Theater in Zeiten von Corona – Gerd Buurmann lĂ€dt ein!

Ab heute sind StadtfĂŒhrungen in Köln wieder erlaubt. Erleben Sie daher Theater in Form einer StadtfĂŒhrung.

Erleben Sie in diesen schweren Zeiten wieder etwas Theater, gute Literatur und lernen dabei Köln neu kennen. Gehen Sie einfach mit Gerd Buurmann auf einen dramatischen und komödiantischen Spaziergang durch Köln.

Gerd Buurmann prÀsentiert:
„Köln – Ein FrĂŒhlingsmĂ€rchen“
Ein Theater-Spaziergang durch Köln
mit Texten von Heinrich Heine

Termine:

Samstag, 30. Mai / Sonntag, 31. Mai / Sonntag, 28. Juni / Sonntag, 5. Juli / Samstag 11. Juli / Sonntag 12. Juli – jeweils um 13h und um 16h.

Teilnahme nur mit Anmeldung möglich. Kontakt per Telefon: 0160 985 20 957 / Kontakt per Mail: gerdbuurmann@hotmail.de

Gerd Buurmann geht mit Ihnen in einem Abstand von zwei Metern und unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln durch Köln und prĂ€sentiert dabei an OriginalschauplĂ€tzen Texte von Heinrich Heine. Sie erleben, wie sich Heine mit den heiligen drei Königen am Kölner Dom prĂŒgelt, wie er sturzbesoffen mit Vater Rhein redet und was er sonst noch so alles in Köln erlebt und gegessen hat. Dazu erfahren Sie noch eine Menge spannende Geschichten ĂŒber die Stadt.

Preis: 20,- Euro pro Person.

(Bilder: Ruth Wennemar)

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#CoronaKunst

Liebe Leserinnen und Leser,

Die momentane Situation rund um COVID-19 trifft freischaffende KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler mitten ins Mark. Daher habe ich eine persönliche Bitte an Sie.

Auf alle selbststĂ€ndig arbeitenden KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler kommen jetzt harte Zeiten zu. Das in vielen FĂ€llen eh schon am Existenzminimum gefĂŒhrte Leben wird durch die AusfĂ€lle im Theaterbereich auf eine harte Probe gestellt.

Kunst und die Arbeit von kunstschaffenden Menschen ist wertvoll.

Aufgrund des Virus werden Sie in den nĂ€chsten Tagen weniger ausgehen und vermutlich kein Theater besuchen. Sie wĂŒrden mich sehr glĂŒcklich machen, wenn Sie die so freigewordene Zeit nutzen, um im Internet zu schauen, ob Sie dort Kontakt zu einem KĂŒnstler oder einer KĂŒnstlerin ihrer Vorliebe aufnehmen können.

Wenn es eine Dichterin, einen Musiker, eine Kabarettistin, einen Stand-Up-Comedian, eine Schauspielerin, einen TĂ€nzer, eine Slam Poetin oder irgendeine andere Person gibt, deren Kunst sie wertschĂ€tzen, weil die Kunst etwas bei Ihnen bewegt hat und sei es auch nur ein Lachen oder eine TrĂ€ne gewesen, dann kontaktieren Sie diesen Menschen und bitten ihn um die Möglichkeit, ihm einen kleinen Beitrag zu ĂŒberweisen.

Wen es auch nur 10,- Euro sind, oder vielleicht 20,-, 50,- oder 100,- Euro, diese Geste wird unglaublich viel bewegen. Die Kunst ist eh schon ein hartes Brot, aber die kommenden finanziellen AusfĂ€lle werden viele freie KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler vor große Herausforderungen stellen.

Wenn Sie immer schon mal Danke sagen wollte fĂŒr die Kunst, die sie bewegt hat, so ist jetzt der richtige Augenblick gekommen.

Ich bin auch KĂŒnstler. Selbst wenn ich nur von einem Menschen angeschrieben werde, der mir etwas Geld ĂŒberweisen möchte, so wird mir damit schon geholfen sein. In Zeiten der Ungewissheit ist schon ein kleines Pflaster der Zuversicht und SolidaritĂ€t sehr wirksam.

UnterstĂŒtzen Sie einen KĂŒnstler oder eine eine KĂŒnstlerin Ihrer Wahl.

Sollten Sie diese Aktion unterstĂŒtzen, teilen Sie diesen Text gerne mit dem Hashtag #CoronaKunst

Sollten Sie eine KĂŒnstlerin oder ein KĂŒnstler sein, der oder die etwas Hilfe gebrauchen kann, nutzen Sie diesen Hashtag: #CoronaKĂŒnstler oder #CoronaKĂŒnstlerin

So weiß jeder, dass Sie von dieser Aktion wissen und muss Sie nur noch fragen, wie auf auf welches Konto er oder sie die Überweisung tĂ€tigen soll. Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten, wenn Sie gebraucht wird.

Lassen Sie diese Aktion ein Virus fĂŒr die Kunst und fĂŒr das Leben werden.

#CoronaKunst soll sich grĂ¶ĂŸtmöglich verbreiten, damit es so viel Hilfe wie möglich geben kann.

Lassen Sie sich infizieren von der Hilfsbereitschaft.

Alles Liebe und bleiben Sie gesund,
Gerd Buurmann

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Kunst gegen Bares 2020

Auch im Jahr 2020 wird die Kunst gegen Bares wieder jeden Montag stattfinden, außer in der Zeit, da die Theater geschlossen bleiben mĂŒssen aufgrund von COVID-19.

Kunst gegen Bares mit Hildegart Scholten und Gerd Buurmann
jeden Montag um 20 Uhr
im ARTheater, EhrenfeldgĂŒrtel 127 in Köln

Die Show in der Kunst und Kapital aufeinander treffen.

KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler prĂ€sentieren auf der BĂŒhne des ARTheaters ihre Talente – vom Schauspielmonolog zum KabarettbrĂŒller, von eigenen Gedichten bis zur Eier-Jonglage im Kopfstand – eigentlich eine typische Offene BĂŒhne Show. Kunst gegen Bares ist die Muppet Show, nur mit Menschen statt Schweinen, Fröschen, Hunden und BĂ€ren. Alles nach dem Motto von Onkel Kermit: “Nimm, was Du hast und flieg damit!“

Das Besondere ist zudem die Form, wie die Kunst entlöhnt wird. Das Publikum entscheidet selbst, wieviel Bares die jeweilige Kunst wert ist. Vor jeder KĂŒnstlerin und vor jedem KĂŒnstler steht ein eigenes Sparschwein, in das nach GutdĂŒnken Geld geworfen werden kann. Bei der Kunst Gegen Bares trifft Kunst auf Kapital, und alles ohne ZwischenhĂ€ndler! Hier ist das Publikum Chef!

