Gerd Buurmann als Shylock

„Der Kaufmann von Venedig“
von William Shakespeare
in einer Inszenierung von Burkhard Schmiester
von Do, 13. bis So, 16. Oktober und
von Mi, 19. bis Sa, 22. Oktober 2016
um 20 Uhr
im metropol theater, Eifelstr. 33 in Köln.
Kartenreservierung per SMS unter: 01717589274

Die Berliner Presse schreibt:

„Knallhart politischer Shakespeare“

„Parforceritt durch die Geschichte menschlicher Gräueltaten“

Das Berliner Szenemagazin zitty gibt 5 von 5 möglichen Sternen.

(Foto: Lisa Piesek)

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Der Tag, als ich ein Sexist vor dem Herrn Müntefering war

Heute vor 185 Jahren wurde Hedwig Dohm als Hedwig Schlesinger am 20. September 1831 in Berlin geboren. Seit über zehn Jahren toure ich jetzt schon mit den Wissenschaftlerinnen Dr. Isabel Rohner und Nikola Müller durch Deutschland, um die Werke dieser einzigartigen Schriftstellerin bekannt zu machen. Den bemerkenswertesten Auftritt hatten wir vor der SPD. Tapfer im Nirgendwo veröffentlicht zum Geburtstag von Hedwig Dohm erneut den Bericht dieses denkwürdigen Auftritts vom 7. März 2012:

Ich erreichte Berlin so gegen drei und freute mich auf mein Hotel. „Die SPD wird sich ja nicht lumpen lassen“, dachte ich mir. „Wer schon für Mindestlohn streitet, wird auch die Kunst nicht darben lassen.“ Ich nächtigte in einem kargen Raum, wunderbar gelegen neben dem „Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit“. Mein Zimmer bestand aus einem liebevoll schlichten Ikea-Tisch, einem kleinen Bett und keiner Minibar – nicht mal Toblerone! Ich war kurz davor, den Groucho Marx zu machen und bei der Rezeption anzurufen: „Entschuldigung, können sie mir bitte ein größeres Zimmer hochschicken?“ Aber es gab kein Telefon. Dafür gab es eine Inkontinenzfolie zwischen Matratze und Laken. „Da vertraut mal jemand seinen Gästen“, dachte ich mir. Über meinem Bett hing ein Bild vom „Holocaust Mahnmal“. „Ach“, sinnierte ich, „ein wirklich einladendes Zimmer. Das Letzte, woran ich heute Nacht denken werde, bevor ich die Augen schließe, wird der Holocaust sein und mein erster Gedanke, sollte ich wieder wach werden, auch Holocaust. Gute Nacht Holocaust. Guten Morgen Holocaust. Das ist Berlin!“

Nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ließ ich mich zum Ort der Aufführung bringen. Ich war richtig gespannt! Berlin am Frauentag. Mal was ganz anderes als Köln zu Wieverfastelovend. Als ich den Saal betrat, fand ich mich in einem kölschen Brauhaus in der Dorotheenstraße wieder. Es gab Salat, Rievkooche, Flönz und Röggelchen. Es war Wieverfastelovend bei der SPD in Berlin, nur ohne Bützen und rheinischem Frohsinn. Es war laut, unruhig, kölschselig und am Tisch ganz vorne saß Franz Müntefering. Eine Garderobe gab es nicht!

Bevor Isabel Rohner, Nikola Müller und ich die Bühne betraten, ergriff Barbara Hendricks das Mikrofon und brüllte in den Saal: „Schnauze jetzt! Jetzt kommt Kultur!“ Sie meinte es gut mit uns, erreichte jedoch genau das Gegenteil. Da standen wir also in einem kölschen Brauhaus in Berlin und hatten in einer Sekunde schlagartig 120 Menschen gegen uns. Nur Münte ließ sich nichts anmerken.

Wir begannen unsere Szene: Hedwig Dohm, gelesen von Isabel Rohner und Nikola Müller, im Schlagabtausch mit den Anti-Feministen ihrer Zeit (Nietzsche, Groddeck, Möbius und andere), gespielt von mir. Nach nur 23 Sekunden war der alte Geräuschpegel wieder hergestellt.

Nach 5 Minuten betraten die Praktikantinnen von Martin Gerster, MdB den Saal. Ich war gerade dabei Friedrich Nietzsche zu spielen: „Ihr erster und letzter Beruf soll sein, Kinder zu gebären. Ein Mann der Tiefe hat, kann über das Weib nur orientalisch denken. Er muss das Weib als Besitz, als verschließbares Eigentum, als etwas zur Dienstbarkeit Vorherbestimmtes auffassen. Er muss sich hierin auf die ungeheure Vernunft Asiens stellen.“

Buh-Rufe ereilten mich von Seiten der Praktikantinnen Martin Gersters. Dann wechselte ich in die Rolle zu Groddeck und sagte: „Durchschnittlich sechs Tage im Monat ist das Weib siech. Jede Frau, selbst die gesündeste, in in diesen Tagen stets mehr oder weniger intellektuell unzurechnungsfähig. Körper und Geist sind völlig zerrüttet und in Aufruhr gebracht!“

Da platzte den Praktikantinnen der Kragen! Sowas könne man doch nicht sagen! Warum denn so ein Chauvi hier sprechen dürfe! Heute sei schließlich Frauentag! Und überhaupt, das ginge ja gar nicht.

„Das könnt ihr doch nicht bringen“, sprach eine, „auch noch vor Franz Müntefering!“

Mein Einwand, dass das hier Theater sei, auch wenn keiner zugehört habe, ließen die Praktikantinnen nicht gelten:

„Aber sie sind so überzeugt davon, dass sie das hier so spielen, oder was?“

„Äh, Nein.“

„Frauen sind nicht siech!“

„Richtig. Sehr gut!“

„Warum sagen Sie das dann?“

„Das hab ich nicht gesagt!“

„Doch; gerade!“

„Das war nicht ich. Das war Groddeck!“

„Wer?“

„Georg Groddeck!“

„Warum zitieren sie so einen Mann?“

„Ich zitiere nicht, ich spiele eine Rolle.“

„Was?“

„Sie sind zu spät gekommen. Ich spiele die Rolle nur!“

„Warum spielen sie denn eine solche Rolle?“

„Weil ich Schauspieler bin.“

„Aber wenn Sie Anstand hätten, würden Sie eine solche Rolle nicht spielen.“

Da riss es bei Dr. Isabel Rohner. „Sie sind süss“, sprach sie, lachte, drehte sich um und ging. Ich hörte etwas in ihr zerbrechen. Ich vermute, es war ihr Glaube an die politische Zukunft unseres Landes. Die Praktikantinnen echauffierten sich weiter. Mein letzter Versuch zur Klärung der peinlichen Situation war ein Nazi-Vergleich. Ich war in Gedanken wohl schon wieder bei dem Bild in meinem Hotelzimmer:

