Die KVB rettet die Welt

Heute habe ich eine wahrhaft lächerliche Werbung der KVB gesehen:

„Unser Klima ändert sich messbar. Extreme Wetter-Ereignisse auch in Köln: häufige Hitzewellen im Sommer mit langen Trockenperioden und tropenartigen Regen. Ihr Beitrag zum Klima? Mehr Bus & Bahn fahren. Nachhaltig die Umwelt schützen mit dem MonatsTicket im Abo. Ihre KVB.“

Großartig, die KVB will die Umwelt schützen. Sie schafft es zwar nicht einmal, in angemessener Zeit eine neue Bahnstrecke zu bauen oder eine Rolltreppe zu reparieren, aber das Klima will sie retten. Die KVB hat zwar mit dem Einsturz des Stadtarchivs die Geschichte Kölns in Grund und Boden versenkt, aber bei der Zukunft ist sie zuversichtlich. Die KVB denkt sich wohl: Was in der Zukunft liegt, kann nicht kaputt gemacht werden. Kein Wunder, dass da die KVB dabei ist.

Liebe KVB,

Hitzewellen im Sommer sind nicht extrem! Lange Trockenperioden und tropische Regen auch nicht. Unsere Vorfahren nannten das August! Könnte die KVB bitte ein bißchen weniger dramatisch sein? Obwohl, wenn für die KVB Hitze im Sommer extrem ist, dann wundert es mich nicht, dass regelmäßig im Sommer die Bahnen der KVB ausfallen.

Der Kölner Dom wurde dank Erzbischof Gennep auch durch Gelder des Ablasshandels finanziert. Da kam der Luther, und er hat sein großes »Halt!« gesprochen. Seit jenem Tage blieb der Bau des Domes unterbrochen. Die KVB will sich jetzt wohl auch durch Ablasshandel finanzieren. Die Behauptung der KVB, mit dem Kauf und der Nutzung des MonatsTickets der KVB tue man schon nachhaltig was Gutes für die Welt und das Klima, hat jedenfalls ein bißchen des Charme des Ablasshandels:

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt.“

Liebe KVB,

ich brauche Dich nicht für mein Seelenheil. Ich habe mir das MonatsTicket nicht gekauft, um mit Dir die Welt zu retten. Mein MonatsTicket soll mich von A nach B bringen und zwar im Abo, also durchgehend! Egal ob draußen Sommer ist oder Winter. Hör also auf, normales Wetter als extrem zu bezeichnen. Zieh das kindische Superman-Kostüm aus, mit dem Du die Welt retten willst und zieh die KVB-Uniform an, damit Dein Betrieb in Köln läuft. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Fahrplan, der 24 Stunden lang öffentlichen Nahverkehr in der Millionenstadt Köln bietet? Nicht mal das kriegt die KVB bisher hin!

Wer nicht mal Köln angemessen versorgen kann, sollte die Welt mit seinen Plänen in Ruhe lassen! Mit meinem Fahrgeld helfe ich nicht nachhaltig der Umwelt. Ich tue was für die KVB. Ich zahle!

Liebe KVB,

hör auf, Entschuldigungen zu suchen und biete Service, der auch die Hitze übersteht. Hitze gab es damals schon. Die Maschinen unserer Eltern haben auch funktioniert! Verarsche mich also nicht! Die KVB ist keine Religion, keine Umweltorganisation und keine NGO. Die KVB ist ein Verkehrsbetrieb. Sei das. Aber gut!

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