Es gibt genau sieben Regeln fĂŒr die Kunst gegen Bares:

1. Zuschauer und KĂŒnstler kommen den selben Weg und sitzen zusammen im Publikum.

2. Die KĂŒnstler werden von der Moderation aus dem Publikum auf die BĂŒhne geholt.

3. Die PrĂ€sentationszeit muss fĂŒr alle KĂŒnstler gleich beschrĂ€nkt sein.

4. Jeder KĂŒnstler erhĂ€lt nach der PrĂ€sentation ein Sparschwein.

5. Das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren.

6. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100% an die KĂŒnstler.

7. Der KĂŒnstler oder die KĂŒnstlerin mit dem meisten Geld wird zum „Kapitalistenschwein des Abends“ gekĂŒrt.

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UnterstĂŒtzen Sie Gerd Buurmann

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, KĂŒnstler, Comedian, Schauspieler und Meinungsmacher unterstĂŒtzen wollen, ĂŒberweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

Meine Kontodaten erhalten Sie von mir via Mail oder Telefon. Kontaktieren Sie mich einfach:

gerdbuurmann@hotmail.de
016098520957

Alles Liebe
und Danke fĂŒr Ihre UnterstĂŒtzung,
Gerd Buurmann

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Der Witz ist ein VerrĂ€ter!

Bei Humor hört der Spaß auf.

Wenn zwei Menschen nicht den gleichen Sinn von Humor haben, stehen sie sich so unversöhnlich gegenĂŒber wie Menschen, die an unterschiedliche Götter glauben. So wie Fundamentalisten einander vorwerfen, nicht an den richtigen Gott zu glauben, werfen sich Menschen mit unterschiedlichen Humorvorstellungen vor, einen schlechten oder gleich gar keinen Humor zu haben. Humor und Religionen sind wie FĂŒrze: Man glaubt, nur die der Anderen stinken.

Es gibt Menschen, die haben Humor und Ironie und dann gibt es jene, die bevorzugen den Spott mit Gesinnungsgarantie. Sie verlangen nach dem Scherzkeks, der ein Feindbild zum Auslachen erwĂ€hlt. Sie wollen eine Horde sein und gemeinsam schenkelklopfend auslachen. Sie brauchen ein Feindbild. FĂŒr sie ist das Lachen ein ZĂ€hnezeigen. Sie wollen mit ihren Witzen vernichten. Nicht selten findet sich diese Form des vernichtenden Spotts im Karneval und Kabarett.

Mitlachen statt Auslachen ist die Kunst.

Alle Menschen haben Meinungen, das ist nichts besonderes, aber nicht alle haben ein feines GespĂŒr fĂŒr Humor oder ein ausgeprĂ€gtes Gehör fĂŒr Harmonie. Alle Menschen haben Überzeugungen, aber nicht alle sind Komponisten oder Humoristen. Wenn ich wĂ€hlen muss zwischen Ideologie und Witz, wĂ€hle ich den Witz, denn eine Überzeugung hat jeder, Sinn fĂŒr Humor jedoch nicht. Das gilt fĂŒr jeden kunstschaffenden Menschen: Mach, was Dich besonders macht. Eine Meinung hat jeder. Das macht auch Dich nicht besonders. Deine Kunst macht Dich besonders!

Es gibt Komiker, die zeigen mit dem Finger auf andere und es gibt Komiker, die zeigen mit dem Finger auf sich.

Jeder Mensch gibt Grund zu lachen, denn Menschen haben Ideologien, Religionen und Überzeugungen und die sind immer auch saukomisch. Es ist absolut berechtigt, darĂŒber Witze zu machen! Wenn jemand glaubt, ich beleidigte ihn, nur weil ich ĂŒber den Koran, das Evangelium, ein Manifest, Marx, Mohammed oder Jesus lache, dann soll er sich beleidigt fĂŒhlen. Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich Witze ĂŒber seinen Glauben mache, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Ideen!

Lachen ist keine freiwillige Sache.

Ein Mensch hört nicht einen Witz, sortiert ihn in seine Schubladen ein und entscheidet dann, ob er lacht. Wenn ein Witz gut ist, muss man lachen. Man kann gar nicht anders. Die Frage „Darf man darĂŒber lachen?“ ist daher absurd. Man lacht, weil man lachen muss! Man kann sich hinterher zwar schĂ€men, gelacht zu haben, so wie man sich schĂ€mt, in aller Öffentlichkeit eine Erektion bekommen zu haben, aber die Scham hilft nicht weiter. Das Lachen lĂ€sst sich nicht unterdrĂŒcken. Man kann höchstens hinterher lĂŒgen und sagen, man habe das ĂŒberhaupt nicht komisch gefunden, so wie manche ihre SexualitĂ€t verleugnen.

Das Lachen ist vom Willen entkoppelt wie die Lust.

Wenn jemand einen Witz macht, ĂŒber den man nicht lachen kann, dann lohnt es sich, die Ohren zu öffnen. Wenn nĂ€mlich andere lachen, dann wird es deren erogenen Lachmuskeln offenkundig stimuliert haben. Welches Recht haben wir, diesen Menschen das Lachen zu verbieten? Der Humor der Anderern ist keine krankhafte Perversion. Man muss den Humor nicht teilen, aber fĂŒr jede humoristische Spielart gibt es eine Zielgruppe.

Lachen ist Urlaub vom Leid. Lachen hilft, mit Dingen fertig zu werden und nicht zu verzweifeln.

Ein Comedian sucht nicht nach der universellen Wahrheit, sondern nach dem einzigartigen Lacher. Diese Suche ist stets auch ein Tanz am Abgrund des guten Geschmacks und jeder Comedian stolpert mal oder fliegt gehörig auf die Schnauze. Humor lebt von wilden Gedanken, von GrenzĂŒberschreitung und Unangepasstheit. Wer auf einer BĂŒhne ist und fĂŒr den Witz steht, betreibt Hochleistungssport. Die BĂŒhne ist stets Ausnahmezustand.

Dem Humor freien Lauf zu lassen, ermöglicht dem GegenĂŒber einen tiefen Blick in die eigene Seele, vor allem in die unbewussten Flecken dieser Seele und jede Seele hat Flecken. Schon oft habe ich mich durch mein Lachen verraten.

Der Witz ist ein VerrÀter!

Darum gehört der Witz auch zu den ersten Dingen, die Diktaturen verbieten.

Lachen ist gefÀhrlich!

