Frohe Christi Himmelfahrt

Tapfer im Nirgendwo w√ľnscht allen Christinnen und Christen einen gesegneten Aufstieg des Herrn.

Grabeskirche in Jerusalem

Der christliche Glaube besagt, dass an Christi Himmelfahrt Jesus leiblich seinen Platz zu rechten Gottes im Himmel eingenommen hat und somit sein K√∂rper nicht auf Erden geblieben ist. Da stellt sich die Frage: Was ist mit Jesus‘ Vorhaut passiert?

Jesus war Jude. Er wurde am achten Tag nach seiner Geburt beschnitten, so steht es bei Lukas 2:21 in der Bibel. Den Tag der Beschneidung feiern Christen √ľbrigens als Neujahr. Ist die Vorhaut von Jesus mit in den Himmel gekommen?

Die Antwort ist simpel, jedenfalls laut Lehre der Katholischen Kirche. Jesus ist dem katholischen Glauben folgend k√∂rperlich und vor allen unversehrt auferstanden. Die Vorhaut ist allerdings unten geblieben. Sie wird von Jesus erst bei seiner zweiten Ankunft abgeholt. So will es der Katholizismus! Da stellt sich gleich die n√§chste Frage: Wo ist die Vorhaut jetzt?

Laut katholischer Lehre ist die Vorhaut von Jesu auf Erden geblieben. Im Mittelalter beanspruchten diverse Orte im Besitz der Reliquie der Heiligen Vorhaut zu sein. Unter anderem soll Papst Leo III die Reliquie der heiligen Vorhaut von Karl dem Gro√üen anl√§sslich seiner Kaiserkr√∂nung am 25. Dezember 800 geschenkt bekommen haben. Karl der Gro√üe wiederum soll die Vorhaut entweder von einem Engel oder von der Kaiserin Irene von Byzanz bekommen haben, die Legende ist da uneins. Jedenfalls wurde sie zusammen mit anderen Reliquien in der Kapelle Sancta Sanctorum im Lateran aufbewahrt.

Der Legende nach soll die Reliquie beim der Pl√ľnderung Roms im Jahr 1527 durch habsburgische Landsknechte und spanische und italienische S√∂ldner durch einen habsburgischen S√∂ldner gestohlen worden sein, der wiederum auf dem R√ľckzug n√∂rdlich von Rom von Graf Anguillara festgenommen und in der Burg von Calcata festgesetzt wurde. Der Soldat soll die Vorhaut in seiner Zelle versteckt haben, wo sie erst 30 Jahre sp√§ter wiedergefunden wurde. Sie hat somit nicht mal den M√§usen und Ratten geschmeckt!

Seitdem wurde die Vorhaut in der Pfarrkirche des Ortes aufbewahrt. Die heilige Vorhaut wurde dort regelm√§√üig bis 1983 bei Prozessionen √∂ffentlich gezeigt. Dann verschwand sie jedoch unter ungekl√§rten Umst√§nden. Der Versuch des britischen Fernsehjournalisten Miles Kington im Jahr 1997, die heilige Vorhaut zu finden, endete erfolglos. Die Vorhaut hatte sich zur√ľckgezogen.

Eine weitere Reliquie der heiligen Vorhaut tauchte im Jahr 1112 in Antwerpen auf. Nach einem feierlichen Einzug in die Frauenkirche, wo man eigens eine Kapelle errichtete, sah der Bischof von Cambrai drei Blutstropfen von ihr fallen. Diese Reliquie ging jedoch beim Bildersturm von 1566 verloren.

