„Totalausfall“ in Schöppingen

Fr, 7. Februar 2020 um 20:30 Uhr im Clubhouse auf der Hauptstraße 52 in Schöppingen: „Totalausfall“ / Stand-Up-Comedy von und mit Gerd Buurmann

Pressestimmen:

„Und dann kam Gerd Buurmann. Mit einem fulminanten Opening betrat er die Bühne und hatte das Publikum von Anfang an auf seiner Seite. (…) Er wagte und meisterte zugleich den Spagat zwischen Anspruch und Nonsens, zwischen banal und fatal.“ (Siegener Zeitung, 27. März 2018)

„Laut, fröhlich und ein bisschen „gewöhnlich““ (Michael Kunz, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 26. März 2018)

Tickets gibt es vor Ort oder bei Eventim.

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„Femmage an Hedwig Dohm“ in Königslutter

Sa, 28. Februar 2020 um 19 Uhr im Kaiserdom in Königslutter: „Femmage an Hedwig Dohm“ – Eine unterhaltsame Lesung, Schauspiel und Vortrag mit Isabel Rohner, Nikola Müller und Gerd Buurmann.

Der Feminismus lässt sich auf eine einfache Formel bringen, die Hedwig Dohm bereits im 19. Jahrhundert artikuliert hat:

“Die Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

Der Feminismus ist nichts weiter als Ausdruck der Überzeugung, dass alle Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Der Feminismus ist keine Ideologie, die Frauen oder Männer verändern will, sondern kämpft dafür, dass jede Frau und jeder Mann in Freiheit und unter Garantie des Lebens das eigene Glück suchen darf, egal wie dieses Glück aussieht.

In Frankreich wird die französische Revolution am 14. Juli gefeiert. In den Vereinigten Staaten von Amerika wird die Unabhängigkeit am 4. Juli gefeiert. Beide Revolutionen aber befreiten nicht die Frauen! Der Feminismus ist Ausdruck der Überzeugung, dass alle Männer und Frauen im Besitz der Menschenrechte sind und nicht nur Männer.

Frauen waren in Europa noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts nicht im Besitz der Menschenrechte. Sie durften in Frankreich und den USA nicht wählen, im Gegensatz zu ehemaligen männlichen Sklaven. Die Tore der höheren Bildung waren ihnen verschlossen und ökonomisch wurden sie brutal ausgebeutet.

Frauen waren Sklaven.

Noch heute werden Frauen an vielen Orten der Welt brutal unterdrückt. Sie werden gesteinigt und in Gefängnisse gesperrt. Einige sind aus Stein, andere aus Stoff.

Was Frauen erleben und erleben mussten, aber auch was sie erkämpft und erreicht haben, nämlich die Freiheit für sich und alle Menschen, stellt alles davor Dagewesene in den Schatten. Der Feminismus hat mehr Menschen befreit als die französische Revolution oder die amerikanische Revolution, die lediglich weniger als die Hälfte der Bevölkerung befreit hatten.

Wären die Heldinnen der feministischen Revolution Männer gewesen, stünden heute überall Statuen dieser Helden herum, Jungs und Mädchen könnten aus dem Stand ein paar Namen von Feministinnen nennen und sie würden sich stolz als Suffragetten verkleiden. Die Schriftstellerin Rebecca West sagte einst:

„Ich selbst habe es nie geschafft, genau herauszufinden, was Feminismus ist. Ich weiß nur, dass ich immer dann als Feministin bezeichnet werde, wenn ich Gefühle zum Ausdruck bringe, die mich von einer Fußmatte unterscheiden.“

Das Wort „Feminist“ ist ein Kompliment.

Nennt mich einen Feministen! Es macht mich stolz, Feminist genannt zu werden, denn Marie le Jars de Gournay war eine Feministin. Im Jahr 1622 veröffentlichte sie das Werk „Über die Gleichheit“ und argumentiert dort, dass alle Menschen ungeachtet der Herkunft und des Geschlechts vernunftsbegabte Wesen sind und daher gleich an Rechten und Pflichten:

„Genau genommen ist das menschliche Wesen übrigens weder männlich noch weiblich: das unterschiedliche Geschlecht ist nicht dazu da, einen Unterschied in der Ausprägung herauszubilden, sondern es dient lediglich der Fortpflanzung. Das einzige wesenhafte Merkmal besteht in der vernunftbegabten Seele. Und wenn es erlaubt ist, beiläufig einen kleinen Scherz zu machen, dann wäre hier wohl jene anzügliche Bemerkung nicht unpassend, die besagt: nichts ähnelt dem Kater auf einer Fensterbank mehr als – die Katze. Der Mensch wurde sowohl als Mann wie Frau geschaffen. Männer und Frauen sind eins.“

Hundert Jahre später widersprach der Humanist Rousseau dieser Auffassung und erklärte statt der feministischen Menschenrechte die humanistischen Männerrechte. Die französische Philosophin Olympe de Gouges kritisierte den Sexismus ihrer Zeit mit deutlichen Worten:

„Die Sturmglocke der Vernunft ist im ganzen Universum zu hören; erkennt eure Rechte! Das gewaltige Reich der Natur ist nicht mehr umlagert von Vorurteilen, Fanatismus, Aberglaube und Lügen. Die Fackel der Wahrheit hat alle Wolken der Dummheit und Anmaßung zerstreut. Der versklavte Mann hat zwar seine Kräfte vervielfacht, aber er hat der eurigen bedurft, um seine Ketten zu sprengen. Kaum in Freiheit versetzt, ist er nun selbst ungerecht geworden gegen seine Gefährtin. O Frauen! Frauen, wann wird eure Verblendung ein Ende haben? Was sind denn die Vorteile, die euch aus der Revolution erwachsen sind? Ihr werdet noch mehr verachtet, noch offener verhöhnt.“

Im 17. Jahrhundert erklärte Marie les Jars de Gournay die Gleichheit von Männern und Frauen, aber im 18. Jahrhundert erklärten die Männer der Französischen Revolution kurzerhand nur die Männer- und Bürgerrechte. Oft werden diese Männer- und Herrenrechte fälschlicherweise als Menschen- und Bürgerrechte übersetzt, obwohl Frauen dezidiert nicht mit „des hommes“ gemeint waren, was Oylmpe de Gouges in ihrer Antwort „Die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ deutlich kritisierte.