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Ein radikales PlĂ€doyer fĂŒr Meinungsfreiheit

„Ich mag verdammen, was Du sagst, aber ich werde mein Leben dafĂŒr einsetzen, dass Du es sagen darfst.“

Dieser Satz wird oft fĂ€lschlicherweise Voltaire zugeschrieben. Er stammt jedoch von Evelyn Beatrice Hall (1868 – 1956). Sie war eine englische Schriftstellerin und verwendete den Satz in ihrer im Jahr 1903 erschienen Biografie „The Life of Voltaire“ als Illustration der Philosophie von Voltaire! Die Behauptung, der Satz stamme von Voltaire, ist somit falsch, aber durch die Meinungsfreiheit geschĂŒtzt!

Oft höre ich, Meinungsfreiheit schließe keine Hassreden und Falschaussagen ein, aber genau das tut sie. Es ist die exakte Definition von Meinungsfreiheit, dass auch falsche Meinungen geĂ€ußert werden dĂŒrfen!

Es gibt kein Zuviel an Meinungsfreiheit. Entweder gibt es Meinungsfreiheit oder es gibt sie nicht. So einfach ist das!

Es gibt jedoch ein Zuviel an Angst und ein Zuviel an Beleidigtsein. Gegen Meinungen, die schmerzen, mögen sie nun schmerzen, weil sie wahr sind oder weil sie unwahr sind, hilft nur die Gegenrede als zivilisierte Form der Verteidigung.

Eine Beleidigung, die in die Richtung eines Menschen gefeuert wird, beleidigt den Menschen nur, wenn er die Beleidigung in seinem Kopf annimmt. Eine Faust oder eine Kugel jedoch, die in die Richtung eines Menschen abgefeuert wird, verletzt oder durchlöchert den Kopf unabhÀngig von der Haltung des Menschen. Wer eine Beleidigung nicht hört, lebt. Wer eine Kugel nicht hört, stirbt. Das ist der Unterschied!

Wer glaubt, ein Mensch sei eine Gefahr, weil er spricht, glaubt auch, eine Frau sei eine Gefahr, wenn sie ohne Verschleierung aus dem Haus geht.

Die Zensur ist fĂŒr die Redefreiheit das, was der Schleier fĂŒr die Rechte der Frau ist. Jede Frau darf selbst entscheiden, ob sie einen Schleier tragen möchte, so wie jeder Mensch selbst entscheiden darf, ob und zu was er oder sie schweigen will. Es darf keinen Zwang geben, weder fĂŒr den Schleier noch fĂŒr den Mantel des Schweigens!

Meinungsfreiheit gilt auch fĂŒr die Hassrede! Sonst mĂŒsste der Koran schon lĂ€ngst verboten worden sein, denn da stehen einige deutliche Aufrufe zur Gewalt drin.

Stellen Sie sich einfach mal vor, Sie sehen in eine Kneipe einen Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie wĂŒrden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trĂŒge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten wĂ€re. Sie wĂŒrden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen und er wĂŒrde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrĂŒĂŸen, weil das unter Hassrede fĂ€llt. Sie wĂŒrden ein wenig plaudern, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das GesprĂ€ch auf ein Thema fĂ€llt, bei dem Sie plötzlich merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spĂ€t. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben. Alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes und des Sagens von „Heil Hitler“ Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist.

Ich möchte wissen, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet!

Meinungsfreiheit ist ein prĂ€ventiver Schutzmechanismus. Nur durch die Artikulation der Gedanken lerne ich das Innere eines Menschen kennen und kann so rechtzeitig entscheiden, ob ich mich vor ihm schĂŒtzen sollte oder von ihm lernen kann. Meinungsfreiheit nutzt dem Gehassten immer mehr als dem Hassenden!

Wenn es Leuten schlecht geht, flĂŒchten sie. Manche flĂŒchten in andere LĂ€nder, andere flĂŒchten in Ideologien. Einige LĂ€nder und Ideologien sind gut, andere weniger. Wer das Äußern einer Meinung verbietet, sorgt lediglich dafĂŒr, dass die Meinung nur noch gedacht wird! Aber nur weil ich jemanden nicht mehr höre, heißt das nicht, dass er die Sache nicht mehr denkt. Die Meinung wird lediglich erst sichtbar, wenn sie sich zu einer Handlung entwickelt hat. Dann aber ist es oft zu spĂ€t!

Andere Meinungen ausklammern ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die HĂ€nde vor die Augen hĂ€lt und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man wĂŒrde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie BĂŒcher zu verbrennen!

Es gibt Menschen, die sind so frei von jedem Zweifel und so sicher, auf der richtigen Seite des Lebens zu stehen, dass sie Gewalt rechtfertigen oder billigend in Kauf nehmen, um ihre Gewissheit zu manifestieren. Jeder Mensch lÀuft Gefahr, in das Schussfeld dieser Selbstgerechtigkeit zu geraten.

„Wehret den AnfĂ€ngen“ brĂŒllen diese gerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die AnfĂ€nge einer Zukunft, die sie aus ihrer Angst konstruieren. Aus Angst nehmen sie andere Menschen als Geisel ihrer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitĂ€ren Denkens, die Gewalt ĂŒber Gedanken als PrĂ€ventivschlag ermöglicht.

Das Verbieten von Meinungen ist stets ein PrĂ€ventivschlag! Kann so ein PrĂ€ventivschlag gerechtfertigt sein? Bei der Verleihung des Böll-Preises sagte Herta MĂŒller einst:

„Wenn Hassparolen spazieren gehen, dann geht auch irgendwann ein Messer spazieren.“

Wer mit diesem Satz Meinungen verbieten möchte, muss auch fĂŒr ein Verbot des Korans plĂ€dieren, denn unzĂ€hlige Terroristen sind mit den Parolen des Korans spazieren gegangen, bevor sie zum Messer griffen.

Messer gehen jedoch nicht spazieren, weil vorher Parolen spazierten, sondern weil jene, die die Parolen grölen, die Messer bereits in ihren Hosen haben, um sie in genau dem Moment herauszuholen, da sie in der Lage sind, die Parolen der Anderen zum Schweigen zu bringen! Und die Menschen gleich mit. Das Problem ist nicht die Meinungsfreiheit, sondern der Wille der Hassenden, die Meinungsfreiheit mit Gewalt abzuschaffen. Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht mehr gesprochen werden.

Aus Worten werden Taten. Das stimmt. Aber Worte mĂŒssen nicht gesprochen werden, um zu Taten zu werden. Es reicht, wenn sie gedacht werden. Daher bringt es gar nichts, Taten dadurch verhindern zu wollen, dass man die Artikulation der Worte verbietet. Das Gegenteil ist sogar der Fall. Wer die Artikulation von gewissen Worten verbietet, verhindert dadurch nicht, dass die Worte zu Taten werden. Er verhindert jedoch, dass die Tat rechtzeitig erkannt und gebannt werden kann.

