Verbrennt ruhig unsere Bücher – aber kauft sie!

Immer mal wieder wird in unserer Zeit zu einer Büchervernichtung geladen, die dann doch jedes Mal abgeblasen wird. Mal ruft Martin Zet zum Bücherrecyceln des Werkes „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin nach Berlin, mal ruft Terry Jones zur Bücherverbrennung des „Koran“ nach Gainesville.

Hiermit erklären wir als Autorinnen und Autoren, dass wir das Recht jedes Menschen unterstützen, unsere Bücher zu verbrennen, so lange sie die Bücher nur kaufen!

Wir wissen, dass unsere Freiheit, ohne Furcht vor Verfolgung kreativ, journalistisch und wissenschaftlich arbeiten zu können, der durch das Grundgesetz garantierten Meinungs-, Presse-, und Kunstfreiheit geschuldet ist.

Zu dieser Freiheit gehört, dass sich jeder Mensch nach seinem ureigensten Geschmack zu der jeweiligen Kunst verhalten darf. (Siehe auch: „Wo das Verbrennen von Büchern verboten ist“)

Bücher können zum Lesen, zum Beschweren, zur Verzierung, als Installation, aber auch zum Verbrennen genutzt werden, meinetwegen auch als regenerative Energie – oder aber, wenn es unbedingt sein muss, auch dafür, dass der Tisch in der Küche nicht mehr wackelt.

Wir gestehen zwar ein, dass wir uns geehrt fühlen, wenn unsere Bücher gelesen werden und empfehlen die Lektüre selbstverständlich weiter, aber ein bloßes Verbrennen unserer Werke, solange sie gekauft und bezahlt werden, geht auch in Ordnung.

Wir rufen ganz besonders Gott, Allah und die Gebrüder Grimm auf, sich unserer Erklärung anzuschließen. Es wäre schön, wenn sie ihre Macht nutzen könnten, um sich uns zu offenbaren – es geht hier schließlich um Menschenrechte.

Wir laden alle anderen Autorinnen und Autoren ein, mit uns in Kontakt zu treten, damit auch für ihre Bücher gilt:

Verbrennt ruhig unsere Bücher – aber kauft sie!

Nutzen Sie einfach die Kommentarspalte oder schreiben Sie an kunstgegenbares@hotmail.de

***

Henryk M. Broder schlägt vor, gleich sein gesamtes Werk zu verbrennen, besonders zu empfehlen sind folgende Bücher:

„Vergesst Auschwitz“
„Hurra, wir kapitulieren“

„Kritik der reinen Toleranz“
„Der ewige Antisemit“

Hannes Stein möchte kein spezielles Band seines Ouevres für eine Verbrennung hervorheben und überlässt lieber Amazon die Nennung seiner bedeutendsten Werke:

„Endlich Nichtdenker!“
„Immer Recht haben. Der endgültige Ratgeber“
„Enzyklopädie der Alltagsqualen“

Roland Hornung empfiehlt: „Nicht-lineare Optimierung“(Gerd Buurmann gibt zu: „Ich wette, ich bin nicht der einzige Mensch, der als Schüler mal sein Mathebuch verbrannt hat.“)

Cora Stephan empfiehlt:

„Angela Merkel. Ein Irrtum“
„Die Betroffenheit. Eine politische Sittengeschichte.“

Alex Feuerherdt empfiehlt: „Verratene Freiheit“

Isabel Rohner empfiehlt: „KunstmörderIn“

Nathan Ceas empfiehlt: „Der lange Weg“

Vera Lengsfeld empfiehlt:

„Ich wollte frei sein. Die Mauer, die Stasi, die Revolution“
„Von nun an gings bergauf. Mein Weg zur Freiheit“

Michael Miersch und Dirk Maxeiner empfehlen: „Frohe Botschaften“

Reinhard Mohr empfiehlt:

„Meide Deinen Nächsten. Beobachtungen eines Stadtneurotikers“
„Der diskrete Charme der Rebellion. Das Leben mit den 68ern“

Michael Schönen empfiehlt: „Frohe Kunden“ und fügt hinzu: „Ein brandheißer Band voll zündender Pointen! „Voll der Burner“, wie die Jugendlichen sagen würden. Aber immer dran denken:
Bücher stets erst nach dem Kauf
auf den Scheiterhaufen rauf!“
)

Tilman Tarach empfiehlt: „Der ewige Sündenbock“

Gerd Buurmann schlägt vor, die Seiten 89 bis 92 aus „Reinschrift 2: Kölner Anthologie“ zu reißen, um sie zu verbrennen.

Monika Winter empfiehlt: „Die Klagemauer in Köln – Alter Hass in neuen Kleidern“

Alexei Pavlovic gibt sein Gedicht in „Liebeslänglich“  auf Seite 52 dem Feuer preis, denn er weiß zu berichten: „Heinrich Mann hatte seinerzeit geschrieben, viele Studenten sahen die Bücherverbrennung als tolle Chance an, kostenlos an gute Literatur zu kommen und viele Bücher seien gar nicht im Feuer, sondern in den Taschen der Studenten gelandet. Also: Verbrennung als Qualitätsinstanz!“

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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