Markus Rosch ist ein gebührenfinanzierter Wiederholungstäter

Der von Journalisten, Mitgliedern des Deutschen Bundestags und Zuschauern als einseitig, lügnerisch und hetzerisch eingestufte Beitrag über Israel von Markus Rosch, ausgestrahlt am 14. August 2016 in der ARD Tagesschau und den ARD Tagesthemen, war nicht die erste Entgleisung von Markus Rosch.

Tapfer im Nirgendwo hat in seiner eigenen Datenbank nachgeschaut und ist entsetzt, wie oft Markus Rosch schon gebührenfinanziert gegen Israel hetzen konnte.

Am 4. April 2015, sendete die Tagesschau einen Bericht von Markus Rosch über die Osterfeierlichkeiten in Jerusalem. Diese Feierlichkeiten finden jedes Jahr statt und müssen von israelischen Verteidigungsstreitkräften wegen ständiger Terrorgefahr gesichert werden. Nur aufgrund Israels Sicherheitskonzept können diese Feierlichkeiten in Jerusalem stattfinden! In dem Bericht von Markus Rosch wurden jedoch folgende Worte gesprochen:

„In Jerusalem leben Jüdische Siedler, Christen und Muslime auf engstem Raum“

Mit diesem Satz offenbarte Markus Rosch am Tag nach Karfreitag sein ganzes Ressentiment. Er sagte nämlich nicht, dass in Jerusalem Juden, Christen und Muslime leben, sondern er machte aus Juden „jüdische Siedler“, und zwar nur aus Juden!

Siedeln Muslime und Christen in Jerusalem etwa nicht? Haben Muslime und Christen etwa keine Häuser und Wohnungen? Natürlich haben sie das! Warum also machte Markus Rosch eine Ausnahme bei Juden? Weil sie etwas besonderes sind? Weil sie eine Sonderbehandlung von der deutschen Arbeitsgemeinschaft ARD verdient haben?

Wenn schon, dann sind alle Siedler in Jerusalem, mögen es nun Christen, Muslime, Juden oder Buddhisten sein. Für Markus Rosch jedoch sind nur Juden Siedler. Ich kann mir gut vorstellen, warum das so ist. Vermutlich weil Juden dort nichts zu suchen haben! Die ARD rechtfertigte die Wortwahl von Markus Rosch auf Nachfrage so:

„Anzumerken bleibt, dass es in unmittelbarer Nähe der Altstadt zahlreiche Siedlungen in Ostjerusalem inmitten eines arabischen Gebietes gibt. Laut Definition sind das auch Siedlungen, da Ostjerusalem mit der Altstadt bis 1967 jordanisches Gebiet war („jenseits der grünen Linie“). Jerusalem wurde zwar de facto von Israel annektiert, international ist das aber nicht anerkannt. Und der Status von Jerusalem ist umstritten.““

Ich erwiderte darauf: Anzumerken bleibt aber auch, dass Markus Rosch nicht von israelischen Siedlern spricht, sondern von jüdischen Siedlern! Das heißt also, die Tagesschau erklärt nicht nur, dass die Frage, ob Jerusalem zu Israel gehört, umstritten ist, sondern auch, dass die pure Existenz von Juden in Jerusalem umstritten ist. Jerusalem ist, nebenbei bemerkt, die Hauptstadt Israels!

Juden haben in Jerusalem schon gelebt, als es noch keine Christen und Muslime gab! Juden leben seit Jahrtausenden im Norden, Süden, Westen und Osten von Jerusalem! Markus Rosch aber sprach von „jüdischen Siedlern“, nicht aber von muslimischen und christlichen Siedlern. Damit war er auf einer Linie mit sämtlichen islamischen Parteien, die im Nahen Osten regieren. Für sie ist jeder Jude eine Gefahr und illegal. Sie nennen Juden Bakterien und Parasiten und fordern ihre physische Vernichtung. Aus der Sicht dieser Judenhasser macht es Sinn, nur Juden zu Siedlern zu erklären. Markus Rosch bediente genau diese Sicht und die ARD sendete diesen Blick auch noch.

In einem anderen Bericht unter dem Titel „Gaza im Winter“ sagte Markus Rosch, in Gaza Stadt lebten über 100.000 Menschen auf 12 Quadratmetern.

Das sind über 8333 Menschen auf einem Quadratmeter. Wenn Menschen richtig eng zusammen stehen, können mit etwas gutem Willen und wenn Karneval in Köln oder Rushhour in Tokio ist, 10 Menschen auf einem Quadratmeter Platz finden. Es müssen also über 833 Menschen übereinander stehen, damit 8333 Menschen auf einem Quadratmeter Platz finden können. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Körpergröße eines Mennschen in Gaza Stadt von 1,68 Meter erreicht man so schon eine Höhe von 1400 Metern. Das sind bereits 393 Meter mehr als sich das höchste Gebäude der Welt in den Himmel streckt.

Der Kingdom Tower in Saudi-Arabien ist lediglich lächerliche 1007 Meter hoch. In Gaza Stadt jedoch wurde bereits eineinhalb Kilometer hoch gebaut, wie wir jetzt in einem Nebensatz des ARD Studio Tel Aviv erfahren durften. Das höchste Gebäude der Welt steht somit in Gaza Stadt!

Das Komische ist nur, kaum jemand weiß davon. Wie kann das sein?