Nur wer die brutalen Gedanken hört, kann sich wehren. Das Verbieten von Worten bringt rein gar nichts! Der Mensch, der in den Augen eines anderen Menschen ein Schwein ist, bleibt fĂŒr ihn ein Schwein, auch wenn er es nicht mehr sagen darf und auch das Messer in der Hose verschwindet nicht, wenn einem der Mund verboten wird!

Worte können zu Taten werden. Gerade deshalb mĂŒssen die Worte artikuliert werden dĂŒrfen.

Das Problem in der Zeit des Nationalsozialismus war nicht, dass „Der StĂŒrmer“ zu erwerben war, sondern die Tatsache, dass sich die Nationalsozialisten zunĂ€chst die persönliche und spĂ€ter auch die staatliche Gewalt nahmen, andere Meinungen und Zeitungen zu verbieten, die ohne Probleme die Ideologie der NSDAP hĂ€tten entlarven können.

Die Nationalsozialisten nutzen nicht die Meinungsfreiheit, um das Messer zu ziehen, sondern sie zogen die Messer, um die Meinungsfreiheit zu attackieren!

Nichts fĂŒrchten jene, die Unrecht haben, mehr als die Meinungsfreiheit! Darum erklĂ€rten auch die Nationalsozialisten in ihrem 25-Punkte-Program unter Punkt 23:

„Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische LĂŒge und ihre Verbreitung durch die Presse. Um die Schaffung einer deutschen Presse zu ermöglichen, fordern wir, Zeitungen, die gegen das Gemeinwohl verstoßen, sind zu verbieten. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen eine Kunst- und Literaturrichtung, die einen zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben ausĂŒbt und die Schließung von Veranstaltungen, die gegen vorstehende Forderungen verstoßen.“

Aufgrund des „Gemeinwohls“, Meinungen kriminalisieren, Veranstaltungen schließen, BĂŒcher verbieten und Zeitungen abschaffen. Das ist die Gedankenwelt der Nazis. Sie lĂ€sst sich so zusammenfassen: „Wenn die LĂŒge spazieren geht, geht irgendwann auch die Zersetzung spazieren.“

Da trinke ich lieber englischen Tee mit Evelyn Beatrice Hall als diesen deutschen Muckefuck.

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Ich hatte nicht immer diese radikale Haltung zur Meinungsfreiheit. Die Haltung kam mit der Erfahrung. Wenn Sie mein persönlicher Weg zur radikalen Meinungsfreiheit interessiert, lesen Sie auch: „Der Artikel 5 Club“

(Foto: Maxi Gstettenbauer)

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Spleen mit Gerd Buurmann

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Ein Hoch auf das GG mit G wie Giraffe!

Am 23. Mai 1949 trat das Grundgesetz (GG) in Kraft. Tapfer im Nirgendwo feiert den Tag, die Verfassung und die Giraffen.

Warum die Giraffen? Ganz einfach:

Im Bonner Naturkundemuseum Koenig begann nach dem Zweiten Wektkrieg die Arbeit an der Verfassung fĂŒr die kĂŒnftige Bundesrepublik. Ein Großteil der im Museum ausgestellten ausgestopften Tiere konnten ausgerĂ€umt werden. Nur die Giraffen waren zu groß. Daher blieben sie einfach stehen. Im Schatten dieser Giraffen wurde das Grundgesetz verfasst. Es sind die Bundesgiraffen:

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„Man muss Israel kritisieren“

„Man kann Israel kritisieren.“ Wer das sagt, ist kein Antisemit.

„Man darf Israel kritisieren.“ Wer das sagt, ist auch kein Antisemit.

„Man sollte Israel kritisieren.“ Wer das sagt, muss kein Antisemit sein.

„Man muss Israel kritisieren.“ Wer das sagt, ist ein Antisemit.

Wer glaubt, Israel mĂŒsse kritisiert werden, handelt pathologisch. Israel kann, darf und soll genauso kritisiert werden, wie jedes andere Land auch. Israel muss aber nicht kritisiert werden. Das kleine Land Israel darf einem so egal sein wie Costa Rica, Slowenien oder die ElfenbeinkĂŒste.

Stellen Sie sich eine Geiselnahme vor, bei der schon einige Geiseln erschossen wurden. Unter den vielen noch lebenden Geiseln ist jemand, der einen Strafzettel nicht bezahlt hat, eine andere Person hat Steuern hinterzogen hat und ein Mensch hat sogar eine Straftat begangen. Was wĂŒrden Sie denken, wenn die gerufene Polizei erklĂ€ren wĂŒrde, auf beiden Seiten der Geiselnahme seien Verbrecher, sowohl auf der Seite der Geiseln, als auch auf der Seite der Geiselnehmer? Was wĂŒrden Sie sagen, wenn Politiker beide Seiten dazu aufrufen wĂŒrden, besonnen zu handeln und alles dafĂŒr zu tun, dass die Situation nicht eskaliert? Was wĂŒrden Sie davon halten, wenn Medien einen Versuch der Geiseln, sich zu befreien, als ein „Öl ins Feuer gießen“ und ein „Drehen an der Gewaltspirale“ kritisieren wĂŒrden?

Zu verlangen, man mĂŒsse Israel kritisieren, bedeutet zu verlangen, einen Menschen kritisieren zu mĂŒssen, der mit dem Tod bedroht wird.

Die GrĂŒndugscharta der Hamas fordert in Artikel 7 die Vernichtung des gesamten jĂŒdischen Volkes weltweit und erklĂ€rt in Artikel 13 den ewigen Krieg gegen Israel bis zu der totalen Vernichtung. Auch bei Jahrestagen der Fatah wird die Vernichtung des gesamten jĂŒdischen Volkes gepredigt, wĂ€hrend Abbas regelmĂ€ĂŸig Judenmörder zu „heldenhaften MĂ€rtyrern“. Diese Terroristen hassen an Juden, dass sie leben, dass es sie gibt.

Das Einzige, was diese Juden tun können, um zur Deeskalation beizutragen, ist schlicht und ergreifend, nicht mehr zu existieren.

NatĂŒrlich eskaliert der Konflikt im Nahen Osten. Aber das liegt daran, dass sich Juden seit 1948 als Soldaten eines eigenen Landes gegen die Vernichtung wehren können. Aufgrund dieser Möglichkeit der militĂ€rischen Verteidigung eskaliert die Auseinandersetzung. Eine Situation eskaliert immer erst dann fĂŒr beide Seiten eskaliert, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden. Deeskalieren heißt fĂŒr Israel, aufhören, sich zu verteidigen.

