Schlagen und ficken

«Der Mann braucht Sex, darum kann er seine Frau, wenn sie sich weigert, im Extremfall schlagen.»

Im April 2010 sendete das Schweizer Fernsehen SF1 eine Sendung mit dem Titel „Hinter dem Schleier“. In dieser Sendung sagte der Sekretär der muslimischen Gemeinde Basel, dass der Mann seine Frau schlagen dürfe, wenn sie sich weigert, die Ehe mit ihm zu vollziehen, da sonst die Gefahr bestehe, dass der Mann fremd gehe und «das wird vom Islam nicht gewünscht.»

Das ist so eine typische verquere „Logik“, wie man sie nur in männerdominierten Religionen findet: Männer verlieren angeblich ihren Verstand, wenn sie schöne Frauen sehen, und rasten aus. Jetzt werden aber nicht diese wilden Bestien in Ketten gelegt, sondern die Frauen unter Stoff gesperrt.

Aziz Osmanoglu sagt: «Der Mann braucht Sex, darum kann er seine Frau, wenn sie sich weigert, im Extremfall schlagen.»

Gerichtspräsident Claudius Gelzer beurteilte Osmanoglus Erklärungen zwar als verwerflich, da Gewalt gegen Frauen streng zu verurteilen sei und seine Aussagen weder moralisch noch ethisch in Ordnung seien, sprach den Angeklagten aber dennoch frei: «Man kann Ihnen nicht vorwerfen, dass Sie jemanden direkt zu diesen Taten aufgefordert haben.»

Ach so, er hat nicht direkt zur Gewalt aufgefordert. Er hat nur gesagt, dass Gewalt gegen Frauen im Extremfall in Ordnung geht. Dann stelle ich jetzt auch mal eine These in den Raum, die ich ausdrücklich nicht als Aufruf zur Gewalt verstanden sehen möchte:

«Die Frau braucht die Sicherheit ihrer leiblichen Unversehrtheit, darum kann sie einen Mann, wenn er das Schlagen von Frauen zur akzeptable Alternative erklärt oder es gerichtlich erlauben lässt, das Schlagen von Frauen zur akzeptablen Alternative zu erklären, im Extremfall schlagen.»

Man möge es mir bitte nicht als Aufruf zur Gewalt auslegen, sondern nur als ernst gemeinte Frage: Was bitte soll eine Frau, die keine Lust hat, dass ihre Menschenrechte von religiösen Fanatikern beschnitten werden, davon abhalten, einem Mann wie Aziz Osmanoglu, der sagt, im Extremfall hat eine verheiratete Frau nun mal keine Menschenrechte, mal ordentlich die Fresse zu polieren?

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About tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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