Die Verfassung der USA steht!

Die meisten Menschen, die in der Revolution der Vereinigten Staaten von Amerika an der Spitze kĂ€mpften, starben im hohen Alter. Die französische Revolution jedoch fraß ihre Kinder. Viele starben jung und unter der Guillotine.

Auf die französische Revolution folgte eine Zeit des Terrors. Menschen, die glaubten, voller Tugend zu sein, tauchten Frankreich in Blut. Nach der Amerikanischen Revolution folgte kein Terror, sondern eine Zeit im Geiste dieser Verfassung:

„Wir halten diese Wahrheiten fĂŒr ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen sind und dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unverĂ€ußerlichen Rechten begabt wurden, worunter sind Leben, Freiheit und das Streben nach GlĂŒck. Dass zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingefĂŒhrt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; dass sobald einige Regierungsform diesen Zwecken verderblich wird, es das Recht des Volks ist, sie zu verĂ€ndern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche GrundsĂ€tze gegrĂŒndet und deren Macht und Gewalt derart gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und GlĂŒckseligkeit am schicklichsten zu sein scheint. Zwar gebietet Klugheit, dass von langer Zeit her eingefĂŒhrte Regierungen nicht um leichter und vergĂ€nglicher Ursachen willen verĂ€ndert werden sollen; und demnach hat die Erfahrung von jeher gezeigt, dass Menschen, so lang das Übel noch zu ertragen ist, lieber leiden und dulden wollen, als sich durch Umstossung solcher Regierungsformen, zu denen sie gewöhnt sind, selbst Recht und Abhilfe verschaffen. Wenn aber eine lange Reihe von Misshandlungen und gewaltsamen Eingriffen, auf einen und eben den Gegenstand unablĂ€ĂŸig gerichtet, einen Anschlag an den Tag legt sie unter unumschrĂ€nkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich fĂŒr ihre kĂŒnftige Sicherheit neue GewĂ€hren zu verschaffen.“

Die Verfassung der USA steht!

Sie stand, als es darum ging, die unfassbaren GrĂ€ueltaten der Sklaverei abzuschaffen. Sie stand, als es darum ging, das Frauenwahlrecht einzufĂŒhren. Sie steht immer wieder, wenn es darum geht, die Freiheit zu verteidigen. Die amerikanische Revolution bediente sich der Vernunft und widerstand der VerfĂŒhrung des Mobs.

Die amerikanische Revolution war erfolgreich, weil im Vorfeld Menschen lange nachgedacht, geplant und debattiert hatten. Keine Meinung wurde verboten. Nach Niederlagen gaben sie nicht auf und nach Siegen massakrierten sie nicht ihre Gegner. Die französische Revolution tat leider genau das und endete daher im Desaster. Die französischen RevolutionÀre hatten gemeinsame Sache mit dem Mob gemacht.

„Legion heiße ich; denn wir sind unser viele.“

So stellt sich der Teufel im fĂŒnften Kapitel des Buchs Markus im Evangelium vor. Das Böse hat die Form der Masse. Das Böse ist dort, wo sich der Mensch einer kollektiven Ideologie unterwirft, wo das Individuum in einem Mob verschmilzt und sich in der Legion der Vielen auflöst. Aufgelöst und aller Verantwortung entledigt können im Mob die furchtbarsten Scheußlichkeiten geschehen.

Es ist unmöglich, mit einem Menschen zu reden, der von einer Ideologie besessen ist, möge die Ideologie nun gut oder böse sein. Ein Mob hört nicht zu. Ein Mob lĂ€rmt, wĂŒtet und zerstört. Dabei ist es irrelevant, was die GrĂŒnde des Zorns des Mobs sind. Nichts rechtfertigt eine Schreckensherrschaft, weder Tugend noch gute Absichten.

Wenn Menschen, die sonst wenig gemeinsam haben, sich in der gemeinsamen HerabwĂŒrdigung ihres Gegners vereinen, wenn der Hass auf den Gegner identitĂ€tsstiftend wird, wenn man nicht mehr sagt, wofĂŒr man ist, sondern nur wogegen, wird es gefĂ€hrlich. Dabei ist es irrelavant, ob der Gegner selbst nun gut oder böse ist.

Ein Dagegen ist kein guter Treibstoff fĂŒr die Masse. Ich zum Beispiel bin nicht gegen eine Partei, sondern fĂŒr eine Partei. Ich muss nicht erklĂ€ren, gegen irgendetwas zu sein, denn sobald ich mich nur klar und deutlich fĂŒr etwas positioniere und erklĂ€re, wofĂŒr ich bin, lebe, liebe und kĂ€mpfe, wird es schon genug Menschen geben, die von sich aus erklĂ€ren werden, dass sie gegen mich sind. Sie werden ihrerseits Mauern hochziehen, um mich auszugrenzen. Warum soll ich ihnen dabei helfen?

Warum soll ich meine Kraft vergeuden und Mauern bauen, die eh gebaut werden?

Ich muss nicht ausgrenzen, denn wenn ich sage, wofĂŒr ich bin, werde ich automatisch ausgrenzt. Es werden die ĂŒbelsten Dinge ĂŒber mich verbreitet, sobald ich erklĂ€re, wofĂŒr ich bin, statt mich zu distanzieren. Wer den Hass der Legion nicht teilt, wird selbst zum Opfer des Hasses. Das Wort dafĂŒr ist Hexenjagd.

Eine Hexenjagd ist immer schlecht, egal ob die Gejagte eine Hexe ist oder nicht!

Ich jage nicht. Ich nÀhere mich. Ich sage eher, was ich mag und nicht so sehr, was ich hasse. Ich bewege mich frei und entscheide immer wieder neu, mit wem ich bereit bin, ein paar Schritte gemeinsam zu gehen.

