Eine harte Probe

Ein wichtiger Beitrag in dieser Zeit von Malca Goldstein-Wolf.

Dieser Tage werden offenbar auch Freundschaften auf eine harte Probe gestellt.

Der Mangel an Differenzierung sorgt dafür, dass bestimmte Themen wie „Trump“ oder „Corona“ zu pawlovschen Reflexen führen, die nicht selten mit virtuellen Beißwunden enden.

Unterschiedliche Meinungen werden nicht demokratisch toleriert, man wird sich spinnefeind.

Auch ein Entfreunden, wenn es denn tatsächlich sein muss, findet nicht leise statt, man droht Entfreundung öffentlich an und zelebriert seine Wut gerne auf dem silbernen Tablett sozialer Netzwerke.

Schade eigentlich, denn gerade in Freundschaften sollte ein respektvoller Umgang mit unterschiedlichen Sichtweisen selbstverständlich sein.

Totalitäre Denkmuster sind nicht nur undemokratisch, sie sind auch kein Zeichen von Zuneigung.

Wenn nicht alles Fake war, geht es auch anders.

Meine Freundin Rona und ich, wir schätzen und mögen uns sehr. Unsere politischen Ansichten sind auf unterschiedlichen Biografien begründet. Beide vertreten wir ähnliche Werte, wir gewichten unsere Prioritäten nur anders, unser Fokus richtet sich unterschiedlich aus. Rona favorisiert Biden; mein Wunschkandidat wäre Trump.

Wir kennen die jeweiligen Gründe des anderen und haben uns stillschweigend dafür entschieden, Posts beim jeweils anderen, die unserer persönlichen Meinung widersprechen, zu ignorieren. Einen Battle wollen wir uns nicht liefern, den anderen provozieren oder gar Schadenfreude bekunden, kommt für uns nicht in Frage.

Wir achten und respektieren den anderen so wie er ist und so wie er denkt.

Das Wissen, dass jemand mit einer anderen Meinung nicht zwangsläufig ein schlechter Mensch oder gar ein Feind ist, lässt einen freundschaftlichen Umgang trotz aller Kontroversen problemlos zu.

Ich wünschte mir, wir alle könnten so erwachsen miteinander umgehen, denn weder Trump, noch Biden oder Corona sind es wert, Menschen zu verlieren, die uns wichtig sind.

***

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(TINMGW)

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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12 Antworten zu Eine harte Probe

  1. Anonymous schreibt:

    Wer entfreundet denn ständig, wenn es ihr nicht passt? Wer hetzt gegen andere, wenn sie anders denken? An die eigenen Taten sich selbst erinnern, wäre eine Stärke. Aber da hoffen wir vergebens…..

  2. Hoppie schreibt:

    Die erste Quelle muss ich druchgehen, da schaut äusserst umfangreich aus, danke. Rittenhouse Trump vor die Füsse zue legen ist allerdings schon ein Hussarenstück. Für mich schaut das momentan nach Selbstverteidigung aus, da wird man sehen müssen was passiert. Aber selbst wenn nicht, Trump die Schuld dafür zu geben, das ist so als würde man Biden die Schuld daran geben dass in Portland Danielson von Reinoehl ermordet wurde. Proud Boys: https://www.washingtontimes.com/news/2020/oct/1/enrique-tarrio-says-proud-boys-not-white-supremaci/ Wenn jemand rechtsextrem und rassistisch genannt wird, dann frage ich mich schon warum nicht darüber gesprochen wird dass diese Gruppe hautfarbentechnisch eher bunt zu sein schein, inklusive nicht-weissem Anführer. https://www.youtube.com/watch?v=5PkIrdKwRGs Worauf Sie sich mit Phoenix/Arizona beziehen weiss ich nicht, können Sie das näher erläutern?

  3. Hoppie schreibt:

    @Philantrop: Menschen werden wegen Trump verfolgt und getötet? Wo, wer?

