Ein paar Zitate von Madeleine Albright (sel. A.)

Madeleine Albright hat mal gesagt: „Es gibt einen besonderen Platz in der Hölle für Frauen, die anderen Frauen nicht helfen.“

Am 23. März 2022 hat Madeleine Albright ihren Weg in den Himmel begonnen.

Madeleine Albright sagte ebenfalls: „Nur in Amerika konnte ein Flüchtlingsmädchen aus Mitteleuropa Außenministerin werden.“

Tapfer im Nirgendwo ehrt die Frau, die als Flüchtlingsmädchen aus Mitteleuropa nach Amerika kam und dort Außenministerin wurde, durch eine kleine Sammlung ihrer klügsten Worte.

(Foto: Wikipedia)

Madeleine Jana Korbel Albright, geborene Marie Jana Korbelová (15. Mai 1937 – 23. März 2022)

„Ich habe es geliebt, Außenministerin zu sein. Das ist wahrscheinlich jedem klar, der mich beobachtet hat.“

„Die Magie Amerikas besteht darin, dass wir eine freie und offene Gesellschaft mit einer gemischten Bevölkerung sind. Ein Teil unserer Sicherheit ist unsere Freiheit.“

„Das beste Buch, wie die beste Rede, wird alles tun, uns zum Lachen, Nachdenken, Weinen und Jubeln bringen, vorzugsweise in dieser Reihenfolge.“

„Geschichte wird rückwärts geschrieben, aber vorwärts gelebt.“

„Ich habe ziemlich lange gebraucht, um eine Stimme zu entwickeln, und jetzt, wo ich sie habe, werde ich nicht schweigen.“

„Ich habe schon oft gesagt, dass es auf der Welt genug Platz zu geben scheint für mittelmäßige Männer, aber nicht für mittelmäßige Frauen, und wir müssen wirklich sehr, sehr hart arbeiten.“

„Ich denke, wir wissen alle, was das Böse ist. Wir haben ein Gespür dafür, was böse ist, und sicherlich ist es böse, unschuldige Menschen zu töten. Wir sind uns weniger sicher, was gut ist. Es ist irgendwie gut, gut genug, könnte besser sein, aber absolut gut ist etwas schwieriger zu definieren.“

„Wenn Dir niemand im Weg steht, gehst Du nirgendwo hin.“

„Mir wurde beigebracht, nach etwas zu streben, nicht weil es Erfolgsgarantien gäbe, sondern weil das Streben an sich der einzige Weg ist, dem Leben die Treue zu halten.“

„Ich bin keine Fatalistin. Ich habe gerade „Krieg und Frieden“ gelesen und Tolstoi ist so ein Fatalist. Ich denke, Menschen können etwas bewirken (…) Ich bin eine Optimistin, die sich viele Sorgen macht.“

„Die eigentliche Frage ist: Wer trägt die Verantwortung für die Wahrung der Menschenrechte? Die Antwort darauf lautet: Jeder!“

„Ich glaube nicht, dass Dinge zufällig passieren; Ich glaube, dass man sie sich verdient.“

„Frauen können nicht alles gleichzeitig tun, wir müssen verstehen, dass Meilensteine in unserem Leben in Segmenten auftreten.“

„Ich habe sehr feste und konsistente Prinzipien, aber ich bin taktisch flexibel.“

„Um Europa zu verstehen, muss man ein Genie sein – oder Franzose.“

„Unsere gemeinsame Erfahrung hat gezeigt, dass gute Dinge passieren, wenn Frauen die Macht haben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.“

„Während die Demokratie langfristig die stabilste Regierungsform ist, gehört sie kurzfristig zu den fragilsten.“

„Was Menschen auswählen können, können sie auch ändern.“

„In einer Welt, in der ein Drittel aller essbaren Lebensmittel niemals in den Mund der Hungrigen gelangt, haben wir alle die individuelle moralische Verantwortung, unseren Teil dazu beizutragen.“

„Wir müssen Autoren der Geschichte unserer Zeit sein.“

„Der Wunsch nach Freiheit mag in jeder menschlichen Brust verankert sein, aber auch das Potenzial für Selbstgefälligkeit, Verwirrung und Feigheit. Und das Verlieren hat seinen Preis.“

„Der Unterschied zwischen Menschen und anderen Säugetieren besteht darin, dass wir wissen, wie man sich schmückt.“

„Wenn wir versuchen, schwierige nationale Probleme zu lösen, ist es manchmal notwendig, sowohl mit Gegnern als auch mit Freunden zu sprechen. Historiker haben dafür ein Wort: Diplomatie.“

„Viele Leute denken, internationale Beziehungen seien wie ein Schachspiel. Aber es ist kein Schachspiel, bei dem die Leute ruhig dasitzen, ihre Strategie überdenken und sich zwischen den Zügen Zeit nehmen. Es ist eher wie ein Billardspiel, bei dem ein Haufen Bälle zusammenliegen.“

„Du musst lernen zu unterbrechen, weil Du nicht angesprochen wirst.“

„Frauen müssen aktive Zuhörerinnen und aktive Unterbrecherinnen sein. Aber wenn Du unterbrichst, muss Du wissen, wovon Du sprichst.“

„Als Führungskraft muss man in der Lage sein, neue Informationen aufzunehmen und zu verstehen, dass es möglicherweise eine andere Sichtweise gibt.“

„Um es milde auszudrücken, die Welt ist ein Chaos.“

***

Erst im Alter von 59 Jahren fand Madeleine Albright heraus, dass ihre Eltern jüdisch waren und zwar aufgrund von Recherchen der Washington Post. Sie erklärte dazu:

„Das war natürlich eine große Überraschung für mich. Das wurde mir nie gesagt.“

Im Jahr 1941, vier Jahre nach der Geburt ihrer Tochter, konvertierten ihre Eltern zum Katholizismus und erzogen ihre Tochter in diesem Glauben. Zwei Jahre vorher waren sie von Prag nach London geflohen, nachdem die deutsche Wehrmacht in Prag einmarschiert war. Sie erzählten ihrer Tochter nie von ihrer jüdischen Vergangenheit.

