Sorge ist schlimmer als Hass!

Der Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, hat in einem Interview mit der WELT auf ein Problem der momentanen Flüchtlingszuwanderung aufmerksam gemacht:

„Viele der Flüchtlinge fliehen vor dem Terror des ‚Islamischen Staates‘ und wollen in Frieden und Freiheit leben, gleichzeitig aber entstammen sie Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil ist. Denken Sie nicht nur an die Juden, denken Sie an die Gleichberechtigung von Frau und Mann oder den Umgang mit Homosexuellen.“

Diese mit Bedacht vorgetragene Sorge des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden hat deutlich mehr Medienreaktion hervorgebracht als die folgende Nachricht, die zur selben Zeit geschah:

Eine muslimische Gemeinde der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (Ditib) in Nordhessen hat auf ihrer Internetseite, wo sie unter anderem über religiöse Feiern und Gemeindefeste informiert, eine ausführliche Sammlung judenfeindlicher Sprüche auf Türkisch ins Internet gestellt, die allesamt aus dem Koran und den Hadithen stammen. Hier ein paar Auszüge:

„Die Juden predigen Gutes, aber hören nicht auf Böses zu tun.“

„Die Juden sind gemein.“

„Juden haben ihre eigenen Propheten umgebracht.“

„Juden sind geizig.“

„Juden sind schwache Kämpfer.“

Wenn eine muslimische Gemeinde in Hessen den Koran und die Hadithen nutzt, um mit den dort vorhandenen Sprüchen gegen Juden, die Stimmung gegen Juden in Deutschland anzuheizen, ist die von Josef Schuster vorgetragene Sorge nicht ganz unberechtigt. Mich wundert daher, dass die begründete Sorge von Schuster, unter den Muslimen in Deutschland seien einige gefährliche Intergrationsunwillige, mehr Medienecho hervorruft als die verlogene Behauptung auf der Internetseite einer muslimischen Gemeinde in Hessen, alle Juden seien gemein, geizig und böse.

Ist es in Deutschland wirklich skandalöser, den zweifelsfrei vorhandenen Judenhass innerhalb einer Gruppe anzusprechen, als über alle Juden ein auf Lügen basierendes vernichtendes Urteil zu sprechen?

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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