Unangenehme Dokumentationen werden in Deutschland nur nach Mitternacht gesendet

Wieder einmal versuchen die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, eine unangenehme Dokumentation zu versenden.

Im Jahr 2017 hatten die Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten noch versucht, die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner gar nicht erst zu senden, weil ihnen das Ergebnis nicht gefiel, im Jahr 2018 aber handeln sie klüger und versenden die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ mit Tuvia Tenenbom auf dem SWR in der Nacht vom 19. auf den 20. April 2018 um 0:50 Uhr, damit ist ja keiner sieht.

Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten haben dazu gelernt. Sie wissen, dass eine Weigerung, eine Dokumentation zu zeigen, einen Skandal auslösen kann. Als arte und WDR sich im Jahr 2017 geweigert hatten, den Bericht „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ zu senden, brach eine Welle der Empörung los, nachdem Tapfer im Nirgendwo die Verantwortlichen zur Sendung der Dokumentation aufgefordert hatte. Nur sehr widerwillig wurde daraufhin die Dokumentation gesendet.

Diesmal macht es der SWR anders. Er sendet die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ mit Tuvia Tenenbom, bei der ebenfalls Joachim Schroeder involviert war, einfach zu einer Zeit, wo niemand mehr zuschaut. Dabei ist die Dokumentation so immens wichtig, wird dort schließlich die Unmenschlichkeit gezeigt, mit der in Deutschland Flüchtlinge behandelt werden.

Tuvia Tenenbom hat für die Dokumentation ohne Erlaubnis in Flüchtlingslagern gedreht und mit den Flüchtlingen dort gesprochen. Es ist erdrückend, deprimierend und menschenunwürdig, was er dort hört und sieht. Er sieht Kälte, Nässe und Kot. Wir sehen Lager, wo Menschenmassen zusammengepfercht werden, an dem es keine Privatsphäre gibt und wo sich Krankheiten ausbreiten. Überall herrschen Lärm und Grelligkeit. Wer diesen Ort der Unmenschlichkeit sieht, kann nur noch sagen, was Tuvia einst in seinem lesenswerten Buch „Allein unter Flüchtlingen“ über diesen Ort der unmenschlichen Menschlichkeit gesagt hat:

„Ich muss mich sammeln und darüber nachdenken, was ich gerade gesehen habe. Ich habe nicht damit gerechnet, das zu sehen, was ich sah. Ich habe nicht damit gerechnet, dass ein Land wie Deutschland Menschen so behandelt. Ein Teil von mir möchte weinen, der andere will einfach nur schreien. Traurig ist das, sehr traurig.“

Es ist ein schrecklicher Ort, den wir in der Dokumentation zu sehen bekommen. Man fragt sich, ob es den Deutschen, die die Flüchtlinge einst klatschend, tränengerührt und selbstergriffen patriotisch Willkommen geheißen haben, überhaupt um die Flüchtlinge ging oder doch vielmehr nur um die Pflege des eigenen angekratzten Images? Beim Schauen der Dokumentation hat man das Gefühl, in Deutschland werden Flüchtlinge benutzt, damit Deutsche ihr schlechtes Gewissen beruhigen können.

Immer wieder hört Tuvia Tenenbom, deutsche Politiker, Studenten und Vereinsvorsitzende sagen, man habe mehr Flüchtlinge als alle anderen Länder aufgenommen, weil man damit das schlechte Gewissen beruhigen wolle, wegen Hitler, Auschwitz, den Nazis und so. Aiman Mazyek bringt es sogar fertig und erklärt, einst seien Juden mit deutschen Zügen zu den Gaskammern transportiert worden und jetzt würden Flüchtlinge wiederum mit Zügen nach Deutschland gebracht. Damit, so erklärt Mazyek, würden die Deutschen endlich der Weltgemeinschaft zeigen können:

„Ein Gefühl, wir können es richtig machen. Wir haben es falsch gemacht und wir haben sehr falsch gemacht. Jetzt machen wir es richtig!“

Darum geht es also! Mir fallen dabei erneut Worte von Tuvia Tenenbom ein, die er zwar nicht in der Dokumentation sagt, weil sie dann gewiss nicht gesendet worden wäre, wir kennen ja unsere öffentlich-rechtlichen Pappenheimer, die er aber in seinem Buch „Allein unter Flüchtlingen“niedergeschrieben hat, das es in Deutschland jedoch nur zensiert zu lesen gibt:

„Was mir am meisten auf die Nerven geht, ist, dass diese guten Deutschen alles andere als gut sind. Schleichen Sie sich doch bei Gelegenheit mal in ein Flüchtlingslager und machen Sie sich selbst ein Bild. Schauen Sie sich die maroden Zustände an, riechen Sie den Gestank, machen Sie sich bewusst, wie hier Feinde zusammengepfercht werden, kosten Sie von dem Essen und verschaffen Sie sich einen Eindruck von den elenden Zuständen, unter denen die Flüchtlinge hier in jedem Augenblick, an jedem Tag, in jedem Monat leben. Das einzige, was an dieser ganzen Willkommenskultur-PR-Maschinerie wie geschmiert funktioniert, ist das, was auch im letzten Jahrhundert prima geklappt hat: die perfekte Organisation der Transporte.“

Diese Worte sind vollkommen angemessen, wenn man erst einmal gesehen hat, wie in Deutschland Flüchtlinge behandelt werden. In der Dokumentation sehen wir Tuvias verzweifelten Versuch, Hilfe für eine Frau zu organisieren, die schwer traumatisiert und kriegsversehrt unter inakzeptablen Bedingungen hausen muss und keine ärztliche Hilfe bekommt. Offen bekommt er von einer Flüchtlingshelferin erklärt, dass den Flüchtlingen in Deutschland nicht geholfen wird, weil ihnen nicht geholfen werden kann. Es seien einfach zu viel!

Wer die Dokumentation sieht, erkennt, die Obergrenze ist schon lange erreicht. Den Preis zahlen die Flüchtlinge. Es ist eine Schande, dass diese Dokumentation zu einer Zeit gesendet wird, wo kaum noch jemand zuschaut. Es ist wichtig, dass die selbstergriffen und tränengerührt stolzen Deutschen endlich sehen, dass sie Flüchtlinge für ihr Gewissen missbrauchen.

Die Flüchtlinge sind durch Krieg traumatisierte Menschen, die aus zerbrochenen Clanstrukturen stammen, zusammengehalten von einer autoritären Religion, gegründet von einem patriarchalen Feldherren! Diese Menschen brauchen individuelle Hilfe und intensive Betreuung. Diese Menschen in überfüllte enge Räume und Zelte zu zwängen, nicht selten zusammen mit Menschen aus Ländern und Kreisen, mit denen sie in der Heimat im Krieg lagen, ist das Gegenteil von Hilfe. Es ist ein Fortführen des Kriegs mit anderen Mitteln!

Diesen Menschen zu helfen, ist eine harte und verantwortungsvolle Arbeit. Sie verlangt, dass man sich der eigenen Grenzen bewusst wird. In einem Land, in der durch Krieg traumatisierte Menschen in Lager gepfercht werden, ist die Obergrenze erreicht! Es ist deutscher Größenwahn zu glauben, man könne ohne Obergrenze helfen und deutscher Größenwahn hat auf der Welt nicht gerade den besten Ruf.

In Deutschland bestimmt das komplizierte Verhältnis der Deutschen zu sich selbst den Umgang mit der Flüchtlingssituation. Man könnte überspitzt sagen: Hitler bestimmt die deutsche Flüchtlingspolitik. Ich sag mal so, es gibt deutlich bessere Gründe, um hilfsbereit zu sein.

Die Dokumentation „Allein unter Flüchtlingen“ zeigt schonungslos, wie in Deutschland Flüchtlinge in ihrer Angst und Hoffnungslosigkeit missbraucht werden, damit sich Deutsche als neue Herrenmenschen der Moral feiern können. Die Dokumentation ist schonungslos, schmerzhaft und so unfassbar wichtig. Ein Skandal, dass sie am 20. April 2018 um 0:50 Uhr gesendet wird.

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Wer folgt den Anständigen?

Aus Protest gegen die Verleihung des ECHOs an die Rapper Kollegah und Farid Bang haben folgende Künstlerinnen und Künstler Ihre ECHOs zurückgegeben:

Notos Quartett
Marius Müller-Westernhagen
Klaus Voormann
Enoch zu Guttenberg
Igor Levit

Wer folgt den Anständigen?