Nach dem Krieg kehrte die Familie im Jahr 1945 an der Seite der Exilregierung von Edvard Beneš mit großen Hoffnungen nach Prag zurück. Im Herbst 1945 wurde ihr Vater, Josef Korbel zum tschechoslowakischen Botschafter in Belgrad ernannt und zog daher mit seiner Familie nach Jugoslawien.

Nach dem kommunistischen Staatsstreich im Jahr 1948 gelang es der Familie, politisches Asyl in den USA zu erhalten. Im Jahr 1957 wurde Marie Jana Korbelová Staatsbürgerin der USA. Sie begann früh damit, sich politisch zu engagieren und wurde Mitglied bei der Partei der Demokraten. Sie war Teil des Stabs von Präsident Jimmy Carter und unterstütze die Präsidentschaftskandiaten Walter Mondale und Michael Dukakis. Später unterstütze sie ebenfalls die Präsidentschaftskandidatur von Hillary Clinton.

Im Jahr 1993 wurde sie Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen. In dieser Funktion erfuhr sie von den Recherchen der Washington Post bezüglich der jüdischen Geschichte ihrer Eltern. Sie erfuhr, dass drei ihrer Großeltern im Holocaust ermordet wurden. Die Namen von Arnost und Olga Körbel fand sie im Jahr 1997 in der Pinkas-Synagoge in Prag auf einer Liste von 77.000 ermordeten Menschen. Auf Transportlisten fand sie ebenfalls den Namen ihrer Großmutter Anna Spieglova. Auch zahlreiche andere Familienmitglieder, die die Tschechoslowakei nicht verlassen hatten, wurden ermordet.

Am 23. Januar 1997 wurde Albright als 64. Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika im Kabinett Bill Clinton vereidigt und verblieb dort bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2001. Madeleine Albright war die erste Frau in diesem Amt.

***

Nachtrag: Es dauerte nicht lange nach dem Veröffentlichen dieses Artikels und einige Leserinnen und Lesern schlugen kritische Töne gegen Madeleine Albright an. Ein typischer Wortlaut einer Kritik ist dieser Kommentar unter meinem Artikel auf Facebook:

„Es fehlt der zutiefst humanistische Satz, dass 500.000 tote irakische Kinder den Preis wert wären.“

Ich gehe auf diese Kritik ein, um zu zeigen, dass Madeleine Albright natürlich, wie alle Menschen, nicht immer nur kluge Sachen gesagt hat. Es gilt zwar die Anstandsregel, dass man nichts schlechtes über jüngst verstorbene Menschen sagen soll, da dieses Thema aber überall angesprochen wird, auch in und unter den Nachrufen, möchte ich dieses Zitat ebenfalls nicht ignorieren.

Am 12. Mai 1996 verteidigte Madeleine Albright die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen den Irak gegenüber der Journalistin Lesley Stahl. Sie stellte Albright in ihrer damaligen Funktion als Botschafterin bei den Vereinten Nationen folgende Frage: „Uns ist zu Ohren gekommen, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind. Ich meine, das sind mehr Kinder als in Hiroshima gestorben sind. Ist das der Preis wert?“

Sie beantworte die Frage wie folgt: „Wir denken, der Preis ist es wert.“

Nach dem Interview, das mit einen Emmy Award ausgezeichnet wurde, kritisierte Albright die Form des Interviews als „eine irakische Propaganda“ und bemängelte, die Frage von Stahl sei „vergiftet“ (loaded) gewesen: „Ich war in eine Falle getappt und habe etwas gesagt, was ich nicht so meinte.“ Sie erklärte weiterhin, sie bedauere es, „kaltblütig und grausam rübergekommen“ zu sein.

Im Jahr 2020 schließlich entschuldigte sie sich für ihre Äußerungen in einem Interview mit der New York Times und nannte ihre damaligen Worte „total dumm“.

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Rameza Monir ist neidisch

Rameza Monir ist neidisch auf ein menschliches Gefühl. Sie ist neidisch, weil Menschen in Deutschland Mitgefühl zeigen für die Menschen in der Ukraine, die gerade von der russischen Regierung angegriffen werden. Sie schreibt:

„Ich sehe, wie in deutschen Gärten die ukrainische Flagge weht, und frage mich, wieso im Mai 2021, während Israel in Gaza Hochhäuser mit Zivilisten bombardiert hat, Markus Söder die israelische Flagge auf seinem Instagram-Account postete?“

Warum kann die Ukraine nicht mit Gaza verglichen werden? Das fragt sich Rameza Monir in der taz.

Es liegt daran, dass die Ukraine nicht die Vernichtung aller Russen fordert! Die Regierung im Gazastreifen jedoch fordert die Vernichtung aller Juden und zwar weltweit. In der Gründungscharta der Hamas heißt es im Artikel 7:

„Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten.“

Am 9. Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, erklärt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Das ist der brutale Judenhass der Feinde Israels. Einen solchen von der Regierung mitgetragenen und propagierten Hass gegen Russland gibt es in der Ukraine nicht. Viel eher ist Russland mit Palästina vergleichbar, schließlich zeigt die russische Regierung gerade deutlich, wie sehr sie die Selbstständigkeit und Souveränität der Ukraine achtet, nämlich gar nicht.

Statt also neidisch zu sein auf das Mitgefühl, das jenen entgegengebracht wird, die sich gegen den Hass wehren, wie wäre es einmal mit Selbstkritik. Wenn Rameza Monir Frieden möchte, sollte sie sich mal folgende Frage stellen: Welcher Hass wuchert in Palästina?

Der Hass auf Israel hält Palästina unten.

Wenn Palästina einfach nur akzeptieren würde, dass es Israel gibt und erkennen würde, dass das Land ein Freund sein kann und kein Feind sein muss, würde Palästina aufblühen. Die Hand zum Frieden ist in Israel ausgestreckt. In der Unabhängigkeitserklärung von Israel heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Statt also neidisch zu sein auf die Erfolge Israels, könnte sich Palästina auch einfach mal für seinen Nachbarn freuen.