„Sie reagieren wie jemand, der zwanzig Minuten zu spät zu „Schindlers Liste“ kommt, um dann nach 25 Minuten vollkommen aufgebracht das Kino wieder zu verlassen mit der Begründung: Das sei ja ein Nazifilm. Überall lauter Nazis. Wer spielt denn sowas und überhaupt, warum darf so ein Film gezeigt werden? Das ist Deutschland hier!“

Das fanden die Praktikantinnen leider gar nicht lustig. Ich schon! Sie gingen. Ich nicht! Ich blieb und enterte die Theke. Münte war leider schon weg. Ich ließ mich volllaufen und alles auf den Deckel der SPD schreiben. Betrunken wankte ich zurück ins Hotel und fiel ins Bett. Ich blickte noch einmal auf das Bild an der Wand und dachte:

„Gute Nacht Holocaust!“

***

Dr. Isabel Rohner, Nikola Müller und ich standen erstmals am 11. Februar 2006 mit unserem Programm „Mehr Stolz, Ihr Frauen!“ auf der Bühne des La Carina in Köln. Danach ging es auf Tour. Hier drei Pressezitate:

„Emanzipatorische Literatur muss keineswegs staubtrocken und klagend sein, sie kann vor Humor und Ironie nur so triefen.“ (Pinneberger Tageblatt)

„Nikola Müller und Isabel Rohner, die Herausgeberinnen des Buchs „Hedwig Dohm – Ausgewählte Texte“, zelebrieren mit dem Schauspieler Gerd Buurmann die intellektuellen Spitzen einer großen Denkerin.“ (Hamburger Abendblatt)

„Hervorragend inszeniert und zum Teil irrsinnig komisch (…) Das Trio erntete immer wieder Szenenapplaus – der einerseits den großartigen polemischen Textpassagen Hedwig Dohms galt, andererseits aber auch der beeindruckenden Vortragsweise.“ (Kreiszeitung Wesermarsch)

Der persönliche Höhepunkt für mich war bisher der Auftritt im Landtag Nordrhein-Westfalen.

Heute feiern wir den 185. Geburtstag von Hedwig Dohm. Tapfer im Nirgendwo präsentiert daher ein paar Texte von ihr. Den ersten Text verfasste Hewig Dohm vor genau hundert Jahren mitten im Ersten Weltkrieg:

Wäre ich ein glühender Patriot – es zu sein heischt der Geist der Zeit –, in meiner Seele würden Psalter und Harfe erwachen, und ich sänge dem Heroentum des deutschen Volkes ein hohes Lied.

Wäre ich ein Held der Feder – ich sage nicht Zeitungsschreiber –, welchen Ranges und welcher Partei auch immer, von Heiligkeiten würden meine Kriegsbetrachtungen strahlend strotzen.

Heilig, heilig der Krieg! heilig die Schlacht! heilig die Seligkeit des Sterbens auf dem Feld der Ehre, heilig der Feindeshass!

Gottes Donner hörte ich aus den Kanonen brüllen, und anstatt der dunklen Taube, der bombenwerfenden, Menschenleiber zerreißenden, sähe ich nur die weiße Taube, das Symbol der Ausgießung eines heiligen Geistes.

Nach der Taube mit dem Ölzweig spähe ich vergebens aus.

Wäre ich ein Fatalist, ich spräche: es ist die Bestimmung der Völker, sich von Zeit zu Zeit gegenseitig zu vernichten.

Wäre ich der Teufel, ich täte lachen, lachen, in wollüstiger Schadenfreude, jauchzend über den Sieg, den die Hölle errungen.

Wäre ich der liebe Gott, ich beauftragte Petrus, meinen Pförtner, allen Kriegsanstiftern, Kriegshetzern, Kriegsbrünstigen und Kriegsliebenden die Himmelspforte zu sperren, mit dem Donnerwort: Unbefugten ist der Eingang nicht gestattet.

Bin ich ein Mensch, – nichts als ein Mensch – ich müsste ob dieses Krieges weinen, weinen, bis meine Augen vor Tränen blind geworden.

Die folgende Glosse verfasste Hedwig Dohm im Jahr 1900:

Als Hauptargument gegen die Frauenbewegung wird wieder und wieder – in neuester Zeit sogar mit galliger Vehemenz oder hymnischer Begeisterung – die Mütterlichkeit des Weibes auf den Schild gehoben, und die Verkümmerung der Kinder malt man als Menetekel den Emanzipationsbeflissenen an die Wand.

Aber nicht nur aus den Reihen der Gegner der Frauenbewegung, auch von Seiten derjenigen, die, bis zu einem gewissen Grade wenigstens, Förderer der Bewegung sind, ertönen Warnungs- und Alarmrufe.

Neben der Mutterliebe und -Fürsorge ist es vornehmlich die erziehliche Tätigkeit der Mutter, die man durch die Unterminierarbeit der Frauenrechtlerinnen bedroht sieht. Die Erziehung der Kinder soll die eigentliche Tätigkeitssphäre der Frau sein.

Je älter ich werde, je mehr staune ich über die menschliche Virtuosität im Erträumen, Erdichten und freien Erfinden von Zuständen und Verhältnissen, die kaum irgendwo existieren, ich staune über die unverfrorene Dreistigkeit im Ableugnen und Hinwegsehen, Tatsachen gegenüber, die offen vor aller Welt liegen.

Dass die Mütter die geborenen und notwendigen Erzieherinnen ihrer Kinder sind, gehört zu den Erlogenheiten, die überall Kurs haben, und die man als Trumpf gegen die moderne Frauenbewegung ausspielt. Und doch bedarf es hier nicht einmal eines tieferen Nachdenkens – ein flüchtiges Hineinblicken in das positive Leben genügt, um zu erkennen, dass im Großen und Ganzen die Mütter die schlechtesten Erzieherinnen ihrer Kinder sind. Man frage nur die eine Mutter, was sie von der Erziehung der anderen Mutter hält, und man wird die härtesten und schroffsten Urteile hören.

