Krieg und Frieden zu Ostern und Pessach

Am heutigen Ostersonntag und Pessach wage ich zusammen mit Chaim Noll („Der Rufer aus der Wüste– Wie 16 Merkel-Jahre Deutschland ramponiert haben. Eine Ansage aus dem Exil in Israel“) und Giuseppe Gracia („Die Utopia-Methode – Der neue Kulturkampf gegen Freiheit und Christentum„) einen jüdisch-christlichen Blick auf die aktuelle Zeit, auf Krieg und Frieden, Angst und Zuversicht, auf Hoffnung und Verzweiflung. Was sind die aktuellen Gefahren für die Freiheit und vor allem, was gedenken wir als Gesellschaft dagegen zu tun?

Der deutsch-israelische Schriftsteller, Journalist und Autor der Achse des Gute, Chaim Noll, ist aus der Negev-Wüste zugeschaltet. Giuseppe Gracia, Schriftsteller, Journalist und Theologe, aus dem Engadin. Gracia studierte Theologie. Er war Sprecher des Bistums Chur und schreibt für das Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung.

Flg. 220 – Krieg und Frieden zu Ostern und Pessach

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Ausschreitungen auf dem Tempelberg

In Jerusalem haben vermummte Muslime auf dem Tempelberg Ausschreitungen provoziert, die über sechs Stunden angedauert haben. Über 150 Menschen wurden bei den Ausschreitungen verletzt.

Die Ausschreitungen begannen, als vermummte Menschen nach dem Morgengebet um vier Uhr morgens Steine und Feuerwerkskörper auf Juden warfen und dabei Flaggen der Hamas schwenkten. Die Hamas ist eine Organisation, in deren Gründungscharta im Artikel 7 steht:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärt einst:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Im April 2022 wollten einige Juden auf dem Tempelberg Pessach feiern, schließlich ist der Tempelberg der heiligste Ort der Juden. Einige Muslime jedoch, die sich in der ein Al-Aqsa-Moschee verbarrikadiert hatten, folgten dem Aufruf der Hamas. Sie weigerten sich, eine friedliche Beziehung zu Juden unterhalten und griffen zur Gewalt. Ihr Ziel war es, die Juden zu vertreiben.

Einst gab es in Deutschland diese Schilder:

Für den Tempelberg gilt genau diese Ausgrenzung. Der Tempelberg wird zwar von israelischen Beamten gesichert, aber die Kontrolle wird von einer sogenannten Frommen Stiftung des Islams (Waqf) kontrolliert und sie sorgt dafür, dass heute für den Tempelberg gilt, was im Jahr 1942 für Parks in Deutschland galt. Nicht selten erlaubt die Waqf nur Muslimen den Zutritt zum Tempelberg.

Der Zugang zum Tempelberg ist für Muslime über acht Tore an der Nord- und Westseite der Anlage möglich. Alle Muslime müssen dafür ihre Zugehörigkeit zum Islam belegen. Andersgläubigen ist der Zutritt nur von Samstag bis Donnerstag über die Mughrabi-Brücke und das Marokkanertor bei der Klagemauer erlaubt. Das Betreten ist nur nach scharfen Sicherheitskontrollen außerhalb der Gebetszeiten möglich.

Juden werden, wenn überhaupt, nur in kleinen Gruppen und oft mit Aufsicht eingelassen. Verboten sind zudem das Mitbringen von Büchern und Kultgegenständen und das Abhalten von Gebeten anderer Religionen. Wenn Juden den Tempelberg betreten, werden sie nicht selten bedroht.

Was würde wohl passieren, wenn Christen sich so benehmen? Was, wenn der Vatikan an christlichen Feiertag Muslimen den Zutritt ins Land verweigern würde oder wenn Muslime am Sonntag den Platz vor dem Kölner Dom nicht betreten dürften?

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Das ist ein Vorspiel

Am 14. April 2022 wütete ein rasender Mob in der schwedischen Stadt Linköping gegen die angekündigte Verbrennung eines Korans durch Mitglieder einer Anti-Einwanderungspartei. Unter „Allahu Akbar“-Rufen wurde die Polizei von maskierten Männer angegriffen und Fahrzeuge in Brand gesteckt.

Am 15. April 2022 brachen in der schwedischen Stadt Örebro ebenfalls Unruhen aus. Ein gewalttätiger Mob griff die Polizei an und verübte mehrere Brandanschläge.

Menschen, die auf das Verbrennen eines Buchs derart reagieren, es aber gutheißen, wenn Menschen in Gefahr gebracht werden, haben ganz eigene Probleme.

Ich habe kein Problem damit, wenn jemand meine Texte und meine Bücher verbrennt, besonders nicht, wenn sie dafür gekauft werden. Ich habe allerdings ein Problem damit, wenn jemand in meine Wohnung einbricht, meine Bücher klaut und die dann verbrennt.

