dass die AfD eine Gefahr für unser Land ist.“ Vor einigen Jahren wurde bereits in einer gemeinsamen Erklärung betont: „Die AfD ist keine Alternative für Juden“.

Auch ich kenne eine Menge Gründe, warum man die AfD nicht wählen sollte. Ich bediene mich dabei jedoch nicht der Aussage: „Ich als alter, weißer Mann sage, dass man die AfD nicht wählen sollte.“

Der Aussage, die AfD sei keine Partei, die Juden wählen sollten, wohnt ein antisemitischer Moment inne. Was spricht dagegen, den Satz so zu formulieren: “Die AfD ist keine Partei, die man wählen sollte.”

Meine politischen Ansichten formuliere ich aus meinem persönlichen Denken heraus. Natürlich wird dieses Denken auch durch meine Erfahrungen beeinflusst und diese Erfahrungen sind verbunden mit meiner Hautfarbe, meinem Geschlecht und dem Glauben, in dem ich erzogen wurde. Es gibt Situationen der Angst und der Unterdrückung, die ich als weißer Mann nicht kenne. Ich kenne nicht die spezielle Angst von Frauen, nachts allein im Parkhaus zu sein. Ich weiß nicht, wie es ist, aufgrund meiner Hautfarbe für minderwertig gehalten zu werden.

Ich weiß aber auch, dass alle Menschen in der Lage sind, sich von ihren Einflüssen und Prägungen zu emanzipieren. Sie können all die geistigen Ablagerungen der Vergangenheiten hinterfragen und sich die eigenen Ängste und Privilegien bewusst machen, um zu einer Entscheidung zu gelangen, für die man dann unabhängig vom Aussehen und der Herkunft die ganz persönliche Verantwortung übernehmen muss. Diese persönliche Verantwortung kann niemand nehmen, kein Vorbild, keine Heldin, keine Partei, kein religiöser Führer und auch nicht der Zentralrat der Juden.

Juden müssen sich nicht benehmen, um nicht diskriminiert zu werden.

Juden haben genauso das Recht wie jeder andere Mensch, sich für das Eine oder für das Andere zu entscheiden. Juden dürfen sich anständig oder unanständig benehmen, ohne dass sie dabei auf eine Gruppenzugehörigkeit reduziert werden, aus der sich ergeben soll, dass sie gewisse Dinge als Juden einfach nicht machen dürfen.

Als alter, weißer Mann kann ich jede Partei wählen. Niemand wird deshalb meine Identität infrage stellen. Egal ob ich die Linke, die AfD, die Grünen, die SPD, die CDU, die FDP oder irgendeine andere Partei wähle, ich wähle eine Partei nicht, weil ich weiß bin oder männlich oder alt, sondern weil ich darüber nachgedacht habe. Nachdenken können alle volljährigen Menschen und zwar aller Geschlechter, Hautfarben und Religionen. Die Vernunft ist menschlich und die Freiheit ist kein Privileg des alten, weißen Mannes.

Die individuellen Entscheidungen hängen vom Charakter ab. Jeder Mensch ist frei und hat die Möglichkeit, das größte Arschloch oder der größte Held zu werden.

Wer Juden für etwas verurteilt, was er bei allen anderen durchgehen lässt, ist ein Antisemit.

Wer Schwarze für etwas verurteilt, was er bei allen anderen durchgehen lässt, ist ein Rassist.

Wer Frauen für etwas verurteilt, was er bei allen anderen durchgehen lässt, ist ein Sexist.

Bei der Bundestagswahl 2021 dürfen Juden wählen, was die wollen, so wie Juden schon oft Parteien gewählt haben, die nicht immer ganz frei von antisemitischen Tendenzen waren.

Juden haben eine SPD gewählt, obwohl Sigmar Gabriel offen mit den Judenhasser Mahmoud Abbas sympathisiertet und Israel als Apartheidsstaat diffamiert hat, obwohl der Bundeskanzlerkandidat Martin Schulz eine antisemitische Rede als „inspirierend“ bezeichnet hat, obwohl Heiko Maas als Außenminister kaum eine Möglichkeit auslässt, um Israel unter Freunden zu kritisieren.

