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Gerd Buurmann

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Die besten feministischen Texte – Tapfer im Nirgendwo

Am 12. November 1918 erging der Aufruf vom Rat der Volksbeauftragten an das Deutsche Volk, dass alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht für alle mindestens zwanzig Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen seien. Dieser Tag ist die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts in Deutschland. Darum präsentiert Tapfer im Nirgendwo heute die besten feministischen Texte von Gerd Buurmann:

Ärzte in Grenzen – 14. August 2010:

Tankred Stöbe, der Präsident des deutschen Zweigs der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat in einem Gespräch über das Engagement seines Hilfswerk in den Überschwemmungsgebieten im islamischen Pakistan gesagt, es sei selbstverständlich, dass seine Kolleginnen in Pakistan Kopftücher trügen, um auch von der Bevölkerung akzeptiert zu werden. Zudem würden Frauen in Pakistan nur von Ärztinnen behandelt. Der Respekt vor der Kultur gehe sogar soweit, dass eine Frau gar nicht behandelt werde, so dies der Ehemann wünscht.

Frauenparkplätze – 28. September 2011

Warum diskutieren wir eigentlich das Für und Wider der Frauenquote, wenn es doch Gesellschaften auf der Welt gibt, in denen nur die Männerquote herrscht? Solange ich in einer Welt lebe, in der Frauen das Wirken in gewissen Bereichen verboten wird, ist nicht die Existenz der Frauenquote (50% den Männern) das Problem, sondern die Existenz der Männerquote (100% den Männern).

An die Frauen des arabischen Frühlings – 2. Februar 2012

„Frauen der Arabischen Revolution, hier beginnt die Verhüllung des Grausigen durch wohl klingende Worte, wie wir sie aus allen Gewaltregimen kennen. Sie reden von schnellen Prozessen, aber meinen den kurzen Prozeß! Sie reden von Tugend, aber meinen das Schafott! Sie reden von Demokratie, aber meinen den Terror. Auf die Französische Revolution folgte eine Schreckensherrschaft wie auf die Iranische Revolution Ende des 20. Jahrhunderts die Islamische Diktatur folgte. Robespierre verpackte seine Grausamkeiten in schöne Worte. Die Schreckensherrschaften Eurer Revolution süßen ihre Grausamkeiten mit der Natur und Allah. Sie verhüllen Ihre Absichten, so wie sie Euch unter Stoff zu verhüllen suchen.“

Ein olympischer Vorschlag – 29. Juli 1012

Selbst wenn es nur eine Frau gibt, die besser sein kann als der beste Mann, so hat sie dennoch das Recht, gegen Männer anzutreten und, statt auf ihre vermeintliche Natur reduziert, auf ihr offensichtliches Talent konzentriert zu werden. Wenn Frauen wirklich nicht so gute Leistung bringen können sollen wie Männer, dann gibt es keinen Grund, dass gemeinsame Kräftemessen zu verbieten. Etwas das nicht gebrochen werden kann, braucht nicht verboten werden. Nur Machbares wird verboten! Keiner Frau darf es verboten werden, gegen Männer anzutreten.“

Es geht um die Quote – 18. April 2013

„Die überwiegende Mehrheit der Männer in Spitzenpositionen scheint sich damit abgefunden zu haben, dass sie ihre Stellung allein ihrem Geschlecht verdanken. Ich finde eine solche Haltung mehr als unmännlich. Diese Männerquote ist eine Infragestellung der Qualifaktionen des Mannes schlechthin. Daher muss diese Quote einfach weg!“ 

Frauen unerwünscht – 7. Juni 2013

„Für eine gewisse Menschengruppe gibt es in Deutschland überall No-Go-Areas: Frauen! In jeder Stadt gibt es Parks, Straßen, Viertel, wo eine Frau, die dort alleine spazieren geht, Ängste verspürt, die ich als Mann nicht kenne. Übergriffe gegen Frauen passieren täglich und reichen von Beleidigungen über Missbrauch bis Vergewaltigung und Mord. Was manchen Menschen in Deutschland an Hass entgegengebracht wird wegen ihrer Hautfarbe kennt jede Frau. Bei ihr ist es nur das Geschlecht.

Menschenrechte nicht für Frauen – 19. Juni 2013

Man mag mich für radikal halten, aber ein Kandidat, der als gemäßigt bezeichnet wird, sollte doch bitte nicht über 50 Prozent des erwachsenen Volkes elementare Menschenrechte verweigern. Ein Kandidat, der das Wort „Reform“ verdient, muss allen Menschen Menschenrechte garantieren. Auch für JournalistInnen sollte diese Sprachregelung gelten.

Küssen verboten – 16. Dezember 2013

„Die Prinzessin hat den Frosch nicht geküsst! Sie hat den Frosch an die Wand geworfen! Eine Frau muss nämlich nie und nimmer und unter keinen Umständen mit jemandem ins Bett, wenn sie nicht will. Ein Widerling ändert sich nicht, wenn man ihn küsst. Ein Widerling gehört an die Wand geklatscht!“

Gegen die Natur – 24. November 2014

„Recep Tayyip Erdogan hält die Gleichberechtigung von Mann und Frau für keine gute Idee. Er sagt: Man kann Frauen und Männer nicht gleichstellen. Das ist gegen die Natur!“

Schlag Sie! – 14. Februar 2015

„Die Jungs nehmen das Mädchen nicht ernst! Sie haben schlicht keinen Respekt und keine Furcht vor Martina, weil sie ein Mädchen ist! Männer, die Frauen nicht schlagen, weil sie Frauen sind, tendieren eher dazu, Frauen zu schlagen! Die Abneigung dieser Männer, Frauen zu schlagen, entspringt lediglich ihrem verqueren Bild von Frauen als Objekt, als schönes Etwas, das man nicht einfach so ohne Grund kaputt machen darf. Was aber, wenn ein Mann plötzlich Gründe sieht?“ 

Wie lange noch? – 13. April 2015

Fünfzig Jahre liegen somit zwischen dem ersten schwarzen Mann, der in Amerika wählen durfte und der ersten Frau, die in Amerika wählen durfte. Frauen wurden in den USA deutlich länger ihrer Rechte beraubt als schwarze Männer.

Die ungehaltene Rede – 6. Februar 2016

„Oft bin ich für meinen Ausspruch mit der Armlänge gescholten worden. Jetzt aber weiß ich, wie wir das Problem mit der Gewalt gegen Frauen am besten lösen können. Wir machen es einfach wie die Roten Funken und lassen keine Frauen rein! Wo keine Frauen, da auch kein Angriff auf Frauen!