Ja, nimmt man denn an, dass auch die vielen, vielen Frauen, die als Nichtmütter kaum den bescheidensten Ansprüchen an Moral und Klugheit genügen, als Mütter sich in Tugendspiegel und geistige Potenzen verwandeln? Dass sie, plötzlich von einem Drang zum Idealismus befallen, herrlich erzieherisch auf ihre Kinder wirken werden?

Ist es nicht wahrscheinlicher, dass Frauen als erziehende Mütter dieselben Eigenschaften an den Tag legen werden, die auch sonst im Leben an ihnen zu schätzen oder zu verwerfen sind? Eine oberflächliche törichte Frau wird ihre Kinder töricht erziehen, und es wäre in diesen Fällen ein Segen für die Kinder, wenn ihre Kraftentfaltung woanders als in der Kinderstube vor sich ginge.

Wo und wie soll denn auch die Frau – falls nicht die Kraft des Mutterinstinkts Wunder in ihr wirkt – die eminenten Fähigkeiten, die das Erziehungswerk erfordert, erwerben? Etwa in der höheren Töchterschule? Die Apologetinnen der Mütterlichkeit sperren sie ja schon von der Geburt des ersten Kindes an (das sie naturgemäß in jungen Jahren zur Welt bringt) in die Kinderstube, noch dazu mit der ungebildeten Kinderfrau zusammen.

Die meisten Mütter erziehen ganz willkürlich, regellos, in Anfällen, mit Plötzlichkeiten, je nach ihren Impulsen, ihrer subjektiven Stimmung. Zum Erziehungswerk aber gehören nicht nur die auserlesensten Geistes- und Gemütsqualitäten, es muss auch noch ein spezifisch pädagogisches Talent dazu kommen.

Warum hat Rousseau, der eins der epochemachendsten Bücher über Kindererziehung schrieb, seine fünf Kinder ins Findelhaus gegeben?

Alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dass er es tat, weil die Mutter der Kinder, Therese Lavasseur, nicht eine einzige der Eigenschaften hatte, die zur Erziehung taugen, und er die ungewisse Möglichkeit, die das Findelhaus bot, der gewissen Unmöglichkeit der mütterlichen Aufziehung vorzog.

Die Emanzipationsbestrebungen tragen kaum seit einem Jahrzehnt Früchte. So war ja wohl bisher dem Erziehungsdrang der Mutter keine Schranke gezogen. Und die Resultate?

Müsste nicht jede Mutter, die einen Sohn hat, schaudernd erbeben, wenn sie von der Wüstheit des Studentenlebens erfährt, von dem Sauf- und Raufreglement (noch viel Schlimmeres gar nicht zu nennen), dem die meisten dieser kaum flüggen Knaben verfallen?

Wo waren die mütterlichen Erzieherinnen, die eine Saat in die jungen Seelen streuten, der solches Unkraut nie hätte entsprießen dürfen?

Nein, die Mutterliebe wirkt auf dem Felde der Erziehung keine Wunder. Gerade sie ist es, die die Erziehung eher hemmend als fördernd beeinflusst, die der Mutter das klare, objektive Urteil über den Charakter ihrer Kinder raubt, das die Vorbedingung jedes fruchtbaren erziehlichen Wirkens sein muss.

Die fast absolute Unkenntnis der meisten Mütter, was den Charakter ihrer Kinder betrifft, ist angetan, Staunen und Mitleid zu erregen. Das Mitleid freilich ist unangebracht, denn wüssten die Mütter oft, wer und was ihre Kinder sind, es öffnete sich ihnen eine unversiegbare Quelle des Grams. Wer wagt es, einer Mutter die Wahrheit über ihre Kinder zu sagen (und wäre es auch nur die, dass ihre kleinen Genies kaum Dutzendgeschöpfchen sind)? Nur wer sich nicht scheut, Wunden zu reißen, aus denen Herzblut quillt. Und sie wären auch unnütz, diese grausamen Verletzungen. Zeichne selbst der klügsten Frau ein treffendes Charakterbild ihres Kindes – sie wird es für eine unverschämte, lieblose Karikatur halten; dieselbe Frau, die vielleicht, wo es sich um die schlimmen Eigenschaften fremder Kinder handelt, den denkbar schärfsten Blick hat. Diese Klugen wären möglicherweise befähigt, fremde Kinder zu erziehen, ihre eigenen – nicht.

Zum Schluss noch drei Zitate von Hedwig Dohm:

„Die Stockantifeministin kämpft wie eine Löwin (ob nur in einer Löwenhaut, lasse ich dahingestellt) gegen die Frauenemanzipation, begeistert sich für die geistige Sterilität des Weibes und nimmt an, dass zu allen Zeiten die Erhebung der Frau den Niedergang der Kultur zur Folge habe. Sie verlangt immer nur eins: „Wir wollen die Natur befragen.“ Was antwortet denn die Natur? Wie der Mensch sich seinen Gott nach seinem Ebenbild schafft, so legt ein jeder seine Anschauungen der Natur in den Mund. Eine Schwätzerin ist die Natur, redet dem, der gerade die Macht hat, zu Munde, oder gibt wenigstens immer die Antwort, die der Fragende erwartet. Was ist natürlich, was unnatürlich? Die meisten geistigen Errungenschaften sind Einbrüche in vermeintliche Naturgesetze. Das scheint die Stockantifeministin selbst zu bestätigen, wenn sie sagt: „Wir müssen auf der Änderung dieser verkehrten Welt bestehen.“ Recht hat sie. Wir bestehen ja auch darauf. Nur will Eva, dass sie wieder so werde, wie sie einstmal war, wir aber wollen, dass sie werde, wie sie noch niemals war. Und sage nicht, es muss so sein, weil es niemals anders war. Unmöglichkeiten sind Ausflüchte steriler Gehrine. Schaffe Möglichkeiten!“

„Mehr Stolz, Ihr Frauen! Der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn.“

„Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

Vielen Dank, Hediwg Dohm und Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

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Was macht die Queen mit ihrem schwulen Cousin?

Lord Ivar Mountbatten ist das erste Mitglied der royalen Familie Englands, das sich zu seiner Homosexualität offen bekennt. Er ist Vater von drei Kindern und war mit Penelope Thompson verheiratet. Gegenüber der Mail on Sunday erklärte Mountbatten, er habe jahrelang mit seiner wahren sexuellen Orientierung zu kämpfen gehabt. Nun sei er aber in einer glücklichen Beziehung mit dem Flugbegleiter James Coyle. Lord Ivar Mountbatten ist Cousin dritten Grades von Queen Elizabeth II.