Wenn das nicht an den Juden liegt! Mit Sichhereit nutzen die Juden schon seit Jahren ihren Einfluss in den Medien, um der Welt vorzuenthalten, dass das achte Weltwunder in Gaza Stadt steht! Sowas machen die Juden ja schon mal. Sieht ihnen ähnlich. Die sperren schließlich auch 100.000 Menschen auf nur 12 Quadratmetern.

Ich möchte dem ARD Studio Tel Aviv zu Gute halten, dass Markus Rosch vermutlich schlecht in Mathematik ist, aber warum werden die Zahlen und Fakten nicht gecheckt, bevor sie in die Welt gesendet werden? Wenn es um Israel geht, scheint der ARD keine Horrorzahl zu absurd zu sein, als dass sie sie nicht senden würde. Vermutlich traut die ARD Juden so ziemlich alles zu. Die Wahrheit ist, es sind 100.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern und das ist im internationalen Vergleich nicht viel.

In Tel Aviv leben knapp 70.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern, in München über 55.000 Menschen, in New York Stadt knapp 130.000 Menschen, in Tokio fast 180.000 Menschen und in Paris sogar über 250.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern! 100.000 Menschen auf 12 Quadratkilometern ist eine ganz normale Größe für eine Stadt und wenn Gaza Stadt den Frieden mit Israel nicht immer wieder gebrochen hätte und vom 1. Januar 2010 bis zum 31. Dezember 2015 nicht über 7500 Raketen auf Israel abgefeuert hätte, und die Milliarden von Euro, die Jahr für Jahr nach Gaza geflossen sind, in den Aufbau von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Infrastruktur gesteckt hätte, statt in den Aufbau kriegerischer Infrasturktur, wie dem Bau von Terrortunneln und Kriegszellen, dann wäre Gaza Stadt heute auch eine lebenswerte Metropole wie Tel Aviv.

Der 14. August 2016 ist der bisherige Höhepunkt im anti-israelischen Wirken von Markus Rosch. An dem Tag sendete die ARD zwei mal einen Bericht, der nachweislich mehr aus Propaganda denn aus Fakten bestand. Die Bundestagsabeordnete Michaela Engelmeier (SPD) warf der ARD vor, mit diesem Bericht zu lügen:

„Warum zeigt man in der Tagesschau einen schlecht bis gar nicht recherchierten Bericht, zitiert dort mehr als zweifelhafte „Experten“ und erzählt echte Unwahrheiten? Ich protestiere energisch und mit aller Schärfe gegen diese, so einseitigen und unwahren Behauptungen in diesem unsäglichen Bericht und erwarte eine Richtigstellung! Dieser Bericht, liebe ARD ist ein Fall für den Rundfunkrat und eine Richtigstellung ist mehr als nötig!“

Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Feist (CDU) sprach sogar davon, die ARD verbreite Propaganda:

„Meine Kollegin Engelmeier hat recht – ein so einseitiger Bericht ist eben keiner, sondern kritiklose Übernahme von Propaganda. Leider ist die ARD in den letzten Jahren immer wieder mit solchen einseitigen Darstellungen in Erscheinung getreten.“

Was muss eigentlich noch geschehen, bis es für diese gebührenfinanzierte Hetze gegen Israel Konsequenzen gibt?

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Unter der Burka wird gejodelt!

Warum ziehst Du dich so komisch an?

Komisch?

Na, die Kopfbedeckung.

Die ist nicht komisch. Das beleidigt mich.

Tut mir leid.

Schon gut.

Und?

Und was?

Warum trägst Du die Kopfbedeckung?

Weil ich Napoleon verehre.

Den Feldherrn?

Ja!

Ist heute irgend ein Gedenktag bezüglich Napoleon?

Nein. Ich gehe jeden Tag so aus dem Haus.

Jeden Tag?

Ja!

Warum?

Weil ich zeigen will, dass ich Napoleon verehre.

Okay. Aber warum unter all den Feldherrn gerade ihn?

Weil Gott es so will.

Gott?

Ja!

***

Es gibt die verschiedensten Gründe, eine Kopfbedeckung anzuziehen, aber die Mode damit zu begründen, dass Gott einen Feldherrn ganz besonders lieb gehabt haben soll und man dies mit der Kopfbedeckung zeigen möchte, ist schon besonders kurios, möge der Feldherr nun Napoleon oder Mohamed heißen.

Es gibt einen besonderen Grund, warum in Deutschland immer wieder über ein Kopftuchverbot oder ein Burkaverbot debattiert wird: Es gibt hier einfach zu viele Menschen, die keinen Humor haben. Es gibt nämlich eine ganz natürliche Reaktion auf eine Kopfbedeckung, die angezogen wird, um damit einen unsichtbaren Freund zu huldigen: Lachen!

In Deutschland darf jede Frau anziehen, was sie möchte (Artikel 2). Auch die Männer dürfen Kopftuch und Burka tragen (Artikel 3). Sie dürfen damit jedem Gott huldigen (Artikel 4). Aber, über all das darf jeder auch lauthals lachen (Artikel 5)!

Das Problem bei der ganzen Debatte ist nicht das Kopftuch oder die Burka. Es ist egal, was sich Frauen über ihre Köpfe und Körper ziehen. Viel wichtiger ist, was in den Köpfen drin ist! Das Problem sind die vielen Menschen, die glauben, es sei in irgendeiner Form respektvoll, sich nicht über das Kopftuchtuch lustig zu machen. Der Debatte um Burka und Kopftuch mangelt es somit nicht an Respekt oder Toleranz, sondern an Humor!