Juden haben die FDP gewählt, obwohl in den Fünfziger Jahren der sehr nationalistisch eingestellte Landesverband Nordrhein-Westfalen viele ehemalige Nationalsozialisten unter dem Namen „Naumann-Kreis“ mit offenen Armen aufnahm, um die Wählerbasis nach rechts zu erweitern und obwohl Jürgen Möllemann im Jahr 2002 ein Faltblatt mit antisemitischen Klischees herausgebracht hatte.

Juden haben die Grünen gewählt, obwohl Hans-Christian Ströbele im Jahr 1991, nachdem in Israel irakische Scud-Raketen eingeschlagen waren, erklärt hatte, dieser Angriff sei „die logische, fast zwingende Konsequenz der israelischen Politik den Palästinensern und den arabischen Staaten gegenüber.“

Juden haben die Linke gewählt, obwohl dort manchmal Flugblätter mit antisemitischer Hetze verbreitet werden und Annegret Groth israelische Blockaden bricht, um die Feinde Israels, die erklären, alle Juden der Welt vernichten zu wollen, mit Hilfsgütern zu versorgen.

Juden haben die AfD gewählt, obwohl Alexander Gauland die Zeit des Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ verharmlost hat.

Jeder Mensch, unabhängig von Hautfarbe und Geschlecht, hat das Recht, sich für das Eine oder für das Andere zu entscheiden. Jeder Mensch darf sich anständig oder unanständig benehmen, ohne dabei auf eine Gruppenzugehörigkeit reduziert zu werden.

Wer sagt, eine Frau, eine Jüdin oder ein schwarzer Mensch müsse auf eine ganz gewisse Art und Weise denken oder wählen, wer glaubt, es gäbe Themen, bei denen alle Juden, Frauen oder People of Color die gleiche Meinung haben, ist ein Sexist, Antisemit und Rassist.

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„Ich werde Dich sehen, wenn Du dort ankommst.“

Am 11. September 2001 rief Brian Sweeney seine Frau Julie Sweeney-Roth aus dem Flugzeug United Flight 175 an und hinterließ ihr eine Voicemail. Ein paar Momente später wurde die Maschine von Terroristen in das World Trade Center geflogen. Die Nachricht von Brian Sweeney lautete:

„Jules, hier ist Brian. Hör zu, ich bin in einem Flugzeug, das entführt wurde. Wenn die Dinge nicht gut laufen und es sieht nicht gut aus, möchte ich nur, dass Du weißt, dass ich Dich absolut liebe. Ich möchte, dass Du Gutes tust. Hab gute Zeiten. Dasselbe gilt für meine Eltern und alle. Ich hab Dich einfach total lieb und ich werde Dich sehen, wenn Du dort ankommst.“

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Wo warst Du am 11. September 2001?

Leserinnen und Leser von Tapfer im Nirgendwo erzählen, wo sie am 11. September 2001 waren und was sie getan haben. Wenn auch Du Deine Erinnerung teilen möchtest, schreibe sie in die Kommentarspalte unter diesem Artikel und die Beschreibung wird in den Artikel eingefügt.

(Bild: Robert)

Ich saß am Rechner im Büro. Im Radio kam eine Kurzmeldung, dass ein Flugzeug ins WTC gestürzt sei, genaueres später. Dann bin ich ins Internet und habe nachgeschaut. Es war aber noch wenig los. Später schaute ich eine Reportage von einem Radioreporter des WDR, der von seinem Hotelzimmer aus die Tower sehen konnte. Während der Reportage flog das zweite Flugzeug in den anderen Turm. Ab da war der Arbeitsalltag vergessen. In der Behörde, unterwegs im Zug und auch zuhause, überall wurde diskutiert. Es herrschte Erschütterung. Den Tag werde ich nicht vergessen.