    • philantrop schreibt:

      Nun, angefangen bei der aktiven Diskriminierung von LGBT (hier sehr klar aufgeschlüsselt und (vorwiegend) direkt mit verlinkten Quellen belegt: https://transequality.org/the-discrimination-administration), über die Verteidigung von Kyle Rittenhouse (siehe u. a. hier: https://www.nbcnews.com/politics/national-security/internal-document-shows-trump-officials-were-told-make-comments-sympathetic-n1241581), der in Kenosha Protestierende getötet hat, bis zur Dämonisierung „der“ Antifa und Unterstützung der rechtsextremen, rassistischen „Proud Boys“ (alles recht gut hier aufgeschlüsselt: https://taz.de/US-Praesident-Trump-und-die-Proud-Boys/!5713246/) gibt es sehr viele Beispiele, die deutlich machen, daß Trumps Äußerungen mittelbar und unmittelbar zu Verfolgung und Ermordung von Menschen beigetragen hat und (siehe Phoenix, Arizona) immer noch beiträgt.

      • Hoppie schreibt:

        Das ist ein Antworttest weil meine Antwort verschwindet. Gibt es eine Zeichenbegrenzung?

        • philantrop schreibt:

          Die Test-Antwort hat funktioniert. Allerdings habe ich auch schon die eine oder andere lange Antwort geschrieben und das hat auch funktioniert. Eine Zeichenbegrenzung ist mir nie aufgefallen.

          • Hoppie schreibt:

            Also, ein weiterer Versuch, vielleicht klappt es jetzt mit der Antwort. Ich entschuldige mich für den Textblock, ich glaube dass das Problem darin lag dass ich versucht habe Absätze zu machen. Die erste Quelle ist sehr umfangreich, das muss ich mir näher anschauen. Was Rittenhouse und die Proud Boys angeht glaube ich dass Sie einfach falsch informiert sind. Bei Rittenhouse sieht das im Moment sehr nach Selbstverteidigung aus. Aber selbst wenn nicht, das Trump zur Last zu legen, das ist so als würde man Biden zur Last legen das in Portland Danielson von Reinoehl ermordet wurde. Das war nicht Bidens Schuld. Hier ein Augenzeugeninterview zum Fall Rittenhouse: http://www.youtube.com/watch?v=CmVXyJY5Eis Die Proud Boys, es ist eine eigenartige rechtsradikale Rassistentruppe die so viele nicht weisse Mitglieder hat, von einem Mann schwarzer/kubanischer Abstammung angeführt wird und sich öffentlich gegen Rassismuss ausspricht. http://www.washingtontimes.com/news/2020/oct/1/enrique-tarrio-says-proud-boys-not-white-supremaci/ Hier kann ich dieses Interview empfehlen dass Tim Pool mit Tarrio geführt hat. http://www.youtube.com/watch?v=5PkIrdKwRGs Generell denke ich dass aus irgendeinem Grund bei uns in den Medien eine enorme Verzerrung stattfindet, warum verstehe ich nicht. aber wir sind wortwörtlich an dem Punkt angelang an dem eine Gruppe die aus allen Hautfarben besteht als rechtsradikal und white supremasist bezeichnet wird. Als würden diese Begriffe absolut nichts mehr bedeuten. Da stimmt doch irgendwas nicht. Das schlimme daran ist dass Leute die dieselben moralischen Grundvorstellungen haben, aber unterschiedlich informiert sind sich gegenseitig als ganz fürchterlich und unmoralisch wahrnehmen.

          • philantrop schreibt:

            Leider kann ich nur auf diesen Kommentar antworten – bei dem langen Text fehlt die „Antwort“-Option.

            Fangen wir also mit Rittenhouse an: Selbst wenn die Augenzeugen recht hätten und Rittenhouse in Selbstverteidigung gehandelt hätte – erkläre mir doch bitte, wozu man ein halb-automatisches Sturmgewehr (https://en.wikipedia.org/wiki/AR-15_style_rifle) zu einer Demonstration mitbringt… Das alles ist aber gar nicht der Punkt: Ich schrieb ganz bewußt, daß es mir um Trumps Verteidigung des jungen Mannes ging.