„Fürchtet ihr, dass unsere französischen Gesetzgeber – Richter über jene Moral, die sich lange Zeit in der Politik eingenistet hat, nun aber überlebt ist – es euch wiederholen: „Frauen, was habt ihr mit uns gemein?“ „Alles“, werdet ihr zu entgegnen haben. Und wenn sie sich in ihrer Schwäche darauf versteifen, mit ihren eigenen Prinzipien in Widerspruch zu geraten, dann setzt beherzt die Macht der Vernunft ihren eitlen Anmaßungen entgegen, euch überlegen zu sein (…) Die Frau hat das Recht das Schafott zu besteigen; sie muss gleichermassen das Recht haben, die Tribüne zu besteigen!“

Zu keiner Zeit war die Hauptströmung des Feminismus von dem Gedanken geprägt, Männer seien den Frauen untergeordnet. Dem Humanismus jedoch hingen nicht selten führende Philosophen an, die Frauen den Männern unterstellten. Es sind daher die Humanisten, die sich fragen sollten, ob der Humanismus etwas ehrenwertes ist, nicht die Feministinnen!

Feministinnen kämpften stets für die Gleichberechtigung aller Menschen. Die führenden Köpfe im Kampf gegen die Sklaverei waren nicht selten Frauen: Aphra Behn (17. Jahrhundert), Mary Wollstonecraft (18. Jahrhundert), Mathilde Franziska Anneke (19. Jahrhundert).

Während Olympe de Gouges für die Menschenrechte stritt und das Recht eines jeden Menschen auf einen fairen Prozeß verteidigte, erklärten die männlichen Sieger der Revolution den Terror. Obwohl Olympe de Gouges eine blühende Republikanerin war und in dem König einen Feind der Demokratie sah, kämpfte sie für einen fairen Prozeß des Königs, weil für sie Menschenrechte unveräußerlich waren, selbst für die größten Feinde. Für Olympe de Gouges sollte die Vernunft herrschen. Die Sieger der Revolution sahen das anders. Am 17. Januar 1794 erklärte Maximilien Robespierre den Sieg der „Natur“ über die Vernunft:

„Wenn man vorschlägt, Ludwig XVI. den Prozeß zu machen, so stellt man die Revolution in Frage. Kann er gerichtet werden, so kann er freigesprochen werden, kann er freigesprochen werden, so kann er unschuldig sein. Ist er aber unschuldig, was wird aus der Revolution? (…) Wie könnte der Tyrann den gesellschaftlichen Pakt für sich anrufen? Er hat ihn vernichtet! Welche Gesetze sind an seine Stelle getreten? Die Gesetze der Natur: das Volkswohl.“

Olympe de Gouges jedoch verteidigte die Gesetze der Vernunft und landete dafür auf dem Schafott. Am 3. November 1793 wurde sie hingerichtet. Ihr Vergehen: Sie hatte sich den „Gesetzen der Natur“ widersetzt. Sie wusste warum.

Wenn die Mächtigen krank werden, wollen sie nicht, dass die Natur herrscht, sondern sie verlangen nach der Vernunft des Arztes. Wenn ihnen Unrecht widerfährt, wollen sie nicht, dass die Natur herrscht, sondern sie rufen nach der Vernunft des Richters. Wenn Menschen aber andere Menschen unterdrücken wollen, dann holen sie schnell die Natur aus der Kiste. Dann gibt es auf einmal die Natur der Frau, die Natur des Juden oder die Natur des Schwarzen und die Mächtigen tun so, als wüssten sie genau, was die Natur will, ganz so als hätten sie erst letzten Sonntag mit Mutter Natur Kaffee getrunken. Hedwig Dohm jedoch argumentierte:

„Wie der Mensch sich seinen Gott nach seinem Ebenbild schafft, so legt ein jeder seine Anschauungen der Natur in den Mund. Eine Byzantinerin ist die Natur, redet dem, der gerade die Macht hat, zu Munde, oder gibt wenigstens immer die Antwort, die der Fragende erwartet. Was ist natürlich, was unnatürlich? Die meisten geistigen Errungenschaften sind Einbrüche in vermeintliche Naturgesetze. Das scheinen die Antifeministen selbst zu bestätigen, wenn sie sagen: „Wir müssen auf der Änderung dieser verkehrten Welt bestehen.“ Recht haben sie. Wir bestehen ja auch darauf. Nur wollen sie, dass die Welt wieder so werde, wie sie einstmal war, wir aber wollen, dass sie werde, wie sie noch niemals war. Und sage nicht, es muss so sein, weil es niemals anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte steriler Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!“

Es ist völlig irrelevant, was die Natur will, wenn sie überhaupt was will. Die meisten Menschen heute würden gar nicht leben, ginge es nach der Natur.

Wenn es nach der Natur ginge, wäre ich schon längst tot!

Würden Sie etwa noch leben? Hatten Sie schon mal eine Operation? Tragen Sie ein Brille? Haben Sie eine schwere Grippe überstanden? Nutzen Sie moderne Technik? Dann sind Sie wider der Natur noch hier. Die Natur hätte Sie längst entsorgt!

Viele Menschen glauben, Natur sei das Naherholungsgebiet am Stadtrand. Die Wälder in Deutschland sind aber keine Natur. Sie sind Kultur. Sie werden von der Vernunft der Mitglieder des Forst- und Grünflächenamts gut verwaltet. Natur ist kein gepflegter Wald und keine gemähte Wiese. Natur ist, wo der Mensch Beute ist!

Die Natur hat keine Absicht. Sobald der Natur Absichten und Moral unterstellt wird oder sobald der Natur ein Schöpfer gegeben wird, haben wir es mit einer Religion zu tun und Religion ist Kultur.

Gut und böse sind Kategorien der Vernunft. Die Vernunft versucht zwar, Natur wissenschaftlich zu verstehen, aber alles, was Vernunft hat, weiß oder mindestens ahnt, dass Moral in der Natur nicht zu finden ist.