Es herrschen Kunst- und Meinungsfreiheit in Deutschland. Das ist auch gut so! Diese Freiheiten ermöglichen es mir, andere Menschen und ihre Einstellungen zu hören. Durch diese Freiheiten erfahre ich, was Menschen denken und kann dann wiederum meine Freiheiten nutzen, um mich zu diesen Äußerungen zu verhalten. Dadurch zeige ich, wie ich zu solchen Äußerungen stehe.

Ich kann Äußerungen ignorieren, missbilligen oder loben. Ich kann gewissen Ansichten sogar Preise geben und damit ehren.

Die Deutsche Phono-Akadamie hat sich dazu entschieden, Kollegah & Farid Bang mit dem ECHO für das Album „Jung, brutal, gut aussehend 3“ zu ehren. Die Künstler sind bekannt für sexistische, schwulen- und judenfeindliche Äußerungen. Sie dürfen diese Äußerungen tätigen. Es herrscht Meinungsfreiheit. Es ist auch die Freiheit der Deutschen Phono-Akademie, das zu ehren. Ich verteidige diese Freiheit. Sie ermöglicht es mir, deutlich zu sehen, wo die Künstler stehen und wo die Akademie steht.

Es ist ebenfalls die Freiheit aller Künstlerinnen und Künstler, die den ECHO irgendwann einmal bekommen haben, diesen Preis zurückzugeben oder zu behalten.

Wer unter diesen Umständen den ECHO behält, zeigt, wo er steht.

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Next year in Jerusalem!

All of the countries participating in the Eurovision Song Contest 2018 have chosen their songs. My absolute favorite is Netta Barzilai who performs „Toy“ by Doron Medalie and Stav Bege, who were already responsible for the successful Israeli contributions in 2015 and 2016. They wrote an electro-pop song with an oriental touch special for Netta Bazilai.

„Toy“ is an unpretentious song of the #metoo movement. Netta Barzilai says herself that her performance was inspired by the #metoo movement.

Women who assertively defend their physical self-determination and vocally address sexual assaults are often denounced as „hysterical chickens“. But Netta Barzilai won’t let herself be insulted. She does what others in the emancipation movements have done before: she twists the insult.

Just as homosexuals have reclaimed the word „gay“, Netta Barzilai transforms the
insult „chicken“ into a song of wonderful sounds and rhythms, where the cackling becomes a she calls on women to defend themselves with self-confidence and put disrespectful men in their place.

I hope this song will win, especially in the year of the #metoo debate and the
70th anniversary of the State of Israel, a country where the word „Jew“ is not an insult, as in so many places in Europe and the Arab world, but where one is proud to be a Jew, a woman, a homosexual or all of them together!

Please help this marvellous work of art win, so that on May 12, 2018 it’ll be:

„Next year in Jerusalem!“

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Auschwitz – nur noch ein Porno

„Diese Inszenierung zeigt, wie weit die deutsche Vergangenheitsbewältigung mittlerweile gekommen ist. Die deutsche „Kultur“ der Erinnerung ist zu einem Rudelbums von überwiegend nicht-jüdischen Deutschen verkommen. Auschwitz ist für diese Voyeure nur noch ein Porno, um die eigene Potenz zu steigern.“

Lesen Sie den ganzen Artikel „Sie haben die Wahl: Davidstern oder Hakenkreuz?“ auf der Achse des Guten. Hier klicken.

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An alle Anständigen: Gebt Euren ECHO zurück!

Die Deutsche Phono-Akadamie hat das Album „Jung, brutal, gut aussehend 3“ von Farid Bang und Kollegah mit dem ECHO gewürdigt. Somit geht ein deutscher Preis an ein Album, in dem es in einem Song heißt: „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“.

Es herrschen Kunst- und Meinungsfreiheit in Deutschland. Das ist auch gut so! Diese Freiheiten ermöglichen es mir, andere Menschen und ihre Einstellungen zu hören. Durch diese Freiheiten erfahre ich, was Menschen denken und kann dann wiederum meine Freiheiten nutzen, um mich zu diesen Äußerungen zu verhalten. Dadurch zeige ich, wie ich zu solchen Äußerungen stehe.

