„Corona und Ich“ von Michael Vogel

Im Herbst letzten Jahres hatte ich Corona, und leider keinen milden Verlauf.

Am Sonntag, 25. Oktober 2020 fing alles bei mir an. Ich fuhr mit einem Mitarbeiter zu einem fünftägigen Skatturnier von Mönchengladbach nach Leiwen im Hunsrück. Auf der Fahrt bekam ich plötzlich Durchfall, ich schaffte es gerade noch zum nächsten Rasthof und außerdem wurde mir übel. Letzteres sollte noch vier Wochen andauern.

Mir ging es ansonsten nicht schlecht. In den folgenden vier Tagen, spielte ich das Skatturnier und jeden Tag kamen neue Symptome hinzu. Zuerst Fieber und Schüttelfrost, aber immer nur Abends; dann Halsschmerzen und Kopfschmerzen. Ich dachte mir nichts dabei, sondern hielt es für eine typische Magen-Darm-Geschichte. Am Freitagabend wieder zuhause bat ich meine Freundin um einen Nase-Rachenabstrich. Sie ist vom Fach. Der war Corona Negativ.

In der folgenden Woche kamen immer mehr Symptome, trockener Husten hinzu und mein Zustand verschlechterte sich drastisch. Zum Ende der zweiten Woche ging dann nicht mehr viel. Ich sagte zur Freundin: „Bring mich zum Arzt.“

Freitagmorgen kam ein erneuter Rachenabstrich. Mir wurde außerdem Blut abgenommen und ins Labor gesandt. Am Samstag konnte ich kaum noch aufstehen. Am Montag kamen Schnupfen und Geschmacksverluste hinzu. Meine Freundin machte noch einen Schnelltest und der war eindeutig. Am Donnerstag kam dann auch der Laborbefund „positiv“.

Es folgten zehn Tage höheres Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und ein mir bis dahin unbekanntes Krankheitsgefühl. Ein Beispiel: Ich lag im Bett und hatte tagelang einen nächtlichen Ruhepuls von 136. Der Arzt meinte, ich solle ins Krankenhaus. Ich lehnte ab, mit dem Argument, das Letzte, was ich jetzt noch bräuchte, seien multiresistente Keime. Ich würde erst dann ins Krankenhaus gehen, wenn ich auch noch eine Lungenentzündung zusätzlich bekäme.

Meine Freundin hat jeden Tag die Lunge abgehört. Die Lungenentzündung blieb mir wohl erspart. Alle anderen Symptome hatte ich aber. Es ging mir so schlecht, dass ich zwischendurch Zweifel hatte, ob das gut ausgeht. Gegen Ende der vierten Woche klangen die Symptome dann allmählich ab. Mit Beginn der fünften Woche war ich dann wieder einigermaßen okay.

Zusammengefasst hatte ich vier Wochen Beschwerden, davon zwei Wochen richtig starke. Heute, vier Monate später, ist eine erhebliche Kurzatmigkeit und Kraftlosigkeit übrig geblieben, dazu massive Schlafstörungen. Die hatte ich zwar vorher auch schon, aber nicht so stark.

Ich muss hinzufügen, dass ich immer brav die Maske getragen habe, meine sozialen Kontakte weitgehend auf Null fuhr und immer Abstand hielt. Genützt hat es mir nichts.

Ich habe zwei Mitarbeiter, die noch bis Ende der zweiten Woche mit mir zusammen gearbeitet haben. Einer war der, der mit auf dem Skatturnier war. Ich habe weder auf dem Skatturnier jemanden angesteckt, noch meine Tochter oder meine Freundin. Nur der Mitarbeiter, der mit im Hunsrück war, bekam es auch. Vermutlich habe ich ihn auf der dreistündigen Autofahrt angesteckt. Er war erheblich vorgeschädigt, Diabetiker starkes Übergewicht. Er hatte aber nur drei oder vier Tage leichte Erkältungssymptome, die im Krankenhaus als COVID-19 positiv getestet wurden. Nach fünf Tagen fehlte ihm nichts mehr und Long COVID hat er im Gegensatz zu mir auch nicht.

Ich jedoch war kerngesund, trieb regelmäßig Sport, machte seit Jahren Sauna, aber mich erwischte es heftig. Ich war damals 63 Jahre alt, selbstständig und kerngesund.

Trotzdem lehne ich die Maßnahmen der Regierung ab, weil ich sie als sinnlos repressiv ansehe. Die ständigen Lockdowns sind für mich nur ein Mittel der Willkür und Schikanen gegenüber der eigenen Bevölkerung. Ich kann keinerlei Interesse der Regierung erkennen, die Pandemie rasch zu überwinden. Erst erzählen sie uns, die Rettung liege im Impfstoff und als er dann schneller als erwartet zur Verfügung steht, hat man es plötzlich überhaupt nicht mehr eilig.

Das Covid-19 eine Altenpest ist, wusste man schon sehr früh. Jegliche Anregungen Alten- und Pflegeheime besonders zu schützen wurden jedoch abgebügelt. Zehntausende unnötige Tote wurden dabei in Kauf genommen.

Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien. Niemand hat Corona geplant. Aber als es da war, ergriffen viele Regierungen sofort die Gunst der Stunde und instrumentalisierten die Pandemie für reine Machtinteressen. So sehe ich das jedenfalls.

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(TINCMV)

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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