„Höpker und Buurmann haben Krach“ in DĂŒsseldorf

Gudrun Höpker und Gerd Buurmann verwandeln eheliche Streitereien aus Film, Fernsehen und Literatur in einen amĂŒsanten Theaterabend. Eine urkomische Reise in den innersten Kreis der Ehe.

Höpker und Buurmann liefern sich einen verbalen Schusswechsel. Das Publikum wird Zeuge, wie sich Adam mit Eva zankt, Kermit und Piggy streiten und wie Macbeth völlig unerwartet auf Inge Meysel trifft.

Do, 5. MĂ€rz um 20h im Takelgarn Theater auf der Philipp-Reis-Str. 10 in DĂŒsseldorf: „Höpker und Buurmann haben Krach“ – Eine humorvolle Reise durch die Geschichte der ehelichen Streitereien mit Texten von Shakespeare bis Tucholsky.

„Als eine Steigerung kaum noch möglich ist, gibt es dann auch noch „eine schrecklich nette Familie“ im Stil einer Inszenierung von Truffaut nebst Tanzeinlage von Pina Bausch. Dabei ĂŒberschlĂ€gt sich Gerd Buurmann im Sinne des Wortes, legt eine Performance hin, die eine außerordentlich körperliche Herausforderung ist. Grandios! Das Publikum tobt. Und das zurecht! Hier haben zwei Vollblut-Entertainer alles gegeben!“ (Helga Wissing, LippstĂ€dter Zeitung, 15. Dezember 2019)

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NSDAP-Parteizugehörigkeit ist kein Grund fĂŒr Weg-Umbenennung

MĂŒnster – Vor einiger Zeit veröffentlichte ich einen Artikel ĂŒber einige Menschen, nach denen in Deutschland Straßen benannt sind. In dem Artikel schrieb ich, was diese geehrten Persönlichkeiten so alles gesagt und getan hatten. Bei manchen Worten und Taten, verschlug es mir die Sprache.

Georg Enders las meinen Artikel und schrieb daraufhin eine Brief an den OberbĂŒrgermeister der Stadt MĂŒnster, Markus Lewe und fragte, warum es in MĂŒnster einen Heinrich-Lersch-Weg gibt.

Lersch war Mitglied der NSDAP. Sein Spruch „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben mĂŒssen!“ wurde 1935 ein Motto der Nationalsozialisten. Lersch hielt VortrĂ€ge vor der Hitlerjugend und vor anderen nationalsozialistischen Organisationen. Am 19. August 1934 unterzeichnete er einen Aufruf der Kulturschaffenden anlĂ€sslich der sogenannten Volksbefragung zur Vereinigung des Amtes des Reichskanzlers und ReichsprĂ€sidenten in der Person von Adolf Hitler und schwur Hitler öffentlich „treueste Gefolgschaft“.

Markus Lewe antwortete Georg Enders und erklĂ€rte in einem Brief, er sĂ€he fĂŒr eine Umbenennung „momentan keine Veranslassung“, da er ĂŒber bessere Informationen verfĂŒge. In seinem Schreiben betont er: „Diese Argumente stammen nicht aus Wikipedia, sondern sind ausnahmslos mit wissenschaftlichen Standars aus den Originalquellen ermittelt worden.“

Aus Briefen gehe zum Beispiel hervor, „dass Lersch es fĂŒr nötig hielt, sich mit dem neuen Regime anzufreunden, um die persönliche Existenz zu sichern.“ Na, wenn das kein Grund ist, der NSDAP beizutreten. Ein Briefpartner soll sogar gewusst haben, dass Lersch auf das, „was der Nationalsozialismus in den ersten Jahren als „Volksgemeinschaft“ anbot, hereingefallen ist.“ Ach so, dann ist Lersch also eigentlich ein Opfer der Nazis. Der Arme!

Kein Wunder, dass sich diese Informationen nicht auf Wikipedia finden. Briefe in denen irgendwelche Menschen erklĂ€ren, Mitglieder der NSDAP, die VortrĂ€ge vor Nazis hielten und sogar ein sogenanntes „Gelöbnis treuester Gefolgschaft“ gegenĂŒber Adolf Hitler abgaben, seien eigentlich nur arme Opfer, die auf die Nazis „hereingefallen“ seien, haben natĂŒrlich einen ganz eigenen wissenschaftlichen Wert. Da kann Wikipedia nicht mithalten.