Solange ein Mörder eine Knarre an den Kopf einer Geisel hĂ€lt, kritisiere ich nicht die Geisel, egal, was sie getan hat. Wer möchte, dass die Geisel kritisiert werden soll, muss erst einmal fĂŒr ihre Sicherheit sorgen und dafĂŒr, dass die geladene Pistole von ihrem Kopf verschwindet.

Wer möchte, dass Israel kritisiert wird, muss erst mal dafĂŒr sorgen, dass die Vernichtungsdrohungen aufhören und vor allem die immer wieder daraus resultierenden Angriffe, AnschlĂ€ge, Bombardements und Morde.

Es gibt auch Menschen, die hatten im Jahre 1944 das BedĂŒrfnis, die AufstĂ€ndischen im Warschauer Ghetto kritisieren zu mĂŒssen.

Man muss Israel nicht kritisieren. Alle wissen, das Israel Fehler macht. Israel möchte den Krieg mit seinen Nachbarn nicht. Israel wÀre lieber von Freunden umringt als von Feinden umzingelt. Israel möchte keine Kriegstoten. Jedes Kriegsopfer ist ein Opfer zu viel.

Jeder Menschen, der in einen Krieg sein Leben lassen muss, ist ein Fehler. FĂŒr Israel ist es jedoch leider unausweichlich, diese Fehler zu begehen, denn wenn Israel seine Waffen niederlegen wĂŒrde, gĂ€be es am nĂ€chsten Morgen kein Israel mehr. Ein Israel ohne Fehler ist ein totes Israel. Sollte jedoch die Hamas ihre Waffen niederlegen, wĂ€re am nĂ€chsten Morgen Frieden.

Die Hamas will den Krieg! Die Hamas möchte so viele Juden wie möglich töten und Israel auslöschen. Es steht so deutlich in der GrĂŒndungscharta der Hamas und die Reden der Minister in Gaza sprechen eine deutliche Sprache der Vernichtung.

Die Hamas feuert regelmĂ€ĂŸig Raketen in Richtung Israel ab und toleriert keinen einzigen Juden im Gazastreifen. Die Region ist „judenrein“. Allein in den letzten sechs Jahren wurden ĂŒber achttausend Raketen und Granaten aus Gaza auf Israel abgefeuert. Alle wurden abgefeuert in dem Wunsch, soviele Juden wie möglich zu töten. Die Hamas feuert immer wieder Raketen in Richtung von israelischen Schulen, KindergĂ€rten, Synagogen, Moscheen, Kirchen und KrankenhĂ€usern ab. Der einzige Grund, warum dieser Bombenhagel nicht zum Völkermord fĂŒhrt, ist der Verteidigungsanlage von Israel geschuldet.

Im Gazastreifen kommen deutlich mehr Menschen um. Das heißt aber nicht, dass Israel bösartiger ist. Die Hamas ist lediglich schwĂ€cher. SchwĂ€che ist jedoch keine moralische Überlegenheit. SchwĂ€che ist gut, wenn es jene trifft, die morden wollen!

Israel versucht, soviele zivile Tote wie möglich zu vermeiden. Das ist jedoch sehr schwer, weil die Hamas ihre Waffen und Raketen in KindergĂ€rten, Moscheen und KrankenhĂ€user lagert und die Zivilbevölkerung ganz bewusst als Schutzschild fĂŒr ihre Waffen missbraucht. Israel nutzt Waffen, um die Bevölkerung zu schĂŒtzen, die Hamas jedoch benutzt Menschen, um ihre Waffen zu schĂŒtzen. Die Hamas wirft ihre Kinder vor Raketen und fesselt das eigene Volk an Bomben. Es ist bemerkenswert, dass Israel bei all diesem Horror den Krieg immer noch so prĂ€zise fĂŒhrt, dass nicht noch viel mehr Menschen dabei sterben. Man zeige mir nur ein Land auf der Welt, dass bei Ă€hnlicher Bedrohung so umsichtig reagiert wie Israel.

Aber keine noch so große Umsicht kann Fehler vermeiden, wenn man den Krieg nicht wĂŒnscht. Die Hamas aber wĂŒnscht den Krieg! Die Hamas macht somit keine Fehler. In der perversen Logik der Hamas machen sie alles richtig. Die Hamas will den Krieg und liebt den Tod!

Israel sieht sich konfrontiert mit dieser Logik, die darauf abziehlt, das jĂŒdische Volk zu vernichten. Israel muss sich daher verteidigen, in einem Krieg, den Israel nicht will. Da kann man nur Fehler machen. Israel macht Fehler!

Ich bin auf der Seite derer, die Fehler machen, weil sie den Krieg nicht wollen und nicht auf der Seite derer, die alles richtig machen, weil sie den Krieg stiften!

Wer jedoch in dieser grausamen RealitĂ€t erklĂ€rt, „Israel muss kritisiert werden“, ist vollkommen ohne Empathie und ein Antisemit, wenn er oder sie das nur ĂŒber den einzigen jĂŒdischen Staat der Welt sagt, nicht aber ĂŒber alle anderen LĂ€nder der Welt.

Kritik an Israel ist nicht judenfeindlich. Eine DÀmonisierung Israels allerdings, die sich darin zeigt, dass man Israel stÀrker kritisieren muss als alle anderen LÀnder der Welt, ist antisemitisch.

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Frohe Christi Himmelfahrt

Tapfer im Nirgendwo wĂŒnscht allen Christinnen und Christen einen gesegneten Aufstieg des Herrn.

Grabeskirche in Jerusalem

Der christliche Glaube besagt, dass an Christi Himmelfahrt Jesus leiblich seinen Platz zu rechten Gottes im Himmel eingenommen hat und somit sein Körper nicht auf Erden geblieben ist. Da stellt sich die Frage: Was ist mit Jesus‘ Vorhaut passiert?

Jesus war Jude. Er wurde am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten, so steht es bei Lukas 2:21 in der Bibel. Den Tag der Beschneidung feiern Christen ĂŒbrigens als Neujahr. Ist die Vorhaut von Jesus mit in den Himmel gekommen?

Die Antwort ist simpel, jedenfalls laut Lehre der Katholischen Kirche. Jesus ist dem katholischen Glauben folgend körperlich und vor allen unversehrt auferstanden. Die Vorhaut ist allerdings unten geblieben. Sie wird von Jesus erst bei seiner zweiten Ankunft abgeholt. So will es der Katholizismus! Da stellt sich gleich die nĂ€chste Frage: Wo ist die Vorhaut jetzt?

