Etwas Philosophie

Zu der Frage, wie weit eine Meinung gehen darf und ob auch Rufschädigung erlaubt sein soll, formuliere ich mal eine radikale These:

Wenn wir über die Schädigung des Rufs eines Menschen reden, dann müssen wir vorher klären, wem der Ruf eigentlich gehört. Ich stelle fest: Mein Ruf gehört nicht mir! Mein Ruf gehört immer den Anderen. Sie entscheiden, was sie von mir halten, denken und sagen. Sie können mich loben und beleidigen. Sie können lügen oder die Wahrheit sagen. In manchen Fällen mag mir nicht gefallen, was sie über mich verlautbaren, aber so ist es nun mal mit dem Ruf. Ich Sachen Ruf bin ich die Geisel der Anderen.

Mein Ruf ist das Eigentum der Anderen. Ich habe zwar das Recht, dazu Stellung zu nehmen, ich kann widersprechen, zustimmen oder schweigen; ich kann sogar versuchen, durch Vorbild Einfluss auf meinen Ruf zu nehmen, aber ich darf die anderen Menschen niemals bestehlen. Genau das aber geschieht, wenn ich ihnen verbiete, meinen Ruf zu formen, nur weil mir nicht gefällt, was sie rufen.

Ich weiß, diese These ist eine radikale, theoretische Sophisterei; wir sind Menschen mit Gefühlen, die verletzt werden können, aber als Moment der Selbstkritik sollte der folgende Gedanke immer Teil unseres Handelns sein: Die Gedanken sind frei und die Gedanken der Anderen gehören nicht mir!

Was resultiert daraus? Radikale Emanzipation des Individuums, die darauf abzielt, dass in Sachen Menschenrechte der Ruf eines Menschen egal ist. Unabhängig von meinem Ruf habe ich das Recht, in Freiheit zu Leben und nach Glück zu streben!

Ansonsten kann ich auch noch einen Rat geben, (und ich weiß, Ratschläge sind auch Schläge): Lebe nicht so, als wäre es der letzte Tag in Deinem Leben, lebe so, als wäre es der letzte Tag im Leben eines Menschen, den Du liebst!

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