            Proud Boys: Nun ja, hiermit gebe ich Dir mein Ehrenwort, ich wiederhole, mein Ehrenwort, daß ich niemals gegen das Gesetz verstoßen würde. Vielleicht glaubst Du mir, vielleicht auch nicht – Fakt ist aber, daß es sich um eine reine Selbstbehauptung handelt (ist eben ein Interview) und somit keinen Anspruch auf absolute Wahrhaftigkeit erheben kann.
            Reale Beispiele für das Wesen dieser Organisation, die übrigens nur Männer aufnimmt, findest Du in den folgenden Links (allesamt nicht aus „unseren Medien“, die Deinen Worten zufolge eine „enorme Verzerrung“ herbeiführen) findest Du in den Belegen in der englischen Wikipedia (https://en.wikipedia.org/wiki/Proud_Boys).

            Wie gesagt, wenn Du der Schwarm-Intelligenz nicht trauen magst, dann sieh Dir nur die Belege für den Einleitungssatz dort an – da wird einem übel.

            Und sieh Dir allein schon mal an, wie Trump mit seiner Wahlniederlage umgeht. Nein, dieser Mann handelt(e) zutiefst unmoralisch und daran ist nicht die Berichterstattung, sondern allein er schuld.

          • Hoppie schreibt:

            Ich habe da jetzt auch keine Antwortoption, eigenartig. Es ist völlig wurscht warum er ein Gewehr hatte und es ist noch viel mehr Wurscht was ich davon halte. Genauso wie es Wurscht ist warum der Mann der von Rittenhouse in den Arm geschossen wurde eine Waffe dabeihatte. Das ist nicht der Punkt, der Punkt ist auch nicht Trumps Verteidigung im Nachinein und ob das ok ist oder nicht. Der Punkt ist das ich gefragt habe wer verfolgt und getötet wird WEGEN Trump. Sie können nicht Trumps Reaktion auf diese Sache als Beleg für seine VERURSACHUNG verwenden. Proud Boys, Sie verschieben den Torpfosten. Der Punkt ist nicht ob die Frauen aufnehmen oder nicht, ob die Arschlöcher sind oder nicht, ob mir die gefallen oder nicht, die sind ohne Zweifel rechts orientiert und ich bin Linkszentrist. der Punkt ist dass die rassistische rechtsradikale genannt werden. Ich meine was bedeutet rassistisch/rechtsradikal für Sie? Eine Gruppe die Mitglieder ohne Ansehen von Hautfarbe aufnimmt? Rassistisch? Kommen Sie schon, das MUSS Ihnen doch zu denken geben.

          • Hoppie schreibt:

            Jetzt ist ein Teil der Antwort verschwunden, Mist. Hier also die Fortsetzung. Der Knackpunkt an den ProudBoys ist das das auch alles Wurscht ist. Die mögen so schlimme Finger sein wie es geht, aber Sie haben die Proud Boys als Beispiel für Verfolgung und Ermordung verwendet. Wen haben die ProudBoys getötet? Das Trump jetzt zetert ist kein Beleg für Verfolgung und Ermordung.

  4. philantrop schreibt:

    Im Allgemeinen kann ich mich mit der dargestellten Grundthese anfreunden. Bei bestimmten Themen jedoch ziehe ich persönlich eine klare Grenze und habe auch schon Freundschaften beendet. Das fängt bei bei COVID-19-Leugnern – daran sterben Menschen – geht mit Trump weiter – seinetwegen werden Menschen verfolgt und getötet – und kulminiert in anderen Extremen.
    Da gibt es dann auch keine Probe, sondern da zerreißt das Band, denn meine Toleranz endet da, wo die Intoleranz zur Lebenseinstellung wird.

  5. caruso schreibt:

    „… denn weder Trump, noch Biden oder Corona sind es wert, Menschen zu verlieren, die uns wichtig sind.“ Ganz genau. Ich denke auch so und handle auch danach. Beruhigend, daß es noch
    Menschen gibt, die ihren Verstand nicht verloren haben. (Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich
    rede nicht von mir. Ich hoffe zwar zu diesen zu gehören, wissen ob… können nur andere). Menschen die mir wichtig sind, bleiben mir auch wichtig, wenn sie in der einer oder anderen Sache eine andere Meinung haben als ich. Wie sonst könnte ich von ihnen u.U. was lernen, profitieren?
    lg
    caruso
    die urzeitliche Hexe

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