Bauer wird Frau – 10. Februar 2016

„Der Bauer im Kölner Dreigestirn soll fürderhin von einer Frau dargestellt werden. Das ist Emanzipation, wie man sie von Köln erwartet und ist eine würdige und überfällige Anerkennung der Frauen in der Geschichte Kölns!“

4 Stunden und 38 Minuten – 11 März 2016

„In der schwedischen Stadt Östersund rät die Polizei Frauen, nach Einbruch der Dunkelheit nicht alleine auf die Straße zu gehen, um nicht von einer „Welle der Gewalt gegen Frauen“ erfasst zu werden. Am 21. Dezember wird die Sonne in Östersund um 9:40 Uhr aufgehen und um 14:18 Uhr schon wieder untergehen. Das sind also nur 4 Stunden und 38 Minuten, in denen die Frauen von Östersund relativ sicher sind.“

Frauenhass beim Frauenmarsch – 5. Februar 2017

Ayaan Hirsi Ali ist eine amerikanische Politikwissenschaftlerin und Feministin somalischer Herkunft. Sie ist eine der bekanntesten Kritikerinnen des Islams. Im Alter von fünf Jahren wurde ihre Vagina auf Veranlassung ihrer Großmutter verstümmelt. Knapp vierzig Jahre nach dieser Barbarei wurde am 8. März 2011 der Wunsch ausgesprochen, ihre ganze Vagina möge entfernt werden.“

Verfickt nochmal, ich hab‘ Respekt vor Pilz – 13. April 2017

Ich kann gar nicht in Worte fassen, was für einen Respekt ich vor Pilz habe. Ich kannte diese Frau bis gestern nicht. Das hat sich jetzt geändert. Aber massiv! An alle, die wie ich mit Worten arbeiten, mögt Ihr nun Slam Poeten, Stand up Comedians, Rapperinnen, Schriftsteller oder Dichterinnen sein: Diese Frau killt uns alle!

Gedanken zum Kopftuch – 9. August 2017

Es gibt viele Gründe, ein Kopftuch zu tragen. Bei gewissen Wetterlagen zum Beispiel kann ein Kopftuch sehr hilfreich sein. Es ist nicht wichtig, was auf dem Kopf ist, sondern was in dem Kopf ist. Wenn sich aber eine Frau verhüllt und dies mit einem unsichtbaren Freund begründet, der einem männlichen Feldherren vor eineinhalb Jahrtausenden gesagt haben soll, wie sich Frauen von heute anzuziehen haben, dann ist meiner bescheidenen Meinung nach noch viel Platz in diesem Kopf frei.

Ohne Frauen für Deutschland – 11. Oktober 2017

Ohne Frauen für Deutschland! Eine patriotische Geschlechtertrennung! Das ist mal ein klares und bedingungsloses Bekenntnis für Deutschlands Grundwerte. Bravourös! Lediglich ein feierliches Verbrennen des Grundgesetzes wäre ein noch deutlicheres Zeichen gewesen!

#metoo – 17. Oktober 2017

„Oft werde ich gefragt, woher ich die Zeit und Kraft nehme, über all die Dinge zu sprechen, die hier auf Tapfer im Nirgendwo Thema sind. Die Antwort ist ganz einfach: Es bedarf deutlich mehr Zeit und Kraft, um zu schweigen!

Ein kleines Rätsel – 14. März 2018

Ich als Mann kann nicht nachempfinden, was es bedeutet, in einer Sprache denken zu müssen, die mich ständig vor Identitätskrisen stellt. 

Die Wa(h)re Frau – 19. Mai 2018

„Es gibt nur einen Weg heraus aus diesem Dilemma. Bedingungslose Emanzipation der Frau! Eine Frau im Westen darf so natürlich ein Kopftuch tragen, wie eine Frau in der islamischen Welt sagen können muss: „Fick Dich Mohamed, ich zieh mich an, wie es mir gefällt. Dein islamischer Scheiß geht mir am Arsch vorbei!“ Und ja, jede Frau darf so reden!“

Sexistische Terroranschläge – 15. Juni 2018

„Zu der größten Opfergruppe religiöser Extremisten gehören Frauen. Immer wieder werden Frauen Opfer religiöser Extremisten, so wie Ausländer Opfer von Rassisten werden. Es wird Zeit, dass wir Morde an Frauen, die von Menschen begangen werden, die glauben, dadurch einer religiös definierten Ehre zu genügen, als das bezeichnen, was sie sind: Sexistische Terroranschläge!“

Runter damit, heute tue ich, was ich will! – 5. August 2018

„Im 18. und 19. Jahrhundert skandierten Frauen an Wieverfastelovend, dem letzten Donnerstag vor Aschermittwoch, um genau zwölf Uhr mittags auf dem Alter Markt den Schlachtruf „Mötzenbestot“, was in etwa soviel bedeutete wie: „Runter damit, heute tue ich, was ich will.“ Dabei rissen sie sich ihre Bedeckungen vom Kopf. Der Brauch rührt daher, dass am Rhein noch bis ins 19. Jahrhundert für Frauen ein Zwang zur Kopfbedeckung bestand.

***

„Mehr Stolz, Ihr Frauen! Der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn.“ (Hedwig Dohm)

Am 11. Februar 2006 standen Isabel Rohner, Nikola Müller und ich erstmals mit unserem Programm „Mehr Stolz, Ihr Frauen!“ auf einer Bühne. Es war das Theater La Carina von Burkhard Schmiester in Köln. Das Programm ist eine Mischung aus Lesung, Kabarett und Show, in dem die wunderbare Hedwig Dohm geehrt und gefeiert wird.

