Der Nathan-Komplex als Online-Vortrag

Dem Corona-Virus zum Trotz gibt es meinen Vortrag „Der Nathan-Komplex“ nun auch online. NĂ€chster Termin: Montag, 15. Februar 2021 um 19 Uhr.

Sie sitzen sicher daheim und können live meinem Vortrag folgen, Fragen stellen und in ein GesprÀch eintauchen. Sollten Sie dem Vortrag folgen wollen, klicken Sie einfach auf diesen Link:

https://us02web.zoom.us/j/88495071759?pwd=QXBzWSs3SkVoZVZzd3NaV0luaXRZdz09

Der „Nathan-Komplex“ handelt von der zweitausend Jahre alten Kulturgeschichte der christlich-jĂŒdischen Beziehung und durchleuchtet dabei besonders drei jĂŒdische Figuren, die das Abendland geprĂ€gt haben: Jesus, Shylock und Nathan.

„Mit Humor und viel EinfĂŒhlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schĂ€tzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Abraham Lehrer, VizeprĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

„Buurmann ist ein scharfsinniger Beobachter des Homo Politicus. So muss Herzensbildung, so muss Wahrheit sein.“ (Sandra Kreisler, Musikerin und KĂŒnstlerin)

„Rhetorisch gut strukturiert schaffte Gerd Buurmann es, das komplizierte Thema Antisemitismus auf eine so eingĂ€ngige und anschauliche Art und Weise darzulegen, dass man in den Gesichtern seiner Zuhörer förmlich sehen konnte, wie sie von Buurmanns Worten zum Nachdenken angeregt wurden.“
(Marc Neugröschel, Hebrew University, Jerusalem)

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Weitere Termine aufgrund hoher Nachfrage: „Schalom und Alaaf“

Im Jahr 321 wird die JĂŒdische Gemeinde in Köln erstmals schriftlich erwĂ€hnt. Das Jahr 2021 ist somit das JubilĂ€umsjahr 1700 Jahre schriftliche ErwĂ€hnung des Judentums am Rhein.

Gerd Buurmann prĂ€sentiert in diesem JubilĂ€umsjahr eine ganz besondere StadtfĂŒhrung.

Da in Deutschland in den ersten Monaten des Jahres 2021 keine StadtfĂŒhrungen draußen stattfinden dĂŒrfen, geht Gerd Buurmann alleine durch Köln und lĂ€dt Sie ein, ihn via Zoom von Ihrem Wohnzimmer aus zu begleiten, wĂ€hrend er viele spannende Geschichten ĂŒber das jĂŒdische Köln erzĂ€hlt.

„Schalom und Alaaf“
Ein Spaziergang durch das jĂŒdische Köln
mit Gerd Buurmann
am So, 28. Februar 2021 (Purim!) und am So, 14. MĂ€rz 2021 jeweils um 14 Uhr.

Welcher jĂŒdische Komponist aus Köln wird jeden Tag vom Glockenspiel des Kölner Rathausturms gespielt? Welcher jĂŒdische Bankier aus Köln fĂŒhrte im Jahr 1824 den Rosenmontagszug als Prinzessin Venetia an? Welcher jĂŒdische Dichter aus DĂŒsseldorf schrieb ein Gedicht ĂŒber die ewige Baustelle Kölner Dom? Diese und viele weiteren Fragen beantwortet Gerd Buurmann auf seiner humorvollen Reise durch das jĂŒdische Köln. Es gibt viel zu entdecken!

FĂŒr einen Zugang zu der StadtfĂŒhrung schreiben Sie einfach eine SMS an: 016098520957
Oder schreiben Sie eine Mail an: gerdbuurmann@hotmail.de

Sie erhalten dann die Zugangsdaten zu der FĂŒhrung.

Der Eintritt betrÀgt 15,- Euro.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

„Mit Humor und viel EinfĂŒhlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schĂ€tzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Abraham Lehrer, VizeprĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

„Heute Macbeth, morgen Jago, ĂŒbermorgen Kermit, der Frosch. Gerd Buurmann (1976 im Emsland geboren) ist einer der vielseitigsten KĂŒnstler in Köln.“ (Barbro Schuchardt von der Kölnischen Rundschau)

„So kam Wahlkölner und Multitalent Gerd Buurmann auf die Idee, virtuelle Touren im „Zoom“-Format anzubieten. Mit der Kamera besucht er PlĂ€tze des einstigen und heutigen jĂŒdischen Lebens in Köln, und der Zuschauer ist vom heimischen Wohnzimmer aus live dabei. Die Resonanz auf die ersten Termine fiel durchweg positiv aus. Statt einfach trockene Fakten „herunterzubeten“, sind seine Touren Darbietungen im Stil eines Straßentheaters, gleichermaßen unterhaltsam wie informativ.“ (Daniela Abels, Kölnische Rundschau, 30. Januar 2021)

„Gerd Buurmanns FĂŒhrungen sind nicht nur sympathisch, kurzweilig also besonders unterhaltend, sie sind auch reichlich gespickt mit wertvollen Hinweisen geschichtlicher ZusammenhĂ€nge.“ (Martin Fischer, Teilnehmer)

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UnterstĂŒtzen Sie Gerd Buurmann

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, KĂŒnstler, Blogger, Comedian, Schauspieler oder Meinungsmacher unterstĂŒtzen wollen, ĂŒberweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl via PayPal.