Neid wird aus Hass geboren und Neid macht hässlich. Die Fähigkeit zu gönnen jedoch, zaubert ein Lächeln auf die Lippen und zwar sowohl bei dem, der gönnt, als auch beim dem, dem gegönnt wird.

Rameza Monir jedoch ist neidisch. Sie ist sogar auf eine besonders unangenehm Art neidisch. Sie ist neidisch auf das Mitgefühl, das anderen entgegengebracht wird, die gerade zerbombt werden und auf der Flucht sind. Sie ist so neidisch, sie kann nicht mal mehr Menschen, die leiden, Mitgefühl gönnen, ohne dabei zu meckern: Und was ist mit mir?

Wer so neidisch ist, ist derart vom Hass zerfressen, dass er nicht gönnen kann. Es ist dieser Neid auf Israel und Juden, der sich in der Geschichte immer wieder zum vernichtenden Hass gewandelt hat.

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Wenigstens einen Abend lang

Ein Versuch, Hoffnung zu schöpfen, von Bertolt Karsten Troyke.

Von Februar 19 bis jetzt wurde meine von den Nazis verfolgte und väterlicherseits komplett ausgelöschte Familie geschmäht, ihr Andenken mit Füßen getreten, ich als Mensch beschimpft, meine Meinungen als rechtsradikal und rassistisch bezeichnet und schlimmste Lügen-Pamphlete über mich verfasst und versendet, von einer verbissenen Frau, die offenbar mit erfundener Roma-Herkunft und angeblicher Unterstützung von politischer Hilfe für Roma ihr einstiges „No Future“-Leben aufzupeppen sucht. Ihr Name soll ungenannt bleiben, ähnlich wie diese hasserfüllte Person es (erst) seit einem Jahr mit meinem Namen macht. Wahrscheinlich hat ihr ein Anwalt das geraten.

Dass ich keinen privaten Account mehr auf Facebook habe, liegt aber weniger daran. Es hat vielmehr damit zu tun, wie ihre Besessenheit bei Menschen ungeprüft geteilt wird, und wie ganz allgemein Facebook zu einem Häme-Betrieb geworden ist á la „Bist Du aber dumm, ich weiß es viel besser“.

Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele inzwischen über mich urteilen und über jeden, der Gedanken formuliert, die auch nur ein wenig der Tagesschau widersprechen.

Es gab so viele Menschen, die ich verehrte und schätzte, aber einer nach dem anderen (sorry: eine/r nach der/dem anderen) macht mit bei der „neuen Welt“ und kommt sich dabei gut vor. Wir kennen das als „Cancel Culture“. Auch dieser Begriff ist inzwischen als „rechts“ geframed.

So kam es den „Freunden“ wohl gerade recht, dass ich auch an der Coronapolitik immer stärkere Zweifel entwickelte und zu einem Querdenker wurde, was noch vor zwei Jahren ein positives Wort war. Bodo Schiffmann finde ich mutig, aber selbst im Exil fällt er von einem Schreck in den anderen. Ich empfehle sein Buch „Die schlimmste und die beste Zeit meines Lebens“ – gerne kritisch lesen, denn so oder ähnlich ging es vielen, wenn auch nicht so exponiert. Mir auch.

Auch bei der jetzigen Kriegshetze kann ich nicht einstimmen, mehr als das Entsetzen über Putins Überfall kann ich nicht teilen, denn ich weiß, wie lang dieser Krieg schon geht und es kommt immer mehr über die Hintermänner (und -frauen) heraus. Jetzt geht es auch gegen Russischen Zupfkuchen und Anna Netrebko. Schön für alle, die die Welt ganz leicht in „gut“ und „böse“ einteilen können.

Selbst meine Freunde von der Amadeu-Antonio-Stiftung halten „Great Reset“ für einen neurechten „Nazi“-Begriff. Warum aber hat der Präsident der Milliardäre, Klaus Schwab (WEF), dann sein Buch danach benannt?

„Kein Millimeter nach rechts“ klingt wohlfeil und es wird dabei vergessen, dass vorher jemand festlegen muss, was rechts ist. Und dies ist die Ursache, warum alle linken Bewegungen sich immer aufspalteten. Je mehr Macht einige von ihnen hatten, desto mörderischer wurde dieses „kein Millimeter“, man denke an die Gulags.

Meine vielseitige Arbeit, die jüdischen Festivals, die Veranstaltungen zur Errichtung eines Mahnmals für die Sinti und Rroma, die jahrelange Beteiligung an Gedenkveranstaltungen – alles erscheint mir nun in einem anderen Licht. Mindestens war all das ziemlich wirkungslos. Die Menschen haben keine „Lehren gezogen“.

Aber ich will mich nicht darüber erheben und es gab auch viele wunderbare Momente des Zusammenseins, des Verbundenseins unter denen, die gerade jeweils im Raum waren. Musik, Lieder, Literatur kann Gutes bewirken, wenigstens einen Abend lang.

Warum schreibe ich das alles auf? Weil in mir immer noch ein wenig Hoffnung ist, dass die Wahrheit sich ihren Weg bahnen wird: „Masken“ sind entwürdigend, die Zahlen zur Pandemie waren und sind in einem Ausmaß gefälscht, dass es schier unfassbar ist, das Zündeln der „Farbenrevolutionen“ hat niemanden je irgendwo befreit, schon gar nicht von Gewaltherrschaft, das Wort „Demokratie“ ist zu einer Hure verkommen, eingesetzt von skrupellosen Geldmachern. Das kann doch nicht so bleiben. Zumal das Finanzsystem jetzt kracht. Die eingangs erwähnte „Aktivistin“ jedenfalls ahnt es schon und tönt:

„Wenn die Heizungen nicht mehr gehen und die Nahrung unerschwinglich oder schlicht nicht erhältlich ist, dann werden die blöden weißen Sauerkrautfresser schon sehen“

Mehr Hass geht kaum und sie hat vergessen, dass auch sie „Weiß“ ist. Diese ganze Richtung der Ablehnung der Menschheit teile ich natürlich nicht und ich singe einfach weiter. Solange man mich lässt.

