Der 11. November 2018 ist nicht nur Karneval

Als ich vor einigen Jahren vor dem Kölner Karneval flüchtete, fuhr ich mit meiner Frau und unserem Hund durch die Normandie im Norden Frankreichs. Wir kamen an einer Vielzahl Soldatendenkmäler vorbei.

In Frankreich ist die Erinnerung an die Brutalität des Großen Krieges von 1914 bis 1918, der später als 1. Weltkrieg bezeichnet wurde, weil ein zweiter folgen sollte, allgegenwärtig. Sowohl in Frankreich als auch im Vereinigten Königreich, in den USA, in Kanada, Belgien, Australien, Neuseeland und vielen weiteren Ländern wird am 11. November an den Krieg und die Opfer gedacht.

Am Ende des Ersten Weltkrieges legte der Waffenstillstand von Compiègne fest, dass alle Kriegshandlungen am „Elften Tag des elften Monats um elf Uhr“ enden sollten. Diesem Ereignis wird in vielen Ländern alljährlich am 11. November als Veteranentag gedacht. In einigen Ländern werden in Erinnerung an den Waffenstillstand sogar zwei Schweigeminuten gehalten.

In Deutschland wird der 11. November anders begangen. Am Elften im Elften um Elf Uhr Elf beginnt in vielen närrischen Hochburgen Deutschlands der Karneval. Im Jahr 2018 wird der 11. November jedoch auch für das Ende des 1. Weltkrieges vor exakt hundert Jahren stehen. Auch wenn der Karneval eine freudige und ausgelassene Angelegenheit ist, sollten selbst die närrischen Gebiete Deutschland an diesem Tag auch den Opfern des Großen Kriegs gedenken.

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7 Antworten zu Der 11. November 2018 ist nicht nur Karneval

  1. Ludwig schreibt:

    Die deutsche Entsprechung zum alliierten Veteranentag ist der Volkstrauertag, der dieses Jahr am 18.11. begangen wird. Ganz nebenbei ist der 11. November auch der Stankt-Martinstag, ein Tag für Laternenumzüge und Martinssingen.

    Meine persönliche Widmung für obiges Monument des Massentötens:

    Hier ruht das Europa der Vaterländer, des Totalen Krieges und der von Stolz besoffenen Nationalismen.

    Möge es weiter in Frieden ruhen.

  2. Kanalratte schreibt:

    Deutschland ist Weltmeister im Gedenken vor allem im Gedenken von negativen Ergeignissen. Der 11. November bedeutete zwar auch für die Soldaten Deutschlands das Ende der Kämpfe des 1.Weltkrieges, aber gleichzeitig war es auch der Tag der Kriegs-Niederlage, also eine Schmach für Deutschland. Der 1.Weltkrieg bzw. die Kriegs-Niederlage Deutschlands und seine Folgen (Versailler-Vertrag, Gebietsverluste) haben den Weg für Rachegedanken geebnet und den späteren Aufstieg Hitlers im starken Maße begünstigt. Deshalb ist es nicht ganz klar warum man das Kriegsende im 1.Weltkrieg aus deutscher Sicht besonders würdigen sollte, wenn doch dieser 11. November gleichzeitig den Beginn der Zwischenkriegsphase markiert. Ein tragischer Tag für die Welt, denn weder Deutschland noch die Alliierten haben es in ihrer gegenseitigen Antipathie und ihrem Misstrauen geschafft nach dem 1.Weltkrieg das Kriegsbeil endgültig zu begraben. Die USA haben da nach dem 2.Weltkrieg sehr viel klüger agiert und damit Europa geeint.

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