Ein Mob definiert sich mehr durch Ausgrenzung als durch Bekenntnisse und wenn der gemeinsame Nenner die Ausgrenzung ist, dann entsteht dort schnell eine Eigendynamik, in der Menschen mit anderen Meinungen zu „Abweichlern“ und „VerrĂ€tern“ erklĂ€rt werden. In einer solchen Gruppe wird nicht debattiert sondern diktiert und jeder Millimeter in die falsche Richtung unter tosendem Applaus sanktioniert.

„Wer nicht fĂŒr uns ist, ist gegen uns“, ist die Rhetorik der Legion und die Aufforderung zur Distanzierung ihr Mittel der UnterdrĂŒckung.

Kein Mob wird es schaffen, den friedlichen Übergang der Macht in den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhindern oder den Weg der Verfassung zu blockieren. Die WahlmĂ€nner und Wahlfrauen haben am 6. Januar 2021 gewĂ€hlt. Damit wurden an dem Tag Joe Biden zum President Elect und Kamala Harris zur Vice President Elect gewĂ€hlt. Wem das nicht gefĂ€llt, soll es bei der nĂ€chsten Wahl besser machen. Nichts rechtfertigt den Terror des Mobs.

Was in Washington geschehen ist, sollte nicht als „mostly peaceful“ verharmlost werden. Wer Ausschreitungen nicht klar verurteilt oder kleinredet, macht sich mit dem Mob gemein.

Nachdem die Sklaverei in den Vereinigten Staaten abgeschafft war, grĂŒndeten sechs Offiziere der unterlegenen Konföderation am 24. Dezember 1865 in Tennessee eine Miliz zur Verfolgung von Schwarzen und Republikanern. Der Name dieser Miliz ist Ku-Klux-Klan. Diese Terrororganisation wurde gegrĂŒndet, weil damals ein Mob den Sieg der Republikaner, die gegen die Sklaverei gekĂ€mpft hatten, nicht akzeptieren wollten. Republikaner wissen somit aus eigener Erfahrung nur zu gut, dass ein Mob keine Alternative ist, nicht sein darf.

Die erste Frau, die in der Geschichte der USA sowohl in den Senat als auch in den Kongress gewĂ€hlt wurde, war Margaret Chase Smith von den Republikanern. Sie war das erste Mitglied des Kongresses, das die antikommunistische Hexenjagd unter der FĂŒhrung ihres republikanischen Senators Joseph McCarthy aus Wisconsin verurteilte. Am 1. Juni 1950 hielt sie im Senat eine Rede, die als „Declaration of Conscience“ bekannt wurde und in der sie erklĂ€rte, McCarthyismus habe den Senat auf „die Ebene eines Hass-Forums und des Rufmords herabgestuft“. Sie war der festen Überzeugungen, jede BĂŒrgerin und jeder BĂŒrger habe das „Recht auf Protest“ und ein „Recht auf unabhĂ€ngiges Denken“. Sie fĂŒhrte aus:

„Ich möchte nicht, dass die Republikanische Partei auf den vier Reitern der SchmĂ€hung zum politischen Sieg reitet – Angst, Ignoranz, Bigotterie und Verleumdung.“

Wer auch immer die Drahtzieher des Mobs sind, wenn es einem Mob gelingt, in das Herz der Demokratie einzudringen, wenn die vier Reiter der SchmĂ€hungen durch das Capitol reiten, trĂ€gt der PrĂ€sident dafĂŒr Verantwortung. Wenn der Mob zudem Fahnen schwingt und Symbole trĂ€gt, dann mĂŒssen sich jene dazu verhalten, denen diese Flaggen und Symbole etwas bedeuten.

Da ich aber von meiner Seite aus auf keinen Fall die Reiter der SchmĂ€hung anspornen möchte, zitiere ich den noch amtieren PrĂ€sidenten Donald Trump, allerdings nur die Stelle, wo er das sagt, was im Augenblick so unendlich wichtig ist, nĂ€mlich, dass es einen friedlichen Übergang geben wird:

„Auch wenn ich mit dem Wahlergebnis ĂŒberhaupt nicht einverstanden bin und die Fakten mich bestĂ€tigen, wird es am 20. Januar dennoch einen geordneten Übergang geben.“

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Der Meldemob

Es gibt ein grundlegendes Problem bei den sogenannten „sozialen“ Medien. Dort werden EintrĂ€ge gelöscht, wenn sie von vielen Menschen gemeldet werden. Diese Methode hat einen großen Fehler: Sie stĂ€rkt den Mob und schwĂ€cht das Individuum.

Wenn sich Menschen einer kollektiven Ideologie unterwerfen, wenn das Individuum in einem Mob verschmilzt und sich in einer Legion der Vielen auflöst, wird es gefÀhrlich.

Es ist unmöglich, mit einem Menschen zu reden, wenn er sich im Rausch eines Mobs befindet. Ein Mob hört nicht zu. Ein Mob schreit, lĂ€rmt und wĂŒtet. Wenn der Mob dann auch noch in der Gewissheit der moralischen Überlegenheit daherkommt, wird es besonders gefĂ€hrlich. Dabei ist es irrelevant, was das Ziel des heiligen Zorns ist. Die Methode des Mobs ist immer die Gewalt der aufgebrachten Masse.

Nichts rechtfertigt eine Schreckensherrschaft der Tugend.

Wenn sich Menschen, die sonst wenig gemeinsam haben, in der HerabwĂŒrdigung eines anderen Menschen vereinen, wenn Hass identitĂ€tsstiftend wird, marodiert der Mob.

