Alle, die die Iran-Spiele schauen, sollten das hier lesen!

Im Artikel 3 der Standard-Statuten des Weltfußballverbands FIFA steht:

„Jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Politik oder aus einem anderen Grund ist unter Androhung der Suspension und des Ausschlusses verboten.“

Den Iran kümmert dieser Artikel nicht! Der Verein hätte schon längst von der FIFA disqualifiziert werden müssen.

Im August 2017 schloss der iranische Fußballverband FFIRI zwei Nationalspieler aus der Auswahlmannschaft zur Fußballweltmeisterschaft aus, weil sie mit ihrem Klub, dem griechischen Erstligisten Panionios Athen, in der Europa-League-Qualifikation gegen das israelische Team Maccabi Tel Aviv gespielt hatten. Das iranische Sportministerium erklärte daraufhin, für den Spieler Masoud Shojaei, der bis zu dem Zeitpunkt Kapitän der Mannschaft war und dessen Mittelfeldkollegen Ehsan Haji Safi sei „kein Platz mehr“ im Auswahlteam, denn die beiden Spieler hätten „die rote Linie überschritten.“ Für den Iran ist die Diskriminierung Israels Staatsräson!

Wer im Iran friedlich mit Israelis oder Juden spielt, ist ein Verräter. Im August 2015 wollte Sigmar Gabriel zusammen mit der Staatskapelle Berlin nach Teheran reisen, was einen handfesten Skandal auslöste. Der Sprecher des iranischen Kulturministeriums, Hossein Noushabadi, erklärte damals nämlich, dass es ein Problem mit dem Dirigenten gäbe, da er Jude und somit laut Noushabadi aufgrund seiner „Nationalität und Identität“ mit „Israel assoziiert“. Das Kulturministerium bot jedoch einen Kompromiss an:

„Das Symphonieorchester kann seinen Dirigenten austauschen und dann erneut um einen Auftritt in Teheran bitten. Nur unter diesen Umständen kann eine erneute Anfrage wieder untersucht werden.“

Aber zurück zum Sport. Der iranische Nationalspieler Mehdi Taremi teilte vor der WM auf Twitter einen Eintrag von Ajatollah Ali Chamenei, dem politischen und religiösen Oberhaupt Irans. Im Originaltweet Chameneis stand auf Persisch, Hebräisch und Englisch: „Israel wird keine weiteren 25 Jahre mehr bestehen.“

Iran weigert sich seit über dreißig Jahren, gegen israelische Gegner anzutreten. Ob in Weltmeisterschaften oder bei den Olympischen Spielen, egal in welchen Disziplinen, wenn der Iran auf Israel trifft, betritt der Iran den Platz nicht.

Der Iran ist Mitglied in der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC). Die AFC ist Teil der FIFA. Seit Jahren schon toleriert die FIFA den radikalen Bruch von Artikel 3 ihrer eigenen Standard-Statuten, denn viele Länder, die in der AFC organisiert sind, diskriminieren offen Israel.

Im Jahr 1956 trat der israelische Verband der AFC bei. Länder wie Afghanistan, Pakistan, Indonesien und der Sudan jedoch weigerten sich, mit Israel auf einem Platz zu spielen. So geschah es, dass bei der Qualifikation zum Asien-Cup, der im gleichen Jahr stattfand, die israelische Auswahl kampflos in die Endrunde kam, in der sie gegen Südkorea, Hongkong und Südvietnam spielte und das Turnier als Zweitplatzierte beschloss. Bei der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1958 sollte Israel in der Vorrunde gegen die Türkei antreten, doch sie trat nicht an. In der Zwischenrunde sollte Israel gegen Indonesien spielen, doch auch Indonesien trat nicht an. Schließlich erwartete Israel im Finale der Ausscheidungsspiele den Sudan, doch auch der Sudan trat nicht an. Damit wäre Israel eigentlich kampflos für die WM qualifiziert gewesen, doch dagegen hatte dann die FIFA etwas und loste aus allen europäischen Gruppenzweiten ein Land aus und ließ dieses gegen Israel um den letzten freien Platz antreten. Das Land war Wales und es gewann gegen Israel das Hin- und Rückspiel. Israel schied somit aus.