Wer ein Buch legal erworben hat, soll damit machen, was er will. Heinrich Heine schrieb einst:

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”

Der Satz stammt aus Heines Tragödie “Almansor“. Sie spielt im 15. Jahrhundert in Spanien. Der Satz wird von dem Moslem Hassan gesprochen. Er nimmt damit Bezug auf eine Verbrennung des Korans, die während der Eroberung des spanischen Granadas durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Mateo Ximenes de Cisneros stattgefunden hat.

Hassan: So stürzten wir von jenen Höhen oft zermalmend, auf das Christenvolk im Tal; und wenn sie sterbend röchelten, die Buben, wenn ferne wimmerten die Trauerglocken, und Angstgesänge dumpf dazwischen schollen, dann klang’s in unsre Ohren süß wie Wollust.

Almansor: Wir hörten, dass der furchtbare Ximenes, inmitten auf dem Markte, zu Granada – Mir starrt die Zung im Munde – den Koran in eines Scheiterhaufens Flamme warf!

Hassan: Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen. 

Der Mann, der das Verbrennen des Korans kritisiert, hat selbst unzähige Christen geschlachtet. Während das Verbrennen des Korans eine Todsünde für ihn ist, klingt die Tötung von Christen in seinen „Ohren süß wie Wollust.“

Heinrich Heine zeigt hier einen Ideologen, der das Verbrennen von Büchern verdammt, das Töten von Menschen allerdings als wolllüstig schön bezeichnet.

Heinrich Heine hat in seinem Leben selbst eine Bücherverbrennung miterlebt. Zu der studentlichen Bücherverbrennung auf dem Wartburgfest im Jahr 1817 schreibt er:

“Auf der Wartburg krächzte die Vergangenheit ihren obskuren Rabengesang, und bei Fackellicht wurden Dummheiten gesagt und getan, die des blödsinnigsten Mittelalters würdig waren! (…) Auf der Wartburg herrschte jener beschränkte Teutomanismus, der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anderes war als Haß des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand, und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu erfinden wusste als Bücher zu verbrennen!”

Die in Deutschland bekannteste Bücherverbrennung fand in Berlin auf dem Opernplatz im Jahr 1933 statt. Es waren ebenfalls wieder deutsche Studenten, die diese Tat vollführten. Es war nicht die einzige Bücherverbrennung in dem Jahr. Insgesamt 93 Bücherverbrennungen in siebzig Städten fanden von März bis Oktober 1933 in Deutschland in der Zusammenarbeit mit der Hitlerjugend statt. Sie wurden dabei von staatlicher Seite unterstützt.

Die staatliche Unterstützung ist der große Unterschied. Es ist ein Unterschied, ob ein Mensch ein Buch verbrennt, oder ob ein Staat vorgibt, was mit einem Buch zu geschehen hat. Ein Staat jedoch, der sich anmaßt, darüber zu befehlen, was mit einem Buch zu geschehen hat, der begeht ein Verbrechen an den Menschenrechten. Dabei ist es ganz egal, ob der Staat nun zur Bücherverbrennung lädt oder das Verbrennen von Büchern verbietet. Beide Haltungen zeigen nur, dass der Staat bereit ist, seine eigenen Ideale über die allgemeinen Menschenrechte zu stellen. Ein solcher Staat schafft eher Menschen ab, als dass er es zulässt, dass die Bücher seiner Ideologie verbrannt werden.

In einem Rechtsstaat gibt es nur dann die Möglichkeit, ohne Furcht vor staatlicher Bevormundung kreativ, journalistisch und wissenschaftlich arbeiten zu können, wenn die Verfassung Meinungs-, Presse-, und Kunstfreiheit garantiert ist. Zu dieser Freiheit gehört es eben auch, dass Bücher verbrannt werden dürfen.

Ich persönlich lebe lieber in einem Land, in dem Bücher verbrannt werden dürfen, aber es kaum jemand macht, als in einem Land, in dem sich die Unterdrückten danach sehnen, die Schriften der Unterdrückung zu verbrennen, es aber nicht dürfen.

Ich erlaube mir daher, und ich bin mir sicher, Heinrich Heine damit nicht einmal im Ansatz zu verraten, seinen berühmt geworden Satz, um einen Nebensatz zu erweitern:

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen; aber dort wo das Verbrennen von Büchern verboten ist, da werden Menschen verbrannt.”

Was wir in Schweden gerade erleben, ist ein solches Vorspiel.

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Philosophie, Juristerei, Medizin, Theologie.

