Veiled feminists

I have no problem with headscarves. There are many reasons to wear a headscarf, for example, as weather protection. It’s not so important what is on the head as what is in the head. But if a woman veils herself because an invisible friend told a male military commander how women one and a half millennia later are supposed to dress, then I’d say there’s quite a bit of space in that head.

The dumbest justification for a woman to veil herself is and remains the will of a man. No woman should be told by a man what she has to wear, and certainly not if she has to hide her hair! Apparently, the Swedish government sees it differently!

The Swedish government claims to be the „first feminist government in the world“. Twelve of the twenty-four members of the Swedish government are women. During a recent official visit to Iran, all the Swedish women wore headscarves to cover their hair. Only the men didn’t.

By the way, men generally do not wear a niqab for the same reason that they don’t wear uncomfortable shoes. They’re not so stupid as to wear clothes that are uncomfortable and restrict freedom of movement.

The Swedish Minister of Trade, Ann Linde, sees „no conflict“ between compulsory dress codes and feminism. She didn’t want to break Iranian law by not wearing a headscarf. She preferred to conform along with all the other female ministers of the „feminist government“ during the signing of bilateral trade agreements with Iran.

Dear Ministers,

I am afraid it’s time for a little mansplaining. Homosexuals are regularly executed in Iran. Being gay breaks Iranian law. This did not, however, prevent former German foreign minister Guido Westerwelle from traveling to Iran. He simply remained gay. And he didn’t put on a headscarf.

Women are persecuted in Iran. „Insufficiently veiled“ women are arrested daily by the “virtue police”. In early February 2017, a 14-year-old girl uploaded photos on the Internet which showed bruises in her face caused by policemen. Iranian women are whipped if they don’t dress or behave according to Islamic mandates. Masih Alinejad, founder of the Facebook platform „My Stealthy Freedom“ naturally criticized the Swedish government:

„If Western women obey the headscarf ruling without challenging it, it justifies the Iranian regime in increasing the pressure on Iranian women. Western women legitimize the discriminatory headscarf laws if they submit and don’t resist. Can’t we instead stand up against this together?“

Trade Minister Linde sees it differently. She told the Swedish Aftonbladet that the alternative would have been to send an exclusively male delegation, so she decided for the headscarf.

Wrong, dear Minister!

The Swedish government could have demanded that women don’t have to cover their hair, and if the Iranians had objected, the treaties could have been signed either in Sweden or in a third country, or not at all. At the very least, the male Swedish ministers could have worn headscarves as a sign of solidarity and as an expression of gender equality. But as I said, men aren’t that stupid!

So, dear ministers,

From mansplaning to manasking: What deal can be so important that the dignity and freedom of woman can be so compromised? Donald Trump gets criticized, quite rightly, because he wants to cuts funds for feminist organizations. But then why bow down submissively and veiled to Hassan Rohani, the president of a country where feminists are whipped!?

It doesn’t require much courage to protest against Donald Trump, but to subordinate oneself to a patriarchal and misogynic regime requires complete submission. Hedwig Dohm said in 1902:

„More pride, women! Pride may cause displeasure, but not contempt. Only on the bowed neck is the foot of the suppressor!“

At that time Swedish women didn’t even have the right to vote! One hundred and eleven years later, female Swedish ministers bowed their shrouded necks in Iran so deeply that Rohani could have done what Trump talked about on a bus.

Dear female ministers of Sweden,

You’re not feminists. For my part, you’re a word that begins with c. You are cowards!

***

Translation: William Wires
http://www.williamwires.com
http://www.facebook.com/William.Wires.Fine.Art

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Feministinnen unter dem Kopftuch

Ich habe nichts gegen das Kopftuch. Es gibt viele Gründe, ein Kopftuch zu tragen, zum Beispiel wegen des Wetters. Es ist nicht wichtig, was auf dem Kopf ist, sondern was in dem Kopf ist. Wenn sich aber eine Frau verhüllt und dies mit einem unsichtbaren Freund begründet, der einem männlichen Feldherren vor eineinhalb Jahrtausenden gesagt haben soll, wie sich Frauen von heute anzuziehen haben, dann ist meiner bescheidenen Meinung nach noch viel Platz in diesem Kopf frei.

Die bescheuerste Begründung für die Verhüllung einer Frau ist und bleibt der Wille des Mannes. Keine Frau sollte sich von einem Mann befehlen lassen, was sie anzuziehen hat und schon gar nicht, dass sie ihren Kopf zu verhüllen hat! Die schwedische Regierung sieht das jedoch anders!

