Die Sorge um den Islam

Laut der französischen Nachrichtenagentur AFP wurde am 30. Mai 2014 ein 29-jähriger Mann an einem Busbahnhof in der Hafenstadt Marseille festgenommen, der im Verdacht steht, den Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel verübt zu haben, bei dem vier Menschen ermordet wurden. Die AFP schließt einen islamistischen Hintergrund nicht aus. Die AFP berichtet, der Mann soll Mehdi Nemmouche heißen und im Jahr 2013 nach Syrien gezogen sein, um dort als Dschihadist gemeinsam mit Islamisten zu kämpfen.

Viele Medien, die bisher über die Festnahme berichtet haben, bezeichnen den mutmaßlichen Täter als Franzosen. Sie vermeiden peinlichst den Hinweis auf seine religiösen und politischen Überzeugungen. Der mutmaßliche Täter fühlt sich dem Islam verpflichtet. Mir ist schon klar, er hat den Islam vermutlich nur missbraucht, und den Koran nicht wirklich verstanden. Geschenkt! Ich hoffe aber, dass sich deshalb jetzt nicht wieder so viele Leute Sorgen um das Bild der Muslime machen.

Nicht selten, wenn irgendwo ein Jude von einem Islamisten ermordet wird, macht sich sogleich die Sorge breit, der Islam könne von dieser Tat Schaden nehmen. Wenn ein Jude von einem Nazi ermordet wird, dann fragt natürlich niemand nach dem Bild Deutschlands. Es wäre schließlich auch rechtsradikale Dreckscheiße, sich um das Bild Deutschlands zu Sorgen, wenn ein Jude von einem Deutschen ermordet wird. Im Falle des Islams aber ist das ganz anders.

Nach dem terroristischen Attentat von Mohamed Merah zum Beispiel, der im Jahr 2012 drei Kinder und einen Erwachsenen tötete, weil sie Juden waren, sorgten sich nicht wenige Menschen um das Bild des Islams. Die Tagesschau fragte: „Werden die fünf Millionen französischen Muslime durch die Morde von Toulouse noch weiter an den gesellschaftlichen Rand gedrängt?“ Der Rektor der Großen Moschee in Paris mahnte: „Man darf die zu 99,9 Prozent friedliche muslimische Religion nicht mit der kleinen Gruppe von Leuten verwechseln, die entschlossen sind, eine Bluttat zu verüben.“

Nehmen wir den Rektor der Grossen Moschee in Paris mal beim Wort. Es gibt schätzungsweise 1,3 Milliarden Muslime und rund 15 Millionen Juden auf der Welt. Selbst wenn “nur” 0,1% aller Muslime fanatische Judenhasser sind, die bereit sind eine Bluttat zu begehen, dann kommt ein solcher wahnsinniger Judenhasser auf zehn Juden. Jeder Minjan auf der Welt hat somit einen persönlichen Todfeind, bereit Amok zu laufen. Sehr beruhigend klingt das nicht. 0,1 Prozent der Muslime hasst 100 Prozent der Juden. Das klingt nicht sehr beruhigend, wenn diese 0,1 Prozent Kinder ermordet, weil sie Juden sind.

In den nächsten Tagen sollte uns nicht die Sorge um den Islam herumtreiben, weil Muslime hier und da auch zu Unrecht zu Tätern gemacht werden. Der Islam ist nur eine Ideologie! Wir sollten uns um Juden sorgen. 100 Prozent aller Todesopfer der letzten Jahre, die in Europa aufgrund des Nahostkonfliktes zu beklagen sind, Juden waren oder Menschen, die für Juden oder Freunde von Juden gehalten wurden.

„Unter Freunden muss man sich auch mal unangenehme Wahrheiten sagen können.“

Dieser Satz kommt immer, wenn irgendwo irgendwer Israel kritisiert. Bisher war dieser Satz jedoch eine Einbahnstraße und kam immer, wenn Europa Israel kritisierte. Das muss sich ändern! Wenn es eine Freundschaft zwischen Europa und Israel gibt, wird es Zeit, dass auch Europa mit einer unangenehmen Wahrheit konfrontiert wird:

Der europäische Umgang mit dem Nahostkonflikt hat dazu geführt, dass in Europa Menschen ermordet werden, weil sie Juden sind!

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