Katharina von Valois wiederum bat im Jahr 1421 ihren Mann, K√∂nig Heinrich V. von England, ihr diese Reliquie zu verschaffen, da deren s√ľ√üer Duft eine gute Geburt garantieren w√ľrde. Die Reliquie wurde in der Abteikirche von Coulombs niedergelegt und verschwand dort w√§hrend der Franz√∂sischen Revolution. Auch das Kloster Andechs beanspruchte im Mittelalter, im Besitz der heiligen Vorhaut zu sein. Bei so viel Vorhaut muss der Penis von Jesus enorm gro√ü gewesen sein! So gro√ü, dass Leo Allatius, ein griechische Gelehrte und Kurator der Vatikanischen Bibliothek in seinem ‚ÄěVortrag √ľber die Vorhaut unseres Herrn Jesus Christus‚Äú aus dem 17. Jahrhundert schlie√ülich spekulierte, dass die Heilige Vorhaut ins Weltall empor gestiegen und sich dort in einen der Saturnringe verwandelt haben soll.

Ob nun beim Saturn oder auf Erden, die Vorhaut ist laut katholischem Glauben noch im Diesseits. Deshalb ist es auch katholischer Fakt, dass die Vorhaut nicht in der Hostie ist! Die katholische Lehre von der Transsubstantion (Wandlung) besagt, dass sich im Moment der Eucharistie die Hostie und der Wein in Jesu Fleisch und Blut verwandelt und zwar nicht nur symbolisch, sondern ‚Äědem Wesen nach‚Äú und ‚Äěin seinen Elementen‚Äú. So steht es im Katechismus der Katholischen Kirche, best√§tigt im Jahre 1992 von Papst Johannes Paul II, dem Stellvertreter des Mannes, √ľber dessen Blut und Fleisch es hier gerade geht.

‚ÄěWer leugnet, dass im Sakrament der heiligsten Eucharistie wahrhaft, wirklich und wesentlich der Leib und das Blut zugleich mit der Seele und der Gottheit unseres Herrn Jesus Christus und folglich der ganze Christus enthalten ist, und behauptet, er sei in ihm nur wie im Zeichen, im Bild oder in der Wirksamkeit, der sei ausgeschlossen.‚Äú [Konzil zu Trient, in Neuner-Roos: Der Glaube der Kirche, Nr. 577. Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1374]

Nur wer wahrhaft glaubt, bei der Kommunion das Fleisch eines auferstandenen Juden zu essen, ist ein wahrer Katholik im Sinne des Katechismus der Katholischen Kirche. Da wundert es mich nicht, dass im Mittelalter so viele Christen geglaubt haben, Juden w√ľrden ihr Mazzebrot mit christlichem Blut zubereiten. Sie haben offenkundig von sich auf andere geschlossen.

Was macht eigentlich ein katholischer Vegetarier? Kann er √ľberhaupt das Heil des Leibes Christi empfangen oder gibt es f√ľr ihn einen Tofu-Jesus oder einen Gem√ľse-Christus geben? Was machen die Katholiken, wenn die Gr√ľnen einen Vegetariertag verbindlich machen und ihn auf einen Sonntag legen?

‚ÄěDurch die Konsekration des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinne Wesensverwandlung (Transsubstantion) genannt.‚Äú [Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1376.]

Die Katholische Kirche haut zweitausend Jahre altes Fleisch raus! Wenn das kein Gammelfleischskandal ist. Jede D√∂nerbude wird f√ľr weniger dicht gemacht! Zudem bietet die katholische Kirche Wein aus dem Jahre 33 a.D. an. Hat die Kirche eigentlich eine Schankgenehmigung?

Bis heute m√ľssen Hostien kein Verfallsdatum haben, und dass obwohl jedes Produkt, das in der Europ√§ischen Union zum Verzehr ausgeh√§ndigt wird, laut Europagesetz ein Verfallsdatum angeben und hygienisch rein verpackt sein muss, sogar Salz. SALZ! Jahrmillionen liegt Salz in irgendwelchen Bergen herum, aber kaum ist es in einem Pappkarton fordert die Europ√§ische Union: ‚ÄěMindestens haltbar bis zum ‚Ķ‚Äú

Eigentlich m√ľsste jede Hostie separat in Folie eingepackt und mit einem Verfallsdatum versehen werde. Genau dies fordert j√ľngst auch die EU-Kommissarin Emma Bonino, aber nachgekommen wurde ihre Forderung nicht.