Laut katholischer Lehre ist die Vorhaut von Jesu auf Erden geblieben. Im Mittelalter beanspruchten diverse Orte im Besitz der Reliquie der Heiligen Vorhaut zu sein. Unter anderem soll Papst Leo III die Reliquie der heiligen Vorhaut von Karl dem Großen anlĂ€sslich seiner Kaiserkrönung am 25. Dezember 800 geschenkt bekommen haben. Karl der Große wiederum soll die Vorhaut entweder von einem Engel oder von der Kaiserin Irene von Byzanz bekommen haben, die Legende ist da uneins. Jedenfalls wurde sie zusammen mit anderen Reliquien in der Kapelle Sancta Sanctorum im Lateran aufbewahrt.

Der Legende nach soll die Reliquie beim der PlĂŒnderung Roms im Jahr 1527 durch habsburgische Landsknechte und spanische und italienische Söldner durch einen habsburgischen Söldner gestohlen worden sein, der wiederum auf dem RĂŒckzug nördlich von Rom von Graf Anguillara festgenommen und in der Burg von Calcata festgesetzt wurde. Der Soldat soll die Vorhaut in seiner Zelle versteckt haben, wo sie erst 30 Jahre spĂ€ter wiedergefunden wurde. Sie hat somit nicht mal den MĂ€usen und Ratten geschmeckt!

Seitdem wurde die Vorhaut in der Pfarrkirche des Ortes aufbewahrt. Die heilige Vorhaut wurde dort regelmĂ€ĂŸig bis 1983 bei Prozessionen öffentlich gezeigt. Dann verschwand sie jedoch unter ungeklĂ€rten UmstĂ€nden. Der Versuch des britischen Fernsehjournalisten Miles Kington im Jahr 1997, die heilige Vorhaut zu finden, endete erfolglos. Die Vorhaut hatte sich zurĂŒckgezogen.

Eine weitere Reliquie der heiligen Vorhaut tauchte im Jahr 1112 in Antwerpen auf. Nach einem feierlichen Einzug in die Frauenkirche, wo man eigens eine Kapelle errichtete, sah der Bischof von Cambrai drei Blutstropfen von ihr fallen. Diese Reliquie ging jedoch beim Bildersturm von 1566 verloren.

Katharina von Valois wiederum bat im Jahr 1421 ihren Mann, König Heinrich V. von England, ihr diese Reliquie zu verschaffen, da deren sĂŒĂŸer Duft eine gute Geburt garantieren wĂŒrde. Die Reliquie wurde in der Abteikirche von Coulombs niedergelegt und verschwand dort wĂ€hrend der Französischen Revolution. Auch das Kloster Andechs beanspruchte im Mittelalter, im Besitz der heiligen Vorhaut zu sein. Bei so viel Vorhaut muss der Penis von Jesus enorm groß gewesen sein! So groß, dass Leo Allatius, ein griechische Gelehrte und Kurator der Vatikanischen Bibliothek in seinem â€žVortrag ĂŒber die Vorhaut unseres Herrn Jesus Christus“ aus dem 17. Jahrhundert schließlich spekulierte, dass die Heilige Vorhaut ins Weltall empor gestiegen und sich dort in einen der Saturnringe verwandelt haben soll.

Ob nun beim Saturn oder auf Erden, die Vorhaut ist laut katholischem Glauben noch im Diesseits. Deshalb ist es auch katholischer Fakt, dass die Vorhaut nicht in der Hostie ist! Die katholische Lehre von der Transsubstantion (Wandlung) besagt, dass sich im Moment der Eucharistie die Hostie und der Wein in Jesu Fleisch und Blut verwandelt und zwar nicht nur symbolisch, sondern â€ždem Wesen nach“ und â€žin seinen Elementen“. So steht es im Katechismus der Katholischen Kirche, bestĂ€tigt im Jahre 1992 von Papst Johannes Paul II, dem Stellvertreter des Mannes, ĂŒber dessen Blut und Fleisch es hier gerade geht.

„Wer leugnet, dass im Sakrament der heiligsten Eucharistie wahrhaft, wirklich und wesentlich der Leib und das Blut zugleich mit der Seele und der Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und folglich der ganze Christus enthalten ist, und behauptet, er sei in ihm nur wie im Zeichen, im Bild oder in der Wirksamkeit, der sei ausgeschlossen.“ [Konzil zu Trient, in Neuner-Roos: Der Glaube der Kirche, Nr. 577. Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1374]

Nur wer wahrhaft glaubt, bei der Kommunion das Fleisch eines auferstandenen Juden zu essen, ist ein wahrer Katholik im Sinne des Katechismus der Katholischen Kirche. Da wundert es mich nicht, dass im Mittelalter so viele Christen geglaubt haben, Juden wĂŒrden ihr Mazzebrot mit christlichem Blut zubereiten. Sie haben offenkundig von sich auf andere geschlossen.

Was macht eigentlich ein katholischer Vegetarier? Kann er ĂŒberhaupt das Heil des Leibes Christi empfangen oder gibt es fĂŒr ihn einen Tofu-Jesus oder einen GemĂŒse-Christus geben? Was machen die Katholiken, wenn die GrĂŒnen einen Vegetariertag verbindlich machen und ihn auf einen Sonntag legen?

„Durch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung (Transsubstantion) genannt.“ [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1376.]

Die Katholische Kirche haut zweitausend Jahre altes Fleisch raus! Wenn das kein Gammelfleischskandal ist. Jede Dönerbude wird fĂŒr weniger dicht gemacht! Zudem bietet die katholische Kirche Wein aus dem Jahre 33 a.D. an. Hat die Kirche eigentlich eine Schankgenehmigung?

Bis heute mĂŒssen Hostien kein Verfallsdatum haben, und dass obwohl jedes Produkt, das in der EuropĂ€ischen Union zum Verzehr ausgehĂ€ndigt wird, laut Europagesetz ein Verfallsdatum angeben und hygienisch rein verpackt sein muss, sogar Salz. SALZ! Jahrmillionen liegt Salz in irgendwelchen Bergen herum, aber kaum ist es in einem Pappkarton fordert die EuropĂ€ische Union: â€žMindestens haltbar bis zum 
“

Eigentlich mĂŒsste jede Hostie separat in Folie eingepackt und mit einem Verfallsdatum versehen werde. Genau dies fordert jĂŒngst auch die EU-Kommissarin Emma Bonino, aber nachgekommen wurde ihre Forderung nicht.

Warum nutzt die katholische Kirche nicht die moderne Wissenschaft, um die zweite Ankunft des Herrn zu beschleunigen? Wenn sich wĂ€hrend der Transsubstantion der Wein in Jesus Blut verwandelt und zwar seinem Wesen und seinen Elementen nach, warum entnehmen die Katholiken nicht einfach einen Tropfen, entschlĂŒsseln die DNA und klonen einfach die zweite Ankunft des Herrn? Dann bekommt Jesus auch endlich seine Vorhaut wieder!