Zwar sind zwölf der vierundzwanzig Mitglieder in der schwedischen Regierung Frauen, so dass die schwedische Regierung behauptet, die „erste feministische Regierung der Welt“ zu sein, aber bei einem Besuch im Iran trugen dennoch alle Frauen der Regierung ein Kopftuch, die Männer jedoch nicht.

Männer tragen generell keinen Niqab, übrigens aus dem selben Grund, aus dem sie sich keine unbequemen Schuhe anziehen: Weil sie nicht bescheuert sind! Es ist unbequem und schränkt die Bewegungfreiheit ein.

Die schwedische Handelsministerin Ann Linde jedoch erklärt, sie sehe „keinen Konflikt“ zwischen einer Zwangsverhüllung und Feminismus. Ohne Kopftuch, so sagt sie, hätte sie iranisches Recht brechen müssen und das wolle sie nicht. Sie trug lieber zusammen mit all den anderen Ministerinnen der „feministischen Regierung“ ein Kopftuch bei der Unterzeichnung der bilateralen Abkommen mit dem Iran.

Sehr geehrte Ministerinnen,

ich fürchte, es wird Zeit für ein wenig mansplaining. Homosexuelle werden im Iran hingerichtet. Wer schwul ist, bricht im Iran das Gesetz. Das hat den ehemaligen deutschen und schwulen Außenminister Guido Westerwelle (sel. A.) jedoch nicht davon abgehalten, in den Iran zu reisen. Er blieb einfach schwul. Und er zog auch kein Kopftuch über!

Frauen werden im Iran verfolgt. Täglich werden „unzureichend verschleierte“ Frauen von den Tugendpolizisten verhaftet. Anfang Februar 2017 veröffentlichte ein 14-jähriges Mädchen im Internet Fotos, auf denen zu sehen war, dass die junge Frau blaue Flecken in ihrem Gesicht hatte, zugefügt von Polizisten. Iranische Frauen werden mit Peitschenhieben bestraft, wenn sie sich nicht nach den Regeln des Islams kleiden oder benehmen. Masih Alinejad, Gründerin der Facebook-Plattform „My Stealthy Freedom“, kritisiert daher völlig verständlich die schwedische Regierung:

„Wenn westliche Frauen dem Kopftuchzwang gehorchen ohne es herauszufordern, heißt das für das iranische Regime, dass es den Druck auf die iranischen Frauen noch erhöhen kann. Westliche Frauen legitimieren das diskriminierende Kopftuchgesetz, wenn sie ihm widerspruchslos folgen. Können sie stattdessen nicht mit uns gemeinsam dagegen aufstehen?“

Handelsministerin Linde sieht das anders. Sie sagte dem schwedischen Aftonbladet, die Alternative sei gewesen, eine ausschließlich männliche Delegation zu entsenden, also habe sie sich lieber für das Kopftuch entschieden.

Falsch, liebe Ministerin!

Die Regierung hätte fordern können, dass die Frauen keine Kopftücher tragen müssen und wenn die Iraner diese Forderung abgelehnt hätten, dann hätten die Verträge entweder in Schweden, in einem Drittstaat oder gar nicht unterzeichnet werden müssen. Allerwenigstens aber hätten auch die schwedischen Minister männlichen Geschlechts im Iran Kopftuch tragen sollen, wenn auch nur als Zeichen der Solidarität und als Bekundung der Gleichberechtigung der Geschlechter in Schweden. Aber wie gesagt, Männer sind nicht bescheuert!

Daher, liebe Ministerinnen,

von mansplaning zu manasking: Welcher Deal kann so wichtig sein, dass die Würde und die Freiheit der Frau dafür verkauft werden? Sie kritisieren Donald Trump, völlig zu Recht, weil er Gelder für feministische Organisationen streichen will; warum aber besuchen Sie dann, verschleiert und demütig, Hassan Rohani? Er ist Staatspräsident eines Landes, in dem Feministinnen ausgepeitscht werden!

Es braucht nicht mehr als Gratismut, um gegen Donald Trump zu protestieren, aber um sich einem patriarchalischen und frauenverachtenden Regime unterzuordnen, dazu braucht es den erklärten Willen zur Unterwerfung. Hedwig Dohm sagte im Jahr 1902:

„Mehr Stolz, ihr Frauen! Der Stolze mag missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn!“

Damals hatten Frauen in Schweden nicht mal das Wahlrecht! 111 Jahr später beugen schwedische Ministerinnen ihren verhüllten Nacken im Iran so tief, dass Rohani von hinten das hätte tun können, was Trump einst in einem Bus über Frauen zum Besten gab.