Lewe betont zudem, dass es im Todesjahr von Lersch, 1936, Probleme gab, dem Verstorbenen ein EhrenbegrĂ€bnis zu geben. Lersch hatte sich wohl etwas zu sehr auf das Wort „Sozialismus“ in „Nationalsozialismus“ fokussiert und war daher in den Verdacht „kommunistischer Gesinnung“ gekommen. Ein Ehrengrab gab ihm die nationalsozialistische FĂŒhrung jedoch letztendlich doch.

Der OberbĂŒrgermeister von MĂŒnster stellt fest, zwar seien „durch weitere intensivierte Quellen Recherche eine NSDAP-Mitgliedschaft Heinrich Lerch nachgewiesen“, aber: „Die Parteizugehörigkeit alleine stellte kein Kriterium fĂŒr eine Umbenennung dar, sondern die Frage, ob eine Person als „aktive StĂŒtze“ des NS-Regimes anzusehen ist.“

Wenn eine Parteizugehörigkeit bei der NSDAP nicht ausschließt, in MĂŒnster einen Weg zu Ehren benannt zu bekommen, so schlage ich folgenden Kompromiss vor:

Sehr geehrter OberbĂŒrgmeister von MĂŒnster,

benennen Sie den Heinrich-Lersch-Weg einfach in Oskar-Schindler-Weg um. Nach Oskar Schindler ist in MĂŒnster noch keine Straße benannt. Sollte die Stadt MĂŒnster dieser Umbenennung zustimmen, so bin ich zufrieden und Sie haben immer noch einen Weg, der nach einem Mitglied der NSDAP benannt ist.

Einverstanden?

 

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Die Amis haben keine Kultur!

Als ich die Super Bowl Begegnung des Jahres 2020 zwischen den San Francisco 49ers und den Kansas City Chiefs schaute, dachte ich lange Zeit, Kansas City lĂ€ge in Kansas. Das stimmt zwar, denn Kansas City ist die drittgrĂ¶ĂŸte Stadt in Kansas, allerdings gehören die Kansas City Chiefs weder zu Kansas City in Kansas, noch zu Kansas City in Oregon oder Kansas City in Tennessee, sondern zu der grĂ¶ĂŸten Stadt in Missouri, die sich genau an der Grenze zu Kansas befindet, nĂ€mlich Kansas City.

Im Norden Missouris befindet sich Iowa. Dort fand ein Tag nach dem Super Bowl Spiel, das die Chiefs mit 20:31 fĂŒr sich entschieden, eine wichtige Vorwahl der Demokraten zur PrĂ€sidentschaftswahl statt. Als das ZDF Nachrichtenmagazin heute darĂŒber berichtete, wurde folgende Karte eingeblendet.

Bei dem gelb unterlegten Staat handelt es sich nicht um Iowa, sondern um Colorado. Rechts davon ist Kansas und rechts davon Missouri. Über Missouri wiederum ist Iowa und somit richtig weit weg von Colorado, was das ZDF jedoch zu Iowa erklĂ€rte.

„Die Amis haben keine Kultur. Sie wissen noch nicht einmal wo Belgien liegt!“

Haben Sie diesen oder einen Ă€hnlichen Ausspruch schon mal gehört? Bestimmt, denn er hat ĂŒberall in Deutschland Konjunktur, dabei ist er nichts weiter als ein arrogantes Vorurteil.

Die Vereinigten Staten von Amerika haben mehr MedizinnobelpreistrĂ€ger hervorgebracht als alle anderen LĂ€nder der Welt zusammen. Kein Land hat mehr PhysiknobelpreistrĂ€ger hervorgebracht als die USA und das Land hat sogar doppelt so viele WirtschaftsnobelpreistrĂ€ger als alle anderen LĂ€nder der Welt zusammen. Auch bei dem Friedensnobelpreis liegt die USA auf Platz 1. Nur bei dem Literaturnobelpreis befinden sich die USA hinter Frankreich und dem Vereinigten Königreich auf Platz 3. Wenigstens etwas. Die USA an der Spitze aller Rubriken, das könnte Europa nun wirklich nicht ertragen, denn schließlich sind die USA ja ohne Kultur und Bildung.

