There is a fundamental problem with Facebook!

On Facebook, entries are deleted when they are reported by many people. However, this method has one big weakness.

There are over 1.6 billion Muslims in the world, but not even 16 million Jews. For every Jew there are a hundred Muslims. It is much easier to find a large number of Muslims who feel offended by a statement, no matter how harmless, than a large number of Jews who feel offended by a statement, no matter how brutal.

At Facebook, a completely acceptable criticism of Islam is often deleted and critics are blocked for lengthy periods of time, while openly anti-Semitic statements are not deleted. At Facebook, it’s not the statement itself that matters, but how many people feel offended by it.

The mob controls the networks. Today, all you have to do is to „provoke“ enough people and you will likely be banned. In an enlightened democracy, however, it is not the masses and the mob that rule, but reason and human rights. The fundamental rights of the individual cannot be abolished by a majority. Hatred of Jews often found and still finds a majority and was and is always wrong.

We are dealing with a victory of feeling and numbers over reason and the individual. That’s a serious problem that has to be remedied immediately!

(Translation: William Wires)

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n-tv produziert niederträchtige Schlagzeile

Am 8. und 9. August 2018 wurde Israel erneut massiv vom Gazastreifen aus angegriffen.

Der Nachrichtensender n-tv produzierte daraufhin folgende Schlagzeile:

N-tv erklärt: ‚Die Hamas feuert nur, aber Israel tötet.‘ Diese Schlagzeile ist einfach nur niederträchtig und der Artikel dazu eine reine Verharmlosung des mörderischen Hass‘ der Hamas.

Israel wurde massiv angegriffen! Seit Jahren werden Raketen auf Israel abgefeuert, Grenzen angegriffen und Brandsätze nach Israel geleitet. Kinder müssen ganze Nächte in Bunkern verbringen. Immer wieder schlagen Raketen in Kindergärten ein.

In der Nacht vom 8. auf den 9. August 2018 wurden erneut unzählige Raketen auf Israel abgefeuert. Weite Teile im Süden Israels liegen in Schutt und Asche, vor allem weil im Vorfeld sogenannte Feuerdrachen ganze Landstriche verwüstet haben. Israel verteidigt sich gegen diese Angriffe und greift jene Orte an, von denen aus auf Israel attackiert wird.

Israel hat alles Recht, sich zu verteidigen.

Israel greift nicht an.
Israel dreht nicht an der Gewaltspirale.
Israel gießt kein Öl ins Feuer.
Israel provoziert keinen Flächenbrand.
Israel verteidigt sich!

Die Hamas wirft jede einzelne Rakete gegen Israel in die Richtung von Schulen, Hospitälern, Altenheimen, Moscheen, Synagogen und Kirchen ab! Das Ziel jeder Rakete ist es, so viele Israelis wie möglich zu töten, mögen es nun Kinder oder Greise sein. Die Motivation für die Angriffe auf Zivilisten benennt die Hamas in ihrer Charta. Artikel 7 fordert die Vernichtung des gesamten Jüdischen Volkes weltweit! Führende Politiker und Prediger der Hamas erklären Juden zu Bakterien, die vernichtet werden müssen. Sogar Kinder werden mit Kindersendungen dazu erzogen, Juden zu hassen und sie töten zu wollen.

Die Intention jeder Rakete gegen Israel ist Massenmord!

Der Massenmord misslingt der Hamas nur aus einem einzigen Grund: Israel hat ein hervorragendes Abwehrsystem errichtet und schützt die eigene Bevölkerung. In Gaza jedoch sterben die Menschen, weil die Hamas ihre Bevölkerung missbraucht. Israel nutzt Waffen, um Menschen zu schützen. Die Hamas jedoch nutzt Menschen, um Waffen zu schützen, Waffen, die sie für den Massenmord an Juden verwenden.

Die Hamas beschießt israelische Schulen und nutzt gleichzeitig die eigenen Schulen, in denen zudem der Hass auf Juden in Kinderhirne gehämmert wird, als Schutzschild für die Waffen, die auf Israel abfeuert werden, nur um dann umso lauter zu lamentieren, wenn jene Kinder sterben, die sie als Schutzschilde und Kindersoldaten für ihren Judenhass missbraucht haben. Wer die Bilder dieser Kinderleichen zeigt und nutzt, spielt das Spiel der Kindermörder mit und trägt Verantwortung dafür, wenn noch weitere Kinder im Propagandakrieg gegen Israel sterben.

