Friedenstauben mit dem Hakenkreuz

Ein Gastbeitrag von Tano Bokämper

Wenn ich mich selbst politisch einordnen müsste, dann würde ich mich eindeutig als linksliberal einstufen. Natürlich wird man von seinem persönlichen Umfeld entsprechend geprägt und so ist es nur selbstverständlich, dass mein soziales Umfeld aus ähnlich gesinnten Menschen besteht. Auch wenn wir manchmal in heftige Diskussionen verfallen, so besteht in meinem Freundeskreis im Großen und Ganzen Einigkeit über Toleranz, Gleichberechtigung, Asylrecht und universelle Menschenrechte. Nur was das Thema Israel und Nahostkonflikt angeht, so stehe ich mit meiner Haltung oft alleine da!

Nun möchte ich meinen engsten Freunden natürlich auf gar keinen Fall unterstellen, in Wirklichkeit verkappte Antisemiten zu sein, die versuchen die „deutsche Schuld“ mit der „jüdischen Schuld“ zu relativieren. Meistens ist es einfach Unwissenheit. Zum Beispiel der Irrglaube, Israel sei von Amerika eingerichtet worden und hätten 1948 den Krieg nur durch amerikanische Finanzspritzen gewinnen können. Die Bedrohung Israels sei ein Vorwand der USA um den Iran anzugreifen etc. Unter Anderem viele Argumentationsmuster die mir neuerdings in der „linken“ Friedensbewegung verstärkt auffallen.

Ich möchte hier auf gar keinen Fall eine Lanze für einen israelischen Angriff auf den Iran brechen, oder ihn als Möglichkeit der Konfliktlösung betrachten, stelle mir jedoch die ein oder andre Frage: Wie ist es möglich, dass Leute, die für universellen Frieden eintreten, ein Regime in Schutz nehmen, das öffentlich der Zivilbevölkerung eines anderen Staates die Existenzberechtigung abspricht, in Schutz genommen wird, ja der Bedrohte sogar zum Aggressor erklärt wird?

Wie ist es möglich, dass die selben Leute, die Banner mit dem Spruch „Kein Mensch ist illegal“ hochhalten, die Existenz von Juden in Palästina als Provokation empfinden? Weil sie verkappte Antisemiten sind? Oder sind es möglicherweise die Quellen, aus denen sich informiert wird?

So wurde mir von wohlmeinenden Freunden des Öfteren der Youtube-Kanal einer Organisation namens Wissensmanufaktur empfohlen. In den meisten Videos der selbsternannten Wissensmanufaktur geht es um Kapitalismuskritik, die von einem recht sympathisch wirkenden Wirtschaftswissenschaftler namens Andreas Popp in recht schlüssiger Argumentation vorgetragen werden.

Ich hatte mir zwei, drei Videos dieses Herrn Popp angeschaut und auch wenn ich ein zwei Sachen mit Skepsis betrachtete, so hielt ich das Ganze für linke Kapitalismuskritik eines seriösen Wissenschaftlers, der sich entsprechende Gedanken macht. Bis ich auf ein Video mit dem Inhalt Israel-Iran Konflikt stieß. Da wurden von dem eben noch seriösen Andreas Popp auf einmal wilde Verschwörungstheorien geäußert, und angebliche Geheiminformationen, ohne zu erwähnen, warum ausgerechnet er diese „geheimen“ Informationen haben soll.

Ich wurde skeptisch, da sich das Ganze in meinen Augen doch sehr nach „amerikanisch-jüdischer Weltverschwörung“ anhörte. In einem weiteren Video tauchte dann jener Andreas Popp im Interview mit einem Herrn Prof. Dr. Michael Friedrich Vogt auf. Prof. Dr. Vogt ist nach Angaben der Wissensmanufaktur ebenfalls mitwirkender Autor und Initiator dieses „Onlinedienstes.“ Zu seiner Person gibt es einiges zu erzählen:

Herr Dr.Vogt ist Mitglied der ultrarechten, Münchener Burschenschaft Danubia. Die Burschenschaft Danubia erlangte 2001 deutschlandweite Bekanntheit, weil sie einem rechtsradikalen Gewalttäter Unterschlupf gewährten, und steht seit den 70er Jahren unter Beobachtung des bayerischen Verfassungsschutzes. Voght wurde 2007 als Professor an der Uni Leipzig rausgeschmissen, weil er einen Film Produziert hatte, in dem Rudolf Hess als Friedensbringer und Mordopfer des britischen Geheimdienstes dargestellt wurde. Heute verdient er sein Geld mit geschichtsrevisionistischen Vorträgen, die Adolf Hitler vom Vorwurf der Schuld am 2. Weltkrieg rehabilitieren sollen.

Nach eigenen Angaben der Wissensmanufaktur wirkt an ihrem Projekt auch ein Herr Dr. Karl Albrecht Schachtschneider mit. Dr. Schachtschneider gründete 1994 eine kleine rechtspopulistische Splitterpartei namens Bund freier Bürger, hält regelmäßig Vorträge bei allen rechtspopulistischen Vereinigungen, die es gibt, und unterstützt die AFD im Wahlkampf. Desweiteren publiziert Schachtschneider des Öfteren in der Jungen Freiheit und im Verschwörungsmagazin Compact des Herausgebers Jürgen Elsässer.

Die Wissensmanufaktur scheint im Allgemeinen die Verbrüderung mit Herrn Elsässer nicht zu scheuen. Herr Elsässer ist vor allem für Zitate bekannt wie: „Mit Staatsknete wird Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden.“

2009 bekam er eine Privataudienz bei Machmud Ahmadinejad und meinte, man dürfe dem Iran keine „deutschen Holocaust Meinungsgesetze“ aufzwingen!

Zur Person des Hauptinitiators Andreas Popp gibt es noch zu erwähnen: Laut Psiram (früher Eso Watch) ist Popp ist bekennender Anhänger der „Germanischen neuen Medizin“ des Dr. Ryke Gerd Hamer. Einem Mediziner, dem 1986 die Approbation entzogen wurde, weil seine Theorie, “der Krebs wurde von den Juden erfunden um Chemotherapien verkaufen zu können“, von der Ärztekammer nicht als medizinische Lehrmeinung akzeptiert wurde! Hamer saß wegen Betruges mehrfach in Haft und hat ca. 80 Patienten auf dem Gewissen, die seinem „medizinischen“ Urteil vertrauten!

Zu jedem Einzelnen auf der eigenen Homepage aufgeführten Mitwirkenden der Wissensmanufaktur sind mindestens Kontakte in die rechte Szene nachweisbar!

Wer jetzt noch glaubt, die Wissensmanufaktur sei eine harmlose Organisation, die lediglich Systemkritik ausübt und für Freiheit und Frieden eintritt irrt gewaltig. Es handelt sich vielmehr um ein Bündnis brauner Esoteriker, die sich im Gewand eines pazifistischen Systemkritikers tarnen. So traten in letzter Zeit häufig auf den, eigentlich linken, Montagsdemos Mitglieder der Wissensmanufaktur als Redner auf. Sie geben vor, für Frieden und gegen ausbeuterischen Kapitalismus zu sein und bedienen sich linker Rhetorik. Meist erhalten sie Beifall von naiven Gleichgesinnten, nur mit dem Unterschied, dass sie ein ganz klares Ziel der Schuldzuweisung für alle Missstände dieser Welt haben. Selbstverständlich „die Juden“!

Positionen, die jeder vernünftige Mensch sofort unterschreiben würde, dienen als Lockmittel, um Leute für antisemitische Verschwörungstheorien zu gewinnen. Beispielsweise die Behauptung, dass Banken verdienen, wenn sie Kriege finanzieren, ist natürlich ein unstrittiger Fakt. Da würde niemand widersprechen! Wem gehören die Banken? Goldman Sachs, Bankhaus Rothschild. Natürlich “ Juden“!

So wird durch einfaches Namedropping aus dem Einsatz für den Weltfrieden ganz schnell Antisemitismus! Und dass die Juden eine unterdrückerische, kriegstreiberische Gesinnung haben, verdeutlicht sich ja an ihrem Umgang mit den Palästinensern.

Ich möchte hier keineswegs die tatsächlichen palästinensischen Opfer des Nahostkonfliktes kleinreden, jedoch sollte jedem vernünftigen Menschen klar sein, dass Israel, weder jemals einen Genozid an den Palästinensern begangen hat, noch einen plant oder durchführt. Trotzdem tauchen auch in der Friedensbewegung immer wieder Behauptungen auf, Israel würde die Palästinenser behandeln, wie die Nazis einst die Juden.

Ganz klar, wer für universelle Menschenrechte eintritt, muss einen solchen Missstand natürlich anprangern dürfen, ohne gleich als Antisemit dargestellt zu werden! Immerhin wird Israel auch von Amnesty International und der UN wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt. In derart seriösen Gremien, die sich für universelle Menschenrechte stark machen, sitzen mit Sicherheit keine Antisemiten. Oder?

Das dachte ich auch! Bis ich auf einen Herrn Dr. Alfred de Zayas stieß. Dr. Alfred de Zayas ist UN-Sonderberichterstatter für die Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung, Mitglied bei Amnesty International und sitzt im Kuratorium der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. De Zayas ist Mitglied einer schlagenden Verbindung in Tübingen und hält das Recht auf Leugnung des Holocaust ebenfalls für ein universelles Menschenrecht. 2005 machte er sich für die Abschaffung des französischen Loi Gayssot stark, dass Holocaustleugnung in Frankreich unter Strafe stellt. Auch ist er Beiratsmitglied des Zentrums gegen Vertreibungen des Bundes der Vertriebenen (BdV) in Berlin. 2004 erhielt er den Menschenrechtspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft. In seinem 1979 erschienenem Buch „Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle“ machte de Zayas die Juden für stalinistische Kriegsverbrechen an Deutschen während des 2. Weltkrieges verantwortlich. In weiteren Publikationen stilisiert er Nazideutschland gerne als Opfer der Alliierten und relativiert jüdische Opfer des 2. Weltkrieges durch Dramatisierung der Vertreibung der Sudetendeutschen. Desweiteren nahm Herr Dr. de Zayas 2005 auf dem Hause der bereits erwähnten Burschenschaft Danubia zusammen mit Horst Mahler, Deutschlands berühmtesten Holocaustleugner, an den sogenannten Bogenhausener Gesprächen teil.

Eine Veranstaltung zu der jährlich rechte Politiker, Geschichtsrevisionisten und sämtliche Holocaustleugner, die es gibt, zu Vorträgen geladen werden. Selbst Mitglieder des ultrarassistischen Ku Klux Klans sind auf der Referentenliste der Burschenschaft Danubia vertreten.

Natürlich drängt sich dem Leser hier die Frage auf, was ich damit erklären will. Dass ein paar rechte Spinner Israelkritik als Podium für die Verbreitung von Antisemitismus nutzen, ist doch keine neue Erkenntnis! Das kann doch im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass legitime Kritik auch als Antisemitismus gewertet wird? Natürlich nicht!

Aber diese Rechten sind gefährlicher als Andere! Sie sehen aus wie Linke, sie argumentieren wie Linke es tun, und sie geben vor, die selben Werte zu haben. Weil sie einem so ähnlich erscheinen, vertraut man ihnen und wird empfänglich für Ihre Argumentation. Konrad Adenauer hat einmal gesagt: „Die Rechten und die Linken geben sich hinter meinem Rücken die Hand!“

Also passt auf, dass Ihr nicht den Falschen die Hand gebt. Manche Friedenstauben tragen keinen Ölzweig im Schnabel sondern das Hakenkreuz!

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116 Antworten zu Friedenstauben mit dem Hakenkreuz

  1. Kanalratte schreibt:

    Diese (leider etwas kleine) Grafik zeigt wie aus linken Mehrheiten im Jahre 1928 rechte Mehrheiten im Jahre 1932 wurden. (Vergleiche 1928 mit 1932 und sehe die verblüffende Ähnlichkeit)
    Dieser Richtungswechsel betrifft hauptsächlich die roten und dunkelroten Gebiete aus dem Jahre 1928, mit Ausnahme vom schwarzen Baden und der schwankend rot/schwarzen Pfalz und Württemberg. Die Einzigen die schon 1928 Deutschnational wählen sind Pommern und Ostpreußen. Die tiefschwarzen Gebiete bleiben bis zur letzten regulären Wahl im Jahre 1932 erhalten.
    Einzig der tiefrote Wahlkreis Düsseldorf-Ost und der rote Wahlkreis Leipzig bleiben 1932 auf linkem Kurs.

    Daraus kann man schlussfolgern, dass also in erster Linie die roten Wähler (darunter die Arbeiterklasse) im Jahre 1928 bis 1932 zur braunen Wählerschaft wurde.

    Warum?