Der Mob lĂ€sst andere Meinungen nicht zu. Er erklĂ€rt stattdessen, Worte seien Gewalt, nur um so dann selbst physische Gewalt gegen den Redner rechtfertigen zu können. Der Mob erklĂ€rt jeden Abweichler und jeden Kritiker zu einer Gefahr, gegen die auch Gewalt angewendet werden darf. Es ist schließlich Notwehr.

„Wehret den AnfĂ€ngen“ brĂŒllen diese selbstgerechten Putztruppen und meinen damit doch nur die AnfĂ€nge einer Zukunft, die sie aus ihrer eigenen Angst heraus konstruieren. Aus Angst nimmt der Mob andere Menschen als Geisel einer Vermutung. Diese Angst ist die Wurzel des totalitĂ€ren Denkens, die Gewalt ĂŒber Gedanken als PrĂ€ventivschlag ermöglicht.

Das Mittel des Mobs sind Bilder. Um einen Mob gegen einen Menschen aufzustacheln, muss dieser Mensch zum Bösewicht erklĂ€rt werden. Im Mittelalter wurden Menschen zu Hexen, Schwarzmagiern, Kinderfressern, Brunnenvergiftern und Teufelsanbetern erklĂ€rt, um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen. Diese Menschen wurden verbrannt, weil sie fĂŒr das guten Leben und die reine Menschheit angeblich gefĂ€hrlich waren.

Heute sind es weniger religiöse oder mythische Verunglimpfungen, die Menschen der Masse ausliefern, sondern politische Unterstellungen. Heute ist der Gegner wahlweise Nazi, Kommunist, Faschist, Kapitalist, Sozialist oder irgendein anderes politisches Monster, je nachdem, welches Bild des Bösen gerade Konjunktur in der Gesellschaft hat.

Heute sehen die Menschen ĂŒberall Nazis, so wie die Menschen im Mittelalter ĂŒberall Hexen sahen. Es ist ein Wahn, geboren aus der Überzeugung, dem einzig wahren, guten Glauben anzugehören.

In den letzten Jahren wurden nur allzu leichtfertigt Juden zu Rechtsextremen erklĂ€rt, schwarze Frauen zu weißen Suprematistinnen, ehemalige Muslime zum Rassisten und Feministinnen zu sexistischen Hasserinnen. Henryk M. Broder, Candace Owens, Hamed Abdel-Samad und J.K. Rowling können ganze Lieder davon singen. Sie wurden diffamiert, um einen Mob in den sozialen Netzwerken gegen sie zu entfesseln. Dabei haben sie alle lediglich Worte genutzt.

Wer Worte verbieten möchte, weil daraus Gewalt erwachsen kann, muss auch fĂŒr ein Verbot der Bibel oder des Korans plĂ€dieren. UnzĂ€hlige Terroristen haben mit den Parolen des Korans auf den Lippen gemordet. Nicht mal Jesus konnte verhindern, dass seine Worte missverstanden werden. HĂ€tte er die Bergpredigt daher besser nicht halten sollen?

Gedanken verschwinden nicht, nur weil sie nicht gesprochen werden.

Nur wer die brutalen Gedanken hört, kann sich wehren. Das Verbieten von Worten bringt rein gar nichts.

Worte und Meinungen sind weit weniger gefĂ€hrlich als eine Legion, die sich so im Recht fĂŒhlt, dass sie glaubt, Feuer legen zu dĂŒrfen, um die Gefahr auszumerzen. Wer alles verbannt und verbrennt, was ihm nicht gefĂ€llt, wird blind fĂŒr das, was in der Gesellschaft vor sich geht. Andere Meinungen auszuklammern, ist so effektiv wie das kleine Kind, das sich die HĂ€nde vor die Augen hĂ€lt und glaubt, so sei die Gefahr verschwunden. Internetseiten zu löschen, im Glauben, man wĂŒrde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie BĂŒcher zu verbrennen.

Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerken sperren Nutzerinnen und Nutzer öfter aus nichtigen GrĂŒnden, wĂ€hrend BeitrĂ€ge, die unverhohlen und offen Hass predigen, nicht gelöscht werden. Hamed Abdel-Samad ist es passiert und auch ich habe das schon öfter erleben mĂŒssen. Unsere Accounts wurden ohne Angaben von GrĂŒnden gesperrt und erst nach juristischer Hilfe wieder freigeschaltet. Bei allen Sperrungen erklĂ€rten Fundamentalisten öffentlich ihre Freude darĂŒber, uns mundtot gemacht zu haben. Sie hatten im Vorfeld sogar dazu aufgerufen, die Sperrungen der Accounts auf Twitter und Facebook durch massenhaftes Melden der BeitrĂ€ge zu erwirken.

Im Fall von Hamed Abdel-Samad fĂŒhrt ein Meldemob seit Jahren ein ZermĂŒrbungskrieg gegen einen Mann, der in der realen Welt stĂ€ndig auf der Flucht vor Fundamentalisten ist. Hamed Abdel-Samad kann nicht ohne PersonenschĂŒtzer sein Haus verlassen undekann seine Freunde nur geheim treffen. Sein unbeschwertes Leben wurde ihm genommen, weil er die Freiheit der Meinung lebt. Seine wichtigste Waffe im Kampf gegen die Fundamentalisten, die ihn töten wollen, ist das freie Wort und die Möglichkeit, seine Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob tut nun alles, ihm diese Waffe zu entreißen und Twitter, Facebook und YouTube sind die willigen Vollstrecker dieses Mobs.

Dabei sind diese Unternehmen Kinder unserer aufgeklĂ€rten Gesellschaft. FĂŒr ihre Freiheit sind viele MĂ€nner und Frauen gestorben, die fĂŒr das freie Wort gestritten haben. Ausgerechnet diesen Menschen wird ihre wichtigsten Selbstverteidigungswaffen genommen. Niemand ist in Gefahr, weil Hamed Abdel-Samad redet. Hamed aber ist in Gefahr, weil er redet. Und die Gefahr geht vom Mob aus.

