Gestern

Gestern überkam mich die Neugier. Ich wollte wissen, was es mit dem sogenannten christlich-jüdischen Dialog in Köln auf sich hat. Ich ging also zu der katholischen Hochschule und lauschte dem Vortrag „Wo Israel ist und wo Palästina? Der lange Weg zu einer Zwei-Staaten-Lösung aus israelischer Sicht“ von Igal Avidan. Ich saß zwischen einer Pfarrerin, die vorgab, sich für den christlich-jüdischen Dialog einzusetzen und einem Vertreter des Kölner Bürgermeisterbüros für Internationale Angelegenheiten, der ebenfalls vorgab, sich für den christlich-jüdischen Dialog einzusetzen.

Nachdem Igal Avidan eine Umfrage unter Palästinenser präsentiert hatte, bei der heraus kam, dass unter der Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung extremer Judenhass weit verbreitet ist, hörte ich die Pastorin leise flüstern, dass sie fest davon überzeugt sei, dass Israelis über Palästinenser auf die gleiche Art und Weise denken, wie Palästinenser über Israelis.

So fühlt die deutsche Pfarrerinnenseele, die keinen Unterschied machen kann, zwischen der Erklärungen der Israelis („Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“) und der Erklärung der Hamas (Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“)

Ich frage mich nur, warum diese Frau vorgibt, für den christlich-jüdischen Dialog zu arbeiten. Wer behauptet, Israelis seien im Grunde in ihrem Hass nicht besser als Palästinenser, verbreitet viel eher die Propaganda der Hamas! Ruft in Israel ein Kinderprogramm zum Mord auf? In Palästina schon! Nutzt Israel Kinder als Kanonenfutter? Die Hamas schon? Mordet Israel Systemkritiker? Die Hamas schon! Verfolgt Israel Homosexuelle? Die Hamas schon? Sind Israelis überzeugte Nazis? Die Hamas schon!

Der Vertreter des Bürgermeisterbüros war auch nicht viel besser. Er stellte im Anschluss des Vortrags ernsthaft die Frage, ob es möglich sei, dass der Grund dafür, dass Israel von der arabischen Welt nicht akzeptiert wird, ähnlich wäre zu dem Grund, warum Deutschland während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft von der Welt gehasst wurde. Er sagte, dass Deutschland eine harte Zeit gehabt hätte, seine Grenzen zu akzeptieren und dass Israel nun dabei sei, die gleichen Fehler zu machen.

Ein Vergleich Israels mit Nazideutschland, so sieht also der christlich-jüdische Dialog eines Vertreters des Kölner Bürgermeisterbüros aus.

Gestern habe ich wirklich einen guten Eindruck bekommen, was es mit dem sogenannten christlich-jüdischen Dialog in Deutschland auf sich hat. Während die Pfarrerin sicher ist, dass Israel nicht viel besser ist als die antisemitischen Terroristen, die Israel vernichten wollen, sagt der Vertreter des Büros des Bürgermeisters, Israels Weg, mit dem Terror umzugehen, erinnere ihn an die Art und Weise wie Nazi-Deutschland Europa behandelt hat.

Als ich darauf hinwies, dass die Hamas eine terroristische Organisation sei, die alle Juden töten will, wurde ich von der Pfarrerin und dem Vertreter harsch unterbrochen. Ich würde übertreiben, war ihr Vorwurf. Schon komisch, dachte ich, sie haben gerade Israel mit Terroristen und Nazis verglichen, aber ich bin derjenige, der übertreibt.

Der Abend wurde beendet von dem Bekenntnis einer Studentin, die erklärte, dass sie angesichts des Verhaltens Israels nun den Hass gegen Juden und Israelis verstehen könne.

Das war also das Ergebnis des gestrigen christlich-jüdischen Dialogs: Verständnis für den Hass auf Juden!

Herzlichen Glückwunsch!

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25 Antworten zu Gestern

  1. ichbinfreivonnamen schreibt:

    Herrlich da wird managelnde Objektivität bemängelt aber selber ist man nur einseitig.