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In der Beratungsstelle in Bergkamen saß ich mit Kollegen zusammen, als der Jahrespraktikant hereinstürzte und was von Flugzeugen im WTC faselte. Im Fernseher sahen wir dann ungläubig die rauchenden Türme.

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Ich war im Einkaufszentrum, als vor einem TV-Händler im Untergeschoss eine Menschenmenge stehen blieb und durchs Fenster ungläubig auf die Monitore starrte. Da ich wenig Zeit hatte und auf Grund der Menge auf den Monitoren zunächst auch gar nichts erkennen konnte, ging ich weiter und sah, wie auch ein paar andere Händler ihre Geräte Richtung Fenster drehten (n-tv statt MTV) oder das Radio auf Nachrichten umstellten oder die Dauermusik zumindest leise, bekam erst da mit, was passiert war. Ich erinnere mich daran, weil das ganze Einkaufszentrum, sonst sehr lebhaft, nach und nach sehr still wurde, verlangsamt, während den Menschen eine Mischung aus Unglaube und Entsetzen im Gesicht stand. Ein paar Jugendliche feixten und fielen in dieser angespannten, verhaltenen Stille noch unangenehmer auf, sie verstummten sehr schnell von alleine wieder. Über den Tag hat wohl jeder jede freie Minute genutzt, um Nachrichten zu sehen und das Geschehene, Unfassbare, Ungreifbare irgendwie doch zu begreifen. Was gar nicht gelingen konnte. Tatsächlich gab es im Wesentlichen nur noch dieses eine Thema, alles andere wurde nebensächlich.

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Ich war unterwegs zum Zahnarzt, dann kam auf dem Infoscreen in der Kölner U-Bahn die Nachricht, dass ein Flugzeug in ein Hochhaus geflogen ist, da war noch nicht von einem Terroranschlag die Rede. Als ich zuhause war, kamen nur diese Bilder im Fernsehen und die Sender konnten sie noch nicht richtig zuordnen und haben ersucht etwas zu kommentieren, aber es gelang nicht so richtig. Dann habe ich den ganzen Abend bei RTL gesehen, wie Peter Kloeppel versucht hat, zu berichten. Ich fand ihn sehr beeindruckend. Das hat sich etwas wie lautes Nachdenken angehört.

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Ich war in meinem Buchladen, jemand kam mit einem tragbaren Fernseher hereingestürzt und rief, „wo ist eine Steckdose“. Wir sahen fassungslos die Türme rauchen und einstürzen. Ein im Laden anwesender Freund versuchte, sofort einen Cousin zu erreichen, von dem er annahm, er könnte gerade in einem der Gebäude sein. Tags darauf wurde mir von Schülern erzählt, viele muslimische Mädchen in deren Klassen hätten entsetzt erzählt, wie die Familien die Nacht gefeiert hätten. Wenige Tage später wurde geleugnet, dass irgendwer gefeiert habe und dass ein Anschlag stattgefunden habe. Die Zeitdauer vom Ereignis bis zur Leugnung war von dreißig Jahren auf drei Tage geschrumpft.

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Ich kam gerade zurück vom Zahnarzt. Die Meldung kam im Radio und meine (damalige) Freundin schickte mir eine SMS mit dem schlichten (aber wahren) Inhalt: “Es gibt Krieg.”