Liebe Ministerinnen Schwedens,

für mich seid ihr keine Feministinnen. Für mich seid das andere Wort mit f. Ihr seid feige!

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„Mein Kampf“ für die GEMA

Am 28. September 1933 wurde der Staatlich genehmigten Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte (STAGMA) das Monopol zur Wahrnehmung von Musikaufführungsrechten erteilt. Die STAGMA war fest in nationalsozialistischer Hand. Die leitenden Mitglieder der STAGMA waren eingefleischte Nationalsozialisten. Der Geschäftsführer Leo Ritter zum Beispiel verschenkte als Prämie für „verdiente Mitarbeiter“ Adolf Hitlers „Mein Kampf“. Die Reichsmusikkammer unter ihrem Präsidenten Richard Strauss wiederum legte fest, dass „Nichtarier grundsätzlich nicht als geeignete Träger und Verwalter deutschen Kulturguts anzusehen“ seien. Für etwa 8000 in der Reichsmusikkammer organisierten Juden bedeutet dies ein Berufsverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte die STAGMA ihre Arbeit fort, ab dem 24. August 1947 allerdings unter der Bezeichnung GEMA.

Am 14. Dezember 2016 erhielt das Café und Restaurant Bleibergs in Berlin einen Brief von der GEMA. Im Bleibergs werden Speisen und Getränke nach streng jüdischen Speisevorschriften angeboten. Von Zeit zu Zeit finden dort Musikabende unter dem Titel „Klezmer im Bleibergs“ statt. Sämtliche Musikveranstaltungen wurden von der Leitung des Bleibergs bei der GEMA gemeldet, jedoch mit dem Hinweis, dass an den Abenden keine Werke aus dem GEMA-Repertoire gespielt werden würden, sondern ausschließlich traditionelle Weisen und Volksmusik. Klezmerlieder werden seit Jahrhunderten von den Eltern an ihren Kindern weitergegeben. Im 20. Jahrhundert wurde diese Traditionen jedoch durch den Holocaust dramatisch unterbrochen. Eine Menge Material der Klezmerkultur ging durch diesen Völkermord verloren.

Unbeindruckt von dieser Geschichte schrieb die GEMA am 14. Dezember 2016:

„Die GEMA-Vermutung besagt, dass aufgrund des umfassenden Weltrepertoires, über dessen Rechtwahrnehmung die GEMA verfügt, eine tatsächliche Vermutung dafür spricht, dass bei Musikaufführungen, unerheblich ob bei Tanzaufführungen, Tonträgernutzungen oder Videovorführungen, eine Vergütungspflicht besteht. Jeder, der behauptet, dass kein Werk des GEMA-Repertoires wiedergegeben wurde, hat hierfür den Beweis zu führen. Das heißt, es ist danach in jedem Fall Sache desjenigen, der sich darauf beruft, eine Musikwiedergabe mit ausschließlich urheberrechtlich freier Musik durchzuführen, im einzelnen darzulegen und lückenlos zu beweisen, dass alle von ihm wiedergegebene Musik urheberrechtlich ungeschützt ist.“

Da war aber mal ein sehr „verdienter Mitarbeiter“ am Werk. Dafür könnte durchaus eine Ausgabe von „Mein Kampf“ als Prämie drin sein! Die GEMA verlangt von einem Veranstalter, der Musik gespielt hat, „lückenlos“ zu beweisen, das nicht Lieder der GEMA gespielt wurden. Das ist so, als würde NESTLE jedem Bürger, der Schokoriegel isst, einen Brief mit der Aufforderung schreiben, er solle lückenlos beweisen, im letzten Jahr keinen Lion gegessen zu haben. Die Leitung des Bleibergs verfasste daher eine klare Antwort:

„Nachdem Ihre Vorgängerorganisation STAGMA im 3. Reich, alles Jüdische aus ihrer Mitte verdammte, jüdische Komponisten und Musiker aus dem Verband ausschloss, kommen Sie jetzt daher und verlangen Gebühren genau für die Musik, die Ihre Vorgängerorganisation vor nicht allzu langer Zeit als entartet bezeichnet hat. Sie haben mir, für die von mir eingereichten Veranstaltungen eine Rechnung zukommen lassen. Diese erhalten Sie als Anlage wieder zurück. Ich werde nicht bezahlen. Erst werden die jüdischen Musiker und Komponisten von Ihrer Vorgängerorganisation ausgeschlossen und somit um einen großen Teil ihrer Einkünfte beraubt, dann wird das Vortragen ihrer Musik verboten, dann werden sie vergast, ermordet oder bestenfalls vertrieben und dann verlangen Sie von mir eine Bezahlung, wenn zu ihrer Erinnerung ihre Musik gespielt wird? Was soll ich anderes dazu sagen als bodenlose Frechheit!“

Eine gute Antwort an eine Organisation, die aufgrund ihrer Monopolstellung allen Anstand verloren hat. Die GEMA vertritt nicht mehr Künstlerinnen und Künstler. Sie ist ein unanständiges, gefrässiges und drohendes Monster geworden, das Künstler schikaniert und gegeneinander ausspielt, um sich den eigenen Wanst zu stopfen. Entweder wird die von den Nazis durchgedrückte Monopolstellung der GEMA schnellstmöglich aufgehoben oder Menschen, die von der GEMA schickaniert werden, wird nichts anderes übrig bleiben, als den „verdienten Mitarbeitern“ bei der GEMA in sarkastischer Weise eine Ausgabe von „Mein Kampf“ zukommen zu lassen.

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Wie wäre es mal mit einer Trennung von Staat und Kirche? Nur so als Versuch.

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Der Staatsvertrag Hamburgs mit den muslimischen Verbänden stand wegen anti-israelischer und anti-christlicher Bekundungen einzelner islamischer Gruppen sowie Geheimdienstvorwürfen gegen den türkischen Verband Ditib im Zentrum einer Aktuellen Stunde der Hamburgischen Bürgerschaft am 1. Februar 2017. Die Hamburgische Bürgerschaft lehnte jedoch mit den Stimmen der rot-grünen Koalition und der Linken eine Kündigung ab.

Warum gibt es überhaupt einen Staatsvertrag mit Religionen? Es gibt schließlich auch keinen Staatsvertrag mit Buddhisten, Atheisten und Helene Fischer Fans, wobei die letzte Gruppe vermutlich der extremistischste Kult sein dürfte. Es sollten vielmehr sämtliche bestehenden Staatsverträge mit Religionen aufgelöst werden, statt weitere mit Muslimen oder anderen Religionen zu schließen. Christen sollten zum Dialog in diesem Land auch ohne Staatsvertrag fähig sein. Nicht-Christen können es schließlich auch.

Das Christentum aber hat die deutschen Gesetze fest im Griff. Karfreitag zum Beispiel heben einige Bundesländer die Freiheit der Kunst auf und bestimmen, welche Stücke gezeigt werden dürfen. Im Jahr 2011 zum Beispiel durfte die Oper „Salome“ zwar gezeigt werden, „Madame Butterfly“ jedoch nicht. Am 29. März 2013 wiederum wurde in der Oper Köln Richard Wagners “Parsifal” gegeben. Zur gleichen Zeit wurde in Bochum im Sozialen Zentrum an der Josephstraße der Film “Das Leben des Brian” gezeigt. Gegen diese angebliche Gotteslästerung eröffnete das Rechtsamt der Stadt Bochum ein Bußverfahren. Gegen Wagner wurde keine Klage erhoben!

Der deutsche Staat zieht Kirchensteuern ein, macht den christlichen Sonntag für alle Bürgerinnen und Bürger verbindlich und erlaubt es staatlich finanzierten Einrichtungen unter christlicher Trägerschaft, die christliche Sexualmoral von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Privatleben zu erzwingen.

Das Christentum ist die größte Religionsgemeinschaft in Deutschland. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Deutschland ist der Islam und er pocht nun auf das Gleichheitsprinzip. Der deutsche Staat, der es Christen erlaubt, unter Umständen Kunst zu verbieten, muss den Muslimen ebenso entgegenkommen, wenn er es mit der Religionsfreiheit ernst meint.

Im November 2013 wurden unter dem Kurator Manfred Reichel in einem Flur der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf Ölmalereien, Lithografien und Zeichnungen von Städten und Menschen ausgestellt. Darunter waren auch sechs Aktbilder, die jedoch einen Tag später wieder abgehängt wurden – aus Rücksicht auf Muslime. Diese Bilder wurden im November 2013 abgehängt. Ich muss unweigerlich an dieses und an dieses Aktbild denken. Diese Bilder wurden vor etwas längerer Zeit in Deutschland entfernt – aus Rücksicht vor dem deutschen Geschmack, der schon damals gut mit dem Islam konnte.