Mich erinnern Frauen, die Kopftuch tragen an unbeschnittete Penisse. Das Kopftuch ist wie eine Vorhaut, die sich über das Gesicht legt. Sie zieht sich nur zurück beim Waschen und beim Sex. Ob sich darunter auch Smegma sammelt? Metaphorisch gesprochen! Man fragt sich ja schon, was darunter ist.

Bei einer Burka bin ich völlig ahnungslos. Darunter könnte eine Frau sein, aber auch ein Mann, vielleicht sogar ein Spanner, jemand, der unbemerkt auf die Frauentoilette oder in die Damenumkleidekabine gelangen möchte. Ich glaube, in den meisten Fälle steckt darunter Günter Wallraff, der gerade an sein neues Buch arbeitet: „Ganz drunter“

Ein Vorteil aber hat das Kopftuch: Selten war Travestie leichter. Kopftuch drüber, fertig. Die Schwulenparade kann kommen. Nicht mal ein leichter Bart stört bei einem Kopftuch die Authentizität.

In diesem Bild trage ich das Kopftuch übrigens, um damit die Kriegerin Penthesilea zu ehren. Die Göttin Athena hat mir zugeflüstert, das zu tun!

Ganz ehrlich, sich ein Kopftuch überzuziehen, um damit an einen Feldherrn zu erinnern, ist schon besonders dämlich. Welcher Feldherr darf es denn heute sein? Mohamed? Napoleon? Cäsar? Hitler?

Was, wenn Nazis einfach sagen würden, Gott hätte ihnen zugeflüstert, ihre Frauen müssten Hakenkreuze auf den Köpfen tragen. Genössen sie auch dann den Schutz nach Artikel 4? Kämen sie sogar mit dem Judenhass davon wie heute manch ein Islamist? Wenn Hitler und Mohamed was gemeinsam hatten, dann die, ich sag mal, gespaltene Beziehung zu Juden. Was, wenn die Nazis einfach erklären, in der Bibel und im Koran stünden auch schlimme Sachen und darum dürfe man „Mein Kampf“ nicht anders behandeln? Man müsse einfach alles im Kontext lesen, weil „Heil Hitler“ bedeute Frieden und überhaupt, wer kein Deutsch kann, könne „Mein Kampf“ eh nie richtig verstehen. Es ist spannend, womit man alles durchkommt, wenn man nur sagt, ein unsichtbarer Freund im Himmel will das.

Da helfen aber keine staatlichen Verbote. Da hilft nur eins: Lachen! Es braucht Menschen, die keine Angst haben, über den Islam Witze zu machen und sich nicht scheuen, laut zu lachen! Es ist nicht verboten, an einen Gott zu glauben und es ist auch nicht verboten, über Gott, seine Propheten und Anhänger zu lachen. Es ist auch nicht respektlos, darüber zu lachen.

Es ist jedoch respektlos, das Lachen verbieten zu wollen.

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„Diskurs-Hooligan-Spielwiese achgut.com“

In der Debatte um einen am 14. August 2016 in der Tagesschau und den Tagesthemen ausgestrahlten Beitrag, den man, wie evangelische.de schreibt, „ohne sich für mangelnde Subtilität geißeln zu müssen, als plump antiisraelisch bezeichnen kann“, erklärt evangelische.de ebenfalls:

„Gerd Buurmann, der den Beitrag kritisiert hatte, reagiert in seinem Blog Tapfer im Nirgendwo nun auf „die Nachbemerkungen zu unseren Beiträgen über Wassermangel im Westjordanland“, mit denen die ARD auf diverse Angriffe reagiert hatte. Der Fall ist ein bisschen vertrackt: In der Sache hat Buurmann Recht, aber sein manisch-bescheidwisserischer Tonfall, der ja leider manchen Leuten eigen ist, die gute Argumente haben, macht es einem nicht leicht, sich auf seine Seite zu schlagen, zumal er auch noch gelegentlich auf der Diskurs-Hooligan-Spielwiese achgut.com anzutreffen ist. Noch komplexer wird das Ganze dadurch, dass sich als Stimme der Vernunft in dieser Sache die Bild-Zeitung entpuppt.“

Das schreibt also die Evangelische. Sie vergisst jedoch zu betonen, dass ich auch katholisch bin. Katholisch! Natürlich weiß ich besser bescheid als die Abtrünningen und Ketzer!

Und was die Diskurs-Hooligan-Spielwiese achgut.de betrifft, ja, einmal im Monat zu Vollmond treffen Henryk und ich uns auf der Rigaer Straße, vermummen uns in Burkas und schmeißen Pflastersteine auf die „illegalen Siedler“ in den besetzten Häusern!

Jetzt ist es raus. Ich konnte es nicht länger geheimhalten!

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Mitglied des Präsidiums der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft reicht Beschwerde gegen die Tagesschau ein

Der Journalist und Autor, Daniel Killy, hat eine offizielle Beschwerde bei der ARD eingereicht.

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich Beschwerde ein gegen Ihre Beiträge vom 14.08.2016 in der 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau sowie, in leicht modifizierter Form, in den nachfolgenden Tagesthemen desselben Abends. Ich beziehe mich auf den Bericht Ihres Korrespondenten Markus Rosch zum vorgeblichen Wassermangel in Westjordanland.