    Zu der Wahl der Waffen im Gegensatz zu der Hamas hat Israel ja auch die Mittel um zwei Tage lang den Gazastreifen zu bombadieren. Und auch sonst werden sie ja gut gesponsort von den USA und Deutschland-

    Der Mossad hat doch mal einen Attentat auf einen Hamassprecher versucht (es war glaub ich auch ein Waffenstillstand vereinbart) das aber in die Hosen ging.

    Und wer hat da noch mal auf einem Hilfkonvoi Menschen umgebracht?

    Wo wurde ein Sänger mit 39 Peitschenhieben bestraft weil er gleichzeitig vor Männern und Frauen gesungen hat? In Israel, was passiert da wohl mit einem Homosexuellen?

    Zu deinem Bild
    http://translate.google.com/translate?sl=auto&tl=en&js=n&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&layout=2&eotf=1&u=http%3A%2F%2Fwww.atuttadestra.net%2F%3Fp%3D15242&act=url
    Vielleicht hat es für die eine ganz andere Bedeutung? Wie das Symbol welches in Asien in leicht anderer Form ein Glückssymbol ist.

    „Israel moved Sunday to deport the offspring of hundreds of migrant workers, mostly small children who were born in Israel [….] and to defend Israel’s Jewish identity“
    http://seattletimes.nwsource.com/html/nationworld/2012509778_mideast02.html
    Also irgendwie kommt einen das doch schon in gewisserweise bekannt vor nicht?

    Wenn da jemand an einen Araber vermietet sollen sich Verwandte und Bekannte von ihm Distanzieren und ächten.

    Soll ich mit Ultra-Orthodoxen weiter machen? .

    Achja ich quatier mich mal auch in dein Wohnzimmer ein und sag dir dann ich reich dir die Hand zum Frieden.

    Wenn man will könnte man die Liste noch weiter führen. Aber ich will nicht, warum? Mir ist es schlicht zu blöd alle stecken in der Scheiße aber jeder meint der andere Steckt tiefer drin. Und um raus zukommen schmeißen beide Seiten ihre Scheiß auf den anderen. Da ist gar nicht daran zu denken das sich irgendwas bessert. Traurigerweise müssen es dann eines Tages vielleicht unsere Kinder ausbaden, weil der Mensch an sich zu blöd ist andere zu akzeptieren, respektieren und in Frieden miteinander zu leben.

    • aristobulus schreibt:

      „Israel … zwei Tage lang den Gazastreifen zu bombadieren“
      Woher hat der seine sog. Informationen? Nicht von dieser Welt jedenfalls.

      „Und wer hat da noch mal auf einem Hilfkonvoi Menschen umgebracht?“
      Na wer?, wer wollte die israelischen Soldaten lynchen, worauf sie sich dann verteidigen mussten?
      Und wieso überhaupt Hilfskonvoi (bitte mit S)? Wem sollte da nicht geholfen werden?
      http://lizaswelt.net/2010/05/31/aufgebrachte-narrenschiffe/

      „Wo wurde ein Sänger mit 39 Peitschenhieben bestraft weil er gleichzeitig vor Männern und Frauen gesungen hat? In Israel, was passiert da wohl mit einem Homosexuellen?“
      Ja wo wurde ein linker Theatermacher umgebracht, weil er Jungen & Mädchen gemeinsam auftreten ließ? Bei den Palästinensern (Mer-Khamis, klar, schon vergessen, passt ja nicht ins antizionistische Weltgesamtbild).
      Ja, was ist mit Schwulen in Israel oder in den USA, was ist mit Schwulen in Tel-Aviv oder in Berlin? Oder was ist mit Schwulen in Ramallah und Teheran, in Jenin und in Riad?

      Zum dem Bild vom römischen Hitlergruß: Kein Unterschied, ob man nun den Gruß vor Adolf machte, oder ob man ihn wohlwissend nach Adolf macht?

      Die Zeitungsente aus Seattle ist eine Ente… typische Horrormeldung aus der ganz falschen Quelle. Klar, dass daraufhin sofort ein Nazivergleich gebracht wird. So kommt eins zum Anderen.

