Nicht nur sauber, sondern judenrein!

Im Juni 2014 konnte das 23. Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Malabo erst beginnen, nachdem alle Juden des Saals verwiesen wurden. Die arabische Liga forderte eine „judenreine“ Konferenz und bekam sie. Ebenfalls in der Halle anwesend waren UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der Ministerpräsident von Spanien. Sie durften bleiben. Sie sind ja auch keine Juden. Glück gehabt!

„Alles begann, als sich einer der arabischen Delegierten aus Ägypten uns beim Abendessen in der Nacht vor der Eröffnung näherte und fragte, was wir hier zu suchen hätten, und zeigte dabei auf die Männer mit Kippahs.“

Mit diesen Worten beschreibt Yardena Ovadia die Geschehnisse. Sie hatte die Teilnahme der jüdischen Delegierten für das Gipfeltreffen organisiert.

„Wir hatten bereits im Konferenzsaal Platz genommen, als die Führung der Arabischen Liga einen Boykott der Konferenz ankündigte, solange die israelische Delegation im Saal sei. Wir erklärten offiziell, dass wir Amerikaner seien und keine Israelis, aber es half nichts.“

Schließlich verließen die vierzehn jüdischen Teilnehmer den Saal und die Veranstaltung konnte mit einer Verspätung von einer Stunde beginnen.

„Ich habe noch nie so einen Rassismus erlebt, so einen Antisemitismus“, erklärte ein Teilnehmer, der den Saal verlassen musste, weil er Jude ist und fügt hinzu: „Wir wurden gedemütigt!“

Wenn uns dieses Ereignis etwas lehrt, dann dies: Die Judenhasser sagen zwar Israel, aber sie meinen Jude! Israel ist für die Judenhasser das neue Jude geworden.

In Deutschland war einst das Wort Jude ein Schimpfwort. Eine Geschichte der einseitigen Kritik, Verfolgung und Vertreibung ging voraus. Einst gab es in Europa viele jüdische Siedlungen. Sie wurden Schtetl genannt. Für die Nazis waren diese Schtetl illegale jüdische Siedlungen. Sie vernichteten die jüdischen Siedlungen und mit ihnen einen Großteil der jüdischen Bevölkerung Europas.

Heute werden die illegalen jüdischen Siedlungen „illegale israelische Siedlungen“ genannt. Ein Wort hat sich geändert, aber die Bedeutung ist die Selbe. Es ist das Jüdische, das einen Siedler im Nahen Osten illegal werden lässt.

Juden leben in allen Ländern des Nahen Ostens deutlich länger als Muslime. Juden haben dort schon gesiedelt und gebaut als Mohammed noch nicht einmal geboren war. Die Hamas aber vernichtet an den Orten, wo sie herrscht, die alte jüdische Tradition.

Für viele Deutsche bedeutet Jude nur der Jude, der verfolgt und ermordet wurde. Dieser Jude wird betrauert und mit Gedenkveranstaltungen geehrt. Israel aber bedeutet: Der lebendige Jude, der sich gegen seine Verfolgung und Ermordung wehrt. Er wird kritisiert, boykottiert und vertrieben.

Israel ist das neue Schimpfwort der Judenhasser, weil es zu kompliziert geworden ist, Juden als Juden zu beleidigen. Wer einen Juden jedoch Israeli nennt, der kann damit erreichen, dass der Jude hinausgeworfen wird und der Generalsekretär der Vereinten Nationen schaut zu.

Für viele Menschen sind heute nicht die Menschen ein Problem, die Juden vertreiben, sondern jene Juden, die sich nicht vertreiben lassen. Wer jedoch glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen.

Wer brüllt “Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft”, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Jüdische Siedlungen sind nur für jene eine Hindernis zum Frieden, die einen Frieden von Juden haben wollen. Für jene jedoch, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn und Mitbürger sein können.

Im Juni 2014 in Malabo ertrug die Arabische Liga Juden nicht mal mehr als Sitznachbarn.

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Ebenfalls im Juni 2014 ließ das Washington Institut durch ein führendes palästinensisches Meinungsforschungsinstitut eine Befragung der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen und im Westjordanland durchführen.
Insgesamt 1200 Personen wurden befragt, was geschehen solle, wenn es der palästinensischen Führung gelingen sollte, eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel auszuhandeln. 64 Prozent antworteten, dass bis zur Zerstörung ganz Israels weiter „Widerstand“ geleistet werden sollte. Nur 10 Prozent antworteten, dass in einem palästinensischen Staat Juden die gleichen Rechte wie Moslems haben sollten.

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