Abgesehen davon, dass der gesamte Bericht auf einer seit Jahren widerlegten Propaganda-Lüge der terroristischen Fatah fußt, verletzt der Beitrag fundamentale journalistische Grundregeln:

1. wird nur eine Seite gehört, es werden Behauptungen aufgestellt und pauschale Anklagen gegen die Demokratie Israel gerichtet, ohne, dass die israelische Seite im Beitrag zu Wort kommt.

2. Dem Beitrag fehlt jegliche Aktualität und jeglicher Nachrichtenwert. Gerade im Hinblick auf die Bedeutung und Reichweite der 20-Uhr-Tagesschau erstaunt die Tatsache, dass außer der Feststellung, dass es im Sommer heiß sei im Nahen Osten ein nachrichtlicher Bezug gänzlich fehlt.

3. Neutralität, Ausgewogenheit und handwerkliche Genauigkeit sind das Primat der Tagesschau. Dieses wird auch durch die Wahl des vorgeblich neutralen „Wissenschaftlers“ aufs gröbste verletzt. Der im Beitrag zu Wort kommende Clemens Messerschmid ist ein langjähriger Anti-Israel-Aktivist, der unter anderem der vom Verfassungsschutz als islamistisch und „Integrationshemmnis“ eingestuften Website „Muslim-Markt“ ein zutiefst tendenziöses Interview zum Thema Wasser gegeben hat. Messerschmid war auch derjenige, der im Dezember 2014 die „Staudämme“ erfand, mit denen Israel angeblich den Gazastreifen überschwemmt hatte.

4. Weiterer handwerklicher Fehler: Während aus dem Off behauptet wird, die als Beispiel für Israels restriktive Wasser-Politik herangezogene arabische Familie esse nur noch von Papptellern, da es an Wasser mangle, ist neben der Spüle normales Geschirr zu sehen.

5. Tendenziöse Anmoderation von Herrn Hofer: „Im Westjordanland leiden viele Palästinenser unter Wassernot. Die Ressource ist knapp und wird von den Israelis streng rationiert. Kritiker werfen Israel vor, eigene Siedlungen bevorzugt zu versorgen. Verschärfend komme hinzu, dass Palästinenser keine Baugenehmigungen für Brunnen erhielten, um sich selbst zu versorgen.“

Fakten: Die Wasserversorgung in den palästinensischen Gebieten obliegt der Palästinensischen Autonomiebehörde. Nach Angaben der Water Authority hatten Palästinenser in der Westbank 2009 rund 127.000 Liter Frischwasser pro Kopf zur Verfügung, während Israelis 154.000 Liter pro Kopf und Jahr zur Verfügung standen. Von der verfügbaren Menge wurden nach Angaben der Water Authority von Palästinensern in der Westbank 95.000 Liter pro Kopf und Jahr konsumiert, während Israelis 137.000 Liter pro Kopf und Jahr verbrauchten. Die scheinbare Divergenz in den Zahlen hat vor allem damit zu tun, dass die Bevölkerungszahl eine wesentliche Größe bei der Berechnung des Wasserverbrauchs ist. Schließlich ist es gerade bei der Kalkulation der Pro-Kopf-Menge erheblich, von wie vielen Bewohnern man eigentlich ausgeht. Das Palestinian Central Bureau of Statistics (PCBS) verzeichnet mehr als 2,4 Millionen Palästinenser in der Westbank, während die American- Israel Demographic Research Group (AIDRG) nur auf 1,4 Millionen kommt.

Diese große Differenz resultiert aus unterschiedlichen Definitionen der De-facto-Einwohner. Die Berechnung des PCBS umfasst beispielsweise auch die 250.000 Palästinenser in Ostjerusalem und die 150.000 Palästinenser, die durch Heirat und das Zusammenführungs- Programm für Familien nach Israel eingewandert sind. Die AIDRG zählt diese 400.000 Personen dagegen nicht mit, da sie an die israelische Wasserversorgung angeschlossen sind und damit als Teil der israelischen Bevölkerung gezählt werden. Darüber hinaus hat das PCBS die Zahl der palästinensischen Einwohner um weitere 400.000 erhöht, indem es diejenigen, die viele Jahre im Ausland gelebt haben, mit eingerechnet hat, während die AIDRG diese Gruppe nicht miteinschließt, da sie keinen Verbrauchsanteil an der palästinensischen Wasserversorgung hat. Die restliche Differenz von 200.000 Personen ergibt sich aus unterschiedlichen Berechnungen und Prognosen, was Geburt, Tod und Einwanderung betrifft.

Zusammengefasst lassen diese paar Zahlen und Daten die gesamte Berichterstattung in sich zusammenfallen. Ich fordere deshalb eine Stellungnahme des Autors, der Redaktion und der Verantwortlichen zu diesem ungeheuren Vorgang, der dem öffentlich-rechtlichen Auftrag so diametral zuwiderläuft.

Hamburg, 15.08.2016
Daniel Killy

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Bundestagsabgeordnete Engelmeier (SPD) übt scharfe Kritik an der Tagesschau

Eine ausführliche Stellungnahme der Bundestagsabgeordneten Michaela Engelmeier (SPD) zur Kritik am ARD-Beitrag über „Wassermangel im Westjordanland“ in der Tagesschau und in den Tagesthemen vom 14. August 2016.