Eigentlich müsste der deutsche Staat alle deutschen Bürgerinnen und Bürger zwingen, ihre Geschäfte am Samstag zu schließen, aus Respekt vor dem Islam, für den der Samstag so heilig ist wie für Christen der Sonntag, schließlich müssen auch alle Geschäfte am Sonntag schließen aus Respekt vor Christen. Den Veggie-Day könnte Deutschland nebenbei als Ramadan verpflichtend machen.

Entweder herrscht Religionsfreiheit in Deutschland, dann müssen alle Religionen gleich behandelt werden, oder eben nicht. Solange es keine eindeutige Trennung von Staat und Kirche gibt, solange Christen in Deutschland Privilegien genießen, ist es das Recht eines jeden Muslimen, diese Privilegien auch einzufordern. Entweder bekommen Muslime genau so viele Privilegien wie Christen oder Deutschland wird in Sachen Religion liberaler. Jeder kann glauben, woran er will, aber er darf seinen Glauben nicht von Ungläubigen erzwingen.

Die zuständige Kulturstadträtin des Bezirks Marzahn-Hellersdorf, Juliane Witt (LINKE), erklärte übrigens zu der Entscheidung, die Aktbilder zu entfernen, Marzahn-Hellersdorf stehe für beides, „Freiheit der Kunst und interkulturelle Öffnung“. Genau da liegt das Problem: Freiheit der Kunst und kulturelle Öffnung sind nicht gleichrangig zu bewerten! Menschenrechte haben immer Vorrang vor einer kulturellen Öffnung. Die Menschenrechte sind keine Verhandlungsmasse auf dem Jahrmarkt der Kulturen. Das Grundgesetz ist kein Richtwert sondern Gesetz! So wenig wie es Angela Merkel gestattet sein darf, homosexuellen Menschen gleiche Rechte zu verwehren, nur weil sie dabei ein ungutes Gefühl hat, ebensowenig darf die Freiheit der Kunst eingeschränkt werden, nur weil Ayasha Merkel beim Anblick einer nackten Frau ein ungutes Gefühle bekommt.

Wenn es hart auf hart kommt, wenn Christentum, Islam und Aufklärung in eine Auseinandersetzung geraten, werden sich mit an ziemlicher Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Christentum und Islam gegen die Aufklärung verbünden. Gegen die Vernunft haben sich Religionen, die sich sonst spinnefeind sind, immer schon bestens verbünden können. Nichts gegen einen festen Glauben an Gott, aber Staat und Kirche müssen getrennt sein! Es ist schlicht unmöglich, dass ein Atheist einen Gläubigen dadurch beleidigen kann, dass er sich nicht an seine Regeln hält! Außerdem darf der Staat nicht bestimmen, was eine Religion ist und was nicht.

Ich habe die Vermutung, wenn es bei der Church of Scientology zu Ehrenmorden kommen würde, wenn sie Nationen an sich risse, um Scientologische Diktaturen auszurufen, wenn sie an ihrer Spitze nur Männer zuließe und Frauen verschleiern, Homosexuelle diskriminieren, Israelfahnen verbrennen und Fatwas aussprechen würde, sie plötzlich mit multi-kulturellem Verständnis rechnen dürfte. Es ist erschreckend zu sehen, was viele Leute an Scientology kritisieren, aber woanders tolerieren.

1. Den Aussteiger aus Scientology wird das Leben zur Hölle gemacht.

Viele Muslime in Deutschland bekommen Todesdrohungen, wenn sie den Islam verlassen möchten, einige Drohungen wurden sogar umgesetzt. Dennoch gibt es keine staatlich finanzierten Aussteigerprogramme für Muslime.

2. Scientology mischt sich in die Wirtschaft ein und setzt Mitarbeiter unter Druck, wenn sie nicht nach den scientologischen Prinzipien leben.

In Deutschland wird es gesetzlich toleriert, das Krankenhäuser, Altenheime, Kindergärten und andere Einrichtungen, die zwar staatlich finanziert aber unter kirchlicher Organsation stehen, ihre Mitarbeiter entlassen dürfen, wenn sie “in Sünde” leben, also eine sexuelle Beziehung ohne Ehe hegen. Die Arbeitgeberin Kirche befiehl unter staatlichem Schutz in die Better ihrer Arbeitnehmer. Homosexuelle und Geschiedene dürfen entlassen werden. Für den Beruf des Pfarrers wird der Katholischen Kirche sogar das Recht auf Geschlechterdiskriminierung zugestanden, ohne das es Auswirkung auf die staatliche Unterstützung der Kirche durch den Staat hat.

