Das Kreuz mit der Kippa

Im Mai 2019 riet der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, Juden davon ab, überall in Deutschland die Kippa zu tragen. Er erklärte, er habe seine Meinung „leider geändert“ und sprach von einer „zunehmenden gesellschaftlichen Enthemmung“. Felix Klein rief daher dazu auf, am ersten Samstag im Juni öffentlich eine Kippa zu tragen, als Zeichen der Solidarität mit jüdischen Mitbürgern und als Statement gegen Antisemitismus.

Vielleicht hätte Felix Klein auch dazu aufrufen sollen, mit dem Appeasement gegenüber Ideologien aufzuhören, die andere Religionen nicht tolerieren können.

Bei einem Besuch des Tempelbergs in Jerusalem im Jahr 2016 nahmen der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, zusammen mit dem katholischen Kardinal Reinhard Marx ihre Brustkreuze ab, bevor sie den Tempelberg besuchten. Sie rechtfertigten die Entscheidung mit diesen Worten: „Wir haben aus Respekt vor den Gastgebern gehandelt“ und fügten hinzu, es habe sich „um eine Antwort auf den Wunsch der Gastgeber“ gehandelt.

Diesem „Wunsch“ ausgerechnet auf dem Tempelberg nachzukommen, war so falsch, wie etwas nur falsch sein kann. Wer aus Respekt vor Intoleranz ein Kreuz von der Brust nimmt, muss auch die Kippa vom Kopf nehmen.

Es gab da mal einen Mann, der sagte, der Tempelberg „soll ein Haus des Gebetes für alle Völker sein.“ Sein Name war Jesus! So steht es jedenfalls bei Markus 11, 17. Jesus stand zu seinen Überzeugungen und er leugnete seinen Glauben nie. Herr Bedford-Strohm leugnete seinen Glauben und erklärte später sogar, in dieser besonderen Situation in Jerusalem wäre es falsch gewesen, dem Wunsch der islamischen Gastgeber nicht nachzukommen.

Soll das etwa bedeuten, das Tragen der Kippa ist falsch, wenn es gewisse Gastgeber irgendwann so bestimmen?

Der Tempelberg wird heute von der sogenannten Frommen Stiftung des Islams (Waqf) kontrolliert. Sie sorgt dafür, dass im Jahr 2016 an einigen Tagen im Monat für den Tempelberg gilt, was im Jahr 1942 für Parks in Deutschland galt: „Nicht für Juden!“ Der Zugang zum Tempelberg ist über elf Tore an der Nord- und Westseite der Anlage möglich. Allerdings ist der Zutritt dort nur Muslimen erlaubt. Sollten Zweifel bestehen, müssen ausländische Muslime ihre Zugehörigkeit zum Islam belegen. Andersgläubigen ist der Zutritt nur von Samstag bis Donnerstag über das Marokkanertor bei der Klagemauer erlaubt. Das Betreten ist dort nur nach scharfen Sicherheitskontrollen außerhalb der Gebetszeiten möglich. Juden werden, wenn überhaupt, nur in kleinen Gruppen und oft mit Aufsicht eingelassen. Der Felsendom darf nur von Muslimen betreten werden! Verboten sind zudem das Mitbringen von Büchern und Kultgegenständen und das Abhalten von Gebeten anderer Religionen. Wenn Juden den Tempelberg betreten, werden sie nicht selten bedroht.

Auch Christen können auf dem Tempelberg Probleme kriegen.

Was würde wohl passieren, wenn Christen sich so benehmen? Was, wenn der Vatikan jeden christlichen Feiertag Muslimen den Zutritt ins Land verweigern würde? Was, wenn Juden am Sonntag den Platz vor dem Kölner Dom nicht betreten dürften?

Der Islam erklärt, zu welchen Zeiten welche öffentlichen Orte in der islamischen Welt judenrein zu sein haben und deutsche Christen unterstützen das Verhalten auch noch, indem sie ihre Kreuze abnehmen, um nicht zu provozieren.