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Habe für meine Tochter den Dachboden ausgebaut, bis sie hinaufstürzte und rief, “da ist ein Flugzeug in ein Haus geflogen”. Ich, ja und, kann doch mal passieren und arbeitete weiter. Nach einer Zeit lief sie wieder zu mir rauf und schrie “noch ein Flugzeug in ein Haus geflogen”. Ich versuchte, sie zu beruhigen und sagte, dass das wohl ein Blödsinn sei, ging allerdings jetzt neugierig, in der Hoffnung, meine Tochter wieder eines besseren zu belehren, die Treppen runter. Vor dem TV der Schock, auf vielen Kanälen immer das Gleiche! Bin wie eine Leiche dagesessen und konnte nur weinen. Ein Reporter hielt zu diesem Zeitpunkt es sogar für möglich, dass es deutsche Terroristen sein könnten, da kam bei mir die Panik hoch und die Angst und nicht schon wieder …! Danach holte ich meinen Sohn vom Kindergarten ab, dort war alles ruhig, Mütter quatschten miteinander, ich erzählte das Geschehen (damals mußte man mit 20.000 Toten rechnen), eine der Mütter sagte darauf “ja, ja, so sind die Amis“, da entstaute sich einiges bei mir, … war nicht nett, aber so effektiv, dass ich wieder mal weniger Bekannte hatte. Danach kam ich ca. drei Tage nicht mehr vom Fernseher weg, einfach kaputt.

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Ich war gerade in New York City in der Uni angekommen und habe das durch Kommilitonen erfahren. Von der Straße aus konnten wir die 5th Ave hinunter die beiden Tower brennen sehen. Die Atmosphäre war ziemlich erschreckend und unsicher, weil es Gerüchte von weiteren Terroranschlägen gab.

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Ich habe damals in Xiamen (Südchina) gelebt. Ich stand wie jeden Morgen am Schulbus, als mein kanadischer Kollege dazu kam und sagte: „In New York ist etwas fürchterliches passiert – ein Flugzeug ist in einen Tower des World Trade Centers geflogen.“ Zu dem Zeitpunkt wusste er noch nicht, dass es nicht nur ein Flugzeug war. Das wurde uns erst klar, als wir in der Schule ankamen und das ganze Ausmaß erfuhren. Wir hatten viele amerikanische Schüler und Lehrer an der Schule. Es war schwer, die Kinder zu beruhigen und professionell zu reagieren, weil man selber voller Entsetzen war, ob der Bilder, die im Fernsehen liefen.

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Ich war gerade in meiner ehemaligen Firma angekommen, um den Abschied einer Kollegin zu feiern, als die Sekretärin, weiß wie die Wand, auf mich zukam und mir sagte, dass gerade ein Flugzeug in einen der Türme des World Trade Centers geflogen sei. Wir gingen dann zusammen in den Konferenzraum, um den Fernseher einzuschalten und nach und nach kamen die anderen Kollegen/innen dazu und wir schauten uns völlig entsetzt die Bilder an, ungläubig und sprachlos. Wir sahen dann noch, wie das zweite Flugzeug in den nächsten Turm flog und waren danach alle wie gelähmt. Keiner sagt mehr etwas, wir saßen nur da und einige fingen an zu weinen. Für uns alle waren diese Momente sehr unwirklich und wir haben lange gebraucht, um uns wirklich klar zu machen, dass dieses furchtbare Unglück wirklich geschehen ist.

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Ich war arbeiten. Wie immer lief das Radio. Die halbstündigen Nachrichten wurden auch wie immer damals nur mit einem Ohr wahrgenommen. Ich wusste schon seit einer Stunde, dass ein Flugzeug ins WTC gefolgen war, als meine Chefin aus ihrem Büro kam und mich bat, das Radio lauter zu machen. Wir hörten gemeinsam erneut die Nachricht aus New York. Die Bilder der einstürzenden Türme sah ich erst abends. Erst nach und nach ging mir die Dramatik der Situation auf, denn seit der ersten Radiomeldung war meine Vorstellung durch eine bestimmte Assoziation geprägt. Meine Vorstellungen waren irgendwie überlagert von Bildern von Matthias Rust und der winzigen Cesna auf dem Roten Platz. Daher verstand ich erst spät am 11. September das Ausmaß der Katastrophe.