Als Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Mitglied der Deutsch-Israelischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag und Berichterstatterin der SPD-Fraktion für Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete, sowie aufgrund vieler Besuche, Gespräche und Diskussionen vor Ort in der Nahostregion bin ich mit der Situation in den betroffenen Gebieten bestens vertraut.

Wasserknappheit ist für alle Länder und Bewohner in der Nahostregion – also Israelis wie Palästinenser – ein großes, ein existenzielles Problem.

Dies kann jedoch nur behoben werden, wenn alle daran beteiligten und betroffenen Parteien gemeinsam daran arbeiten eine produktive Lösung zu finden. Die Ausnutzung der Situation zu Propagandazwecken oder – was noch gravierender wäre – als politische Waffe, verurteile ich aufs Schärfste. Egal, von welcher Seite.

Was der Sache jedoch in keiner Weise dient, die Fronten weiter verhärtet und die Diskussionen noch weiter anheizt, ist eine einseitige und unreflektierte Berichterstattung, wie es im Falle des ARD-Berichtes „Wassermangel im Westjordanland“ in der Tagesschau und den Tagesthemen vom 14.8.2016 der Fall ist.

Dies zeigen auch die unzähligen Kommentare, Blogbeiträge und Artikel, die seit Erscheinen des ARD-Berichtes veröffentlicht wurden. Mit derartigen Reportagen wird – gewollt oder ungewollt – Stimmungsmache betrieben, die keiner Seite gerecht wird und eine gemeinsame und dringend benötigte Lösungen für die Menschen vor Ort – denn um die geht es – in weite Ferne rückt.

Der von der ARD veröffentlichte Bericht – und dies ist meine Kritik – polarisiert durch seine Machart und seine Inhalte, die sich nur einer Seite widmen. Er hat nur die palästinensische und nicht die israelische Seite zu Wort kommen lassen. Er ist kein konstruktiver Beitrag zur Annäherung beider Konfliktparteien und dient schon gar nicht der Aufklärung und objektiven Darstellung der Situation vor Ort. Ja, es gibt ein Wasserproblem, dessen Lösung ein gemeinsames Ziel von Israelis und Palästinensern sein muss. Ein solcher Bericht polarisiert jedoch in seiner Einseitigkeit und führt letztendlich eher zu einer weiteren Eskalation der Lage, als aufzuklären.

Die israelisch-palästinensische Wasserpolitik basiert auf einem Interimsabkommen (sogenannte Oslo-Verträge) zwischen beiden Seiten, das sich unter anderem auch mit der Frage der Wasser- und Abwasserversorgung bezieht.

Ein gemeinsames Komitee, das für die Wasserpolitik dieser Oslo-Verträge zuständig ist, hat jedoch seit fünf Jahren nicht mehr tagen können – weil sich die palästinensische Seite weigert. Die Folgen sind Engpässe in der Ver- und Entsorgung, zum Teil marode Infrastruktur – vor allem in der Kanalisation – und massiver Wasserdiebstahl.

Die Palästinensischen Autonomiegebiete kommen nachweislich in mehreren Aspekten des Abkommens ihren Verpflichtungen in Hinsicht auf wichtige Fragen wie das illegale Bohren und den Umgang mit der Klärung von Abwasser und der Aufbereitung für die Landwirtschaft nicht nach. Die dadurch bedingte zusätzliche Verschmutzung des Grundwassers schadet beiden Seiten erheblich.

Die im Beitrag und dem Kommentar der ARD angesprochene und durch Wasserdiebstahl beschädigte (was zum Bruch der Hauptleitung führte) Hotse Shomron Wasserleitung, die Salfit (Drehort der ARD) und die umliegenden Dörfer mit Wasser aus Israel versorgt, versorgt gleichzeitig auch die jüdischen Siedlungen in der Region, die somit also gleichermaßen vom Wassermangel betroffen waren. Zudem wäre gemäß dem Wasserabkommen von 1995 die Palästinensische Autonomiebehörde für die Reparatur defekter Leitungen in der Westbank zuständig. Auch hierzu kein Hinweis im Bericht.

Tatsächlich versorgt Israel das Westjordanland laut der israelischen Wasserbehörde COGAT mit jährlich etwa 64 Millionen Kubikmetern Wasser – das sind 33 Millionen mehr als in den Oslo-Verträgen vorgesehen. Insgesamt verfügt die palästinensische Seite über etwa 110 Millionen Kubikmeter pro Jahr für Haushalte, darüber hinaus mehr als weitere 100 Millionen Kubikmeter für Landwirtschaft. Insgesamt 143 Liter pro Kopf pro Tag.

Zudem subventioniert Israel die Wasserversorgung der Palästinensischen Autonomiegebiete mit 18,9 Millionen US-Dollar jährlich über die Abgaben der israelischen Wasserverbraucher, so eine Übersicht des israelischen Außenministeriums von 2013.

Große Probleme bereiten unter anderem Wasserdiebstähle von bis zu 5 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr, die Verweigerung der Palästinenser von Gesprächen mit den Israelis und ein zwischen 20 und 40 Prozent höherer Wasserbedarf vor allem für die Landwirtschaft in den palästinensischen Autonomiegebieten.