  2. Pingback: Zitate! « abseits vom mainstream – heplev

  3. M. Möhling schreibt:

    Habe die gleichen Erfahrungen mit Betreibern von deutsch-jüdischem Ausgleich oder Dialog gemacht – kirchlich oder nicht, es ist ein Kreuz 🙂 Ich entblöde mich nicht, darauf hinzuweisen, dass es auffallend oft Frauen sind, die am glühendsten am Schicksal des zionistisch gemarterten palästinensischen edlen Wilden Anteil nehmen. Frage mich, ob sie ihre progressiven, kritischen, sozialen und gendergerechten männlichen Mitstreiter nicht irgendwie langweilig finden, praktisch höchstens als nachgiebig quotenbereinigter (nicht)Konkurrent im Karrierekampf. Was anderes: Bei mir in Kreuzberg konvertieren Punks und Anarchos zum Islam „wg. der Sache in Palästina“ (O-Ton eines Mitglieds meiner Wohnungsgenossenschaft). Auf Unverständnis reagierte er angewidert, man sei doch auch mal jung gewesen, dafür müsse man Verständnis haben! Bleiben Sie bitte am Ball, geben Sie Saures. ‚tis the season anyway…

  4. heike schreibt:

    Wirklich eine Schande!Damals glaubten sie der Propaganda der Nazis und heute der von Pallywood.
    Dazu passt auch das ein gewisser Bushido den Bambi Preis für Integration verliehen bekommt der Jude als Schimpwort benutzt und Schwule und Lesben beleidigt.

    http://www.gala.de/stars/ticker/BSBS68587/Bushido-in-Lesben-Eklat-verstrickt.html
    Ein krankes Land!
    Demnächst bekommt die Hamas auch den Integrationspreis.

  5. Thomas schreibt:

    Sie haben völlig Recht, Herr Buurmann: Israel ruft nicht öffentlich zum Kindermord auf. Sie tun’s nur – wenn sie’s gerade mal für opportun halten. Bei der „Operation Cast Lead“ waren von den etwa 1200 palästinensischen Toten exakt 134 Tote im Alter von unter 15 Jahren. Ok: Kollateralschäden, forget it.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Nein, keine Kollateralschäden, wie können Sie nur soetwas widerliches behaupten. Das sind Kinder, sie geschmackloser Mensch. Das war übelster Kindsmord, einzig und allein zu verantworten, von denen, die die Kinder dort als Kanonenfutter aufgestellt haben. Waren die Engländer auch Kindsmörder weil die Nazis kleine Kinder an die Front gestellt haben?

      Israel will tote Kinder vermeiden und trauert um jedes tote Kind.
      Die Hamas will tote jüdische Kinder und feiert jeden Kinder- und Babymord an Juden!

      Sehen Sie den Unterschied oder sind Sie von der Propaganda so vernebelt, dass Sie die Fakten nicht mehr sehen können.

      • Peter Huhn schreibt:

        Kennzeichen von Polemik sind oft scharfe und direkte Äußerungen, teilweise auch persönliche Angriffe. Gelegentliches Ziel ist das Demaskieren eines Opponenten im Glaubens- und Meinungsstreit. Gegebenenfalls bedeutet dies auch die – mehr oder weniger – subtile Beschuldigung des Opponenten, keineswegs jedoch den Verzicht auf sachliche Argumente. In der klassischen Rhetorik spricht man in einem solchen Fall von der argumentatio ad hominem (das auf die Person gerichtete Argumentieren). Dies meint das Bloßstellen, das Überführen eines Gegners, wobei man zum Beispiel seine Glaubwürdigkeit, seine Reputation und ggf. auch seine Integrität insgesamt anzweifelt, indem man evtl. Widersprüchlichkeiten seiner Ausführungen bzw. seiner Handlungen oder Unterlassungen unmittelbar zu seinen öffentlich proklamierten Einstellungen und Absichten aufzeigt.

        Häufig wird mit den Mitteln der Übertreibung, der Ironie und des Sarkasmus gearbeitet oder vom Strohmann-Argument Gebrauch gemacht.

  6. Peter Huhn schreibt:

    Solange man einen Feind hat braucht man sich um seine Probleme ja nicht zu kümmern.
    Eine alte Weisheit sagt, zu einem Streit gehören immer zwei, und solange nicht ernsthaft und dauerhaft eine Lösung angestrebt wird, wird es Kritiker geben. Werden die Kritiker bezwungen ist das Problem keineswegs gelöst, aber traurigerweise ist es wohl die einfachere Alternative die Kritiker zu kritisieren als die eigentlichen Probleme zu lösen.