Warum nutzt die katholische Kirche nicht die moderne Wissenschaft, um die zweite Ankunft des Herrn zu beschleunigen? Wenn sich w√§hrend der Transsubstantion der Wein in Jesus Blut verwandelt und zwar seinem Wesen und seinen Elementen nach, warum entnehmen die Katholiken nicht einfach einen Tropfen, entschl√ľsseln die DNA und klonen einfach die zweite Ankunft des Herrn? Dann bekommt Jesus auch endlich seine Vorhaut wieder!

Dass die Vorhaut keine Zutat der Hostie ist, wusste im 13. Jahrhundert ein Bauernm√§dchen aus Plambach jedoch nicht. Ihr Name war Agnes Blannbekin. Sie behauptete, beim Kosten der Eucharistie das Empfinden von Christi Vorhaut in ihrem Munde versp√ľrt zu haben. Die diesbez√ľglichen Aufzeichnungen ihres Seelsorgers wurden im Jahr 1731 von dem Benediktiner Bernhard Pez ver√∂ffentlicht, aber auf Betreiben der Jesuiten schnell wieder eingezogen, weil die Vorhaut nicht in der Hostie ist! Die M√∂nche entschieden sich daf√ľr, dass Hostien nicht nach Vorhaut schmecken und wer, wenn nicht M√∂nche, m√ľssen das wissen?

In diesem Sinne: Eine frohe und gesegnete Christi Himmelfahrt!

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Theater in Zeiten von Corona – Gerd Buurmann l√§dt ein!

Erleben Sie Theater in Form eines Stadtspaziergangs.

Erleben Sie in diesen schweren Zeiten wieder etwas Theater, gute Literatur und lernen dabei Köln neu kennen. Gehen Sie mit Gerd Buurmann auf einen dramatischen und komödiantischen Spaziergang durch Köln.

Gerd Buurmann präsentiert:
‚ÄěK√∂ln – Ein Fr√ľhlingsm√§rchen‚Äú
Ein Theater-Spaziergang durch Köln
mit Texten von Heinrich Heine

Termine:

Sonntag, 7. Juni / Sonntag, 28. Juni / Sonntag, 5. Juli / Samstag 11. Juli / Sonntag 12. Juli – jeweils um 16h.

Treffpunkt: Kreuzblume vor dem Kölner Dom, Kardinal-Höffner-Platz 1

Teilnahme nur mit Anmeldung möglich. Kontakt per Telefon: 0160 985 20 957 / Kontakt per Mail: gerdbuurmann@hotmail.de

Gerd Buurmann geht mit Ihnen unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln durch K√∂ln und pr√§sentiert dabei an Originalschaupl√§tzen Texte von Heinrich Heine. Sie erleben, wie sich Heine mit den heiligen drei K√∂nigen am K√∂lner Dom pr√ľgelt, wie er mit Vater Rhein redet und was er sonst noch so alles in K√∂ln erlebt und gegessen hat. Dazu erfahren Sie noch eine Menge spannende Geschichten √ľber die Stadt.

Preis: 20,- Euro pro Person.

(Bilder: Ruth Wennemar)

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Das Verbrennen von Landesflaggen ist in Deutschland verboten

Bisher war es in Deutschland laut §90a StGB lediglich verboten, die Flagge der Bundesrepublik Deutschland und die Flaggen der Bundesländer zu verbrennen. Der Bundestag hat am 14. Mai 2020 ein Gesetz beschlossen, das auch das öffentliche Verbrennen der Flagge der Europäischen Union und der Flagge eines ausländischen Staates unter Strafe stellt. Es drohen bis zu drei Jahre Gefängnis.

So sehr ich das Verbrennen von Flaggen der Staaten, die ich sch√§tze und ehre, verurteile, so falsch finde ich dieses Gesetz. Ich lebe lieber in einem Land, in dem die Nationalflagge verbrannt werden darf, aber es kaum jemand macht, als in einem Land, in dem sich die Menschen danach sehnen, die Flagge zu verbrennen, es aber nicht d√ľrfen.