Zur Zeit beherrscht ein Mob die Netzwerke. Es ist ein Sieg des GefĂŒhls der Masse ĂŒber die Vernunft des Individuums.

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Silvester 2020 in Köln

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Don’t fuck ‘21!

Ein musikalischer Einstieg in das Jahr 2021 von Cris Revon.

Before it’s gone, don’t fuck `21!

Die Sonne am Himmel schien auch schon mal heller. Die Scherben am Boden war’n einmal ein Teller. Du sagst: „Es wird gut.“ Du weißt nur nicht wann. Verlier nicht den Mut, and don’t fuck `21!

Es gab andere PlĂ€ne fĂŒr ein anderes Jahr. Es war nicht allen vergönnt, doch wir sind immer noch da. Man meint es nur gut und tut was man kann. Also verlier nicht den Mut, and don’t fuck `21!

Man soll es nicht kleinreden, aber auch nicht beschrei‘n, es kann ja noch schlimmer als im letzten Jahr sein. Doch was immer geschehen wird, ich rufe Dir zu: Verlier nicht die Hoffnung, and don’t fuck `22!

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2020 – Eins der besten Jahre seit 1974!

Ein persönlicher JahresrĂŒckblick von Frida Caroline Bruhn.


1974 war die Weltmeisterschaft, lief super und ich wurde geboren. Danach ist eine Menge passiert. Leben. Wiederholungen. Neues. Wiederholungen. Dann kam 2020.

2020 begann in Dubai mit Champagnerglas in der rechten, Zwillingskinderwagen in der linken, meiner tanzenden Tochter vor der Nase und suchendem Blick, wo der Vater mit den anderen beiden Kindern steckte. Eigentlich wĂ€re das der Zeitpunkt gewesen, als Paar und Familie zusammen zu sein und „normal“ und innig, sich ein frohes neues Jahr zu wĂŒnschen. Romantisch. Wieder mal, zum millionsten Mal, enttĂ€uscht. Aber zum Trost das Glas. Cheers! Auf ein Jahr ohne Alkohol in 2020! Traditioneller Vorsatz, bei dem sich nur die Jahreszahl Ă€nderte, in vielen der letzten 25 Jahre.

Überraschenderweise lief 2020 auch das anders. 

Mein Plan fĂŒr 2020 hieß: Kinderbetreuung, besser im Kickboxen werden, meine Therapie weiter besuchen, weiter keinen Alkohol trinken, tolle Reisen mit der Familie, möglichst vegan essen und mich persönlich zu einem besseren Wesen weiterzuentwickeln. 

Reisetechnisch war einiges auf dem Zettel: Fehmarn, Hawaii, Dominikanische Republik, Jamaika, eine Woche Paris und Euro Disney und im September wĂŒrde ich endlich mal wieder alleine nach New York fliegen und mir StĂŒcke am Broadway ansehen. Es wĂ€re das erste Mal gewesen, meine Kinder so lange nicht zu sehen. Aber das sollte mit Hilfe von Betreuung und zwei Au Pairs, die mit mir und den Kindern leben, alles gut zu ĂŒberbrĂŒcken sein.

What a Year! Groß, grĂ¶ĂŸer, besser, toller, höher, weiter, ferner! Großartig! 

Anfang MĂ€rz 2020 war meine Beziehung das vermutlich 2020ste Mal in zehn Jahren beendet, auf der Kippe oder einfach nur so der Horror. Dann kam was Kleines. Mit niedlichem Namen. Wenn es ein MĂ€dchen wird, nennen wir es Corona und einen Jungen Covid. Oder umgekehrt. Und immer mehr LĂ€nder machten die Schotten dicht.

Das Jahr hatte irgendetwas anderes mit mir vor, als meine PlĂ€ne dachten. Als der Lockdown da war, machte ich einen Online Kurs bei Jay Shetty. Ich wollte Jay Shetty unbedingt kennenlernen, weil er einer der Menschen ist, die mich inspirieren und den ich schon zu diesem Zeitpunkt als eine Art Mentor fĂŒr mich erkannt hatte.

Meine Konzentration auf mich selbst hatte auf meine Beziehung einen guten Einfluss. Anstatt mich ĂŒber meinen Partner zu Ă€rgern, konzentrierte ich mich auf mich, Kinder und Kurse. 

Mein Partner, der sonst TĂŒren und Tore in alle Richtungen offen ließ, wurde daraufhin anhĂ€nglicher, wenn auch nur fĂŒr eine kurze Zeit. Statt September New York sollte am 18. September nun die Hochzeit sein, nach zehn Jahren On/Off.

Das war ein Schritt fĂŒr mich. Das hieß fĂŒr mich nĂ€mlich auch, die Frau, die sich weigert, ihre Enkel kennenzulernen, obwohl sie die letzte, lebende Oma ist, im Nachbarort wohnt und fĂŒr „ihr großes Herz“ berĂŒhmt ist, wĂŒrde meine Schwiegermutter werden. Wie ihre zarten Worte noch heute in meinen Ohren klingen: „Deine Kinder sind nur 1/4 meines Blutes! Das ist keine Verwandtschaft fĂŒr mich! Blutsverwandtschaft vielleicht. Mir sind das zu viele Enkel!“

Die Frau, die im Gegensatz dazu, Patentante eines Kindes wurde, das außerhalb unserer Beziehung gezeugt wurde, rĂŒckte bedrohlich nĂ€her. Kurzum: Das, was man sich unter einem richtig guten VerhĂ€ltnis vorstellt, gab es bei uns. Nicht.

Ich will Euch nicht langweilen und mache es kurz: Nix reisen. Nix Heirat. Nix Oma, nix Schwiegermutter. Ich bin nicht gereist. Ich habe nicht geheiratet. 