Wenn Sie finden, ein Text oder ein Kunstwerk von mir hat sie so wach gemacht wie eine Tasse Kaffee oder so munter wie ein Glas Bier, dann geben Sie gerne 2,- Euro.

NatĂŒrlich können Sie meine Werke auch wie Champagner oder einen edlen Rotwein behandeln, aber zögern Sie nicht, auch einfach mal nur den Preis einer Dose Cola zu ĂŒberweisen. Als Pfand bekommen sie prickelnde Texte zurĂŒck. Versprochen.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

Sollten Sie kein PayPal-Konto besitzen, ĂŒberweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto. Meine Kontodaten erhalten Sie von mir via Mail oder Telefon. Kontaktieren Sie mich einfach:

gerdbuurmann@hotmail.de
016098520957

Alles Liebe
und Danke fĂŒr Ihre UnterstĂŒtzung,
Gerd Buurmann

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Der Heilige Covidius

Eine Ehrerbietung von David Serebrjanik.

Am 31. Februar begeht die christliche Welt den Tag des Heiligen Covidius.

Was? Sie kennen den Heiligen Covidius nicht? Dabei ist er einer der am meisten verehrten Heiligen des christlich-jĂŒdischen Abendlandes. Zumindest heute.

Gelebt hat er irgendwo und irgendwann, die Details sind in diesem Fall unerheblich.

Legende besagt, dass er als junger Mann sich vorgenommen hat, nicht mehr zu atmen. Das Atmen sei, nach seiner Überzeugung, den Menschen vom Satan gegeben worden, damit sie sich mit allen möglichen Seuchen gegenseitig anstecken. Also hörte Covidius auf zu atmen und das gelang ihm, wie durch ein Wunder ganz gut. Nur ein bisschen blass wurde er.

Nach dieser schicksalhaften Entscheidung lebte der Heilige Covidius ein geistig erfĂŒlltes und besinntes Leben. Er starb nach fĂŒnf Minuten im beachtlichen Alter von 19 Jahren. In dieser Zeit verfasste er zahlreiche Schriften, die sich allesamt mit allerlei Seuchen befassten.

Er riet den Menschen, ihren vom Teufel gegebenen Egoismus abzulegen und sich ausschließlich dem Wohl und der Gesundheit der Gemeinschaft zu widmen. Am besten liesse es sich der Gemeinschaft dienen, so der Heilige, wenn man sie von der eigenen nichtigen und gefahrenbringender Existenz befreit. Der Einzelne in seinem grenzenlosen Egoismus, der sich in stĂ€ndiger Suche nach NĂ€he und Kontakt mit anderen Ă€ussert, soll sich zurĂŒckziehen von der Gemeinschaft, soll womöglich ein in sich gekehrtes und isoliertes Leben fĂŒhren. Nur auf diese Weise ist es möglich, alle Gefahren, die der Teufel dem Menschen in den Weg stellt, zu eliminieren und zu vermeiden.

Menschen sollten am besten zu Hause alleine in ihren Zimmern bleiben. Auf keinem Fall sinn- und zwecklos auf die Strasse gehen, wo sie der absoluten Gefahr ausgesetzt sind, anderen Menschen zu begegnen und sich gegenseitig anzustecken. Alle erdenklichen Versammlungen sollten gemieden werden.

Solche von Satan erfundenen Einrichtungen, wie Theater, Zirkusse, KonzertsĂ€le, Museen oder Bordelle sollen fĂŒr ewig geschlossen werden. Fleischliche Lust, diese Ausgeburt der Hölle, soll komplett untersagt werden. Umarmungen, BerĂŒhrungen, und Gott behĂŒte KĂŒsse sind zu unterlassen.

Kindern ist strengstens beizubringen, dass sie schuld sind. An allem. Egal, was passiert. LĂ€den, GeschĂ€fte und GaststĂ€tten sind zu schließen. Haareschneidereien auch. Kurzum, der einzige gottgegebene Weg fĂŒr den Menschen, sich vor dem Höllenfeuer der Seuche zu retten ist es, sich selbst abzuschaffen. Im Idealfall zu sterben. Denn haben Sie schon mal einen Toten gesehen, der sich mit irgendwas infiziert hat?

Wie gesagt, heute scheinen die Lehren des heiligen Covidius von weisen und um den Wohl der Menschheit besorgten Politikern wiederentdeckt zu werden. Und der Vorreiter auf dem Weg der Menschenrettung ist Deutschland.

„Gerade wir als Deutsche sollten uns bemĂŒhen, so viele Menschenseelen 
 Ă€hm 
 Menschenleben zu retten. Wir tragen da absolut eine besondere geschichtliche Verantwortung“, sagte unlĂ€ngst in einem Interview der Hausmeister des Kanzleramtes Siegfried Faust, bevor er ans Putzen zurĂŒckging. SĂ€uberlich, anstĂ€ndig, grĂŒndlich und unnachgiebig.