Nicht Israels Vergeltung tötet sondern die Aggression und Unmenschlichkeit der Hamas!

Mit der Schlagzeile, Israels Vergeltung töte, beteiligt sich n-tv an dem Krieg gegen Israel und Juden!

Alle Medien, die die Bilder toter Kinder in diesem Krieg zeigen, haben diese Kinder mit auf dem Gewissen, denn es ist der Plan der Hamas, diese Kinderleichen als moralische Schwächung Israels zu „produzieren“ – und das Verb „produzieren“ ist genau das richtige Wort, um die Unmenschlichkeit der Hamas auf den Punkt zu bringen.

Alle Politikerinnen und Politiker, die Israel kritisieren, weil das Land sich verteidigt, die dabei von Unverhältnismäßig faseln und Israel vorwerfen, Zivilisten zu töten, haben diese Zivilisten selbst auf dem Gewissen. Die Hamas verschanzt Ihre Waffen schließlich ganz bewusst hinter unbewaffneten Zivilisten, damit so viele Menschen wie möglich sterben, weil sie wissen, dass das bei den Israelkritikern in Europa so unfassbar gut ankommt, da sie Israel dann noch etwas mehr kritisieren können. Würden in Europa nicht so viele Menschen so geil werden, wenn sie Bilder toter Kinder und Zivilisten sehen, die durch Waffen getötet wurden, die von Juden gehalten wurden, würde die Hamas gewiss nicht so viele tote Zivilisten und Kinder „produzieren“ lassen.

Es herrscht das Prinzip von Angebot und Nachfrage. In Europa gibt es einen Markt für Bilder toter palästinensischer Kinder und die Hamas bedient diese Nachfrage. Die Hamas hat somit Kunden, um nicht zu sagen, willige Vollstrecker. Es sind all die Menschen, die Bilder toter Kinder und Zivilisten, die bewusst „produziert“ werden, um Israel zu schwächen, teilen, veröffentlichen und vervielfältigen.

Die Art der Berichterstattung von n-tv ist ein Krieg gegen Israel.

Keine einzige Rakete Israels wird mit der Absicht abgeschossen, Zivilisten zu töten, sondern nur mit der klaren Ansage, die Hamas mit ihrem Vernichtungswillen zu entmachten. Jede Rakete der Hamas jedoch hat zum Ziel so viele Menschen, auch Kinder, wie möglich zu töten. Das ist der Unterschied!

Die Schwäche der arabischen Seite ist keine moralische Überlegenheit. Die Hamas will in Masse morden, sie kann es aber nicht. Israel allerdings könnte in Masse morden, tut es jedoch nicht! Israel liebt das Leben und will es schützen, selbst das Leben der Kinder und der Unschuldigen auf der Seite der Feinde, die in ihren Schulen, Moscheen, Parlamenten und Fernsehsendungen erklären, dass alle Juden vernichtet gehören.

Kein Land der Erde würde so besonnen auf die offizielle Erklärung zum Völkermord handeln wie Israel, schon gar nicht, wenn dieser Vernichtungsabsicht Raketen folgen würden. Die Rücksicht Israels auf das Leben der Feinde ist beispielhaft. Bei all den Kindern, die die Hamas als Schutzschilde missbraucht, bei all den Kindersoldaten, die in arabischen Schulen erzogen werden, bei all den Terrortunneln, die unter Hospitälern gebaut werden und bei all den Raketen, die in der Nähe von Einrichtungen der Vereinten Nationen im Gazastreifen gelagert werden, ist es bemerkenswert, dass die Zahl der Opfer auf arabischer Seite so gering ist.

Hätte die Hamas all das Geld, das die Raketen und Tunnel gekostet haben, genutzt, um Gaza aufzubauen, so stünden in Gaza nicht nur noch alle Hospitäler, Energiewerke, Altenheime und Moscheen, sie wären auch noch perfekt ausgestattet. Bei all dem Geld, das Gaza bekommen hat, müsste Gaza eigentlich zu den reichsten Gebieten des Nahen Ostens gehören! Der Wunsch, Israel zu vernichten und der Hass auf Juden, hat jedoch das ganze Geld verschlungen. Nicht Israel und Juden sind eine Gefahr für Palästinenser, sondern der Hass auf Israel und der Hass auf Juden! Hass bringt jedoch keinen Wohlstand!