Um diesen erhöhten Bedarf zu decken, hat Israel Maßnahmen ergriffen, die aber erst umgesetzt werden können, wenn die Autonomiebehörde die Genehmigung für eine Modernisierung der Infrastruktur gegeben hat. Ohne palästinensische Erlaubnis können die Israelis nicht tätig werden. Die Folgen dieser Weigerung trafen besonders das palästinensische Dorf Salfit. Das Wasser hat aber genauso in jüdischen Siedlungen in der Gegend gefehlt: Shiloh, Ariel, Yitzhar, Eli, Kedumim, Itamar, Elon Moreh und Rechilim. Am Freitag, den 24.06.2016 hat es in mehreren Siedlungen gar kein Wasser gegeben. Es handelt sich also nicht um eine Maßnahme gegen Palästinenser, sondern um ein allgemeines gemeinsames Problem der Infrastruktur, von der Siedler genauso betroffen waren.

Auch die unkommentierte Behauptung im Beitrag, dass neue Brunnenbohrungen durch Israel verhindert würden, erzählt nur die halbe Wahrheit. Orte und Anzahl der Bohrungen wurden von beiden Parteien gemeinsam in den Oslo-Verträgen vereinbart. Und dies nicht ohne wichtigen Grund, denn es steht für alle nur so viel Grundwasser zur Verfügung, wie auf natürlichem Wege nachfließen kann. Daher MUSS die Entnahme verständlicherweise genau kontrolliert und gesteuert werden. Denn sonst würde das geschehen, was in Gaza nach Abzug der Israelis dort geschehen ist: Die Gaza-Bewohner bohrten unzählige „wilde Brunnen“, was zur Folge hatte, dass der einst hohe Grundwasserspiegel dramatisch absank und sodann Salzwasser aus dem Mittelmeer nachfloss. Deshalb sind heute fast 95 % des Süßwassers in Gaza ungenießbar.

Über den, von der ARD zu Rate gezogenen, Hydrologen Clemens Messerschmid vermag ich mir kein Urteil zu erlauben. Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Dem (unter anderem im islamisch-fundamentalistischen und anti-zionistischen Portal „Muslim Markt“ interviewten) Hydrologen wird seit langem ein pro-palästinensischer und anti-israelischer Aktivismus nachgesagt. Natürlich kann man generell „Israels Besatzungsregime“ kritisieren, das ist jedoch eine völlig andere Debatte.

Warum wurde hier kein wirklich unabhängiger Experte hinzugezogen? Oder warum wurden nicht Experten beider Seiten gegenübergestellt, damit daraus ein Meinungsbild entstehen kann?

Die Begründung der ARD, man habe bei dem Bericht der Schnelligkeit den Vorzug gegeben, was man nun bedauere, halte ich für besonders schwierig – wenn nicht sogar fahrlässig. Wie kann seriöser, glaubhafter und unabhängiger Journalismus funktionieren, wenn man gründliche Recherche aus fragwürdigen Zeitgründen vernachlässigt? Worin bestand überhaupt dieser angebliche Zeitdruck?

Das Reportagenmaterial für den Beitrag wurde vermutlich bereits am 28. Juli, also etwa drei Wochen zuvor, für andere Beiträge verwendet. Die weitere Begründung der Redakteure, dass keine israelischen Statements in die Reportage eingebunden werden konnten, weil ein „hoher jüdischer Feiertag“ dem im Wege gestanden hat, darf ebenfalls hinterfragt werden. Grund: Es gab schlichtweg in den letzten drei Wochen vor der Erscheinung der Kurzreportage keine jüdischen Feiertage! Der vermutlich gemeinte „Tisch’a be aw“ am 14.08.2016 (Tag der Ausstrahlung), ist nur ein Fastentag, der keineswegs die Kommunikation mit entsprechenden Stellen oder Behörden behindert hätte. Und da in Israel der Sonntag der erste Arbeitstag der Woche ist, hätte man selbst an diesem Tag noch (oder in der Woche zuvor bis Freitagabend) problemlos israelische Stimmen einholen können.

All das hat mich letztendlich zu meinem Kommentar auf der Facebook-Seite der ARD veranlasst, zu dem ich auch weiterhin stehe.

Ich schätze und respektiere die Berichterstattung der ARD. Was mich an der Berichterstattung jedoch wirklich empört ist schlicht und ergreifend, wie das komplexe Thema der Wasserversorgung und die damit zusammenhängenden Konflikte derart einseitig und polarisierend dargestellt wurde und auf eine Wiedergabe der israelischen Position komplett verzichtet wurde.

Ich bin froh über die rege Diskussion in den sozialen Netzwerken und die Reaktion der Presse zu diesem Thema. Dies hat letztendlich sicher auch dazu beigetragen, dass die ARD-Reporter Susanne Glass und Markus Rosch aus dem Studio in Tel Aviv in ihren „Nachbemerkungen zu unseren Beiträgen über Wassermangel im Westjordanland“ bedauern „es versäumt haben, die israelische Seite durch einen eigenen O-Ton zu Wort kommen zu lassen.“ Und dies „künftig anders machen werden“.

Dies lässt mich für die zukünftige Berichterstattung zu diesen komplexen Themen hoffen.