In diesen schwierigen Zeiten sollten wir alle an Herrn Faust Beispiel nehmen! Oder wollen wir etwa den totalen Virus?

Na also!

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(TINDS)

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Alles auf oder alles zu!

Ein kleiner Einwurf von Torsten Schlosser.

Morgen trifft sich wieder das Kasperletheater der Ministerpräsidenten. Ich bin ein großer Freund von Grauzonen. Nur schwarz oder weiß finde ich fast immer ungesund. Diesmal ist das anders. Ich sage: Alles auf oder alles zu!

Und mit „zu“ meine ich auch: Schulen, Kitas, Firmen, Büros, ÖPNV, Supermärkte, Ausgangssperre.

Während große Teile der Gesellschaft kaum beeinträchtigt sind, weil Sie sowieso immer schon ein Leben aus Bahn, Büro, Supermarkt und Netflix geführt haben, wird eine Minderheit ihrer Existenz, ihrer Kreativität und ihrer mentalen Kraft beraubt. Während in den Parks Zehnergruppen den beginnenden Frühling genießen, stelle ich mir die Frage, warum ich vor zwanzig Personen mit Maske kein anspruchsvolles Kabarett machen darf. Ich würde dafür sogar einen Kabarett-Workshop machen.

Der momentane Zustand ist ein Nährboden für soziale Ungerechtigkeit. Seit fast einem Jahr verbreitet sich das von den Corona-Krisenstäben injizierte Gift der Ungleichbehandlung in den Adern der Gesellschaft. Ein ungesunder Zustand.

***

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(TINTS)

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Haare schneiden fĂŒr die Kultur!

Am Montag, dem 1. MĂ€rz 2021, trafen sich um 11 Uhr morgens ein paar KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler in der Kölner Comedia zu einer ganz besonderen Aktion.

Da am 1. MĂ€rz 2021 die FriseurgeschĂ€fte in Deutschland wieder öffnen durften, freuten sich KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler öffentlich sehr fĂŒr die Friseurinnen und Friseure und nutzten dabei die Gelegenheit, um mit einer kleinen Artistis-Live-Haircut-Performance in der Comedia auf die Lage der Kulturbranche in Deutschland aufmerksam zu machen. Mit dabei waren Anka Zink, Nessi Tausendschön, Barbara Ruscher, Robert Griess, Willibert Pauels, Torsten Schlosser, Ausbilder Schmidt, Markus Riedinger, Christoph Sieber, Sebastian RĂŒger, Andrea Volk und Gerd Buurmann.

Robert Griess erklÀrte in der PresseerklÀrung zur Performance:

„Unsere Branche befindet sich seit 2. November 2020 im Lockdown, damit andere Branchen geöffnet bleiben können und hat bis heute keine Öffnungs-Perspektive, obwohl es inzwischen durch zahlreiche wissenschaftliche Studien immer mehr belastbare Erkenntnisse gibt, nach denen die Theater bei kontrollierter Auslastung und unter Wahrung von Hygiene-Konzepten zu den sichersten Orten im Öffentlichen Raum gehören. Ein Theaterbesuch ist laut Aerosol-Vergleichsstudie der TU Berlin sicherer als ein Einkauf im Supermarkt, eine Fahrt mit der U-Bahn, und erst recht sicherer als ein Schulbesuch oder die Arbeit im BĂŒro mit Kollegen. Wir möchten sehr gern darauf aufmerksam machen, dass unter Einhaltung von Hygiene-Konzepten niemand Angst vor einem Theater-Besuch haben muss und wĂŒrden uns freuen, wenn diese gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Entscheidungsfindung der Politik Eingang finden.“

Kabarettistin Nessi Tausendschön rief auf Französisch: „Es lebe die Kultur!“

Kabarettist Torsten Schlosser nutzte die Gelegenheit fĂŒr eine Kritik in Richtung der Bundesregierung, der Opposition und der Kölner OberbĂŒrgermeisterin Henriette Reker.

Kabarettistin Andrea Volk erklĂ€rte, wie sehr sie die BĂŒhne vermisst und machte den Papst:

In den letzten Monaten wurde viel ĂŒber „systemrelevanten Berufe“ gesprochen. Was sind ĂŒberhaupt systemrelevante Berufe? Jene, die die Nahrung und das pure Überleben sichern? Essen, trinken und atmen machen Tiere auch.

Sind jene Menschen systemrelevant, die Haare schneiden?

Wenn es etwas gibt, das uns Menschen im Wesen ausmacht, dann ist es vor allem unsere FÀhigkeit, Kunst und Kultur zu erschaffen. Die Begabung, Geschichten zu erzÀhlen und Bilder zu ersinnen, zeichnet uns als Menschen aus. Diese Gabe macht uns besonders relevant. Kultur ist kein Bonus der Menschheit, sie ist die Menschheit!

Eins ist ganz sicher: Kultur ist nicht systemrelevant!

Kultur ist nicht dafĂŒr da, um Systemen zu nutzen oder sie zu stĂŒtzen. Mit der Kultur lebt der Menschen sein Menschsein und das bemisst sich nicht im Nutzen.

