Zülpicher Platz in Köln abgesperrt

Der Zülpicher Platz in Köln wurde großräumig abgesperrt. So wie es aussieht, wurde in meiner Apotheke ein „verdächtiges DHL-Paket“ von einer unbekannten Frau auf den Tresen geworfen. Auf dem Paket soll eine handschriftlich Adresse stehen, die jedoch nicht leserlich sein soll. Die Polizei erklärt, in höchster Alarmbereitschaft zu sein.

Ich geh dann mal und lass die Polizei die Arbeit machen.

Liebe Polizei,
Danke.

Das Paket wurde geöffnet. Es waren nur medizinische Unterlagen drin. Hätte man auch ahnen können. Typisch Ärzte. Sauklaue!

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Rise of Jew hatred in Germany

On December 8, 2017, more than a thousand men and women demonstrated at the Brandenburg Gate in Berlin. They celebrated the Intifada, celebrated Hamas, burned the Star of David, shouted in Arabic „death, death, Israel“ and chanted „Khaybar, Khaybar ya yahud“, an anti-Semitic slogan honoring mass murder of Jews committed by Mohammed.

On July 17, 2014, a mob charging down Berlin’s Kurfürstendamm roared „Jew, Jew, cowardly pig, come out and fight alone!“

These people don’t need a reason to become violent. The reason is already there: Jew hatred!

However, they need excuses now and then in order to regenerate a hatred they can use to persecute, attack and kill Jews. There will always be excuses, for no matter how Jews or Israelis behave, even the smallest, most humanly understandable acts can lead to a new pogrom being proclaimed under the title of an intifada. We have to be prepared.

The hate is there. We can hear it. We can see it. We can feel it. Those who remain silent are complicit. The future murderers are here and they make no secret of their hatred. They shout their hatred in masses. We must act. Now!

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Translation: William Wires
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William.Wires.Fine.Art

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Kennen Sie diese Lieder?

Kennen Sie dieses Lied? Es handelt von König David, dem König des Königreichs Israel, der das Halleluja komponierte und zwar in der Hauptstadt seines Königreichs. Die Hauptstadt heißt Jerusalem.

Kennen Sie dieses Lied? Es handelt von Juden, die an den Flüssen Babylons sitzen und sich danach sehnen, in Ihre Hauptstadt zurückkehren zu können. Die Hauptstadt heißt Jerusalem.

Es gibt auch eine Opernversion dieser Sehnsucht der Juden. Sie ist ziemlich bekannt:

Kennen Sie dieses Lied? Es handelt von Juden, die in ihre Heimat zurückkehren, die eine Hauptstadt hat. Sie heißt Jerusalem.

Kennen Sie dieses Lied? Es handelt von Juden, die ihre Hauptstadt besingen. Sie heißt Jerusalem.

Wenn Sie diese Lieder kennen, wenn Sie sie gesummt und gesungen haben, wenn Sie dazu getanzt, geträumt, geweint und geküsst haben, wie können Sie auch nur eine Sekunde an dem Status der Stadt Jerusalem zweifeln?

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Übrigens, als die Band Boney M im Jahr 2010 in Ramallah auftrat, verhinderten die dortigen Veranstalter, dass sie „Rivers of Babylon“ sangen. Die Sängerin Maizie Williams erklärte damals, die arabischen Konzertveranstalter hätten ihr gesagt, es sei „nicht die klügste Idee“, das Lied zu singen. Es wäre ja auch nur zu peinlich gewesen, hätte Boney M in Ramallah ausgerechnet darüber gesungen, was die judenfeindliche Regierung der Region leugnet, nämlich die historische Verbindung der Juden zu Israel und zu Jerusalem.

Was heute in Ramallah passierte, geschah einst auch in Deutschland. Wie „Rivers of Babylon“ im 21. Jahrhundert war Nabucco in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus wegen des Themas aus der Geschichte Israels zunächst unerwünscht. Im Jahr 1940 schuf Julius Kapp daher eine „arisierte“ Fassung, in der er anstelle der Israeliten Ägypter auftreten ließ. Im Chor „Va, pensiero“ ersetzte er den Jordan durch den Nil und Zion durch Memphis. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kapp von 1948 bis 1954 Dramaturg an der Städtischen Oper Berlin.