Dass dieses Gesetz problematisch ist, erkennt man schon daran, dass es zwar nun verboten ist, die Fahnen all jener Staaten zu verbrennen, in denen Homosexualität mit dem Tod bestraft wird, das Verbrennen der Regenbogenfahne ist allerdings weiterhin erlaubt.

Ein Mensch, der eine Fahne verbrennt, kann, darf und sollte in gewissen Fällen kritisiert werden. Manchmal aber kann ich das Verbrennen von Fahnen auch verstehen. Ein Mensch, der 1936 die Fahne des Deutschen Reichs verbrannt hat, wird manch einen guten Grund gehabt haben.

Mit dem neuen Gesetzt kriminalisiert Deutschland einen Homosexuellen, der aus Protest die Fahne eines Landes verbrennt, in dem sein Liebhaber ermordet wurde, aber verteidigt das Recht auf Meinungsfreiheit f√ľr jeden Fundamentalisten, der √∂ffentlich die Schwulenfahne verbrennt.

Es gibt Staaten, die treiben Unfug und es gibt Staaten, die begehen Verbrechen an der Menschlichkeit. Wenn Staaten Armeen halten, um Menschen zu töten, sollte es Menschen erlaubt sein, in ihren Armen Feuer zu haben, um die Fahnen der Staaten zu verbrennen.

Die Amerikanische Verfassung garantiert mit dem ersten Verfassungszusatz das Recht auf freie Meinungs√§u√üerung und darunter f√§llt nach einem Urteil des Obersten Gerichts ausdr√ľcklich auch die Verbrennung von Fahnen. Weder das Verbrennen der Amerikanischen Flagge noch das Verbrennen der Verfassung ist in den USA verboten.

Wenn in Deutschland die amerikanische Fahne verbrannt wird, dann ist das ein Zeichen absoluter Dummheit, da wir die Freiheit, in der wir heute leben, den USA zu verdanken haben. Dummheit kann aber nicht dadurch verhindert werden, dass wir unvern√ľnftigen Leuten untersagen, in ihrer Dummheit nichts Besseres zu erfinden, als Fahnen zu verbrennen. Meinungsfreiheit gilt auch f√ľr Menschen mit dummen Gedanken und schlechten Geschm√§ckern.

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner, erkl√§rt zum Hintergrund der Neuregelung: ‚ÄěIn Deutschland d√ľrfen keine israelischen Flaggen brennen.‚Äú

Ich kann den Herrn von der SPD sehr gut verstehen. Auch mich schmerzt es, wenn auf deutschem Boden die Israelfahne mit dem wunderbaren Stern verbrannt wird. Als Anlass f√ľr die beschlossene Ausweitung auf alle Staatsflaggen gelten judenfeindliche Vorf√§lle aus den letzten Jahren, als zum Beispiel Demonstranten in Berlin israelische Flaggen verbrannt hatten.

Warum tut sich der Bundestag so schwer, Akte der judenfeindlichen Gewalt direkt zu bekämpfen? Warum soll aufgrund judenfeindlicher Gewalt in Gestalt von Israelhass nun auch das Verbrennen von Staatsflaggen verboten werden, in denen die Vernichtung Israels zur Staatsdoktrin gehört?

Was immer sich der deutsche Bundestag dabei gedacht hat, folgende Auswirkung ist von den Abgeordneten gewiss nicht bedacht worden: Das neue Gesetzt verbietet zwar das Verbrennen der Flagge Israels, nicht aber das Verbrennen der Flagge Palästinas, da es sich bei Palästina nicht um einen Staat handelt. Wenn das mal nicht der Freund des ehemaligen Außenministers Sigmar Gabriel erfährt. Sein Name ist Mahmud Abbas.

Auch das Verbrennen der Fahne Tibets ist weiterhin gestattet. Wer jedoch Chinas Flagge verbrennt, macht sich strafbar.