    Nun ich glaube, dass links(extrem) nicht unbedingt so weit von rechts(extrem) entfernt ist, wie man das fälschlich annimmt und dass insbesondere die Arbeiterklasse, für die die NSDAP dann auch neue Partei wurde, politisch potentiell von beiden Seiten abgedeckt werden kann.

    Wer sagt dass Wählerschichten aus Konservativ-Rechts vom Denken damals näher an NSDAP waren als die SPD, hat demnach unrecht.

  2. Herr Karl schreibt:

    Fundstück heute beim antiamerikanischen und antizionistischen linken Querfront-Blog „LinkeZeitung.de“:
    „Die Ent­führung der drei Jeschiwa-​Studenten in der West­bank am Don­ner­stag war im Voraus bestellt – durch Israel.“

    http://www.linkezeitung.de/index.php/ausland/naher-osten/925-israelis-koennen-versuchen-aber-sie-koennen-die-besatzung-nicht-ignorieren

    • Kanalratte schreibt:

      Man muss sich zwangsläufig die Frage stellen, aus welchen ursprünglichen Gründen ein großer Teil der Linken so Israelfeindlich und auch USA-feindlich eingestellt sind.

      Die Linken sind ja ein heterogenes Sammelbecken, insofern mischen sich dort die Abneigung gegen Juden und die Ablehnung von Israel und USA aus Prinzip, zusammen mit anderen Gründen.
      Frei von antisemitschen Ansichten sind die Linken ganz sicher nicht, schlimmer noch ist aber ihre verquerte Sicht der Dinge, im Ausland! lieber zu Terrorgruppen, Frauenfeinden, Antisemiten, Christenhassern und Diktaturen zu halten, sich quasi aber im Inland! dazu entschließen den freiheitlichen Westen als „das Böse“ zu hassen.
      Für manche Linken verkörpert Israel z.B. „das Böse“ während jene Menschenfeinde auf der anderen Seite der Grenze mit Solidarität überschüttet werden, die Ansichten vertreten, für die man in Deutschland von eben jenen Linken als „Frauenfeind“ oder „widerlicher Nazi“ und Sonstiges bezeichnet werden würde.

      Es ist diese Doppelmoral und diese Inkonsequenz die Linke so widerlich machen.

      • Aristobulus schreibt:

        Ja, Kanalratte. Und dazu dieses widerliche Geheul mit allen Wölfen, die von solchen Linken für ihre Skrupellosigkeit bewundert, bezahlt und hofiert werden – weil diese Zikadenlinken selbst nicht im Anflug die Eier haben, um irgend ein Wässerchen zu trüben oder um selber Wolf zu sein. Drum zikadisieren die so, und drum klatschen die so gerne den Widerlingen Beifall.

        Und danach, nach der großen Vernichtung, wollen sie’s wieder nicht gewesen sein und fordern allerlei Schluss-Striche.

      • caruso schreibt:

        Lieber Kanalratte, diese Einstellung der Linken hat zwar mit Moral auch zu tun, aber ich vermute, es hat noch viel mehr mit Dummheit, mit Denkunfähigkeit zu tun. Wenn man zu lange links denkt, verlernt man das Denken, was man auch daran sieht, daß die Linke die Widersprüchlichkeit ihres Denkens nicht merken.
        lg
        caruso

  3. no dhimmi schreibt:

    Ein grundsätzlich interessanter, aber aufgrund der verqueren deutschen Einordnung von Dingen sollte man folgendes klarstellen:

    1. Sie bezeichnen sich als „linksliberal“. Links heißt, daß der Staat die wirtschaftlichen Entscheidungen für die Bürger unter Zwang trifft – liberal (zumindest noch im deutschsprachigen Raum) heißt, daß der Bürger seine wirtschafltichen Entscheidungen unter dem Schutz des Staates selbst trifft. Sind Sie jetzt also links oder liberal?

    2. Sie behaupten, daß jemand schlüssig den Kapitalismus kritisiere. Der Kapitalismus ist ein auf Logik aufgebautes System. Man kann ihn also dialektisch und absurd kritisieren, auf keinen Fall aber schlüssig. Gegen Sie mir gerne ein Zitat, das angeblich schlüssig den Kapitalismus kritisiert und ich beweise Ihnen, daß es das nicht tut.

    3. Sie wirken insgesamt verwundert, wie Antikapitalismus, Antisemitismus, nationaler und internationaler Sozialismus Hand in Hand gehen. Das ist das Ergebnis deutscher Schulbildung. Tatsächlich sind die Prämissen und Ziele der Nazis und der Sozis identisch:
    – Biologisches Verständnis des Staates
    – Das Individuum muss sich dem Kollektiv unterstellen, notfalls mit dem Leben
    – Störende Elemente werden bestraft, vertrieben oder getötet (in beiden Systemen gab es ein Judenprogrom!)
    – Keine Wahlfreiheit
    – Pressezensur

    • Aristobulus schreibt:

      🙂

      Nicht übel, Nodhimmi. Lässt sich davon was widerlegen? Ich denke nicht.
      Bloß lässt sich bestreiten, dass die Marktwirtschaft (um den Ausdruck zu verwenden) ein auf Logik aufgebautes System sei. Die Beobachtungen, wie Marktwirtschaft funktioniert oder wie sie besser funktioniere, sind auf Logik ausgebaut, und sie widersprechen einander häufig in ihrer Logik (den Logiken). Aber die angewandte Marktwirtschaft, ohne beschrieben zu sein, ist ein Ding aus dem menschlichen Handeln, mithin aus der Urzeit, als noch nichts besonders logisch gewesen ist.

  4. Aristobulus schreibt:

    … ah ja. Finde (auf der Suche nach der genialisch abstrusen Formulierung „Israel… Garten des Bösen“) grad bei Thomas Haury den erbaulichen Schlüsselsatz aus der DKP-Fischeinwickelzeitung „Unsere Zeit“ von 1975:

    „… die zionistischen Kreise, jüdische Bourgeoisie und Monopole in und außerhalb Israels, die von der gesamten kapitalistischen Welt unterstützt werden… Israel… Garten des Bösen, der ein einziges Kontinuum des Verbrechens gegen die Menschlichkeit ist…. Der Zionismus wehrt sich vehement gegen ein friedliches Zusammenleben der Völker. Wegen der durch keine Vernunft und Menschlichkeit gebundenen Ungeheuerlichkeit zionistischer Aggression ist der Zionismus nicht nur der unversöhnliche und unreformierbare Feind der Palästinenser, er ist auch unser Feind, er ist der Feind aller Menschen.“

    Da wird geschrieben, wie der himmlersche Schnabel gewachsen ist. So war sie und ist sie, die Diktion der Ultralinken, ebenso nazistisch wie Bolle oder wie die vom kleinen Ali von der Hamas. Das einzig auszutauschende Wort ist „Menschlichkeit“: Ein Austausch fällt wegen des Mangels an Menschlichkeit in diesem Ausriss sehr leicht. Was nehm ich denn: Da nehm ich doch „Reinheit des Volkskörpers“. Passt, sitzt, wackelt und hat Luft, weil die Nazis über eben diese so redeten & reden, wie die weitaus zahlreicheren und einflussreicheren Ultralinken und Antiimps über „Menschlichkeit“.
    Und wegen der islamischen Version nehm ich: „Demütigung der islamischen Völker“. Weil die der nazistischen Version näher stehen als der ultrasalonlinken. Wegen des Nationalislamismus.

    Der schäumende Furor hat sich seit 1975 freilich verändert, ist milder und tattriger geworden, naturgemäß nicht in Nahost, wo er vitriolhaltiger gischtet und giftet denn je!, aber in Europa erscheint er als gemäßigter Antisemitismus der Süddeutschen oder beim Jakob Augenstein (auch in der ARD, in der ZEIT usw. usf.), die bürgerliche Kreide der Wohlanständigkeit geschluckt haben, um sanft das Gleiche zu murmeln.

    Ach ach. Wieder ein Dämpfer des WahrenSchönenGuten mitten aus der Realität. Das hat nich‘ sollen sein 😉

    • Mr. Römpöm schreibt:

      Der Text ist wirklich gelungen, du nennst den Angelpunkt, der, wie so oft, eine freistehende – und damit i.d.R. auch leicht, obgleich nur als ganzes Bildkonstrukt autauschbare – Metapher darstellt. Im Fall von Haurys Bearbeitung wurde die GESAMTE Metapher aus völlig überforderten Händen zurückgeholt, auf die wesentlichen Themenpunkte neu referenziert, und so ergeben sich wirklich viele sinnvolle Argumentationen, die Vernunft ins Thema zurückbringen. Weit vorne!

      Ein Großteil der deutschen/europäischen Linken „führt“ also immer noch nur einen Ersatz-Befreiungskampf, sie kämpft für eine projektive Surrogat-Revolution in anderen Weltgegenden, nachdem die zunächst teilweise authentische Linke der späten 60er Jahren an der Komplexität der hiesigen Verhältnisse gescheitert ist (mit Ausnahme des eher analytisch-bedächtigen Gremliza vielleicht). Kurz: diese Verhältnisse und alle, welche darüber zumindest mit etwas Kompetenz Deutungshoheiten beanspruchen, haben die Linke im Grunde völlig kassiert, und sie hat es noch immer nicht so richtig mitbekommen. Die Rezept-Denke der Vergangenheit funktioniert schlicht nicht mehr, funktionierende Blaupausen gibt es nicht.

      • Aristobulus schreibt:

        …gefällt mir, wie Du das Ganze auf die Metapher runterbrichst, so hatte ich das noch gar nicht gesehen. Die Metapher des durchdringend Weltbösen, fokussiert auf die Juden, eine reine Idée-fixe, völlig freischwebend, in Nichts verknüpft mit der Realität, die man sehen und anfassen und beeinflussen kann, aber dafür um so stärker aus dem Irrealen wirkend, weil in den realen Köpfen sitzend und diese steuernd.

        Ganz simpel 😉 : Für Bühnenarbeiter ist das einfach ein Versatzstück, ein großes Ding, das so an sich keinen Sinn hat und immer Platz wegnimmt, das aber auf die Bühne gestellt wird mit Leitern und Balkonen dran, damit das Stück darauf so stattfindet, wie es nur darauf stattfinden kann.

        Beim Film erfüllt den Zweck jener Idée-fixe-Metapher der Running Gag. Der hat für sich keinen Sinn, fasst aber alles zusammen, bringt alles in den rechten Fluss, damit das Publikum bei der Stange bleibt und damit die Geschichte, die erzählt wird, eine sei.

        Bei Schriftstellern ist jene Idée-fixe-Metapher die Hauptperson, der Protagonist, um den sich alles dreht, selbst, wenn er nichts ist. Und selbst, wenn er gar nicht da ist. Das gibt’s, kann man so machen. Es wird dann gespenstisch.
        So, wie jene Metapher für das Welturböse, die Juden!, so gespenstisch ist als Idée-fixe… weil es nicht um reale Juden geht, nur um die irreal frei hängende, feuernde Idee mitten aus der Hölle.

    • Mr. Römpöm schreibt:

      Nachtrag: Haury ist einfach nur brilliant…

      „Um dies zu belegen griff man auf die schon erwähnte palästinensische Nationalcharta zurück. Darin war zu lesen: Kennzeichen und Urgrund eines Volkes seien »Heimatboden« sowie eine »Identität« als »genuine unauslöschliche Eigenschaft. Sie geht von der Elterngeneration auf die Nachkommen über.« Das zitierte man in antizionistischen Kreisen gern, und ausgestattet mit derartigen Blut-und-Boden-Vorstellungen unterschied man »echte« Völker wie Kurden oder Palästinenser mit einem selbstverständlichen und unterstützungswürdigen Naturrecht auf einen eigenen Staat von dem »unechten« Volk der Juden-Zionisten, dem dieses Recht aberkannt wurde. “

      #drthomashaury #brillianz #mind

      • Aristobulus schreibt:

        Yep.
        – Thomas Haury kann analysieren, als hätte er’s erfunden. Analysieren ist nicht leicht, einer muss dazu den Überblick haben, viel wissen und noch besser wissen, was er auslassen muss, um das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Und er muss die eigenen Gedanken befragen, ob sie nicht willkürlich oder zu auslassend sind.
        Haury kann das bestens.
        Man kann das von ihm lernen.

  5. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Muss dringend außm Haus. Toller Artikel und gute Kommentare!

  6. schum74 schreibt:

    Ein fröhliches Ratespiel für Tano Bokämper:

    Aus: Thomas Haury, „Die ideologischen Grundlagen des Antizionismus in der Linken“, D-A-S-H, 22.05.2005:

    Abschließend seien noch fünf Charakterisierungen von Juden, Israel bzw. Zionismus zitiert: „Feind der Welt“, „Feind der Menschen“, „blutrünstige und machtgierige Bastion gegen die Völker“, „Sinnbild alles Bösen“, „Garten des Bösen“. Drei Zitate sind von „links“, zwei von rechts (von Hitler und Goebbels). Die Zuordnung fällt schwer. Dies zeigt, wie kurz dieser Weg vom „Antiimperialismus der dummen Kerls“ (Isaak Deutscher) zum Antisemitismus ist.

    http://www.d-a-s-h.org/dossier/07/08_grundlagenantizionismus.html

    • Aristobulus schreibt:

      „Garten des Bösen“ ist définément meine Lieblingscharakterisierung. Darauf muss auch erstmal einer gekommen sein. Der Genosse Stalin im russischen Winter eingeschneitermaßen in der Datsche? Goebbels, als er draußen unterm Baume zuviel Goebbelnade getrunken hatte?