Israel hätte die arabischen Nachbarn tausend mal lieber als Geschäftspartner denn als Feinde.

Daher unternimmt Israel in der Gesichte der Kriegsführung einzigartige Vorkehrungen, um die Zivilbevölkerung zu warnen. Die Hamas will Israel vernichten und will dafür das eigene Volk opfern. Aber selbst das gelingt der Hamas nicht, weil Israel so viele tote Zivilisten wie möglich vermeidet und über jedes tote Kind weint. Die ehemalige israelische Premierministerin Golda Meir hat es in wenigen Worten auf den Punkt gebracht:

“Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten. Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.”

Die Schwäche der arabischen Seite ist keine moralische Überlegenheit.

Es ist gut, wenn Judenhasser zu schwach sind, ihren Judenhass zu exekutieren. Es ist aber widerlich, wenn ein deutscher Sender es kritisiert, wenn Juden sich wehren.

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Gerd Buurmann am 13.9. in Köln

„Totalausfall“
Das Soloprogramm von und mit Gerd Buurmann
am Do, 13. September 2018 um 20h
im ARTheater, Ehrenfeldgürtel 127 in Köln.

Kartenreservierung unter: 01717589274

Gerd Buurmann ist nichts peinlich. Er thematisiert alles.

Gerd Buurmann, 1976 im Emsland geboren, in einem kleinen Ort mit drei Schnapsbrennereien und einer Entzugsklinik, nimmt das Publikum mit auf eine urkomische Reise durch das eigene Leben. Dabei werden keine Themen ausgelassen, mögen es nun die Kirche oder das Klo, der Fernseher oder der Friedhof sein. Totalausfall fällt total aus dem Rahmen und ist eine Mischung aus Kabarett, Comedy und Schauspiel.

Die Kölner Illustrierte schreibt: „Genauso wenig wie sein Programm passt auch Buurmann selber in eine Schublade.“

Die Siegener Zeitung schreibt: „Buurmann zauberte manchen magischen Moment auf die Bühne. (…) Er wagte und meisterte zugleich den Spagat zwischen Anspruch und Nonsens, zwischen banal und fatal.“

Die WAZ schreibt: „Laut, fröhlich und ein bisschen gewöhnlich“

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Bodo Ramelow antwortet und antwortet doch nicht

Bodo Ramelow hat auf meinen Artikel „Herr Ramelow, runter damit, heute tue ich, was ich will!“ reagiert.

„Bei Männern die Kippah auch herunterreißen? Wollen Sie das wirklich? Passiert gerade in Deutschland und macht mir Angst! Wollen Sie das bei Nonnen und Diakonissen eigentlich auch? Oder geht es Ihnen nur um Muslima?“

Lieber Herr Ramelow,

mit dieser Reaktion antworten Sie auf meinen Brief und antworten doch nicht, denn Sie gehen überhaupt nicht auf meine Argumente ein und behaupten stattdessen dummes Zeug. Bitte lesen Sie doch erst meine Argumente, bevor Sie antworten. Kleiner Tipp: Das Schwarze sind die Buchstaben.

An keiner Stelle argumentiere ich dafür, dass Frauen das Kopftuch heruntergerissen werden soll. Ich plädiere lediglich dafür, dass Frauen, die das Kopftuch ablegen wollen, dies angstfrei tun können sollen.

Ihr Vergleich mit den jüngsten Attacken auf die Menschen, die in Berlin und in Bonn die Kippa getragen haben, ist infam und zeugt davon, wie schnell Sie bereit sind, andere Menschen zu diffamieren, natürlich sicher mit Fragezeichen versehen, denn sie stellen ja nur Fragen. Sie fragen:

Bei Männern die Kippah auch herunterreißen? Wollen Sie das wirklich?“

Der Zusatz „wirklich“ insinuiert, dass ich Juden tatsächlich Kippot von Kopf reißen will. Eine solche Unterstellung ist sehr besorgniserregend, vor allem für einen Ministerpräsidenten. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, an welchen anderen Stellen Sie noch so unverblümt diffamieren, unterstellen und verdrehen. Lassen Sie mich dennoch auf Ihre haltlosen Vorwürfe eingehen.