Die Moral war lange Zeit ein Diktat der Götter. In der heutigen Zeit, da der Glaube an Gott vielerorts verschwunden ist, flüchten nicht wenige, die religiös heimatlos geworden sind, in den Schoß der Natur und ernennen die Natur zu ihrem Gott. So wie sich die Menschen einst Gott nach ihrem Bilde schufen, so legen sie heute der Natur ihre Ansichten in den Mund! Für die Einen regelt Gott, was gut und was böse ist, für die Anderen die Natur.

Ob man nun aber gottesfürchtig oder naturfürchtig ist, das Sagen haben jene, die glaubhaft machen können, Erleuchtete zu sein, die vorgeben, den direkten Draht nach oben zu haben. Sie wissen angeblich genau, was Gott oder die Natur will. Sie behaupten, es vernommen zu haben und erklären, den wahren Weg zu kennen. Sie sind die Propheten, die Guten! Und sie benehmen sich so!

Um gute Dinge zu vollführen, braucht es jedoch keinen Gott. Gott stört bei guten Taten nicht, hilft höchstens dabei. Böse Taten jedoch brauchen einen Gott, nämlich den festen Glauben daran, die abscheulichen Taten im Namen eines höheren Sinns und Zwecks zu begehen. Gotteskrieger kämpfen für den lieben Gott und Naturgläubige für die liebe Natur.

Die Natur ist aber nicht lieb. Sie ist auch nicht böse. Die Natur ist indifferent und kennt keine Moral. Sie ist!

Gut und böse sind Kategorien der Vernunft. Der Mensch muss sie selbst definieren, verteidigen und leben. Hätte der Mensch alles Neue verdammt, weil es 5000 Jahre vorher anders gemacht wurde, säße er heute noch als ständige Beute in einer Höhle und würde noch vor dem 30. Lebensjahr verrecken.

Es waren kluge Philosophen wie die Feministinnen, die ihre Vernunft genutzt haben, um sich zu emanzipieren und sich zu befreien von den Ketten, die uns vermeintlich von der Natur angelegt wurden. Es ist daher eine Frage des Stolzes, Feminist zu sein. Hedwig Dohm sagte:

„Mehr Stolz, Ihr Frauen, der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn!“

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Kunst gegen Bares 2020

Auch im Jahr 2020 wird die Kunst gegen Bares wieder jeden Montag stattfinden, außer natürlich Rosenmontag, wir sind ja in Köln.

Kunst gegen Bares mit Hildegart Scholten und Gerd Buurmann
jeden Montag um 20 Uhr
im ARTheater, Ehrenfeldgürtel 127 in Köln

Die Show in der Kunst und Kapital aufeinander treffen.

Künstlerinnen und Künstler präsentieren auf der Bühne des ARTheaters ihre Talente – vom Schauspielmonolog zum Kabarettbrüller, von eigenen Gedichten bis zur Eier-Jonglage im Kopfstand – eigentlich eine typische Offene Bühne Show. Kunst gegen Bares ist die Muppet Show, nur mit Menschen statt Schweinen, Fröschen, Hunden und Bären. Alles nach dem Motto von Onkel Kermit: “Nimm, was Du hast und flieg damit!“

Das Besondere ist zudem die Form, wie die Kunst entlöhnt wird. Das Publikum entscheidet selbst, wieviel Bares die jeweilige Kunst wert ist. Vor jeder Künstlerin und vor jedem Künstler steht ein eigenes Sparschwein, in das nach Gutdünken Geld geworfen werden kann. Bei der Kunst Gegen Bares trifft Kunst auf Kapital, und alles ohne Zwischenhändler! Hier ist das Publikum Chef!

Es gibt genau sieben Regeln für die Kunst gegen Bares:

1. Zuschauer und Künstler kommen den selben Weg und sitzen zusammen im Publikum.

2. Die Künstler werden von der Moderation aus dem Publikum auf die Bühne geholt.

3. Die Präsentationszeit muss für alle Künstler gleich beschränkt sein.

4. Jeder Künstler erhält nach der Präsentation ein Sparschwein.

5. Das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren.

6. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100% an die Künstler.

7. Der Künstler oder die Künstlerin mit dem meisten Geld wird zum „Kapitalistenschwein des Abends“ gekürt.

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Schalom und Alaaf

„Schalom und Alaaf“
Eine Führung durch das jüdische Köln
mit Gerd Buurmann.

Nächster Termin:

Sa, 8. Februar 2020 um 15 Uhr

Treffpunkt: Auf dem Gülichplatz am Haus Neuerburg bei Farina, Gülichplatz 1–3


Anmeldung: gerdbuurmann@hotmail.de oder 016098520957
Preis: 11,- Euro

Erstmals wird jüdisches Leben in Köln im Jahre 321 schriftlich erwähnt. Seit dem ist sehr viel passiert in der Stadt am Rhein.

Welcher jüdische Komponist aus Köln wird jeden Tag vom Glockenspiel des Kölner Rathausturms gespielt?

Welcher jüdische Bankier aus Köln führte im Jahr 1824 den Rosenmontagszug als Prinzessin Venetia an?

Welcher jüdische Dichter aus Düsseldorf stritt sich im Traum mit den Heiligen Drei Königen im Kölner Dom?

Wenn Sie die Antworten zu diesen und noch vielen weiteren Fragen erhalten wollen, dann begleiten Sie Gerd Buurmann auf seiner humorvollen Reise durch das jüdische Köln.

Es gibt viel zu entdecken!

„Mit Humor und viel Einfühlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schätzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

„Heute Macbeth, morgen Jago, übermorgen Kermit, der Frosch. Gerd Buurmann (1976 im Emsland geboren) ist einer der vielseitigsten Künstler in Köln.“ (Barbro Schuchardt von der Kölnischen Rundschau)

Die Führung dauert 2 Stunden.

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Unterstützen Sie Gerd Buurmann

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto.

Die Kontodaten erhalten Sie von mir via Mail oder Telefon. Kontaktieren Sie mich einfach:

gerdbuurmann@hotmail.de
016098520957

Alles Liebe
und Danke für Ihre Unterstützung,
Gerd Buurmann

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Der Nathan-Komplex in Konstanz

„Mit Humor und viel Einfühlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schätzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

Mo, 27. Januar 2020 um 19:30 Uhr im Kulturzentrum Wolkensteinsaal auf der Wessenbergstraße 43 in Konstanz: „Der Nathan-Komplex“ – Ein Kammerspiel mit Vortrag von Gerd Buurmann und mit Texten von Heinrich Heine, William Shakespeare und anderen.