Jetzt wird es spannend. Queen Elisabeth II ist nämlich nicht nur das Staatsoberhaupt von Großbritannien, sie ist ebenfalls das Staatsoberhaupt von Belize, Grenada, Jamaika, St. Luicia, St. Kitts und Nevis. In all diesen Ländern können Homosexuelle bis zu 10 Jahre ins Gefängnis wandern. 14 Jahre Gefängnis drohen Homosexuellen in diesen Ländern der Queen: Cookinseln, Papua-Neuguinea, Salomonen und Tuvalu. 15 Jahre drohen Homosexuellen in Antigua und Barbuda. Am schlimmsten aber sind die Schwulen und Lesben von Barbados dran. In diesem Land, von dem ebenfalls Queen Elisabeth II das Staatsoberhaupt ist, können Homosexuelle sogar lebenslänglich eingesperrt werden.

Da muss Lord Ivar Mountbatten aber aufpassen, wo er demnächst Urlaub macht!

(Bildnachweis: Wikipedia – Joel Rouse/ Ministry of Defence • OGL 3)

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Dear Jill Stein,

There are nearly 1,694,000 Muslims living peacefully with Jews in Israel. They are the neighbors, colleagues, teachers, lawyers, judges, deputies, police officers, firefighters, soldiers, cooks, sexual partners and much, much more of the Jewish population. They laugh, live, eat, cry and fight together. They live together, not only because they want to live together, but because they have to live together. They share the same country. They are connected in fidelity with the trees, rivers, mountains, seas, lakes, towns, villages and deserts of their homeland which they often include in their prayers. They are one family! Some are distant relatives, others trusted friends. 1,694,000 Muslims are affirmative in their attitudes towards Jews and reach out their hands in peace.

However, those 1,694,000 Muslims are discriminated against by the global campaign of hatred called BDS! The name BDS stands for „Boycott, Divestment and Sanctions“. BDS opposes Israel as a whole and is against Israeli culture. All 1,694,000 Muslims who are living in peace, neighborliness, equality, tolerance and respect with Jews are Israeli citizens and thus the target of BDS discrimination. The campaign encourages boycotting and punishing Muslims, as well as to end any kind of support for those Israeli Muslims.

BDS demands that Muslims who live peacefully with Jews be treated as Jews.

There shall be no form of recognition of Israel! The Hamas Deputy Minister of Religious Endowments, Abdallah Jarbu, declared on February 28, 2010:

“Jews are foreign bacteria –microbes unparalleled in the world. (…) I condemn whoever believes in normalizing relations with them, whoever supports sitting down with them, and whoever believes that they are human beings. They are not human beings.“

BDS is not directed against this man and his party. BDS is also not against Wiam Wahhab and his party. Wahab, a former Lebanese minister, said on Al-Jadid / New TV (July 4, 2010) that he supported Brazil for their soccer, but Germany politically „because they hate the Jews and they burned them“.

Lebanon is one of the countries which have imposed a travel ban against me, Gerd Buurmann, just because I dared to visit the land of Israel. Besides Lebanon, Syria, Kuwait, Yemen, Libya, Saudi Arabia and Iran reserve the right to not let people into their countries if they are Jews or visited Israel. Many of these countries express pride in having expelled all Jews from their countries. They are proud of genocide. These countries also have pride in pursuing homosexuals. Homosexuals are executed regularly in Iran, Yemen and Saudi Arabia. In Saudi Arabia, women are not permitted to drive cars and leave home without the permission of a man. These countries operate the worst kinds of apartheid. BDS isn’t directed against any of these countries! They are the ones which promote the BDS movement. But why?

BDS is directed against a country which decided to equip public hospitals with prayer rooms for all religions, after a Muslim had successfully appealed to the Supreme Judicial Court because he had to pray outdoors in front of a hospital in Tel Aviv. There are no prayer rooms in hospitals in the Gaza Strip, iAlgeria, Saudi Arabia, Jordan and in Libya for Jews, much less even residence permits for them. In these regions, it is forbidden to be a Jew. Those places are all „Jew-free“!

BDS is directed against the country in which the then 19-year-old Arab woman from the northern port city of Akko, Lina Mahul, won first place in the Israeli edition of „The Voice“. BDS is not directed against the country in which Mohammed Assaf won the Arabic version of DSDS (Arab Idol) with a song which tells of the destruction of Israel.

Some time ago in Israeli television, a hidden camera revealed how the people of Israel responded to discrimination. A gas station retailer refused to serve Arabs. TV show guests responded as follows:

BDS is directed against these people and thus against the only country in the Middle East in which 1,694,000 Muslims live securely, in a democracy which allows them to be gay or lesbian. They have the same rights as all other citizens in the country, regardless of their gender and skin color. Every fifth Israeli is a Muslim and according to a representative survey by the Harvard Kennedy School, 77 percent of them said they prefer to live in Israel more than any other country! There is hardly another country in the world which Muslims love more.

BDS is directed against those Muslims! Israel is the only country in the Middle East, in which the people can choose their government… and have it replaced. The Israeli government is the only democratically elected country in the Middle East in which Muslims and Arabs reside. BDS agitates against that country. Mahmoud Abbas was elected in 2005 as president of the Palestinian Authority, but his term ended on January 9, 2009. Since then, he holds no legitimacy. BDS remains silent! Jordan is a monarchy with Islam as the state religion and Sharia law. All non-Muslim Palestinians in Jordan are second-class citizens. BDS is silent! In Syria, all Palestinians have been disenfranchised and are locked up in refugee camps. In January 2014, the Syrian army encircled Palestinians in a camp and let them starve. BDS is silent!

BDS is aimed exclusively against Israel and thus against all Israeli Muslims living in peace with Jews. Unfortunately, this campaign has many prominent supporters such as Slavoj Žižek, Roger Waters, Alice Walker, Desmond Tutu, Mairead Maguire, Judith Butler, Naomi Klein, Laurie Penny, Ilan Pappe and you. The list shows that anti-Semitism is an over thousand year old disease. It’s still very contagious and even intelligence offers no certain immunity against infection. Even Jews are infected by it.

Jew-hatred is a special form of discrimination and can be expressed in this simple formula: „A Jew-hater criticizes Jews for things that non-Jews are not criticized for.“ This is precisely the hatred of the BDS movement

BDS is silent on all barbaric inhumanity in the world, but criticizes Israel because the country is not perfect. BDS denies the right for the existence of Jews if they are not perfect. Jews must be superhuman in order to retain a right of existence. For all others it’s OK to just be human. An Israeli politician is already demonized when he’s not a saint. An Arab politician can be a saint for just not being a devil. This is the century old campaign against Jews and BDS is a modern child of that ancient hatred.