Ich glaube auch nicht, dass wir zu viele Menschen auf der Welt sind, denn es ist eine Verteilungsfrage. Ich sehe sehr wohl, dass uns der Gedanke eingepflanzt werden soll: Hör auf zu atmen, Dein CO2 verpestet die Welt. Nein, tut es nicht! Die Bäume und Gräser freuen sich!

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(TINBKT)

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Kollektive Freiheit?

Ein paar Überlegungen zur Lage der Freiheit von Konrad Fuhrmann.

Am Anfang der Pandemie war für mich die Sache so klar, wie es die Abgeordnete Emilia Fester in ihrem denkwürdigen Auftritt vor dem Bundestag von sich berichtet: Ich sah den Sinn der Gegenmaßnahmen, unterwarf mich ihnen bereitwillig und freute mich auf den Impfstoff, um wieder zum alten Leben zurückzukehren.

Doch allmählich wuchsen meine Zweifel – Chaos bei der Impfstoffverteilung mit ideologischer Begleitmusik (Stichwort „Impfnationalismus“), viel Symbolpolitik, anstelle wirksamer Maßnahmen, allgemeines Wirrwarr und gleichzeitig ein sich verschärfender Ton gegen alle wissenschaftlichen und politischen Auffassungen, die von der Regierungspolitik abweichen.

Nun konnten wir uns ja schon seit 2015 davon überzeugen, dass die öffentlich-rechtlichen Medien und andere Organe des „Qualitätsjournalismus“ ihre Aufgabe heute weniger darin sehen, die Regierung und ihr Handeln zu kritisieren, als deren Kritiker. Gleichwohl verfestigte sich mir im Zusammenhang mit der Seuchenbekämpfung der Eindruck, dass Politik und Medien die offizielle Linie, sobald sie einmal festlag, in ganz besonderem Maße zum Prüfstein erkoren, zum Geßlerhut, dem eigentlich nur „Schwurbler“, „Querdenker“ und andere „Menschenfeinde“ die Ehrerbietung verweigern können.

Nach wie vor sehe ich keine ernstzunehmenden Argumente gegen das Impfen, aber der geballte Hass, der Impfgegnern oder auch nur Kritikern unverständlicher Einschränkungen entgegenschlägt, empört mich. Dieselben Bürgermeister, die ständig von antisemitischen Hetzparolen und Übergriffen begleitete Gaza-Demonstrationen kommentarlos hinnehmen, fahren schweres rhetorisches Geschütz gegen meist friedliche Impfgegnerversammlungen auf.

Dabei blieb und bleibt der Sinn vieler Maßnahmen für den gesunden Menschenverstand unergründlich, zum Beispiel die 3D-Regel. Warum sollte ein ungeimpft Genesener gefährlicher sein als ein geimpft Genesener? Bevor nicht die Wissenschaft nachweisen kann, dass letzterer mehr oder bessere Antikörper in sich trägt, halte ich die Unterscheidung für Quatsch.

Einem Freund, der sich wegen einer Operation nicht zum dritten Mal hatte impfen lassen können, wurde nicht nur der Zutritt zu den Cafés verwehrt; an jenem schönen Vorfrühlingstag durfte er auch nicht auf der Terrasse Platz nehmen. Kurz zuvor hatte ich aber einen vollgestopften Stadtbus benutzt, dessen Passagiere zu einem großen Teil keine Masken trugen. Das schien niemanden zu stören, auch dem Busfahrer nicht.

Angesichts der vielen Widersprüche und Ungereimtheiten der Anticoronapolitik, des Mangels an wirklich gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis stört mich die allgemeine Stimmung der Unversöhnlichkeit, der Hass, der Impfgegnern und den Kritikern der Bekämpfungsmaßnahmen entgegenschlägt, umso mehr. Ein besonders krasses Beispiel dieser Tendenz scheint mir die Wutrede der grünen Bundestagsabgeordneten Fester zu sein, die ihre Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht mit dem absurden Terminus „kollektive Freiheit“, die es zu wahren gelte, begründet.

Man kann das bei der jungen Volksvertreterin als spätpubertären Fanatismus und rhetorische Entgleisung abtun, aber die offenbar sehr zahlreichen Abgeordneten, die ihr Applaus spendeten, haben diese Entschuldigung nicht. Die in Festers Ausbruch angerufene „kollektive Freiheit“ bestärkt in mir den Verdacht, den ich schon länger hege: Das Virus dient den gar nicht so wenigen Freunden des Kollektivgeistes nur als zusätzlicher Vorwand, die Freiheiten ihrer Gegner zu beschneiden. Allzu gut fügt sich die Kampagne gegen die Impfgegner, deren Argumenten ich wie gesagt nichts abgewinnen kann, in die allgemeine Cancelkultur und ständigen Hexenjagden ein.

Die nächste Treibjagd hat schon eingesetzt: Jetzt sollen russische Künstlerinnen und Künstler zu öffentlichen Unterwerfungsgesten gezwungen werden, wie man sie eigentlich nur aus totalitären Regimen kennt. Viele, auch solche, die sich in der Vergangenheit schon gegen Putins Politik gestellt haben, werden ausgeladen oder nicht mehr eingeladen, nur weil sie Russen sind. Dabei sitzen viele der Politiker, die Putins Politik stets verharmlost und deswegen, wie sich jetzt überdeutlich zeigt, schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen haben, noch immer auf ihren Sesseln und werden allenfalls verhalten zur Rechenschaft gezogen.

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(TINKF)

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Badekappen und Biologie

Der Internationale Schwimmverband hat zwar die Verwendung von bestimmten Badekappen bei Wettbewerben verboten, aber biologische Männer dürfen gegen Frauen antreten. Sie dürfen halt nur keine verbotenen Badekappen tragen.

Die sogenannten Soul Caps sind Badekappen für natürliches, schwarzes Haar. Sie waren bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht erlaubt. Es waren die selben Olympischen Spiele, bei denen Laurel Hubbard im Gewichtheben gegen Frauen antrat.