Kultur macht aus der bloßen Existenz ein Leben mit Sinn. Kultur ist nicht nur Überleben. Kultur ist Leben. Kultur ist Revolution und Freiheit. Kultur ist Menschheit und die Menschheit ist kein ordentliches System, sondern ein wunderbar chaotischer Haufen voller Fehler und Gefahren.

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder hat erklĂ€rt, die Entscheidung fĂŒr die Wiedereröffnung der Friseure habe „nicht nur mit Hygiene“ zu tun, sondern „auch mit WĂŒrde.

Die WĂŒrde des Menschen manifestiert sich vor allem in seiner Kultur. Es ist daher schon spannend, dass zur Zeit fĂŒr den Menschen als Homo oeconomicus allerlei Lockerungen ermöglicht werden. Die Freiheit des nĂŒtzlichen und arbeitenden Menschen wird nicht ĂŒberall, aber hier und da verteidigt. Die Freiheit des genießenden Menschen jedoch wird nach wie vor strikt beschnitten. Die Theater, KonzertsĂ€le, Bars, Restaurants, Clubs und Diskotheken sind seit Monaten geschlossen. Es sind jene Orte, an denen der Mensch nicht seinen Nutzen unter Beweis zu stellen sucht, sondern wo er seine WĂŒrde genießt.

Leider zweifeln viel zu viele Menschen an genau dieser WĂŒrde. Jemand, der sich im Supermarkt oder bei der Arbeit ansteckt, ist ein armer Held der Gesellschaft. Wer sich jedoch in einem Theater oder in einem Restaurant anstecken wĂŒrde, der ist ein egoistischer Bösewicht.

Nein, Kultur ist nicht egoistisch!

Das gemeinschaftliche Tanzen, Singen, Essen, Trinken und Lachen ist kein Hedonismus, den man gefĂ€lligst mal temporĂ€r einzustellen hat, um das Überleben der Gattung Mensch zu sichern. Der einzelne Mensch ist nicht bloß ein Teil seiner Art. Der Mensch hat WĂŒrde.

Kultur macht den Menschen aus. Wir sollten sie mutig verteidigen. Willibert Pauels zitierte Hilde Domin, die einst sagte: „Wir essen Brot, aber wir leben von Glanz!“

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Wir feiern Hedwig Dohm online am 8. MĂ€rz 2021

Am 11. Februar 2006 stand ich mit Isabel Rohner und Nikola MĂŒller erstmals auf der BĂŒhne des kleinen Theaters La Carina in Köln. Zusammen prĂ€sentierten wir eine „Femmage an Hedwig Dohm“. Aus dieser Femmage wurde eine sehr erfolgreiche Tour.

(Foto: Gordon Welters)

In mittlerweile ĂŒber 150 StĂ€dten sind wir mit unserem feministischen Programm aufgetreten, von LĂŒbeck bis FĂŒssen und von Bozen bis Berlin. Der bisher letzte Auftritt vor einem Publikum fand am 11. September 2020 in Lingen statt.

Aufgrund der Corona-Maßnahmen konnten bisher keine weiteren AuffĂŒhrungen vor einem Live-Publikum stattfinden. Deshalb geht die Femmage nun online.

Am Internationalen Frauentag, 8. MĂ€rz 2021 um 19 Uhr, feiern Dr. Isabel Rohner und Nikola MĂŒller zusammen mit ihrem bezaubernden Assistenten Gerd Buurmann eine der grĂ¶ĂŸten Heldinnen und FreiheitskĂ€mpferinnen der Demokratie- und Menschenrechtsbewegung: Hedwig Dohm.

Stellen Sie sich ein GetrĂ€nk bereit und schalten Sie ein, wenn wir Texte von Hedwig Dohm lesen und dabei ĂŒber ihr Leben und die Geschichte der Frauenbewegung sprechen. Zudem werden wir an dem besonderen Tag unser 15-jĂ€hriges JubilĂ€um als Hedwig-Dohm-Trio feiern und dabei einige Anekdoten aus unserem Tour-Leben erzĂ€hlen.

Wenn Sie der „Femmage an Hedwig Dohm“ beitreten wollen, klicken Sie am 8. MĂ€rz 2021 um 19 Uhr einfach auf diesen Link: Zugang zur Femmage an Hedwig Dohm am 8. MĂ€rz 2021

(Foto: Gordon Welters)

Wenn Sie das Hedwig-Dohm-Trio unterstĂŒtzen möchten, ĂŒberweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal. Schreiben Sie als Verwendungszweck bitte „Hedwig Dohm“.

https://www.paypal.me/gerdbuurmann

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PresseerklÀrung der Staatsanwaltschaft Köln

Eine Stellungnahme vom Kölner Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn.

In dem Verfahren um die Verbreitung einer antisemitischen Hetzschrift durch einen privaten Nutzer des Kommunikationsdienstes Twitter am 10.02.2021 ist mit VerfĂŒgung vom 17.02.2021 nach Veranlassung der erforderlichen Vorermittlungen von der DurchfĂŒhrung weiterer Ermittlungen abgesehen und das Verfahren eingestellt worden.

