Die Päpstin ist die Abseitsregel

„Warum betreibt man eine Sportart, wenn einem deren Regeln nicht passen? Warum macht man nicht einfach was anderes? Wozu muss man in der katholischen Kirche bleiben? Macht doch Eure eigene Kirche! Eine feministische zum Beispiel. Da duerfen dann nur Frauen ran.“

Diese Frage stellte ein Leser auf Tapfer im Nirgendwo, nachdem ich darüber berichtet hatte, dass die Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands bei der Bundesversammlung einstimmig für die offizielle Forderung der Öffnung aller Weiheämter für Frauen gestimmt hatte. Hier meine Erwiderung:

Um bei der Sportmetapher zu bleiben: Natürlich hätte man damals, als beim Fußballspiel die Abseitsregel eingeführt wurde, sagen können: „Was soll diese dämliche Abseitsregel? Wer das möchte, soll doch eine eigene Sportart machen.“ Stattdessen aber wurde die Abseitsregel eingeführt, weil sie Sinn macht und vor allem das Spiel verbessert.

Die Regelung, Frauen in alle Weihämter der Katholischen Kirche zuzulassen, ist wie die Abseitsregel im Fußball: Sie macht Sinn und vor allem die ganze Sache besser, auch wenn es schwer ist, manch einer Person, die nichts von der ganzen Sache versteht, die Regel zu erklären.

Was den Rest des Kommentars des Lesers anbelangt, da stimme ich vollkommen mit ihm überein. Die Kirchensteuer gehört abgeschafft und die Trennung von Staat und Kirche muss in Deutschland viel deutlicher vollzogen werden.

Ein anderes Argument, das ernsthaft an mich herangetragen wurde lautete: „Jesus hat nur Männer als Jünger aufgenommen, daher sollten auch bei der Katholischen Kirche die priesterlichen Weihämter männlich sein.“

Dazu sage ich nur: Die Jünger waren nicht nur alle männlich sondern auch allesamt Juden. In dieser Logik dürfen somit ausschließlich Juden Päpste und Priester werden.

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