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Der Fleck am Hemd der Tagesschau

Ein Fleck am Hemd eines angesehenen Menschen wirkt schlimmer als der Fleck auf dem Hemd eines Niemands. Wenn ein angesehener Mensch einen Fleck auf seinem Hemd hat, dann sehen es mehr und viele von denen werden nicht glauben, es sei ein Fleck, sondern denken, es sei Mode, weil sie sich sicher sind, dass so ein angesehener Mensch niemals mit einem Fleck auf dem Hemd herum laufen würde. Heute las ich diesen Kommentar auf meinem Blog:

„Ich habe den Beitrag in der Tagesschau gesehen und ihn für seriös gehalten. Umso empörter bin ich, hier offenbar antisemitischer Propaganda auf den Leim gegangen zu sein.“

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gelten gemeinhin als sehr seriös und objektiv. Umso schlimmer ist es, wenn in diesen Anstalten schlecht recherchiert wird und die Nachrichten Halbwahrheiten, Propaganda oder gar klare Falschaussagen verbreiten.

In Sachen Israel hat die Tagesschau vor einigen Tagen ein ganz braunes Fleck auf dem Hemd gehabt. Millionen Menschen haben diesen Fleck gesehen. Viele von ihnen sahen darin jedoch keinen antiisraelischen Dreck, sondern ein angemessenes Stück Accessoire der Israelkritik.

Hätten nicht genug Menschen auf diesen Fleck gezeigt und gerufen, „das ist Dreck“, wäre dieser Schmutz als seriöser Journalismus durchgegangen. Jetzt aber berichtet sogar die BILD, die ARD habe Fakten verschwiegen, um Israel bewusst zu dämonisieren. Bundestagsabeordnete Michaela Engelmeier (SPD) wirft der ARD vor, mit dem Bericht zu lügen:

„Warum zeigt man in der Tagesschau einen schlecht bis gar nicht recherchierten Bericht, zitiert dort mehr als zweifelhafte „Experten“ und erzählt echte Unwahrheiten? Ich protestiere energisch und mit aller Schärfe gegen diese, so einseitigen und unwahren Behauptungen in diesem unsäglichen Bericht und erwarte eine Richtigstellung! Dieser Bericht, liebe ARD ist ein Fall für den Rundfunkrat und eine Richtigstellung ist mehr als nötig!“

Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Feist (CDU) spricht sogar davon, die ARD verbreite Propaganda:

„Meine Kollegin Engelmeier hat recht – ein so einseitiger Bericht ist eben keiner, sondern kritiklose Übernahme von Propaganda. Leider ist die ARD in den letzten Jahren immer wieder mit solchen einseitigen Darstellungen in Erscheinung getreten.“

Propaganda, lügen, verschweigen.

Das sind die Worte, die Bundestagsabgeordnete und Journalisten für einen Bericht der ARD Tagesschau bereit halten. Das Urteil kann kaum schlimmer ausfallen!

Der Fleck der ARD hat sich ausgebreitet. Es ist die Aufgabe der ARD, den Dreck, den sie verursacht hat, wieder aufzuwischen.

Nicht vergessen: Hätten nicht genug Leute auf diesen Fleck gezeigt und „Dreck“ gerufen, der Fleck wäre als seriöser Journalismus durchgegangen. Ich bin mir sogar sicher, dass es immer noch Millionen Menschen gibt, die den Fleck gesehen haben, aber nicht jene gehört haben, die „Dreck“ gerufen haben und somit immer noch glauben, was in diesem Bericht der Tagesschau berichtet wurde, sei korrekte und seriöse Kritik an Israel.

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Die Kritik wird heftiger: „Tagesschau eskaliert, lügt und betreibt Propaganda!“

Die Kritik auf einen Bericht der ARD Tagesschau, der von Tapfer im Nirgendwo scharf kritisiert wurde, wird immer schärfer. Die BILD wirft der ARD vor, Fakten zu verschweigen, die Israel positiv aussehen lassen. Die ARD wird somit unter den Verdacht gestellt, Israel bewusst zu dämonisieren.

Schon sehr früh warf die Bundestagsabeordnete Michaela Engelmeier (SPD) der ARD vor, mit ihrem Bericht zu lügen:

„Warum zeigt man in der Tagesschau einen schlecht bis gar nicht recherchierten Bericht, zitiert dort mehr als zweifelhafte „Experten“ und erzählt echte Unwahrheiten? Ich protestiere energisch und mit aller Schärfe gegen diese, so einseitigen und unwahren Behauptungen in diesem unsäglichen Bericht und erwarte eine Richtigstellung! Dieser Bericht, liebe ARD ist ein Fall für den Rundfunkrat und eine Richtigstellung ist mehr als nötig!“

Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Feist (CDU) spricht sogar davon, die ARD verbreite Propaganda:

„Meine Kollegin Engelmeier hat recht – ein so einseitiger Bericht ist eben keiner, sondern kritiklose Übernahme von Propaganda. Leider ist die ARD in den letzten Jahren immer wieder mit solchen einseitigen Darstellungen in Erscheinung getreten.“

Die Reaktion der ARD auf diese Kritik ist so peinlich, dass sich die Kritik jetzt verschärft.