Wenn Männer geschlagen und verfolgt werden, weil sie eine Kippa tragen, sollte man als Mensch, der keine Kippa trägt, mal darüber nachdenken, aus Solidarität eine Kippa zu tragen. Wenn Frauen geschlagen und verfolgt werden, weil sie kein Kopftuch tragen, sollten Frauen mit Kopftuch vielleicht mal darüber nachdenken, das Kopftuch aus Solidarität mit den geschundenen Frauen abzulegen.

Das ist aber nur ein Vorschlag. Jeder Mann und jede Frau soll tragen, was er oder sie für richtig hält. Es darf auch alles gesagt werden, selbst so ein hanebüchener Vergleich, wie Sie ihn getätigt haben, obwohl ich an einen Ministerpräsidenten höhere Anforderungen stelle, aber das müssen die Bürgerinnen und Bürger Thüringens entscheiden, ob Sie bereit sind, jemanden wie Sie mit solch einem Hang zur Diffamierung mit einem so verantwortungsvollen Amt zu versehen.

Die Kippa ist ein Symbol religiöser Bescheidenheit vor Gott. Kein Mann wird verfolgt, verprügelt und eingesperrt, wenn er die Kippa nicht trägt. Das Kopftuch aber muss von Frauen in vielen islamischen Ländern getragen werden, um zu verhindern, dass ihr bloßer Anblick Männer zu Tieren macht. Diese Länder sperren Frauen lieber weg und stecken sie in Gefängnisse aus Stoff, statt die barbarischen Männer unschädlich zu machen. Auch in Deutschland werden viele Frauen gewaltsam unter das Kopftuch gezwängt, nicht selten sogar Kinder.

Während Sie diese Zeilen lesen, verhüllt gerade eine Frau in Deutschland ihre blauen Flecken und die Verletzungen, die ihr zugefügt wurden, weil sie frei sein wollte.

Sehr geehrter Herr Ramelow,

es ist nicht wichtig, was auf dem Kopf ist, sondern was darin ist. Bitte beleidigen Sie daher nicht, was in meinem Kopf ist. Wenn Sie nicht antworten wollen, sei Ihnen das unbenommen, aber bitte nehmen Sie Abstand davon, Bürgerinnen und Bürger dieses Landes wie mich oder Dr. Isabel Rohner zu diffamieren und Ihnen unsägliche Dinge zu unterstellen.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

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„Warum musst Du immer provozieren?“

„Ich bin irgendwo im Nirgendwo und mache weiter mein Ding und gehe meinen Weg. Ich rede über die Probleme und versuche denen, die bereit sind, sich und andere im Namen ihrer Religion in die Luft zu sprengen, zu helfen, dabei zu verstehen, dass sie nicht Gottes Soldaten sind. Und eure Drohungen werden mich nicht daran hindern. Viele denken wie ich und wir müssen uns endlich trauen, offen darüber zu sprechen!“

Das schreibt Amed Sherwan auf seiner Facebook-Seite.

Amed Sherwan wuchs in Erbil im Nordirak auf. Als Jugendlicher offenbarte er seinen Eltern, dass er nicht mehr an Gott glaube. Seine Eltern zeigten ihn daraufhin bei der Polizei an, die ihn unverzüglich einsperrte und tagelang folterte. Nach der Tortur floh er nach Deutschland, wo er seitdem lebt.

Aber auch in Deutschland bekommt er immer wieder den Hass zu spüren, vor dem er geflüchtet ist. Seit er öffentlich den Satz „Allah is gay“ („Allah ist schwul“) getätigt hat und damit sogar auf einer Demonstration in Berlin für die Rechte von Homosexuellen demonstriert hat, erhält er Morddrohungen, die nicht nur gegen ihn ausgesprochen werden, sondern gegen seine ganze Familie.

Zur Zeit befindet sich Amed in Deutschland an einem geheimen Ort. Er kann nicht zurück in sein Zuhause in Schleswig-Holstein, weil er dort in Lebensgefahr ist. Amed ist ein Binnenflüchtling in Deutschland. Er schwebt in Lebensgefahr, weil er eine Religion kritisiert hat. Sogar in Deutschland kann er momentan kein normales und sicheres Leben führen.

Lieber Amed,

Du schreibst, Du seist „irgendwo im Nirgendwo“. Ich verstehe Dich voll und ganz. Ich kann Dir versichern, ich stehe solidarisch an Deiner Seite, denn ich bin „Tapfer im Nirgendwo“.