Dass die Vorhaut keine Zutat der Hostie ist, wusste im 13. Jahrhundert ein BauernmĂ€dchen aus Plambach jedoch nicht. Ihr Name war Agnes Blannbekin. Sie behauptete, beim Kosten der Eucharistie das Empfinden von Christi Vorhaut in ihrem Munde verspĂŒrt zu haben. Die diesbezĂŒglichen Aufzeichnungen ihres Seelsorgers wurden im Jahr 1731 von dem Benediktiner Bernhard Pez veröffentlicht, aber auf Betreiben der Jesuiten schnell wieder eingezogen, weil die Vorhaut nicht in der Hostie ist! Die Mönche entschieden sich dafĂŒr, dass Hostien nicht nach Vorhaut schmecken und wer, wenn nicht Mönche, mĂŒssen das wissen?

In diesem Sinne: Eine frohe und gesegnete Christi Himmelfahrt!

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Das Verbrennen von Landesflaggen ist in Deutschland verboten

Bisher war es in Deutschland laut §90a StGB lediglich verboten, die Flagge der Bundesrepublik Deutschland und die Flaggen der BundeslÀnder zu verbrennen. Der Bundestag hat am 14. Mai 2020 ein Gesetz beschlossen, das auch das öffentliche Verbrennen der Flagge der EuropÀischen Union und der Flagge eines auslÀndischen Staates unter Strafe stellt. Es drohen bis zu drei Jahre GefÀngnis.

So sehr ich das Verbrennen von Flaggen der Staaten, die ich schĂ€tze und ehre, verurteile, so falsch finde ich dieses Gesetz. Ich lebe lieber in einem Land, in dem die Nationalflagge verbrannt werden darf, aber es kaum jemand macht, als in einem Land, in dem sich die Menschen danach sehnen, die Flagge zu verbrennen, es aber nicht dĂŒrfen.

Dass dieses Gesetz problematisch ist, erkennt man schon daran, dass es zwar nun verboten ist, die Fahnen all jener Staaten zu verbrennen, in denen HomosexualitÀt mit dem Tod bestraft wird, das Verbrennen der Regenbogenfahne ist allerdings weiterhin erlaubt.

Ein Mensch, der eine Fahne verbrennt, kann, darf und sollte in gewissen FĂ€llen kritisiert werden. Manchmal aber kann ich das Verbrennen von Fahnen auch verstehen. Ein Mensch, der 1936 die Fahne des Deutschen Reichs verbrannt hat, wird manch einen guten Grund gehabt haben.

Mit dem neuen Gesetzt kriminalisiert Deutschland einen Homosexuellen, der aus Protest die Fahne eines Landes verbrennt, in dem sein Liebhaber ermordet wurde, aber verteidigt das Recht auf Meinungsfreiheit fĂŒr jeden Fundamentalisten, der öffentlich die Schwulenfahne verbrennt.

Es gibt Staaten, die treiben Unfug und es gibt Staaten, die begehen Verbrechen an der Menschlichkeit. Wenn Staaten Armeen halten, um Menschen zu töten, sollte es Menschen erlaubt sein, in ihren Armen Feuer zu haben, um die Fahnen der Staaten zu verbrennen.

Die Amerikanische Verfassung garantiert mit dem ersten Verfassungszusatz das Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung und darunter fĂ€llt nach einem Urteil des Obersten Gerichts ausdrĂŒcklich auch die Verbrennung von Fahnen. Weder das Verbrennen der Amerikanischen Flagge noch das Verbrennen der Verfassung ist in den USA verboten.

Wenn in Deutschland die amerikanische Fahne verbrannt wird, dann ist das ein Zeichen absoluter Dummheit, da wir die Freiheit, in der wir heute leben, den USA zu verdanken haben. Dummheit kann aber nicht dadurch verhindert werden, dass wir unvernĂŒnftigen Leuten untersagen, in ihrer Dummheit nichts Besseres zu erfinden, als Fahnen zu verbrennen. Meinungsfreiheit gilt auch fĂŒr Menschen mit dummen Gedanken und schlechten GeschmĂ€ckern.

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, erklĂ€rt zum Hintergrund der Neuregelung: „In Deutschland dĂŒrfen keine israelischen Flaggen brennen.“

Ich kann den Herrn von der SPD sehr gut verstehen. Auch mich schmerzt es, wenn auf deutschem Boden die Israelfahne mit dem wunderbaren Stern verbrannt wird. Als Anlass fĂŒr die beschlossene Ausweitung auf alle Staatsflaggen gelten judenfeindliche VorfĂ€lle aus den letzten Jahren, als zum Beispiel Demonstranten in Berlin israelische Flaggen verbrannt hatten.

Warum tut sich der Bundestag so schwer, Akte der judenfeindlichen Gewalt direkt zu bekÀmpfen? Warum soll aufgrund judenfeindlicher Gewalt in Gestalt von Israelhass nun auch das Verbrennen von Staatsflaggen verboten werden, in denen die Vernichtung Israels zur Staatsdoktrin gehört?

Was immer sich der deutsche Bundestag dabei gedacht hat, folgende Auswirkung ist von den Abgeordneten gewiss nicht bedacht worden: Das neue Gesetzt verbietet zwar das Verbrennen der Flagge Israels, nicht aber das Verbrennen der Flagge PalĂ€stinas, da es sich bei PalĂ€stina nicht um einen Staat handelt. Wenn das mal nicht der Freund des ehemaligen Außenministers Sigmar Gabriel erfĂ€hrt. Sein Name ist Mahmud Abbas.

Auch das Verbrennen der Fahne Tibets ist weiterhin gestattet. Wer jedoch Chinas Flagge verbrennt, macht sich strafbar.

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Bayerischer Rundfunk kritisiert Corona-Paranoia

„Wer die Apokalypse zur Basis seines Denkens macht, der schlĂ€gt Maßnahmen zu deren Verwirklichung vor.“

Dies erklĂ€rt Christoph SĂŒĂŸ in der Sendung „quer“ vom Bayerischer Rundfunk. Über die Maßnahmen zur EindĂ€mmung des Coranavirus sagt er:

„Kein Verkehr mehr, Flugzeuge bleiben am Boden, ZĂŒge fahren nicht, quasi Generalstreik, die Wirtschaft erlahmt, Krise“ und schon habe man „genau das, was man draußen halten will: das Desaster. NatĂŒrlich beteiligt sich auch der Asthmaanfall fĂŒr Deutschland, kurz AfD, an der Paranoiaproduktion und rechte YouTuber kriegen sich vor lauter Endzeitpsychosen gar nicht mehr ein.“

Quer erklĂ€rt: Wer behauptet, der Coronavirus sei so gefĂ€hrlich, dass Grenzen geschlossen, der Verkehr eingeschrĂ€nkt und manche Berufe eingestellt werden mĂŒssen, sei ein rechter Verschwörungstheoretiker in Paranoiaproduktion mit Endzeitpychose.