Je Ă€lter ich werde, je mehr staune ich ĂŒber die menschliche VirtuositĂ€t im ErtrĂ€umen, Erdichten und freien Erfinden von ZustĂ€nden und VerhĂ€ltnissen, die nicht existieren. Ich staune ĂŒber die unverfrorene Dreistigkeit im Ableugnen und Hinwegsehen, Tatsachen gegenĂŒber, die offen vor aller Welt liegen. Dass die USA keine Kultur haben, gehört zu den Erlogenheiten, die ĂŒberall in Deutschland Kurs haben. Und doch bedarf es hier nicht einmal eines tieferen Nachdenkens, ein flĂŒchtiges Hineinblicken in unsere Gesellschaft genĂŒgt, um zu erkennen, dass im Großen und Ganzen die USA unsere Kultur beflĂŒgeln und bestimmen. Unsere Kinos werden von amerikanischen Filme bestimmt, in unserem Fernsehen sind amerikanische Serien die grĂ¶ĂŸten Erfolge und amerikanische Musik bestimmt unsere Moden und unser Trends. Ob Stand Up, Poetry Slam oder Open Mike, so gut wie jede deutsche Dichterin und jeder deutsche Denker, wurde von den USA beeinflusst und spricht die Sprache, in der die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika geschrieben wurde.

„Die Amis wissen nicht einmal, was die Hauptstadt von DĂ€nemark ist oder wie der PrĂ€sident von Frankreich heißt.“

Mal ganz angesehen davon, dass ich nicht einmal mit Sicherheit sagen kann, ob die meisten Deutschen diese beiden Fragen beantworten können, offenbart diese Aussage nur die eigene Selbstherrlichkeit. Warum soll ein Amerikaner mit afrikanischer Herkunft die Hauptstadt von Deutschland kennen? Wissen denn die meisten EuropĂ€er, wie die HauptstĂ€dte der ElfenbeinkĂŒste, Togo oder Nigeria heißen? Warum muss ein Amerikaner mit asiatischer Herkunft wissen, wie die deutsche Kanzlerin heißt? Kann denn jeder Deutsche den Namen des chinesischen Staatsoberhaupts nennen?

Die USA sind das kulturell vielfÀltigste Land der Welt. Nirgendwo sonst auf der Welt kommen die Menschen aller Kulturen so selbstverstÀndlich zusammen und schaffen gemeinsam diese atemberaubende Multikultur, die zum Vorbild aller Kunstschaffenden weltweit wurde. Im 20. Jahrhundert revolutionierten die USA die Kultur mit Jazz, Blues und HipHop, mit Hollywood und Pop Art.

Die besten UniversitÀten der Welt liegen, nimmt man nun die Ergebnisse des QS World University Rankings oder des Shanghai Rankings, in den USA. Deutschland ist im oberen Bereich dieser Hochschulrankings gar nicht vertreten.

Wenn jemand in Europa sagt, die Amerikaner hĂ€tten keine Bildung, dann kritisiert er damit in Wirklichkeit nur jene Amerikaner, die die Frechheit besitzen, Europa nicht fĂŒr den Mittelpunkt der Welt zu halten. Das aber ist pure SelbstĂŒberschĂ€tzung und Selbstherrlichkeit. Interessanterweise sind SelbstĂŒberschĂ€tzung und Selbstherrlichkeit genau die Eigenschaften, die den Amerikanern gerne von europĂ€ischer Seite attestiert werden.

Zwei Weltkriege erschĂŒtterten Europa. Sie konnten erst durch das Eingreifen Amerikas beendet werden. Deutschland stĂŒrzte die Welt im Zweiten Weltkrieg in eine bis dahin ungeahnte Katastrophe. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es Amerikaner, die Deutschen in sogenannten Amerika-HĂ€usern Demokratie beibrachten. Wenn man all das weiß, wirkt die deutsche Arroganz gegenĂŒber den USA mehr als nur befremdlich.