Ich weiß genau, woher Du die Zeit und die Kraft nimmst, über all die Dinge zu sprechen, die Dich bewegen. Du hast einfach herausgefunden, dass es deutlich mehr Zeit und Kraft bedarf, um über all die Dinge zu schweigen!

Du redest und hast dabei keine Angst, auch den Islam zu kritisieren. Du schweigst nicht. Das ist eine wahre Heldentat. Da kannst darauf stolz sein.

Ich weiß, wohin das Schweigen aus Angst vor einer Religion führen kann. In meiner Kindheit war ich Messdiener in dem kleinen Dorf Haren-Erika. Dort habe ich die komplette katholische Erziehung erhalten: Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Missbrauch – das volle Programm eben. Der Missbrauchsskandal in meiner Heimat wurde deutschlandweit bekannt. Im Jahr 1996 berichtete der Spiegel:

„Im Zollgrenzörtchen Haren-Erika an der holländischen Grenze sind die Straßen wie mit dem Lineal gezogen. Die Bewohner dulden kein Unkraut in ihren Rosenbeeten, und die Zierzäune vor ihren Haustüren sind immer frisch gelackt. Auffallend ist auch ein Kruzifix aus massivem Stein, das sich vor dem Gehöft des Bauern Josef Bonnarens erhebt. Bonnarens ist ein handfester Anfangsfünfziger im karierten Baumwollhemd und zählt zu den Dorfpatriarchen von Haren-Erika. Er gehört zu den Schlüsselfiguren einer Tragödie, die fast zehn Jahre unter Verschluss gehalten wurde und die die rund 1000 Erikaner nun doch mit voller Wucht getroffen hat.

Jahrelang hatte der Dorfpfarrer der Marienkirche ihm anvertraute Kommunionskinder und Messdiener sexuell mißbraucht. Bonnarens war schon früh über einen der ersten Fälle informiert. Doch der Mann schwieg. Und er schweigt bis heute. Wie er schweigt das ganze Dorf.

Die Bürger von Haren-Erika wünschen sich, dass diese furchtbare Geschichte nicht wahr ist, obwohl der Täter gestanden hat. Sie wollen nicht glauben, dass vorgefallen ist, wofür ihr ehemaliger Gemeindepfarrer Alois Bruns, 64, am vergangenen Mittwoch zu – überaus milden – zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde: Von 1987 bis 1995 hat der Geistliche 14 Jungen aus dem Ort 227mal sexuell bedrängt, hat sie unsittlich berührt und gestreichelt. Und das, was vor Gericht verhandelt wurde, ist nur ein Teil der Vorgänge in Haren-Erika, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.

Zunächst offenbarten sich über 20 Geschädigte, doch dann war ein Teil der Eltern plötzlich „nicht mehr an Strafverfolgung interessiert“, heißt es bei der Polizei. Die gläubigen Bürger von Haren-Erika hatten am Ende doch mehr Respekt vor ihrer Kirche, die den Geistlichen schützen wollte, erklärt Friedrich Lücken, Anwalt betroffener Eltern, den Mechanismus. Das alles sei doch „aufgebauscht“, lautet nun die gängige Formel im Ort.

Es fing an im April 1987. Die Nachricht erreichte Bonnarens, damals noch stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, telefonisch: Ein achtjähriger Junge war vom Pfarrer der Marienkirche mißbraucht worden und sei nun völlig verstört, erklärte eine Verwandte des Buben. Der Priester hatte das Kind nach dem Kommunionsunterricht dabehalten, es auf seinen Schoß gesetzt, Hose und Unterhose heruntergezogen und sein Geschlechtsteil betastet.

„Überlegen Sie sich das gut mit der Anzeige, wenn Sie in Zukunft friedlich in Erika leben wollen“, rieten Bonnarens und der Kirchenvorstandsvorsitzende den Eltern unmissverständlich.“

An diesen Herrn Bonnarens musste ich denken, als ich folgenden Text bei Dir fand:

„‚Warum musst du immer provozieren?‘ – ‚Du glaubst doch gar nicht an Allah, warum redest du dann über ihn?‘ – ‚Warum nennst du dich Ex-Muslim, hör doch einfach auf zu beten und behalte es für dich!‘ Solche Kommentare bekomme ich fast nur von Leuten, die wenig Erfahrungen damit haben, aus religiösen Gründen von ihren Familien verstoßen oder bedroht zu werden. Leute aus streng muslimischen oder christlichen Zusammenhängen verstehen viel eher meine Beweggründe. Es ist ein Luxus, nicht rebellieren zu müssen, um frei leben zu können!“

