„Du sollst Vater und Mutter ehren!“

Dies ist eine Liebeserklärung an aller Kinder, die Ihre Eltern aus verständlichen Gründen nicht lieben können.

Es ist nicht Deine Schuld, was Dir passiert ist!

Wenn Du Deine Eltern nicht lieben kannst, wirst Du gute Gründe dafür haben.

Es muss furchtbar sein, wenn Du das Gebot liest „Du sollst Vater und Mutter ehren“.

Das Gebot verlangt aber gar nicht von Dir, Deine Eltern zu lieben. Du kannst Deine Eltern sogar hassen, wenn Sie Dich verletzt haben, Dich allein gelassen haben, Dir Dein Urvertrauen genommen haben oder Dir unbeschreibliche Gräueltaten angetan haben.

Die Bibel spricht oft von Liebe. Du sollst zum Beispiel Deinen Nächsten lieben. Aber bei den Eltern spricht die Bibel von Ehre.

Damit bist Du gemeint! Du sollst Dich ehren!

Deine Eltern haben Dich in diese Welt geholt und auch wenn sie sich vielleicht furchtbare Mühe gegeben haben, Dich zu zerstören, so dass Du jetzt auf dieser Welt in dem Versuch lebst, das Zerbrochene wieder irgendwie zusammenzubauen, es ist schön, dass es Dich gibt.

Vielleicht hast Du Dich von Deinen Eltern getrennt, vielleicht willst Du sie nie wieder sehen. Vielleicht hasst und verabscheust Du sie. Du kannst ihnen vergeben oder auch nicht. Alles ist völlig okay.

Aber egal, wie sehr Du verletzt und erniedrigst wurdest, vielleicht sogar von den Menschen, die Dich in diese Welt geholt haben, ehre sie dafür, dass sie Dich in dieses Leben geholt haben. Nicht aus Liebe zu ihnen, sondern aus Liebe zu Dir.

Denn es ist schön, dass es Dich gibt.

Dein Leben ist wertvoll.

Du bist wertvoll.

Du bist was besonderes.

Du bist liebenswert.

Schön, dass Du da bist.

Hab Dich lieb!

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7 Antworten zu „Du sollst Vater und Mutter ehren!“

  1. Biagiotti schreibt:

    Vielen lieben Dank lieber Gerd Buurman 🤗
    Deine Worte sprechen genau das an
    was mir bis heute auf der Seele brannte
    und wofür ich bis heute nicht die richtigen
    Worte finden konnte. Jetzt habe ich sie gefunden.
    Meine Kindheit war zum Teil schrecklich und schmerzhaft und ich wurde vor längerer Zeit auch noch von meiner Mutter verstoßen.
    Seit dem kein Kontakt mehr.
    Lange habe ich gebraucht damit fertig zu
    werden. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich es geschafft meinen Frieden damit zu schließen und jetzt lebe ich damit sehr sehr gut.
    Deine Worte haben mich soeben noch mehr darin bestärkt, dass es sich gelohnt hat zu kämpfen und dass es sich lohnt weiter zu leben.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Liebe Biagiotti,

      Vielen Dank für Deine lieben Worte. Das Gefühl, das sich einstellt, wenn man mit etwas Frieden schließen konnte, hat etwas befreiendes. Es freut mich, dass Du diesen Moment findest konntest. Es lohnt sich. Wirklich. Mögen noch viele lohnende Momente kommen. Alles Glück Dir.

      Alles Liebe,
      Gerd

  2. Laszlo Trankovits schreibt:

    Ich werde alt. Ich weiß heute einfach nicht mehr genau, ob etwas Satire ist oder nicht. Beste Grüße, Laszlo Trankovits

  3. Wolfgang Strompen schreibt:

    Ein großartiger Text! Ich habe genau das meinem Sohn immer wieder gesagt, wenn ich ihm erklärte, dass ich meine Eltern nicht geliebt habe. Aber ich habe sie geehrt. Nochmals meinen Dank für den text!

  4. caruso schreibt:

    Ein ganz wunderbarer Text! So weise, so wahr … ich finde keine Worte dafür, wie ich ihn empfinde.
    Man sollte ihn allen Kindern zu lesen geben. Denn es gibt kaum ein Kind, das mit den Eltern keine Probleme hätte. Nicht immer, aber doch meistens, sind die Eltern schuld daran. Bei weitem nicht alle Eltern verstehen, erfassen instinktiv, was „Kind“ ist. Und was „Mutter“ und „Vater“ bedeuten. Ich weiß, wovon ich rede.
    lg
    caruso
    die urzeitliche Hexe

  5. Zwei Unglücksraben diskutieren über den Sinn des Lebens. Schließlich seufzt der eine: „Wenn man bedenkt, wieviel Schmerzen und Leiden das Leben einem zufügt, ist der Tod eigentlich gar kein Unglück. Manchmal denke ich sogar, es wäre besser, gar nicht erst geboren worden zu sein.“
    „Stimmt“, sagt der andere. „Aber wer hat schon soviel Glück? Höchstens einer unter zehntausend.“
    Aus „Jiddish“ von Leo Rosten

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