„Vorträge über Antisemitismus haben Konjunktur. Gerd Buurmann macht es anders. Ebenso unverhofft wie kurzweilig erzählt er mit glänzender schauspielerischer Leistung über zweitausend Jahre Kulturgeschichte. Der Nathankomplex ist vieles. Er wehrt Fehlinterpretationen von Heine ab, lässt zweifeln, aber auch hoffen. Die ältere deutsche Sprache hält für Buurmann einen Begriff bereit: Gerd Buurmann ist geistreich. Man muss ihn sehen.“
(Lasse Stodollick, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Bodensee-Region)

„Gerd Buurmann ist ein exzellenter Schauspieler, der es versteht, selbst alte, vielleicht sogar antiquierte Texte so zu präsentieren, dass man das Heutige erkennt und die zutiefst menschliche Figur des Dargestellten mitfühlt. Darüber hinaus ist Buurmann aber auch ein scharfsinniger Beobachter des Homo Politicus. So erkennt er, wie tief in jedem westlichen Menschen der Antisemitismus steckt, ja geradezu stecken muss, und er erklärt dies so logisch und schlüssig, dass es einen wunder nimmt, warum dieses Wissen nicht längst schon Allgemeinplatz ist. Das alles, klassische Texte, politische innere Erdbeben und logische Erkenntnis daraus präsentiert er noch dazu mit Humor und Leichtigkeit. So muss Herzensbildung, so muss Wahrheit sein.“
(Sandra Kreisler, Musikerin und Künstlerin)

„Rhetorisch gut strukturiert und mit Hilfe schauspielerischer Einlagen, schaffte Gerd Buurmann es, das komplizierte Thema Antisemitismus auf eine so eingängige und anschauliche Art und Weise darzulegen, dass man in den Gesichtern seiner Zuhörer förmlich sehen konnte, wie sie von Buurmanns Worten zum Nachdenken angeregt wurden.“
(Marc Neugröschel, Hebrew University, Jerusalem)

„Gerd Buurmann konfrontiert das Publikum aber nicht nur mit triftigen Argumentationen und wenig bekannten Fakten, er zieht es auch emotional in seinen Bann, wenn er sich binnen Sekunden und ohne Kostümwechsel in Shakespeares Shylock verwandelt und so die Zuschauer schmerzlich nah an einem jüdischen Schicksal teilnehmen lässt.“
(Dr. Karl Thönnissen, Volkshochschule Aachen)

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Der Witz ist ein Verräter!

Bei Humor hört der Spaß auf.

Wenn zwei Menschen nicht den gleichen Sinn von Humor haben, stehen sie sich so unversöhnlich gegenüber wie Menschen, die an unterschiedliche Götter glauben. So wie Fundamentalisten einander vorwerfen, nicht an den richtigen Gott zu glauben, werfen sich Menschen mit unterschiedlichen Humorvorstellungen vor, einen schlechten oder gleich gar keinen Humor zu haben. Humor und Religionen sind wie Fürze: Man glaubt, nur die der Anderen stinken.

Es gibt Menschen, die haben Witz, Humor und Ironie und dann gibt es jene, die bevorzugen Kabarett mit Gesinnungsgarantie. Sie verlangen nach dem Scherzkeks, der ein Feindbild zum Auslachen erwählt. Sie wollen auslachen, nicht mitlachen. Sie brauchen ein Feindbild.

Mitlachen statt Auslachen ist die Kunst.

Alle Menschen haben Meinungen, das ist nichts besonderes, aber nicht alle haben ein feines Gespür für Humor oder ein ausgeprägtes Gehör für Harmonie. Alle Menschen haben Überzeugungen, aber nicht alle sind Komponisten oder Humoristen. Wenn ich wählen muss zwischen Ideologie und Witz, wähle ich den Witz, denn eine Überzeugung hat jeder, Sinn für Humor jedoch nicht. Das gilt für jeden kunstschaffenden Menschen: Mach, was Dich besonders macht. Eine Meinung hat jeder. Das macht auch Dich nicht besonders. Deine Kunst macht Dich besonders!

Es gibt Komiker, die zeigen mit dem Finger auf andere und es gibt Komiker, die zeigen mit dem Finger auf sich.

Jeder Mensch gibt Grund zu lachen, denn Menschen haben Ideologien, Religionen und Überzeugungen und die sind immer auch saukomisch. Es ist absolut berechtigt, darüber Witze zu machen! Wenn jemand glaubt, ich beleidigte ihn, nur weil ich über den Koran, das Evangelium, ein Manifest, Marx, Mohammed oder Jesus lache, dann soll er sich beleidigt fühlen. Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich Witze über seinen Glauben mache, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Ideen!

Lachen ist keine freiwillige Sache.

Ein Mensch hört nicht einen Witz, sortiert ihn in seine Schubladen ein und entscheidet dann, ob er lacht. Wenn ein Witz gut ist, muss man lachen. Man kann gar nicht anders. Die Frage „Darf man darüber lachen?“ ist daher absurd. Man lacht, weil man lachen muss! Man kann sich hinterher zwar schämen, gelacht zu haben, so wie man sich schämt, in aller Öffentlichkeit eine Erektion bekommen zu haben, aber die Scham hilft nicht weiter. Das Lachen lässt sich nicht unterdrücken. Man kann höchstens hinterher lügen und sagen, man habe das überhaupt nicht komisch gefunden, so wie manche ihre Sexualität verleugnen.

Das Lachen ist vom Willen entkoppelt wie die Lust.

Wenn jemand einen Witz macht, über den man nicht lachen kann, dann lohnt es sich, die Ohren zu öffnen. Wenn nämlich andere lachen, dann wird es deren erogenen Lachmuskeln offenkundig stimuliert haben. Welches Recht haben wir, diesen Menschen das Lachen zu verbieten? Der Humor der Anderern ist keine krankhafte Perversion. Man muss den Humor nicht teilen, aber für jede humoristische Spielart gibt es eine Zielgruppe.

Lachen ist Urlaub vom Leid. Lachen hilft, mit Dingen fertig zu werden und nicht zu verzweifeln.