Festzustellen war insoweit, dass es zwar zu einer tausendfachen digitalen Verbreitung einer besonders abstoßenden Hetzschrift gekommen und hierdurch grundsĂ€tzlich auch der Tatbestand der Volksverhetzung durch Verbreiten von Schriften i.S.d. § 130 Abs. 2 StGB erfĂŒllt worden ist. Durch dieses Handeln wurden bei objektiver Betrachtung der ursprĂŒngliche Verbreitungsgrad der Hetzschrift und die mit ihr verbundene GefĂ€hrdung bei objektiver Betrachtung exponentiell gesteigert. Fraglich und Gegenstand der hier weiter zwingend durchzufĂŒhrenden Ermittlungen war aber, ob dem Verbreiter die Ausnahmevorschrift des § 130 Abs. 7 i.V.m. § 86 Abs. 3 StGB zur Seite stand. Nach dieser Norm kann eine Volksverhetzung ausnahmsweise unter anderem dann nicht strafbar sein, wenn sie der staatsbĂŒrgerlichen AufklĂ€rung oder der Berichterstattung ĂŒber VorgĂ€nge des Zeitgeschehens dient. Dies war aber – anders als manchenteils angenommen – nicht von vornherein und ohne weiteres zu bejahen, sondern angesichts des Ausnahmecharakters der fraglichen Norm einerseits und des besonders ĂŒblen Inhalts der Hetzschrift andererseits eingehend zu prĂŒfen.

Nicht unproblematisch war etwa, ob diese Ausnahmevorschrift fĂŒr das Handeln von Privatpersonen in sozialen Netzwerken ĂŒberhaupt Geltung beanspruchen kann oder nicht nur fĂŒr das Handeln von BeschĂ€ftigten von Bildungseinrichtungen oder fĂŒr sonstige im Bereich staatsbĂŒrgerlicher AufklĂ€rung handelnde Amts- und MandatstrĂ€ger gilt. Überdies war zu prĂŒfen, ob die mit der Verbreitung der Hetzschrift verbundene Stellungnahme des Verbreiters eine so eindeutige Distanzierung und Abstandnahme vom Inhalt der Hetzschrift beinhaltet hat, die fĂŒr die Annahme eines straflosen Handelns ausreichend war. Dies wurde aufgrund der konkreten UmstĂ€nde des Einzelfalls, die zunĂ€chst aufzuklĂ€ren und alsdann zu bewerten waren, letztlich angenommen.

Aus den gleichen GrĂŒnden war auch hinsichtlich derjenigen Personen, die den Tweet des Verbreiters und damit verbunden auch die Hetzschrift weiterverbreitet haben, im Ergebnis von der Aufnahme weiterer förmlicher Ermittlungen abzusehen. Die Person der OberbĂŒrgermeisterin der Stadt Köln war entgegen anders lautender Presseberichte ebenso wie etwa den Tweet teilende Antisemitismusbeauftragte zu keinem Zeitpunkt Gegenstand von Vorermittlungen, da insoweit die Ausnahmevorschrift des § 130 Abs. 7 i.V.m. § 86 Abs. 3 StGB offensichtlich einschlĂ€gig war.

In dem Grundsachverhalt der Verbreitung der fraglichen Hetzschrift Anfang Februar 2021 in einer Kölner Straßenbahn dauern die Ermittlungen noch an.

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Ein formaljuristisches Verfahren

Die Lösung eines jeden Problems beginnt mit der Erkenntnis und der Akzeptanz, dass es das Problem ĂŒberhaupt gibt.

Mit Corona verbreitet sich auch der Judenhass wieder in Deutschland. Seit einigen Wochen liegen in diversen deutschen Straßenbahnen FlugblĂ€tter aus, auf denen gefragt wird: „Haben wir denn wirklich nur ein Corona Problem? Oder haben wir nicht vor allem ein Juden Problem?“

Am 4. Dezember 2020 tauchte das Flugblatt in Köln auf. Darauf wird behauptet, Bundeskanzlerin Angela Merkel sei eine „polnischstĂ€mmige JĂŒdin“. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn und Außenminister Heiko Maas werden als Juden bezeichnet. Über den Virologen Christian Drosten wird behauptet, er sei, „dem PhĂ€notyp nach ebenfalls Jude“. Das Flugblatt endet mit der hetzerischen Aussage: „Je mehr Juden in Politik und Medien, desto ĂŒbler die ZustĂ€nde!“

Das Flugblatt ist ein besonders widerwĂ€rtiges Beispiel judenfeindlichen Hasses. Wenn die Geschichte eine Sache lehrt, dann, dass ĂŒber diesen Hass nicht geschwiegen werden darf. Eine Gesellschaft, in der ein solcher Hass schwelt, muss sich diesem Hass stellen und darf davor nicht die Augen verschließen. Es ist ein Gebot der AufklĂ€rung, darĂŒber zu berichten.

Genau das dachte sich auch Samuel Ahren und teilte daher mit deutlicher Verurteilung diesen Flyer auf Twitter, um den Judenhass zu dokumentieren. Samuel Ahren ist Kölner, Mitglied bei 1. FC Köln und Jude. Nicht selten hat er Judenhass am eigenen Leibe erfahren mĂŒssen. FĂŒr ihn ist Judenhass eine persönliche Sache.