Ich kann Äußerungen ignorieren, missbilligen oder loben. Ich kann gewissen Ansichten sogar Preise geben und damit ehren.

Die Deutsche Phono-Akadamie hat sich dazu entschieden, Kollegah & Farid Bang mit dem ECHO für das Album „Jung, brutal, gut aussehend 3“ zu ehren. Die Künstler sind bekannt für sexistische, schwulen- und judenfeindliche Äußerungen. Sie dürfen diese Äußerungen tätigen. Es herrscht Meinungsfreiheit. Es ist auch die Freiheit der Deutschen Phono-Akademie, das zu ehren. Ich verteidige diese Freiheit. Sie ermöglicht es mir, deutlich zu sehen, wo die Künstler stehen und wo die Akademie steht.

Es ist ebenfalls die Freiheit aller Künstlerinnen und Künstler, die den ECHO irgendwann einmal bekommen haben, diesen Preis zurückzugeben oder zu behalten.

Wer unter diesen Umständen den ECHO behält, zeigt, wo er steht.

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Nachhilfestunde für Die Zeit

„Einst besiedelten Juden aus aller Welt arabisches Land: Sie schufen Fakten, aus denen der Staat Israel wuchs. Diese Entschlossenheit ist bis heute Segen und Fluch.“

Das schreibt Bastian Berbner für Die Zeit. Es ist schon recht abenteuerlich, mit welchem Unsinn man es mittlerweile in große deutsche Zeitungen schafft. Es stimmt einfach nicht. Juden besiedelten nicht einst arabisches Land, sondern sie wurden einst von Römern vertrieben und dann nahmen sich Araber das Land.

Das jüdische Volk ist das älteste noch heute existierende Volk im Nahen Osten. Juden sind die Ureinwohner des Nahen Ostens. Wer behauptet, Juden könnten irgendwo im Nahen Osten illegal sein, muss in der gleichen Konsequenz auch erklären, das es Gebiete im Bereich der Vereinigten Staaten von Amerika gibt, wo die sogenannten „Indianer“-Völker illegal sind.

Das Gebiet, das heute Westjordanland genannt wird, heißt seit Jahrhunderten Judäa und Samaria. Judäa! Wieviel deutlicher kann es sein? Juden leben, lieben und siedeln im Nahen Osten länger als andere Völker, die erst deutlich später erfunden wurden, wie die Palästinenser.

Die Palästinenser treten als Volk erst im 20. Jahrhundert auf. Davor war der Begriff lediglich eine Gebietsbeschreibung. Der Begriff „Palästina“ hat einen hebräischen Ursprung. Die erste bekannte Schriftquelle zu „Palästina“ ist die Septuaginta. Hier wird der Begriff als Ableitung von dem hebräischen Begriff „Pleschet“ verwendet. Der Begriff Palästina ist somit lediglich eine Gebietsbeschreibung und keine Volksbeschreibung. Nach der Zerschlagung des jüdischen Volkes im Jahr 135, nannten die Römer das Gebiet Palästina, um jeglichen Bezug zum jüdischen Volk zu verwischen.

Das Gebiet „Palästina“ ist somit eine Erfindung des antiken Roms. Bis vor einigen Jahren gab es nicht mal ein palästinensisches Volk. Bis heute gibt es keine palästinensische Sprache, keine unabhängige palästinensische Kultur, keine palästinensische Währung, aber dafür eine Menge Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Nationalitäten, die durch den Umstand vereint werden, dass sie in einem Gebiet leben, das sein den Römern „Palästina“ genannt wird. Der mit Abstand größte Teil Palästinas liegt im heutigen Jordanien. Weitere Gebiete Palästinas sind der Golan, der Gazastreifen, das Westjordanland und Gebiete von Ägypten und Saudi-Arabien. Hat jemand schon mal gehört, Jordanien halte Palästina besetzt? Oder Ägypten? Nein! Woran das wohl liegen mag? Was unterscheidet Israel von Jordanien und Ägypten? Ach ja: Die Juden!