Elio Adler erklärt, die ARD eskaliere mit ihrer Art der Berichterstattung den Konflikt im Nahen Osten. Er erklärt somit, die Tagesschau habe den Status des Beobachters verlassen und sei nun Akteur im Nahostkonflikt geworden:

„Sehr erhellend ist der ausführliche O-Ton, den der Journalist, Herr Rosch, vor 3 Tagen auf Twitter gepostet hat. Er fragt wieder und wieder ähnliche, tendenziöse Fragen und muss sogar bei seiner Bemerkung, dass die Israelis sogar ein Geschäft mit der Wasserknappheit der Palästinenser machen würden von seinem Gesprächspartner gebremst werden.
Die trotzig anmutende Stellungnahme zu dem Beitrag vermag nicht zu überzeugen.

a) Der Hydrologe Clemens Messerschmid ist politisch engagiert. Er ist Anhänger der Intifada – wenn auch nur der elektronischen.

b) Die lapidare Entschuldigung, der anderen Seite wegen eines jüdischen Feiertags kein Gehör verschafft zu haben, läuft ins Leere. Der pro-palästinensische Aktivtist Messerschmidt wurde wahrscheinlich am 11.8. interviewt. Da hätte es genug Zeit gegeben, andere Stimmen zu hören.

c) Zur fachlichen Frage der Wasserverteilung kann ich wenig sagen, außer, dass in den palästinensisch kontrollierten Bereich, in sich auch das laut Hydrologen wasserreicher als London seiende Ramallah befindet, der Brunnenbau keinen israelischen Beschränkungen unterliegt. Die negativ geschilderten israelischen Landwirte verwenden wiederaufbereitetes Wasser (Israel hat die weltweit höchste Wasser-Recyclingquote) und eben kein Trinkwasser.

d) Subtiler wird es, wenn man sich den Bericht hinsichtlich seiner emotionalisierenden Machart ansieht: Vom süßen, blitzsauberen Mädchen (kann nach dem Feriencamp nicht duschen), bis zum vertraut wirkendenden, deutschen Fachmann ist alles ein perfekter pro-Palli-Clip.

Das Antwortschreiben ist ebenfalls emotionalisierend strukturiert: Pseudo-Dank fürs Feedback und dann ein Argument nach dem anderen abschütteln, bis schließlich zur Drohung, dass man auch Swimmingpool-Bilder von Siedlern zeigen könne. Stimmt! Hätte man.

e) Michaela Engelmeier, MdB hat mit Ihrer pointierten Meinungsäußerung Recht und ich hoffe, dass ihr noch andere folgen werden.

f) Ich hatte mir von der Stellungnahme (vielleicht naiverweise) etwas in dieser Richtung erhofft:

‚Da ein ein „Experte“, von dem wir nicht wussten, dass er Politaktivist ist, uns eine so eindeutig wirkende Story präsentierte und wir den Fehler gemacht haben, uns emotional zu sehr mitreißen zu lassen, haben wir versäumt, etwas genauer hinzusehen.‘

Aber Pustekuchen, statt dessen Nebelkerzen! Schade letztlich auch, dass ein so polarisierender Bericht keinen konstruktiven Beitrag zur Annäherung beider Konfliktparteien bringt. Es gibt ein Wasserproblem, dessen Linderung ein gemeinsames Ziel von Israelis und Palästinensern sein sollte. Ein solcher Bericht eskaliert aber! Er füttert das Narrativ der einen Seite und vergrätzt in seiner Einseitigkeit die auf der anderen Seite, die zuhören wollen.“

Ulrich W. Sahm, der als einer der ersten Autoren den Bericht der ARD faktenreich kritisierte, kommentiert die Stellungnahme der ARD wie folgt:

„Trotz aller Mühen, ihre Arbeit zu verteidigen, gelingt es Susanne Glass und Markus Rosch nicht, mit ihren Worten zu überzeugen. Wenn sie etwa darauf beharren, der Ruf ihres »Experten« Clemens Messerschmid sei tadellos, offenbaren sie eine Blindheit, die ihresgleichen sucht. Der Deutsche bezichtigt Israel des Wasserdiebstahls und versucht, den Begriff »Wasser-Apartheid« zu etablieren.

Dass sie trotz unübersehbar politisch gefärbter Ansichten Clemens Messerschmids auf eine Darstellung anderer Positionen verzichteten, begründen Susanne Glass und Markus Rosch damit, »dass wir wegen eines« – völlig überraschend angesetzten? – »hohen jüdischen Feiertages nicht in einer der angefragten Siedlungen drehen durften und uns auch die angefragten Experten abgesagt haben«.

Dennoch habe man aber »in diesem Fall der Schnelligkeit den Vorrang gegeben«. Doch genau hier liegt das Problem: Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für »Schnelligkeit«. »Palästinensische« Medien sehen in diesen Tagen keinen Anlaß, aus Salfit zu berichten – aber deutsche Journalisten haben es so eilig, daß sie nicht noch zwei Tage auf israelische Stellungnahmen warten konnten?

Liegt ob dieser Umstände nicht der Verdacht nahe, daß der »hohe jüdische Feiertag« Susanne Glass und Markus Rosch tatsächlich sehr willkommen war, weil sie genau die verleumderischen Beiträge senden wollten, die schließlich am Sonntag auch ausgestrahlt wurden? Immerhin jedenfalls ist es ihnen damit gelungen, vorzuführen, was bei tagesschau und -themen als »voll vertretbar« gilt.“

Propaganda, lügen, verleumden, verschweigen, eskalieren.

Das sind die Worte, die Bundestagsabgeordnete und Journalisten für einen Bericht der ARD Tagesschau bereit halten. Das Urteil kann kaum schlimmer ausfallen!

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