„Idealisten“ vor dem Kölner Dom

Am 4. Juli 2020 fand vor dem Kölner Dom eine Demonstration gegen Israel statt. Im Umfeld dieser Demonstration wurde folgendes Plakat hochgehalten.

Foto: Björn Kietzmann

Auf dem Plakat ist Ghassan Kanafani zu sehen. Er war bis zu seinem Tod im Jahr 1972 Sprecher der Volksfront zur Befreiung Palästinas. Die Organisation steht mittlerweile auf der EU-Terrorliste. Das erklärte Ziel der Volksfront es ist, Israel vollständig „vom Fluß bis zum Meer“ zu vernichten und „im bewaffneten Kampf“ durch ein neues sozialistisches Staatsgebilde zu ersetzen. In den späten 60er Jahren erklärte Ghassan Kanafani:

„Nur eine autarke, vereinte und starke Militärmacht, die Israel an allen Fronten unter Druck setzen kann, ist die Lösung. Tapfere Guerillas, mutige palästinensische Gruppen sind notwendig im Kampf um die Rückgewinnung Palästinas.“

Auf das Konto der Volksfront gehen diverse Terroranschläge. Einer der letzten Anschläge wurde am 18. November 2014 ausgeführt, als zwei Aktivisten der Volksfront mit Äxten, Messern und Pistolen bewaffnet in eine Synagoge in Jerusalem stürmten und dort vier Rabbiner und einen Polizisten ermordeten. Acht weitere Menschen wurden verletzten. Ein verletzter Mann erlag später seinen Verletzungen. Die Volksfront lobte den Anschlag als „eine Form des Widerstands, der verstärkt werden sollte.“

Bis zum Tode Kanafanis wurden von der Volksfront diverse Flugzeugentführungen organisiert, bei denen israelische Passagiere als Geiseln genommen wurden, um die Freilassung diverser Terroristen zu erpressen. Im Jahr 1970 zum Beispiel wurde die Freilassung eines Attentäters gefordert, der am 18. Februar 1969 beim Attentat in Kloten am Flughagen in Zürich einen Co-Pilot ermordet hatte.

Ein weiterer Mann auf dem Plakat, das am 4. Juli 2020 vor dem Kölner Dom gezeigt wurde, ist Wadi Haddad.

Wadi Haddad war an einigen Entführungen der Volksfront beteiligt. Im Jahr 1976 organisierte er die Entführung eines Flugzeugs der Fluggesellschaft Air France, das am 27. Juni von Tel Aviv nach Paris, unterwegs wart.,Es waren zwölf Besatzungsmitglieder und zweihundertachtundfünfzig Fluggäste an Bord.

Die Entführer nannten sich „Kommando Che Guevara“, benannt nach dem Mann, dessen Gesicht noch heute auf vielen T-Shirts und an vielen Bars zu sehen ist. Einige Terroristen gehörten zu der Volksfront zur Befreiung Palästinas. Zwei Terroristen waren Deutsche. Ihre Namen waren Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann. Sie gehörten zu den Revolutionären Zellen. Gemeinsam zwangen sie die Piloten der Air France Maschine den Flughafen Entebbe in Uganda anzufliegen, da dort die Terroristen durch das Regime Idi Amins unterstützt wurden.

Mit der Flugzeugentführung sollte die Freilassung von insgesamt dreiundfünfzig Inhaftierten aus Gefängnissen in Israel, Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz erpresst werden. Darunter waren auch Mitglieder von zwei deutschen Terrororganisationen, nämlich der Roten Armee Fraktion um Andreas Baader und Ulrike Meinhof und der Bewegung 2. Juni. Außerdem forderten die Entführer fünf Millionen US-Dollar von der französischen Regierung für die Rückgabe des Flugzeuges.

Die Passagiere wurden in der alten Transithalle des Terminals von Entebbe als Geiseln gehalten, wo sie in Juden und Nicht-Juden selektiert wurden. Die Selektion wurde von den Deutschen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann vorgenommen, die anhand der israelischen Papiere, aber auch aufgrund vermeintlich jüdischer Namen die Menschen selektierten. So wurden auch einige Passagiere fälschlicherweise als Juden identifiziert. Nach der Selektion wurden die Juden als Geiseln gehalten und die übrigen Menschen freigelassen. Ein Überlebender des Holocausts zeigte Wilfried Böse bei der Selektion seine eintätowierte Häftlingsnummer, um ihn so an die Selektion in den Konzentrationslagern zu erinnern. Wilfried Böse erklärte daraufhin, er sei kein Nazi, sondern Idealist.

„Ich bin kein Nazi. Ich bin Idealist!“

Am 4. Juli 2020 waren es ebenfalls „Idealisten“, die eine Demonstration durchführten, bei der trotzig Bilder von Terroristen gezeigt wurden, die entweder selbst Juden getötet oder deren Ermordung geplant oder gefeiert haben.

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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3 Antworten zu „Idealisten“ vor dem Kölner Dom

  1. Gerhard Schumacher schreibt:

    Haben der Bundesprasident und Frau Esken schon Grußadressen gesandt?

  2. hypermental schreibt:

    Die deutsche Appeasement-Politik gegenüber der radikalen, politisch-ideologischen und v.a. antisemitischen Form/Ausübung der Religion Islam ist einfach nur noch widerlich und angesichts der geschichtlichen eigenen Verantwortung auch zutiefst beschämend.

  3. caruso schreibt:

    Was soll man über solche Idioten schreiben, die Verbrecher, teils Mörder propagieren? Schade um
    jedes Wort. Was mich wundert… nein, eigentlich wundert es mich nicht, daß man solche Demonstrationen in D erlaubt.
    lg
    caruso
    die urzeitliche Hexe

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