Gerd Buurmann spricht mit dem Juristen Marcel Templin und dem Mediziner Gunter Frank über die Lage an der Corona-Front nach dem Scheitern der Impfpflicht und die allfällige Aufarbeitung der enormen gesellschaftlichen und gesundheitlichen Schäden. Dabei streifen sie ebenfalls Fragen der Philosophie und der Theologie. Ganz in der Tradition des goethischen Universalgelehrten Faust:

„Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei and Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn,
Da steh‘ ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!“

Folge 219 – Der Herbst des Corona-Regimes

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Moses (24. November 2010 – 9. April 2022)

Heute morgen um 7:30 Uhr ist Moses in unseren Armen gestorben. Elf wunderschöne Jahre tollen, buddeln, knuddeln, dumme Sachen machen und neugierig sein.

Moses, Du warst einfach perfekt.

„Ein guter Hund stirbt nie
Er bleibt immer gegenwärtig.
Er wandert neben dir an kühlen Herbsttagen,
wenn der Frost über die Felder streift und der Wind näher kommt.
Sein Kopf liegt zärtlich in deiner Hand wie in alten Zeiten.“
(Mary Carolyn Davies)

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Indubio mit Gerd Buurmann

Heute habe ich Premiere als Moderator von Indubio, dem Podcast der Achse des Guten.

Gestern hatte ich mich in einem kurzen Podcast vorgestellt und dies mit einer kleinen Hommage an meinen Vorgänger Burkhard Müller-Ullrich verbunden, da ich ihn sehr schätze und einiges von ihm gelernt habe:

Indubio am Sonntag: Gerd Buurmann stellt sich vor

In meiner ersten Ausgabe spreche ich per Telefonkonferenz mit den drei Herausgebern der Achse des Guten, Henryk M. Broder, Dirk Maxeiner und Fabian Nicolay, über das dritte Jahr nach Beginn der Maßnahmen gegen Corona, über Medien im Notstand, den Unterschied zwischen Journalismus und Aktivismus und den Blödsinn einer „kollektiven Freiheit“. Henryk war übrigens ungekämmt:

Indubio Folge 218 – Journalismus oder Aktivismus?

Ich freue mich über viele Zuhörerinnen und Zuhören.

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„Ich kann nicht für Krieg stimmen“

Es ist wieder Krieg in Europa. Nicht wenige Zeitgenossen fürchten den Ausbruch eines dritten Weltkriegs. Ist es möglich, in Anbetracht eines Aggressors, der Grenzen missachtet und in ein souveränes Land einmarschiert, pazifistisch zu bleiben?

Im ersten und zweiten Weltkrieg gab es eine Politikerin, die eine entschiedene Pazifistin war. Ihr Name war Jeannette Pickering Rankin. Von ihr stammen die Worte:

„Man kann einen Krieg genauso wenig gewinnen wie ein Erdbeben.“

Jeannette Rankin wurde am 11. Juni 1880 geboren. Sie war die erste Frau, die jemals in den Vereinigten Staaten von Amerika ein Bundesamt innehatte. Sie wurde erstmals im Jahr 1916 und erneut im Jahr 1940 als Republikanerin aus Montana in das US-Repräsentantenhaus gewählt.

Als junge Frau studierte Rankin an der Universität von Washington in Seattle. Die Wahl der Universität war nicht grundlos. Washington war nämlich einer der ersten Staaten der USA, der Frauen das Wahlrecht eingeräumt hatte. Dieses Recht hatten die Frauen dort sogar schon inne, bevor Washington im Jahr 1889 ein Bundesstaat der USA wurde. Allerdings wurde den Frauen dieses Recht einige Jahre später wieder entzogen, als der Oberste Gerichtshof der Territorien die Entscheidung aufhob.

Am 8. November 1910 jedoch gaben die Männer des Bundesstaats Washington ihre Stimmen ab und entschieden sich mit überwältigender Mehrheit dafür, Frauen das Wahlrecht zu garantieren. Die Nachricht aus dem Bundesstaat Washington beflügelte die nationale Frauenwahlrechtsbewegung und den Kampf für das, was schließlich der 19. Verfassungszusatz werden sollte, in dem das bundesweite Wahlrecht für Frauen in der Verfassung verankert wurde.

Nach ihrer Rückkehr nach Montana wurde Rankin Präsidentin der Montana Women’s Suffrage Association. Im Februar 1911 war sie die erste Frau, die im Parlament von Montana sprach. Sie thematisierte in ihrer Rede die Entrechtung von Frauen in ihrem Heimatstaat.

Im November 1914 gewährte Montana als siebter Staat der USA Frauen das uneingeschränkte Wahlrecht. Bei den Kongresswahlen von 1916 in Montana wurde Rankin schließlich als erste Frau der US-amerikanischen Geschichte in den Kongress gewählt. In ihrer Siegesrede sagte sie:

„Ich bin mir der Verantwortung, die auf mich liegt, zutiefst bewusst.“

In ihrer Zeit als Kongressabgeordnete fiel die Debatte über die Einführung des bundesweiten Frauenwahlrechts in den Vereinigten Staaten. Sie stimmte selbstverständlich dafür. Sie ist somit die einzige Frau der USA, die offiziell für das Frauenwahlrecht gestimmt hat.