Hubbard wurde im Jahr 1978 als Sohn des späteren Bürgermeisters von Auckland geboren und Bahn bis 2001 an Wettkämpfen der Männer in der Sportart Gewichtheben teil. Im Alter von 34 begann Hubbard damit, Operationen an sich vornehmen zu lassen, um phänotypisch weiblich zu erscheinen. Hubbard wurde danach von den neuseeländischen Behörden auf eigenen Antrag als Frau anerkannt und registriert. Am 2. August 2021 vertrat Hubbard Neuseeland bei den Olympischen Spielen in Tokio in der Kategorie Gewichtheben der Frauen über 87 Kilogramm.

Die Soul Cap wurde abgelehnt, da die Badekappe angeblich nicht „zur natürlichen Form des Kopfes“ passen würde. Die Badekappen sind so gestaltet, dass sie über Dreadlocks, Afros, dickem und lockigem Haar passen und diese schützen. Die Schwimmerin Alice Dearing wollte diese Badekappen tragen. Sie ist die erste schwarze Schwimmerin, die sich qualifiziert hatte, um das Team Großbritannien bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Der Internationale Schwimmverband lehnte die Nutzung dieser speziellen Badekappe jedoch mit der Begründung ab, dass „die Athleten, die an den internationalen Veranstaltungen teilnehmen, nach bestem Wissen niemals Kappen dieser Größe und Konfiguration verwendet haben und auch nicht verwenden müssen“.

Das Komitee bezeichnete die Badekappen zudem als ungeeignet und erklärte, aufgrund der Beschaffenheit der Kappen könnte die Benutzung als Vorteil genutzt werden. Eine Badekappe ist also ein inakzeptabler Vorteil. Wissen Sie jedoch, was kein Vorteil ist? Wenn ein biologischer Mann bei einem Schwimmbewerb der Frauen teilnimmt.

Bei der Schwimmmeisterschaft der National Collegiate Athletic Association in Atlanta im Jahr 2022 gewann die Transgender-Athletin Lia Thomas den 500-Yard-Freistil der Frauen.

Thomas wuchs in Austin, Texas, auf und begann als fünfjähriger Junge zu schwimmen. Thomas wurde Sechster bei den staatlichen Highschool-Schwimmmeisterschaften und studiert zur Zeit an der Universität von Pennsylvania studiert. Im Jahr 2019 wurde Thomas Zweiter im 500-, 1.000- und 1.650-Yard-Freistil der Männer. Im Mai 2019 begann Thomas mit der Therapie zur Veränderung der hormonellen und äußeren Erscheinung und schwimmt seit 2021 in der Frauenmannschaft. Während der Saison 2021-2022 verzeichnete Thomas die Bestzeiten der Universität von Pennsylvania in den Kategorien 50, 100, 200, 500, 1000 und 1650 Freistil der Frauen.

Im Dezember 2021 trat die US-Schwimmfunktionärin Cynthia Millen nach dreißig Jahren aus Protest gegen den unfairen biologischen Vorteil von Thomas gegenüber ihren Cisgender-Konkurrentinnen zurück. Sechzehn anonyme Mitglieder des Frauen-Schwimmteams der Universität von Pennsylvania schickten einen Brief an die Universitätsleitung, in dem sie darauf hinwiesen, Thomas rangiere auf Nummer 462 als männlicher Schwimmer, aber jetzt auf Nummer 1 als weiblicher Schwimmer.

Wenn eine Badekappe einen Vorteil bringt, dann auch die Tatsache, eine männliche Pubertät erlebt zu haben. Lia Thomas wurde als Mann groß. Ihre Muskeln, ihre Knochen und ihr ganzer Körper wurden als Mann groß. Die Frau Lia Thomas ist biologisch männlich. Sollten in ferner Zukunft einmal Wissenschaftlerinnen ihr Skelett finden und das biologische Geschlecht bestimmen, wird es männlich sein.

Es gibt schlicht Unterschiede in der Biologie und die Biologie ist mindestens zu wirksam wie Badekappen. Im Jahr 2017 zum Beispiel spielten die damaligen Weltmeisterinnen im Frauenfußball aus den Vereinigten Staaten von Amerika in Vorbereitung auf anstehende Spiele gegen die U-15-Jungen-Akademiemannschaft des FC Dallas. Die Frauen verloren mit 5:2.

Es ist somit vollkommen verständlich, dass gewisse sportliche Disziplinen nach biologischen Geschlecht getrennt werden, da Frauen sonst keine Möglichkeit haben, überhaupt an der Spitze stattzufinden. Das gilt jedoch nicht für alle Disziplinen.

Von 1972 bis 1980 zum Beispiel traten bei den Olympischen Spielen in der Disziplin Schießen Männer und Frauen gegeneinander an. In dieser Zeit holte sich Margaret Murdock für die Vereinigten Staaten von Amerika die Silbermedaille bei den Spielen 1976 in Montreal. Beim Wurfscheibenschießen traten von 1968 bis 1992 Männer und Frauen gegeneinander an. Erst danach wurde die Disziplin geschlechtergetrennt.

Im Jahr 1992 schlug die Chinesin Zhang Shan bei den Olympischen Spielen in Barcelona alle Männer und holte Gold. Sie stand somit auf dem Treppchen höher als die Männer Juan Jorge Giha aus Peru und Bruno Rossetti aus Italien. Frauen, die Männer schlagen, das war wohl zu viel für einige Männer. Die Disziplin wurde danach nach Geschlechtern getrennt.

Im Jahr 1999 erklärte die Tennisspielerin Serena Williams im Wettkampf gegen Männer antreten zu wollen. Man ließ sie nicht. Die Vereinigung der Tennisprofis ATP untersagte der US-Open-Siegerin beim ATP-Turnier den Start in der Männerklasse.