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Bayerischer Rundfunk kritisiert Corona-Paranoia

‚ÄěWer die Apokalypse zur Basis seines Denkens macht, der schl√§gt Ma√ünahmen zu deren Verwirklichung vor.‚Äú

Dies erkl√§rt Christoph S√ľ√ü in der Sendung ‚Äěquer‚Äú vom Bayerischer Rundfunk. √úber die Ma√ünahmen zur Eind√§mmung des Coranavirus sagt er:

‚ÄěKein Verkehr mehr, Flugzeuge bleiben am Boden, Z√ľge fahren nicht, quasi Generalstreik, die Wirtschaft erlahmt, Krise‚Äú und schon habe man ‚Äěgenau das, was man drau√üen halten will: das Desaster. Nat√ľrlich beteiligt sich auch der Asthmaanfall f√ľr Deutschland, kurz AfD, an der Paranoiaproduktion und rechte YouTuber kriegen sich vor lauter Endzeitpsychosen gar nicht mehr ein.‚Äú

Quer erkl√§rt: Wer behauptet, der Coronavirus sei so gef√§hrlich, dass Grenzen geschlossen, der Verkehr eingeschr√§nkt und manche Berufe eingestellt werden m√ľssen, sei ein rechter Verschw√∂rungstheoretiker in Paranoiaproduktion mit Endzeitpychose.

F√ľr alle, die sich nun wundern, weil diese Ma√ünahmen bundesweit von der CDU und SPD und in den L√§ndern von Gr√ľnen, der Partei Die Linke und von der FDP durchgesetzt wurden, sei gesagt, dass die Sendung am 30. Januar 2020 ausgestrahlt wurde, also ein paar Wochen vor dem Lockdown.

Schon ein paar Monate sp√§ter ist dieser Beitrag sehr schlecht gealtert. Heute n√§mlich gelten jene, die das sagen, was Christoph S√ľ√ü noch vor ein paar Wochen gesagt hat, als rechte Verschw√∂rungstheoretiker. Ist Christoph S√ľ√ü somit ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene? Hat am 30. Januar 2020 ein Verschw√∂rungstheoretiker f√ľr einen √∂ffentlich-rechtlichen Sender moderiert?

Ich möchte mal etwas vorschlagen: Wir nehmen einfach mal alle wirklich Abstand!

Wir sollten Abstand davon nehmen, uns st√§ndig gegenseitig vorzuwerfen, unsachliche Irre mit Psychosen und b√∂sen Absichten zu sein, nur weil wir unterschiedliche Sichtweisen im Umgang mit dem Virus haben. Ob wir die momentane Politik nun unterst√ľtzen, beklagen oder kritisieren, wir sollten aufh√∂ren, krampfhaft nach rechtsextremen oder linksextremen Spinnern zu suchen, die √§hnliche Worte formulieren, nur um dann die andere Meinung in diese Ecke zu stellen und somit den Menschen, dessen Meinung wir nicht teilen, pers√∂nlich zu diskreditieren.

Wir allen schwimmen im unklaren Gew√§sser. Niemand wei√ü wirklich, was gerade richtig und geboten ist. Dennoch f√§llen wir in dieser Zeit der Ungewissheit f√ľr alle einschneidende Entscheidungen. Es gibt Expertinnen und Experten, aber immer nur in Teilbereichen. Ein Virologe ist kein √Ėkonom und eine Chaosforscherin ist keine Juristin. Niemand sieht das ganze Bild, geschweige denn vermag es, alles zu verstehen.

Gerade werden die massivsten Einschr√§nkungen der Grundrechte seit 1949 in Westdeutschland und seit 1990 im vereinigten Deutschland exekutiert. Diese Ma√ünahmen werden auf der Basis von Vermutungen und Prognosen durchgef√ľhrt. Der Zweifel bleibt.

Nat√ľrlich ist eine solche Situation nicht leicht zu ertragen. Es ist verst√§ndlich, dass man versucht, auf andere Menschen herab zu schauen, wenn man ahnt oder wei√ü, dass man selbst nicht auf einem hohen moralischen Plateau steht und dennoch handeln muss. Daf√ľr muss man aber nicht seine politischen Gegner in den Dreck treten, nur um ein wenig erhabener zu wirken.