Die OberbĂŒrgermeisterin Kölns, Henriette Reker, unterstĂŒtzte Samuel Ahren und kommentierte seinen Tweet umgehend: „Ein besonders widerwĂ€rtiges Beispiel dafĂŒr, dass Antisemitismus in den Köpfen einer gefĂ€hrlichen Minderheit unverĂ€ndert weiterlebt. Wer so denkt, hat weder in Köln, noch irgendwo in unserer Gesellschaft etwas verloren.“

Am 11. Februar 2021, pĂŒnktlich zu Weiberfastnacht, erhielt Samuel Ahren eine Mail von der Kölner Polizei, in der er gebeten wurde, sich zu melden. Als er die Polizei kontaktierte, wurde ihm mitgeteilt, dass gegen ihn ein Verfahren wegen der Verbreitung volksverhetzender Schriften eingeleitet werde und er daher als Beschuldigter vernommen werden mĂŒsse. Der Kölner Oberstaatsanwalt erklĂ€rt dazu, das strafrechtliche Verbot der Volksverhetzung habe zum Ziel, die Verbreitung hetzerischer Inhalte zu unterbinden. Dabei sei es zunĂ€chst ohne Belang, welche Ziele mit der Verbreitung eines solchen Flugblattes verfolgt werden. Der Oberstaatsanwalt betont jedoch, dass in einem möglichen Verfahren die Motivation des Verbreiters eine Rolle spiele, wenn diese „unzweifelhaft“ feststehe.

Samuel Ahren kann sich also relativ sicher sein, dass das Verfahren eingestellt oder gar nicht erst eröffnet wird. Auch die Polizei spricht von einem „formaljuristischen Verfahren“. Na, darauf ein dreifach donnerndes formaljuristisches Kölle Alaaf!

Im Mai 2016 saß ich, Gerd Buurmann, wegen der gleichen Sache bei der Kölner Polizei. Ich hatte Anzeige erstattet aufgrund diverser Hassbotschaften und Mordaufrufe, die ich auf der Facebookseite „Islam Fakten“ gefunden hatte. Eine Auswahl der Aussagen las sich wie folgt: „Gottlose juden inshallah werdet ihr wieder vergast und endgĂŒltig ausgelöscht (…) war schon gut was Hitler gemacht hat dreckigen Hundesöhne (…) scheiß Juden sollen verrecken die Schweine Bastarde (…) dreckiger Judenpack. ich sage es immer hĂ€tte man mein kumpel Adolf’o zu ende bringen lassen was er angefangen hat hĂ€ttma jetzt die probleme nicht“.

Ich erstatte Anzeige und dokumentierte auf Tapfer im Nirgendwo ein paar EintrĂ€ge, um so den Umfang des Hasses zu zeigen. Am 24. Mai 2016 saß ich dann aufgrund meiner Anzeige im PolizeiprĂ€sidium in Köln und dachte, ich solle lediglich eine Zeugenaussage machen. Was mich jedoch erwartete, war grotesk. Ich wurde ĂŒber §55 StPO belehrt. Dort steht:

„Jeder Zeuge kann die Auskunft auf solche Fragen verweigern, deren Beantwortung ihm selbst oder einem der in § 52 Abs. 1 bezeichneten Angehörigen die Gefahr zuziehen wĂŒrde, wegen einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit verfolgt zu werden.“

„Haben Sie das verstanden“, wurde ich gefragt und ich sagte: „Ja.“ Dann wurde mir erklĂ€rt, die Kölner Staatsanwaltschaft habe ausdrĂŒcklich gebeten, mir §55 StPO „nachdrĂŒcklich“ klar zu machen, denn bisher gĂ€be es nur einen Menschen, dem man nachweisen könne, die Aussagen veröffentlicht zu haben, so erklĂ€rte es mir der Polizist, nĂ€mlich mir.

Ich erklĂ€rte schlicht, dass ich die SĂ€tze zitiere, um das Ausmaß des Judenhass zu dokumentieren und fĂŒgte hinzu, wenn diese SĂ€tze im Original binnen weniger Minuten ĂŒber tausend „GefĂ€llt mir“ bekommen, es eine journalistische Pflicht sei, diesen Umstand klar und deutlich mit Zitaten zu benennen, um eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen. „Es kann nicht sein, dass die eine Seite schweigen muss,“ erklĂ€rte ich, „wĂ€hrend die andere Seite laut ihren Hass postulieren darf.“

Ich unterzeichnete meine Aussage und ging. Das Verfahren wurde eingestellt.

Köln ist ein Garant fĂŒr „formaljuristische Verfahren“. Vor elf Jahren, im Januar 2010, wurde in Köln eine Strafanzeige aufgrund des Verdachts auf Volksverhetzung gestellt, da damals vor dem Kölner Dom bei einer öffentlichen Dauerausstellung eine antisemitische Karikatur gezeigt wurde, auf der ein Jude zu sehen war, der ein Kind aß und sein Blut trank. Es war eine Darstellung einer klassisch judenfeindlichen Ritualmordlegende.