Wie können solche Menschen dafür kämpfen, stolz die Kippa zu tragen? Mir fällt da diese kleine Anekdote ein:

Ein Jude steigt in ein Taxi. Als das Taxi an einer Kirche vorbei fährt, fragt der Jude den Fahrer:

„Sind Sie eigentlich Christ?“

„Ja“

„Gläubiger Christ?“

„Sogar sehr!“

„Bekreuzigen Sie sich dann nicht, wenn Sie an einer Kirche vorbei fahren?“

„Für gewöhnlich schon.“

„Jetzt gerade aber haben Sie es nicht getan.“

„Nein.“

„Warum?“

„Ich wollte Sie nicht provozieren.“

„Lassen Sie mich bitte aussteigen.“

„Warum?“

„Wenn Sie schon Ihrem Gott keine Ehre erweisen, dann werden sie, wenn es darauf ankommt, für mich gewiss nicht mehr Respekt aufbringen.“

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5 Antworten zu Das Kreuz mit der Kippa

  1. Der Islam ist eine Religion des Friedens, der Brüderlichkeit, der Toleranz, der Liebe, der Gnade und der Gerechtigkeit. Wirklich:
    http://tinyurl.com/yyrc4tyv
    +
    Einmal im Jahr Kippa tragen: “Zeichen setzen” statt zu handeln
    http://tinyurl.com/y4k8ely5

    Die Juden bezahlen den Preis für den Fehler, Muslimen die Hoheit auf dem Tempelberg überlassen zu haben.

  2. A.S. schreibt:

    Kurz mal völlig neben den Thema:
    Bin ich der einzige, der sich wundert über die Reaktionen auf den Mord(?) an Walter Lübcke? Wenn ein aktiver Politiker (u.a. MdL) mit Kopfschuss getötet wird erwarte ich eigentlich einen Aufschrei im Land. Statt dessen fallen die Reaktionen aus, als wäre er eines natütlichen Todes gestorben.

    • Die Polizei tappt noch im Dunkeln, aber die Reaktionen mancher AfD-Leute und anderer Rechtsextremisten auf diesen Todesfall richten sich schon jetzt selbst:
      https://twitter.com/hashtag/L%C3%BCbcke?src=tren
      Diese Vollidioten können oder wollen nicht erkennen, dass sie damit letztlich nur dem politischen Gegner nützen. So können Sozis, Linke, Grüne, Merkel-treue CDU-Leute und mit ihnen verbundene NGOs jede Kritik an der unsäglichen Asyl- und Migrationspolitik (die Lübcke befürwortete) als „Nazi“ diffamieren und Rechte (= echte Konservative und wirkliche Liberale) in die Nähe von Rechtsextremisten rücken oder sogar mit ihnen gleichsetzen. Das wird noch zunehmen, wenn sich herausstellen sollte, dass ein Rechtsextremist Lübcke ermordet hat.

      • A.S. schreibt:

        Also unter dem Link finde ich viele Leute, die sich über Reaktionen (und nicht den Mord) aufregen, aber keine Links dazu.
        Wie auch immer, in diesem Land ist doch etwas völlig aus den Fugen geraten. Man gackert wie aufgescheuchte Hühner über den SPD-Vorsitz, schickt „Eilmeldungen“ raus, ob Manuela Schwesig Vorsitzende werden will oder nicht, und ein ermordeter Politiker wird zur Nebensache? Das darf doch nicht wahr sein. Selbst von der CDU hört man kaum etwas, obwohl ein Parteikollege erschossen wurde. Worauf warten die?

        Ich hoffe dass ich mich irre, aber mich beschleicht der Verdacht, dass sich Empörung erst dann einstellen wird wenn der/die/das Täter bekannt sind. Dann dann regt sich nur der/die/das auf, um den Mord dem jeweiligen Gegner in die Schuhe schieben zu können.

        Dein Link oben deutet schon in diese Richtung hin………

  3. A.S. schreibt:

    Die Aussage von Klein ist immerhin ein erster Schritt zur Ehrlichkeit.
    Der zweite wäre es zuzugeben, dass Helldeutschland nur dann zu Aktionen gegen Antisemitismus bereit ist, wenn dieser von Rechts kommt.
    Der dritte Schritt wäre es, zuzugeben dass man deshalb die Statistik über antisemitische Straftaten bewusst falsch erstellen lässt. Also schlicht lügt während man in Harvard von Ehrlichkeit schwafelt.

    Wie so oft ist wieder die Regierung die allerletzte, die etwas zur Kenntnis nimmt.

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