      • schum74 schreibt:

        Ich ahne, warum „Garten des Bösen“ Deine Lieblingscharakterisierung ist. Erinnert Dich vaguement an Baudelaires „Fleurs de Mal“ (Blumen des Bösen), stimmt? Incorrigible Français!

        • schum74 schreibt:

          Fleurs du Mal. Hm. Die Berliner Luft.

        • Aristobulus schreibt:

          Auch wegen Hieronymus Bosch und seinem Garten der Lüste 🙂 , in dem endlich mal gar keine Jiddn vorkommen.

          Was sagt uns Scharl Bod’läär, der gute Karle Bodeler, anno 5774 über die Sumpfblüten des Bösen, derweil es ihm so flau im Magen ward?, oh, aus Gründen!

          Le cul en l’air, comme Mahomet lubrique,
          Brûlant et suant les poisons,
          Ouvrait d’une façon nonchalante et cynique
          Son jolie coran plein d’exhalaisons.

          La lune vermeille rayonnait sur cette pourriture,
          Comme afin de la cuire à point,
          Et de rendre au centuple à la mosquée de dorure
          Tout ce que la Syrie et Qaradawi ont joint…

          Et le ciel regardait la carcasse superbe
          Comme mon tukhess s’épanouir.
          La puanteur était si forte, que l’on gerbe
          Et vous crûtes vous évanouir.

          – Et pourtant vous BONS serez semblables à cette ordure,
          A cette horrible infection,
          Etoile de bonté, soleil de ma nature,
          Vous, l’Europe et ma passion!

          • schum74 schreibt:

            Alors là, cette contrefaçon me laisse sur le c… ! Incroyable, ce que tu fais de cette charogne cuite à point. Je compare vers par vers (ver par ver).
            Ben mon coco ! comme on disait au parti.

            Bonne nuit, cher. Tu l’a méritée.

          • Aristobulus schreibt:

            Ah schön, es hat Dich gefreut 😀

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Wunderbare Sprache… danke fürs posten, und ein thematischer Volltreffer noch dazu! Leider hatte ich mich bisher davor gedrückt, Baudelaire mal ganz im Original zu lesen.

            Anmerkung: seit ein paar Jahren werden in Berlin nach Eingreifen der Behörden kaum noch diese kleinen Spielhallen eröffnet, viele sind schon zu. Dafür macht ein Shisha-Laden nach dem anderen auf… der süßliche Duft, der auf die Straßen zieht… da ich schon lang nicht mehr rauche, meide ich auch solche Shisha-Schwaden, so gut es geht. Vielleicht hat ein solch schwerer Duft auch mit Selbstbetäubung zu tun, damit die Gehirnwäsche besser funktioniert und der gelegentlich eintretende Schmerz des Daseins nicht gar so groß wird. Wieso rauchen Menschen solches Zeug sonst? #berlinerluft #schwaden #gehirnwäsche

            Das ist übrigens, was Google Translate draus macht: *LOLOLOL*

            „Ass in the air, like Mahomet horny
            Hot and sweating poisons,
            Opened a nonchalant and cynical
            Its pretty full exhalations Koran.

            Ruddy moon shone on this decay,
            As to the cook-to-point
            And make a hundredfold to the mosque gilding
            Everything Syria and Qaradawi joined …

            And the sky looked superb carcass
            As my tukhess flourish.
            The stench was so strong that one sheaf
            And some herbs you feel faint.

            – And yet you’ll GOOD similar to this junk,
            At this horrible infection,
            Star of goodness, light of my nature,
            You, Europe and my passion!“

            Und auch nochmal in Schörmän:

            „Arsch in der Luft, wie Mohammed geil
            Warmes und Schwitzen Gifte,
            Ein nonchalant und zynisch eröffnete
            Es ist ziemlich voll Ausdünstungen Koran.

            Ruddy Mond schien auf dieser Zerfall,
            Wie an den Koch-zu-Punkt
            Und machen das Hundertfache in die Moschee Vergoldung
            Alles Syrien und Qaradawi beigetreten …

            Und der Himmel sah hervorragende Karkasse
            Da meine tukhess gedeihen.
            Der Gestank war so stark, dass ein Bündel
            Und einige Kräuter, die Sie fühlen sich schwach.

            – Und doch Sie werden gut ähnlich wie diese Junk,
            An diesem schrecklichen Infektion,
            Stern der Güte, Licht meiner Natur,
            Sie, Europa und meine Leidenschaft!“

          • Aristobulus schreibt:

            Moult fures digne d’honnour 😀 😀

            „Da meine tuchess gedeihen.“ Das ist die eine, die einzigartige Begründung schlechthin, die alles erklärt.

            P.S.
            Schischa-Tabak… argh, da ist kaum oder kein Tabak mehr drin, bloß noch Kunstaromen und süße Soße zweifelhaftester Herkunft. Wie sagt die Dichterin Gugle van Goggel: The stench was so strong that one sheaf, And some herbs you feel faint.

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Aaah… es geht ja noch weiter: die engl. Übersetzung von Tante Kugel wieder zurück ins Französische:

            „Cul en l’air, comme Mahomet cornée
            Poisons chaleur et la transpiration,
            Ouverture d’une nonchalante et cynique
            Ses effluves assez complets Coran.

            Lune rousse a brillé sur cette décadence,
            Quant à la question cuisinier-
            Et faire un centuple à la dorure de la mosquée
            Tout Syrie et Qaradawi rejoint …

            Et le ciel regardait la carcasse superbe
            Comme mon tukhess s’épanouir.
            La puanteur était si forte que l’on gerbe
            Et quelques herbes que vous vous sentez faible.

            – Et pourtant vous aurez bien semblable à cette ordure,
            A cette horrible infection,
            Étoile de bonté, lumière de ma nature,
            Vous, en Europe et ma passion!“

            Beim Hornhaut des épanouirten Popheten!

          • Aristobulus schreibt:

            Quant à la question du cuisinier qui s’épanouit alors il faut la poser afin que ses effluves assez complets deviennent Coran-Coran!, oh poisons de chaleur rousse et décadence cuisinière d’épanouissement dans tous les carcasses superbes que l’on gerbe et qui s’épanouissent de centmille millions de tonnerres de Brest et Coran, allez hop infection!, Coran-Coran!

          • Mr. Römpöm schreibt:

            !!!

            Wat betreft de vraag van de kok die vervolgens bloeide moet voldoende vragen zodat haar volle aroma geworden Koran Koran!, Oh vergiften van verval vuur en bak rode vervulling in allemaal prachtig karkassen we schoof en floreren van centmille miljoen donderslagen van Brest en Koran, ga hop infectie!, Koran-Quran!

            Hehehe…

          • Aristobulus schreibt:

            Wat betreft de zijnledigen naakjemaken van de kok die vervolgens coranische book moet voldoende en doen en schrijven, oh woans un woso?, de moet het nich doen!, de dat het doen moet sik vragen zodat haar volle aroma geworden van de swarte geschtonck van het Koran Koran!, oh vergiften vuur en bak rode vervulling, of woso?, derwijlen een allemaal prachtig karkassen van de propheten drijvt al aleen op de grooten swarten zee, en he murmelet van centmille miljoen donderslagen van verrotteten Rotterdam en Koran, ga hop infectie!, nu geheel naakje gemaakt en afgesoopen al in de tijf van het deepen meer.

          • Aristobulus schreibt:

            ( P.S.
            Dieses Holländisch ist kein Holländisch, es ist nur ein improvisiertes Quasiholländisch, das aber Holländer und Nichtholländer auf die Holländische verstehen können 😉 )

          • schum74 schreibt:

            Qu’est-ce qu’on se marre, les gars!

            Merci à Beau de l’air, Aristobulus, Mr. Römpöm – sans oublier Momo, bien sûr.

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Chapeau, Madame, chapeau!

    • Mr. Römpöm schreibt:

      Hui, ist der D-A-S-H-Text gut. Liest sich gut und enthält viele Auflösungen, für die ansonsten sehr viel beschwerliches Querlesen nötig wäre (welches andererseits eh nicht fehlen darf). Danke, Schum!

    • Tano bokämper schreibt:

      Ein sehr schönes Essay! Danke fürs Hochladen!
      Ich wollte mit meinem Artikel keineswegs die Existenz von linken Antisemiten leugnen. Man geht heute sogar davon dass bei dem Anschlag auf die Israelische Olympiamannschaft 1972, sowohl die RAF als auch die Wehrsportgruppe Hoffmann, gleichermaßen daran beteiligt gewesen sind. Es haben sich also Linksextreme und Rechtsextreme die Hand gegeben um Juden zu ermorden. Der Unterschied ist nur dass die linke Szene wesentlich heterogener ist als die rechte. In linken Positionen kann, aber muss nicht, zwangsläufig, Antisemitismus als ,der Weißheit, letzter Schluss dienen!
      Dieser Artikel sollte eigentlich den Linken verdeutlichen dass ihre antizionistischen Haltungen sich vom Antisemitismus der Faschisten überhaupt nicht unterscheiden. So macht man es Neonazis leicht sich in ihre Kreise zu mischen. Am Ende verbrüdert man sich also mit denen, von denen man behauptet, sie sein ihr größtes Feindbild!

      Mir erschließt sich aber kein, systemimmanenter, Zusammenhang aus Kapitalismuskritik und Antisemitismus! Z.B. ist für mich der Gedanke von einem unedlichen Wirtschaftswachstum, in einer Welt mit begrenzten Märkten und Ressourcen, eine zum Scheitern verurteilte Ideologie. Unbestritten ist für mich auch dass einzelne Unternehmen versuchen durch geschickten Lobbyismus künstliche Monopole zu schaffen. Beispielsweise Monsanto. Man sollte sich nur dessen bewusst sein, dass Juden sowohl auf der Gewinner als auch auf der Verliererseite dieser Entwicklungen stehen.
      Die Unterstellung in der Kapitalismuskritik läge im Allgemeinen ein latenter Antisemitismus und Amerikahass, bedient sich derselben Ressentiments wie der Antisemit. Alle Juden seien bekennde Kapitalisten und unkritische Befürworter der amerikanischen Außenpolitik. „Die Juden“ sind also keine Individuen, sondern immer eine homogene Gruppe, die am selben Strang zieht.

      • Aristobulus schreibt:

        Tano, diese Verbrüderung von bitteren Feinden via Judenhass, die Du richtig beobachtet und deutlich belegt hast, geschieht analog woanders seit langen Ewigkeiten: Moselemische Denominationen, Gruppen und Stämme hassen einander wie die Pest und dezimieren einander ohne Maß, Falls der Clanchef, der importierte Fürst oder der Schlips-Gewaltpräsident sie nicht daran hindert. Jedoch sie sind vereint in ihrem Hass auf die Juden. Ob Du nun einen Iraner nimmst, der Jemeniten und Jordanier (die Verschiedenen von denen in Abstufungen) hasst und mehr hasst: Das, was er über Juden zu sagen hat, ist haargenau das Selbe wie das, was ein Jemenit oder ein Ägypter, der Palaraber als Untermenschen hasst, über die Juden zu sagen hat.
        Oder: Hamas und Hisbollah sind einander nicht besonders grün, und in Gaza schleichen Salafisten, die die Hamas hassen bis zum Ermorden. Ein Dauerkonflikt, so wie die Straßenschlachten zwischen Nazis und Kommunisten in Berlin und Hamburg 1932 (die dauerten bloß längst, längst nicht so lange an). Aber das, was sie alle über die Juden zu sagen haben, ähnelt einander wie ein Schlammhaufen dem nächsten.

        – Über Kapialismuskritik schreib ich Dir am besten nichts 😉 , ich halte derlei für einfach erfunden, so wie die Rolle von Monsanto. Hier Monsanto, da Goldman-Sachs. Es geht nicht ohne Banken, und ohne Gentechnik wär die Menschheit längst zur Hälfte verhungert. Aber Aktivisten erfinden sich verschworene Feinde, um ihr Leben aufzupeppen.
        – Nanü, ich wollt‘ doch nichts darüber verlauten 😉

        Gruß, Ari

  7. anti3anti schreibt:

    „Nun möchte ich meinen engsten Freunden natürlich auf gar keinen Fall unterstellen, in Wirklichkeit verkappte Antisemiten zu sein … Meistens ist es einfach Unwissenheit. Zum Beispiel der Irrglaube, Israel sei von Amerika eingerichtet worden und hätten 1948 den Krieg nur durch amerikanische Finanzspritzen gewinnen können …“

    Was ist daran antisemitisch, zu glauben, dass Israel von den USA eingerichtet worden sei? Wäre dies ein Verbrechen, welches den Antisemitismus zulässt?