Das palästinensische Volk, so wie es heute mehrheitlich definiert wird, entstand erst vor gut fünfzig Jahren. Davor wurde der Begriff „Palästina“ genutzt, um das Gebiet zu bezeichnen, das nach dem 1. Weltkrieg durch den Untergang des Osmanischen Reiches herrschaftslos wurde. Ab 1922 verwaltete der Völkerbund das Gebiet. Alle Menschen, die zwischen 1923-1948 im britischen Mandat Palästina geboren wurden, hatten damals „Palästina“ in ihre Pässe gestempelt. Wenn man damals allerdings Araber als Palästinenser bezeichnete, waren sie beleidigt und erklärten: „Wir sind keine Palästinenser, wir sind Araber. Die Palästinenser sind die Juden!“

Golda Meir aber sagte einst: „Ich bin eine Palästinenserin!“

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff „Palästinenser“ als Synonym für „Jude“ benutzt! In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts zum Beispiel gab es in Jerusalem ein sogenanntes palästinensisches Orchester. Es bestand ausnahmslos aus Juden. Wie also konnte es geschehen, dass ein Volk der Palästinenser erfunden wurde, das sich heute dadurch auszeichnet, dass Juden nicht mehr dazugehören? Ebenso wie es einst geschehen konnte, dass Juden von den Nazis aus der Gruppe der „Deutschen“ vertrieben wurden. Der PLO-Führer Zuheir Mohsen erklärte im März 1977 in einem Interview mit der niederländischen Zeitung Trouw:

„Das palästinensische Volk existiert nicht. Die Schaffung eines palästinensischen Staates ist nur ein Mittel, um unseren Kampf gegen den Staat Israel für unsere arabische Einheit fortzusetzen. In Wirklichkeit gibt es heute keinen Unterschied mehr zwischen Jordaniern, Palästinensern, Syrern und Libanesen. Nur aus politischen und taktischen Gründen sprechen wir heute von der Existenz eines palästinensischen Volkes, denn die arabischen nationalen Interessen verlangen, dass wir die Existenz eines eigenen palästinensischen Volkes als Gegenpol zum Zionismus postulieren (…) Aus taktischen Gründen kann Jordanien, ein souveräner Staat mit definierten Grenzen, keine Forderungen auf Haifa und Jaffa aufstellen, während ich als Palästinenser zweifellos Haifa, Jaffa, Beer-Sheva und Jerusalem fordern kann. Doch in dem Moment, in dem wir unser Recht auf ganz Palästina zurückfordern, werden wir nicht eine Minute warten, Palästina und Jordanien zu vereinen.“

Das „judenreine“ palästinensische Volk, in dem Juden per Definition nur illegal sein können, ist eine Erfindung politischer Extremisten, um Menschen glaubhaft zu machen, dass Juden schon durch ihre pure Existenz ein Problem sind und wenn sie es wagen, irgendwo zu leben, dann, so sagen es die Extremisten, stehlen sie das Land, auf dem sie leben, weil sie leben. Bastian Berbner bedient genau diese Propaganda.

In der Region des Nahen Ostens leben seit Jahrhunderten Christen, Muslime, Araber und Juden. Juden aber leben dort am längsten. Heute gibt es in der Region die unterschiedlichsten Länder. Aber nur ein Land ist demokratisch: Israel!

Israel ist eine Demokratie, in der jede Kritik, sogar die dümmste und die brutalste Kritik, erlaubt ist und artikuliert werden darf. Jeder Palästinenser kann in Israel seine Meinung frei äußern. Das ist Demokratie! In Jordanien, Syrien, Gaza, Westjordanland aber haben Palästinenser diese Rechte nicht. Warum also werden diese Menschen nicht gestärkt. Warum nicht dort die Rechte von Palästinensern fordern, wo sie nicht vorhanden sind, statt ständig das Land zu kritisieren, das ihnen diese Rechte garantiert? Juden haben das Recht, überall im Nahen Osten zu siedeln, so wie alle anderen Menschen auch!

Wer glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt „Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Jüdische Siedlungen sind nur für jene eine Hindernis zum Frieden, die einen Frieden von Juden haben wollen. Für jene, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem, sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn sein können.

Überall in Israel dürfen Muslime siedeln. Gleiches Recht muss für Juden gelten! Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind kein Friedenshindernis! Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein. Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis.

Die arabischen Regierungen im Nahen Osten sollten ebenfalls Juden als Bürger des Landes mit allen Rechten und Pflichten achten, die Häuser und Siedlungen bauen dürfen, wie jeder andere Bürger auch, oder sie werden niemals Frieden mit Juden schließen können.