FĂŒr alle, die sich nun wundern, weil diese Maßnahmen bundesweit von der CDU und SPD und in den LĂ€ndern von GrĂŒnen, der Partei Die Linke und von der FDP durchgesetzt wurden, sei gesagt, dass die Sendung am 30. Januar 2020 ausgestrahlt wurde, also ein paar Wochen vor dem Lockdown.

Schon ein paar Monate spĂ€ter ist dieser Beitrag sehr schlecht gealtert. Heute nĂ€mlich gelten jene, die das sagen, was Christoph SĂŒĂŸ noch vor ein paar Wochen gesagt hat, als rechte Verschwörungstheoretiker. Ist Christoph SĂŒĂŸ somit ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene? Hat am 30. Januar 2020 ein Verschwörungstheoretiker fĂŒr einen öffentlich-rechtlichen Sender moderiert?

Ich möchte mal etwas vorschlagen: Wir nehmen einfach mal alle wirklich Abstand!

Wir sollten Abstand davon nehmen, uns stĂ€ndig gegenseitig vorzuwerfen, unsachliche Irre mit Psychosen und bösen Absichten zu sein, nur weil wir unterschiedliche Sichtweisen im Umgang mit dem Virus haben. Ob wir die momentane Politik nun unterstĂŒtzen, beklagen oder kritisieren, wir sollten aufhören, krampfhaft nach rechtsextremen oder linksextremen Spinnern zu suchen, die Ă€hnliche Worte formulieren, nur um dann die andere Meinung in diese Ecke zu stellen und somit den Menschen, dessen Meinung wir nicht teilen, persönlich zu diskreditieren.

Wir allen schwimmen im unklaren GewĂ€sser. Niemand weiß wirklich, was gerade richtig und geboten ist. Dennoch fĂ€llen wir in dieser Zeit der Ungewissheit fĂŒr alle einschneidende Entscheidungen. Es gibt Expertinnen und Experten, aber immer nur in Teilbereichen. Ein Virologe ist kein Ökonom und eine Chaosforscherin ist keine Juristin. Niemand sieht das ganze Bild, geschweige denn vermag es, alles zu verstehen.

Gerade werden die massivsten EinschrĂ€nkungen der Grundrechte seit 1949 in Westdeutschland und seit 1990 im vereinigten Deutschland exekutiert. Diese Maßnahmen werden auf der Basis von Vermutungen und Prognosen durchgefĂŒhrt. Der Zweifel bleibt.

NatĂŒrlich ist eine solche Situation nicht leicht zu ertragen. Es ist verstĂ€ndlich, dass man versucht, auf andere Menschen herab zu schauen, wenn man ahnt oder weiß, dass man selbst nicht auf einem hohen moralischen Plateau steht und dennoch handeln muss. DafĂŒr muss man aber nicht seine politischen Gegner in den Dreck treten, nur um ein wenig erhabener zu wirken.

Verschwörungstheoretiker hat es immer gegeben. Schon vor Corona habe ich mich mit Leuten auseinander gesetzt, die erklÀren, die AnschlÀge vom 11. September 2001 seien eine Verschwörung oder die an die magische Kraft von Globuli glauben. Einige meiner besten Freunde sind religiös. Es ist sehr leicht, sie als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren, denn was anderes ist Gott, wenn nicht eine absolute Verschwörung, der wir alle ausgeliefert sind?

Statt diese Menschen zu diffamieren, habe ich mich entweder mit ihnen auseinandergesetzt, wenn ich sie mochte, sie ignoriert, wenn sie mir egal waren oder sie kritisiert, wenn ich sie nicht ignorieren konnte. Manchmal habe ich sogar etwas von ihnen gelernt. Sogar das berĂŒhmte blinde Huhn findet mal ein Korn und die Wahrheit bleibt die Wahrheit, auch wenn ein Affe sie formuliert.

Verschwörungstheoretiker gab es immer. Warum also werden sie ausgerechnet jetzt in den Fokus gerĂŒckt?

Mich interessiert viel weniger, wie Verschwörungstheoretiker ticken, sondern viel mehr, warum gerade alle ĂŒber sie reden. Ich vermute, es liegt daran, dass jene, die gerade Verschwörungstheoretiker in den Fokus stellen, ganz so, als habe es sie vorher nicht gegeben oder als hĂ€tte sich die Anzahl dieser Individuen auf magische Weiss in den letzten Tagen vervielfacht, alle selbst sehr unsicher sind und daher neidisch sind auf jene, die fest davon ĂŒberzeugt sind, eine Antwort zu haben. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass sie es nicht ertragen, selber keine bis wenig Ahnung haben, dennoch Entscheidungen fĂ€llen und mit den Konsequenzen leben mĂŒssen und daher (vermeintlich) dumme Menschen brauchen, auf die sie herunter blicken können, um sich selbst etwas erhabener zu fĂŒhlen.

Wer sich selbst nicht sicher ist, braucht die Kranken, Dummen, Irren und Wahnsinnigen, um sich selbst als normal zu fĂŒhlen.

Dabei sind es in der Geschichte des Widerstands oft die Irren, Wahnsinnig und Kriminellen, die den Mut hatten, gegen ein unterdrĂŒckendes Regime aufzubegehren, da sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung sowieso mit der herrschenden Situation im Konflikt standen.

Ich mache mir daher keine Sorgen, wenn wahnsinnige Menschen von einer Verschwörung phantasieren, in der ein paar MilliardĂ€re angeblich versuchen, Computerchips in die Menschen zu pflanzen, um so die Welt zu unterwerfen. Ich mache mir aber Sorgen, wenn diese Irren die Einzigen sind, die neben all dem wahnsinnigen Unfug, den sie von sich geben, das wahre Korn finden und ansprechen. Ich mache mir Sorgen, wenn jede berechtige Kritik in die Ecke des Wahns gerĂŒckt wird.

Sachlichkeit bedeutet, sich nicht auf die Unsachlichkeit des GegenĂŒbers zu stĂŒrzen, sondern den sachlichen Kern in jeder Aussage zu extrahieren, um sich, im selbstkritischen Bewusstsein einer gewissen Unsachlichkeit im eigenen Denken, auf die Sache zu fokussieren, die von beiden Seiten als wahr erkannt werden kann.

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