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Das ist nicht okay, Jan!

Ich bin dafĂŒr, dass jemand, der unter 50 Jahre alt ist und dessen beide Eltern nicht in Deutschland geboren worden sind, die nĂ€chste deutsche Bundeskanzlerin wird.ïżŒ

Das schrieb Jan Böhmermann auf Twitter. Unter dem Tweet sammelten sich schnell die verschiedensten Kommentare. Manche schlugen sogar ein paar Kandidatinnen vor. Benedikt Brechtken zum Beispiel schlug Ivanka Trump vor und zeigte damit auf ironische Weise, dass am Ende nicht Geschlecht und Herkunft ĂŒber den Charakten eines Menschen entscheiden, sondern Worte und Taten.

Benedikt Brechtken ist Vorsitzender der Jungen Liberalen fĂŒr den Kreis Recklinghausen. Er ist ein Verfechter liberaler Werte und erklĂ€rter Gegner aller rassistischen und sexistischen Diskurse. Neben Brechtgen kommentierten auch Menschen den Tweet von Jan Böhmermann, die nicht die Werte von dem jungem Liberalen teilen. Einer davon heißt Martin Sellner. Er ist Sprecher der rechtsextremen IdentitĂ€ren Bewegung Österreich.

Sellner und Brechtken sind ideologisch meilenweit voneinander entfernt. Jan Böhmermann aber schrieb auf Twitter:

Es dauert im Netz knapp 12 Stunden, bis rechtsextreme Empörungstrigger von der FDP Recklinghausen bis zu den Kernfaschos der IdentitÀren Bewegung durchgereicht werden. Wie schnell, anonym und einfach lÀuft es andersherum? Und wie oft ist das in den letzten 5 Jahren geschehen?

Jan Böhmermann brachte einen jungen Mann, der fĂŒr liberale und demokratische Werte streitet, in schĂ€digender Weise mit einer rechtsextremen Ideologie in Verbindung und insinuierte so eine ideologische Verbindung.

Benedikt Brechtken spricht sich auf Twitter offen gegen rechtsextreme Tendenzen aus und kĂ€mpft gegen antisemitische Strukturen in der deutschen Politik. Ausgerechnet diesem jungem Politiker unterstellt Jan Böhmermann eine politische NĂ€he zu einem, wie er sagt „Kernfascho“.

Das ist nicht okay, Jan!

In der Politik geht es um Macht. Die Frage nach dem Umgang mit Macht ist daher ein notwendiges moralisches Thema fĂŒr jeden politischen Menschen. Mediale Reichweite ist Macht. Je mehr Reichweite ein Mensch hat, umso mĂ€chtiger ist er. Wer die Macht hat, Teil des Sprachrohrs der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu sein, bekommt dadurch extrem viel Reichweite.

Durch das ZDF hĂ€lt Jan Böhmermann ein Megaphon in der Hand, dem er den grĂ¶ĂŸten Teil seiner ĂŒber zwei Millionen Follower auf Twitter verdankt. Wer so eine Macht inne hat, kann damit anderen Menschen empfindlich schaden. Diese Macht zu missbrauchen, ist fĂŒr Menschen, die etwas in der Gesellschaft bewegen oder verĂ€ndern wollen, so verfĂŒhrerisch wie unmoralisch.

Jan Böhmermann hat diese Macht missbraucht und einen jungen Politiker, der sich gegen Hass und Hetze stellt, in ein schĂ€digendes Spottlicht gestellt, auf das ĂŒber zwei Millionen Menschen blicken.

Ich spĂŒre, dass Jan Böhmermann ein Mann ist, dem Anstand und Fairness viel bedeuten. Darum gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass er sein Megaphon nutzt, um seinen Missbrauch wiedergutzumachen und vor allem, um öffentlich bei Benedikt Brechtken um Entschuldigung zu bitten.

Sollte ich mit meinem GespĂŒr daneben liegen, sollte das ZDF darĂŒber nachdenken, dem Jan das Megaphon wegzunehmen.