Die Kölner Staatsanwaltschaft jedoch konnte keinen Judenhass erkennen. FĂŒr sie war die Karikatur nicht antisemitisch, sondern lediglich „Israel-kritisch“. Die Staatsanwaltschaft fĂŒhrte aus, die dargestellte Person auf der Karikatur sei kein Jude, sondern ein Israeli:

„Typisch fĂŒr antijĂŒdische Bilddarstellungen zu allen Zeiten ist die Verwendung von bestimmten anatomischen Stereotypen, die den Juden schlechthin charakterisieren sollen. Dabei werden insbesondere Gesichtsmerkmale ĂŒberzeichnet, um den Juden als hĂ€sslich, unansehnlich und rassisch minderwertig erscheinen zu lassen (jĂŒdische „Krummnase“, etc.) Einer solchen Bildsprache wird sich vorliegend nicht bedient.“

Mit anderen Worten, weil die Person auf der Karikatur keine Krummnase hatte, war sie fĂŒr die Kölner Staatsanwaltschaft nicht als Jude erkennbar und deshalb lag fĂŒr sie auch kein Antisemitismus vor.

Vielleicht wÀre es mal an der Zeit, dass sich die Kölner Justiz an die eigene Nase fasst. Im Falle von Samuel Ahren nÀmlich beweist sie gerade wieder einmal eindringlich, nicht den besten Riecher zu haben.

AufklĂ€rung ĂŒber Antisemitismus ist niemals eine Straftat und sollte auch nicht als solche behandelt werden. Zur AufklĂ€rung ĂŒber Antisemitismus gehört es, den Hass zu zeigen und zu dokumentieren. Das Strafgesetzbuch erklĂ€rt unmissverstĂ€ndlich in Paragraf 86, dass die Dokumentation und Veröffentlichung von „Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen“ statthaft ist, „wenn die Handlung der staatsbĂŒrgerlichen AufklĂ€rung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung ĂŒber VorgĂ€nge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder Ă€hnlichen Zwecken dient“.

Nichts anderes hat Samuel Ahren getan. DafĂŒr gebĂŒhrt ihm Dank und Anerkennung und kein formaljuristisches Verfahren.

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mundane, contrite

A poem by Joseph Vicaire.

I am a laughing stock. The nourishment.
I am the dying quarry being ripped apart by the hyenas.
I am a true delicacy.

And with the warm fat smeared about their mouths they do not even taste me or savor the flavor, for they have become merely empty stomach. The acidity pouch that must be stuffed.

And their satisfaction is direct.

There is something that happens when you have become the food for others. Your learn to portion yourself. You learn to swallow hard and fast, so that no second helping of you can be taken. You become stomach, too. But the meal is not tasty, on the contrary, it revolts.
It is the regurgitated you lick off yourself after it has been spewed upon you. You are the offering and the offered, the vehicle carrying the dinner and the leftovers.
But in that moment you do not notice this.

You only feel what has been taken, what is missing after you have offered it away. Something borrowed, because, obviously, it did not belong to you to begin with. And then, when it is gone, and they have thrown back the stripped bones in your face, you feel a relief. A burdon taken off your back. Having been reduced to the nothing they cannot take away.

(TINJV)

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Das Konzert

Tapfer im Nirgendwo prÀsentiert einen Sketch von Viktoria Burkert in der Regie von Joseph Vicaire.

Schauspiel: Martina Vikanis, Dirk Volpert, Markus Schimpp * Kamera und Schnitt: Julian Baars * Licht und Komparse: Vincent Heinen * Ton: Elena Lenzen * Regieassistenz: Heiko Menzel * Ort: Atelier Theater, Köln * Buch: Viktoria Burkert * Regie: Joseph Vicaire

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https://www.paypal.me/gerdbuurmann

(TINVB)

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Meine liebe Bundeskanzlerin,

Zum Thema Freiheiten fĂŒr Geimpfte haben Sie am ersten Tag im Februar 2021 gesagt: „Es wird keine neuen Freiheiten geben“.

Liebe Bundeskanzlerin,

ich bin nur einer von ĂŒber dreiundachtzig Millionen, aber dieser eine sagt Ihnen: Sie können mir weder Freiheit geben noch nehmen.

Ich gewĂ€hre Ihnen gerade lediglich EinschrĂ€nkungen in meine Freiheitsrechte. Dies machen ich fĂŒr eine gewisse Zeit des Notstands und der Krise. Sie und unsere Regierung bleiben jedoch auch zu dieser Zeit der Krise stets eine Dienerin. Sie sind nicht unsere Herrscherin.

Jede Instanz, die auch nur im Geringsten daran denkt, unsere GewĂ€hrleistungen zu missbrauchen, bekommt unseren Widerstand zu spĂŒren. Nicht das Volk hat die Regierung zu fĂŒrchten, sondern die Regierung das Volk.

Freiheit wird nicht gewÀhrt. Kein Staat kann Freiheit gewÀhren. Der Mensch trÀgt die Freiheit in sich. Der Mensch ist Mensch, weil er frei ist. Freiheit macht den Menschen aus.

Die menschliche Freiheit kann lediglich eingeschrĂ€nkt werden, entweder weil ein Mensch freiwillig diese EinschrĂ€nkung zulĂ€sst oder weil er mit Gewalt dazu gezwungen wird. FĂŒr die gewalttĂ€tige EinschrĂ€nkung der Freiheit braucht es gute GrĂŒnde.