Das Programm entwickelte sich schnell zu einem wahren Erfolgsformat. Mittlerweile touren wir ununterbrochen durch ganz Deutschland. Die Presse schreibt:

„Wenn das Nummerngirl ein Mann ist: Emanzipatorische Literatur muss keineswegs staubtrocken und klagend sein, sie kann vor Humor und Ironie nur so triefen. Nikola Müller, Isabel Rohner und Gerd Buurmann lasen unter dem Titel „Mehr Stolz, ihr Frauen!“ aus Texten von Hedwig Dohm, die bereits 1873 das Stimmrecht für Frauen forderte – und für die völlige rechtliche, soziale und ökonomische Gleichberechtigung der Geschlechter eintrat.“ (Pinneberger Tageblatt)

„Nikola Müller und Isabel Rohner, die Herausgeberinnen des Buchs „Hedwig Dohm – Ausgewählte Texte“, zelebrieren mit dem Schauspieler Gerd Buurmann die intellektuellen Spitzen einer großen Denkerin.“ (Hamburger Abendblatt)

„In einer hervorragend inszenierten und zum Teil irrsinnig komischen Lesung gab das Dohm-Trio (…) Kostproben der Dohm’schen Texte zum Besten. Das Trio erntete immer wieder Szenenapplaus – der einerseits den großartigen polemischen Textpassagen Hedwig Dohms galt, andererseits aber auch der beeindruckenden Vortragsweise.“ (Kreiszeitung Wesermarsch)

„Nikola Müller, Isabel Rohner und Schauspieler Gerd Buurmann setzten das Leben der Querdenkerin in Szene. Von einer „trockenen Geschichtsstunde“ konnte hier aber keinesfalls die Rede sein. Besonders der oft polemische Schreibstil von Hedwig Dohm wurde in den szenischen Einlagen des fröhlichen Trios deutlich.“ (WAZ)

„Leidenschaftlich bieten Buurmann, Müller und Rohner mit ihrer Femmage ein wunderbares „Best of“ der Dohm dar. Zitate und Ausschnitte der Dohmschen Werke, mal mit Biographischem unterbaut, mal mit Historischem, werden mal leise, mal laut in Szene gesetzt, mal präsentieren sich die drei im Stile eines literarischen Terzetts, bei dem Buurmann die Herausgeberinnen charmant befragt, mal echauffiert sich Buurmann in der Rolle eines Antifeministen im Gespräch mit der Dohm.“ (Neon)

„Gelungener Feldzug für eine Visionärin.“ (Nordwestzeitung)

„Mit dem Schauspieler Gerd Buurmann touren die beiden Expertinnen mit ihrer geistreichen «Femmage» durch die Lande, um der 1831 geborenen Großmutter von Thomas-Mann-Gattin Katja 90 Jahre nach ihrem Tod zur Wiederentdeckung zu verhelfen. Wirksamstes Mittel: Dohms eigene Essays, Feuilletons und Romane, die den Antifeminismus der bürgerlichen Gesellschaft im 19. und frühen 20. Jahrhundert mit spitzester Feder – und teilweise auch selbstironisch – aufs Korn nehmen.“ (Frankfurter Neue Presse)

Die nächsten Termine finden Sie hier: TERMINE

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Heute feiern wir 100 Jahre Demokratie

Am 12. November 1918 erging folgender Aufruf an das Deutsche Volk vom Rat der Volksbeauftragten:

“Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht auf Grund des proportionalen Wahlsystems für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“

Dieser Tag ist die Geburtsstunde des Frauenwahlrechts und somit der Beginn der Demokratie in Deutschland. Von einer Demokratie kann schließlich nicht gesprochen werden, wenn über die Hälfte der Bevölkerung nicht wählen darf.

Am 30. November 1918 trat das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft. Am 19. Januar 1919 konnten Frauen daraufhin zum ersten Mal in Deutschland wählen und gewählt werden.

Der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter ist eine der größten Revolutionen, die die Menschheit je erlebt hat. Es ist eine Revolution, die es ermöglicht hat, dass die ganze Bevölkerung die Grundrechte erhielt, die uns heute selbstverständlicher Teil unserer Demokratie scheinen. Die Frauen und Männer, die für dieses Recht gekämpft haben, waren Heldinnen und Helden, die nicht selten staatlicher Repression und sogar politischer Verfolgung ausgesetzt waren.

Die Aufklärung beginnt mit der Gewissheit, dass alle Menschen in ihren Rechten gleich geschaffen sind. Die großartige Schriftstellerin Hedwig Dohm, die ihr Leben lang für das Frauenwahlrecht gekämpft hatte und am 19. Januar 1919 in hohen Jahren und kurz vor ihrem Tod das erste Mal wählen durfte, hat es auf folgende einfache Formel gebracht:

“Die Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

In Frankreich wird die französische Revolution am 14. Juli gefeiert. In den Vereinigten Staaten von Amerika wird die Unabhängigkeit am 4. Juli gefeiert. Die Reformation des Christentums wird am 31. Oktober gefeiert. Die feministische Revolution in Deutschland sollte ebenfalls einen Feiertag bekommen!

Frauen waren in Europa noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts nicht im Besitz der Menschenrechte. Sie durften in Frankreich und den USA nicht wählen, obwohl bereits ehemalige männliche Sklaven das Wahlrecht hatten. Die Tore der höheren Bildung waren ihnen verschlossen und ökonomisch wurden sie brutal ausgebeutet.

Frauen waren Sklaven.

Noch heute werden Frauen an vielen Orten der Welt brutal unterdrückt. Sie werden gesteinigt und in Gefängnisse gesperrt. Einige sind aus Stein, andere aus Stoff.

Was Frauen erleben und erleben mussten, aber auch was sie erkämpft und erreicht haben, nämlich die Freiheit für sich und alle Menschen, stellt alles davor Dagewesene in den Schatten. Die Revolution der Frauen hat mehr Menschen befreit als die französische Revolution oder die amerikanische Revolution, die lediglich weniger als die Hälfte der Bevölkerung befreit hatten.

Wären die Heldinnen der feministischen Revolution Männer gewesen, stünden heute überall Statuen dieser Helden herum, Jungs und Mädchen könnten aus dem Stand ein paar Namen der Revolution nennen und sie würden sich stolz als Suffragetten verkleiden. Die Schriftstellerin Rebecca West sagte einst:

„Ich selbst habe es nie geschafft, genau herauszufinden, was Feminismus ist. Ich weiß nur, dass ich immer dann als Feministin bezeichnet werde, wenn ich Gefühle zum Ausdruck bringe, die mich von einer Fußmatte unterscheiden.“

Das Wort „Feminist“ ist ein Kompliment.

