Liebe A@&%#* für Deutschland,

auf Facebook habt Ihr folgende Nachricht veröffentlicht:

Wie bringe ich es Euch möglichst schonend bei? Gar nicht. Ich mache es lieber kurz und direkt:

Jesus war Jude und lebte in Galiläa und Judäa. Benigna ist als Christkind eine perfekte Besetzung, auch wenn ihr Geburtsort Nürnberg über 2.800km von Jesus‘ Geburtsort Bethlehem entfernt ist.

Das Christentum kommt aus dem Nahen Osten und hat die Naturreligionen Europas schon vor Jahrhunderten ersetzt, nicht immer friedlich, wie ich hinzufügen möchte. Die „Indianer“ Europas sind somit schon seit Bonifatius blutige Geschichte.

Bonifatius, kennt Ihr, oder? Manche nennen ihn auch den „Apostel der Deutschen“. Könnt Ihr vielleicht mit diesem Framing was anfangen?

Bei so viel Mangel an Geschichtskenntnis, wie Ihr es hier offenbart, wundert es mich nicht, dass Ihr offensichtlich auch manch andere Lehre aus der deutschen Geschichte nicht gezogen habt.

Ein 17-jähriges bayrisches Mädchen zu einer (in meinen Augen rassistischen) Kampagne über ihr Äußeres zu machen, ist so mit das Mieseste, was ich seit langer Zeit von einer Partei, die im Deutschen Bundestag vertreten ist, ertragen musste.

Liebe Benigna,

lass Dich von diesem Hass nicht unterkriegen. Ich wünsche Dir und uns allen: Friede auf Erden und unter den Menschen Wohlgefallen!

Dieser Beitrag wurde unter Christentum veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Liebe A@&%#* für Deutschland,

  1. A.S. schreibt:

    Etwas mehr Ehrlichkeit wäre angemessen.
    Ja, der Beitrag des Kreisverbandes München Land war unsäglich und rassistisch.
    Deshalb wurde er auch schnell wieder gelöscht und die Sprecherin des Kreisverbandes hat sich entschuldigt.

    Dieses Posting jetzt als Position der AfD zu bezeichnen und die anderen Reaktionen wegzulassen ist einfach nur Lüge.

  2. Eitan Einoch schreibt:

    Die AfD wirs sich entscheiden müssen, und zwar sehr bald, was sie eigentlich sein will: a) Eine für breite Bevölkerungsschichten wählbare bürgerliche Partei und politische Heimat für die aus den anderen Parteien ausgelagerten Konservativen und Realos, oder b) eine stumpfe, rechtsradikale und völkisch-nationalistische Protestpartei, welche die niederen Instinke des Pöbels bedient und deswegen in der Belanglosigkeit verschwinden wird.

    • A.S. schreibt:

      Der Machtkampf ist ja in vollem Gange.
      Wenn sich Meuthen durchsetzt wird’s ne art BundesCSU und eine echte Alternative.
      Wenn sich Höcke durchsetzt wird die AfD eine NPD 2.0 und völlig indiskutabel.

      Und leider sehe ich zu viele Indizien, die auf letzteres hindeuten.

  3. Hein Tiede schreibt:

    Uns so äußert sich der Redenschreiber Gaulands zu dem Fall:
    „Die 17-jährige Gymnasiastin Benigna Munsi ist das neue Nürnberger Christkindl. Wenn man Bild Glauben schenken darf, und das tu‘ ich in diesem Fall, dann spricht die gebürtige Nürnbergerin neben Deutsch auch Englisch, Portugiesisch und Spanisch, ist Ministrantin, singt im Jugendchor der Nürnberger Kirchengemeinde St. Bonifaz und spielt Oboe (übrigens das anspruchsvollste Holzblasinstrument). Ihr Vater ist Inder, die Mutter Deutsche. So funktioniert Einwanderung, wenn sie denn funktioniert.

    Anders als diverse Medien jetzt schlagzeilen, hat nicht „die AfD“ gegen diese Wahl „gehetzt“, sondern zwei ausgemachte Trottel in der AfD teilten mit, dass nach ihrer Ansicht das Christkindl so blond und biodeutsch zu sein hat wie der Heiland bzw. jeder anständige Christenmensch. Man darf die Nürnberger Wahl nicht verwechseln mit der aufdringlichen Multikulti-Propaganda eines Kardinal Woelki oder der Deutschen Bahn (die einige ihrer Kampagnen-Modelle ja klammheimlich ausgetauscht und das Gesambild ins Realistische zurückverwandelt hat). Niemand will beispielsweise das Christkindl in eine Lichterfestgretel umformatieren. Die junge Frau macht einen sympathischen Eindruck, sie ist hübsch, gebildet, Deutsche und vor allem: Christin. Was spricht also gegen ihre Nominierung?

    „Mit solchen Aktionen stützen unterbelichtete AfD-Funktionäre den linken Vorwurf der generellen Ausländerfeindlichkeit in dieser Partei“, schreibt Leser ***. Genau so ist es – auch wenn „Funktionäre“ zu hoch gegriffen ist (der Münchner Merkur nobilierte einen der beiden, einen IT-Angestellten, stracks zum MdB).