Ähnlich wie bei den Nazis damals wird auch heute von vielen Leuten die Geschichte einfach nicht anerkannt, wenn sie nicht gefällt.

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Wir wurden alleine gelassen!

In Anbetracht der muslimischen Massen, die gerade in Berlin und anderen deutschen Städten ihren Hass auf Israel und Juden bekunden, sei an diese Demonstration vor ein paar Monaten in Köln erinnert, wo Muslime gegen den Hass demonstrierten.

Tapfer im Nirgendwo

Am 17. Juni 2017 war ich auf der Demonstration „Nicht mit uns! Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror“ auf dem Kölner Heumarkt. Ich ging dort hin, um zu tun, was Ralph Giordano bereits im Juni 2007 erklärt hatte:

„Ich jedenfalls stehe an der Seite aller säkularisierten Muslimas und Muslime, die mit Reformen den Weg zu einer Integration frei machen wollen, die diesen Namen verdient – ein Ziel, von dem wir noch weit entfernt sind. Was mich nicht hindert, es mit meinem Molekül näherzubringen. Denn eine friedliche Alternative zur Integration gibt es nicht.“

Wie weit wir zehn Jahre nach diesem Ausspruch noch von dem Ziel entfernt sind, wurde am 17. Juni bitter deutlich. Über 10.000 Menschen wurden erwartet, um gegen Gewalt und Terror im Namen des Islams zu demonstrieren, aber es kamen weniger als 1.000. Die meisten waren keine Muslime. Ich kam mit einer gehörigen Portion Hoffnung zum Heumarkt und…

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Die Intifada war nie weg!

„Wird es eine neue Intifada geben?“

Diese Frage stellen sich gerade wieder viele Beobachter der Situation im Nahen Osten. Bei manchen Beobachtern wird sogar eine gewisse Lust nach Ausschreitungen spürbar. Dabei ist die Antwort ganz klar: Die Intifada war nie weg!

Als Intifada werden die gewalttätigen Aufstände und Pogrome gegen Israel bezeichnet. Der Begriff kommt aus dem Arabischen und bedeutet: „sich erheben“. Die Intifada begann kurz bevor sich die Hamas gründete. In der Gründungscharta der Hamas vom 18. August 1988 steht, dass alle Juden weltweit vernichten werden sollen (Artikel 7) und dass es keinen Frieden mit Israel geben darf (Artikel 13).

Wer eine solche Charta hat, braucht keinen Grund für eine Intifada. Der Grund ist bereits vorhanden: Judenhass. Wer eine solche Charta hat, braucht einen Vorwand, um seinen Hass zu aktivieren, damit er Juden verfolgen, angreifen und töten kann. Dieser Vorwand wird stets in dem Verhalten von Juden gesucht, denn schließlich ist der Jude für einen richtigen Judenhasser selbst Schuld daran, dass er gehasst wird.

Der letzte große Vorwand für gewaltige Ausschreitungen gegen Juden und Israelis war ein Besuch des israelischen Politikers Ariel Scharons am 28. September 2000 auf dem Tempelberg.

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was so schlimm daran ist, dass der Mann den Tempelberg besuchte. Die Antwort ist so schlicht wie erschreckend: Weil er Jude ist!

Der Tempelberg steht unter arabischer Verwaltung. Alle Tore zum Tempelberg werden von Angestellten einer sogenannten Frommen Stiftung des Islams (Waqf) überwacht und die lassen oft keine Juden rein. Der Tempelberg ist zwar die heiligste Städte der Juden, aber der Ort wird von Muslimen bewacht. Das ist in etwa so, als würde Medina von Christen, Mekka von Juden und der Vatikan von Muslimen überwacht.

Unter der Verwaltung der Frommen Stiftung des Islams ist der Tempelberg heute wie eine Parkbank oder eine Grünanlage unter den Nationalsozialisten. Es gilt: „Juden unerwünscht!“ Stellen wir uns mal vor einen Pogrom vor, der von Nazis ausgerufen wurde, weil es ein jüdischer Politiker gewagt hatte, einen Park zu betreten, der nicht für Juden gestatten war. Was würden wir heute über einen Menschen sagen, der sagen würde, der Jude habe damit den Pogrom provoziert? Nichts anderes geschah als Ariel Scharon im Jahr 2000 den Tempelberg besuchte. Arabische Politiker riefen zu Pogromen auf, weil es ein Jude gewagt hatte, einen Platz zu betreten, der für Juden verboten war. Diese Pogrome sind heute unter dem Begriff „Zweite Intifada“ bekannt.