Ein Comedian sucht nicht nach der universellen Wahrheit, sondern nach dem einzigartigen Lacher. Diese Suche ist stets auch ein Tanz am Abgrund des guten Geschmacks und jeder Comedian stolpert mal oder fliegt gehörig auf die Schnauze. Humor lebt von wilden Gedanken, von Grenzüberschreitung und Unangepasstheit. Wer auf einer Bühne ist und für den Witz steht, betreibt Hochleistungssport. Die Bühne ist stets Ausnahmezustand.

Dem Humor freien Lauf zu lassen, ermöglicht dem Gegenüber einen tiefen Blick in die eigene Seele, vor allem in die unbewussten Flecken dieser Seele und jede Seele hat Flecken. Schon oft habe ich mich durch mein Lachen verraten.

Der Witz ist ein Verräter!

Darum gehört der Witz auch zu den ersten Dingen, die Diktaturen verbieten.

Lachen ist gefährlich!

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Ein radikales Plädoyer für Meinungsfreiheit

„Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Du es sagen darfst.“

Dieser Satz wird oft fälschlicherweise Voltaire zugeschrieben. Er stammt jedoch von Evelyn Beatrice Hall (1868 – 1956). Sie war eine englische Schriftstellerin und verwendete den Satz in ihrer im Jahr 1903 erschienen Biografie „The Life of Voltaire“ als Illustration der Philosophie von Voltaire! Die Behauptung, der Satz stamme von Voltaire, ist somit falsch, aber durch die Meinungsfreiheit geschützt!

Oft höre ich, Meinungsfreiheit schließe keine Hassreden und Falschaussagen ein, aber genau das tut sie. Es ist die exakte Definition von Meinungsfreiheit, dass auch falsche Meinungen geäußert werden dürfen!

Es gibt kein Zuviel an Meinungsfreiheit. Entweder gibt es Meinungsfreiheit oder es gibt sie nicht. So einfach ist das!

Es gibt jedoch ein Zuviel an Angst und ein Zuviel an Beleidigtsein. Gegen Meinungen, die schmerzen, mögen sie nun schmerzen, weil sie wahr sind oder weil sie unwahr sind, hilft nur die Gegenrede als zivilisierte Form der Verteidigung.

Eine Beleidigung, die in die Richtung eines Menschen gefeuert wird, beleidigt den Menschen nur, wenn er die Beleidigung in seinem Kopf annimmt. Eine Faust oder eine Kugel jedoch, die in die Richtung eines Menschen abgefeuert wird, verletzt oder durchlöchert den Kopf unabhängig von der Haltung des Menschen. Wer eine Beleidigung nicht hört, lebt. Wer eine Kugel nicht hört, stirbt. Das ist der Unterschied!

Wer glaubt, ein Mensch sei eine Gefahr, weil er spricht, glaubt auch, eine Frau sei eine Gefahr, wenn sie ohne Verschleierung aus dem Haus geht.

Die Zensur ist für die Redefreiheit das, was der Schleier für die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte, so wie jeder Mensch selbst entscheiden darf, ob und zu was er oder sie schweigen will. Es darf keinen Zwang geben, weder für den Schleier noch für den Mantel des Schweigens!

Meinungsfreiheit gilt auch für die Hassrede! Sonst müsste der Koran schon längst verboten worden sein, denn da stehen einige deutliche Aufrufe zur Gewalt drin.

Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie sehen in eine Kneipe einen Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie würden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trüge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten wäre. Sie würden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen und er würde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrüßen, weil das unter Hassrede fällt. Sie würden ein wenig plaudern, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das Gespräch auf ein Thema fällt, bei dem Sie plötzlich merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spät. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben. Alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes und des Sagens von „Heil Hitler“ Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist.

Ich möchte wissen, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet!

Zuhören ist ein präventiver Schutzmechanismus. Nur so lerne ich das Innere eines Menschen kennen und kann rechtzeitig entscheiden, ob ich mich vor ihm schützen oder von ihm lernen sollte. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden!

Wenn es Leuten schlecht geht, flüchten sie. Manche flüchten in andere Länder, andere flüchten in Ideologien. Einige Länder und Ideologien sind gut, andere weniger. Wer das Äußern einer Meinung verbietet, sorgt lediglich dafür, dass die Meinung nur noch gedacht wird! Aber nur weil ich jemanden nicht mehr höre, heißt das nicht, dass er die Sache nicht mehr denkt. Die Meinung wird lediglich erst sichtbar, wenn sie sich zu einer Handlung entwickelt hat. Dann aber ist es oft zu spät!

Andere Meinungen ausklammern ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen!

Es gibt Menschen, die sind so frei von jedem Zweifel und so sicher, auf der richtigen Seite des Lebens zu stehen, dass sie Gewalt rechtfertigen oder billigend in Kauf nehmen, um ihre Gewissheit zu manifestieren. Jeder Mensch läuft Gefahr, in das Schussfeld dieser Selbstgerechtigkeit zu geraten.

„Wehret den Anfängen“ brüllen diese gerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die Anfänge einer Zukunft, die sie aus ihrer Angst konstruieren. Aus Angst nehmen sie andere Menschen als Geisel ihrer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitären Denkens, die Gewalt über Gedanken als Präventivschlag ermöglicht.

Das Verbieten von Meinungen ist stets ein Präventivschlag! Kann so ein Präventivschlag gerechtfertigt sein? Bei der Verleihung des Böll-Preises sagte Herta Müller einst:

„Wenn Hassparolen spazieren gehen, dann geht auch irgendwann ein Messer spazieren.“

Wer mit diesem Satz Meinungen verbieten möchte, muss auch für ein Verbot des Korans plädieren, denn unzählige Terroristen sind mit den Parolen des Korans spazieren gegangen, bevor sie zum Messer griffen.

Messer gehen jedoch nicht spazieren, weil vorher Parolen spazierten, sondern weil jene, die die Parolen grölen, die Messer bereits in ihren Hosen haben, um sie in genau dem Moment herauszuholen, da sie in der Lage sind, die Parolen der Anderen zum Schweigen zu bringen! Und die Menschen gleich mit. Das Problem ist nicht die Meinungsfreiheit, sondern der Wille der Hassenden, die Meinungsfreiheit mit Gewalt abzuschaffen. Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht mehr gesprochen werden.