  7. schnagbeuthabeldihm schreibt:

    Vor zweieinhalb Jahren, als alle Welt ihre Blicke auf den Nahen Osten fixiert und Israel in Grund und Boden verdammt hatte, weil es auf den Dauerraketenbeschuss aus Hamastan mit einer angekündigten Luft- und Bodenoffensive reagierte, wurden im gleichen Zeitraum im Norden von Sri Lanka 40.000 wehrlose Zivilisten in vermeintliche Schutzzonen gelockt und ermordet! Menschen wurden grausam gefoltert, zahllose Frauen vergewaltigt und anschließend ermordet sowie Gefangene, die sich zuvor ergeben hatten, kaltschnäuzig exekutiert.

    Wen juckt’s!?

  8. andreh schreibt:

    manchmal frage ich mich, wer ist schlimmer, der, der brüllend „juden ins gas“ öffentlich auf deutschen strassen, bei sogenannten demos, brüllt, oder der, der diese menschen versteht und schönredet. solange wir politiker, gewerkschaftler, antifa, autonome, kommunisten, neonazis, stammtischdemagogen ….. haben, die diesen hass unterstützen, wird es keinen frieden hier in deutschland geben und der (leider vornehmlich muslimische) antisemit kann weiter auf der strasse und oder im internet, oder irgendwelchen gotteshäusern, seinen hass auf „die“ juden (und „den“ westen) ungestraft ausleben.
    (ps: mir ist bewusst, dass eine mehrzahl der muslime sich von diesem hass distanzieren, aber am ende des tages bleibt doch ein fader beigeschmack über)

  9. aristobulus schreibt:

    What do those Christian-Christian dialoguists say about the so-called Cologne wailing wall?
    The other day, the chairman of the German-Israeli Society in Bonn wrote me that he’s been working in a Cologne based „Konsortium“ (consisting of several politicians, pastors etc.) which tries to stop this. He didn’t write that there have been NO results what-so-ever since 2004!
    I _can_ imagine the so-called dialogues within that konsortium…

  10. David Serebrjanik schreibt:

    So etwas ist grund für mich, Deutschland endgültig zu verlassen. Ich fürchte, ich werde es auch tun.

  11. Dante schreibt:

    In der Tat: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Nach der Einsteinschen Feststellung, dass die Welt nicht durch jene bedroht werde, die böse seien, sondern durch die, die das Böse zulassen, sind solche (zum Teil wohl „gutmenschlichen“) Judenhassversteher gefährlicher als offene Judenhasser oder besser: Letztere werden durch erstere erst gefährlich.

  12. AMC schreibt:

    Bitte lesen Sie den Eintrag in meinem Blog vom 19.10. (+16.10.) und beachten Sie, dass ich es vor Ihrem Bericht über den christlich-jüdischen Dialog zu Köln schrieb. Ich kann daraus nur schlussfolgern: Solche Erlebnisse sind Standard, wenn man sich in die Welt des Denkens von Christen über Juden begibt. Gern nennt man das Dialog.

  13. hessenhenker schreibt:

    Ja und? WO ist denn hier der Nachrichtenwert?
    Nichts Neues! So sind sie halt, die Pastorinnen.
    Das weiß doch auch die englischsprachige Welt längst.

    Aber jetzt gibt es ja endlich die von mir gegründete „Kirche der Ungläubigen Hunde“ und alles wird gut.

  14. andreh schreibt:

    solche kommentare lässt ein mitarbeiter des kölner bürgermeisters öffentlich von sich?
    das doch nix anderes als „der jud is an allem schuld“, nur im linken neusprech gewand.

    zu der pfaffin erspar ich mir jeden kommentar, die deutschen evangelen ekeln mich immer mehr an. naja, was will man von einer sekte erwarten, deren führer ein hasserfüllter anisemit war.

    was mir immer stärker auffällt, ist die verharmlosung der hamas, hier blüht uns noch schlimmes.

Seid gut zueinander!

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