Im Jahr 2012 wurde der US-Nationaltorhüterin Hope Solo von der FIFA untersagt, einem Männer-Fußballverein in St. Louis beizutreten. Hope Solo kommentierte damals: „Ich denke, ich hätte das geschafft. Es ist bedauerlich, dass es von der Fifa nicht erlaubt wurde. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, die Beste der Welt zu werden.“

Der Grund für Serena William und Hope Solo, sich mit Männern messen zu wollen, ist nachvollziehbar. Es ist schlicht sportlicher Ehrgeiz. Solange Frauen nicht gegen die Besten der Besten konkurieren dürfen und das sind nun mal zur Zeit in fast allen sportlichen Kategorien Männer, können sie auch nicht so gut werden wie die Besten der Besten. Solange Frauen nicht gegen Männer kämpfen können, werden sie auch nicht so gefördert wie Männer.

Serena Williams und Hope Solo haben Männer herausgefordert. Von Lia Thomas darf ein ähnlich sportlicher Ehrgeiz erwartet werden. Sie sollte sich mit jenen Menschen messen, die das gleiche biologische Geschlecht haben wie sie.

Wenn Männer festlegen, wer eine Frau ist, wenn sie den Frauen sogar ihre Plätze wegnehmen, indem sie einfach behaupten, dass auch sie Frauen sind, dann ist das das Ende des Feminismus. Wenn Frauen, die diese männliche Selbstherrlichkeit im Bestimmen der Weiblichkeit kritisieren, dann auch noch als hasserfüllte Hexen diffamiert werden, dann werden Frauen auf dem Scheiterhaufen des woken Geschlechterkrieges geopfert.

In dem Buch „Die Antifeministen“ aus dem Jahr 1902 beschreibt Hedwig Dohm eine Art Mensch, die sie als „Herrenrechtler“ bezeichnet:

„Ich war an einem Silvesterabend Ohrenzeuge, als so ein Herrenrechtler (er braute noch am Punsch) seine Frau, die mit dem Glockenschlag zwölf „Prosit Neujahr!“ rief, zur Ruhe wies mit den Worten: „Ich habe hier zu bestimmen, wann Mitternacht ist.“

Lia Thomas ist so ein Herrenrechtler. Sie nimmt für sich in Anspruch, herrisch zu negieren, was ein biologischer Fakt ist, um so Frauen ihre Erfolge zu rauben. Es gibt Menschen, die bezeichnen so ein Verhalten als toxische Männlichkeit.

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Es gibt keine kollektive Freiheit

Ein guter Kollege von mir hat auf meinen Artikel „Was ist Faschismus“ folgende Replik verfasst:

„Vergleichst Du gerade das Pochen auf eine Impfpflicht mit Faschismus? Den Willen, Leben zu retten, solidarisch zu sein und mehr Freiheit zu ermöglichen und Faschismus in einem Atemzug? Diese definitorischen Parallelen sind ziemlich bedeutungslos, weil geflissentlich die wohl wichtigste Eigenschaft von Faschismus nicht beachtet wird. Wären wir in einem faschistischen System, würden Impfverweigerer eingesperrt und/oder ermordet. Wer erkennt den Unterschied?

Es war schon immer utilitaristische sowie demokratische Einsicht, dass die eigene Freiheit dort aufhört, wo die des anderen beginnt. Ich finde es bisweilen absurd, lächerlich und ekelhaft, wie die berufsempörte Strampelbubble mit „Faschismus“ argumentiert, wodurch auf die zahllosen Opfer von echtem Faschismus herzhaft gespuckt wird.

Wenn hier einer faschistisch ist, dann ja wohl das Virus.“

Ich halte diese Kritik meines Kollegen für sehr bedenkenswert, weil er auf eine wichtige Sache aufmerksam macht: Leid ist eine sehr subjektive Sache und jeder Vergleich ist dazu verdammt, irgendjemanden zu verletzen.

Wenn mir ein Leid passiert, wenn ich zum Beispiel in Trauer bin um eine geliebte Person, die ich verloren habe, empfinde ich es als Affront, mein Gefühl dadurch zu relativieren, dass auf das Leid von Millionen anderer Menschen verwiesen wird. Natürlich weiß ich um die Welt um mich herum, aber ich trauere halt gerade um meine Welt und da sie zusammengebrochen ist, habe ich keine Nerven für Vergleiche.

Etwas zu vergleichen, heißt nicht, es gleichsetzen. Bei einem Vergleich kann man analysieren, was es für Ähnlichkeiten gibt, aber eben auch, was es an trennenden Dingen gibt. Vergleichen kann man alles. Gleichsetzen kann man deutlich weniger.

Im Wissen um diese Problematik wage ich dennoch eine Antwort:

Ein Virus ist nicht faschistisch. Faschismus ist nämlich ein Wille und der gefährliche Wille zum Faschismus, so wie der Wille gegen den Faschismus, findet sich nur bei vernunftbegabten Wesen. Das Virus ist Natur. Es ist. Es wirkt. Der Mensch aber denkt, hofft, bewertet, will.

Das Argument, Leben retten zu wollen, war leider sehr oft die Verführung faschistoider Ideologien. Das macht selbstverständlich nicht die Absicht schlecht, Leben retten zu wollen, sehr wohl aber das Resultat, das daraus entsteht und oft in Form von Gewalt und Terror daherkommt. George Bernard Shaw sagte einst:

„Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten.“

Wenn jemand behauptet, die kollektive Freiheit würde die individuelle Freiheit übersteigen, dann darf dieser Behauptung mit starker Kritik begegnet werden und zwar unabhängig davon, ob diese Unterordnung der individuellen Freiheit unter ein Kollektiv nun von den Grünen gefordert wird oder von der AfD.

Wenn diese Kritik an ein Mitglied der Grünen ein herzhaftes Spucken auf die zahllosen Opfer des Faschismus ist, dann gilt dies auch für jede Kritik an andere Politikerinnen und Politiker in Deutschland, auch für jene in der AfD und wenn es um diese Partei geht, wird sich mit Vergleichen zum Faschismus und zum Nationalsozialismus nun wahrlich nicht zurückgehalten.

