Allahu Akbar, da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt.

Die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales erklärt:

„Allahu Akbar“ wird für viele Gefühlsregungen verwandt. Wie oft hab ich als Kind meine Mom rufen hören: „Allahu Akbar bist du stur“. Beim Spaziergang entlang der Corniche rufen Männer fröhlich Frauen zu: „Allahu Akbar, bist du schön“.

Leck mich am Arsch, da muss man erst mal drauf kommen!

Ich hätte auch sagen können: Allahu Akbar, da muss man erst mal drauf kommen! „Leck mich am Arsch“ wird wie „Allahu Akbar“ auch für viele Gefühlsregungen verwandt. Es gab mal Zeiten, da wurde von jedem Hans und Franz zu so ziemlich jeder Gelegenheiten „Heil Hitler“ gerufen.

„Heil Hitler, iss den Teller leer.“
„Heil Hitler, ist das voll hier.“
„Heil Hitler, Du bist die schärfste Braut zwischen Maas und Memel.“
„Heil Hitler, bring schon mal die Kinder ins Bett, Magda.“

Allahu Akbar, mir fällt gerade auf, dass Sawsan Chebli hier überhaupt gar nichts zu dem Sexismus sagt, wenn Männer wildfremden Frauen hinterherallahuakbaren. Vermutlich haben einige Männer in der berüchtigten Kölner Silvesternacht 2015/16 „Allahu Akbar“ gerufen.

Im Oktober 2017 war Chebli deutlich sensibler in Sachen Sexismus. Da schrieb sie:

Unter Schock – Sexismus

Vorfall: Ich sollte heute Morgen eine Rede halten. Vier Männer sitzen auf dem Podium. Ich setze mich auf den reservierten Platz in die erste Reihe. Vorsitzender vom Podium aus: „Die Staatssekretärin ist nicht da. Ich würde sagen, wir fangen mit den Reden dennoch an.“ Ich antworte ihm aus der ersten Reihe: „Die Staatssekretärin ist da und sitzt vor Ihnen. Er antwortet: „Ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind Sie auch so schön.“ Ich war so geschockt und bin es immer noch. Ich bin jedenfalls ans Pult: „Sehr geehrter Herr Botschafter a.D., es ist schön, am Morgen mit so vielen Komplimenten behäuft zu werden.“ Im Saal herrschte Totenstille. Dann habe ich meine Rede abwechselnd in deutscher und englischer Sprache frei gehalten. Es war ein internationales Forum.

Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus. Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt.

Wie hätte Sawsan Chebli damals wohl reagiert, wenn der Vorsitzende fröhlich vom Podium aus gerufen hätte:

„Allahu Akbar, ich habe keine so junge Frau erwartet. Und dann sind Sie auch so schön.“

Das wäre vermutlich okay gewesen.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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