In dem Dorf, in dem ich groß wurde, war Schweigen die große Tugend. Wer sich dem kollektiven Schweigegelübde widersetzte, galt schnell als „Netzbeschmutzer“. Als ich im zarten Alter von neunzehn Jahren das Thema des Missbrauchs durch meinen Pfarrer auf die Bühne meines Ortes brachte, titelte die lokale Zeitung:

„Inszenierung bis an die Grenzen des Geschmacks“

„Mutig sind sie schon, Gerd Buurmann, Christoph Lammers, Mella Ebel und Hanno Schulz, die jetzt zum zweiten Mal im Forum des Schulzentrums als Kabarettgruppe ‚Kulturschock‘ auftraten und es in keiner der rund dreistündigen Veranstaltung an Deutlichkeit fehlen ließen. (…) Kein Thema, und sei es noch so tabuisiert in einer Kleinstadt, war ‚Kulturschock‘ zu heiß. Da wird die ‚braune Vergangenheit‘ in Verbindung gebracht mit dem 9. November 1992 als vor einem Geschäft in Haren ein Reisigbesen Sinti und Roma das Betreten desselben vermiesen soll, die pädophile Vergangenheit eines ehemaligen Pastors gegeißelt und die Haltung der Amtskirchen dazu. Kindererziehung, Konsumverhalten und das ‚Einflößen von Gottesangst‘ wurden ebensowenig ausgespart wie der Geschichtsunterricht in Schulen, Reality-TV, Fernsehkonsum, Talkshows, die aktuelle Stadt- und Bundespolitik. Bewundernswert der Mut der vier Harener, in ihrer Heimatstadt so offen aufzutreten. Dennoch kann nicht verschwiegen werden, dass an manchen Stellen die Symbolik der Handlung übertrieben war und damit trotz künstlerischer Freiheit nicht mehr im Bereich akzeptablen Geschmacks lag.“

„Warum musst Du immer provozieren?“ Diese Frage wird mir auch immer wieder gestellt. Es gibt Menschen, die werfen mir vor, geschmacklos oder respektlos zu sein, aber ich schweige dennoch nicht, nicht damals, nicht heute, nicht morgen. Das habe ich mir damals in Haren geschworen. Reden ist nämlich keine Schande. Schweigen, wo Unrecht geschieht, das ist eine Schande!

Lieber Amed,

Du schweigst auch nicht. Dabei hast Du es viel schwerer als ich. Ich hatte Eltern, die zwar lange Zeit mit dem Dorf schwiegen, aber als ich begann, über all die Dinge zu sprechen, unterstützten sie mich, wo sie nur konnten. Außerdem hatte ich gute Freunde in dem Dorf, die mir zur Seite standen und ein befreundetes Paar, das mir half, meine Angst und meinen Zorn in etwas konstruktives und kreatives zu verwandeln. Damals lernte ich: Das Gegenteil von Krieg ist nicht Frieden, es ist Schöpfung! Wenn ich gefragt werde, was ich Menschen rate, denen was Schlimmes zugefügt wurde, sage ich folgende fünf Sätze:

Schweige nicht. Du bist stark! Es ist nicht Deine Schuld. Entmachte den Täter. Weigere Dich, das Opfer zu sein.

Du bist stark, so unendlich stark und Du weigerst Dich, das Opfer all der hassenden Subjekte zu sein, die Dir in widerlichen Briefen und Mails mitteilen, was sie mit Dir und Deiner Familie zu tun gedenken. Deshalb sage ich ganz deutlich: Ich bin Dein Bruder im Geiste. Ich bin Deine Familie.

Lieber Amed,

mach weiter Dein Ding! Geh Deinen Weg und lass Dich nicht verwirren von Menschen, die Dich fragen, ob Du links oder rechts stehst. Das sind völlig überholte Begriffe. Vor vielen, vielen Jahren im 19. Jahrhundert in der Julimonarchie Frankreichs saß die Monarchie rechts im Parlament und die Republikaner und die Liberalen in der Opposition links. Daher kommen die politischen Begriffe „links“ und „rechts“. Dass diese beiden Begriffe heute im 21. Jahrhundert noch benutzt werden, ist eine Farce. Die Begriffe sind völlig bedeutungslos.