Nennt mich einen Feministen! Es macht mich stolz, Feminist genannt zu werden, denn Marie le Jars de Gournay war eine Feministin. Im Jahr 1622 veröffentlichte sie das Werk „Über die Gleichheit“ und argumentiert dort, dass alle Menschen ungeachtet der Herkunft und des Geschlechts vernunftsbegabte Wesen sind und daher gleich an Rechten und Pflichten:

„Genau genommen ist das menschliche Wesen übrigens weder männlich noch weiblich: das unterschiedliche Geschlecht ist nicht dazu da, einen Unterschied in der Ausprägung herauszubilden, sondern es dient lediglich der Fortpflanzung. Das einzige wesenhafte Merkmal besteht in der vernunftbegabten Seele. Und wenn es erlaubt ist, beiläufig einen kleinen Scherz zu machen, dann wäre hier wohl jene anzügliche Bemerkung nicht unpassend, die besagt: nichts ähnelt dem Kater auf einer Fensterbank mehr als – die Katze. Der Mensch wurde sowohl als Mann wie Frau geschaffen. Männer und Frauen sind eins.“

Hundert Jahre später widersprach der Humanist Rousseau dieser Auffassung und erklärte statt der feministischen Menschenrechte Gournays die humanistischen Männerrechte. Zu keiner Zeit war die Hauptströmung des Feminismus von dem Gedanken geprägt, Männer seien den Frauen untergeordnet. Dem Humanismus jedoch hingen nicht selten führende Philosophen an, die Frauen den Männern unterstellten. Es sind daher die Humanisten, die sich schämen sollten, nicht die Feministinnen!

Feministinnen kämpften stets für die Gleichberechtigung aller Menschen. Die führenden Köpfe im Kampf gegen die Sklaverei waren nicht selten Frauen: Aphra Behn (17. Jahrhundert, England), Olympe de Gouges (18. Jahrhundert, Frankreich), Mathilde Franziska Anneke (19. Jahrhundert, USA). Die Amerikanische Revolution und die Englische Revolution befreiten jeweils nur Männer. Die Suffragettenbewegung jedoch befreite im 20. Jahrhundert alle Menschen und ist somit die erfolgreichste Revolution der Menschenheitsgeschichte, deutlich erfolgreicher als die Französische Revolution, die im Terror endete und Frauen ihre Rechte absprach.

Olympe de Gouges lebte während der Französischen Revolution. Sie stellte die Vernunft in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung und und widersprach dem Terror:

„Die Sturmglocke der Vernunft ist im ganzen Universum zu hören; erkennt eure Rechte! Das gewaltige Reich der Natur ist nicht mehr umlagert von Vorurteilen, Fanatismus, Aberglaube und Lügen. Die Fackel der Wahrheit hat alle Wolken der Dummheit und Anmaßung zerstreut. Der versklavte Mann hat zwar seine Kräfte vervielfacht, aber er hat der eurigen bedurft, um seine Ketten zu sprengen. Kaum in Freiheit versetzt, ist er nun selbst ungerecht geworden gegen seine Gefährtin. O Frauen! Frauen, wann wird eure Verblendung ein Ende haben? Was sind denn die Vorteile, die euch aus der Revolution erwachsen sind? Ihr werdet noch mehr verachtet, noch offener verhöhnt.“

Erklärte noch im 17. Jahrhundert die Philosophin Marie les Jars de Gournay die Gleichheit von Männern und Frauen (1622), erklärten die Sieger der Französischen Revolution kurzerhand die Männer- und Bürgerrechte (1789), oft fälschlicherweise als Menschen- und Bürgerrechte übersetzt, obwohl Frauen dezidiert nicht mit „des hommes“ gemeint waren, was Oylmpe de Gouges in ihrer Antwort „Die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin“ auch offen kritisierte.

„Fürchtet ihr, dass unsere französischen Gesetzgeber – Richter über jene Moral, die sich lange Zeit in der Politik eingenistet hat, nun aber überlebt ist – es euch wiederholen: „Frauen, was habt ihr mit uns gemein?“ „Alles“, werdet ihr zu entgegnen haben. Und wenn sie sich in ihrer Schwäche darauf versteifen, mit ihren eigenen Prinzipien in Widerspruch zu geraten, dann setzt beherzt die Macht der Vernunft ihren eitlen Anmaßungen entgegen, euch überlegen zu sein (…) Die Frau hat das Recht das Schafott zu besteigen; sie muss gleichermassen das Recht haben, die Tribüne zu besteigen!“

Während Olympe de Gouges für die Menschenrechte stritt und das Recht eines jeden Menschen auf einen fairen Prozeß verteidigte, erklärten die männlichen Sieger der Revolution den Terror. Obwohl Olympe de Gouges eine blühende Republikanerin war und in dem König einen Feind der Demokratie sah, kämpfte sie für einen fairen Prozeß des Königs, weil für sie Menschenrechte unveräußerlich waren, selbst für die größten Feinde. Für Olympe de Gouges sollte die Vernunft herrschen. Die Sieger der Revolution sahen das anders. Am 17. Januar 1794 erklärte Maximilien Robespierre den Sieg der „Natur“ über die Vernunft:

„Wenn man vorschlägt, Ludwig XVI. den Prozeß zu machen, so stellt man die Revolution in Frage. Kann er gerichtet werden, so kann er freigesprochen werden, kann er freigesprochen werden, so kann er unschuldig sein. Ist er aber unschuldig, was wird aus der Revolution? (…) Wie könnte der Tyrann den gesellschaftlichen Pakt für sich anrufen? Er hat ihn vernichtet! Welche Gesetze sind an seine Stelle getreten? Die Gesetze der Natur: das Volkswohl.“

Olympe de Gouges jedoch verteidigte die Gesetze der Vernunft und landete dafür auf dem Schafott. Am 3. November 1793 wurde sie hingerichtet. Ihr Vergehen: Sie hatte sich den „Gesetzen der Natur“ widersetzt. Sie wusste warum. Wenn die Mächtigen krank werden, wollen sie nicht, dass die Natur herrscht, sondern sie verlangen nach der Vernunft des Arztes, wenn ihnen Unrecht widerfährt, wollen sie nicht, dass die Natur herrscht, sondern sie rufen nach der Vernunft des Richters, wenn sie aber unterdrücken wollen, dann holen sie schnell die Natur aus der Kiste und dann gibt es auf einmal die Natur der Frau, des Juden oder des Schwarzen und die Mächtigen tun so, als wüssten sie genau, was die Natur will, ganz so als hätten sie erst letzten Sonntag mit Mutter Natur Kaffee getrunken. Hedwig Dohm jedoch argumentierte:

„Wie der Mensch sich seinen Gott nach seinem Ebenbild schafft, so legt ein jeder seine Anschauungen der Natur in den Mund. Eine Byzantinerin ist die Natur, redet dem, der gerade die Macht hat, zu Munde, oder gibt wenigstens immer die Antwort, die der Fragende erwartet. Was ist natürlich, was unnatürlich? Die meisten geistigen Errungenschaften sind Einbrüche in vermeintliche Naturgesetze. Das scheinen die Antifeministen selbst zu bestätigen, wenn sie sagen: „Wir müssen auf der Änderung dieser verkehrten Welt bestehen.“ Recht haben sie. Wir bestehen ja auch darauf. Nur wollen sie, dass die Welt wieder so werde, wie sie einstmal war, wir aber wollen, dass sie werde, wie sie noch niemals war. Und sage nicht, es muss so sein, weil es niemals anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte steriler Gehirne. Schaffe Möglichkeiten!“