In ihre erste Amtszeit fiel ebenfalls die Einberufung der außerordentlichen Aprilsitzung des Kongress als Reaktion auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Am 2. April 1917 forderte der demokratische Präsident Woodrow Wilson den Kongress auf, Deutschland den Krieg zu erklären, um so „die Welt sicher für die Demokratie zu machen“.

Nach intensiver Debatte kam die Kriegsresolution am 6. April um drei Uhr morgens zur Abstimmung im Repräsentantenhaus. Rankin gab eine von fünfzig Stimmen gegen den Kriegsbeitritt ab: „Ich möchte für mein Land eintreten, aber ich kann nicht für den Krieg stimmen.“

Einige Jahre später rechtfertigte sie ihre Entscheidung mit diesen Worten:

„Ich hatte das Gefühl, wenn die erste Frau zum ersten Mal die Möglichkeit hat, zum Krieg Nein zu sagen, dann sollte sie es sagen.“

Obwohl neunundvierzig männliche Abgeordnete und sechs Senatoren ebenfalls gegen den Kriegsbeitritt stimmten, wurde Rankin besonders kritisiert. Einige betrachteten ihre Wahlentscheidung sogar als Diskreditierung der Frauenrechtsbewegung. Ihre erste Amtszeit endete am 3. Januar 1919.

(Foto: Wikipedia)

Im Alter von sechzig Jahren kehrte sie für vier Jahre in den Kongress zurück. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs debattierten dort die Mitglieder monatelang über die Frage einer Intervention der USA. Als am 7. Dezember 1941 der japanische Angriff auf Pearl Harbor erfolgte, entschieden sich die USA zum Kriegsbeitritt.

Am 8. Dezember 1941 stimmte Rankin als einziges Mitglied beider Kammern des Kongresses gegen die Kriegserklärung an Japan. In Saal war ein Zischen zu hören, als sie ihre Stimme abgab. Mehrere Kollegen baten sie, ihre Entscheidung zu ändern, um die Resolution einstimmig zu machen oder sich doch zumindest der Stimme zu enthalten, aber sie lehnte ab und erklärte:

„Als Frau kann ich nicht in den Krieg ziehen und ich weigere mich, jemand anderen zu schicken.“

Nach der Abstimmung wurde Rankin von Reportern bis in die Garderobe verfolgt. Dort musste sie in eine Telefonzelle flüchten, wo sie um Hilfe rief. Schließlich traf die Polizei des Kapitols ein, die sie in ihr Büro eskortierte, wo sie mit wütenden Telegrammen und Telefonanrufen überschwemmt wurde. Ein Telegramm ihres Bruders lautete: „Montana ist zu hundert Prozent gegen Dich.“

Ihre Weigerung, für den Kriegsbeitritt zu stimmen, zerrüttete sogar die Beziehung zu ihrer Familie; ein Phänomen, dass wir heute nur allzu gut kennen.

Als am 11. Dezember 1941 über die Kriegserklärung gegen Deutschland abgestimmt wurde, enthielt sich Rankin. Ihre politische Karriere war damit faktisch beendet. Im Jahr 1942 trat sie nicht mehr zur Wiederwahl an. Als sie Jahre später gefragt wurde, ob sie ihre Tat jemals bereut habe, antwortete sie:

„Niemals. Wenn Du gegen Krieg bist, dann bist Du gegen Krieg, egal was passiert. Krieg ist eine falsche Methode, um zu versuchen, einen Streit beizulegen.“

Nach den beiden Weltkriegen bereiste Rankin die Welt und besuchte dabei häufig Indien, wo sie die pazifistischen Lehren von Mahatma Gandhi studierte. Während des Vietnamkriegs gründete sie im Januar 1968 im Alter von siebenundachtzig Jahren die Jeannette-Rankin-Brigade, eine Koalition von Frauenfriedensgruppen. Mit etwa fünftausend Menschen ging sie zu den Stufen des Kapitols, wo sie dem Sprecher des Repräsentantenhauses eine Friedenspetition überreichten.

Im Jahr 1972 überlegte Rankin, die mittlerweile schon in ihren Neunzigern war, ein drittes Mal in den Kongress zu gehen, um ein breiteres Publikum für ihre Opposition gegen den Vietnamkrieg zu gewinnen, aber langjährige Hals- und Herzbeschwerden zwangen sie, dieses letzte Projekt aufzugeben. Sie starb am 18. Mai 1973 im Alter von 92 Jahren in Kalifornien.