Faschismus beginnt nicht erst dort, wo gemordet und weggesperrt wird. Sexismus beginnt schließlich auch nicht erst bei der Vergewaltigung, Rassismus nicht erst bei der Sklaverei und Antisemitismus nicht erst bei Auschwitz. Es gibt rassistische, sexistische und antisemitische Gedanken; und die Überzeugung, eine kollektive Freiheit übersteige die individuelle Freiheit, ist ein faschistoider Gedanke.

Ein Kollektiv ist so wenig frei wie ein Virus einen Willen hat. Freiheit und Wille hat nur das Individuum. Faschismus ist, wenn das Individuum im Kollektiv verschwindet, wenn seine Sicht, seine Kritik, seine Alternative im Kollektiv vernichtet wird.

In einer Gemeinschaft treffen Individuen aufeinander und handeln miteinander. In dieser Beziehung gilt natürlich die Regelung: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Aber was bedeutet das?

Für mich bedeutet es, dass jede Freiheit genau dort endet, wo sie in die körperliche Unversehrtheit eines anderen Menschen eindringt und das spricht für mich gegen eine Impfpflicht. Eine staatliche Diskriminierung von gesunden Menschen, nur aufgrund ihrer Weigerung, eine körperliche Behandlung an sich vornehmen zu lassen, beunruhigt mich persönlich mehr, als tatsächlich krank zu werden.

Wer nicht geimpft ist, ist dadurch nicht automatisch krank. Ein ungeimpfter Mensch kann lediglich erkranken und dann potentiell für andere Menschen gefährlich werden. Eine Impfpflicht ist somit im Grunde ein Präventivschlag.

Der Zwang zur Impfung ist eine Offensive in der defensiven Absicht, einer möglichen Gefahr zuvorzukommen. So wird der freie Wille des Menschen gebrochen und seine Möglichkeit zur Solidarität durch ein Überwachen und Strafen ersetzt. Genau das ist ein Kernprinzip des Faschismus.

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1000 Lichter für den Frieden

Am Montag, 14. März 2022 habe ich durch eine Solidaritätsveranstaltung für die Ukraine am Unteren Schloss in Siegen geführt. Es war eine Friedenskundgebung unter dem Motto „1000 Lichter für den Frieden“.

Bei der Veranstaltung wurden 10.000 Euro Hilfsgelder gesammelt. Ich bedanke mich bei allen Spenderinnen und Spendern und bei allen, die diese Veranstaltung möglich gemacht haben.

Mein besonderer Dank geht an Superintendent Peter-Thomas Stuberg (Evangelischer Kirchenkreis), Gemeindereferentin Alexandra Podstawa (Dekanat Siegen), Rektor Prof. Holger Burckhart (Universität Siegen) Bürgermeister Steffen Mues (Stadt Siegen), Gerhard Alfes (Achenbacher Heimatverein), Sozialdezernent Andree Schmidt (Stadt Siegen), Tetiana Havlin (Ukraine-Hilfe), Wassilij Tscherleniak (Friedensbund), an meine Kolleginnen und Kollegen Jördis Tielsch, Christina Schmidt, Martin Horne und Stefan Schliebs und an alle Helferinnen und Helfer der Demonstration.

Hier ein paar Bilder des Abends von Irina Mirja:

Alle Fotos von Irina Mirja

Den Abend beendete ich mit diesen Worten der Schriftstellerin Hedwig Dohm aus dem Jahr 1916:

„Nach der Taube mit dem Ölzweig spähe ich vergebens aus.

Wäre ich ein Fatalist, ich spräche: es ist die Bestimmung der Völker, sich von Zeit zu Zeit gegenseitig zu vernichten.

Wäre ich der Teufel, ich täte lachen, lachen, in wollüstiger Schadenfreude, jauchzend über den Sieg, den die Hölle errungen.

Wäre ich der liebe Gott, ich beauftragte Petrus, meinen Pförtner, allen Kriegsanstiftern, Kriegshetzern, Kriegsbrünstigen und Kriegsliebenden die Himmelspforte zu sperren, mit dem Donnerwort: Unbefugten ist der Eingang nicht gestattet.

Bin ich ein Mensch, – nichts als ein Mensch – ich müsste ob dieses Krieges weinen, weinen, bis meine Augen vor Tränen blind geworden.“

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Was ist Faschismus?

„Die individuelle Freiheit endet dort, wo die kollektive Freiheit beginnt.“

Der Faschismus ist eine Ideologie, die das Kollektiv, das alle anderen persönlichen Loyalitäten übersteigen soll, verherrlicht. Der Faschismus betont den Mythos einer gesellschaftlichen Wiedergeburt nach einer Periode, die als eine Zeit der Entbehrungen, des Zerfalls oder des Niedergangs bezeichnet wird.

Zum Zweck der gesellschaftlichen Wiedergeburt ruft der Faschismus nach einer kollektiven Kraftanstrengung gegen alle Zeichen des moralischen Niedergangs wie dem Individualismus. Der Faschismus zielt darauf ab, das gute und gesunde Kollektiv von andersartigen Kräften und Gruppen, die als Bedrohung der Gemeinschaft angesehen werden, zu reinigen.

Der Faschismus wirft allen Kräften, die sich der kollektiven Unterwerfung widersetzen, vor, zersetzend zu sein und die Gesundheit, sowie das Wohlbefinden des Volkes zu gefährden.

Der Faschismus behauptet, die „Freunde der Freiheit“ seien schuld daran, dass das Kollektiv nicht frei sein kann.

Der Faschismus negiert das Recht auf freie, persönliche Entscheidungen und tendiert dazu, das Individuum durch Zwang und Gewalt zu einer Teilnahme an der Erschaffung einer besseren und gesünderen Welt zu verpflichten. Diesen Zwang nennt der Faschist Solidarität.

„Nicht die Pflicht zur Gemeinschaft ist die Zumutung, sondern keine Pflicht zur Gemeinschaft. Es ist eine Zumutung für die solidarische Mehrheit.“

Der Faschismus ist ein politischen Verhalten, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit der eigenen Opferrolle. Um den vermeintlichen Status des Opfers zu verlassen und zu einer neuen Stärke zu gelangen, erschafft der Faschismus eine Gemeinschaft, in der durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit ein Gefühl der Überlegenheit generiert wird.