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Der Nathan-Komplex in Köln

„Mit Humor und viel EinfĂŒhlungsvermögen versteht es Gerd Buurmann, die Dinge auf den Punkt zu bringen, den Menschen zu vermitteln, sie zum Denken anzuregen. Wir schĂ€tzen seine Arbeit, sein Engagement sehr.“ (Abraham Lehrer, VizeprĂ€sident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

 

„Der Nathan-Komplex“ kommt nach Köln. Das Kammerspiel mit Vortrag findet am 25. MĂ€rz 2020 um 19 Uhr in der Kölner Innenstadt statt. Eine Anmeldung kann vorgenommen werden unter: Tal@jnf-kkl.de

Bei Anmeldung bekommen Sie den AuffĂŒhrungsort mitgeteilt. Kein Eintritt. Um eine Spende wird gebeten.

„VortrĂ€ge ĂŒber Antisemitismus haben Konjunktur. Gerd Buurmann macht es anders. Ebenso unverhofft wie kurzweilig erzĂ€hlt er mit glĂ€nzender schauspielerischer Leistung ĂŒber zweitausend Jahre Kulturgeschichte. Der Nathankomplex ist vieles. Er wehrt Fehlinterpretationen von Heine ab, lĂ€sst zweifeln, aber auch hoffen. Die Ă€ltere deutsche Sprache hĂ€lt fĂŒr Buurmann einen Begriff bereit: Gerd Buurmann ist geistreich. Man muss ihn sehen.“
(Lasse Stodollick, Deutsch-Israelische Gesellschaft, Bodensee-Region)

„Gerd Buurmann ist ein exzellenter Schauspieler, der es versteht, selbst alte, vielleicht sogar antiquierte Texte so zu prĂ€sentieren, dass man das Heutige erkennt und die zutiefst menschliche Figur des Dargestellten mitfĂŒhlt. DarĂŒber hinaus ist Buurmann aber auch ein scharfsinniger Beobachter des Homo Politicus. So erkennt er, wie tief in jedem westlichen Menschen der Antisemitismus steckt, ja geradezu stecken muss, und er erklĂ€rt dies so logisch und schlĂŒssig, dass es einen wunder nimmt, warum dieses Wissen nicht lĂ€ngst schon Allgemeinplatz ist. Das alles, klassische Texte, politische innere Erdbeben und logische Erkenntnis daraus prĂ€sentiert er noch dazu mit Humor und Leichtigkeit. So muss Herzensbildung, so muss Wahrheit sein.“
(Sandra Kreisler, Musikerin und KĂŒnstlerin)

„Rhetorisch gut strukturiert und mit Hilfe schauspielerischer Einlagen, schaffte Gerd Buurmann es, das komplizierte Thema Antisemitismus auf eine so eingĂ€ngige und anschauliche Art und Weise darzulegen, dass man in den Gesichtern seiner Zuhörer förmlich sehen konnte, wie sie von Buurmanns Worten zum Nachdenken angeregt wurden.“
(Marc Neugröschel, Hebrew University, Jerusalem)

„Gerd Buurmann konfrontiert das Publikum aber nicht nur mit triftigen Argumentationen und wenig bekannten Fakten, er zieht es auch emotional in seinen Bann, wenn er sich binnen Sekunden und ohne KostĂŒmwechsel in Shakespeares Shylock verwandelt und so die Zuschauer schmerzlich nah an einem jĂŒdischen Schicksal teilnehmen lĂ€sst.“
(Dr. Karl Thönnissen, Volkshochschule Aachen)

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Unterschiedliche MaßstĂ€be

Wenn ein vorgelegter Friedensplan heftiger kritisiert wird als die PlĂ€ne der Hamas zur Vernichtung der Juden und die PlĂ€ne der Fatah zur UnterstĂŒtzung von Terroristen, aber gleichzeitig im Parlament an den Holocaust erinnert wird, dann bist Du in Deutschland.

Der PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika stellte Ende Januar 2020 einen Friedensplan fĂŒr den Nahen Osten vor. Danach ĂŒberschlugen sich die selbsternannten Nahostexperten in ihrer Kritik und Ablehnung. Einen Ă€hnlichen Aufschrei hat es in Deutschland bei all den PlĂ€nen, die von der arabischen Seite vorgelegt wurden, nie gegeben.