DafĂŒr habe ich mich 2020 auf eine Reise nach innen begeben und habe mich von allem verabschiedet, was mir nicht gut tut. Bye bye Alkohol, bye bye Oma, bye bye Hochzeit, bye bye immer die betrogene Frau sein, die um sich selbst kreist in diesen sich wiederholenden Anklagen: „Wie können Menschen nur so unmenschlich, gemein, böse sein und das innerhalb der eigenen Familie, da, wo es am wehesten tut? Und ĂŒberhaupt: Prost! Cheers! Weg mit der Traurigkeit.“

Diese Frida Caroline habe ich 2020 zurĂŒckgelassen.

Familie kann etwas Tolles sein. Es kann so sein, wie ich es mir gewĂŒnscht habe, mit vielen Kindern und lachen und Zusammengehörigkeit. Das lebe ich jetzt. Endlich schmerzfrei. Und ich lebe meinen Beruf: Coaching. 

Ich liebe es, Menschen zu helfen, die wirklich an sich arbeiten wollen. Die bereit sind, ins Ungewisse zu springen, Neues zu wagen. Menschen, die die Power haben, ihren eigenen DĂ€monen gegenĂŒberzustehen und ihnen die Stirn zu bieten. Kein leichter Weg. Aber er lohnt sich.

Ich habe in diesem Jahr so viele Menschen ĂŒber Zoom kennengelernt, die 2020 als das Beste Jahr ĂŒberhaupt sehen. Hunderte. Und diese Menschen möchten helfen, Mut zu spenden, Mittel und Wege zu finden, wie man es schafft, in widrigen Zeiten und unter schwierigen UmstĂ€nden in sich selbst wieder Fuß zu fassen und ein Leben zu kreieren, das sich wirklich zu leben lohnt.

Außerhalb dieses Kreises kenne ich auch viele andere Menschen, denen es aktuell sehr schlecht geht, die um ihre Existenz bangen, die ihren Trost vermehrt in Alkohol suchen. Ich kenne Menschen, die Panik haben, weil ihre GeschĂ€fte schließen mussten. 

Ich kenne aber auch Menschen, die umdenken konnten und ihren Umsatz 2020 durch KreativitĂ€t im Vergleich zu Vorjahr sogar extrem verbessern konnten. Wer im Fluch den Segen findet, hat nicht nur „einfach GlĂŒck“. Mut wird oft durch GlĂŒck belohnt. Die negative Gedankenspirale im Kopf zu beenden, erfordert Disziplin und Kraft. An diesen Punkt muss man erst einmal kommen. Meist geschieht das durch Schmerz, durch eine Krise, oder durch einen Zusammenbruch. Und wer das jemals durchlebt hat, weiß, da geht man gestĂ€rkt heraus. Oder man zerbricht daran.

Eins ist sicher, wer sagt: „2020 war das schlimmste Jahr von allen“, wird recht behalten und wer sagt „2020 war das schönste Jahr von allen“, wird auch recht behalten.

Wer ein Dach ĂŒber dem Kopf hat, kann glĂŒcklich sein. Ich habe sogar ein altes Auto, das mit etwas GlĂŒck noch fĂ€hrt. Reisen, geschenkt. Aber ich habe 2020 FĂ€higkeiten entwickelt, die mich glĂŒcklicher machen als alles zuvor. Ich betrĂŒge mich nicht mehr selbst. Ich laufe nicht mehr routiniert vor meinem Schmerz davon.

Wenn ich meine Facebook-Seite aufmache, lese ich von allen Menschen, die in dieser Pandemie ĂŒbermenschliches leisten mĂŒssen. Ich lese von Menschen, die Angst haben. Menschen, die jemanden Liebes verloren haben, die grade so ĂŒberlebt haben. Mein MitgefĂŒhl gilt ihnen. Es gilt all den Kindern, allen Menschen, die hĂ€uslicher Gewalt ausgesetzt sind. Ich verstehe all die Wut und Trauer und denke an die Menschen, die sich gerade jetzt in Schmerz und Angst befinden, mit tiefem MitgefĂŒhl.

Es ist mir manchmal unangenehm, dass ich 2020 so ein gutes Jahr hatte. Einfach, weil ich mich manchmal schuldig fĂŒhle, dass ich genau zu diesem Zeitpunkt meine Werte wiederfinden und definieren konnte. Ich habe mich gegen eine Hochzeit, gegen ein Leben im goldenen KĂ€fig, in einer Spirale von UnterdrĂŒckung und Leid entschieden. DafĂŒr bin ich den Weg gegangen, der erstmal weh tut. 

2020, ich danke Dir von Herzen, dass es Dich gibt und dass Du mir diesen Weg beschert hast.

2020 hat mir gezeigt, dass es KreativitĂ€t, Mut, Resilienz, StĂ€rke, MitgefĂŒhl und Grip benötigt, um neu zu denken und zu fĂŒhlen. Es hat mir gezeigt, dass mir Kickboxen hilft, um in mir zu ruhen. Ich kann nicht erwarten, bis der Lockdown gelockert wird und ich wieder zum Training gehen kann.

2020 hat mir gezeigt, dass gute VorsĂ€tze wahr werden können, wenn man bereit ist, wirklich an sich zu arbeiten. 

2020 hat mir gezeigt, es gibt nicht nur die eine Wahrheit. So wenig wie ein geselliges Feiern bedeutet, dass man sich nicht einsam fĂŒhlt und so wenig, wie 2000 ein toller Jahrtausendwechsel fĂŒr alle war, Spoileralarm, hated it und danach kam nur selten Besseres.