Hedwig Dohm sagte:

„Mehr Stolz, Ihr Frauen, der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn!“

Die Namen:

Harriet Tubman
Marie de Gournay
Hrotsvit
Olympe de Gouges
Aphra Behn
Rosa Parks
Ada Lovelace
Hedwig Dohm
Adelheid von Burgund
Hildegard von Bingen
Marie Curie
Aspasia

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Der 11. November 2018 ist nicht nur Karneval

Als ich vor einigen Jahren vor dem Kölner Karneval flüchtete, fuhr ich mit meiner Frau und unserem Hund durch die Normandie im Norden Frankreichs. Wir kamen an einer Vielzahl Soldatendenkmäler vorbei.

In Frankreich ist die Erinnerung an die Brutalität des Großen Krieges von 1914 bis 1918, der später als 1. Weltkrieg bezeichnet wurde, weil ein zweiter folgen sollte, allgegenwärtig. Sowohl in Frankreich als auch im Vereinigten Königreich, in den USA, in Kanada, Belgien, Australien, Neuseeland und vielen weiteren Ländern wird am 11. November an den Krieg und die Opfer gedacht.

Am Ende des Ersten Weltkrieges legte der Waffenstillstand von Compiègne fest, dass alle Kriegshandlungen am „Elften Tag des elften Monats um elf Uhr“ enden sollten. Diesem Ereignis wird in vielen Ländern alljährlich am 11. November als Veteranentag gedacht. In einigen Ländern werden in Erinnerung an den Waffenstillstand sogar zwei Schweigeminuten gehalten.

In Deutschland wird der 11. November anders begangen. Am Elften im Elften um Elf Uhr Elf beginnt in vielen närrischen Hochburgen Deutschlands der Karneval. Im Jahr 2018 wird der 11. November jedoch auch für das Ende des 1. Weltkrieges vor exakt hundert Jahren stehen. Auch wenn der Karneval eine freudige und ausgelassene Angelegenheit ist, sollten selbst die närrischen Gebiete Deutschland an diesem Tag auch den Opfern des Großen Kriegs gedenken.

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Es wird kein Antisemitismus gegen tote Juden geduldet …

… dafür aber Judenhass gegen die Lebenden hofiert, denn „der Deutschen liebstes Kind ist die Familie Stolperstein“.

Eine Bestandsaufnahme zum 9. November von Simone Schermann.

Der Münchner Stadtratsbeschluss, die antisemitischen Bewegung BDS nicht mehr mittels Überlassens städtischer Räume zu unterstützen, wird am Beispiel der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) ad absurdum geführt. Der Beschluss des Stadtrats, keinem Judenhass seitens BDS mehr dienlich sein zu wollen und diesem nicht mehr den roten Teppich ausrollen zu wollen, ist eine klare Lüge und eine Farce. Und niemand stört sich daran!

Kein Protest des Stadtparlaments, des Oberbürgermeisters, der Stadträte! Kein Aufschrei der Anständigen aus den Fraktionen! Kein Gebrüll bei den sonst so Achtbaren von dem Weisse Rose e.V., der Christlich-Jüdischen-Gesellschaft oder den notorischen Mahnern wie Gegen das Vergessen und für Demokratie, die sonst so gerne jegliche Form des Antisemitismus brandmarken!

Kein Aufschrei gegen Judenhass und kein übliches „Wehret den Anfängen“. Warum sind Frau Knobloch, der Zentralrat der Juden und der Antisemitismusbeauftragte in diesen Tagen so taub und blind?

Wo ist die Creme de la Creme der eifrigen Stolperstein-Führer, die feine Auslese der Ergriffenheitsmafia, die Hautevolee der Betroffenheitschickeria und des ewig ritualisierten Gedenktheaters, diese handverlesene, vornehme Gesellschaft, die sich anlässlich des 9. Novembers oder anlässlich der Deportation der Juden, alljährlich zum gemeinsamen Rendezvous trifft und sich in ihrer ewigen Betroffenheit aalt?

Sie treffen auf sämtliche Hobbyjudaisten, Friedensstifter und Konvertiten und Gedenken der toten Juden. Für die lebenden Juden bleibt offenbar keine Restkapazität mehr.

Das Tagesgeschehen rund um diesen „hohen Feiertag“ dürfte – ja – müsste die Betroffenheit, das Entsetzen um die Geschichte, um Judenhass und Antisemitismus gerade dieser Betroffenheitsfunktionäre schier zum Überkochen bringen und zu Taten werden lassen. Da genau das nicht passiert, ist eins klar: Hier stimmt etwas nicht und das stinkt zum Himmel. Was ist geschehen?

Am 7. November, zwei Tage vor dem Jahresdatum der Reichspogromnacht 1938, findet in den Räumlichkeiten der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) eine Veranstaltung statt. Eine antisemitische Propaganda-Veranstaltung, die ihren Ärger über den „Boykott der BBDS-Boykotteure“ in der LMU frei ausleben darf. Sie sieht ihre Meinungsfreiheit beschränkt. Stimmt. Judenhass war 1938 Mainstream. Und das soll heute wieder so sein dürfen.

Der Hauptreferent der Hass-Veranstaltung, Andreas Zumach, ist Funktionär beim Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung (BIB). In vergangenen Vorträgen hat er bereits dazu aufgerufen, gegen eine „Lobby“, die in Deutschland „agiert“, „die Stimme zu erheben.“ Dafür dient ihm die Uni München als Rednerbühne.

Wo diese „Lobby“ zu finden sei, dass führt der mittlerweile Jury-Vorsitzende des Göttinger Friedenspreises klar und unverhohlen aus. Sein Herzensthema ist dabei die „organisierte israelische Regierungslobby in Deutschland.“

Dazu gehören laut Friedenspreisträger Zumach “Teile der Deutsch-Israelischen Gemeinden“, „Frau Knobloch, als Vorsitzende der Gemeinde München und ehemalige Vorsitzende des Zentralrats“, „die alle Teil einer Lobby sind, die legitime Kritik ans israelischer Regierungspolitik (…) systematisch und erfolgreich zu unterbinden schaffen“. Ein weiteres Mitglied dieses „Lobby“ sei der als Jerusalem Post-Journalist und „Mossad-Agent“ fungierende Benjamin Weinthal.