Tapfer im Nirgendwo prĂ€sentiert daher ein paar dieser PlĂ€ne und fragt Sie als Mensch, der diese PlĂ€ne gleich lesen wird, ob Sie jemals einen Ă€hnlichen Sturm der EntrĂŒstung darĂŒber gelesen haben.

Khaled Meshall, Vorsitzender der Hamas, sagte am 3. Februar 2006:

„Bevor Israel stirbt muss es gedemĂŒtigt und erniedrigt werden!“

Ismail Haniyeh, Premierminister von Gaza, sagte am 23. MĂ€rz 2014 und am 15. Januar 2014:

„Hört auf, mit den Feinden zu verhandeln! Wir werden Israel nicht anerkennen!“

„Dies ist eine Generation, die keine Furcht kennt. Es ist die Generation der Raketen, Tunnel und SelbstmordanschlĂ€ge.“

Der ehemalige libanesischen Minister, Wiam Wahhab erklÀrte am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV:

„Ich unterstĂŒtze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“

Fawzi Barhoum, Sprecher der Hamas, sagte am 30. Juli 2014:

„Jeder, der ein Messer, eine Waffe oder ein Auto hat und damit nicht einen Siedler oder einen Juden angreift und mehrere zehn Zionisten tötet, gehört nicht zu PalĂ€stina!“

Abdallah Jarbu, stellvertretender Minister fĂŒr religiöse Stiftungen der Hamas, sagte am 28. Februar 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Qatar TV sendete am 9. Januar 2009 diese Rede:

„Überließen uns die Juden PalĂ€stina, wĂŒrden wir dann beginnen, sie zu lieben? NatĂŒrlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (
) Dein Glaube bezĂŒglich der Juden soll sein, erstens, dass sie UnglĂ€ubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie PalĂ€stina besetzt halten. Sie wĂ€ren auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hĂ€tten!“

Al-Jazeera TV sendete am 30. Januar 2009 diese Rede:

„Immer wieder hat Gott Strafen ĂŒber die Juden kommen lassen. Die letzte Strafe wurde von Hitler ausgefĂŒhrt. Bei allem, was er ihnen angetan hat, und die Juden ĂŒbertreiben bei der Beschreibung dieser Taten, hat Hitler die Juden nur an ihren gerechten Platz gesetzt. Es war die göttliche Strafe fĂŒr sie!“

In der GrĂŒndungscharta der Hamas steht:

„Artikel 7: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekĂ€mpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und BĂ€umen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

„Artikel 13: AnsĂ€tze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der PalĂ€stinafrage stehen sĂ€mtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. (
) FĂŒr die PalĂ€stina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Djihad. Die Initiativen, VorschlĂ€ge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit.“

Der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ hielt am 9. Oktober 2015 folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Mahmud Abbas von der Fatah erklÀrt:

„In einer endgĂŒltigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum â€œgeistigen FĂŒhrer der palĂ€stinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Im Jahr 2015 bezeichnete Abbas den Mord an einem israelischen Ehepaar durch palĂ€stinensische Terroristen als â€žheldenhaft“. Nicht wenige Judenmörder und deren Familien bekommen von Abbas‘ Fatah stattliche Renten fĂŒr ihre terroristischen Bluttaten.

Das alles sind PlÀne gegen Israel. Kritisiert aber wird Benjamin Netanjahu? Er ist der Premierminister von Israel. Von ihm stammen diese Worte:

„PrĂ€sident Abbas, ich weiß, es ist nicht einfach. Ich weiß, es ist schwer. Aber wir schulden es unseren Völkern, es nochmal zu versuchen, es immer wieder zu versuchen, denn gemeinsam, wenn wir tatsĂ€chlich verhandeln und damit aufhören, darĂŒber zu verhandeln, ob wir ĂŒberhaupt verhandeln sollen, wenn wir uns tatsĂ€chlich hinsetzen und versuchen, diesen Konflikt zwischen uns zu lösen, uns einander anerkennen und einen palĂ€stinensischen Staat nicht als Sprungbrett fĂŒr eine weitere islamistische Diktatur im Nahen Osten verwenden, sondern als ein Land, das in Frieden neben dem jĂŒdischen Staat leben möchte, wenn wir das tatsĂ€chlich tun, dann können wir bemerkenswerte Dinge fĂŒr unsere Völker erreichen.“