Familie heißt nicht, dass die Menschen, die unter diesem Deckmantel stecken, wirklich liebevoll sind. Ich möchte nicht wissen (aber ihr dĂŒrft es mir gern sagen), wer sich nicht traut zu sagen, dass er oder sie sich ĂŒber den Lockdown am Jahresende gefreut hat, darĂŒber, die Festtage mal ohne Familie sein zu dĂŒrfen.

Alle von Euch, die ihre Lieben schmerzlich vermissen, ich bitte Euch, seht das GlĂŒck, diese Liebe zu spĂŒren, denn sie ist echt und das ist das Einzige, was zĂ€hlt.

Meine Wut auf „die Schwiegermutter, ihre Unverfrorenheit und KĂ€lte und darĂŒber, was sie alles bei ihrem Sohn angerichtet hat“ ist einem neuen Glaubenssatz gewichen, der fĂŒr alle Menschen gilt, die sich nicht, wie ich es gern hĂ€tte, Ă€ndern können oder wollen:

„Bless her. Bless him. Bless them. Change me!“

***

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KĂŒssen in Mekka

„Mich haben heute die ersten Drohnachrichten aus meiner Stadt Flensburg erreicht von Menschen, die ich von der Straße kenne. Da ich inzwischen Tausende Drohungen bekommen haben, schaffe ich es nicht, sie alle einzeln zu melden.“

Diese Worte stammen von Amed Sherwan. Er lebt in Flensburg und hat eine Fotocollage auf Facebook hochgeladen, auf der er zu sehen ist, wie er einen Mann kĂŒsst, wĂ€hrend im Hintergrund die Kaaba in Mekka zu sehen ist, auf der eine Regenbogenfahne weht, wĂ€hrend sich im Horizont vor Minaretten ein Regenbogen spannt.

Dieses Bild hat dafĂŒr gesorgt, dass Amed Sherwan Drohnachrichten aus aller Welt bekommt. Die Drohungen aus islamischen LĂ€ndern machen ihm laut eigener Aussage „weniger Sorgen“, aber er sagt:

„Die Drohungen aus Europa nehme ich sehr ernst und werde sie auch anzeigen. Ich glaube selbst nicht mehr daran, dass solche Anzeigen ernsthaft Erfolg haben. Aber falls mir etwas zustĂ¶ĂŸt, weiß die Polizei dann zumindest, wo sie ihre Ermittlungen anfangen können.“

Ein Mann mit dem Vornamen Saleh schrieb auf Facebook unter das Bild:

„Wie kann jemand, der aus meiner Religion stammt, unser heiligstes GebĂ€ude als Hintergrund nehmen und dann auf das Dach des Symbol des Regenbogens nehmen? Es ist eine unfassbare Sauerei, unser Mekka bearbeitet als Hintergrund zu nehmen. Das ist eine Spaltung unserer Religion. Von mir aus heirate ein Pferd, das ist mir rotzegal, denn es ist dein Leben, aber du solltest dir genauestens Gedanken machen, was du da gemacht hast.“

Die Spaltung des Islams ist fĂŒr fundamentalglĂ€ubige Muslime ein schweres Vergehen und so dauerte es lange, bis die ersten Drohungen bei Amed Sherwan ankamen. Auf die Frage, was die Stadt Flensburg zu der Situation sage, fĂŒhrt er aus:

„Tja, was soll ich sagen. Die Polizei nimmt mich in Flensburg erst ernst, seitdem ich in Berlin Personenschutz hatte. Nach der ersten Morddrohung in 2016 hat sie mich sogar öffentlich in der Presse als unglaubwĂŒrdig abgestempelt. Vielleicht hat mich die lokale Presse genau deshalb anfangs ignoriert. Sie berichtet erst jetzt, wo meine Aktionen bundesweit Aufmerksamkeit erregen. Die Stadt macht derweil Kampagnen fĂŒr Vielfalt, ohne sich genau zu ĂŒberlegen, wen sie sich dafĂŒr ins Boot holen. Im aktuellen Imagefilm fĂŒr das bunte Flensburg ist ein Imam zu sehen, der gemeinsam mit anderen versucht hat, den Film »Gott, du kannst ein Arsch sein« als gotteslĂ€sterlich aus dem Kino zu verbannen.“

Auf die Frage, was Flensburg besser machen könne, erklĂ€rt er: „FĂŒr ein echtes »Willkommen in dieser bunten Stadt« gehört auch, dass die Stadt sich gegen Hass positioniert statt der Hamas nahestehende Gruppen zu fördern.“

Amed Sherwan lebte nicht immer in Flensburg. Er wuchs im Norden des Iraks auf und wurde dort aufgrund seines Lebensstils bereits als Jugendlicher inhaftiert und gefoltert. Im Jahr 2014 entfloh er der Gewalt im Irak.

Am 28. Juli 2018 demonstrierte er beim Berliner Christopher Street Day (CSD) mit einem T-Shirt, auf dem geschrieben stand: „Allah sei schwul“. Dies brachte ihm auch in Deutschland viel Hass ein. In einer Mail an ihm stand: „Du sagst Allah ist gay?? Du wirst morgen sterben. Schreib dein Testament. Ich weiß wo dein Stand ist, ich mobilisier ganz Berlin. Exmuslim meinetwegen aber die Beleidigung gegen Allah wirst du bereuen. Gute Nacht noch.“

Andere AnhÀnger der Religion des Friedens taten diese Worte kund:

„Elendiger dreckiger Hund!“

„Ich finde es schade, dass es solche Menschen wie dich auf der Welt gibt und wĂŒrde nichts dagegen haben, wenn anstatt der Kinder in PalĂ€stina all ihr homosexuellen Hunde sterbt.“

„Wenn ich dich sehe, kannst du deine Beerdigung planen, wo sich jede Schwuchtel auf deine Leiche einen runterholt, um in dein Leichengesicht zu spritzen, ihr ekeligen Fotzen.“

„Ich schwöre, du wirst das nicht ĂŒberleben, du Sohn einer Hure!“

Es sei angemerkt, dass die originalen Schriften weder in der Orthografie noch in der Grammatik so korrekt waren, wie hier zitiert.