Hier haben wir sie also wieder, die gute, alte, ewig funktionstüchtige Verschwörungstheorie einer einflussreichen und Deutschland umspannenden jüdischen „israelischen Regierungslobby“. Sie muss lediglich von einem „Friedenspreisträger“ vorgetragen werden. So wird die Adelung uralten Judenhasses durch die Universität München unterstützt.

Die in der LMU geplante Veranstaltung vom 7. November mit dem Titel „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“ wird getragen von einem hässlichen Konglomerat aus Verschwörungstheoretikern, BDS-Unterstützern, Querfrontaktivisten und Israelhassern.

Dabei ist Antizionismus gleichzusetzen mit Antisemitismus, eine Feststellung, der auch Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel, die Leiterin des Fachgebietes Allgemeine Linguistik an der Technische Universität Berlin beipflichtet. Wenn man also tatsächlich vorgäbe, der Frage nachzugehen, warum der Judenhass sich „in der Mitte der Gesellschaft“ so wohl fühlt und ausbreitet wie ein Virus, wenn man dieser Frage seriös nachgehen wollte, ist hier die Antwort darauf gegeben worden.

So schaue man zum krönenden Abschluss in das aktuelle Tagesgeschehen und auf die etablierten Altparteien. Grüne, Linke; und allen voran CDU und SPD sind in der Verbreitung von Judenhass federführend. Als verlängerter Arm der GroKo ist die Antifa zur Exekutive der Bundesregierung geworden. Die Antifa amtiert als der verlängerte politische Arm der GroKo auf der Straße, in den sozialen Medien und in Institutionen. Sie solidarisiert sich öffentlich, wie schon oft, bei Demonstrationen gegen „Rechts“ mit der Terrororganisation PFLP, die die Zerstörung Israels befürwortet. Der führende SPD-Politiker und Hamburger Innenminister Andy Grote twittert in diesen Tagen daraufhin munter, solch eine Demo in Hamburg „sei eine gelungene Veranstaltung“ gewesen. Wer also immer noch den Balken in seinem linken Auge nicht spürt, darf sich nicht wundern, wenn man ihm das bigotte „Wehret den Anfängen“ längst nicht mehr glaubt.

Quo vadis, SPD? Diese Frage möchte man der Friedrich-Ebert-Stiftung stellen. Diese plant am 12. November den Menschrechtspreis an den Women`s March USA (WM) zu verleihen. Die SPD wäre damit endgültig zum Sinnbild für die Glorifizierung leidenschaftlichsten Judenhasses avanciert. Denn seit seiner jungfräulichen Geburt 2017 ist der Women´s March USA durch perfidesten und offenherzigsten Judenhass der Vorstandsmitglieder und seiner Vorsitzenden in Erscheinung getreten. Linda Sarsour, selbst im Vorstand, hat als überzeugte Anhängerin von BDS kaum eine Gelegenheit ausgelassen ihren israelbezogenen Antisemitismus öffentlich kundzutun. Auch vor den perversesten Verschwörungstheorien, die an Ritualmordlegenden erinnern, schreckte sie nie zurück. So behauptete sie im September 2018, dass „jüdische Verantwortliche hinter Erschießungen von Schwarzen durch Polizisten in Amerika stecken würden.“ Im Dunstkreis von Linda Sarsour befindet sich als eifriger Unterstützer ihrer Bewegung der notorische Judenhasser Louis Farrkhan, der Adolf Hitler schon mal als „very great man“ bezeichnete und „Juden als Termiten.“ Die Auswahl dieser Beispiele ließe sich mühelos um ein Vielfaches ergänzen.

Dieser Tage finden Dutzende Gedenkveranstaltungen statt, werden von Funktionären der entsprechenden Gilden mit vor Betroffenheit zitternder Stimme Namen von Deportierten und Ermordeten vorgelesen, während Hetzjagden auf Juden in Deutschlands Straßen tatsächlich passieren, Rabbiner wirklich geschlagen und bespuckt und jüdische Schüler wieder aus deutschen Schulen vertrieben werden.

Über die Jahrzehnte hat sich ein „Wohlfühljudentum der toten Juden“ herausgebildet. Die Instrumentalisierung dieser toten Juden, die sich dagegen nicht mehr wehren können, ist in vollem Gange. Die Manege ist frei und jeder, der auf den Gedenkveranstaltungen den Namen eines Deportierten vorlesen darf, kann jetzt mit einem wohligen Gefühl nach Hause gehen, etwas sensationell Gutes getan zu haben – natürlich für tote Juden.

Die Rollen im Gedenktheater sind wohl verteilt. Schlecht konvertierte Juden haben an diesen Tagen endlich die Chance, sich fast als Juden zu fühlen – für einen Augenblick. Wenn der ungenügend konvertierte Deutsche, der natürlich der bessere Jude ist, die Gelegenheit am 9. November am Schopfe packt, um endlich zu fühlen wie ein Jid, dann muss er sich dazu der Toten bemächtigen. Für einen kurzen Moment befüllen die Namen der Toten das leere Gefäß, den Konvertiten. Endlich, ja endlich können sie in die Haut eines toten Juden schlüpfen, denn da ist der deutsche Konvertit beim Gedenkzirkus gnadenlos unerbittlich und scheut vor keiner Geschmacklosigkeit zurück um zu zeigen, dass er und nur er heute der wahre Jude ist.

Ein psychopathologisches Gedenkimperium, das alljährlich erbarmungslos zurückschlägt. Es zeigt, dass es in Deutschland sogar gefährlich ist, ein toter Jude zu sein. Denn auch als toter Jude hat man gefälligst seiner Position nachzukommen und den Konvertiten und sonstigen Funktionären zu ihrer wahren Berechtigung zu verhelfen. Als Steigbügelhalter, als Kulisse in einem miesen Geschäft, that´s it. So werden Namen gehaucht vorgelesen, mit dem Beisatz dass sie „wie Kerzen aus der Dunkelheit herausleuchten“ und das „Tyrannei und Verfolgung das Leid unseres Volkes“ sei.

Nun, mein Volk findet man einerseits in der Datenbank von Yad Vashem.

Der Rest meiner geliebten Familie lebt in Israel.