    • Aristobulus schreibt:

      Wenn behauptet wird, die Israelis hätten 1948 nur wegen der amerikanischen Finanzspritzen gewonnen, wird suggeriert, dass Israel der Brückenkopf des US-Imperialismus sei… und dass die Juden Amerika beherrschten.

      Wenn behauptet wird, dass die Israelis 1948 nicht wegen oder mit den USA, aber allein gewonnen haben, ist das ebenso antisemitisch, weil die dann nur durch Perfidie und Verruchtheit gewonnen haben, und wegen ihrer Finger überall drin.

      Manche behaupten feilich, die Israelis hätten 1948 nicht gewonnen, sondern die Araber, so wie wie 1967 und 1973. Weil Araber nicht verlieren. Auch das ist antisemitisch 😉

      Jemineh. Jeeeez. Die Zeiten sind so übel wie gewohnt. Was solln’mer machn?
      Moschiach OY.

  8. Jan schreibt:

    Das Verbot der Holocaustleugnung ist meines Erachtens eine Frage des Umgangs mit der Menschenwürde. Ein Zeichen der Achtung für die Opfer der Shoah und deren Nachkommen. Mord, Totschlag und Vergewaltigung sind schließlich auch Straftaten. So wie vor physischer Gewalt, müssen wir potentielle Opfer auch vor Verblödung schützen, zumindest symbolisch. Geschwätz von verblödetem Gesindel gibt´s so schon mehr als genug, und ob aus diesen Reihen ein Verbot als Schwäche ausgelegt wird, sollte höher entwickelten Menschen eigentlich egal sein. Der Umfang der erforderlichen argumentativen Auseinandersetzung bleibt der gleiche und ist Sisyphos-Arbeit.
    Eine Aufhebung des Verbots würde das fatale Signal senden: Holocaustleugner sind Menschen wie Du und Ich. Und ebendies sind sie nicht. Sie sind Kriminelle. Und das müssen sie schriftlich haben. Und junge Menschen, die sich eine Meinung und historisches Wissen bilden wollen, müssen diese Tatsache auch schriftlich haben.

    • Aristobulus schreibt:

      Jan, das Verbot kämpft gegen etwas an: Gegen den spirituellen Shortcut (Römpöm in fast gleichem Zusammenhang), dass die Juden 1) den Holocaust für eigene Zwecke ausbeuteten, und dass er 2) nicht oder reduziert passiert sei.
      Dagegen mit einem Verbot anzukämpfen bringt etwa so viel wie ein Verbot von Dummheit & Bösartigkeit…

      In puncto Menschenwürde und Respekt für die Ermordeten und Hinterbliebenen, die vor einer Beschmutzung der Erinnerung bewahrt werden sollen, hast Du freilich Recht. Also bleibt das Ganze schwierig – so oder so, wie man’s auch macht oder nicht macht.

      – Holocaustleugner sind das Normalste vom Normalen. Die sind ebenso normal wie jene, die am elften Septemer 2001 spontan äußerten, dass die USA es endlich mal verdient hätten. Viele waren das – und sie werden scheints mit der Zeit mehr.

  9. Mr. Römpöm schreibt:

    Tano: bravo! für deine ganzen Recherchen und Darlegungen. Das ist ein Wespennest (sorry an alle Wespen, ihr lieben Tierchen könnt natürlich nichts dafür, daß Mensch ausgerechnet solche Begriffe bildet). Tritt man drauf, fällt die Suppe um.

    Eine zwar auf den ersten Blick relativ heterogen und zerstritten aussehende, aber doch irgendwie stets am gleichen Strang ziehende Gruppe gibt es zu dem Thema, die mit im Kontext deiner Erläuterungen erscheint, wenngleich auch meist eher lächerlich. Nichtsdestoweniger besetzt sie aber auch Köpfe: nämlich die ganzen KRR/DR-Irren. Mit denen geht praktisch immer irgendeine Form von Judenhaß einher, ganz besonders deutlich in diesem Machwerk hier zu sehen, da kommt sozusagen alles zusammen, was leider zusammengehört:

    (der erste Link sieht noch nach den üblichen Kloppies dieser Szene aus, und will nur „deutsch“ sein, mit dem zu erwarteten völkischen Dummgesummse)
    http://bit.ly/1mdRrxF
    (aber der hier hats schon etwas mehr in sich)
    http://bit.ly/1rpEoJJ

    Letzteres ist so mentalgestört, daß mir dazu eigentlich nix mehr einfällt. Das steht einfach so im Netz rum, und enthält – als hätt’s unbedingt noch gefehlt – einen Link zu folgendem Inhalt „Neue Idee des Weltjudentums und der Hochgradfreimaurer: Eurobonds“.

    Ein Reich, eine browne Soße.

    • Aristobulus schreibt:

      Genaugenau, den Sermon über das Weltjudentum und das Geld, die jüdische (bidde?!) Sara Wagenknecht und irgend Eurobonds hab ich auch grad gefunden – der Titel da an der Seite stach so absonderlich ins Hühnerauge.
      Diese Wagenknecht wird zur Jüdin deklariert, weil sie etwas über Geld und Verstaatlichung geschwätzt nein geplauscht hat, womit dem internationalen Finanzjudentum wieder weltweite Geldmauscheleien reingewürgt werden – genauso wie schon zu Zeiten von Dühring und Rohling und Wilhelm Marr, die alle links und alle antisemitisch waren, und genauso wie nach dem ersten Weltkrieg, und jetzt wieder oder noch?
      Die konstruieren sich ihre Einzeljuden genauso wie das Ding Namens „Weltjudentum“.

      Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, ob dieser Sermon nun in linksextremer oder rechtsextremer Tonart erschallt. Die Diktion ist gleich, das Welt- und besonders das Feindbild auch, und die Widerlichkeit ist beiderseits unerreicht.

      Tano Bokämper hätte Schwierigkeiten, daraus etwas Überzeugendes herauszudestillieren…

      • Mr. Römpöm schreibt:

        Sahra Wagenknecht hat einige Jahre lang, als es noch um ihren Karriereaufbau in der ex-PDS ging, mit einer Art von „Rosa-Luxemburg-Klischee“ gespielt, und sich sozusagen einen halb-selbstironischen „Rosa“-Habitus zugelegt, siehe Frisurähnlichkeit. Zumindest an dem Part der möglichen Verknüpftheit und Zuschreibung wäre sie also nicht ganz unbeteiligt gewesen, aber man müßte schon wirklich garstig sein, um solche Rechnungen tatsächlich aufzumachen.

        Die Frau ist intelligent und irgendwie sexy, aber natürlich nicht so sexy wie Rosa, die historische. Aber auch Sahra nagelt nach Möglichkeit ihre ideologischen Gegner, sofern sie vielleicht auch mal ganz ungestört ausreden darf – was mangels echter Streitkultur in Deutschland eher selten vorkommt – regelmäßig an die ideologische Pinwand.
        Und: sie ist zwar ziemlich links, aber nicht antisemitisch, womit sie in der Szene wohl eine der sehr wenigen, rühmlichen Ausnahmen darstellen dürfte. Und seit sie mit Oskarle „ich mach hier nicht länger mit“ Lafontaine zusammen ist, ist sie viel kapitalistischer als vorher, aber bitte nicht weitersagen…

        Was diese Haß-Idioten mit dem Bild, also dem Ikonenhaften, welches Sahra W. vielleicht mal mit einer gewissen Lust für die eigene Image-Person mitentworfen haben mag, anstellen, ist auf jeden Fall unter aller Sau. Aber sowas von!

        Ich denke schon, daß für die verlinkte Webseite gilt: da sind die Könige der Arschlöcher am Werk, viel eher eiskalt kalkuleirende Bauernfänger als irgend was Anderes. Gut, daß genau die Blogseite bisher kaum jemand wahrgenommen zu haben scheint, das geht wohl eher im allgemeinen Netzhintergrundrauschen unter, da einfach viel zu irre. Oder aber die pestilentischen Inhalte sind schon längst wieder weit genug in den Köpfen drin, dann ist es um so irrer, solche verwahrlosten Blogseiten unbeaufsichtigt im Netz heruzmstehen zu lassen, Aber die dunkel-spirituelle Quelle, die ist irgendwo, die agiert in irgendeiner Weise planmäßig bis selbstläuferhaft, und die glaubt felsenfest an das Zeug im Sinne einer vermeintlichen „Aufklärungswahrheit“. Der konkrete Seitenersteller vielleicht nicht unbedingt. Aber da könnte irgendwo ein spiritueller shortcut sein.

  10. abusheitan schreibt:

    Ein guter Artikel mit guten Kommentaren. Vieles deckt sich mit meinen Erfahrungen beim Surfen im Netz.
    Ich versuche gerade, eine Theorie auszuarbeiten, nach der man zu einem beliebigen Thema Seiten aufrufen kann und wenn man dann auf verlinkte Seiten weiterklickt, spätestens nach 5 Klicks auf judenfeindliche Statements stößt. Egal, ob ich mich über Pyramidenbau in Ägypten, sogenannte Chemtrails oder Nikolas Tesla informieren wollte, kam ich doch am Ende zur Erkenntnis, dass schon immer die Juden am Elend der Welt Schuld waren. Ihre Religion raubkopierten sie von den Ägyptern, sie vergiften und verdummen die Weltbevölkerung und verhindern die Nutzung freier Energie!
    Dass die Bezeichnungen rechts und links inzwischen völlig bedeutungslos und überflüssig sind, sehe ich auch so. Der Gefährlichkeit extremistischer Propaganda sollte man aber nicht mit Verboten sondern mit Aufklärung begegnen. Eine offene Gesellschaft, die Gesinnungsjustiz betreibt und die freie Meinungsäußerung einschränkt, unterminiert sich selbst. Der Paragraph 130 wird als eine weitere Form der „Sonderbehandlung“ der Juden benutzt, wenn „Holocaustleugnung“ unter Strafe gestellt ist. „Amerika, du hast es besser!“ könnte man da meinen, denn dort dürfen Nazis mit Hakenkreuzfahnen fröhlich aufmarschieren, ohne dass der Staat zusammenbricht.
    Andererseits darf Pamela Geller dort Busse mit Bildern von Hitler und seinem Großmufti herumfahren lassen, um vor dem Islam zu warnen. Hier undenkbar.
    Gegen Dummheit helfen keine Verbote und jedem sollte es frei stehen, Beliebiges zu leugnen, sei es die Mondlandung, die Wirksamkeit der Schulmedizin oder den Klimawandel. (Eine gute Freundin von mir, die sich an Hamers Neuer Germanischer Medizin orientierte, verstarb leider, da sie eine notwendige Operation verweigerte.)
    Hörenswert ist das Interview von Michel Friedmann mit Horst Mahler auf youtube, das auch als Mitschrift veröffentlicht wurde. Ein Staat, der solch traurige Gestalten meint inhaftieren zu müssen, zeigt keine Souveränität und verdient keinen Respekt.

    • Mr. Römpöm schreibt:

      Abu Sheitan: 🙂 jemand hat mal in einem Netzforum vermutet – keine Ahnung mehr, wer das war – daß das Ganze vielleicht auch ein großangelegtes Ablenkungsmanöver diverser Geheimdienste sein könnte, um die Leute von den wirklich wichtigen, sie betreffenden Lebens- und Bürgerrechte-Themen abzulenken, indem es sie einfach in die Falle lockt und emotional bindet, bis sie völlig verwirrt sind.

      Aber das wiederum halte ich für völlig übertrieben, denn es unterstellt, daß gegenwärtig tätige Geheimdienste wirklich keinen einzigen Deppen beschäftigen würden, stets professionell geführt würden, immer einen klaren Auftrag hätten, den sie auch nachvollziehen können, immer perfekt funktionierten und immer absolut planmäßig und erfolgreich vorgehen würden. Letzteres ist mit Sicherheit nicht der Fall, ganz im gegenteil: es wimmelt dort von völlig überforderten Angestellten und Beamten. Die können das gar nicht.

      Ein bißchen erinnert mich das Ganze auch an eine eher unspezifische Reaktion vieler Leute auf das in Umbruchzeiten immer gern wie von selbst auftauchende FUD-Prinzip („fear, uncertainty and doubt“), und ist im fall des Artikelthemas wahrscheinlich ein Stück weit auch der teils völlig unkalkulierbaren Anarchie des Netzes bei gleichzeitig völlig fehlender Medienkompetenz vieler Netzbenutzer geschuldet. Nur Leute, die einfach nicht Lesen, Denken und Sachverhalte validieren können, glauben derartigen Schwachsinn. Das Einzige, das in dem Zusammenhang unbegrenzt erscheint, ist die hemmungslose Fantasie der dazu passenden „Rezipienten“.