Verschwörungstheoretiker hat es immer gegeben. Schon vor Corona habe ich mich mit Leuten auseinander gesetzt, die erklären, die Anschläge vom 11. September 2001 seien eine Verschwörung oder die an die magische Kraft von Globuli glauben. Einige meiner besten Freunde sind religiös. Es ist sehr leicht, sie als Verschwörungstheoretiker zu diffamieren, denn was anderes ist Gott, wenn nicht eine absolute Verschwörung, der wir alle ausgeliefert sind?

Statt diese Menschen zu diffamieren, habe ich mich entweder mit ihnen auseinandergesetzt, wenn ich sie mochte, sie ignoriert, wenn sie mir egal waren oder sie kritisiert, wenn ich sie nicht ignorieren konnte. Manchmal habe ich sogar etwas von ihnen gelernt. Sogar das ber√ľhmte blinde Huhn findet mal ein Korn und die Wahrheit bleibt die Wahrheit, auch wenn ein Affe sie formuliert.

Verschw√∂rungstheoretiker gab es immer. Warum also werden sie ausgerechnet jetzt in den Fokus ger√ľckt?

Mich interessiert viel weniger, wie Verschw√∂rungstheoretiker ticken, sondern viel mehr, warum gerade alle √ľber sie reden. Ich vermute, es liegt daran, dass jene, die gerade Verschw√∂rungstheoretiker in den Fokus stellen, ganz so, als habe es sie vorher nicht gegeben oder als h√§tte sich die Anzahl dieser Individuen auf magische Weiss in den letzten Tagen vervielfacht, alle selbst sehr unsicher sind und daher neidisch sind auf jene, die fest davon √ľberzeugt sind, eine Antwort zu haben. Au√üerdem kann ich mir vorstellen, dass sie es nicht ertragen, selber keine bis wenig Ahnung haben, dennoch Entscheidungen f√§llen und mit den Konsequenzen leben m√ľssen und daher (vermeintlich) dumme Menschen brauchen, auf die sie herunter blicken k√∂nnen, um sich selbst etwas erhabener zu f√ľhlen.

Wer sich selbst nicht sicher ist, braucht die Kranken, Dummen, Irren und Wahnsinnigen, um sich selbst als normal zu f√ľhlen.

Dabei sind es in der Geschichte des Widerstands oft die Irren, Wahnsinnig und Kriminellen, die den Mut hatten, gegen ein unterdr√ľckendes Regime aufzubegehren, da sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung sowieso mit der herrschenden Situation im Konflikt standen.

Ich mache mir daher keine Sorgen, wenn wahnsinnige Menschen von einer Verschw√∂rung phantasieren, in der ein paar Milliard√§re angeblich versuchen, Computerchips in die Menschen zu pflanzen, um so die Welt zu unterwerfen. Ich mache mir aber Sorgen, wenn diese Irren die Einzigen sind, die neben all dem wahnsinnigen Unfug, den sie von sich geben, das wahre Korn finden und ansprechen. Ich mache mir Sorgen, wenn jede berechtige Kritik in die Ecke des Wahns ger√ľckt wird.

Sachlichkeit bedeutet, sich nicht auf die Unsachlichkeit des Gegen√ľbers zu st√ľrzen, sondern den sachlichen Kern in jeder Aussage zu extrahieren, um sich, im selbstkritischen Bewusstsein einer gewissen Unsachlichkeit im eigenen Denken, auf die Sache zu fokussieren, die von beiden Seiten als wahr erkannt werden kann.