This hatred spends billions to find Jews who are not perfect and call out: Look, the Jews! Countless journalists, correspondents, European and American organizations are in Israel for the sole purpose of making documentaries and writing stories that show that Jews are not perfect. These images, films and stories are produced in short intervals by government-sponsored media from ARD to the BBC in order to perpetuate the idea that Israel is the greatest threat to world peace.

Israel will stay Israel! Israel is the only country that despite a nearly seventy-year-long war, whereby adversaries aim for its complete destruction, has retained all basic principles of a democratic society. This is unique in history. Although Israel is not perfect, there is no other country which does so well in the face of such animosity and hate.

Why do you support this movement?

Please don’t tell me the mistakes Israel has made. I’m informed enough. Please explain why you are not only more critical of Jews, but very tough in your assessment. Why do you support an organization that boycotts, sanctions and punishes Jews if they are not perfect, and are silent on the barbarous inhumanity of those who want to annihilate the Jews?

All the best,
Gerd Buurmann (Cologne, Germany)

(Translation: William Wires)
(Bildnachweis: Wikipedia – Gage Skidmore • CC BY-SA 3.0)

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Die FDP kommt zurück!

„Es rettet Dich kein höheres Wesen,
Kein Gott, kein Kaiser, kein Tribun,
Dich aus dem Elend zu erlösen,
Kannst Du nur selber tun!“

Am 22. September 2013 flog die FDP im hohen Bogen aus dem Bundestag raus. Zu Recht! In 2014 flog die FDP zudem aus vielen Landesparlamenten. Ebenfalls zu Recht! Die FDP hatte sich zu sehr von ihren Grundsätzen entfernt:

„Der Liberalismus ist eine Philosophie der Freiheit, die dem einzelnen Bürger, seiner menschlichen Würde und seinen Menschenrechten der Freiheit und Gleichheit Vorrang vor der Macht des Staates einräumt. Liberalismus will die größtmögliche Freiheit des Einzelnen. Die Freiheit des Einzelnen findet ihre Grenze an der Freiheit der anderen. Deshalb sind individuelle Freiheit und Verantwortung für sich selbst untrennbar. Individuelle Freiheit erfordert ebenso die Bereitschaft, Mitverantwortung für andere zu übernehmen. Liberalismus will Freiheit zur Verantwortung anstatt Freiheit von Verantwortung. Freiheit ist nicht Egoismus. Freiheit ist Verantwortung.“

Jetzt aber kommt die FDP langsam zurück. Sie besinnt sich eben wieder auf ihre Grundsätze:

„Für Liberale verläuft die politische Grenze nicht zwischen rechts und links, sondern zwischen freiheitlich und autoritär.“

„Die liberale Bürgergesellschaft denkt kosmopolitisch, handelt europäisch, wurzelt in nationaler und regionaler Identität. Freiheit bedeutet nicht gesellschaftliche Vereinzelung, Egoismus und Bindungslosigkeit. Liberale treten dafür ein, daß Bindungen freiwillig und selbst bestimmt eingegangen werden. Für Liberale sind alle Lebensgemeinschaften wertvoll, in denen Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Verantwortungsgemeinschaften dürfen nicht diskriminiert werden; rechtliche Benachteiligungen für neue Verantwortungsgemeinschaften müssen abgeschafft werden.“

„Liberale treten für mehr Freiheit für mehr Menschen ein und wissen, dass sie damit mehr Verantwortungsbereitschaft verlangen. Liberalismus vertraut auf den Willen und die Fähigkeit des Menschen, in eigener Verantwortung zu entscheiden und zu handeln. Für jeden Einzelnen gibt es Situationen, in denen er auf Hilfe angewiesen ist. Die Hilfe zur Selbsthilfe greift in die eigene Freiheit und Verantwortung am wenigsten ein. Sie ist daher die menschlichste und menschenwürdigste Form der Hilfe. Liberale setzen auf den mündigen Bürger, nicht auf den Vormundschaftsstaat mit Rundumbetreuung. Liberale muten den Bürgern mehr zu, weil sie ihnen mehr zutrauen.“

„In Deutschland hat sich die Politik immer mehr daran orientiert, was bei den Betroffenen gut ankommt, was gefällt. Sie hat sich zur Gefälligkeitspolitik entwickelt, bei der es nicht mehr darauf ankommt, ob eine Entscheidung gut oder schlecht ist, sondern nur noch darauf, ob sie ankommt oder nicht. Die Gefälligkeitspolitik, die allen alles verspricht, ist unfinanzierbar und kann daher nicht halten, was sie verspricht. Der Bürokratiestaat bevormundet den Bürger. Liberalismus will Menschlichkeit durch Vielfalt. Freiheit ist Vielfalt. Vielfalt in der Marktwirtschaft heißt Wettbewerb. Vielfalt in der Gesellschaft heißt Toleranz. Die Dynamik der Freiheit entfaltet sich gleichermaßen auf dem Markt der Ideen, Entwürfe und Lösungen, wie auf dem Markt der Interessen und Güter. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Freiheit sind unteilbar. Liberale treten dem Vorurteil entgegen, das wirtschaftliche Freiheit für rechts hält und gesellschaftliche Freiheit für links.“

„Die FDP trägt Verantwortung für das, was war, was ist und das, was wird! Mittlerweile hat sich in Deutschland die Illusion verbreitet, der Einzelne besitze die persönliche Freiheit, und der Staat trage die Verantwortung und könne Freiheit und Sicherheit in allen Lebenslagen garantieren, ohne dass die Menschen dafür selbst Verantwortung übernehmen müssen. Verantwortung wurde verstaatlicht. Solidarität ist zur staatlichen Dienstleistung verkommen.“

„Nicht der Staat gewährt den Bürgern Freiheit, sondern die Bürger gewähren dem Staat Einschränkungen ihrer Freiheit.“

„Marktwirtschaft braucht eine freiheitliche, vielfältige und tolerante Gesellschaft. Eine freiheitliche, vielfältige und tolerante Gesellschaft braucht Marktwirtschaft. Liberale wollen Markt und Wettbewerb in der Wirtschaft ebenso wie den Markt der Meinungen, den Wettbewerb der Ideen und die Vielfalt der Lebensformen in der Gesellschaft. Denn Freiheit ist Vielfalt.“