Freiheit bedeutet, Befehle nicht willenlos ausfĂŒhren zu mĂŒssen, wie eine Maschine, die programmiert wurde. Freiheit bedeutet, sich zu der Welt, in der man sich befindet, in moralisch bewertender Zuwendung zu verhalten und das eigene, aber auch das Handeln fremder Personen in richtig, falsch, gut und böse einzuteilen. Der Mensch ist sich selbst stets Rechenschaft schuldig und somit gewissermaßen zur Freiheit verurteilt.

Wer kennt sie nicht, die Bisse des Gewissen, die besonders dann spĂŒrbar werden, wenn man alleine ist und wenn keine großen Ablenkungen die Gedanken zerstreuen. Das Coronavirus hat uns zurĂŒck in unsere Höhlen geworfen. Die Straßen sind ruhig, die AmĂŒsiermeilen geschlossen und keine bunten Lichter laden zum VergnĂŒgen.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Menschen kĂŒmmern sich um andere Menschen. Der Mensch ist sogar in der Lage, sich fĂŒr andere Wesen zu opfern. Es gehört zum Wesen des Menschen, sich in Freiheit opfern zu können. Ein Opfer kann jedoch nicht nur freiwillig erbracht werden. Es gibt auch erzwungene Opfer. Die Geschichte ist voll von Menschen, die gegen ihren Willen geopfert wurden. Frau Merkel, Sie haben nicht das Recht, andere Menschen zu opfern.

Der Mensch möchte gebraucht werden und seiner Existenz einen Sinn geben. Er sucht nach einer Aufgabe im Leben und möchte Verantwortung ĂŒbernehmen. Aber nur ein freier Mensch kann Verantwortung ĂŒbernehmen. Wer nicht frei ist, kann sich nicht verantworten fĂŒr eine Tat, auf dessen AusfĂŒhrung er keinen Einfluß hatte.

Sie können nur darauf hoffen, dass sich freie Menschen dazu entscheiden, zum Wohle alter, schwacher und kranker Menschen ihre eigene Existenz aufs Spiel zu setzen. Die Maßnahmen, die dieses Land ergriffen wird, wird in vielen FĂ€llen zu schweren Depressionen und seelischen Störungen fĂŒhren, auch bei Kindern.

Ja, die momentanen EinschrĂ€nkungen sind sinnvoll. Nicht umsonst setze ich sie gerade zusammen mit vielen anderen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern um. Unser bisheriger Lebensentwurf wird dabei völlig ĂŒber den Haufen geworfen. Wir alle sind besorgt und wollen Sicherheit. Der Tod der Freiheit kam jedoch immer mit dem Ruf nach mehr Sicherheit. Daher sollten wir folgendes bedenken: Die Verfassung wurde nicht nur fĂŒr glĂŒckliche Tage geschrieben, sondern gerade fĂŒr Zeiten der Krise.

Gerade in der Krise ist Kritik wichtig. Nicht immer ist Kritik angemessen. Manchmal ist sie hart und unberechtigt, manchmal einfĂ€ltig, dumm und falsch. Es gibt intelligente und dumme Personen. Menschen sind unterschiedlich. Manche regeln ihr Leben nach mathematischen Formeln, andere nach Bauernregeln. Es gibt Menschen, die glauben an Gott, andere umarmen BĂ€ume, wieder andere nennen den Zweifel ihren besten VerbĂŒndeten. Sie alle aber tragen die Freiheit in sich und ordnen die Welt auf ihre Weise. Zudem haben alle Menschen die FĂ€higkeit, sich gegenseitig zu verstĂ€ndigen und sich zu einem gewissen Teil in die Situation des GegenĂŒbers hineinversetzen zu können.

NatĂŒrlich lamentieren Menschen, wenn ihnen etwas genommen wird. Es ist vollkommen verstĂ€ndlich, dass in Ausnahmesituation auch mal dumme oder schmutzige Gedanke den Weg aus den MĂŒndern jener finden, denen grade der Boden unter den FĂŒĂŸen weggezogen wurde, die um ihre pure Existenz bangen und die nicht wissen, ob sie wirtschaftlich oder beziehungstechnisch heil aus der Situation herauskommen.

Die Menschen, die mit voller Wucht von dieser Herausforderung getroffen werden, sollte man weder bestrafen noch ihnen das Recht nehmen, ihrem Unmut auch mal deutlich Ausdruck zu verleihen. Ihnen sollte man stattdessen die Möglichkeit geben, sich so frei wie möglich fĂŒr die Verantwortung entscheiden zu können. DafĂŒr mĂŒssen sie aber auch Fehler machen dĂŒrfen, auch in der Krise. Vor allem aber mĂŒssen Sie frei denken und reden dĂŒrfen.

Liebe Frau Merkel,

die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger des Landes, dem Sie dienen, bringen gerade große Opfer. Was fĂŒr ein Preis, ĂŒberall zertretenes GlĂŒck von Millionen. Soll die Freiheit, die Sie erklĂ€ren, nicht geben zu wollen, das einzge sein, das ihre WĂŒnsche reifen kann? Nein. Verteidigen Sie Gedankenfreiheit!

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