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K√∂lner Oberb√ľrgermeisterin und K√∂lner Polizei bewerten eine Demonstration

Am 10. Mai 2020 erkl√§rte die Oberb√ľrgermeisterin der Stadt K√∂ln, Henriette Reker, auf ihrer Facebook-Seite:

‚ÄěMit gro√üer Emp√∂rung habe ich gestern die unangemeldete Demonstration einer rechtsextremen und verschw√∂rungstheoretischen Mischpoke in unserer Stadt wahrgenommen. Hier wollen Trittbrettfahrer Sorgen und √Ąngste in der Bev√∂lkerung f√ľr die Verbreitung ihres gesellschaftlichen Gifts nutzen. Stadt und Polizei m√ľssen aus den gestrigen Ereignissen lernen und werden solche Vorg√§nge nicht nochmal hinnehmen.‚ÄĚ

Auf Nachfrage erklärt das Polizeipräsidium Köln:

‚ÄěAm vergangenen Samstag kam es im Bereich der K√∂lner Innenstadt zu einer unangemeldeten Versammlung zum Thema ‚ÄěKein Mund-Nasen-Schutz, kein Mindestabstand‚Äú. An der Versammlung nahmen etwa 800 Teilnehmer/-innen teil.

Bei den Versammlungsteilnehmern konnte keine einheitliche ideologische Pr√§ferenz, beispielsweise Links- oder Rechtextremismus festgestellt werden. Nach polizeilicher Einsch√§tzung handelt es sich bei den Teilnehmern um Personen aus dem b√ľrgerlichen Spektrum, teilweise mit Hang zu Verschw√∂rungstheorien, teilweise auch von Impfgegnern. Offensichtlich nahmen aber auch besorgte B√ľrger ohne weiteren ideologischen Hintergrund teil.

Zu den bei dieser Versammlung festgestellten Personen, die durch Redebeiträge aufgefallen sind, lagen keinerlei staatschutzrelevante Erkenntnisse vor.

Die Teilnehmer verstießen in Teilen gegen die Coronaschutzverordnung. Entsprechende Straf- und/oder Ordnungswidrigkeitenanzeigen gegen die Coronaschutzverordnung, dass Infektionsschutzgesetz und das Versammlungsgesetz wurden gefertigt. Zu Ausschreitungen und/oder Gewalt kam es nicht.“

Die Polizei best√§tigt, dass durchaus extreme Positionen von links bis rechts auf der Demonstration zu finden waren. Wenn Henriette Reker jedoch die Demonstration als eine ‚Äěrechtsextreme und verschw√∂rungstheoretische Mischpoke‚Äú bezeichnet, dann wird dies so nicht von der Polizei best√§tigt.

Grundrechte gelten f√ľr alle B√ľrgerinnen und B√ľrger, auch f√ľr jene, deren Meinung man nicht teilt oder die man falsch findet. Wenn Henriette Reker erkl√§rt, Stadt und Polizei m√ľssten lernen, solche Vorg√§nge nicht nochmal hinzunehmen, dann erkl√§rt sie, die Rechte des Grundgesetzes sollten nicht mehr hingenommen werden.

Laut Polizei kam es auf der Demonstration weder zu Ausschreitungen noch zu Gewalt. Nur Teile haben gegen die Coronaschutzverordnung verstoßen. Alle weiteren Demonstrantinnen und Demonstranten bewegten sich auf dem Boden der Verfassung.

Henriette Reker darf alle Positionen kritisieren. Sie darf Verschw√∂rungstheoretiker kritisieren, wie ich es tue. Wenn sie aber erkl√§rt, man d√ľrfe nicht hinnehmen, dass f√ľr alle B√ľrgerinnen und B√ľrger die gleichen Rechte gelten, dann verst√∂√üt sie selbst gegen das Prinzip der Gleichberechtigung von Artikel 3 GG, gegen das Prinzip der Meinungsfreiheit von Artikel 5 GG und gegen das Recht auf Versammlung ohne Anmeldung von Artikel 8 GG. Das d√ľrfen wir nicht hinnehmen.

(√úber die fragw√ľrdige Verwendung des Worts ‚ÄěMischpoke‚Äú habe ich hier geschrieben: ‚ÄěDie Mischpoke von K√∂ln‚Äú)

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There‚Äės no conspiracy

Unfortunately, those who are critical of current policies to combat the coronavirus by massively encroaching on citizens‘ civil liberties are being defamed as alu-hat wearers or conspiracy theorists. Of course, there are crackpots everywhere, but nevertheless there are good reasons to criticize current policy.