„Jeder Mensch hat das Recht, seine Lebensziele zu bestimmen, nach seinem Glück zu streben, seine Chancen zu suchen, um seine Neigungen und Begabungen zu entwickeln – alleine oder in frei gewählten Gemeinschaften. Jeder hat ebenso das Recht, auf die Frage nach dem Sinn und den Werten des Lebens seine eigenen Antworten zu suchen. Er kann sie in den Kirchen, anderen Religionsgemeinschaften oder Weltanschauungsgemeinschaften finden. Grundlage der offenen Bürgergesellschaft ist darum die Freiheit des Gewissens, des Bekenntnisses und der Religion.“

Da das alles bestimmende Thema in Deutschland gerade die Flüchtlingspolitik ist, hier die klare Antwort der FDP:

„In der liberalen Bürgergesellschaft ist es nicht die Aufgabe des Staates, die Bürger ihrer Probleme zu “enteignen”. Die Bürger regeln ihre Angelegenheiten in Freiheit und Verantwortung selbst. Wo der Bürger staatliche Entscheidungen braucht, müssen diese so nah am Bürger wie möglich getroffen werden: Vorrang hat die Gemeinde, erst dann folgen das Land, der Bund und die Europäische Union. Die jeweils höhere Entscheidungsebene darf nur regeln, was die untere Ebene nicht besser regeln kann. Subsidiarität heißt für Liberale: Vorrang für die kleinere Einheit.“

Das wäre doch mal ein Schritt. Alle Kommunen werden gefragt, wieviele Flüchtlinge sie aufnehmen möchten und können. So hätte Deutschland wenigstens schon mal eine Obergrenze der Bereitwilligkeit. Denn nur so läuft freiheitliche Verantwortung: Mit der Bereitschaft der Individuen!

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Eine Kampagne des Hasses

Es gibt knapp 1,694,000 Muslime, die friedlich mit Juden zusammenleben. Sie sind die Nachbarn, Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Abgeordneten, Polizisten, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr von Juden. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander, nicht nur weil sie miteinander leben wollen, sondern weil sie miteinander leben müssen. Sie teilen sich die selbe Heimat. Sie sind in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie! Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute. 1,694,000 Muslime sagen Ja zu Juden und reichen die Hand zum Frieden.

All diese 1,694,000 Muslime werden allerdings von einer weltweit agierenden Kampagne des Hasses diskriminiert: BDS! Der Name BDS steht für „Boycott, Divestment and Sanctions“. BDS wendet sich gegen ganz Israel und kulturell gegen alles, was israelisch ist. Alle 1,694,000 Muslime, die in Frieden, Nachbarschaft, Gleichberechtigigung, Toleranz und Respekt mit Juden leben, sind Israelis und somit Ziel der Diskrimierung von BDS. Die Kampgne fordert dazu auf, diese Muslime zu boykottieren und zu bestrafen (sanktionieren), sowie jede Form der Unterstützung mit diesen Muslimen zu kappen (Divestment).

BDS fordert dazu auf, Muslime, die friedlich mit Juden zusammenleben, so zu behandeln, wie Juden von Judenhassern behandelt werden. Jegliche Form der Anerkennung hat zu unterbleiben! Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärte am 28. Februar 2010:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt (…) Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen.“

BDS richtet sich ganz bewusst nicht gegen diesen Mann und seine Partei. BDS richtet sich auch nicht gegen Wiam Wahhab und seine Partei. Wahab war ein libanesischer Minister und erklärte am 4. Juli 2010 auf Al-Jadid/New TV:

„Ich unterstütze Deutschland in der Politik und Brasilien im Sport. Ich mag die Art wie Brasilien Fußball spielt, aber ich mag die Deutschen, weil sie die Juden hassen und sie verbrannt haben.“

Der Libanon gehört zu den Ländern, die ein Reiseverbot gegen mich, Gerd Buurmann, ausgesprochen haben, nur weil ich es gewagt habe, das Land Israel zu bereisen. Neben dem Libanon, behalten es sich Syrien, Kuwait, Jemen, Libyen, Saudi-Arabien und der Iran vor, keine Menschen ins Land zu lassen, wenn sie Juden sind oder freiwillig in Israel waren. Viele diese Länder erklären stolz, das Volk der Juden gänzlich aus ihren Ländern vertrieben zu haben. Sie sind stolz auf ihren Völkermord. Diese Länder verfolgen ebenfalls Homosexuelle. Im Iran, in Jemen und Saudi-Arabien werden Homosesuelle sogar getötet. In Saudi-Arabien dürfen Frauen keine Autos fahren und nicht unverschleiert und ohne Erlaubnis eines Mannes das Haus verlassen. Diese Länder betreiben Apartheid der übelsten Sorte. Gegen all diese Länder richtet sich BDS nicht!

BDS richtet sich gegen das Land, das beschlossen hat, staatliche Krankenhäuser mit Gebetsräumen für alle Religionen ausstatten zu lassen, nachdem ein Muslim erfolgreich beim Obersten Justizgerichtshof des Landes geklagt hatte, weil er vor einer Klinik in Tel Aviv im Freien beten musste. Juden im Gaza-Streifen, in Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen haben keinen eigenen Gebetsraum in Krankenhäusern, sie haben nicht mal eine Aufenthaltserlaubnis dort. In diesen Regionen ist es verboten, Jude zu sein. Die Länder sind allesamt „judenrein“!

BDS richtet sich ausschließlich gegen das Land, in dem die damals 19-jährige Araberin aus der nördlichen Hafenstadt Akko, Lina Mahul, die israelische Ausgabe von „The Voice“ gewann. BDS richtet sich aber nicht gegen das Gebiet, in dem Mohammed Assaf die arabische Version von DSDS (Arab Idol) mit einem Lied gewann, in dem er hoffnungsfroh über das Ende Israels sang.

Im israelischen Fernsehen wurde vor einiger Zeit ein Test mit versteckter Kamera unternommen, um zu schauen, wie die Menschen in Israel auf Diskriminierung reagieren. Ein Tankstellenverkäufer, weigerte sich, Araber zu bedienen. Die Gäste reagierten wie folgt:

Gegen diese Menschen richtet sich BDS und somit gegen gegen das einzige Land im Nahen Osten, in dem 1,694,000 Muslime sicher in einer Demokratie leben, die es ihnen erlaubt, schwul oder lesbisch zu sein. Sie haben die gleichen Rechte, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger des Landes, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Hautfarbe. Jeder fünfte Israeli ist ein Moslem und 77 Prozent dieser Muslime geben laut einer repräsentativen Umfrage der Harvard Kennedy School an, in keinem anderen Land lieber leben zu wollen, als in Israel! Es gibt kaum ein anderes Land auf der Welt, das von Muslimen so geschätzt wird.