In einem Theaterstück, das im Jahr 2016 von Ali Jalaly inszeniert, im Theater Tiefrot in Köln aufgeführt wurde und für den Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater nominiert war, beschreibt der arabische Protagonist des Stückes den Besuch Ariel Scharons wie folgt: „Wieder war es Ariel Scharon, der in mein Leben eingriff. Er walzte mit seiner massigen Gestalt über den Tempelberg.“

Wer so darüber schreibt, wenn sich ein Jude weigert, das Schild „Nicht für Juden“ zu beachten, fordert die folgende Reaktion geradezu heraus. Die Kölnische Rundschau berichtete am 6. September 2017 über die Inszenierung:

„Doch dann setzt sich der Schauspieler auf einen Stuhl: ‚Es ist an der Zeit, sich hinzusetzen und miteinander zu reden.‘ Eine ob der erlittenen Unmenschlichkeiten fast befremdliche Haltung. Man würde lieber hören: ‚Wir machen das nicht länger mit!'“

In einem deutschen Theater wurde der Hass auf Israel geschürt und ein deutscher Kritiker rief danach, dem Hass endlich Taten folgen zu lassen. So funktioniert es, wenn das Verhalten jener, die man hasst, als Entschuldigung dafür herhalten muss, dass man ihnen Gewalt antut.

Dabei tut Israel alles, den Hass zu besänftigen. Israel bewahrt sogar den judenfeindlichen Status Quo auf dem Tempelberg mit israelischen Sicherheitskräften. Kann sich irgendjemand vorstellen, muslimische Sicherheitskräfte würden dafür einstehen, dass Medina christlich und Mekka jüdisch bewacht werden? Was würde wohl der Vatikan sagen, wenn der Zugang zum Vatikan von einer <i>Frommen Stiftung des Islams</i> bewacht werden würde, die zu bestimmten Zeiten nur Muslime in den Vatikan lassen würde? Glaubt irgendwer ernsthaft, Christen und Muslime würden nur mit Metalldetektoren und Kameras antworten?

Israel reagierte damit, dass die israelischen Sicherheitskräfte, die den Status Quo bewahren, mit Metalldektoren und Kameras ausgestattet wurden, um den Hass, der auf dem Tempelberg gegen Juden gelebt wird, wenigsten unter Kontrolle und im Auge zu behalten. Aber schon diese vollkommen verständlichen Sicherheitsmaßnahmen lösten Ausschreitungen und Gewalttaten aus und viele deutsche Medien kritisierten nicht etwa die „Fromme Stiftung“, die Juden diskriminiert oder die religiösen Führer der muslimischen Gebäude auf dem Tempelberg, in denen Waffen gefunden wurden, sondern Israel, die diesen Judenhass lediglich observieren wollte.

Israel machte für den Frieden zwar Zugeständnisse, die kein Christ und kein Muslim jemals gemacht hätte und dennoch wurde Israel kritisiert. Judenhass ist, wenn man Juden für etwas kritisiert, das man bei allen Anderen durchgehen lässt. Diesen Judenhass leben westliche Journalisten, Politiker und Selbsterkenntnis Nahostexperten, wenn sie die Entschuldigung der arabischen Judenhasser als Gründe verklären und somit Israels Verhalten für den Hass verantwortlich machen, der ihnen aus purem Judenhass entgegenschlägt. Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte in einer öffentlichen im Februar 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen!“

Der Chef der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas in Gaza, Jahia al-Sinwar, erklärte am 19. Oktober 2017 bei einer Rede vor Jugendlichen: „Es geht nicht darum, ob wir Israel anerkennen oder nicht, sondern um die Frage, wann wir es auslöschen und seine Existenz beenden.“

Abbas sagte einst: „In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Die Kinder Gazas werden dazu erzogen, Juden zu hassen. In den Schulen und im Kinderfernsehen wird gelehrt, Juden seien keine Menschen und es mache Spaß, sie zu töten. Sie lernen Lieder, in denen die Vernichtung von Juden gefeiert wird und lernen Gedichte auswendig, in denen es heißt, Juden seien die größte Plage der Welt und gehörten ausgerottet. Eltern erklären ihren Kinder, sie seien stolz, wenn sie als Selbstmordattentäter Juden töten. Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge: „Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Diese Menschen brauchen keinen Grund für ihre Pogrome, die sie Intifada nennen. Sie brauchen lediglich fadenscheinige Entschuldigungen und manche deutsche Medien liefern diese faulen Ausreden frei Haus. Wer nicht die Judenhasser für ihren Hass verantwortlich macht, sondern andere Leute, mögen es nun amerikanische Präsidenten, israelische Politiker oder deutsche Juden sein, unterstützt den Judenhass.