I’m not criticizing current policy because I believe Angela Merkel or other heads of state who are enacting restrictions in order to establish a surveillance state. Our government is not evil! But oppressive systems are not always installed by bad people with bad intent, but instead, with naivety and the best of intentions.

There are two very well-known novels that describe dystopia: the novels „1984“ by George Orwell and „Brave New World“ by Aldous Huxley. In „1984“ there is a „big brother“ who suppresses the people. An evil entity keeps the people in bondage. In „Brave New World“, however, we are dealing with a society in which people, with good intentions and in hope of a brave world, who gave up freedoms gradually until oppression became total. In this dystopia, people imposed the lack of freedom on themselves because they were afraid and wanted to live in a non-violent, healthy and peaceful world. For this beautiful world they were ready to sacrifice freedom. Aldous Huxley showed that the desire for the healthy national body gives birth to fascists.

When I criticize Merkel’s current policies, I’m not suspicious of some conspiracy. I feel certain there is no conspiracy. But I am just as certain that because of fear deriving from new, uncertain and sometimes even dangerous situations, people are prepared to sacrifice those freedoms for which millions of people had previously fought for. Although those sacrifices rarely make the world any safer, they have led to a world more humane and worth living in.

Out of selfish fear for their own well-being, some people are too willing to sacrifice their hard-earned freedoms for total peace.

Behind all the imposed restrictions there’s no conspiracy and no secret plan, however we’ve entered a stage of uncertainty and mass fear.

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Die Mischpoke von K√∂ln

Am 10. Mai 2020 ver√∂ffentlichte die Oberb√ľrgermeisterin von K√∂ln, Henriette Reker, folgende Nachricht:

Mir bereitet diese Aussage großes Unbehagen.

Das Wort Mischpoke kommt aus dem Hebr√§ischen und bedeutet ‚ÄěFamilie‚Äú. Im 19. Jahrhundert fand der Begriff im Zuge eines massiven Anstiegs des Judenhasses in deutschen Landen Eingang in die deutsche Umgangssprache als abwertende Bezeichnung.

Es ist mehr als nur bedauerlich, wenn die Oberb√ľrgermeisterin der Stadt K√∂ln im Rahmen einer Debatte rund um eine Epidemie und darauf rekurrierende Verschw√∂rungstheorien ausgerechnet einen jiddischen Begriff als Beleidigung benutzt.

Der Judenhass selbst ist eine Verschw√∂rungstheorie. Au√üerdem wurden im mittelalterlichen K√∂ln Juden besonders w√§hrend Epidemien brutal verfolgt und ermordet. Im Jahr 1424 vertrieb der Rat der Stadt K√∂ln alle Juden sogar f√ľr mehrere hundert Jahre g√§nzlich aus der Stadt.

Als Beh√∂rdenleiterin der Stadt K√∂ln sollte Henriette Reker etwas mehr Sensibilit√§t f√ľr die Geschichte ihrer Stadt haben.

Und nein, Frau Reker ist keine Antisemitin. Sie hat nur manchmal Pech bei der Wortwahl.

Es ist ist entschuldbar, wenn man einen fragw√ľrdigen Begriff wider besseren Wissens benutzt. Wenn man den Begriff jedoch verteidigt und weiter benutzt, nachdem man √ľber seine Bedeutung aufgekl√§rt wurde, handelt man mit Vorsatz.

Frau Reker erkl√§rt, das Wort ‚ÄěMischpoke‚Äú in der letzteren Bedeutung benutzt zu haben. Es muss daher noch einmal betont werden, dass sich diese abf√§llige Benutzung des Begriffs in einem judenfeindlichen Kontext gebildet hat. Das Wort ‚ÄěMischpoke‚Äú sollte daher nie als Beleidigung benutzt werden!

Ich benutze ‚ÄěMischpoke‚Äú jedenfalls nur in der ersten und eigentlichen Bedeutung. Und ich liebe meine Mischpoke!

***

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