      Vielleicht entsteht sowas auch so wie das, was romantechnisch-psychologisch dabei herauskommt, wenn Hagbard Celine (Protagonist in Robert Anton Wilsons „Illuminatus“-Trilogie) jahrelang unerkannt überall seine anarchischen Schilder zur subliminalen Verwirrung der Allgemeinheit anbringt, ganz ähnlich wie in Emil Tischbeins Traum in Erich Kästners „Emil und die Detektive“, wo Emil während der Zugfahrt träumt, daß im Zug ein Schild hängt, auf dem steht: „Bei Tempo 130 ist das Aufdenbodenspucken verboten“ (oder so ähnlich), und während er also dahinschläft und sich dahinträumt, wird er unbemerkt – Spannung, Spannung! – vom Dieb dieser Geschichte um sein Geldkuvert gebracht.

      Ich mag übrigens den Roman „Endzeit“ von Joseph Heller (Autor von „Catch 22“) sehr gerne, der spielt auch mit anarchischen Versatzstücken, einer Menge Subversiv- und Galgenhumor, vor dem Hintergrund des Generalmotives eines nach menschlichem Ermessen unaufhaltsamen Scheiterns der menschlichen Gesellschaft an der über Jahrhunderte hinweg selbstgeschaffenen Komplexität.

      • Aristobulus schreibt:

        🙂
        Ach, es gibt hier in diesem merkwürdigen Land Leute wie Euch, Abusheitan und Römpöm, auch Aurorula, Kanalratte, A.S., Gutartiges Geschwulst usw. usf., und das wirkt auf ein paar Jiddn ja viel ermutigender, als die Polizei erlaubt.
        Nur, um’s mal so zu sagen.

        • Mr. Römpöm schreibt:

          Für mich ist es auch ein Stück Selbstermutigung. Ich bin ja sonst eher ein Stiller. 😉

        • caruso schreibt:

          Ich wünschte mir, daß es auch in Österreich solche Menschen gibt wie die von Dir erwähnten, lieber Ari. So gebildet, so klug, so „laut“ in ihrem Kampf. Aber ich kenne kein(en?) solchen(-s?) Blog hier. Wenn einer von euch so was kennt, bitte mir zu „sagen“. Danke!
          Ich habe Willy Brandt nicht hoch aber doch geschätzt. Ich hatte keine Ahnung, daß er so ein… was soll ich sagen? war. Wie man sich irren kann!
          lg
          caruso

          • Aristobulus schreibt:

            Unter den Beiträgen des Wiener Radiosenders Fm4 schrieben mal ein paar nicht Üble, aber da zerflattert alles, und es geht meist mehr um Lifestyle. Martin Blumenau schreibt da Kolumnen, hält sich für einen mit Schmäh, ist aber denkbarst eitel, und er rattert so 😉

            – In Österreich hattet Ihr den Kreisky Bruno. Das Gesicht mochte ich – aber er hatte was Abweisendes, und die Jiddn waren ihm ganz schnurz, nicht?

            Saj gesunt.

      • Krokodil schreibt:

        „… jemand hat mal in einem Netzforum vermutet – keine Ahnung mehr, wer das war – daß das Ganze vielleicht auch ein großangelegtes Ablenkungsmanöver diverser Geheimdienste sein könnte, um die Leute von den wirklich wichtigen, sie betreffenden Lebens- und Bürgerrechte-Themen abzulenken, indem es sie einfach in die Falle lockt und emotional bindet, bis sie völlig verwirrt sind.“

        Könnte ich gewesen sein. Aber warum die Überlegung auf „Geheimdienste“ beschränken? Es gibt viele „konspirative“ Interessengruppen. Das mit der Emotionalen Falle sehe ich real. Man kann auch gern weitere „moderne“ Gesellschaftethemen auf diesen Umstand untersuchen. Man wird fündig.

        „Aber das wiederum halte ich für völlig übertrieben, denn es unterstellt, daß gegenwärtig tätige Geheimdienste wirklich keinen einzigen Deppen beschäftigen würden, stets professionell geführt würden, immer einen klaren Auftrag hätten, den sie auch nachvollziehen können, immer perfekt funktionierten und immer absolut planmäßig und erfolgreich vorgehen würden. Letzteres ist mit Sicherheit nicht der Fall, ganz im gegenteil: es wimmelt dort von völlig überforderten Angestellten und Beamten. Die können das gar nicht.“

        Jetzt staune ich aber. Natürlich sitzen dort massenhaft abgehobene Deppen, aber nicht nur solche. Ist wie im richtigen Leben, die handvoll nicht-Irre hat es schwer gegen den lauten Rest. Und wer hat denn schon das Gefühl „denen“ würde alles gelingen? Ich lach mich schlapp. Natürlich gelingt es „denen“ nur zum Teil ihren Plan durchzuziehen, zB hier funktioniert das Einimpfen von antijüdischen VT eben nicht.

        Aber jetzt direkt zum Artikel und den zu kritisierenden Personen.
        Wie könnte es deutlicher sein es hier mit Auffangbecken möglichst vieler politischer Strömungen zu tun zu haben, die eben eingefangen, homogenisiert und damit neutralisiert werden? Die Arbeitsweise dieser „Kreise“ sieht genau danach aus.
        Und für wen das zu doof ist, weil durchschaubar, der passt dort eben nicht, und fliegt auch meistens raus. Was denkt ihr wie schnell man aus so einem Verein rausgemobbt wird, wenn man die Lieder falsch singt.
        Stimmungen erkennen, auffangen, missbrauchen, kanalisieren, neu ausrichten, sich über den neu geschaffenen totalitären Staat freuen.
        Opposition im eigentlichen Sinn gibt es somit nicht mehr. Man will ja nicht zu den Spinnern gehören. Dann bleiben die Führungspositionen dieser „Organisationen“ denen, die das Spiel zwar halbwegs durchschauen, die aber sich damit begnügen nur selbst ein paar Bananen mehr zu bekommen als die Affen vom Fussvolk. Uns genau so sehen diese Typen auch aus, Neurotiker in schlecht sitzenden Anzügen. Oft noch so`n Rotarierzeichen am Kragen, und ein ganz doll strenger Blick, wenn Fragen kommen. Selbsternannte Alpha-Bonobos. Es sind definitiv nützliche Idioten. Solchen Typen bin ich schon öfter begegnet. Die sind zwar arme Würstchen, aber eben skrupellos. Und damit nicht ungefährlich. Ihre Rolle als Wadenbeisser sind sie jederzeit bereit zu spielen.

    • Kanalratte schreibt:

      Sie haben recht, dass Holocaustleugnung unter Strafe steht ist kontraproduktiv.
      Es vermittelt dem dummen und judenfeindlichen Menschen da draußen, dass Juden besonders geschützt seien und das Holocaustleugnung nur deshalb unter Strafe steht
      um das Thema Holocaust ansich vor neuen abweichenden Erkenntnissen zu schützen.

      Ob jetzt noch eine Änderung sinnvoll wäre und nicht zu neuen Theorien führen würde, ist dann natürlich die andere Frage.

      Das weckt genauso Ressentiments wie es ein überdimensioniertes Holocaustmahnmal mitten in Berlin tut, dass von der Mehrheit der Juden in Deutschland abgelehnt wurde, „ihnen“ (Juden) aber trotzdem angelastet wird.

      Dabei ist das Thema Holocaust so ausgiebig erforscht, dass man mit ein bisschen Wissen, jeden dieser Menschen argumentativ zerstören kann, sodass sie regelmäßig der Diskussion (aus)flüchten. Wenn überhaupt dann verweisen sie noch auf längst wiederlegte Neonazi-Holocaustleugner, die sich unter falschen Pseudonymen gegenseitig zitieren.

      In den USA ist Holocaustleugnung nicht verboten, und trotzdem hat sich nichts entwickelt. Auch nicht mithilfe von deutschen „Justizflüchtlingen“ aus der Neonazisszene. Die meisten dieser bekannten Holocausleugner wie z.B. Faurisson und Zündel sind ohnehin keine hellen Leuchten und produzieren Fehler und Blödsinn am laufenden Band. Die Wahrheit setzt sich am Ende doch durch.

      PS: Einem Horst Mahler steht die Dummheit sogar ins Gesicht geschrieben.

      • Aristobulus schreibt:

        Wie man’s macht, macht man’s falsch: Die Aufrechterhaltung des Verbots der Holocaustleugnung hat keinen Sinn, weil sie ein Schein-Tabu erschaftt, dass wegen vorliegender Fakten nie eines war. Das jedoch so wahrgenommen wird.

        Die Streichung dieses Verbots würde sofort den Eindruck hervorrufen, dass nun ‚endlich‘ Beweise aufgetaucht seien, dass der Holocaust nicht oder vermindert stattgefunden habe, weswegen das Verbot nicht aufrechtzuerhalten sei… so wird man es auf Schulhöfen, in Universitäts-Korridoren und naturgemäß im Internet tausendfach sagen & ausschlachten.

        • Kanalratte schreibt:

          Exakt zusammengefasst

        • Mr. Römpöm schreibt:

          Das Selbe gilt wohl fürs Hakenkreuz, und überhaupt praktisch alle Swastikadarstellungen. Zeigt man es, verletzt es sofort die, die selbst – oder deren Nachfahren – „darunter“ gepeinigt und vernichtet wurden, beibt es aber verboten, entsteht ein quasi-mythologischer Zwischenraum, und damit wiederum eine sich zu der Verwendung dieses Zeichens berufen fühlende Szene. Eigentlich müßte man es aber freigeben, um es genau denen *und* deren historischen Vorgängern endgültig wegzunehmen… was aber doch nicht geht, da das Zeichen hierzulande (und nicht nur dort) irreversibel als „harmlos-positives Symbol“ (siehe Indien) verbrannt ist. Wie mans macht…

          • Aristobulus schreibt:

            Das Hakenkreuz – formal betrachtet hast Du Recht, Römpöm, ein Verbot ist Willkür und fördert Mythen, es handele sich um ein mächtiges Ding, und jemand habe Interesse daran, dass es nicht rscheine.

            Andererseits: Stell Dir vor, Du kommst nach Tangermünde oder Wunsiedel oder nur ins muselmanische Duisburg-Marxloh, und da wird so geflaggt. Das ist wie die Kölner Hasspappenwand vertausendfacht.
            Zumal sie es tun würden.

          • Kanalratte schreibt:

            Dann könnte man die Leute besser erkennen, denen man aus dem Weg geht.
            Das Zeichen macht nicht die Gesinnung, die Gesinnung macht das Zeichen.

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Ebent, ebent. Ich könnte es nicht ertragen, und zwar aus mindestens mehreren Gründen, aus familiär-persönlichen, aus persönlich-familiären sowie aus persönlichen, familiären. Das Zeichen als solches wurde übrigens von den Alliierten (per Kontrollrats-Proklamation) gar nicht in allen Iterationen verboten, sondern nur in der Variante „Hoheitszeichen – NS-Staat“. Den Rest haben die Deutschen in der Nachkriegszeit selbst so gewollt, einerseits aus vernünftigen Gründen, aber es läuft hier halt auch noch eine zweite Ebene mit: „die Scham und Eigenverantwortung verstecken“. Vielleicht entstand so zumindest ein Teil der Gesamtwidersprüchlichkeit im umgang mit dem Thema. Letzteres wirkt auf mich ein Bißchen wie der große Betondeckel über der jüngeren, deutschen Geschichte in Berlin (das Mahnmal), welches ausgerechnet durch eine sich damals tendenziell mit einem pseudojüdischen Habitus ausgestattet habende Protagostin mitprojektiert wurde (Lea Rosh, sie erinnert mich übrigens ein wenig an eine Patientin mit dem obskuren Wachendorf-Syndrom).

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Pro-ta-go-nis-tin

          • Aristobulus schreibt:

            Lea Roshhhh… die mit dem Zahn? Ja, die Madame mit dem Zahn. Den sie (sensible Naturen bidde hier nicht weiterlesen zzu wollen, wegen Schockgefährdung) auf einem KZ-Gelände gefunden und bei einer Rede präsentiert hat. Madame geruhete, mit einem Judenzahn auf dem Katheder droben zu wedeln, unterstreichend, wie betroffen-besoffen sie das alles mache, und weil sie sich dabei so guuut fühlt.

          • Aristobulus schreibt:

            P.S.
            Kanalratte, es dürfte sehr schwierig werden, unter Umständen einer ganzen Straße aus dem Weg zu gehen, die mit Hakenkreuzen flaggt.
            Zumal sie es tun würden.
            Maßlosigkeit dieser Art ist Mode!