Im Mai dieses Jahrs saß ich im Urlaub auf meinem Tuches in Tel Aviv, in einem der herrlichen Restaurants. Ein wahrlich unvergesslicher Abend, an den ich heute noch zurückdenke. Wunderbare Menschen, schlendern auf dem Greek Market, handgefertigtes schauen und auch kaufen bis Mitternacht. Eine griechische Band spielte und dann das herrliche Essen. Zur gleichen Zeit, ich erfuhr das erst später, verteidigte meine kleine Nichte, im Alter von zwanzig Jahren, die Grenzen Israels. Ich habe leise in mich hineingeweint, vor Scham. Ich war nie in der Armee. Ich weiß nichts darüber, wie sich meine Cousine fühlt, deren Tochter in der Armee ist. Nichts über ihre Ängste, Nacht für Nacht, Tag für Tag. Ich kann nur versuchen, das nachzufühlen. Das ist es, was uns Juden ausmacht: Dieser ständige, auch innere, Kampf.

Schnitt.

Wenn der Antisemitismus und die Beförderer von Judenhass, wie folgerichtig und gebetsmühlenartig ständig wiederholt wird, längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, dann sollten wir auch die Täter und ihre willigen Mitläufer beim Namen nennen.

Das wurde hiermit getan.

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An open letter to Rashida Tlaib by Gerd Buurmann

Rashida Tlaib was recently elected to Congress. She once said:

I stand by the rights of people who support BDS. Allow the students to be a part of the movement. I am so proud of the Center for Constitutional Rights in support of student movements for BDS.

Let me be one of the first persons writing a letter to the new Congresswoman.

The Honorable
Rashida Harbi Tlaib
United States House of Representatives

Dear Ms. Tlaib,

There are nearly 1,694,000 Muslims living peacefully with Jews in Israel. They are the neighbors, colleagues, teachers, lawyers, judges, deputies, police officers, firefighters, soldiers, cooks, sexual partners and much, much more of the Jewish population. They laugh, live, eat, cry and fight together. They live together, not only because they want to live together, but because they have to live together. They share the same country. They are connected in fidelity with the trees, rivers, mountains, seas, lakes, towns, villages and deserts of their homeland which they often include in their prayers. They are one family! Some are distant relatives, others trusted friends. 1,694,000 Muslims are affirmative in their attitudes towards Jews and reach out their hands in peace.

However, those 1,694,000 Muslims are discriminated against by the global campaign of hatred called BDS! The name BDS stands for „Boycott, Divestment and Sanctions“. BDS opposes Israel as a whole and is against Israeli culture. All 1,694,000 Muslims who are living in peace, neighborliness, equality, tolerance and respect with Jews are Israeli citizens and thus the target of BDS discrimination. The campaign encourages boycotting and punishing Muslims, as well as to end any kind of support for those Israeli Muslims.

BDS demands that Muslims who live peacefully with Jews be treated as Jews.

There shall be no form of recognition of Israel! The Hamas Deputy Minister of Religious Endowments, Abdallah Jarbu, declared on February 28, 2010:

“Jews are foreign bacteria –microbes unparalleled in the world. (…) I condemn whoever believes in normalizing relations with them, whoever supports sitting down with them, and whoever believes that they are human beings. They are not human beings.“

BDS is not directed against this man and his party. BDS is also not against Wiam Wahhab and his party. Wahab, a former Lebanese minister, said on Al-Jadid / New TV (July 4, 2010) that he supported Brazil for their soccer, but Germany politically „because they hate the Jews and they burned them“.

Lebanon is one of the countries which have imposed a travel ban against me, Gerd Buurmann, just because I dared to visit the land of Israel. Besides Lebanon, Syria, Kuwait, Yemen, Libya, Saudi Arabia and Iran reserve the right to not let people into their countries if they are Jews or visited Israel. Many of these countries express pride in having expelled all Jews from their countries. They are proud of genocide. These countries also have pride in pursuing homosexuals. Homosexuals are executed regularly in Iran, Yemen, Saudi Arabia and in Gaza. These countries operate the worst kinds of apartheid. BDS isn’t directed against any of these countries! They are the ones which promote the BDS movement. But why?

BDS is directed against a country which decided to equip public hospitals with prayer rooms for all religions, after a Muslim had successfully appealed to the Supreme Judicial Court because he had to pray outdoors in front of a hospital in Tel Aviv. There are no prayer rooms in hospitals in the Gaza Strip, in Algeria, Saudi Arabia, Jordan and in Libya for Jews, much less even residence permits for them. In these regions, it is forbidden to be a Jew. Those places are all „Jew-free“!

BDS is directed against the country in which the then 19-year-old Arab woman from the northern port city of Akko, Lina Mahul, won first place in the Israeli edition of „The Voice“. BDS is not directed against the country in which Mohammed Assaf won the Arabic version of DSDS (Arab Idol) with a song which tells of the destruction of Israel.

Some time ago in Israeli television, a hidden camera revealed how the people of Israel responded to discrimination. A gas station retailer refused to serve Arabs. TV show guests responded as follows:

BDS is directed against these people and thus against the only country in the Middle East in which 1,694,000 Muslims live securely, in a democracy which allows them to be gay or lesbian. They have the same rights as all other citizens in the country, regardless of their gender and skin color.

Every fifth Israeli is a Muslim. BDS is directed against those Muslims! Israel is the only country in the Middle East, in which the people can choose their government… and have it replaced. The Israeli government is the only democratically elected country in the Middle East in which Muslims and Arabs reside. BDS agitates against that country. Mahmoud Abbas was elected in 2005 as president of the Palestinian Authority, but his term ended on January 9, 2009. Since then, he holds no legitimacy. BDS remains silent! Jordan is a monarchy with Islam as the state religion and Sharia law. All non-Muslim Palestinians in Jordan are second-class citizens. BDS is silent! In Syria, all Palestinians have been disenfranchised and are locked up in refugee camps. In January 2014, the Syrian army encircled Palestinians in a camp and let them starve. BDS is silent!

BDS is aimed exclusively against Israel and thus against all Israeli Muslims living in peace with Jews. Unfortunately, this campaign has many prominent supporters such as you. This shows that anti-Semitism is an over thousand year old disease. It’s still very contagious and even intelligence offers no certain immunity against infection.

Jew-hatred is a special form of discrimination and can be expressed in this simple formula:

„A Jew-hater criticizes Jews for things that non-Jews are not criticized for.“

This is precisely the hatred of the BDS movement

BDS is silent on all barbaric inhumanity in the world, but criticizes Israel because the country is not perfect. BDS denies the right for the existence of Jews if they are not perfect. Jews must be superhuman in order to retain a right of existence. For all others it’s OK to just be human. An Israeli politician is already demonized when he’s not a saint. An Arab politician can be a saint for just not being a devil. This is the century old campaign against Jews and BDS is a modern child of that ancient hatred.

