„Auge um Auge, Stein um Stein“

von Stefanie Galla

Früher hieß es, Juden würden Brunnen vergiften und aus dem Blut christlicher Kinder Matzen backen. Später dann, der Jude sei ein Dämon der Zersetzung, ein Parasit, der ganze Völker befällt. Heute glaubt man, Israel sei die größte Bedrohung für den Weltfrieden. Wobei niemand fragt, welcher Weltfrieden überhaupt gemeint sein könnte – bei all den Kriegen und Konflikten, die derzeit stattfinden.

Der Glaube, Juden seien Brunnenvergifter und Volkszersetzer, gilt als Antisemitismus, während der Vorwurf, der jüdischen Staat gefährde den Weltfrieden, unter “legitime Israelkritik” fällt. 65 % der Deutschen sahen bereits im Jahre 2003 in einer von der EU beauftragten Umfrage in Israel die größte Bedrohung für diesen Weltfrieden. …

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Und hier noch ein Auszug aus einem lesenswerten Artikel des Tagesspiegel von Malte Lehming:

Aber wer die Frage, was im 21. Jahrhundert antisemitisch ist, vorrangig in den Dimensionen von Auschwitz diskutiert, will die Debatte beenden, bevor sie begonnen hat. Soll man über aktuelle Formen der Diskriminierung von Frauen nicht reden dürfen, weil keine Hexen mehr verbrannt werden? Darf man keine Homophobie mehr beklagen, weil wir die Homo-Ehe und einen schwulen Außenminister haben? Gemessen an der Hexenverbrennung gibt es keine Frauendiskriminierung mehr. Gemessen an Streicher ist niemand ein Antisemit. Ressentiments wandeln sich, in der Regel von plump zu subtil. Wer früher „Scheiß-Ausländer“ sagte, schwadroniert heute über „kulturelle Überfremdung“. Und das Motto des „Stürmers“, das die Zeitschrift seit 1927 auf ihrer Titelseite hatte – „Die Juden sind unser Unglück“ –, heißt in moderner Übersetzung: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden“ (Günter Grass). Damals wie heute werden dem Gegner zerstörerische Allmachtsfantasien unterstellt sowie die reale Fähigkeit, diese auch auszuleben. Aus „den Juden“ ist die Chiffre „Israel“ geworden, also das Land selbst, nicht etwa eine bestimmte Regierung oder Politik.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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