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Ich kam gerade vom Einkaufen und hörte im Autoradio auf NDR-Info die Nachricht von einem Flugzeugunglück in New York. Ich schaltete durch alle Radiosender und alle hatten das Programm unterbrochen, da anscheinend doch mehr dahintersteckte, als ein Flugzeugunglück. Auf “Project 89.0 Digital” lief “Fire Water Burn” von der Bloodhound Gang: “The roof, the roof, the roof is on fire…”

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Ich bin, glaube ich, zum Kunden gefahren. Im Auto habe ich gehört, dass in New York zwei Flugzeuge – so wörtlich “ein großes und ein kleines” – mit dem Wolkenkratzer kollidiert waren. Da ich circa zwei Kilometer von unserem Office wohnte und genug Zeit hatte, bin ich nach Hause gekommen und habe den Fernseher eigeschaltet. Dann konnte ich schon nicht mehr weg. Ich habe Kolelgen im Office und den Kunden angerufen. Und ich habe mit ein paar Freunden über Internet gechattet.

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Ich war Schule schwänzend mit einem Teller Kellogs zu Hause auf der Couch. Ich zappte durchs Programm, als ich bei EuroNews ein brennendes Gebäude sah. Nach und nach setzte sich das Puzzle zusammen und ich war mit meinen zarten vierzehn Jahren in einer Mischung aus Betroffenheit und Sensationsgeilheit. Gleich am nächsten Tag versuchte uns der Vater eines Freundes davon zu überzeugen, dass die Freimaurer dahinter stecken würden. Mir kam das damals so lächerlich und abwegig vor, dass ich mich fragte, wie überhaupt irgendein Mensch so einen Mist glauben konnte. Diese Einstellung hat sich bis heute nicht geändert.

***

Ich ging spazieren und wollte mir in einer Galerie Bilder ansehen. Den Galeristen kannte ich persönlich. Er saß in seinem Laden und sah fern. Ganz aufgeregt holte er mich hinein, als er mich vor dem Schaufenster sah und bat mich, Platz zu nehmen. Erst gingen wir beide von einem furchtbaren Unfall aus. Nachdem ein zweites Flugzeug in den zweiten Turm raste, kam sofort der Verdacht hoch, es wäre ein Anschlag. Wir waren fassungslos. Der Galerist noch mehr als ich. Er hatte zu diesem Zeitpunkt Verwandte in New York. Diesen ist nichts passiert, wie ich später erfuhr.

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Ich war bei einem Kunden, Software installierend, ohne Zugriff aufs Internet. Ich wurde von meiner späteren Ehefrau durch halbstündliche Anrufe unterrichtet, die ihrerseits bereits gleich nach der ersten Kollision von einem Kollegen aus den USA angerufen worden war. Danach war ich bei einem unendlich lange währenden Arbeitsessen mit Kunden auf glühenden Kohlen gesessen. Schließlich bin ich nach Hause geeilt und nicht mehr vom Fernseher gewichen.

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Ich war an diesem Tag mit einer bezaubernden jungen Dame unterwegs. Wir küssten viel. Ich wollte mehr. Sie nicht. Dann ließ sie mich mit meinen Träumen allein und fuhr weg in ihrem VW Golf. Ich war traurig. Dann rief jemand an und sagte: Schalt den Fernseher ein! Und dann der Schock.

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Ich war Urlaub in Belgien am Meer, campen. Meine Eltern haben im Radio die Nachrichten gehört und wir sind sofort nach Hause gefahren. SOFORT. Vier Stunden später waren die Grenzen dicht. Zuhause schaltete ich den Fernseher an. Die Bilder der einstürzenden Gebäude und der Verletzten haben dazu geführt, dass ich die nächsten vier Jahre nur unter Aufsicht Fernsehen durfte. Ich war damals fünf Jahre alt.

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Ich fuhr gerade von meiner Arbeit heim und hörte von den brennenden und einstürzenden Twin Towers auf WDR-EINSLIVE zwischen Christina Aguilera und Britney Spears. Da ich zwei Jahre zuvor ebenfalls im Sommer noch auf der Aussichtsplatform des World Trade Centers gestanden hatte, konnte ich mir bereits in der Vorstellung ausmalen, was das bedeutet. Was mich am meisten verstörte, war die auch angesichts größter Katastrophe um Coolness und Lässigkeit bemühte Stimme des Radiomoderators.