Frag einfach mal einen Linken, was rechts bedeutet. Du wirst die schroffsten Urteile hören. Frag mal einen Rechten, was links bedeutet und das Ergebnis wird ähnlich vernichtend ausfallen. Die Zuschreibungen „links“ und „rechts“ sind lediglich Beleidigungen. Für einen Rechtsextremen ist jeder Mensch mit Verstand links und für einen Linksextremen ist jeder Mensch mit Verstand rechts.

Ich bewerte Menschen nicht danach, wie andere sie politisch verorten, sondern danach, was sie tun. Ich befinde mich wie Du „irgendwo im Nirgendwo“.

Ich habe Respekt vor Menschen, nicht aber vor ihren Ideologien, Religionen und Überzeugungen. Respekt gebührt Menschen, nicht Ideen! Wenn jemand glaubt, ich beleidigte ihn, nur weil ich hart über den Koran, das Evangelium, ein Manifest, ein Parteiprogramm, Marx, Mohammed oder Jesus spreche, so soll er sich beleidigt fühlen. Ich werde nie auf das Lachen, Zweifeln, Kritisieren und Verarschen von Ideen verzichten. Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich Witze über seinen Glauben mache, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen!

Wenn ein Mensch aufgrund seiner Herkunft kritisiert wird, nennt man das Rassismus. Wenn ein Mensch jedoch für seine Überzeugung kritisiert wird, nennt man das Aufklärung. Für die Herkunft kann niemand was, für seine Überzeugungen schon! Das Gegenteil von Herkunft ist Zukunft! Mit jedem Schritt, den ich gehe, entscheide ich die weitere Richtung. Religionen und Ideologien sind Überzeugungen. Sie dürfen jederzeit kritisiert und verarscht werden!

Mach weiter Amed, ich stehe hinter Dir. Schweige nicht. Du bist stark! Es ist nicht Deine Schuld. Entmachte die Täter. Weigere Dich, das Opfer zu sein.

Alles Liebe,
Gerd Buurmann

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Herr Ramelow, runter damit, heute tue ich, was ich will!

Sehr geehrter Herr Ramelow,

schenken Sie mir kurz Ihre Aufmerksamkeit, denn ich möchte Ihnen von einem alten Brauch des Kölner Karnevals erzählen, der heute vollkommen verschwunden ist, nämlich dem „Mötzenbestot“.

Im 18. und 19. Jahrhundert skandierten Frauen an Wieverfastelovend, dem letzten Donnerstag vor Aschermittwoch, um genau zwölf Uhr mittags auf dem Alter Markt den Schlachtruf „Mötzenbestot“, was in etwa soviel bedeutete wie: „Runter damit, heute tue ich, was ich will.“ Dabei rissen sie sich ihre Bedeckungen vom Kopf. Ein Chronist der Zeit schrieb:

„Am tollsten war dies Treiben auf dem Altermarkt unter den Gemüseweibern, den Verkäuferinnen und den Bauern, oft ein wahrer Mänadentanz.”

Der Brauch rührt daher, dass am Rhein noch bis ins 19. Jahrhundert für Frauen ein Zwang zur Kopfbedeckung bestand. Die Hauben auf dem Kopf gaben Aufschluss darüber, ob eine Frau schon verheiratet war, also unter der Haube, oder ob sie „noch zu haben war“. Die Haube galt als Zeichen der Frauenwürde und der Wohlanständigkeit. Eine Frau ohne Kopfbedeckung galt als „loses Frauenzimmer“.

Herr Ramelow,

Sie haben Recht, Kopftücher und Kopfbedeckungen gehören für Frauen zu den Trachten alter Zeiten. Es waren jedoch Zeiten, in den Frauen elementare Menschenrechte vorenthalten wurden. Sie durften nicht wählen, nicht an Universitäten studieren und gewisse Berufe nicht ergreifen. Frauen galten als Besitz von Männern. Dieser Besitzanspruch wurde über die Kopfbedeckung manifestiert.

Diese Zeiten sind zum Glück vorbei, zumindest für die Närrinnen am Rhein. Deshalb gibt es das „Mötzenbestot“ auch nicht mehr, jedenfalls nicht am Rhein. Am Karadsch sieht das anders aus.