Emotionale Bilder, bebende Stimmen und die Verbreitung von Angst und Schrecken gehören zum Standardrepertoire des Faschismus. Der Faschismus lässt keine Alternativen zu. Es muss entweder sein Weg sein oder gar kein Weg. Alle, die eine andere Lösung versuchen möchten, werden als gemeingefährlich verurteilt.

Mit Hilfe einer politischen Mehrheit und in Zusammenarbeit mit entschlossenen Aktivisten und einflussreichen Organisationen werden demokratische Freiheiten aufgegeben und durch eine als erlösend verklärte Gewalt und Pflicht ersetzt, um eine inneren Säuberung zu erreichen.

Der Faschismus bedient sich dabei einer Bekenntnispflicht. Menschen, die sich unterworfen haben, zeigen dies durch kultische Abzeichen oder Dokumente, die der Faschismus zur Verpflichtung macht, um in der Gesellschaft akzeptiert zu sein. Oft macht der Faschismus das Recht auf Zugehörigkeit davon abhängig, wie der Körper beschaffen ist.

Der Faschismus erklärt jedes Individuum, das sich nicht der Ideologie unterwirft, zum Abweichler, der Millionen Menschen in Gefahr bringt. Alles Schlechte der Welt wird dem politischen Gegner vorgeworfen.

„Erst wenn alle den einfachen Schritt gehen, den auch ich gehe, erst wenn alle im Gleichschritt marschieren, können wir alle frei sein.“

Das ist Faschismus.

Diese Faschismusdefinition stützt sich besonders auf die Werke von Matthew N. Lyons und Robert Owen Paxton.

Und nun zum Deutschen Bundestag, wo Emilia Fester von den Grünen am 17. März 2022 diese Rede gehalten hat:

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Fragile Immortality

Imagine if science were so advanced that the aging process of the body could be halted and humans would therefore no longer have to die of old age. Would we be immortal? No, we wouldn’t!

After all, we humans could still die, not from old age, but from disease, accidents, and at the hands of other people. So, what would happen? People would guard their fragile immortality like the apple of their eye.

Fearing that something outside might fall on our heads or that we might catch a deadly germ or virus, we would distance ourselves from other people and stay at home as much as possible. The danger of losing one’s immortality would just be too great. People would avoid each other out of constant fear.

Through the unprecedented medical developments of the last decades, humankind has succeeded in pushing the average life expectancy to unimagined heights. The older a person becomes, the more he or she is aware of his or her natural mortality. We have managed to postpone our last breath as never before. But we have still neglected to reflect on our inevitable mortality.

Full of fear, we stay at home defending our desire for immortality.

In the struggle for immortality, we risk losing the qualities of life.

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(Translation: William Wires)

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Gib dem Wolf eine Banane!

Es haben zwar noch nicht alle Länder ihr Lied für den Eurovision Song Contest 2022 im italienischen Turin diesen Mai gewählt, aber von den bisher ausgewählten Liedern steht mein Favorit bereits fest. Das Lied tritt für Norwegen an und wird von dem Duo Subwoolfer präsentiert. Es heißt: „Give That Wolf a Banana“.

Hier der Text in meiner deutschen Übersetzung:

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es Dir gesagt habe, aber ich mag Deine Zähne wirklich, Dein haariger Mantel mit nichts darunter. Ich bin mir nicht sicher, ob Du einen Namen hast, also nenne ich Dich Keith. Ich sehe, wo Du hin gehst, aber ich weiß nicht, woher Du kommst. Ist das Speichel oder Blut, das da von Deinem Kinn tropft? Wenn Dir der Name Keith nicht gefällt, nenne ich dich Jim.

Bevor der Wolf meine Oma frisst, gib dem Wolf eine Banane!

Ich mag den Duft jeder Mahlzeit in Deinem Atem. Dieser Hunger in Dir, ich bin jetzt in Gefahr, glaube ich. Lass uns zu Oma gehen. Du sagst, Oma schmeckt am besten.

Das Lied hat mich schon an dem Tag begeistert, da es von Norwegen für den Wettbewerb gewählt wurde. Ich merke aber auch, dass dieses Lied gerade jetzt, da sich die politische Lage in den letzten zwei Wochen völlig verändert hat, das besondere Gefühl der Hilflosigkeit ausdrückt, dass sich dadurch in Europa breit gemacht hat.

Da ist der böse Wolf, an dessen Kinn Blut klebt. Unter seinem Fell ist er genauso nackt wie wir alle. Er will die Oma fressen. Und was machen wir? Wir rufen aus: Kann mal bitte irgendjemand dem Wolf eine Banane geben, damit er mit dem Scheiß aufhört?

Wir sind absolut hilflos im Angesicht der Konfrontation mit einem zähnefletschenden Wesen.

Was, wenn sich der Wolf nicht zügeln lässt? Werden wir ihn daran hindern, die Oma zu fressen? Oder werden wir die Oma opfern, in der Hoffnung, das Biest so zu beruhigen? Wie weit gehen wir, um den Wolf nicht zu provozieren?

Fühlen wir uns vielleicht sogar ein wenig angezogen von diesem wilden Wesen, das all die atavistischen Gefühle und enthemmten Gedanken zum Ausdruck bringt, die wir in zivilisatorischer Zügelung bei uns selbst unterdrücken? Wieviel Wolf steckt in uns?

All diese Assoziationen wollte das Lied nicht evozieren, aber manchmal bekommt ein Kunstwerk eine ungewollte neue Bedeutung, wenn es in einer veränderten Realität präsentiert wird.

„Give That Wolf a Banana“ ist ein Lied, das als spaßiger Beitrag für einen bunten, friedlichen Wettbewerb in Europa komponiert wurde, aber jetzt, in Anbetracht der rauen politischen Realität, wie kaum ein anderes aktuelle Kunstwerk das europäische Dilemma im Umgang mit dem Bösen darstellt.

Was ist überhaupt das Böse?

Um das zu klären, braucht es mehr als eine Banane!

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