This hatred spends billions to find Jews who are not perfect and call out: Look, the Jews! Countless journalists, correspondents, European and American organizations are in Israel for the sole purpose of making documentaries and writing stories that show that Jews are not perfect. These images, films and stories are produced in short intervals in order to perpetuate the idea that Israel is the greatest threat to world peace.

Israel is the only country that despite a nearly seventy-year-long war, whereby adversaries aim for its complete destruction, has retained all basic principles of a democratic society. This is unique in history. Although Israel is not perfect, there is no other country which does so well in the face of such animosity and hate. The Prime Minister of Israel Benjamin Netanyahu said in 2015:

„President Abbas, I know it’s not easy. I know it’s hard. But we owe it to our peoples to try, to continue to try, because together, if we actually negotiate and stop negotiating about the negotiation, if we actually sit down and try to resolve this conflict between us, recognize each other, not use a Palestinian state as a stepping stone for another Islamist dictatorship in the Middle East, but something that will live at peace next to the Jewish state, if we actually do that, we can do remarkable things for our peoples.“

The Israeli Declaration of Independence states:

WE EXTEND our hand to all neighbouring states and their peoples in an offer of peace and good neighbourliness, and appeal to them to establish bonds of cooperation and mutual help with the sovereign Jewish people settled in its own land. The State of Israel is prepared to do its share in a common effort for the advancement of the entire Middle East.

Wenn du willst, kannst den Text mit diesen ersetzen… es sind Kleinigkeiten.

Dear Ms. Tlaib,

why should Israel’s peace offers be boycotted?

Please don’t list the mistakes Israel has made. I’m informed enough. Please explain why you are not only more critical of Jews, but very tough in your assessment. Why do you support an organization that boycotts, sanctions and punishes Jews when they’re not perfect, but then silent on the barbarous inhumanity of those who want to annihilate the Jews?

Part of your family is living in an area between Jordan and Israel. Why do you blame their problems on Israel? It’s not the fault of Israel that they live in misery. It’s the fault of the Palestinian National Authority. Fatah as well as Hamas oppress life, liberty and the pursuit of happiness. They have installed an apartheid regime. They are to blame!

All the best,
Gerd Buurmann (Cologne, Germany)

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Das Viertakt-Finale am 17. November in Köln

Wenn ich am Ende dieses Jahres gefragt werde, welche Show man im Jahr 2018 in Köln gesehen haben muss, so wird die Antwort deutlich ausfallen:

Das Viertakt Finale!
am Samstag, 17. November 2018
um 20:00 Uhr
im Altenberger Hof, Mauenheimer Str. 92 in Köln
Eintritt: 16,- Euro

Neben den drei Finalisten, werden an dem Abend weitere herausragende Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet:

Lea Tunes und Janine Mitrell:

Viktoria Burkert:

Fußpflege Deluxe:

Das Viertakt-Finale am 17. November 2018 präsentiert somit acht außerordentliche Persönlichkeiten, die so einzigartig sind, dass es mir eine Ehre ist, diesen Abend unter der Leitung von Joseph Vicaire zusammen mit der Präsidentin des Viertakt e.V., Gudrun Höpker, moderieren zu dürfen.

Ich empfehle sehr, diese Show zu erleben.

Es werden die besten 16,- Euro sein, die Sie in diesem Jahr investiert haben werden. Vertrauen Sie mir. Kommen Sie vorbei! Erleben Sie richtig gute Bühnenkunst.

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„Der Nathan-Komplex“ am 6. Dezember in Berlin

„Der Nathan-Komplex“
Ein Theater-Vortrag von Gerd Buurmann
am Donnerstag, 6. Dezember 2018 um 19:00 Uhr
im Café Breslau Fuego in Berlin-Friedenau

Teilnahme nur nach vorheriger E-Mail-Anmeldung möglich!
Eintritt: 15,00 Euro (Begrenzte Platzzahl – Keine Abendkasse)
Ticket-Vorverkauf per E-Mail: eberhard.schwartz@web.de
Anmeldebestätigung wird zugeschickt.

„Mit Humor und viel Einfühlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schätzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Abraham Lehrer und Chana Bennett im Namen der Synagogen-Gemeinde Köln)

Mit seinem Vortrag „Der Nathankomplex“ nähert sich Gerd Buurmann auf kultur-historische Weise der Frage nach den Gründen für das schwierige christlich-jüdische und das nicht minder schwierige deutsch-israelische Verhältnis. Marc Neugröschel von der Hebrew University in Jerusalem schreibt:

„Gerd Buurmann ist es mit seiner gewinnenden Art gelungen, die Menschen im Publikum für die antisemitische Doppelmoral zu sensibilisieren, die zu einseitigen Verurteilungen des Staates Israel führt. Rhetorisch gut strukturiert und mit Hilfe schauspielerischer Einlagen, schaffte er es, dieses komplizierte Thema auf eine so eingängige und anschauliche Art und Weise darzulegen, dass man in den Gesichtern seiner Zuhörer förmlich sehen konnte, wie sie von Buurmanns Worten zum Nachdenken angeregt wurden.“

Gerd Buurmann analysiert die Beziehung des christlich geprägten Westens mit seinen jüdischen Brüdern und Schwestern und untersucht dabei besonders drei jüdische Charaktere, die die abendländische Kultur besonders geprägt haben: Jesus, Shakespeares Shylock und Lessings Nathan der Weise. Dr. Karl Thönnissen erklärt:

„Gerd Buurmann eröffnet in seinem Vortrag über den „Nathankomplex“ neue und erhellende Perspektiven auf das schwierige deutsch-jüdische Verhältnis: Er konfrontiert das Publikum aber nicht nur mit triftigen Argumentationen und wenig bekannten Fakten, er zieht es auch emotional in seinen Bann, wenn er sich binnen Sekunden und ohne Kostümwechsel in Shakespeares Shylock verwandelt und so die Zuschauer schmerzlich nah an einem jüdischen Schicksal teilnehmen lässt.“

“Immer wieder bezog Buurmann in den letzten Jahren unmissverständlich Stellung zu unsäglichen antisemitischen Statements in diversen Medien und trug zur Debattenkultur in dieser Stadt womöglich mehr bei als der nur noch um PR und Anzeigengelder buhlende Zeitungsbetrieb.” (Jules Lux vom Kölner Magazin Choices)

Henryk M. Broder bescheinigt ihm: „Gerd Buurmann spielt, wie ich schreibe.“

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