          • Mr. Römpöm schreibt:

            „es dürfte sehr schwierig werden, unter Umständen einer ganzen Straße aus dem Weg zu gehen, die mit Hakenkreuzen flaggt.
            Zumal sie es tun würden.“

            Man übt ja derzeit wieder fleißig mit der bunten Reichsfußballflagge. Und: ja aber natürlich würden das wieder welche mit der Hitlinger-Blutunterwäsche tun, und das wahrscheinlich nicht zu knapp.
            Btw.: einer Straße auszuweichen gelänge nur, sofern die Straße läuft oder fährt, und man selbst fest dastünde.
            Interessantes Konzept:
            „Eilmeldung! – Hakenkreuzbeflaggte Straße fährt direktmang in die selbstgeschaffene Hölle“- RECHTso, die stehend Zurückverbliebenen applaudierten herzlich und wunken mit ihren Taschentüchleins hinterher.

          • Mr. Römpöm schreibt:

            „Madame geruhete, mit einem Judenzahn auf dem Katheder droben zu wedeln“

            *vomit* Was für eine ekliche Tusse…

      • Tano bokämper schreibt:

        Liebe Kanalratte, ich gebe Ihnen Recht, das Leugnen des Holocaust unter Strafe zu stellen halte ich sogar für juristisch für schwierig weil unter das Recht auf freie Meinungsäußerung, meineserachtens, auch die Möglichkeit fällt Schwachsinn zu behaupten! Aber ich fühle mich in meiner persönlichen Freiheit nicht eingeschränkt wenn ich den Holocaust nicht leugnen darf, weil ich kein Bedürfnis verspüre es zu tun. Jemand wie Herr Dr. De Zayas hält das Menschenrecht auf frei Meinungsäußerung für eingeschränkt wenn man den Holocaust nicht leugnen darf, weil Leute seiner Gesinnung ein Bedürfnis verspüren es zu tun. Seine Motivation ist also kein Einsatz für jurististische Freiheit sondern ein klar kalkuliertes: qui bono?

        • Aristobulus schreibt:

          Cui bono, pardon 😉 . „Wem nützt es?“

          Meine Familie hat in der Schoah gelitten, und mir schwillt der Kamm, wenn jemand es sich herausnimmt, daran zu deuteln oder zu relativieren. Eine Zeit lang fühlte man sich als Jude durch das Leugnungsverbot geschützter.
          Weshalb das jetzt nicht mehr so ist, habe ich noch nicht ganz raus… warum ist das so? Wegen des ubiquitären Hasses auf Israel!, wegen dieser andauernden Unterstellungen, dass die Juden den Holocaust für sich aunützten, ist die Illusion des Schutzes einfach wie eine Blase geplatzt.
          Kann man, soll man, muss man streichen, das Verbot. So.

        • Kanalratte schreibt:

          Wenn ich ehrlich bin dann habe ich es geschätzt auf der amerikanischen Plattform YouTube unzensert mit Holocaustleugnern und sonstigem Gesindel „diskutieren“ zu können, und die Erfahrung gemacht, dass nur die Wenigsten davon, das benötigte Wissen besitzen um über ein Thema ernsthaft zu diskutieren. Und wenn ich von „Wissen“ spreche, dann meine ich hier Grundwissen ohne das so eine Diskusion nicht zu führen ist.

          Ich habe zwar nicht viel gelernt, weil 90% der Diskussionen gleich abliefen, aber es war doch sehr spannend in das „unzensierte Wesen“ von Menschen hereinblicken zu können.

          Auf „zensierten“ Seiten ist das nicht möglich, und auf der ein oder anderen wirst du sogar für das kleinste Missverständnis oder den Verdacht „Rächtz“ zu sein, für immer gekickt, wie ich auch erfahren durfte. Ansonsten hast du im „deutschen Netz“ noch rechtsradikale Politikforen, die Holocaustleugnung zwar meistens nicht offen betreiben, aber das geschickt umgehen, in dem sie sich über alles was mit Holocaust zu tun hat, lustig machen oder dort Threads wie: „Gefälschte Beweise über den Holocaust“ eröffnen.

          Wer ist jetzt besser, der „unzensierte“ Holocaustleugner, der kaum Grundwissen darüber besitzt, oder der „zensierte“ Holocaustleugner, dessen Wissen und Wesenszustand man gar nicht testen darf?
          Ersterer ist wesentlich besser zu kontrollieren und argumenativ zu entlarven.

          • Aristobulus schreibt:

            Ja, Kanalratte. Die verschlichene Version der Holocausleugnung funktioniert mit bestimmten Chiffren, mit bestimmten Andeutungen und mit gezielter Lächerlichmachung. So wird suggeriert, jemand habe berechtigte Zweifel, und es gebe anderslautende Fakten, die das Judentum aber verbieten lasse.

            Im Thread „Hassmails“ hat so einer viel geschrieben: Nennt sich Wahrheitsfindung, ist aus Wien und verkörpert die unangenehme Seite mancher Wiener, diese Mischung aus Gedienere, Geschniegeltheit, Lügenstolz und Perfidie. Er hat einen himmelblauen Avatar, ist leicht zu finden (2012), ein lehrreiches Beispiel für jene, die das so machen.
            Und wir habenihn seinerzeit so fertiggemacht. Resultat: Sein Hass stieg und stieg.

            Eine Aufhebung des Leugnungsverbots wird diesen Leuten komplett den mystifizierenden Wind aus den Segeln nehmen, und ihre Inkompetenz (mitsamt Agenda) wird um so deutlicher werden

        • Bergstein schreibt:

          Rein juristisch fällt die Leugnung der Shoah nicht unter die Regelung Art. 5 Abs. 1 GG (Meinungsfreiheit). Geschützt ist die freie Meinungsäußerung nicht Tatsachenbehauptung. Zwar ist Beides nur schwer unterscheidbar, weshalb die Tatsachenäußerung zum Teil doch unter die Regelung des Art. 5 Abs. 1 GG fällt. Erwiesen falsche Tatsachenbehauptungen fallen jedoch nicht unter den Schutz des Art. 5 Abs. 1 GG.

          Ansonsten kann ich nur zustimmen, Dummheit oder Antisemitismus lassen sich nicht verbieten.

  11. mike hammer schreibt:

    ich hätte gerne vom verfasser seine
    deffinition von rechts und links
    gelesen. eigentlich war
    die national sozialistische
    arbeiterpartei deutschlands
    nichts anderes als eine sozialistische
    arbeiterpartei deutschlands.
    allen sind rote fahnen gemein, adel, klerus, und herkömmliches verhasst
    und antisemitisch sind sie alle.
    in diesem sinne sind das
    eher rechtsgetarnte linke als
    linksgetarnte rechte.

  12. schum74 schreibt:

    Meist erhalten sie [die braunen Esoteriker] Beifall von naiven [linken] Gleichgesinnten, nur mit dem Unterschied, dass sie ein ganz klares Ziel der Schuldzuweisung für alle Missstände dieser Welt haben. Selbstverständlich „die Juden“!

    Wieso „mit dem Unterschied“? Gerade weil man sich in der Hauptsache einig ist, nämlich dass die Juden unser Unglück seien, klatscht man sich gegenseitig Beifall.

    Ich möchte hier keineswegs die tatsächlichen palästinensischen Opfer des Nahostkonfliktes kleinreden …

    Sehr geehrter Herr Bodokämper, wollen Sie bitte „die tatsächlichen palästinensischen Opfer des Nahostkonfliktes“ beim Namen nennen? – Nur damit es keine Verwechslung gibt: Sie heißen nicht Ayal, Naftali und Gil-Ad.

    Danke für die Aufklärung über den UN-Sonderberichterstatter Dr. Alfred de Zayas. Das rundet das Bild auf.

    Legitime Israel-Kritik ist selbstverständlich nicht antisemitisch. Da gebe ich Ihnen völlig Recht. Zumal sie jetzt dringender ist denn je, da in Syrien Muslime Muslime abschlachten, in Irak Muslime Muslime abschlachten, in Nigeria Muslime Christen abschlachten, und in den anderen scharia-regierten Ländern sonst alles zum Besten steht.

    Legitime Israel-Kritik: Wie wär’s mit legitimer Nordkorea-Kritik? – womit ich keineswegs von israelischer Bautätigkeit ablenken will.

    Aber diese Rechten sind gefährlicher als Andere! Sie sehen aus wie Linke, sie argumentieren wie Linke es tun, und sie geben vor, die selben Werte zu haben.

    Es gilt auch: Diese Linken sind gefährlicher als Andere. Sie sehen aus wie Rechte, sie argumentieren wie Rechte es tun, und sie geben vor, die selben Werte zu haben.
    Und das Tollste ist: Sie haben dieselben Werte und dieselben Hassobjekte: Israel und die USA.

    Die Linken, so erfährt man bei näherer Beschäftigung mit den Klassikern, waren von erster Stunde an antisemitisch. Daran erinnert u. a. André Dufour in seinem Artikel « 8 mai 1945 : commémoration ou mise en garde ? » (Liberty Vox, 19.05.2008):

    (…) je pense à Joseph Proudhon, connu en tant que socialiste anarchisant dont notre bonne gauche se réclame en dépit (?) de sa xénophobie (il haïssait entre autres… les Belges !), de sa misogynie et surtout de son antisémitisme démentiel. Il voyait dans les juifs « une race qui envenime tout, en se fourrant partout, sans jamais se fondre avec aucun peuple ». En conséquence de quoi il fallait « détruire leurs synagogues, les admettre dans aucun emploi et finalement les expulser en Asie d’où ils sont originaires ou, à défaut, de les exterminer tous ».
    La « Solution finale » était déjà une idée socialiste tout court avant de devenir une idée et une réalisation National Socialiste.

    Joseph Proudhon, der sympathische Linke, der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen anprangerte, sah in den Juden „eine Rasse, die alles vergiftet, sich überall hineinschleicht, ohne jemals mit irgendeinem Volk zu verschmelzen“. Weshalb man „ihre Synagogen zerstören“ müsse, sie „zu keiner Beschäftigung zulassen“ dürfe, „und sie schließlich nach Asien abschieben sollte, woher sie stammen, bzw. Alle vernichten sollte.“

    Dufour: Die „Endlösung“ war schon eine sozialistische Idee, bevor sie zu einer nationalsozialistischen Verwirklichung wurde.

    http://www.libertyvox.com/article.php?id=322

    Die Juden haben wirklich Pech, nicht? Jetzt sind sie endlich in Asien, woher sie stammen, und schon wieder wollen die Sozialisten sie irgendwohin abschieben. A propos, nur so aus Neugier: Wohin genau?

    Ihnen gebe ich die Hand, Tano Bodokämper.

    • Bergstein schreibt:

      Völlig richtige Ausführungen. Antisemitismus ist den Rechten und den Linken gleich zu Eigen. Im Übrigen finanzieren die Banken keine Kriege. Die Banken finanzieren nur etwas womit Mehrwert geschaffen wird. Alles Andere wäre wirtschaftlich nicht sinnvoll. Kriege werden entweder über Gewinne aus Rohstoffverkauf, mit Kriegsanleihen oder über gewöhnliche Staatsschulden finanziert. Ich kenne keine Bank die den Krieg in Syrien, in Irak oder in Ukraine finanziert. Hamas und Fatah werden zum größten Teil durch Westen und zum kleineren Teil durch arabische Länder finanziert. Der Verfasser des Artikels ist auf dem richtigen Weg, die Strecke vor ihm ist jedoch noch sehr lang.

      Ansonsten zwei kleinere Bemerkungen, die mit der Sache nichts zu tun haben. Zu Einem habe ich bei Ihnen die Sie-Form verwendet, dass soweit mir bekannt ist, ich der Jüngere bin. Zu Anderem, haben sie das Buch The Closing of the Muslim Mind How Intellectual Suicide Created the Modern Islamist Crisis von Robert Reilly gelesen? Ich habe jetzt Auszüge auf Russisch gelesen. Dass die Sache so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht.

      • Aristobulus schreibt:

        Robert Reilly *notiert sich*

        Das Argument, Banken finanzierten Kriege, stammt übrigens aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, als den jüdischen Banken (klar, nur den vermeintlich jüdischen unter den Banken) das ‚Kriegsgewinnlertum‘ vorgeworfen wurde. Und den ‚Trusts‘. Der Vorwurf kam von den Kommunisten, von den Deutschnationalen und von den Nazis, völlig unterschiedslos. Sie waren alles amt Antikampitalisten, USA-Hasser ohnehin, und gegen Juden hatten selbst die Kommunisten was.

        Das selbe Argument mit den kriegsfinanzierenden Banken benutzen heute Occupy und Attac, wenn es um deren abscheugeschüttelte Stichwort „Goldman Sachs!!“ geht: Jüdische Bank, die finanziert Kriege.
        Weil jeder Krieg böse ist. Weil imperialistisch, weil von den USA gemacht, und von Israel gemacht.