Aus Worten werden Taten. Das stimmt. Aber Worte müssen nicht gesprochen werden, um zu Taten zu werden. Es reicht, wenn sie gedacht werden. Daher bringt es gar nichts, Taten dadurch verhindern zu wollen, dass man die Artikulation der Worte verbietet. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wer die Artikulation von gewissen Worten verbietet, verhindert dadurch nicht, dass die Worte zu Taten werden. Er verhindert jedoch, dass die Tat rechtzeitig erkannt und gebannt werden kann.

Nur wer die brutalen Gedanken hört, kann sich wehren. Das Verbieten von Worten bringt rein gar nichts! Der Mensch, der in den Augen eines anderen Menschen ein Schwein ist, bleibt für ihn ein Schwein, auch wenn er es nicht mehr sagen darf und auch das Messer in der Hose verschwindet nicht, wenn einem der Mund verboten wird!

Worte können zu Taten werden. Gerade deshalb müssen die Worte artikuliert werden dürfen.

Das Problem in der Zeit des Nationalsozialismus war nicht, dass „Der Stürmer“ zu erwerben war, sondern die Tatsache, dass sich die Nationalsozialisten zunächst die persönliche und später auch die staatliche Gewalt nahmen, andere Meinungen und Zeitungen zu verbieten, die ohne Probleme die Ideologie der NSDAP hätten entlarven können.

Die Nationalsozialisten nutzen nicht die Meinungsfreiheit, um das Messer zu ziehen, sondern sie zogen die Messer, um die Meinungsfreiheit zu attackieren!

Nichts fürchten jene, die Unrecht haben, mehr als die Meinungsfreiheit! Darum erklärten auch die Nationalsozialisten in ihrem 25-Punkte-Program unter Punkt 23:

„Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst- und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausübt und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.“

Aufgrund des „Gemeinwohls“, Meinungen kriminalisieren, Veranstaltungen schließen, Bücher verbieten und Zeitungen abschaffen. Das ist die Gedankenwelt der Nazis. Sie lässt sich so zusammenfassen: „Wenn die Lüge spazieren geht, geht irgendwann auch die Zersetzung spazieren.“

Da trinke ich lieber englischen Tee mit Evelyn Beatrice Hall als diesen deutschen Muckefuck.

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Ich hatte nicht immer diese radikale Haltung zur Meinungsfreiheit. Die Haltung kam mit der Erfahrung. Wenn Sie mein persönlicher Weg zur radikalen Meinungsfreiheit interessiert, lesen Sie auch: „Der Artikel 5 Club“

(Foto: Maxi Gstettenbauer)

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Was bedeutet „Nie wieder“?

„Heute vor 78 Jahren beriet die Naziregierung auf der #Wannseekonferenz, wie man elf Millionen Jüdinnen und Juden ermorden sollte. Nicht nur der Beschluss schockiert, sondern auch wie bereitwillig er von vielen umgesetzt wurde.

In allem, was wir tun, muss klar sein: nie wieder.“

Das schrieb Heiko Maas am 20. Januar 2020 via Twitter.

Wenn Heiko Maas in allem, was er tut, klar machen will, dass es nie wieder den Versuch geben darf, das jüdische Volk zu vernichten, warum kritisiert er dann unverhältnismäßig oft ausgerechnet das Land, das einen zweiten Holocaust verhindert?

Der Großmufti von Jerusalem, Hadsch Muhammad Amin al-Husseini und der Führer von Nazideutschland, Adolf Hitler, trafen sich im Jahr 1941 in Berlin. Es ging um die “Endlösung der Judenfrage”. Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen fand die Konferenz am Wannsee statt, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war.

Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvernichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Auch heute gibt es ein Dokument, dass die Vernichtung aller Juden fordert. Die Gründungscharta der Hamas aus dem Jahr 1988 fordert in Artikel 7 die Vernichtung aller Juden. Im Jahr 2019 erklärte Fathi Ahmad Hamad, Innenminister der Hamas von 2009 bis 2014:

„Wir müssen alle Juden auf dem Antlitz der Erde angreifen, sie schlachten und töten mit der Hilfe Gottes.“

Der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ predigte in Jahr 2015 in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte im Jahr 2010.

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen!“

Im Gazastreifen ist das Hakenkreuz ein beliebtes Symbol.

Unter den Nazis schaute die Weltöffentlichkeit weg, als Juden in Europa verfolgt und ermordet wurden. Heute schaut die Welt wieder weg, wenn es gegen Juden geht. Die ganze Welt? Nein! Ein kleines Land, nicht größer als Hessen, schaut nicht weg. Es gab das Land noch nicht, als die Nazis in Deutschland mordeten. Heute gibt es dieses Land und sorgt dafür, dass der zweite Holocaust nicht realisiert wird. Das Land heißt Israel!

Als im Rahmen des Plans zum zweiten Holocaust 850.000 Juden aus der arabischen Welt vertrieben wurden, nahm Israel die Juden auf! Als im Rahmen dieses Plans Juden in Entebbe selektiert wurden, befreite Israel die Juden. Jedes Mal, wenn Israel mit Raketen angegriffen wird, die in der Absicht abgefeuert werden, so viele Juden wie möglich zu töten, fängt Israel diese Raketen ab. Zu manchen Zeiten fliegen diese Raketen wochenlang mehrmals am Tag!

Es ist nicht die Welt, die all diese Versuche, einen zweiten Holocaust anzurichten, verhindert hat. Es ist Israel! Ginge es nach der Mehrheit der Länder der Welt, wäre ein weiterer Holocaust möglich. Die Vereinten Nationen tun alles, um die Verteidigung Israels zu diskreditieren und zu torpedieren. Die Vereinten Nationen haben mehr Resolutionen gegen Israel hervorgebracht als gegen alle anderen Länder der Welt zusammen. Die Vereinten Nationen kritisieren, dass Juden sich verteidigen! Was fällt den Juden eigentlich ein?

Bis in zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts galten alle Menschen, die in Palästina lebten, als Palästinenser. Dazu gehörten auch Juden. Viele Juden wurden selbstverständlich Palästinenser genannt. Die Nazis beschlossen, dass Juden keine Deutsche sein konnten und die Führer der arabischen Welt beschlossen, dass Juden keine Palästinenser sein können. Seitdem soll Palästina „judenrein“ sein, so wie es einst für Deutschland geplant war. Das ist der Grund, der einzige Grund, warum heute die Rede von „illegalen jüdischen Siedler“ ist. Ihr Jüdischsein macht sie illegal!