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Ich war auf dem Haus meiner Studentenverbindung und einer von den Jungs kam rein und sagte, dass ein Flugzeug in einen der Türme des WTC geflogen sei, und ich dachte spontan zunächst an ein Sportflugzeug.

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An 9/11 lebte ich in Miami und machte frueh morgens das TV an … und dachte, es ist ein Schwarzenegger Film … die Stadt wurde still.

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Ich war in Arcachon auf einer Frankreichreise, als meine Tochter simste: „sofort einen TV suchen, es ist ein Flugzeuf ins World Trade Center geflogen!“ Dann in jedem Bistro und Hotel diese Bilder.

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Ich weiß genau, wo ich war. Ich war auf Station 6 in der Kurklinik, in der ich meinen Zivi gemacht habe. Dort gab es eine kleine Ecke zwischen Station 6 und 7 mit ein paar Sitzgelegenheiten und einem Fernseher oben an der Wand. Ein Zivikollege von mir kam angerannt, lachend und hat gerufen: „Das musst du sehen.“ Also bin ich mitgegangen in der Erwartung, dass einer der anderen Zivis irgendeinen Mist gebaut hat. Statdessen liefen im Fernseher die Bilder die jeder kennt. Er hat gelacht und gesagt, ich werds nie vergessen und zitiere: „Endlich kriegen die Amis eins auf den Sack.“ Ich hab erst nicht verstanden, was da im Fernseher läuft und hab es für einen Film gehalten. Dann hab ich verstanden und habe den Kollegen danach nie wieder mit den selben Augen sehen können wie vorher.

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Ich war in den südafrikanischen Drakensbergen unterwegs, es fing an, dunkel zu werden und ich hatte noch keine Unterkunft. Endlich fand ich eine Pension, bezog erleichtert mein Zimmer und stellte den Fernseher an. Zunächst hielt ich die Bilder aus New York für einen Spielfilm im Stil von „Stirb langsam“, aber mir wurde schnell die grausame Wahrheit klar.

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Ich habe den Tag als Reserveoffizier bei einer Wehrübung bei Magdeburg erlebt. Plötzlich kam ein Hauptmann zu mir, ziemlich blass, und sagte mir: „Das musst Du Dir anschauen.“ Im Nachbarraum stand ein Fernseher. Als ich den Raum betrat, sah ich genau in dem Augenblick, wie die zweite Maschine in den anderen Tower raste. Mir war speiübel und ich brauchte einige Zeit, um zu realisieren, was meine Augen nicht glauben konnten. Den Einsturz der Gebäude erlebte ich wie in Zeitlupe. Wir waren alle geschockt. Die Übung lief noch bis Freitag weiter und ich erinnere mich noch an die fortwährend gedrückte Stimmung. Die Nächte waren unruhig und ich fragte mich, wie alles weitergehen soll. Irgendwann in der Woche trat der Bundeskanzler Schröder vor die Presse und verkündete den Bündnisfall. Für uns als Reservisten hätte das bedeuten können, dass wir alle im Dienst verblieben wären. Dennoch war die Übung am Freitag beendet und ich beeilte mich, nach Hause zu fahren. Ich erinnere mich, dass ich meinen Sohn vom dem Kindergarten abholte, noch in Uniform und die erschreckten Gesichter einiger Erzieher bemerkte. Eine Erzieherin kam auf mich zu und umarmte mich wortlos. Es war sehr bewegend.