3. Scientology sucht politische Einflussnahme.

Die christlichen und muslimischen Kirchen und Organisationen haben das Recht auf Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Christliche Feiertage werden vom Staat festgeschrieben. Allen Menschen, nicht nur den Christen, wird in einigen Bundesländern Deutschland das Tanzen, Musizieren und Theaterspielen auf Karfreitag unter Androhung empfindlicher Geldstrafen verboten.

4. Scientology will die Weltherrschaft.

Der Islam unterhält weltweit schon viele Diktaturen. Viele davon haben die verfassungsmäßige Absicht, die ganze Welt dem Islam zu unterwerfen. Es gibt somit muslimische Bomben. Wann ist das letzte Mal eine scientologische Bombe abgefeuert worden?

5. Scientology ist nur an das Geld seiner Mitglieder interessiert.

Der deutsche Staat treibt Kirchensteuern ein! Natürlich muss Scientology das Geld direkt von seinen Mitgliedern holen. Für die christlichen Kirchen übernimmt der deutsche Staat diese fiese Arbeit.

Du sagst, Scientology sei was anderes? Scientology sei schließlich eine Sekte. Wer bestimmt das? Das Christentum und der Islam waren einst auch nur Sekten. Sie sind vielleicht heute etwas caritativer als Scientology, aber dafür auch historisch und aktuell eindeutig gewalttätiger.

Es wird wirklich Zeit für eine baldige und strikte Trennung von Religion und Staat in diesem Land!

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Made in Israel

„Deutsche Waren sind billig und schlecht.“

Dieses Urteil fällte im Jahr 1876 der Preisrichter Franz Reuleaux auf der Weltausstellung in Philadelphia. Das Urteil führte dazu, dass deutsche Waren zunächst einen denkbar schlechten Ruf bekamen. Am 23. August 1887 beschloss das englische Parlament sogar einen Merchandise Marks Act, der vorschrieb, dass auf allen Waren das Herkunftsland unmissverständlich anzugeben sei. So wurde die Kennzeichnung „Made in Germany“ für vermeintlich schlechte Importware aus Deutschland geboren! Das Urteil von Reuleaux löste in Deutschland jedoch eine enorme Qualitätsoffensive aus, so dass die Kennzeichnung „Made in Germany“ sehr bald zu einem Gütesiegel wurde. Die negativ gedachte Warenkennzeichnung bewirkte somit das genaue Gegenteil.

Viele Israelhasser fordern heute eine Kennzeichnung von israelischen Waren. Das Unternehmen Sodastream hat nun beschlossen, diese Kennzeichnung vorzunehmen. Auf der Verpackung steht nun:

MADE IN ISRAEL
Dieses Produkt wurde hergestellt
Seite an Seite von Arabern und Juden
in Frieden und Harmonie.“

Großartig! So geht das. Ich hoffe, viele Produkte aus Israel werden diesem Vorbild folgen!

Schlagt die Judenhasser mit ihren eigenen Waffen! Zeigt ihnen, dass es knapp 1,694,000 Muslime gibt, die friedlich mit Juden zusammenleben. Sie sind Nachbarn, Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Abgeordneten, Polizisten, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander, nicht nur weil sie miteinander leben wollen, sondern weil sie miteinander leben müssen. Sie teilen sich die selbe Heimat. Sie sind in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie! Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute. 1,694,000 Muslime sagen Ja zu Juden und reichen die Hand zum Frieden. Sie boykottieren nicht!

All diese 1,694,000 Muslime werden von einer weltweit agierenden Kampagne des Hasses (BDS) diskriminiert. BDS steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“. BDS wendet sich gegen ganz Israel und kulturell gegen alles, was israelisch ist. Alle 1,694,000 Muslime, die in Frieden, Nachbarschaft, Gleichberechtigigung, Toleranz und Respekt mit Juden leben, sind Israelis und somit Ziel der Diskrimierung von BDS. Die Kampgne fordert dazu auf, diese Muslime zu boykottieren und zu bestrafen (sanktionieren), sowie jede Form der Unterstützung mit diesen Muslimen zu kappen (Divestment).