Und was machen die Vereinten Nationen und eine erschreckende Mehrheit der Menschheit? Sie nehmen diese Sprachregelung auf, reden ebenfalls von „illegalen jüdischen Siedlern“ und behaupten, der Konflikt sei eine Auseinandersetzung um Land. Das haben die Nazis auch behauptet. Die Behauptung ist heute jedoch so unwahr wie damals. Es geht nicht um Land! Die arabischen Führer sagen es selbst!

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!“

Ein Holocaust wurde möglich, weil die ganze Welt wegsah. Ein weiterer Holocaust wurde verhindert, weil Israel nicht wegsieht: Für diese Verteidigung wird Israel pausenlos kritisiert, auch von Heiko Maas.

Als die Grenze Israels im April 2018 vom Gazastreifen aus massiv angegriffen wurde, erklärte die deutsche Bundesregierung, alle Maßnahmen zur Verteidigung von Israels Sicherheitsinteressen müssten „verhältnismäßig“ sein. Was soll das bedeuten?

Welche Verteidigung ist unverhältnismäßig, wenn es darum geht, einen Holocaust zu verhindern? Entweder sagt man „Nie wieder“ oder man sagt: „Wenn es verhältnismäßig ist, nie wieder, ansonsten gilt: Was willste machen?“

Natürlich eskaliert der Konflikt im Nahen Osten. Aber das liegt daran, dass sich Juden seit 1948 als Soldaten eines eigenen Landes gegen die Vernichtung wehren können. Aufgrund dieser Möglichkeit der militärischen Verteidigung eskaliert die Auseinandersetzung und das ist gut so, denn eine Situation eskaliert immer erst dann für beide Seiten eskaliert, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden.

Es gibt für Juden nur zwei Alternativen: Entweder werden sie als Opfer betrauert oder aber sie werden kritisiert, weil sie sich wehren. Es ist gut, dass Juden sich heute effektiv wehren können, denn deshalb wird ein zweiter Holocaust verhindert.

Deutschland und die Vereinten Nationen haben nichts zu der Verhinderung eines weiteren Holocausts beigetragen. Sie haben einfach noch nicht verstanden, dass ein klares „Nie wieder“ bedeutet, dass es keine Unverhältnismäßigkeit gibt, wenn jemand einen Holocaust ausführen will!

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Die Herrenmenschen der Vergangenheitsbewältigung

„Es gibt Roberto Benignis „Das Leben ist schön“. Und es gibt Til Schweiger oder Matthias Schweighöfer, die keine Holocaust-Filme drehen sollten. Wir gehören nicht zu letzteren.“

Dieser Bewertung stammt von Philipp Ruch. Er gehört zu der Aktionsgruppe Zentrum für politische Schönheit (ZPS).

Es bedarf schon einer gehörigen Portion Arroganz, Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit, so einen Satz auszusprechen.

Philipp Ruch maßt es sich an, darüber zu urteilen, welche Künstler besser oder schlechter dafür geeignet sind , sich künstlerisch mit dem Holocaust auseinanderzusetzen. Wer glaubt Herr Ruch eigentlich, dass er ist? Mr. Holocaust-Remembrance? Super-Nicht-Vergessen-Man. Ist Philipp Ruch etwa ein Herrenmensch der Vergangenheitsbewältigung?

Philipp Ruch stellt fest: Aber der Holocaust ist und bleibt die Motivation für all unsere Aktionen.“

Wie diese Motivation aussieht, konnte im Jahr 2019 bestaunt werden. Hochmotiviert grub das ZPS in über zwanzig Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine, an denen die Nazis gemordet haben, nach Asche ermordeter Menschen und brachte einige Überreste nach Berlin, um sie dort vor dem Reichstagsgebäude in einer Säule auszustellen. Zu der Asche erklärte Ruch, das ZPS wisse nicht, welcher Nation, welcher Religion, welcher Widerstandsgruppe die Menschen angehörten: „Die Asche ist wie in der Welt von Schrödingers Katze. Die Identität dieser Menschen lässt sich gerade nicht feststellen. Es ist unmöglich, das Richtige zu tun.

Die Säule, so erklärte es das Kollektiv, sei eine „Gedenkstätte gegen den Verrat an der Demokratie“, um den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld zu erinnern, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben. Heute streckten wieder Konservative die Hand nach den Faschisten aus, sagte das ZPS in Hinblick auf die AfD: „Es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren – das ist das Gebot der Stunde.“

Während des Holocaust wurden Juden in Vernichtungslager deportiert, dort ermordet und im Jahr 2019 deportierte das Zentrum für Politische Schönheit die Asche der Ermordeten nach Berlin, um mit den sterblichen Überresten politische Kunst zu machen. So sieht politische Schönheit in Deutschland von hochmotivierten Künstlern aus. Ich hätte es besser gefunden, wenn Opa seine künstlerischen Enkel irgendwie anders angefeuert hätte.

Nachdem diese Aktion besonders von jüdischen Gemeinden in Deutschland kritisiert worden war, erklärte Philipp Ruch: „Wir haben uns entschuldigt, die Asche aus der Stele genommen und an die Orthodoxe Rabbinerkonferenz übergeben.“

Ich kann mir die Herren und Damen vom Zentrum für politische Schönheit lebhaft vorstellen. In Ihrer Schulzeit haben sie gewiss jeden 9. November betroffen vor dem Gedenkstein in ihrem Heimatdorf gestanden, um an die Synagoge zu erinnern, die 1938 von den Nazis niedergebrannt wurde. An einem 27. Januar haben sie gewiss eine Klassenfahrten nach Theresienstadt gemacht oder wenigstens „Schindlers Liste“ im Leistungskurs Geschichte geschaut. Bestimmt haben sie auch mit Oma und Opa über die Zeit des Nationalsozialismus‘ gesprochen.