Seit Monaten stürmen Frauen auf die Straßen des Iran und reißen sich demonstrativ ihre Kopftücher vom Haupt. Sie demonstrieren damit gegen den im Iran herrschenden Kopftuchzwang für Frauen und die alltäglichen Verfolgungen und Gewalttaten gegen Frauen. Einige von ihnen tragen die Kopftücher demonstrativ auf Stöcken vor sich her.

Mittlerweile hat die Polizei im Iran mehrere Frauen festgenommen, weil sie ihr Kopftuch ausgezogen haben. Sie gelten im Iran als „lose Frauenzimmer“.

Wäre es nicht an der Zeit, mal alle Frauen zu bitten, ihr Kopftuch abzunehmen, aus Solidarität mit jenen, die eingesperrt werden, weil sie das Kopftuch nicht tragen wollen?

In keinem Land der Welt wird eine Frau ermordet oder gesteinigt, weil sie ein Kopftuch trägt. In vielen islamischen Ländern jedoch bedeutet für Frauen das Nichttragen einer Kopf- und Körperverhüllung Gefahr für Leib und Leben. Auch in Europa ist es für Musliminnen gefährlicher, sich gegen das Kopftuch auszusprechen als dafür. Sogenannte „Ehrenmorde“ gibt es auch in Europa immer wieder.

Dennoch kämpfen mehr Frauen und Männer in der deutschen Politik für das Tragen des Kopftuchs als für das Recht, das Kopftuch ablegen zu dürfen. Wenn man sie fragt, warum, antworten sie stets mit der gleichen Floskel: „Die Frauen wollen das Kopftuch tragen.“ Sie merken dabei nicht, dass sie klingen wie ein Zuhälter: „Die Frauen wollen das!“

Ja, Frauen wollen eine ganze Menge und jede Frau will was anderes. Das ist Emanzipation und Selbstbestimmung. Wenn eine Nonne oder eine Muslimin Kopftuch tragen will, um damit zu zeigen, dass sie Gott oder einem Mann gehören, dann ist es ihr gutes Recht. Ebenso ist es das Recht jeder Frau, die Haare offen zu tragen.

Allerdings erleben nicht alle Frauen die gleiche Unterstützung. Im April 2017 erklärte der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen:

„Wir werden noch alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen, aus Solidarität mit jenen, die es aus religiösen Gründen tragen.“

Frauen, die das Kopftuch tragen, erfahren im deutschsprachigen Europa zur Zeit mehr Solidarität als jene, die das Kopftuch herunterreißen. Dabei sind es genau diese Frauen, die Heldinnen sind. Sie wagen das „Mötzenbestot“ und zahlen dafür nicht selten mit Leib und Leben.

Ihnen gilt mein ganzer Respekt, wie den Frauen, die vor über hundert Jahren für ihre Rechte gekämpft haben und sich dabei ebenfalls alter Trachten entledigten. Eine dieser Frauen hieß Hedwig Dohm. Sie sagte einst:

„Menschenrechte haben kein Geschlecht!“

„Mehr Stolz, ihr Frauen! Der Stolze kann missfallen, aber man verachtet ihn nicht. Nur auf den Nacken, der sich beugt, tritt der Fuß des vermeintlichen Herrn.“

Sehr geehrter Herr Ramelow,

der Stolz, mit dem sich heute einige Frauen die Kopfbedeckungen vom Leibe reißen, um zu zeigen, dass sie die selben Menschenrechte haben wie Männer, imponiert mir. Sie reden stattdessen von der deutschen Vergangenheit, in der Frauen noch Trachten tragen mussten, um dadurch zu zeigen, wo ihre Stellung in der Gesellschaft war. Diese Zeiten sind vorbei. Sie sollten es für alle Frauen sein.

Während Frauen für ihre Rechte kämpfen, schwelgen Sie in Zeiten, wo Frauen keine Rechte hatten. Das ist sehr bedauerlich.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit,
Gerd Buurmann

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Was ist Sexismus, Rassismus und Antisemitismus?

Oft höre ich, es sei nicht leicht, Sexismus, Rassismus und Antisemitismus zu definieren. Ich finde jedoch, die folgenden drei Erklärungen sich recht einfach zu verstehen.

Diese einfache und doch stimmige Definition ist brillant, da sie genau erklärt, worum es bei gruppenbezogener Feindlichkeit geht. Diese Definition lässt sich auf alle gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeiten übertragen.

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