Brexit – Calm down and have a Big Mac!

Über fünzig Prozent der Briten wählten den Brexit. Es ist unverschämt, diese Mehrheit zu verteufeln. Wir müssen versuchen zu verstehen, welche Gründe es für die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler gab, für den Brexit zu stimmen, statt sie der Dummheit zu bezichtigen. Unter den Brexit-Wählerinnen und Wählern sind sehr viele, die die Europäische Union zwar ablehnen, aber Europa lieben. Sie wünschen sich wie die Menschen der Gegenseite ein Fortbestehen des Friedens.

Ein jeder Krieg beginnt mit der Verteufelung des Gegners. Deshalb hier nun drei Regeln, um die kommende Zeit zu überstehen:

1. Regel: Wir müssen klar unterscheiden zwischen der Europäischen Union und Europa. Brexit ist nicht gegen Europa gerichtet, sondern lediglich gegen die Europäische Union.

2. Regel: Auch wenn einem das Ergebnis nicht gefällt, es gehört zum guten Ton unter Demokraten, ein demokratisches Ergebnis zu respektieren und der Gegenseite zum Sieg zu gratulieren.

3. Regel: Wir sollten niemals behaupten, ein Austritt aus der Europäischen Union gefährde den Frieden, denn wer das sagt, erklärt damit den Gegner zum Kriegstreiber und gefährdet dadurch den Frieden selbst.

Großbritannien steigt nun aus der Europäischen Union aus. So what? Dann wird es halt eine „besondere Partnerschaft“ zwischen der Union und dem Vereinigten Königreich geben. Es wird nichts schlimmes passieren, wenn wir nur die Ruhe bewahren.

Es ist nicht nur die Europäische Union, die den Frieden in Europa sichert. Es ist zum Beispiel so gut wie ausgeschlossen, dass zwei Länder, in deren Hauptstädte ein McDonald’s steht, einen Krieg gegeneinander führen. Wenn ein Land eine wirtschaftliche Entwicklung erreicht hat, in der es eine Mittelschicht gibt, die kräftig genug ist, um ein McDonald’s-Netzwerk zu unterstützen, dann gibt es dort kein Interesse mehr an einem Krieg mit einem Land, mit dem Handel getrieben wird.

Die einzige historische Ausnahme, die mir spontan einfällt, ist die Operation Allied Force der NATO gegen Jugoslawien im Jahr 1999. Als der Krieg ausbrach, wurde die McDonald’s Filiale in Belgrad allerdings schon am ersten Tag des Kriegs durch wütende Proteste zerstört. Erst nach dem Ende des Kriegs wurde die Filiale wieder eröffnet.

McDonald‘s ist eine friedenssichernde Institution. Dennoch gerate ich nicht in Panik, wenn irgendwo eine Filiale schließt. Ebenso sollte uns auch der Brexit keine großen Bauchschmerzen bereiten. Institution schaffen keinen Frieden, Menschen tun das. Institutionen sind lediglich Ausdruck menschlicher Einstellungen und können sichernd wirken.

Es ist nur ein Brexit. Calm down and have a Big Mac!

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