Die Tagesschau schoss dabei den Vogel ab und erklärte unter Bezugnahme auf den Brockhaus, der Pogrom gegen Juden sei ein „Aufstand der palästinensischen Araber im Gazastreifen, in Ost-Jerusalem und im Westjordanland gegen die israelische Besatzungsmacht.“

Ich frage mich, wie die Tagesschau wohl das Wort „Pogrom“ oder „Kristallnacht“ am 10. November 1938 definiert hätte und vor allem, auf wen sie sich bezogen hätte. Im Jahr 2017 jedenfalls behauptete die Tagesschau, der Gazastreifen sei besetzt, was jedoch nicht stimmt. Im Jahr 2005 wurde der Gazastreifen nämlich der palästinensischen Verwaltung übergeben. Danach wurden alle Juden innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben. Am Morgen des 12. September verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. In den folgenden Jahren feuerte die Hamas aus ihrem „judenreinen“ Gazastreifen unzählige Raketen auf Israel ab, alle in dem Willen, so viele Juden wie möglich zu töten. Wer sich das alles vor Augen führt, kann sich bei der kaltschnäuzigen Veröffentlichung der Tagesschau nur angewidert abwenden. Die Tagesschau schweigt über den Judenhass, wie es gute alte deutsche Tradition ist.

Das Schweigen wird immer lauter. Am 8. Dezember 2017 demonstrierten über tausend Männer und Frauen vor dem Brandenburger Tor. Sie feierten die Intifada, ließen die Hamas hochleben, verbrannten den Davidstern, riefen auf arabisch „Tod, Tod, Israel“ und skandierten „Chaibar, Chaibar, ya yahud, dschaisch Mohammed saya’ud“, eine judenfeindliche Parole, die einen Massenmord Mohammeds an Juden ehrt. („Chaibar, Chaibar, oh ihr Juden! Mohammeds Heer kommt bald wieder!“)

Am 17. Juli 2014 brüllte eine aufgepeitschte Menge über den Berliner Kurfürstendamm: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“

Diese Menschen brauchen keinen Grund, um gewalttätig zu werden. Sie brauchen nur noch Ausreden. Diese fadenscheinigen Ausreden werden sie erschaffen, denn egal wie sich Juden oder Israelis verhalten, schon die kleinsten, menschlich verständlichsten Taten von Juden können dazu führen, dass ein neuer Pogrom unter dem Titel einer Intifada ausgerufen wird. Wir müssen uns vorbereiten.

Der Hass ist da. Wir hören ihn. Wir sehen ihn. Wir spüren ihn. Wer bei all diesen Vorboten noch schweigt, macht sich schuldig. Die zukünftigen Mörder sind unser uns und sie machen aus ihrem Hass keinen Hehl. Sie brüllen ihren Hass in Massen. Wir müssen handeln. Jetzt!

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Wer möchte mit Fakten verwirrt werden?

Ein Beitrag von Cornelia de Ambrosia.

Da ich schon eine Weile vor Ort die Situation verfolge und die deutschsprachige Berichterstattung leider wichtige Zusammenhänge unerwähnt lässt, sehe ich es als meine Pflicht, zumindest hier einen Teil der weniger erwähnten Realität preiszugeben.

Überall lese ich, Trump hätte durch die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels dem Friedensprozess ein Ende gesetzt. Angesichts der Reaktionen muss man sich allerdings fragen, ob unter diesen Umständen Frieden überhaupt möglich und gewollt ist.

Wie kann man Gewalttaten gegen Unschuldige in Israel dulden, gar in Schutz nehmen und als legitime Form des Protests sehen, aber sich dann wundern und ärgern, wenn Menschen auf die gleiche brutale Weise in Frankreich, Deutschland, England und anderswo ermordet werden?