        Jemand, der heute behauptet, dass Kriege aus Profitgründen durch irgend Banken finanziert werden, beweist nur, dass er keine Ahnung hat – und dass er zu viele Filme mit Warren Beatty gesehen hat, der just solches gern in die Runde streut, weil er es schick und links fand, und weil er glaubte, dass die Frauen solcherweis‘ um so mehr auf ihn flogen 😉

        • Mr. Römpöm schreibt:

          „abscheugeschüttelte“ -> abgekürzt: „abgescheuttelt“ 🙂

          Und nicht zu vergessen, olle Kalle und Lasalle. Die hatten auch schon mit kleinbürgerlich-antisemitischen Klischees hantiert, in der Hoffnung, auch noch den letzten Arbeiter für die „Große Sache“ begeistern zu können, auf daß die Lockmittel-Klischees dann hoffentlich hinter der Lösung aller Klassenwidersprüche von selbst wieder verschwänden. Ist natürlich schiefgegangen, denn: ganz, GANZ blöder Trick.

          • Aristobulus schreibt:

            Und Willy Brandt, die Ikone der linken Seite der SPD, hat sich lange gegen die Rückkehr von Juden nach Deutschland ausgesprochen. Wen’s da nicht abg’scheuttelt.

            Und, um’s mal wieder zu erwähnen, die SPD, die sich so links sieht, ist eng mit der Fatach verbandelt. Andrea Nahles sagte 2013 mal wieder, dass die SPD und die Fatach gemainsame Ziele hätten. Da fragt man sich, welche die sein sollen? Judenreinheit? Aufwertung der Hamas?
            Und die Linkspartei ist ohnehin vom Judenhass durchseucht und durchseuchter, die markieren nicht mal anders.

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Autsch! Das mit Brandt wußte ich so nicht, oder habe es nie wirklich wahrgenommen. Die SPD ist alles Andere als links, schon sehr lange. Seit Schmidt wurde sie für Marktradikalität vs. Corporatismus weichgeknetet, was dann später im autoritären und dezidiert antiliberalen, jedoch ideologisch libertären Anteil der „Agenda 2010“ aufging (Anmerkung: „Markt-libertär-ideologisch zugunsten einer sehr kleinen Elite aus „Großgrundbesitzern der Verhältnisse“ hat so gesehen nicht das Geringste mit echtem Liberalismus zu tun, da hier im Kern ein stark anti-aufklärerisches Moment mitspielt, wohingegen echter Liberalismus den Markt wirklich freiläßt, auf daß der den Handelnden als Feld zum freien Selbstausdruck zu dienen habe). Also: die SPD ist sich selbst genug, und tendenziell unten-rechts, da sie den Liberalismus der 70er Jahre aufgrund von Genschers Verrat nicht mehr weiter mitentwickeln konnte, und sich irgendwann an diesem Zustand gewöhnt hatte. Das hat nicht nur nur ihr, sondern dreißig Jahre später Mitgliedermäßig der FDP das Kreuz gebrochen (nein, Fallschirmmeister Möllemann und Gierfatz Lambsdorff waren es für den downfall der FDP nicht alleine). Wenn die Merkel sich weiter hälte, was ich befürchte, dann kommt die SPD bei der nächsten BuTaWahl auf RECHT(s) ordentliche 12 Prozent. Ach, den Klerikalschwätzer Rau hatte ich ganz vergessen, ja, der war ein echtes Alleinmachungsmerkmal. And PLEASE don’t get me started on Frau Nahles. I never trusted people like her.

          • Aristobulus schreibt:

            So isses. Die SPD hat’s seit je her mit der subventionierten Großindustrie, nicht?, weil da ihre Wähler arbeiten.
            Sie gibt sich einen linken Anstrich – soziale Gerechtigkeit, Korporatismus, Wirgefühl (immer auf den Wahlplakaten), gegen soziale Kälte usf.
            Klerikalschwätzer Rau, yep, treffendes Beispiel.
            Der dicke Gabriel auch. Allerspätestens seit Kanzler Schröder wird auf Schickschlips, Bonhommie, Wir-Plakatismus und Volkstümlichkeit gemacht

          • Mr. Römpöm schreibt:

            „So isses. Die SPD hat’s seit je her mit der subventionierten Großindustrie, nicht?, weil da ihre Wähler arbeiten.
            Sie gibt sich einen linken Anstrich – soziale Gerechtigkeit, Korporatismus, Wirgefühl (immer auf den Wahlplakaten), gegen soziale Kälte usf.
            Klerikalschwätzer Rau, yep, treffendes Beispiel.
            Der dicke Gabriel auch. Allerspätestens seit Kanzler Schröder wird auf Schickschlips, Bonhommie, Wir-Plakatismus und Volkstümlichkeit gemacht“

            Ja. „Corporatismus“ meinte ich wirklich im Sinne von „state-ism PLUS kategorisch irgendwelchen Arbeitgeberverbänden in den Allerwertesten zu kriechen“, dabei die eigene Klientel (Arbeiter, Angestellte) und deren gesellschaftliche/sozialpolitische Optionen völlig hinten runter fallen zu lassen, vulgo Schröder als „Genosse der Bosse“. Der Rest ist wie aus dem Legobaukasten für Parteien, eine völlig unauthentisch, ja einigermaßen artifiziell wirkende Veranstaltung. Mit echter Sozialdemokratie inklusive historisch-emanzipatorischer Grundausrichtung hat die SPD schon lang nichts mehr zu tun. Die deutschen, politischen Parteien in ihrer Gesamtheit haben ohnehin längst den Staat ge-hijacked, dafür gibt es dann nach dem politischen Dienstende gern diverse Pöstchen von den Bossen der „freien Wirtschaft“, also Aufsichtsratsposten, Geschäftsführerposten. Ach, was sag ich: ein Hofschranzenladen.

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Ach, hier noch mal die Links zu dieser Nahles und ihrem „shortcut“ zu den Blumen des Bösen, schwärenden Schwaden, and so on, nicht, daß irgendjemand das am Ende vielleicht noch als „Erfindung“ betrachtet:

            http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/14480

            http://www.spd.de/aktuelles/Kurz_notiert/80598/20121108_dialog_spd_fatah.html

            Und AUSGERECHNET DIE ist auch noch derzeit Ministerin für „Arbeit und Soziales“… und es ist noch viel schlimmer mit der:

            http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/deutschland-andrea-nahles-gegen-strikten-laizismus.html

            http://www.eh-freiburg.de/news-detail/lernziel-einmischen-studierende-diskutieren-mit-andrea-nahles/238

            „Politikerin zum Anfassen“? Im Leben nicht! Igitt!

          • Aristobulus schreibt:

            Rrrr. Raaah. Kurze Zusammenfassung aus Deinen Links:

            Sigmar Gabriel am Montag: »Ich verstehe die Kritik nicht.«
            Sigmar Gabriel am Dienstag: »Ich verstehe die Kritick ja nicht!«
            Sigmar Gabriel am Mittwoch: »Ich VERSTEH Kritikk doch nich!!«
            Sigmar Gabriel am Donnerstag: »Ich versteh keen‘ Pups davonnn!!!«
            Sigmar Gabriel am Freitag: »Pollezei! Feuerwehr! Brandt! Braaandtt!!!«
            Sigmar Gabriel am Samstag: »Gnn. Agnn. Gnah.«
            Andrea Nahles zu Sigmar Gabriel am Sonntag: »Lebensphasen zum Anfassen Lösungsmöglichkeiten soziale Arbeit und Religionspädagogik zum Anfassen ideales Übungsfeld Gesellschaftsgestaltung auf dem Tableau friedensstiftendes und integrationsförderndes Potenzial und Annnnfassen!, gewachsene moralische und religiöse Vielfalt in unserem Land Frieden in Palästina Anfassen Anfassen.«

          • Mr. Römpöm schreibt:

            *hahahahahahaha*
            Ein politisches Kabarettstück! Gleich mal weiter ausarbeiten:

            Sigmar Gabriel am Montag: »Ich verstehe die Kritik nicht.«
            (SG zieht unauffällig eine SPD-basecap über sein BORG-Plugin und kaut weiter an seiner Schokoladenzigarette)

            Sigmar Gabriel am Dienstag: »Ich verstehe die Kritick ja nicht!«
            (das Borg-Plugin beginnt zu glühen, kleine Funken entstehen)

            Sigmar Gabriel am Mittwoch: »Ich VERSTEH Kritikk doch nich!!«
            (die SPD-basecap beginnt zu schmoren, erste Schwaden von Rauch)

            Sigmar Gabriel am Donnerstag: »Ich versteh keen’ Pups davonnn!!!«
            (der aktuelle Pups de Shisha von SG entzündet sich spontan durch die mittlerweile brennende SPD-basecap)

            Sigmar Gabriel am Freitag: »Pollezei! Feuerwehr! Brandt! Braaandtt!!!«
            (SG pupst bei einer mittleren Frequenz von 50 Hz und brennt lichterloh, das BORG-Plugin beginnt, sich über ihn lustig zu machen. willy guckt aus dem Jenseits zu, köpft eine weitere Flasche Bourbon und ignoriert Siggis karmische Hilferufe)

            Sigmar Gabriel am Samstag: »Gnn. Agnn. Gnah.«
            (SG rudert wil mit den Armen, schimpft auf die Armen, schrumpft vor den Damen, fällt aus dem Rahmen und will bei Olle Andrea die Badezimmertüre eintreten, um sich zu löschen)

            Andrea Nahles zu Sigmar Gabriel am Sonntag: »Lebensphasen zum Anfassen Lösungsmöglichkeiten soziale Arbeit und Religionspädagogik zum Anfassen ideales Übungsfeld Gesellschaftsgestaltung auf dem Tableau friedensstiftendes und integrationsförderndes Potenzial und Annnnfassen!, gewachsene moralische und religiöse Vielfalt in unserem Land Frieden in Palästina Anfassen Anfassen.«

            (Kirchenvertreter mit basecaps und darunter verborgenden BORG-Plugins führen AN und das schwarze, schmauchelnde Gerippe des bislang ungelöschten SG in den Folterkeller, um ein paar wesentliche Fragen zu weiteren Kirchensubventionen zu stellen)

          • Aristobulus schreibt:

            Harr!, harrhaa! *vom Fauteuil kipp* 😀 😀

            Les atrocités bien conjugales (die ergötzlichen Haus-Entsötzlichkeiten) vom Kappensigmar et de la Kappes-Andrea,
            nur Feuer kann schmoren so heiß,
            lass, SPD!, fallen, den Schweiß,
            und kommen die Borg dann,
            wird assimiliert Mann.
            Denn’s pickt kein Korn ein Huhn!,
            wo solche solches thun.

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Ari schrub:
            „Les atrocités bien conjugales (die ergötzlichen Haus-Entsötzlichkeiten) vom Kappensigmar et de la Kappes-Andrea,
            nur Feuer kann schmoren so heiß,
            lass, SPD!, fallen, den Schweiß,
            und kommen die Borg dann,
            wird assimiliert Mann.
            Denn’s pickt kein Korn ein Huhn!,
            wo solche solches thun.“

            Herrliches Schl… Schllll… Schlllusswort!
            Ich ahne es: irgendwann machen wir aus all unseren kreativen Blog-Eingebungen noch ein Splatterbuch!
            Erster Titelvorschlag: „Die Welt im Jahre 20xx – Gnn. Agnn. Gnah.“
            Du bist natürlich dann Chefautor, Reh-Daktör und Herr Ausgeber,

            Hehehehehe… 🙂

          • Aristobulus schreibt:

            Lass mich nur Heckenschütze sein 🙂

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Alright. Ich bin dann Torpedogeschützdezernent. 😉
            Hier könnten wir ja einfach mal anklopfen (Geschütz 1), einfach damit’s wörtlich passen tut:
            http://verbrecherverlag.de/
            Sollten wir nicht sofort erkannt werden… dann eben eigener Verlag.
            Zum Beispiel: „Die Dünnhäutigen / Sturkopfverlag“, oder „Täter Ltd.“

          • Aristobulus schreibt:

            Ohne-Skrupel-Edition
            »Gnn. Agnn. Gnah.« Der Verlag
            Edition Das Knarrsche Wortt
            Die Dünn- und Ohnehäutigen

  13. schum74 schreibt:

    … so hielt ich das Ganze für linke Kapitalismuskritik eines seriösen Wissenschaftlers

    Wie kann Kapitalismuskritik seriös sein?
    Die Banken verdienen, wenn sie Kriege finanzieren, sagen Sie? Sie verdienen auch, wenn sie Häuserbau finanzieren. Würden sie nicht verdienen, würden sie pleite gehen.