Achtzehn Jahre gehörte Israel der AFC an. Achtzehn Jahre, die geprägt waren von der Diskriminierung Israels aufgrund von ethnischer Herkunft, Religion und Politik. Die Diskriminierungen gingen teilweise so weit, dass sich der israelische Verein bei den Wettkämpfen 1970 sogar in der Ozeaniengruppe wiederfand, weil die AFC sich weigerte, die Plätze der Weltmeisterschaft mit Israelis zu teilen.

Im Jahr 1974 folgte schließlich die offizielle und endgültige Diskriminierung und die AFC schloss den israelischen Verband auf Antrag Kuwaits aus. Die Alternative hätte darin bestanden, die Boykotteure konsequent zu bestrafen, doch dafür gab es innerhalb der AFC keine Mehrheit.

Im Jahr 1978 stellte der israelische Fußballverband daher einen Antrag auf Beitritt zum europäischen Fußballverband (UEFA), doch der Verband lehnt ab. Es sei nicht möglich, so hieß es, einen geografisch nicht in Europa liegenden Verband aufzunehmen. Vor allem die osteuropäischen Mitgliedsländer hatten sich strikt gegen das israelische Ersuchen ausgesprochen. Die Sowjetunion war damals kein guter Freund Israels. Mit dem Zusammenbruch der UDSSR änderte sich die Situation jedoch. Im Jahr 1991 wurde die israelische Fußballnationalmannschaft in den europäischen Verband aufgenommen und erhielt drei Jahre später die Vollmitgliedschaft.

Sechzehn Länder haben zur Zeit, im Jahr 2018, ein Einreiseverbot gegen Juden und Israelis verhängt: Algerien, Bangladesch, Brunei, Iran, Irak, Kuwait, Libanon, Libyen, Malaysia, Oman, Pakistan, Saudi-Arabien, Sudan, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Jemen! Einige dieser Länder hassen Israel sogar so sehr, dass sie alles hassen, was mit Israel zu tun hat und daher weder Juden aus Israel ins Land lassen, noch Menschen, die Juden in Israel besucht haben. Dazu gehöre auch ich! Vierzehn dieser Länder sind in der AFC organisiert. Der Sudan und Algerien gehören zum afrikanischen Fußballverband (CAF).

Warum wird dieser Hass innerhalb der FIFA hingenommen?

Sport verbindet die Menschen. Aber immer wenn ich das Meer der Fahnen bei einer WM sehe, denke ich, dass es schon absurd ist, als Zeichen der Vielfalt und Völkerverständigung auch jene Fahnen zu hissen, die für Regime stehen, die die Vielfalt und manche Völker bekämpfen. Eine wohl nicht zu überwindende Absurdität.

Was muss ein Verband eigentlich machen, dass selbst die Fans der Nation sagen, da gehe ich nicht mehr mit?

Heute, am 20. Juni 2018, spielt der Iran bei der Fußballweltmeisterschaft gegen Spanien. Ebenfalls heute wurden über 45 Raketen auf Israel abgefeuert. Viele israelische Kinder, Eltern, Frauen und Männer wurden heute vor 5 Uhr in der Frühe von Alarmsirenen aus ihren Träumen geschreckt. Sie hatten nur wenigen Sekunden Zeit, um sich in die Sicherheit von Bunkern zu flüchten. Der Iran unterstützt den Krieg gegen Israel und diskriminiert offen alle Israelis.

Viel Spaß daher bei den Iran-Spielen. Heute können Sie dem Hass zujubeln. Artikel 3 gilt nämlich nicht für Israel. Die FIFA macht es möglich.

Das heißt natürlich nicht, dass alle, die der iranischen Mannschaft zujubeln, dem Hass zujubeln, aber jeder, der der iranischen Mannschaft aus Hass zujubelt, tut dies im Einverständnis mit dem iranischen Verband, der diesen Hass nicht nur nicht ächtet sondern ihn aktiv durch seine verbandspolitischen Entscheidungen befördert. Aber die Hoffnung bleibt, dass auch dieser Verband einst vom Hass befreit wird:

Dafür aber muss sich in dem Land etwas grundlegendes verändern und das kann nur das iranische Volk selbst bewirken. Möge es die Kraft dazu haben.

Ich werde daher während des Iran-Spiels mal wieder in Klaus Manns Roman „Mephisto“ reinblättern, um darüber nachzudenken, was es bedeutet, in einem inhumanen Regime Karriere zu machen, ob nun als Künstler oder als Sportler.

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Danke an Alex Feuerherdt für wichtige Informationen.

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