Sie sind vorbildliche Vergangenheitsbewältiger. Jedes Jahr wurden sie besser. Heute sitzen sie ganz weit auseinander von der Vergangenheit. Sie sind hier und irgendwo, ganz weit weg, die dunkele, böse Vergangenheit. Die Distanz bewirkt Wunder. Heute graben sie nach Asche, malen sich die Gesichter an und zeigen, wozu schöne Kunst in der Lage ist.

Vergangenheitsbewältigung ist mittlerweile neben Autos und Bier das wichtigste Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland. Wie dramatisch sähen die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aus, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Die Stadt Berlin wäre um einer ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer: das Holocaust Mahnmal, von dem Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt hat, es sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Ohne Holocaust hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. Ohne Holocaust hätte Volker Schlöndorff niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten. So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis.

Das Zentrum für politische Schönheit aber stellt all das in den Schatten und instrumentalisiert die Vernichtung, weil es fest davon überzeugt ist, den Horror gut genug verstanden zu haben, um es als Instrument der politischen Debatte zu nutzen. Im Gegensatz zu Til Schweiger, dessen Schaffen mit der Kunstauffassung und dem Schönheitsideal des ZPS nicht in Einklag zu bringen ist. Diese Form der künstlerischen Arroganz ist nicht neu. Die Nazis hatten dafür damals einen sehr unschönen Begriff.

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Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ich bedanke mich bei all meinen Leserinnen und Lesern, von denen ich im letzten Jahr finanzielle Unterstützung bekommen habe.

Ihr macht es möglich, dass ich die Zeit finden kann, Tapfer im Nirgendwo zu schreiben.

Ich habe mich über die 300,- Euro eines großzügigen Spenders am Ende des Jahres gefreut, aber ich bedanke mich auch für die kleinen, teilweise monatlich eingehenden Beträge in Höhe von fünf, zehn oder zwanzig Euro.

Besonders gefreut habe ich mich über den Betrag von 19,48 Euro, da das das Gründungsjahr des Staates Israel ist.

Sollten auch Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, Künstler oder Betreiber von „Tapfer im Nirgendwo“ unterstützen wollen, überweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto.

Die Kontodaten erhalten Sie von mir via Mail oder per Telefon, gerne auch per SMS.

Kontaktieren Sie mich einfach:

gerdbuurmann@hotmail.de
016098520957

Alles Liebe
und Danke für Ihre Unterstützung,
Gerd Buurmann

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„Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau!“

Die Mädchen vom WDR Kinderchor Dortmund haben ein Lied zum Jahreswechsel eingesungen. Das Lied fand sich bei Veröffentlichung dieses Artikels in der WDR Mediathek.

Der Text lautet wie folgt:

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma sagt: „Motorradfahren ist voll cool.“ Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma brät sich jeden Tag ’n Kotelett, weil Discounterfleisch so gut wie gar nichts kostet. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehn Mal im Jahr ’ne Kreuzfahrt. Meine Oma ist doch keine Umweltsau!

We will not let you get away with this!”

Es gibt viel, was an diesem Video gruselig ist, zum Beispiel das konformistische Rebellentum, aber besonders hervor stechen die letzten Sekunden, wenn die Kinder drohend auf englisch in die Kamera sagen: „Wir werden Euch damit nicht davon kommen lassen!“

Dieser gesungene Kinderkreuzzug wurde von Erwachsenen geschrieben, inszeniert und produziert. Erwachsene Menschen haben Kinder benutzt, um eine politische Botschaft zu produzieren, die von staatlich eingetriebenen Beiträgen finanziert wurde.

Mir fehlen die Worte.

Statt eines Kommentars zeige ich einfach ein paar weitere Videos von Kindern, die ganz in der Tradition des WDR ihre Seelen für die Ideen erwachsener Menschen im Takt und Gleichklang entblößen mussten.

Im Takt und Gleichschritt die Welt verbessern wollen. Da ist der Weg zur Diffamierung des Anderen als Feind nicht mehr weit.

Erwachsene Menschen schreiben Protestparolen und legen sie in die Münder von Kindern. Seid bereit!

Nachtrag: Etwa eine Stunde nach Veröffentlichung dieses Artikels löschte der WDR das Video aus seiner Mediathek und erklärte via Facebook, dass „die Mutmaßung, WDR 2 hätte die Kinder des Chores instrumentalisiert, für die Redaktion unerträglich ist.“

Ein paar Stunden später erklärte WDR-Intendant Tom Buhrow: „Das Video war ein Fehler. Ich entschuldige mich ohne Wenn und Aber dafür.“

Der freie WDR-Mitarbeiter Danny Hollek von der Aktuellen Stunde erklärt auf seinem privaten Twitter-Account, Oma sei zwar keine Umweltsau aber dafür eine „Nazisau“.

Die Redaktion von WDR aktuell stellte danach umgehend klar, Danny Hollek habe „den Tweet von seinem privaten Twitter-Account abgesetzt. Wir distanzieren uns scharf von Form und Inhalt.“

Hollek erhielt nach seinem Posting Morddrohungen und wurde sogar im Privatleben belästigt. Solidarität mit Journalisten, die bedroht werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Tapfer im Nirgendwo verteidigt selbstverständlich das Recht auf freie Meinung für alle Menschen. Die Drohungen gegen Danny Hollek sind inakzeptabel. Der WDR sollte zu ähnlicher Deutlichkeit in der Lage sein, auch bei inhaltlichen Differenzen. Werde Mitglied im Artikel 5 Club.

Eigentlich dürfte es keine Probleme geben. Der WDR darf alles sagen und alle dürfen frei entscheiden, ob sie das finanzieren wollen. Die Realität sieht leider anders aus.

Keine vierundzwanzig Stunden nachdem sich Tom Buhrow zu Wort gemeldet hatte, wurde in Köln zum Thema Umweltsau auf dem Appellhofplatz vor dem WDR demonstriert. Die Polizei erklärte: „Zeitweise kam es zwischen linken und rechten Meinungsgegnern zu verbalen Provokationen.“

Nicht anwesend waren die „Meinungsgegner“ Saskia Esken (SPD) und Armin Laschet (CDU). Sie meldeten sich via Twitter zu Wort:

Spätestes jetzt müssen alle zugeben, es handelt sich hier um atemberaubende Satire. Es bleibt jedoch bedenklich, dass dafür Kinder instrumentalisiert wurden.

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