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Dinge, die ich gesagt hätte

Es gibt so Tage, da hab ich richtig Lust, auch mal bei „Anne Will“, „Maybrit Illner“, „hart aber fair“ zu sitzen. Leider sitzen dort immer wieder die selben Nasen. Daher starte ich heute auf Tapfer im Nirgendwo die Reihe „Dinge, die ich gesagt hätten, wäre ich eingeladen gewesen“.

Dinge, die ich gesagt hätte, wäre ich zu der „hart aber Fair“ Sendung vom 9. April 2018 zum Thema „Islam ausgrenzen, Muslime integrieren – Kann das funktionieren?“ eingeladen gewesen:

Wenn ich mich wie Batman verkleide und aus dem Haus gehe, obwohl nicht Karneval ist, wundere ich mich nicht, wenn ich angestarrt werde.

Es ist nicht wichtig, was auf dem Kopf ist, sondern was in dem Kopf ist. Wenn sich aber eine Frau verhüllt und dies mit einem unsichtbaren Freund begründet, der einem männlichen Feldherren vor eineinhalb Jahrtausenden gesagt haben soll, wie sich Frauen von heute anzuziehen haben, dann ist in diesem Kopf noch viel Platz frei.

In Deutschland darf jede Frau anziehen, was sie möchte. Das garantiert Artikel 2 unseres Grundgesetzes. Auch Männer dürfen Kopftuch tragen. Das garantiert Artikel 3. Sie dürfen damit jedem Gott huldigen. Das garantiert Artikel 4. Allerdings dürfen alle über diese Dinge auch Witze machen. Das garantiert uns Artikel 5.

Nirgendwo auf der Welt wird eine Frau ermordet oder gesteinigt, weil sie ein Kopftuch trägt. In vielen islamischen Ländern aber bedeutet für Frauen das Nichttragen einer Kopf- und Körperverhüllung der Tod. Sollten wir nicht alle Musliminnen bitten, das Kopftuch auszuziehen, aus Solidarität mit jenen, die aus religiösen Gründen verfolgt werden?

Als in den deutschen Talkshows endlich mal konsequent über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche gesprochen wurde, hätten wir jeden Christen zurecht in Grund und Boden kritisiert, wenn er erklärt hätte, auch im Islam gäbe es Missbrauch.

Ich finde an Christen besonders toll und absolut lobenswert, dass sie nicht komplett ausrasten und gewalttätig werden, wenn jemand sagt: „Alle Christen sind scheiße!“

Die Aussage, dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Nullaussage, ein Satz ohne Inhalt. Natürlich gehört der Islam zu Deutschland. Aber auch Kartoffelbrei gehört zu Deutschland, obwohl die Kartoffel einen Migrationshintergrund hat. Es ist daher besonders lustig, wenn ein Migrant einen Deutschen „Kartoffel“ nennt.

Was alles zu Deutschland gehört: Das Christentum, der Islam, Boris Becker, Angela Merkel, Hella von Sinnen und Adolf Hitler. Der Letzte hat sogar einen Migrationshintergrund.

Islamophobie bedeutet nicht, Muslime zu hassen! Islamophobie ist vielmehr die Angst vor der Ideologie Islam. Diese Angst ist berechtigt.

Rassismus ist die Verurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse jedoch nennt sich Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik ist der Motor der Aufklärung!

Jesus war ein Hippie, der mit Huren, Sündern und Trinkern abhing. Er weigerte sich, zu sehr in die weltliche Politik einzugreifen. Er tötete niemanden. Mohammed war ein Feldherr mit einer Ehefrauen unter zehn Jahren. Er griff kriegerisch ins Weltgeschehen ein. Er tötete viel. Ich glaube, es macht einen klitzekleinen Unterschied, wen man zum Vorbild hat.

Man kann Gott nicht töten und Mohammed nicht beleidigen. Einen Bäcker aus Mekka jedoch schon. Wenn er gerötet wird, weil er Mohammed beleidigt haben soll, dann bin ich auf der Seite des Bäckers.

Wer glaubt, Gott brauche Staaten, um seine Macht zu bezeugen, macht Gott klein. Noch kleiner als wäre er gar nicht da.

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