Eine Statue von ihr mit der Inschrift „I Cannot Vote For War“ (Ich kann nicht für Krieg stimmen) wurde 1985 in der Statuenhalle des Kapitols aufgestellt. Bei ihrer Einweihung erklärte die Historikerin Joan Hoff-Wilson, Rankin sei „eine der umstrittensten und einzigartigsten Frauen in Montana und in der amerikanischen, politischen Geschichte“ gewesen.

Ein paar Monate vor ihrem Tod im Jahr 1972 sprach Rankin vor dem Verfassungskonvent von Montana, diese Worte:

„Wenn ich auch wegen keiner anderen Tat in Erinnerung bleibe, do möchte ich doch als die einzige Frau in Erinnerung bleiben, die jemals dafür gestimmt hat, Frauen das Wahlrecht zu geben.“

(Foto: Wikipedia)

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Fridays for Future katapultiert sich in die Vergangenheit

„Schneide Dir erstmal anständig die Haare, Du langhaariger Heiopei!“

So oder ähnlich hat früher Naziopa Rudolf, der seine Goldfische Göbbels und Göring nannte, über die Jugend geschimpft. Heute übernimmt die Klimaschutzbewegung Fridays for Future diese Erziehungsaufgabe.

Weil die Musikerin Ronja Maltzahn Dreadlocks trägt, wurde sie von einer Fridays for Future– Demonstration in Hannover ausgeladen. Sie hätte dort eigentlich auftreten sollen, aber ihr wurde von den Verantwortlichen mitgeteilt, es täte ihnen zwar sehr leid, aber sie müssten ihr absagen, weil sie eine „weiße Person mit Dreadlocks“ sei.

Für die der Zukunft zugewandten, freitags demonstrierenden Personen ist eine weiße Frau mit Dreadlocks „eine Form der kulturellen Aneignung“ und „nicht vertretbar“.

Naziopa Rudolf nannte es „Rassenschande“, wenn Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe es wagten, ihre Kulturen zu vermischen. Fridays for Future nennt es heute „kulturelle Aneignung“.

Was bitte soll diese kulturelle Aneignung sein?

Ich habe mich mal in meinem Leben umgeschaut. Alles, aber wirklich alles, was ich benutze, habe ich nicht selbst erfunden. Ich habe mir alles angeeignet, meine Sprache, die Werkzeuge, mein ganzes Wissen. Was also soll ich tun?

Darf ich nur noch Dinge konsumieren, die von Menschen meiner Hautfarbe erfunden wurden? Darf ich etwa keine Kartoffeln mehr essen, weil sie aus Amerika importiert wurden? Müssen Muslime und Christen ihre Religion ablegen, weil sie sich den Glauben von Juden angeeignet haben? Sollen nur noch Amerikaner Facebook benutzen dürfen? Sollen alle Deutschen, Engländer und Franzosen aufhören, ihre Sprache zu schreiben, weil sie lateinische Buchstaben benutzen? Sollen Menschen in Afrika aufhören, sich Techniken aus Europa anzueignen?

Menschen waren und sind ständig im Austausch. So sind Kulturen entstanden. Menschen haben voneinander gelernt und sich aneinander gemessen. Sie waren Gegner und Freunde, Nachbarn und Fremde, aber immer haben sie sich gegenseitig inspiriert. Die Evolution der Menschheit ist eine fortlaufende Aneignung. Für Fridays for Future jedoch ist diese Menschlichkeit „nicht vertretbar“. Sie geben der Musikerin jedoch eine Chance:

„Solltest du dich bis Freitag dazu entscheiden, deine Dreadlocks abzuschneiden, würden wir dich natürlich auf der Demo begrüßen und spielen lassen.“

Schneid Dir erst mal die Haare, bevor Du zu mir kommst! Besser hätte es Naziopa Rudolf nicht sagen können. Er hatte übrigens auch kein Problem damit, junge Frauen auf ihr Äußeren zu reduzieren und sie danach zu bewerten, wie sie aussehen. Die Verantwortlichen der Ausladung erklären weiterhin:

„Uns tut es leid, dass wir es überhaupt zu der Situation haben kommen lassen und uns nicht ausführlich genug damit beschäftigt haben, welche Künstler*innen für unsere Demo angefragt werden.“

Was braucht Fridays for Future, um in Zukunft besser entscheiden zu können, wer bei ihnen auftreten darf?

Muss Naziopa Rudolf etwa die Nürnberger Rassegesetze aus seinem Keller kramen, damit Fridays for Future entscheiden kann, zu welcher Rasse jemand gehört, um so zu bestimmen, wie er sich kleiden darf? Wann darf eine Frau Dreadlocks tragen? Reicht es, wenn sie einen schwarze Vater hat oder reicht auch schon eine schwarze Großmutter? Wann ist man schwarz genug, um das weiße Okay von Fridays for Future zu bekommen, unterdrückt zu sein?