BDS fordert dazu auf, Muslime, die friedlich mit Juden zusammenleben, so zu behandeln, wie Juden von Judenhassern behandelt werden. BDS richtet sich gegen das Land, das beschlossen hat, staatliche Krankenhäuser mit Gebetsräumen für alle Religionen ausstatten zu lassen, nachdem ein Muslim erfolgreich beim Obersten Justizgerichtshof des Landes geklagt hatte, weil er vor einer Klinik in Tel Aviv im Freien beten musste. BDS richtet sich gegen das Land, in dem die damals 19-jährige Araberin aus der nördlichen Hafenstadt Akko, Lina Mahul, die israelische Ausgabe von „The Voice“ gewann. BDS richtet sich aber nicht gegen das Gebiet, in dem Mohammed Assaf die arabische Version von DSDS (Arab Idol) mit einem Lied gewann, in dem er hoffnungsfroh über das Ende Israels sang.

Gegen diese Menschen richtet sich BDS und somit gegen das einzige Land im Nahen Osten, in dem Muslime sicher in einer Demokratie leben, die es ihnen erlaubt, schwul oder lesbisch zu sein. Sie haben die gleichen Rechte, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Hautfarbe. Jeder fünfte Israeli ist ein Moslem und 77 Prozent dieser Muslime geben laut einer repräsentativen Umfrage der Harvard Kennedy School an, in keinem anderen Land lieber leben zu wollen, als in Israel! Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt, das von Muslimen so geschätzt wird, denn „MADE IN ISRAEL“ heißt: Hergestellt in Frieden und Harmonie!

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Ein Artikel für Sylvia Bretschneider

Ein Vater und sein Sohn haben einen schrecklichen Unfall auf einer Autobahn. Der Vater ist sofort tot. Der Sohn jedoch wird lebensgefährlich verletzt in eine nahe gelegene Ambulanz gebracht, wo ein Team von Ärzten sich dem schwer verletzten Jungen annehmen möchte, als plötzlich jemand von den Ärzten ruft: „Ich kann ihn nicht operieren. Er ist mein Sohn!“

Wie ist das möglich?

Nun, die Antwort ist vollkommen simpel und doch gibt es viele Menschen, die nicht darauf kommen. Probieren Sie es selber einmal aus. Die Antwort lautet: Der Arzt ist die Mutter des Sohnes! Mit dem Begriff „Team von Ärzten“ wurde schließlich nichts über das Geschlecht der Ärzte ausgesagt. Dennoch stellt sich in den Köpfen der meisten Menschen, die diesen Begriff hören, nicht die Möglichkeit ein, die Ärzte könnten weiblich sein. Hätte ich von einem Team von Ärztinnen und Ärzten gesprochen, so hätte sich dieses Problem nicht ergeben.

Am 7. Dezember 2016 entzog die Parlamentssprecherin Sylvia Bretschneider dem Abgeordneten Ralph Weber (AfD) das Wort, weil er die Parlamentssprecherin Sylvia Bretschneider wiederholt mit „Frau Präsident“ statt mit „Präsidentin“ angesprochen hatte.

Ich muss gestehen, als überzeugter Feminist löst es in mir eine selbstverständlich zu kritisierende Genugtuung aus, dass Frauen mittlerweile genug Macht besitzen, um sie unter Umständen auch grenzwertig zur Missbräulichkeit zu gebrauchen. Ich wurde geboren in einem Deutschland, in dem es das Bürgerliche Gesetzbuch einem Mann noch gestatte, seiner Frau das Arbeiten zu verbieten (§1358). Im Jahr 2016 fegt eine Frau einen Mann vom Podium, weil er die einfache Regel des Hohen Hauses nicht verstanden hat: „Don’t fuck with the Parlamentsspräsidentin!“ Schon vorher war Weber als Chauvinist in Erscheinung getreten:

Ralph Weber ist niemand, mit dem ich ein Eis essen würde. Im Oktober 2014 nahm er zum Beispiel Maik Bunzel als Doktoranden an. Bunzel ist Sänger der offen nationalsozialistischen und judenfeindlichen Band Hassgesang. In den Liedern heißt es: „Adolf Hitler, Sieg Heil tönt es zu dir empor“ und „Heilig sei allen Völkern Befehl, Atomraketen auf Israel“. Die Verleihung des Doktorgrades an Bunzel konnte die Universität nicht mehr verhindern. Weber gab an, die Texte zwar „ekelerregend“ zu finden, mit der wissenschaftlichen Qualifikation Bunzels habe dies aber nichts zu tun.