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Ich saß im Büro vor meinem Rechner, als ein Mitarbeiter eintrat und berichtete, er habe da auf einer Dienstfahrt gerade eine seltsame Meldung im Autoradio gehört, in New York habe sich ein Flugzeugabsturz ereignet, das Flugzeug sei in einen Wolkenkratzer gestürzt. Sofort begann ich, im Internet zu recherchieren, die anderen Mitarbeiter versammelten sich hinter mir und starrten gebannt auf den Bildschirm. Je mehr wir erfuhren, desto größer wurde das Entsetzen. Diesen Tag werde ich niemals vergessen, ebenso wie den Tag, als das Attentat auf die israelische Olympiamannschaft stattfand.

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Ich war im Fitnesscenter auf dem Laufband. Als das zweite Flugzeug ins WTC flog, fiel ich fast vom Band.

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In der U-Bahn in Hamburg auf dem Weg zur Uni-Bibliothek habe ich davon erfahren – ich weiss nicht mehr, wie; die Leute im Abteil haben irgendwie darüber geredet. Dann habe ich mich in der Bibliothek sofort an einen Rechner mit Internetzugang gesetzt.

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Ich war auf einem Parkplatz der A7 zwischen Kassel und Würzburg. Von der ersten Meldung im Radio bis zum Abend war es ein Horrortrip, wie man es sich nie hätte ausdenken können.

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Ich war auf der Arbeit bei einer amerikanischen Firma in Deutschland. Ich habe dann nach Feierabend vor der Glotze gehangen, wie alle anderen auch. Am nächsten Tag glich die Firma einem Hochsicherheitsgebiet. Wir konnten wegen der Personal- und Sicherheits-Überprüfungen diesen Tag nicht mehr produktiv tätig sein.

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Zum Glück war ich wieder in Dresden. Eine Woche davor war ich in New York.

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Ich war in Wien und machte ein Praktikum in der Uniklinik. Die Oberärztin der Station erzählte, dass in New York ein Flugzeug ins WTC geflogen sei. Danach lief der Tag eher normal weiter. Es war die Zeit, bevor jeder ein Smartphone hatte und überall Computer standen. Als ich nachmittags aus dem Krankenhaus kam, merkte man eine Unruhe in der Stadt. Vor den Regierungsgebäuden am Ballhausplatz waren Schützenpanzer aufgefahren, ebenso vor der Synagoge. Abends im Studentenwohnheim habe ich im Gemeinschaftsraum dann im Fernsehen alles gesehen.

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Wir waren in einem Ferienhaus in der Nähe von Den Helder. Meine Freundin kam vom Einkauf und sagte: „Mach mal den Fernseher an, in New York ist ein Flugzeug in ein Gebäude gestürzt.“ In dem Moment, als wir den Fernseher anmachten, flog das zweite Flugzeug in den Turm. Da war klar, dass es kein Unfall war.

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Ich war auf der IAA in Frankfurt für meinen damaligen Arbeitgeber. Wir hatten einen Stand. Niemand hat wirklich begriffen, was passiert ist. Kollegen hatten einen Internetanschluss, der völlig überlastet war. Wir haben tröpfchenweise Informationen erhalten und überlegt, ob wir das Gebäude besser verlassen sollten, möglicherweise wäre auch der Messeturm ein Ziel. Alltag wird Geschichte. So sehe ich das heute. Allein deshalb erinnere ich mich noch an diesen Tag.

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Ich hatte nach der Schule ein Fußballspiel, Kreispokalspiel der D-Junioren gegen die SpVgg. Marl. In der Kabine unterhielten sich einige der Anderen über ein Computerspiel o.Ä. Wir gewannen 2:1, freuten uns und dann fuhr ich nach Hause. Dort stellte ich fest, dass es in dem Gespräch in der Kabine mitnichten um ein Computerspiel ging. Den Rest des Abends verbrachte ich mit meinen Eltern vor dem Fernseher

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Ich habe Kunden in Köln besucht. Sie waren Deutsche mit Vorfahren aus den Philippinen. Als ich ins Haus kam, lief der Fernseher. Der Mann des Hauses sagte mir: „Der dritte Weltkrieg hat begonnen.“

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