Die jungen Menschen von Fridays for Future sind bei ihren Urgroßeltern angekommen. Sie verwandeln wunderbare, edle Ansichten und Dinge in übel riechende Ideologien.

Wie alle Menschen, so eigneten sich damals auch die Nazis ihre Überzeugungen und Symbole an. Sie eigneten sich zum Beispiel die Swastika an, ein Symbol, das eigentlich als Glücksbringer galt. Die Nazis machten daraus das mörderische Hakenkreuz. Sie eigneten sich zudem die Ideen verschiedener Philosophen an und brauten daraus eine stinkende Tunke in ihren braunen Tonnen. Die Verantwortlichen von Fridays for Future machen heute genau das. Sie kritisieren bei Ronja Maltzahn, was sie selbst betreiben, nämlich eine „kulturelle Aneignung“.

Sie nehmen für sich in Anspruch, darüber zu bestimmen, wer unterdrückt ist. Sie erklären, wer zu welcher Rasse gehört und was daraus für sie an Rechte und Pflichten resultieren. Das ist ein Anmaßung, die sie sich von ihren Vorfahren angeeignet habe – vermutlich unbewusst.

Aber was erlaube ich mir schon, über das Unterbewusstsein dieser Leute zu spekulieren. Die Psychoanalyse wurde schließlich von einem Juden erfunden und als Nicht-Jude habe ich selbstverständlich nicht das Recht, mir dieses Wissen anzueignen.

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Ein paar Zitate von Madeleine Albright (sel. A.)

Madeleine Albright hat mal gesagt: „Es gibt einen besonderen Platz in der Hölle für Frauen, die anderen Frauen nicht helfen.“

Am 23. März 2022 hat Madeleine Albright ihren Weg in den Himmel begonnen.

Madeleine Albright sagte ebenfalls: „Nur in Amerika konnte ein Flüchtlingsmädchen aus Mitteleuropa Außenministerin werden.“

Tapfer im Nirgendwo ehrt die Frau, die als Flüchtlingsmädchen aus Mitteleuropa nach Amerika kam und dort Außenministerin wurde, durch eine kleine Sammlung ihrer klügsten Worte.

(Foto: Wikipedia)

Madeleine Jana Korbel Albright, geborene Marie Jana Korbelová (15. Mai 1937 – 23. März 2022)

„Ich habe es geliebt, Außenministerin zu sein. Das ist wahrscheinlich jedem klar, der mich beobachtet hat.“

„Die Magie Amerikas besteht darin, dass wir eine freie und offene Gesellschaft mit einer gemischten Bevölkerung sind. Ein Teil unserer Sicherheit ist unsere Freiheit.“

„Das beste Buch, wie die beste Rede, wird alles tun, uns zum Lachen, Nachdenken, Weinen und Jubeln bringen, vorzugsweise in dieser Reihenfolge.“

„Geschichte wird rückwärts geschrieben, aber vorwärts gelebt.“

„Ich habe ziemlich lange gebraucht, um eine Stimme zu entwickeln, und jetzt, wo ich sie habe, werde ich nicht schweigen.“

„Ich habe schon oft gesagt, dass es auf der Welt genug Platz zu geben scheint für mittelmäßige Männer, aber nicht für mittelmäßige Frauen, und wir müssen wirklich sehr, sehr hart arbeiten.“

„Ich denke, wir wissen alle, was das Böse ist. Wir haben ein Gespür dafür, was böse ist, und sicherlich ist es böse, unschuldige Menschen zu töten. Wir sind uns weniger sicher, was gut ist. Es ist irgendwie gut, gut genug, könnte besser sein, aber absolut gut ist etwas schwieriger zu definieren.“

„Wenn Dir niemand im Weg steht, gehst Du nirgendwo hin.“

„Mir wurde beigebracht, nach etwas zu streben, nicht weil es Erfolgsgarantien gäbe, sondern weil das Streben an sich der einzige Weg ist, dem Leben die Treue zu halten.“

„Ich bin keine Fatalistin. Ich habe gerade „Krieg und Frieden“ gelesen und Tolstoi ist so ein Fatalist. Ich denke, Menschen können etwas bewirken (…) Ich bin eine Optimistin, die sich viele Sorgen macht.“

„Die eigentliche Frage ist: Wer trägt die Verantwortung für die Wahrung der Menschenrechte? Die Antwort darauf lautet: Jeder!“

„Ich glaube nicht, dass Dinge zufällig passieren; Ich glaube, dass man sie sich verdient.“

„Frauen können nicht alles gleichzeitig tun, wir müssen verstehen, dass Meilensteine in unserem Leben in Segmenten auftreten.“

„Ich habe sehr feste und konsistente Prinzipien, aber ich bin taktisch flexibel.“

„Um Europa zu verstehen, muss man ein Genie sein – oder Franzose.“

„Unsere gemeinsame Erfahrung hat gezeigt, dass gute Dinge passieren, wenn Frauen die Macht haben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.“