Terror ist überall Terror. Aber es scheint so, als ob der Terror in Israel in den Augen vieler westlichen und arabischen Medien gerechtfertigt wäre. Vierundzwanzig Stunden sind vergangen, seitdem der amerikanische Präsident die Hauptstadt des Staates Israel anerkannt hat; Jerusalem, die Stadt in der ich zur Zeit ein Auslandssemester verbringe.

Sämtliche internationale Staatsoberhäupter halten ihre Reden in der Knesset in Jerusalem und bis 1981 war die US amerikanische Botschaft in Jerusalem. Doch nun, wegen ein paar Worten, die einfach nur das bestätigen, was schon lange so ist, sind Leib und Leben in Gefahr. Denn auch wenn jüdische Israelis das bevorzugte Opfer sind, kann es jeden treffen, egal, ob Touristen, Israelis, Araber, Christen, Juden, Muslime, Beduine, Atheisten, Väter, Mütter oder Kinder.

Menschen, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort sind, können einfach so, auf offener Straße, erstochen, angefahren, gesteinigt oder erschossen werden. Schon oft wurden israelisch-arabische Busfahrer, europäische Touristen und Andere, die nicht zur eigentlichen Zielgruppe der Terrorangriffe gehören, ermordet. Ein Terrorist fragt nicht, bevor er sticht.

Gewalt ist kein entschuldbares Verhalten. Nirgendwo. Doch deutsche Medien suggerieren, Präsident Trump würde den Friedensprozess gefährden. Der amerikanische Präsident, der in seiner Rede das Recht der Muslime in Al Aqsa zu beten und die Zwei-Staaten-Lösung verteidigte, gefährdet den Friedensprozess? Nicht diejenigen, die hier, vor Ort, zu Terror-Taten gegen Unschuldige aufrufen und diese begehen? Weil die USA nun die Botschaft nach Jerusalem verlegt, werden sich die Angriffe in Israel häufen? Es scheint fast, als würde nach Gründen gesucht, um gewalttätig zu werden und Medienaufmerksamkeit zu wecken.

Im Juli, nachdem zwei israelisch-drusische Polizisten ermordet wurden, wurden am Tempelberg an den Eingängen für Muslime Metalldetektoren positioniert, so wie es beim einzigen Eingang für Nicht-Muslime schon lange üblich ist. Doch der Großmufti von Jerusalem verlautbarte, die Metalldetektoren würden die Gebete ungültig machen und so beteten Hunderte Menschen Tagelang auf den Straßen, auch als es keinerlei Sperrungen oder Restriktionen gab. Vierundzwanzig Stunden lang war der Tempelberg daraufhin gesperrt, man fand einige Dutzende Messer, einige Schusswaffen und Schlagstöcke in Wänden, Bänken und Büchern versteckt. Übrigens ist es allen anderen Religion verboten, dort zu beten, was strengstens kontrolliert wird.

An diesem Beispiel sieht man, wie irrational und desinformierend gehandelt wird. Wir haben es hier nicht mit westlichen Standards zu tun, bei denen ein Mindestmaß an kritischem Denken und Wahrheit üblich sind, sondern mit einer Politik, die Ihre Bevölkerung arm, ignorant und desinformiert hält. Warum? Weil es funktioniert.

Menschen werden protestieren, Journalisten werden berichten und Gelder werden fließen.

Weil die Regierungsvertreter in Gaza und in der West Bank sich damit bereichern und dabei die Bevölkerung misshandeln. Die West Bank und Gaza erhalten pro Kopf den mit Abstand höchsten Beitrag an humanitärer Hilfe. Auch die Dichte von Nichtregierungsorganisationen in der Region ist beeindruckend. Doch das Geld kommt nicht an. Es wird für Waffen und Raketen verwendet, von den korrupten Regierungsmitgliedern einbehalten oder an die Familien der groß gefeierten Martyrer (Attentäter) ausgezahlt.

Es schockiert mich, dass viele Medien diese Propagandamaschinerie unterstützen, denn bei ihren Berichten fließen mehr Spenden in die falschen Taschen. Vielleicht hat Europa das Bedürfnis, den einzigen jüdischen Staat zu dämonisieren, um die eigene Vergangenheit relativieren zu können. Anders kann ich mir die Obsession der vielen europäischen NGOs, Touristen, Journalisten und Spender nicht erklären.