„Frieden beginnt mit Respekt. Wenn Eltern das Leben ihrer eigenen Kinder nicht respektieren, wie sollen sie das Leben ihrer Nachbarn respektieren können? Wir mĂŒssen alle Kinder lieben! Kinder sollten niemals zu Gewalt und Hass aufgefordert werden. Schließen Sie sich meiner Forderung an, alle Kinder zum Frieden zu erziehen.

Auf der anderen Seite sehen die PlĂ€ne zu Erziehung der Kinder etwas anders aus. Dort werden Kinder zum Hass auf Juden erzogen, vor allem im Kinderprogramm. Das lustige Hamas HĂ€schen, das am liebsten Juden ißt, ruft Kinder zum Krieg gegen UnglĂ€ubige auf. Die Hamas Maus lĂ€sst Kinder Lieder ĂŒber Mord und Totschlag gegen Juden singen. Die Hamas Biene wiederum freut sich, wenn Juden geschlagen werden. Hochglanzvideos stimmen Kinder auf SelbstmordanschlĂ€ge ein und zeigen ihnen, dass sie in den Himmel kommen, wenn sie Juden töten.

Und jetzt frage ich nochmal:

Warum wird ein vorgeschlagener Friedensplan heftiger kritisiert als all die fĂŒrchterlichen PlĂ€ne des Hasses und des Mordes gegen Juden und Israel? Warum nimmt sich die ARD in ihren Hauptnachrichten ausgiebig Zeit, Israel zu kritisieren, weil ein Friedensplan vorgelegt wurde, schweigt aber zu all dem Hass?

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Zur weiteren Information: „Drei Fragen“

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Die brennende Lunte ans Pulverfass

Wer den Eindruck erweckt, die #PalĂ€stinenser mĂŒssten auf ihre heiligen StĂ€tten in #Jerusalem verzichten, der legt die brennende Lunte ans Pulverfass“ – Die Meinung von @ARDSusanneGlass zum Nahost-Plan von US-PrĂ€sident #Trump. (red) #Israel

Das sind die Worte von Susanne Glass in einem Kommentar fĂŒr die Tagesthemen.

Donnerwetter, PalÀstina wird in einem ARD-Kommentar zu einer Religion erklÀrt, die heilige StÀtte hat. Es wird immer doller.

PalĂ€stina ist keine Religion. PalĂ€stina ist lediglich eine Gebietsbeschreibung. PalĂ€stinenser können Muslime, Christen, Juden, Atheisten und vieles mehr sein. In der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts war „PalĂ€stinenser“ sogar ein Synonym fĂŒr Jude. PalĂ€stinensische Juden gibt es schon in der Antike, zu einer Zeit also, als es noch keinen Islam und noch kein Christentum gab.

Der Begriff PalĂ€stina ist auch keine Volksbeschreibung. Es gibt keine palĂ€stinensische Sprache, keine unabhĂ€ngige palĂ€stinensische Kultur, aber dafĂŒr eine Menge Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und NationalitĂ€ten, die durch den Umstand vereint werden, dass sie in einem Gebiet leben, das einst von den Römern PalĂ€stina genannt wurde, nachdem sie die Juden besiegt hatten.

Die Römer wollten mit dem Begriff PalĂ€stina jede Beziehung der Juden zu dem Land verwischen. Deshalb zerstörten die Römer auch den jĂŒdischen Tempel.

Der Tempelberg ist die heiligste StĂ€tte der Juden. Heute wird genau diese StĂ€tte von Muslimen bewacht. Das ist in etwa so, als wĂŒrde Mekka von Christen und der Vatikan von Juden ĂŒberwacht.