„Während die Demokratie langfristig die stabilste Regierungsform ist, gehört sie kurzfristig zu den fragilsten.“

„Was Menschen auswählen können, können sie auch ändern.“

„In einer Welt, in der ein Drittel aller essbaren Lebensmittel niemals in den Mund der Hungrigen gelangt, haben wir alle die individuelle moralische Verantwortung, unseren Teil dazu beizutragen.“

„Wir müssen Autoren der Geschichte unserer Zeit sein.“

„Der Wunsch nach Freiheit mag in jeder menschlichen Brust verankert sein, aber auch das Potenzial für Selbstgefälligkeit, Verwirrung und Feigheit. Und das Verlieren hat seinen Preis.“

„Der Unterschied zwischen Menschen und anderen Säugetieren besteht darin, dass wir wissen, wie man sich schmückt.“

„Wenn wir versuchen, schwierige nationale Probleme zu lösen, ist es manchmal notwendig, sowohl mit Gegnern als auch mit Freunden zu sprechen. Historiker haben dafür ein Wort: Diplomatie.“

„Viele Leute denken, internationale Beziehungen seien wie ein Schachspiel. Aber es ist kein Schachspiel, bei dem die Leute ruhig dasitzen, ihre Strategie überdenken und sich zwischen den Zügen Zeit nehmen. Es ist eher wie ein Billardspiel, bei dem ein Haufen Bälle zusammenliegen.“

„Du musst lernen zu unterbrechen, weil Du nicht angesprochen wirst.“

„Frauen müssen aktive Zuhörerinnen und aktive Unterbrecherinnen sein. Aber wenn Du unterbrichst, muss Du wissen, wovon Du sprichst.“

„Als Führungskraft muss man in der Lage sein, neue Informationen aufzunehmen und zu verstehen, dass es möglicherweise eine andere Sichtweise gibt.“

„Um es milde auszudrücken, die Welt ist ein Chaos.“

***

Erst im Alter von 59 Jahren fand Madeleine Albright heraus, dass ihre Eltern jüdisch waren und zwar aufgrund von Recherchen der Washington Post. Sie erklärte dazu:

„Das war natürlich eine große Überraschung für mich. Das wurde mir nie gesagt.“

Im Jahr 1941, vier Jahre nach der Geburt ihrer Tochter, konvertierten ihre Eltern zum Katholizismus und erzogen ihre Tochter in diesem Glauben. Zwei Jahre vorher waren sie von Prag nach London geflohen, nachdem die deutsche Wehrmacht in Prag einmarschiert war. Sie erzählten ihrer Tochter nie von ihrer jüdischen Vergangenheit.

Nach dem Krieg kehrte die Familie im Jahr 1945 an der Seite der Exilregierung von Edvard Beneš mit großen Hoffnungen nach Prag zurück. Im Herbst 1945 wurde ihr Vater, Josef Korbel zum tschechoslowakischen Botschafter in Belgrad ernannt und zog daher mit seiner Familie nach Jugoslawien.

Nach dem kommunistischen Staatsstreich im Jahr 1948 gelang es der Familie, politisches Asyl in den USA zu erhalten. Im Jahr 1957 wurde Marie Jana Korbelová Staatsbürgerin der USA. Sie begann früh damit, sich politisch zu engagieren und wurde Mitglied bei der Partei der Demokraten. Sie war Teil des Stabs von Präsident Jimmy Carter und unterstütze die Präsidentschaftskandiaten Walter Mondale und Michael Dukakis. Später unterstütze sie ebenfalls die Präsidentschaftskandidatur von Hillary Clinton.

Im Jahr 1993 wurde sie Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen. In dieser Funktion erfuhr sie von den Recherchen der Washington Post bezüglich der jüdischen Geschichte ihrer Eltern. Sie erfuhr, dass drei ihrer Großeltern im Holocaust ermordet wurden. Die Namen von Arnost und Olga Körbel fand sie im Jahr 1997 in der Pinkas-Synagoge in Prag auf einer Liste von 77.000 ermordeten Menschen. Auf Transportlisten fand sie ebenfalls den Namen ihrer Großmutter Anna Spieglova. Auch zahlreiche andere Familienmitglieder, die die Tschechoslowakei nicht verlassen hatten, wurden ermordet.

Am 23. Januar 1997 wurde Albright als 64. Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika im Kabinett Bill Clinton vereidigt und verblieb dort bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2001. Madeleine Albright war die erste Frau in diesem Amt.