Es wird kaum über die tagtäglichen Angriffe berichtet, die Versuche, beim Laubhüttenfest die Hütten, in denen Menschen schlafen, anzuzünden, dass in vielen Gegenden Juden nur unter Lebensgefahr mit Sicherheitsschutz unterwegs sein können, dass die arabischen Christen fast alle die Gebiete in der Autonomiebehörde verlassen haben, Meinungsfreiheit in Gaza wegen der Hamas problematisch ist, Frauen in den Autonomiegebieten wesentlich benachteiligt sind und einige so sehr unter Druck stehen, dass sie Anschlagsversuche begehen, um einen Ausweg aus häuslicher Gewalt und familiärem Druck zu finden.

Ich bin keine Siedlerin. Ich bin keine Israelin. Doch auch ich könnte, wenn ich zur falschen Zeit am falschen Ort bin, von einem schweren Stein am Kopf erschlagen, in den Gassen der Altstadt, auf dem Weg zur Klagemauer, erstochen, in der Straßenbahn angegriffen, beim Warten auf den Bus überfahren oder von einem arabischen Mitarbeiter im Büro ermordet werden, der von Terrororganisationen erpresst wird. Solche grauenvollen Taten sind hier leider Teil des Alltags, auch wenn es nicht in den Medien berichtet wird.

Ständig gibt es Aufrufe zur Gewalt, ständig werden irgendwo im Land Brandsätze und Steine geworfen, Fallen für Autos vorbereitet, Messerattacken verübt, Bussprengungen und Angriffe auf Autoinsassen versucht.

Meine Mitbewohnerin hätte beinahe ihren Vater und ihre Schwester während jeweils der ersten und zweiten Intifada verloren, einmal bei einer explodierenden Autofalle, bei der eine Frau umkam und einmal bei einem Angriff auf offener Straße, bei dem ein vorbeifahrendes Auto, das, in dem ihre Schwester saß, mit einem Maschinengewehr durchgeschossen wurde. Es ist ein Wunder, dass sie noch lebt.

Viele der Freunde meiner Mitbewohnerin wurden verletzt, ein halbes Dutzend sogar umgebracht. Sie erzählte, sie sei bei allzu vielen Beerdigungen ihrer Freunde gewesen. Die Angriffe sind nicht nur während der Intifadas und nach politischen Ereignissen passiert, sondern es gibt sie ständig, mal mehr und mal weniger.

Jeder in diesem Land kennt jemanden, der in einem Terrorangriff verletzt oder getötet wurde oder Verbrennungen, Glas- oder Metallsplitter in seinem Körper hat. Das ist die Realität hier. Doch die meisten reden nicht darüber, sie wollen sich in ruhigeren Augenblicken nicht an diese schmerzhaften Erlebnisse erinnern, sondern sich auf die guten Dinge des Lebens konzentrieren.

Vielleicht ist deswegen dieses Land so lebendig, so lebensfroh, so optimistisch und solidarisch. Die Menschen hier lassen sich von diesem Grauen nicht aufhalten, genauso wenig wie die Generationen vor Ihnen. Stets versuchen sie, das Gute zu finden und zu erschaffen, sich nicht auf den Tod zu fokussieren, sondern auf das Leben.

הי

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Wenn eine Person auf Facebook die Tagesschau teilt, …

… dann muss nicht unbedingt was gutes dabei herauskommen. Eine Person erklärt öffentlich:

„Ich muss wirklcih mal sagen: ich kann Amerika gerade echt nicht leiden. Das heilige Land gehört den Juden, Christen und Muslimen zusammen. Da merkt man, wie der „islamische Holocaust“ sich bewahrheiten wird, auf eine ganz andere, hinterhältigere Art und Weise. Die Juden haben gelitten und das über Jahrhunderte. Und anstatt Gutes zu tun, machen diese genau dasselbe, was ihnen selbst angetan wurde.

Ich mag keine Menschen. Die meisten haben nur Zorn und Hass im Herzen…“

Ach so. Die Israelis veranstalten heute einen Holocaust, weil sie nichts Gutes aus Auschwitz gelernt haben. Worauf man doch so alles kommen kann, wenn man keine Menschen mag.

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