    Zu der von ihnen geschätzten Kapitalismuskritik, hier ein Auszug aus einem feinen Artikel von Mathias Döpfner, „Antikapitalismus, Antiamerikanismus, Antisemitismus“ auf der Achse des Guten (31.05.2013)

    Es gibt eine Denkweise, die sich bei manchen Altlinken und Junglinken, bei Altnazis und Neonazis und in Abstufungen bei einigen sogenannten „Konservativen“ wie „Fortschrittlichen“ findet. Diese Denkart richtet sich, damals wie heute, vor allem gegen drei Dinge: gegen die Wirtschaft, gegen Amerika und gegen Israel. In der Vorstellung von Verschwörungstheoretikern fügen sie sich zum Gesamtweltbild. Ich nenne es das antifreiheitliche Dreieck. Es besteht aus Antikapitalismus, Antiamerikanismus und Antisemitismus. Überall dort, wo grundlegende Ressentiments herrschen gegen die Marktwirtschaft (vulgo: Kapitalismus), gegen Amerika (oder seine „dekadente“ oder „oberflächliche“ Kultur) und gegen die Juden (politisch korrekt: gegen die „zionistische Politik“ Israels), ist es mit der Freiheit nicht weit her. In diesem antifreiheitlichen Dreieck manövrierten die Nazis, der Sowjetkommunismus, die DDR und die RAF und manövriert heute der islamistische Fundamentalismus.

    Hätten Sie dieses antifreiheitliche Dreieck vor Augen gehabt, würden Sie sich über die Einstellung ihrer engsten Freunde zu – darf ich raten? – den „Zionisten“, nicht wundern. Wobei auch ich ihren Freunden auf gar keinen Fall unterstellen will, verkappte Antisemiten zu sein. Es genügt nicht zu lesen und zu hören, dass der Iran Israel „aus den Annalen der Geschichte tilgen“ wolle. Man muss es sehen, um es glauben zu können. Man muss es sehen, um den Iran rügen zu dürfen.

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/antikapitalismus_antiamerikanismus_und_antisemitismus

    • Aristobulus schreibt:

      Der Absatz von Döpfner treibt den Nagen mitten durch das Allerschwärzeste der Zwölf, Schum.
      Ja, so sehen Schlüsse aus, Analysen, die einer aus Détails macht – damit es klar wird, wohin das Ganze zusammengenommen zielt.

    • Mr. Römpöm schreibt:

      Gar nicht so schlecht, was der Döpfner da schreibt. Ich hatte ihn eigentlich unter „weniger interessant“ verbucht, aber sein Eintreten für das einzige System der Geschichte, das uns – neben einer ganzen Menge Schwierigkeiten und Kriege – überhaupt erst Massenwohlstand und individuelle Freiheit gebracht hat, finde ich schon sehr respektabel. Gar nicht dumm, der Mann.

      • Aristobulus schreibt:

        Auch, was er über Nathan Scharansky und Tommy Lapid schreibt…

        • Mr. Römpöm schreibt:

          Danke fürs Nachhaken, jetzt hab ich endlich den gesamten Arrtikel auf achgut gelesen. Der Mann kann denken, und beschäftigt sich inhaltlich wirklich. Mehr innere Reife als viele seiner Kollegen/Kolleginnen der Branche. Sehr gut!

  14. Aristobulus schreibt:

    Tano, danke für die Détails über diese Leute.

    Der Rest macht mich etwas ratlos: Worauf will Ihr Artikel hinaus? Dass ganz Linke zu ganz Rechten mutieren können und es oft tun, vielleicht auch umgekehrt, ist seit Horst Mahler eine bekannte Tatsache. Nein!, seit der Brandstiftung im Münchner jüdischen Altersheim von 1969 ist derlei bekannt – als organisierte, professionelle Linke ein Haus angezündet haben, weil darin Juden lebten. Die von den Tätern als Imperialisten bezeichnet worden sind, die man ermorden müsse.

    Ebenso ist es lange bekannt, dass Leute wie der erwähnte Elsässer, Jürgen von Bülow, Matthias Bröckers oder der notorische Ken Jebsen an Rändern, nein, mitten aus der randständigen Mitte fischen, was immer sie können. Um daraus Truther-Verschwörungstheorien über jüdische Banken, US-Imperialismus und israelische Wehrmachtsgräuel, auch über den wunderbaren Iran mit seiner herrlichen islamischen Hochblüte usw. usf. zu drechseln und zu bosseln, bis dem freunlichen Leser und Hörer final die Zehennägel hochklappen.

    Was sagt uns das? Dass rinks lechts ist, wenn es um die Selbstbezeichnung von Antiimperialisten geht?

    Ferner macht es mich ratlos, warum just von diesen gesettelten, saturierten, zu Tode soignierten Rechten diese große Gefahr ausgehen soll. Sicher, diese Leute gibt es, und manche verdienen ihr Geld damit, indem sie vor verbingungsstudentischem Publikum durch schicke Lügereien auffallen. Wobei die Menschentöter ja grad dort nicht existieren, oder marginal sind… die Menschentöter sind ganz woanders. Die sind nicht im rechtskonservativen (?) oder gar im linksliberalen (?) Schema zu fassen, weil sie ganz einfach Nationalislamisten sind. Naziis, wie Gerd Buurmann zu sagen pflegt. Die – und ihre Gutfinder.

    Den Hinweis darauf vermisse ich in Ihrem Artikel, obgleich Sie manches andeuteten, das den Iran betrifft.
    Ihr Text zeigt viele Détails, versäumt aber die Folgerungen, worauf das alles denn hinauslaufen soll…

    Nichts für Ungut.

    • Tano bokämper schreibt:

      Lieber Aristobolus, selbstverständlich gibt es linke Antisemiten und hat es immer gegeben! Mir ging es in erster Linie darum die Aktivitäten dieser Wissensmanufaktur aufzdecken! Ich muss nämlich leider zugeben dass ich selbst auch auf manche Ausführungen dieser Leute reingefallen bin. Ich hab mich, als Jude, auf die Ausführungen von Antisemiten eingelassen. Weil sie eben mit ganz perfiden Psychotricks arbeiten. Andreas Popp stellt in seinen Videos 3 Thesen auf die jeder sofort unterschreiben würde. Dann ist man geneigt ihm Recht zu geben und hört ihm zu. Ganz langsam, ohne dass man es merkt wird man mit Antisemitismus eingelullt. Die Tatsache dass Jeder darauf reinfallen kann, macht diese Leute gefährlicher als jeh zuvor. Ich wollte einfach nur aufklären das es sich hierbei nicht um ein paar verrückte Esospinner handelt, sondern ich bei meiner Recherche auf Verbindungen ins gewaltbereite und sogar terrorristische Rechte Millieu gestoßen bin. Z.B. hatte die Burschenschaft Danubia in den 80er Jahren die Wehrsportgruppe Hoffmann als Saalschutz engagiert aus dem der Attentäter des Münchener Oktoberfestestes hervorging. etc. Und an der Person von Dr. Alfred De Zayas wollte ich mal aufzeigen bis in welche Gremien es Menschen aus diesen Kreisen geschafft haben.

      • Mr. Römpöm schreibt:

        Dein Text ist allein schon durch Nennung der Namen im gleichen Atemzug gelungen. Die Kritikpunkte von Schum und Aristobulus sind aber auch angemessen. Letztlich klärst du ja nicht allein die, die hier ohnehin schon regelmäßig diese Themenpunkte lesen, diskutieren und darüber nachdenken auf, sondern der ignorante Meinungsmainstream sollte das alles endlich mal mit dem Frühstücksmüsli essen müssen, und zwar ALLES. Meinetwegen mit Lätzchen, Häubchen und Löffelchen-Omma. Aber Zeit wirds.

        • schum74 schreibt:

          Was ist Löffelchen-Omma? Oder meinst Du Oma-Löffelchen?

          • Aristobulus schreibt:

            …könnte la belle laitière sein, von Chardin? Die trug ein Häubchen, und wegen der vielen Zeit ist sie nu eine Ur-Ur-Urmuhme

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Liebe Schum: „Löffelchen-Omma“ ist die, die mal wieder aufs Kindele aufpassen muß, während die Eltern für Kraus-Maffei schuften gehen, damit EFTA mit Feta beliefert werden kann. Löffelchen-Omma, oder in Hessen auch „Leffelsche-Omma“, sagt – oder in Hessen „saacht“ – beim Tsatsiki-Breifüttern oft: „Soooo… un nu noch en Leffelsche fürs Mama, jaaaa, und nu noch een Leffelsche für’n Papa, braaaav, und noch en Leffelsche für den Onkel Hugo, der in Sau-die-Arabien en Reaktorkernsche bauen tut, sooo, und… und nu is des Tellersche widda brav leer“. Das Kindsche sitzt multipel da, und Tano (als Omma-Stellvertreter mit großem Humor) füttert es von der Bühne her mit unangenehmen Fakten, bis daß des Tellersche leer ist:

            Tano, du machst das wirklich sehr schön! 🙂

          • Aristobulus schreibt:

            Väter für den EFTA-Feta!, um damit phatt draufzuhalten und zu schießen, wie’s Schießen fetta und am Effettesten geht, und immer ojf di Jiddn, weil man nicht ahnte, das die sich wehren, bis kein Auge trocken bleibt, Auge nass, Zähne nässer, und Augen klappen auf Zähne und haben dann Ladehemmung.

            Tano soll, der kann das.

      • Aristobulus schreibt:

        Hi Tano. Danke, jetzt wird es klar – just Dein Standpunkt wird sonnenklar.
        Dass man so leicht reinfällt, weil manprinzipiell gern guten Glaubens ist, und wie man da (als a Jid) avec des illusions perdues wieder herauskommt.

      • schum74 schreibt:

        A propos Wehrsportgruppe Hoffmann: Bekanntlich haben die Typen zur selben Zeit wie RAF-Mitglieder in palästinensischen Trainingslagern trainiert.

        Die Mitglieder der Wehrsportgruppe Hoffmann sahen aus wie Linke, sie argumentierten wie Linke es tun, und sie gaben vor, die selben Werte zu haben, aber Achtung: Sie waren keine Linken.

        • Aristobulus schreibt:

          Die Strasser-Sozialisten in der SA auch nicht. Redeten wie Linke, aber Achtung, die waren gantz rächts.

          • Mr. Römpöm schreibt:

            Die sind immer noch aktuell, wie es scheint:

            http://en.wikipedia.org/wiki/Strasserism
            http://en.wikipedia.org/wiki/Volkssozialistische_Bewegung_Deutschlands/Partei_der_Arbeit

            „Strasserism (German: Strasserismus or Straßerismus) is the strand of Nazism that called for, and the neo-Nazism that currently calls for, a more radical, mass-action and worker-based form of National Socialism, hostile to Jews from an anti-capitalist basis, to achieve a national rebirth.“

            Leute aus deren KRReisen und Nachfahren dieser KRReise, die auf „Israelkritik“-Kritiker antworten, kommen oft mit diesem Schwachsinnsbegriff „du bis ja fol antideutsch!“
            Die sind also sowas wie Truther-Rebirther, es gibt diese Denke mittlerweise politisch-rechts wie auch politisch-links und überall dazwischen. Motto: „braune Soße kommt ganz ohne Vektoren aus, sofern sie nicht ohnehin nur aus wildwachsenden Vektoren besteht“(*)

            (*) THE BORG

        • Martin schreibt:

          Die Unterschiede sind derart marginal. Es ist eigentlich völlig egal ob jemand ein nationaler oder ein internationaler Sozialist ist…

          • Aristobulus schreibt:

            …wenn er als Sozialist für die Freiheit des Andersdenkenden und für republikanische Verhältnisse eintritt, Martin, so wie einst die SPD das konsequent in den Zwanziger Jahren tat, dann ist er einer von den Guten.
            Ach, lang ist’s her.

    • Mr. Römpöm schreibt:

      „Elsässer, Jürgen von Bülow,“ > Andreas von…?

      Die Kritikpunkte (Schum und Du) sind vernünftig, aber ich denke, Tanos TExt glänzt allein schon durch die Nennung der Szenetypen, die in vielen Köpfen immer noch als „seriös“ durchzugehen scheinen, was aber sie definitiv nicht sind.

      • Aristobulus schreibt:

        Stimmt. Wobei er diesen Szene-Zusammenhang und Szenestandpunkt hätte deutlicher machen können. Weil sein Artikel ja darauf hinausläuft – auf das basse Erstaunen eines Linksliberalen (Studenten?), der mal nachgesucht hat, wer da alles so die linke Meinung beeinflusst (dominiert).

  15. Kanalratte schreibt:

    Egal ob Rechts oder Links, der Judenhass hat bei den Deutschen schon immer gut funktioniert und so lebt er auch heute noch beim Thema Nahost fort. Viele Leute geben aber auch einfach nur das wieder was sie z.B. von Medien erfahren, deren „israelkritischen“ Schreiberlinge fast täglich jegliche Schuld in Nahost alleinig auf Israel zurückführen.

    Der Judenhass ist in Deutschland nach wie vor eine Mischung, aus denen die ihn aktiv betreiben und aus denen die ihm blind folgen. Das war im 3. Reich auch so.

    Die Deutschen sind das Volk der Gefolgschaft und der Extreme.

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