***

Nachtrag: Es dauerte nicht lange nach dem Veröffentlichen dieses Artikels und einige Leserinnen und Lesern schlugen kritische Töne gegen Madeleine Albright an. Ein typischer Wortlaut einer Kritik ist dieser Kommentar unter meinem Artikel auf Facebook:

„Es fehlt der zutiefst humanistische Satz, dass 500.000 tote irakische Kinder den Preis wert wären.“

Ich gehe auf diese Kritik ein, um zu zeigen, dass Madeleine Albright natürlich, wie alle Menschen, nicht immer nur kluge Sachen gesagt hat. Es gilt zwar die Anstandsregel, dass man nichts schlechtes über jüngst verstorbene Menschen sagen soll, da dieses Thema aber überall angesprochen wird, auch in und unter den Nachrufen, möchte ich dieses Zitat ebenfalls nicht ignorieren.

Am 12. Mai 1996 verteidigte Madeleine Albright die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen den Irak gegenüber der Journalistin Lesley Stahl. Sie stellte Albright in ihrer damaligen Funktion als Botschafterin bei den Vereinten Nationen folgende Frage: „Uns ist zu Ohren gekommen, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind. Ich meine, das sind mehr Kinder als in Hiroshima gestorben sind. Ist das der Preis wert?“

Sie beantworte die Frage wie folgt: „Wir denken, der Preis ist es wert.“

Nach dem Interview, das mit einen Emmy Award ausgezeichnet wurde, kritisierte Albright die Form des Interviews als „eine irakische Propaganda“ und bemängelte, die Frage von Stahl sei „vergiftet“ (loaded) gewesen: „Ich war in eine Falle getappt und habe etwas gesagt, was ich nicht so meinte.“ Sie erklärte weiterhin, sie bedauere es, „kaltblütig und grausam rübergekommen“ zu sein.

Im Jahr 2020 schließlich entschuldigte sie sich für ihre Äußerungen in einem Interview mit der New York Times und nannte ihre damaligen Worte „total dumm“.

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Rameza Monir ist neidisch

Rameza Monir ist neidisch auf ein menschliches Gefühl. Sie ist neidisch, weil Menschen in Deutschland Mitgefühl zeigen für die Menschen in der Ukraine, die gerade von der russischen Regierung angegriffen werden. Sie schreibt:

„Ich sehe, wie in deutschen Gärten die ukrainische Flagge weht, und frage mich, wieso im Mai 2021, während Israel in Gaza Hochhäuser mit Zivilisten bombardiert hat, Markus Söder die israelische Flagge auf seinem Instagram-Account postete?“

Warum kann die Ukraine nicht mit Gaza verglichen werden? Das fragt sich Rameza Monir in der taz.

Es liegt daran, dass die Ukraine nicht die Vernichtung aller Russen fordert! Die Regierung im Gazastreifen jedoch fordert die Vernichtung aller Juden und zwar weltweit. In der Gründungscharta der Hamas heißt es im Artikel 7:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.“

Am 9. Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Das ist der brutale Judenhass der Feinde Israels. Einen solchen von der Regierung mitgetragenen und propagierten Hass gegen Russland gibt es in der Ukraine nicht. Viel eher ist Russland mit Palästina vergleichbar, schließlich zeigt die russische Regierung gerade deutlich, wie sehr sie die Selbstständigkeit und Souveränität der Ukraine achtet, nämlich gar nicht.

Statt also neidisch zu sein auf das Mitgefühl, das jenen entgegengebracht wird, die sich gegen den Hass wehren, wie wäre es einmal mit Selbstkritik. Wenn Rameza Monir Frieden möchte, sollte sie sich mal folgende Frage stellen: Welcher Hass wuchert in Palästina?

Der Hass auf Israel hält Palästina unten.

Wenn Palästina einfach nur akzeptieren würde, dass es Israel gibt und erkennen würde, dass das Land ein Freund sein kann und kein Feind sein muss, würde Palästina aufblühen. Die Hand zum Frieden ist in Israel ausgestreckt. In der Unabhängigkeitserklärung von Israel heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Statt also neidisch zu sein auf die Erfolge Israels, könnte sich Palästina auch einfach mal für seinen Nachbarn freuen.

Neid wird aus Hass geboren und Neid macht hässlich. Die Fähigkeit zu gönnen jedoch, zaubert ein Lächeln auf die Lippen und zwar sowohl bei dem, der gönnt, als auch beim dem, dem gegönnt wird.

Rameza Monir jedoch ist neidisch. Sie ist sogar auf eine besonders unangenehm Art neidisch. Sie ist neidisch auf das Mitgefühl, das anderen entgegengebracht wird, die gerade zerbombt werden und auf der Flucht sind. Sie ist so neidisch, sie kann nicht mal mehr Menschen, die leiden, Mitgefühl gönnen, ohne dabei zu meckern: Und was ist mit mir?

Wer so neidisch ist, ist derart vom Hass zerfressen, dass er nicht gönnen kann. Es ist dieser Neid auf Israel und Juden, der sich in der Geschichte immer wieder zum vernichtenden Hass gewandelt hat.

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