Gegen diese Muslime richtet sich BDS! Israel ist das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem das Volk seine Regierung wählen und vor allem abwählen kann. Die israelische Regierung ist somit die einzige auch von Muslimen und Arabern demokratisch gewählte Vertretung eines Landes im Nahes Osten. Gegen diese Demokratie hetzt BDS. Mahmud Abbas wurde zwar 2005 als Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, aber seine Legislaturperiode endete am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. BDS schweigt dazu! Jordanien ist eine Monarchie mit dem Islam als Staatsreligion und der Scharia als Gesetz. Alle Palästinenser, die nicht dem Islam angehören, sind in Jordanien Bürger zweiter Klasse sind. BDS schweigt! In Syrien sind alle Palästinenser entrechtet und werden in Lager gesperrt. Im Januar 2014 kesselt die syrische Armee Palästinenser in einem Lager ein und lies sie dort verhungern. BDS schweigt!

BDS richtet sich ausschließlich gegen Israel und somit gegen die dort lebenden Muslimen, die in Frieden mit Juden leben. Leider hat diese Kampagne viele prominente Unterstützer, wie beispielsweise Slavoj Žižek, Roger Waters, Alice Walker, Judith Butler, Naomi Klein, Laurie Penny, Ilan Pappe und Jill Stein. Die Liste zeigt, Judenhass ist eine über die Jahrtausende gewachsene Krankheit. Sie ist so ansteckend und gefährlich, dass nicht mal Intelligenz davor schützt. Sogar Juden können davon befallen werden.

Judenhass ist eine besondere Form der Diskrimierung und lässt sich auf diese einfache Formel reduzieren: „Ein Judenhasser kritisiert an Juden Dinge, die er bei Nicht-Juden durchgehen lässt.“ Das ist genau der Hass von BDS.

BDS schweigt zu sämtlichen barbarischen Unmenschlichkeiten der Welt, kritisiert aber Israel, weil das Land nicht perfekt ist. Der Judenhass, wie er sich in BDS manifestiert, ist die Verweigerung des Existenzrechts für Juden, wenn sie nicht perfekt sind. Juden müssen übermenschlich sein, um existieren zu dürfen. Für den Rest der Menschheit reicht es, menschlich zu sein. Ein israelischer Politiker wird bereits verteufelt, wenn er kein Heiliger ist. Ein arabischer Politiker jedoch wird schon zum Heiligen erklärt, wenn er kein Teufel ist. Das ist die Kampagne des Hasses, die seit Jahrhunderten gegen Juden gefahren wird und BDS ist ein modernes Kind dieses alten Hasses.

Dieser Hass gibt Milliarden aus, um Juden zu finden, die nicht perfekt sind, nur um dann rufen zu können: Seht her, die Juden! Unzählige Journalisten, Korrsepondenten, europäische und amerikanische Organisationen sind in Israel unterwegs, nur um Bilder zu schießen, Filme zu fangen und Geschichten zu sammeln, die zeigen, dass Juden nicht perfekt sind. Diese Bilder, Filme und Geschichten werden dann nicht selten von staatlich geförderten und unterstützten Medien von der ARD bis zur BBC in kurzen Abständen abgefeuert, so dass dann die Mehrheit glaubt, Israel sei die größte Gefahr für den Weltfrieden und im Großen und Ganzen auch nicht besser als seine judenhassenden Nachbarn

Aber Israel ist besser! Israel ist das einzige Land, das trotz eines fast siebzig Jahre anhaltenden Krieges, den die Gegener in der Absicht führen, das ganze Land vollkommen auszulöschen, an sämtlichen Grundprinzipien einer demokratisch verfassten Gesellschaft festgehalten hat. Das ist einmalig in der Geschichte. Israel ist zwar nicht perfekt, aber es gibt kein Land, das es bei vergleichbarer Gefahr besser macht. BDS reicht das nicht. Nur ein perfekter Jude ist ein guter Jude und nur die Guten dürfen bleiben! Das ist die Kampagne des Hasses, für die BDS steht.

Liebe Jill Stein,
Liebe Judith Butler,
Liebe Alice Walker,
Lieber Roger Waters,
Lieber Slavoj Žižek,

Sie unterstützen BDS. Warum?

Erkären Sie mir nicht die Fehler, die Israel macht. Ich bin darüber vollkommen im Bilde. Erklären Sie mir, warum Sie gegenüber Juden nicht nur viel kritischer sind, sondern auch noch so unglaublich viel unnachsichtiger und brutaler. Warum unterstützen Sie eine Organisation, die nur Juden boykottiert, sanktioniert und bestraft, wenn sie nicht perfekt sind, aber zu sämtlichen barbarischen Unmenschlichkeiten schweigt, die von Nicht-Juden begangen werden? Warum unterziehen Sie Juden einer Sonderbehandlung?

Alles Liebe,
Gerd Buurmann (Köln, Deutschland)

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Lachen statt verbieten

Die ganzen Debatten darüber, ob man Formen des Kopftuchs oder der Hate Speech verbieten soll, sind völlig überflüssig. Es gibt ein ganz einfaches Mittel im Umgang damit: Lachen!

Es gibt die verschiedensten Gründe, eine Kopfbedeckung anzuziehen, aber die Mode damit zu begründen, dass Gott einen Feldherrn ganz besonders lieb gehabt haben soll und man diese göttliche Zuneigung mit einer besonderen Kopfbedeckung zeigen möchte, ist schon besonders kurios. Stellen Sie sich einfach mal folgenden Dialog vor:

A: Warum ziehst Du dich so komisch an?

B: Komisch?

A: Na, die Kopfbedeckung.

B: Die ist nicht komisch. Das beleidigt mich.

A: Tut mir leid.

B: Schon gut.

A: Und?

B: Und was?

A: Warum trägst Du die Kopfbedeckung?

B: Weil ich Napoleon verehre.

A: Den Feldherrn?

B: Ja!

A: Ist heute irgend ein Gedenktag bezüglich Napoleon?

B: Nein. Ich gehe jeden Tag so aus dem Haus.

A: Jeden Tag?

B: Ja!

A: Warum?