Amed Sherwan floh aus seinem Land aus Angst vor seinem Leben. Nun lebt er in Deutschland und wird auch hier bedroht. Im Namen des Islams werden schwule MĂ€nner in Deutschland mit dem Tod bedroht, daher ist es die Aufgabe eines jeden Muslims, dem die eigene Religion etwas bedeutet, dagegen die Stimme zu erheben.

Als sich Deutschland einst anschickte, ein Problem fĂŒr die Welt zu werden, da erklĂ€rten unter anderem Thomas Mann, Sophie Scholl und Marlene Dietrich, dass sie mit diesem Deutschland nichts mehr zu tun haben wollten. Thomas Mann verließ das Land, Marlene Dietrich unterstĂŒtze die USA im Krieg gegen Deutschland und Sophie Scholl rechtfertigte in ihren FlugblĂ€ttern indirekt das Recht Englands, Bomben auf Deutschland zu werfen. Sie alle waren Deutsche und dennoch stellten sie sich in Zeiten des brutalen deutschen Auswuchses gegen ihre Heimat. Marlene Dietrich soll auf die Frage eines Reporters, ob sie sich vorstellen könne, nach Deutschland zurĂŒckzukehren, sogar geantwortet haben: „Deutschland? Nie wieder!“

Mit diesem Satz hat Marlene Dietrich viele Deutsche gegen sich aufgebracht. Mich nicht. Ich verstehe Marlene Dietrich. Und ebenso gut kann ich es verstehen, wenn heute jemand sagt: „Islam? Nie wieder!“

Islam ist nur eine Ideologie und ein Muslim ist mehr als nur TrĂ€ger einer religiösen Ideologie. Ein Muslim ist ein Mensch, so wie ein Deutscher ein Mensch ist, aber das Land, in dem ein Mensch lebt oder die Religion, der er angehört, können von Zeit zu Zeit sehr kritikwĂŒrdig sein. Amed Sherwan ist wie Marlene Dietrich und formuliert sein „nie wieder“ wie folgt:

„Ich bin Ex-Muslim, aber kein Anti-Muslim. Ich sehe in allen Religionen ein gefĂ€hrliches Potential, respektiere aber, dass Glaube fĂŒr viele Menschen wertvoll sein kann. Ich kĂ€mpfe fĂŒr Menschenrechte, Glaubens- und Meinungsfreiheit. Und ich wĂŒnsche mir, dass auch Kinder muslimischer Eltern frei entscheiden können, wie sie glauben, leben und lieben wollen.

FĂŒr diese Haltung lebt Amed Sherwan gefĂ€hrlich und auch Facebook und Instagram fallen ihm in den RĂŒcken. Zu den Reaktionen auf sein Bild des schwulen Kuss‘ in Mekka sagt er: „Der wĂŒtende Mob hat das Bild so hĂ€ufig bei Instagram und Facebook gemeldet, dass mein Account auf Instagram verschwunden ist und Facebook mein Profil erstmal gesperrt hat. Als ich endlich wieder auf Facebook aktiv werden konnte, war das Foto mit allen Kommentaren einfach ohne Warnung gelöscht worden.“

Amed Sherwans wichtigste Waffe im Kampf gegen die Fundamentalisten, die ihn töten wollen, ist das freie Wort und die Möglichkeit, seine Worte zu veröffentlichen. Ein Meldemob hat nun dafĂŒr gesorgt, dass ihm diese Waffe entrissen wurde und Facebook und Instagram sind die willigen Vollstrecker dieses Mobs.

Internetseiten löschen ist das BĂŒcherverbrennen des 21. Jahrhunderts!

Amed Sherwan hatte neben dem Bild, auf dem sich zwei MĂ€nner in Mekka kĂŒssen noch weitere Collagen hochgeladen. Auf einem Bild kĂŒsst er sich im Deutschen Bundestag mit einem großen Philipp Amthor im Hintergrund, auf einem anderen Bild kĂŒsst er einen Mann, wĂ€hrend im Hintergrund Recep Tayyip Erdoğan und die Fahne der TĂŒrkei zu sehen sind. Auf einem Bild kĂŒsst er sich vor der AfD und Beatrice von Storch, auf einen anderen Bild in einer christlichen Kirche. Auf diesem Bild kĂŒsst er sich auf dem Tempelberg und auf diesem Bild vor dem Vatikan. All diese Collagen sind weiterhin auf Facebook sichtbar.

Ein Mob beherrscht die Netzwerke. Auf Facebook und Instagram gilt, bringe nur genug Menschen gegen dich auf und sei es nur aus dem Grund, weil du schwul bist und dich zeigst, wie du vor dem Bild der Kaaba einen Mann kĂŒsst und schon wirst du gelöscht oder gesperrt.

Facebook und Instagram helfen mit ihrem Handeln einem fanatischen und fundamentalistischen Mob im Krieg gegen die AufklÀrung und die Freiheit des Individuums. In einer aufgeklÀrten Demokratie herrschen jedoch nicht die Masse und der Mob, sondern die Vernunft und das Menschenrecht. Die Grundrechte des Einzelnen können nicht durch eine Mehrheit abgeschafft werden.

Der Islam ist nicht in Gefahr, weil Amed einen Mann kĂŒsst, aber Amed ist in Gefahr, weil er einen Mann kĂŒsst und Facebook und Instagram schĂŒren die Gefahr.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als Autor, KĂŒnstler oder Betreiber von â€žTapfer im Nirgendwo“ unterstĂŒtzen wollen, ĂŒberweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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Sollten Sie mehr ĂŒber Amed Sherwan wissen wollen, kaufen Sie sein Buch: „KAFIR – Allah sei Dank bin ich Athist“.

