Weil sie es wollen

Was für Biologisten die Gene sind, ist für Relativisten die Sozialisation!

Extreme Biologisten sprechen Menschen ihren freien Willen ab, indem sie sie zu Gefangenen ihrer biologischen Herkunft machen. Radikale Relativisten aber sprechen Menschen ihren freien Willen ab, indem sie sie zu Opfern ihrer sozialen Herkunft machen.

Relativisten suchen viel öfter Erklärungen dafür, warum Menschen zu Problemfällen werden, aber viel seltener, warum manche Menschen trotz katastrophalen Vorbedingungen zu Vorbildern werden. Bei dem Versuch, Erklärungen für strafbare Verhaltensweisen zu finden, rutschten viele Relativisten oft in den Bereich der Entschuldigungen ab. Ab einem gewissen Punkt aber ist selbst das vernachlässigste Kind erwachsen und für sich selbst verantwortlich! Das Gegenteil von Herkunft ist Zukunft. Dazwischen liegt die Freiheit der eigenen Entscheidung!

Ein Terrorist wird Terrorist weil er es kann und will. Es gibt keinen anderen Grund! Es kann keinen anderen Grund geben, da es immer Menschen gibt, denen es schlimmer geht und daher auch Terror üben könnten, es aber nicht tun!

Der Wille macht den Unterschied!

Im September 2010 waren in der Talkshow Anne Will die Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek und die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt zu Gast. Katrin Göring-Eckardt entwickelte soviel Verständnis für straffällig gewordene Muslime in Deutschland, dass der Muslima Necla Kelek irgendwann der Kragen platzte

„Es sind doch genug Integrations- und Förderprogramme für uns Muslime da. Warum werden sie nicht genutzt? (…) Die Muslime müssen auch in die Verantwortung genommen werden.“

In ihrer Funktion als Fürsprecherin und Verteidigerin hatte Katrin Göring-Eckardt Muslime in Deutschland radikal auf ihre soziale Herkunft reduziert. Sie behandelte Muslime wie Patriarchen ihre Frauen, als hilfsbedürftige und unmündige Wesen, die beschützt werden müssen und deren Ehre es zu verteidigen gilt. Für sie waren Muslime schwache Mitglieder der Gesellschaft, die nicht für sich selbst einstehen können und Vormünder brauchen.

Manche Kultur-Relativisten nehmen Islamisten nicht ernst! Sie sträuben sich, ihnen die schlichte Wahrheit zuzurufen: „Es ist Euer freier Wille, Euch so aufzuführen!“

Necla Kelek behandelt ihre Religion so, wie es jeder aufklärerische Geist tut. Sie hinterfragt den Islam, stellt Fragen, kritisiert und zweifelt. Necla Kelek ist das muslimische Pendant zu christlichen Frauen wie Uta Ranke-Heinemann.

Auch das Christentum hatte lange Zeit Integrationsprobleme und war nicht selten ein entschiedener Gegner aufklärerischer Ideen der europäischen Wertegemeinschaft. Wo immer die Aufklärung für Gleichheit und Freiheit eintrat, hatte sie Teile der Kirche zum Gegner.

Wenn es um Sexualität und Frauenrecht geht, haben Christentum und Islam eine lange Liste an brutalen Unterdrückungsmechanismen: Wegsperren, Verhüllen, Verkaufen, Verbrennen, Steinigen.

Necla Kelek hat diesen Hass auf Frauen in ihrem Buch „Die fremde Braut“ und Uta Ranke-Heinemann mit ihrem Buch „Eunuchen für das Himmelreich“ beschrieben. Beide Bücher sind an Polemik nicht arm, aber dadurch nicht minder wichtig. Wer sagt Necla Kelek beleidige mit ihren Ausführungen den Islam, der muss auch erklären, Uta Ranke-Heinemann beleidige das Christentum.

Aufklärung beginnt dort, wo die Angst vor der Religion aufhört. Aufklärung heißt, sich seines Verstandes ohne Hilfe eines anderen zu bedienen und ohne dabei die Rache eines Beleidigten fürchten zu müssen.

Dieser Beitrag wurde unter Christentum, Deutschland, Feminismus, Islam, Philosophie, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.