Ich sag mal so, gäbe es eine grammatikalisches Silbe, das für „Arschloch“ steht, ich täte ernsthaft darüber nachdenken, es dem Namen Ralph Weber anzuhängen. Dennoch halte ich die Reaktion von Sylvia Bretschneider für nicht sehr souverän. Weber hat die Tür zum Kindergarten weit geöffnet und Bretschneider ist direkt ins Bällchenbad gesprungen. Ich wäre vermutlich auch reingesprungen und hätte zudem noch die Puppenecke verwüstet, aber ich bin auch keine Landtagspräsidentin. Ich würde mich allerdings ekeln, wenn Weber darauf bestehen würde, mich als Frau anzureden, denn er würde gewiss das Wort Frau nach seiner Definition von Weiblichkeit benutzen und das wäre recht beleidigend für mich.

Ich verstehe jedoch, warum Sylvia Bretschneider auf die Silbe -in besteht. Sie ist stolze Feministin und kann es auch sein. Der Feminismus hat wie der Humanismus viele Menschen aus ihren Kerkern befreit. Ich finde es gut, dass Bretschneider die Eierstöcke hat, sich auf einen Konflikt mit Weber einzulassen. Ich mag die Silbe -in jedoch nicht sonderlich. Für mich setzt diese kleine Silbe das Geschlecht einer Person in einem Umfeld fest, wo es nichts zu suchen hat. Ich muss nicht wissen, welches Geschlecht ein Bäcker hat, um herauszufinden, ob sie gute Brötchen backt. Wenn sie gute Brötchen backt, dann ist sie meine Bäcker! So einfach ist das.

Ein Bäcker ist eine Person, die Brötchen backt. Eine Bäckerin jedoch ist eine Person, die Brötchen backt und zudem weiblich ist. Während es somit für einen Bäcker irrelavant ist, dass er ein Mann ist, wird die Weiblichkeit für die Bäckerin konstitutiv. Das Geschlecht wird für die Frau in einem Umfeld identitätsstiftend, wo es egal sein sollte. Für den Mann spielt im selben Umfeld sein Geschlecht erstmal keine Rolle. Der Mann ist Mensch, die Frau ist ein weiblicher Mensch. Simone de Beauvoir hat es in ihrem Meisterwerk „Das Andere Geschlecht“ so treffend analysiert. Der Mann ist Mensch (homme) die Frau ist Frau (femme). Mit der Silbe -in wird genau dieses Dilemma verstärkt. Ein gutes Beispiel dafür ist folgender Dialog:

A: „Hast Du gehört? Alice Schwarzer ist Journalistin des Jahres geworden!“

B: „Echt? Und wer ist Journalist des Jahres geworden?“

Hätte man gesagt, Alice Schwarzer ist „Journalist des Jahres“ geworden, hätte es dieses Problem nicht gegeben. Wenn man aber sagt, „morgen findet ein Treffen der Journalisten des Jahres statt“, dann denken wieder weniger an Frauen. Es ist Dilemma, für das es keine einfache Lösung gibt. Auf der einen Seite kann die konsequente Weigerung der Nutzung der Silbe -in dazu führen, dass Frauen ausgespart und verschwiegen werden, so dass sich jede Frau ständig fragen muss, ob sie auch gemeint ist, auf der anderer Seite kann die konsequente Nutzung der Silbe dazu führen, dass Frauen in einer Art über ihr Geschlecht definiert werden, wie es bei Männer nicht der Fall ist.

Eins aber ist sicher. Ich als Mann kenne dieses Problem nicht und kann nicht nachempfinden, was es bedeutet, in einer Sprache zu denken, die mich ständig vor Identitätskrisen stellt. Die Sprache lässt sich aber nicht per Dekret ändern, obwohl ich nicht sicher bin, ob eine Donaldine Trump nicht sogar das versuchen würde. Sprache ändert sich durch Gebrauch und vor allem über Jahrhunderte. Unsere Sprache ist älter als wir alle. Sie wird uns überleben und sich dabei ständig ändern. Aber für einen kurzen Moment können wir abwechselnd mit ihr ficken und uns von ihr ficken lassen. Das ist unsere Chance und unser Glück.

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Dear rioting students,

Harry S. Truman once said: „If you can’t stand the heat, get out of the kitchen!“

And I say to you now: „If you can’t stand words, get out of the university!“

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