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Deutsche Steuergelder fĂŒr Kindesmissbrauch

Deutschland ist grĂ¶ĂŸter UNRWA Geldgeber mit 170 Millionen US-Dollar allein fĂŒr die Zeit 2019/2020. Dieser Film zeigt, was die Gelder durch UNRWA so alles mitfinanzieren.

Was in diesem Film sichtbar wird, ist blanker Kindesmissbrauch. Hier werden Kindersoldaten herangezogen.

Kindern wird beigebracht, den Tod mehr zu lieben, als das Leben. Das palĂ€stinensische Erziehungsministerium organisiert Schulveranstaltungen, bei denen Terroristen geehrt werden, die Juden ermordet haben. Es werden Selbstmordkindergartenlager betrieben, in denen der Hass auf Juden gelehrt wird. Die Seelen all der Kinder, die diese Erziehung durchlaufen mĂŒssen, werden gebrochen. Sie sind Opfer von KinderschĂ€ndern!

Die Bundesregierung sollte unbedingt dafĂŒr Sorge tragen, dass deutsche Steuergelder nicht in die HĂ€nde von Terrorgruppen gelangen und Kinder missbraucht werden und zum Krieg gegen Juden und den Staat Israel erzogen werden.

FĂŒr weitere Informationen lesen Sie „Vereinte Nationen gegen Israel: Wie die UNO den jĂŒdischen Staat delegitimiert“ von Alex Feuerherdt, Florian Markl und Esther Schapira.

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Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann!

Der folgende Text erschien zum ersten Mal in der New York Sun am 21. September 1897 und wurde von Francis Pharcellus Church verfasst. Mit diesen wunderbaren Worten wĂŒnsche ich allen Leserinnen und Lesern eine frohe und gesegnete Weihnacht:

„Mit Freude beantworten wir sofort und damit auf herausragende Weise die folgende Mitteilung und geben gleichzeitig unsere großen Auszeichnung Ausdruck, dass ihre gewissenhafte Autorin zu den Freunden der Sun zĂ€hlt:

Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Papa sagt: ‚Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘
Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?

Virginia O’Hanlon.
115 West Ninety-fifth Street.

Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, das fĂŒr ihre kleinen Geister unfassbar ist. Alle Geister, Virginia, seien sie nun von Erwachsenen oder Kindern, sind klein. In diesem unseren großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt ĂŒber ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fĂ€hig ist.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und GroßzĂŒgigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wĂ€re die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gĂ€be. Sie wĂ€re so öde, als wenn es dort keine Virginias gĂ€be. Es gĂ€be dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz ertrĂ€glich machen. Wir hĂ€tten keine Freude außer durch GefĂŒhl und Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfĂŒllt, wĂ€re ausgelöscht.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebensogut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sĂ€hen, was wĂŒrde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafĂŒr, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? SelbstverstĂ€ndlich nicht, aber das ist kein Beweis dafĂŒr, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die GerĂ€usche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stĂ€rkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame StĂ€rke aller stĂ€rksten MĂ€nner aller Zeiten, auseinanderreißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseiteschieben und die ĂŒbernatĂŒrliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und bestĂ€ndiger.

Kein Weihnachtsmann! Gottseidank! Er lebt, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.“

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PrÀchtige Weihnachten

Ein weihnachtliches Lied zur allgemeinen Lage von Cris Revon.

Ich denke an das Jahr zurĂŒck, was alles nicht geschah, aber Weihnachten wird prĂ€chtig, dieses Jahr.

Ich zĂŒnde ein paar Kerzen an, pfeif‘ auf das CO2-Erspartes aus dem Sommer, durch stornierte Fliegerei. Ich stopfe mich mit PlĂ€tzchen voll, mit Nuss und Mandelkern, denn alles SĂŒndhaft-Sinnliche, steht unterm guten Stern und denk‘ nicht an das Jahr zurĂŒck, was alles nicht geschah, denn Weihnachten wird prĂ€chtig, dieses Jahr.

Ich singe laut zum Radio mit, und springe durch das Haus, zu meinem neuen Lieblingshit, dem Lied vom Nikolaus. Fernsehen mit James Stewart, denn das Leben ist heut‘ schön, Kevin auf dem Ersten, Sissi auf dem Zweiten sehn; und denk‘ nicht an das Jahr zurĂŒck, was alles nicht geschah, denn Weihnachten wird prĂ€chtig, dieses Jahr.

NatĂŒrlich wĂ€r‘ es schön, noch ein paar andere zu sehn. Ich wĂŒnsche mir so sehr, ich könnt‘ an Deiner Krippe steh‘n. Ich seh‘ auch wirklich keine einzige Chance in der Krise, das wĂ€r bei all dem Leid auch eine zynische Devise. Jetzt denke ich schon wieder, was da alles nicht geschieht, aber Weihnachten wird prĂ€chtig in diesem Lied.

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(TINCR)

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The Twelve Lockdown Days of Christmas

In der letzten „Kunst gegen Bares“ vor Weihnachten singen die Menschen auf, vor und hinter der BĂŒhne immer „The Twelve Days of Christmas”. Da im Jahr 2020 nicht klar war, welche „Kunst gegen Bares“ die Letzte vor Weihnachten sein sollte, kommen hier nun „The Twelve Lockdown Days of Christmas“.

Sollten Sie mich, Gerd Buurmann, in meiner Arbeit als KĂŒnstler unterstĂŒtzen wollen, ĂŒberweisen Sie gerne einen Betrag Ihrer Wahl auf mein Konto oder nutzen Sie PayPal.

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