B: Weil ich zeigen will, dass ich Napoleon verehre.

A: Okay. Aber warum unter all den Feldherrn gerade ihn?

B: Weil Gott es so will.

A: Gott?

B: Ja!

Egal ob der Feldheer Napoleon oder Mohamed heißt, es ist albern, die Mode nach diesen Kerlen zu richten, um damit einen unsichtbaren Freund zu huldigen. Welcher Feldherr darf es denn heute sein? Cäsar? Hitler? Ja, in Deutschland darf jede Frau anziehen, was sie möchte (Artikel 2). Auch die Männer dürfen Kopftuch und Burka tragen (Artikel 3). Sie dürfen damit jedem Gott huldigen (Artikel 4). Aber, über all das darf jeder auch lauthals lachen (Artikel 5)!

Es ist respektlos, das Lachen verbieten zu wollen!

Das Problem bei der ganzen Debatte ist somit nicht das Kopftuch oder der Niqab. Es ist egal, was sich Frauen über ihre Köpfe und Körper ziehen. Viel wichtiger ist, was in den Köpfen drin ist! Das Problem sind die vielen Menschen, die glauben, es sei in irgendeiner Form respektvoll, sich nicht über das Kopftuchtuch lustig zu machen.

Mich erinnern Frauen, die Kopftuch tragen an unbeschnittete Penisse. Das Kopftuch ist wie eine Vorhaut, die sich über das Gesicht legt. Sie zieht sich nur zurück beim Waschen und beim Sex. Ob sich darunter auch Smegma sammelt? Metaphorisch gesprochen! Man fragt sich ja schon, was darunter ist.

Bei einer Burka bin ich völlig ahnungslos. Darunter könnte eine Frau sein, aber auch ein Mann, vielleicht sogar ein Spanner, jemand, der unbemerkt auf die Frauentoilette oder in die Damenumkleidekabine gelangen möchte. Ich glaube, in den meisten Fälle steckt darunter Günter Wallraff, der gerade an sein neues Buch arbeitet: „Ganz drunter“

Ein Vorteil aber hat das Kopftuch: Selten war Travestie leichter. Kopftuch drüber, fertig. Die Schwulenparade kann kommen. Nicht mal ein leichter Bart stört bei einem Kopftuch die Authentizität.

Auf diesem Bild trage ich das Kopftuch übrigens, um damit die Kriegerin Penthesilea zu ehren. Die Göttin Athena hat mir zugeflüstert, das zu tun!

Was machden wir eigentlich, wenn Nazis sagen würden, Gott hätte ihnen zugeflüstert, ihre Frauen müssten Hakenkreuze auf ihren Köpfen tragen? Genössen sie auch dann den Schutz nach Artikel 4? Kämen sie sogar mit dem Judenhass davon wie heute manch ein Islamist? Was, wenn die Nazis einfach erklären, in der Bibel und im Koran stünden auch schlimme Sachen und darum dürfe man „Mein Kampf“ nicht anders behandeln? Man müsse einfach alles im Kontext lesen, weil „Heil Hitler“ bedeute Frieden und überhaupt, wer kein Deutsch kann, könne „Mein Kampf“ eh nie richtig verstehen.

Und da sind wir schon beim nächsten Thema. Hate Speech müsste auch nicht verboten werden, wenn wir alle mehr lachen würden. Wer Hate Speech verbietet, verbietet damit nämlich nicht Hate Thoughts! Nur weil ich jemandem verbiete, etwas zu sagen, hört er nicht auf, dieses Etwas auch zu denken. Sein Hass wird durch ein Verbot von Hate Speech nicht gemindert.

Ein Verbot von Hate Speech führt jedoch dazu, dass der Hass erst sichtbar wird, wenn es zu einer Handlung gekommen ist. So offenbart erst der Hate Act den Hass. Dann aber ist es oft zu spät!

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in eine Kneipe und da sitzt ein Mann mit einem Hakenkreuz am Revers. Sie würden denken: „Oh, ein Nazi, dem gebe ich kein Bier aus.“ Jetzt stellen Sie sich aber mal vor, er trüge dieses Hakenkreuz nicht, weil es verboten ist. Sie würden sich vielleicht hinsetzen, sich vorstellen, er würde Sie nicht mit „Heil Hitler“ begrüßen, weil das unter Hate Speech fällt, Sie würden erst ein wenig small talken, dabei das ein oder andere Bier trinken, vielleicht sogar ein Bier ausgeben, bis das Gespräch auf ein Thema fällt, bei dem Sie merken: „Scheiße, ein Nazi!“ Dann aber ist es zu spät. Sie haben ihm bereits ein Bier ausgegeben und alles nur, weil ein Verbot des Hakenkreuzes und ein Verbot von Hate Speech Sie daran gehindert hat, den Mann sofort als das zu erkennen, was er ist, nämlich ein gottverfluchter Nazi. Ich weiß lieber, wie jemand drauf ist, bevor er zur Tat schreitet.

Ein Verbot von Hate Speech beraubt mich um einen wichtigen präventiven Schutzmechanismus, nämlich das Innere eines Menschen zu erkennen, in dem ich ihn einfach nur beobachte, ihn mir anschaue. Ein Verbot von Hate Speech geht somit zu Lasten der Gehassten, weil sie so den Hater nicht rechtzeitig erkennen und sich vor ihm schützen können. Hate Speech ist Meinungsfreiheit, die dem Gehassten mehr nutzt als dem Hassenden.

Ein Verbot von Hate Speech macht uns blind für das, was wirklich in der Gesellschaft vor sich geht. Wer alles ausklammert, was ihm nicht gefällt, wer Menschen ausschließt, weil sie vermeintliche oder tatsächliche Hate Speech begehen, wird eines Abends gegen 18 Uhr bei der ersten Wahlprognose aus dem Sessel fallen, weil in der geheimen Wahlkabine die Menschen ihre Hate Thoughts in ein defintives Kreuz verwandelt haben. Man hat all diese Menschen nicht kommen sehen, man konnte sich nicht mit ihnen auseinandersetzen, konnte ihnen nicht entgegentreten, ihnen nicht widersprechen, alles nur, weil sich diese Menschen nicht zu erkennen geben durften. Sie vermehrten sich im Verbotenen, im Verborgenen, im Geheimen.

Hate Speech zu verbieten ist so effektiv, wie das kleine Kind, das sich die Hände vor die Augen hält und dann glaubt, die Gefahr sei verschwunden. Dabei wäre es so einfach zu lachen!

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