Der Tempelberg wird von der sogenannten Frommen Stiftung des Islams (Waqf) kontrolliert. Der Zugang zum Tempelberg ist ĂŒber elf Tore an der Nord- und Westseite der Anlage möglich. Allerdings ist der Zutritt dort nur Muslimen erlaubt. AndersglĂ€ubigen ist der Zutritt nur von Samstag bis Donnerstag ĂŒber das Marokkanertor bei der Klagemauer erlaubt. Das Betreten ist dort nur nach scharfen Sicherheitskontrollen außerhalb der Gebetszeiten möglich. Juden werden, wenn ĂŒberhaupt, nur in kleinen Gruppen und oft mit Aufsicht eingelassen.

Der Felsendom darf nur von Muslimen betreten werden! Verboten sind zudem das Mitbringen von BĂŒchern und KultgegenstĂ€nden und das Abhalten von Gebeten anderer Religionen. Wenn Juden den Tempelberg betreten, werden sie nicht selten bedroht.

Auch Christen können auf dem Tempelberg Probleme kriegen.

Ich habe nach einem Kommentar von Susanne Glass gesucht, wo sie kritisiert, dass Juden auf ihre heilige StĂ€tte verzichten mĂŒssen. Ich habe einen solchen Kommentar nicht gefunden.

DafĂŒr kritisiert Susanne Glass ausgiebig Israel. In wortgewandten AusfĂŒhrungen gibt sie Israel die Schuld am Konflikt und verliert kein einziges Wort zu dem Judenhass auf Seiten der Fatah und der Hamas. Die GrĂŒndungscharta der Hamas zum Beispiel verlangt die vollstĂ€ndige Vernichtung des gesamten jĂŒdischen Volkes, sowie die Zerstörung des Staates Israels. Am 9. Oktober 2015 erklĂ€rte der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ in der Al-Abrar Moschee in Rafah im SĂŒden des Gazastreifens:

„Stecht die Juden ab! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende Minister fĂŒr religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklĂ€rt:

„Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk.“

Mahmud Abbas von der Fatah sagte einst:

„In einer endgĂŒltigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen FĂŒhrer der palĂ€stinensischen Autonomie”ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Im Jahr 2015 bezeichnete Abbas den Mord an einem israelischen Ehepaar durch palĂ€stinensische Terroristen als „heldenhaft“. Nicht wenige Judenmörder und deren Familien bekommen von Abbas‘ Fatah stattliche Renten fĂŒr ihre terroristischen Bluttaten.

Am 1. Mai 2018 hielt Abbas vor dem PalĂ€stinensischen Nationalrat eine judenfeindliche Rede, in der er den Juden die Schuld am Holocaust gab. Er erklĂ€rte, die Vergasung der Juden sei eine Reaktion auf das „soziale Verhalten“ der Juden gewesen. Dazu zĂ€hlte er unter anderem das Verleihen von Geld.

HĂ€tte Susanne Glass nicht wenigstens irgendetwas zu diesem Hass und Terror sagen mĂŒssen, statt ausnahmslos Israel und die USA zu kritisieren? Susanne Glass schwieg zu all dem Hass gegen Israel und Juden, dabei hatte sie noch zwei Tage vorher folgendes geschrieben:

Die Begegnung mit #Holocaust -Überlebenden gehört auch fĂŒr mich zu den bewegendsten Momenten. Aber wie die Erinnerung aufrecht erhalten, wenn diese Menschen nicht mehr selbst erzĂ€hlen und vor der Wiederholung des Schreckens warnen können? Überlegungen heute im @Weltspiegel_ARD

Der Holocaust wurde möglich, weil viel zu viele Menschen zu dem mörderischen Hass gegen Juden geschwiegen und oft ausnahmslos Juden die Schuld zugeschoben hatten. Nichts anderes hat Susanne Glass mit ihren Kommentar vom 28. Januar 2020 gemacht. Mit ihrem Schweigen, ihrer einseitigen Schuldzuweisung und ihrer Kritik an Israel, sich gegen die Vernichtung zu wehren, legte sie selbst die brennende Lunte ans Pulverfass.

Fast beschleicht mich die Angst, hier wird von der ARD an zukĂŒnftige Überlebende gearbeitet, die dann fĂŒr bewegende Momente sorgen können.

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