    Wie Don Nicolás bemerkte, sind Parteien Kondensatoren der Dummheit, das gilt für alle, wobei sich nicht der Grad, wohl aber der Inhalt der Dummheit von Partei zu Partei unterscheiden mag. Während bei den Grünen und den Linken exponierte Knallköpfe behaupten, es existierten keine ethnischen und kulturellen Unterschiede zwischen den Menschen, versammeln sich am Rande einer konservativen Partei naturgemäß auch Leute, die meinen, dass primär Abstammungskriterien über die Staatsvolkszugehörigkeit entscheiden sollten. (Besonders pikant wird es, wenn solche Leute wenige oder keine Kinder haben, nicht oder nur noch ein bisschen christlich sind und über elementare Kenntnisse der abendländischen Kultur kaum mehr verfügen; dass sie an der Fortführung Letzerer arbeiten, wird man ja nicht verlangen können.) Ich halte das, allein schon aus persönlichen Gründen, für aussichtslos und töricht. Natürlich kann jeder bevorzugen, wen oder was er will, und sich auch öffentlich darüber auslassen. Aber wer einem gebürtigen Nürnberger Christenmädel die Eignung abspricht, das Nürnberger Christkindl zu verkörpern, weil der Vater zwar Arier ist, aber kein gebürtiger Deutscher, der sollte sich besser zur NPD trollen.“

  4. Nestor Machno schreibt:

    Aha:

    „Die AfD-Kreisvorsitzende München-Land, Christina Specht, sagte auf Anfrage des BR, der Kommentar entspreche nicht den Werten der AfD und sei von einem Redakteur des Kreisverbands eigenmächtig gepostet worden. Dieser sei inzwischen zurückgetreten. „Solche Inhalte teile ich definitiv nicht. Ich möchte mich im Namen des Kreisverbands bei Frau Munsi entschuldigen. Wir finden, dass sie ein sehr gutes Christkind für Nürnberg sein wird.“ Im Kreisverband seien Iraner und Chinesen Mitglied. Als Konsequenz aus dem Posting gelte nun im Kreisverband bei Kommentaren in sozialen Netzwerken sofort das Vier-Augen-Prinzip, sagte Specht.“

    https://www.tagesspiegel.de/politik/tweet-loest-empoerung-aus-nuernberger-christkind-von-afd-mitgliedern-rassistisch-beleidigt/25179410.html

  5. Nestor Machno schreibt:

    Ehrlich gesagt verstehe ich die Einlassung des AfD Kreisverbandes nicht ganz. Was meinen die denn damit? Indianer? Was soll das? Und was ist denn mit dem Maedchen? Ist sie Muslima oder was stoert? Die dunklen Haare? Da waere sie doch nicht das erste Nuernberger Christkind.

    Neben rassistisch duenkt mir der AfD – Beitrag vor allem strunzdumm. Wegen sowas werden die auf jeden Fall nicht gewaehlt. Wegen sowas verlieren die Stimmen.

      • Nestor Machno schreibt:

        Und selbst wenn nicht: na und? Als Muslima wuerde sie Mut beweisen und verdiente doppelten Respekt. Was will denn dieser Kasper von der AfD Muenchen denn nun: Integration oder nicht? Strunzdumm, einfach in jeder Hinsicht strunzdumm.

    • Zwar tummeln sich auch in der AfD – wie in anderen Parteien – etliche Idioten, aber im vorliegenden Fall hat die Partei vergleichsweise schnell positiv reagiert:

      Inzwischen hat die AfD den Post kommentarlos gelöscht. Die AfD-Kreisvorsitzende München-Land, Christina Specht, sagte, der Beitrag entspreche nicht den Werten der AfD und sei von einem Redakteur des Kreisverbands eigenmächtig gepostet worden. Dieser sei inzwischen zurückgetreten.
      „Solche Inhalte teile ich definitiv nicht. Ich möchte mich im Namen des Kreisverbands bei Frau Munsi entschuldigen. Wir finden, dass sie ein sehr gutes Christkind für Nürnberg sein wird“, so Specht.
      https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/nuernberg-afd-hetzt-gegen-benigna-munsi-wegen-wahl-zum-christkind-a-1294316.html

      Da die Kommentare hier nur kurze Zeit sichtbar sind, sollte der Artikel entsprechend aktualisiert werden. Eigentlich ist er damit überholt.

      Btw.: Im Unterschied zu dem vorliegenden Einzelfall lehnte es ein AfD-Schiedsgericht erneut ab, den unsäglichen Antisemiten Gedeon endlich aus der Partei auszuschließen:
      https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/schleswig-holstein-gericht-lehnt-parteiausschluss-von-wolfgang-gedeon-ab,gedeon-parteiausschluss-schleswig-holstein-100.html
      Mit solchen Typen und Leuten wie Höcke oder Kalbitz bleibt die Partei für viele unwählbar. Auch Gauland und Weidel sind – gelinde gesagt – schon in einige Fettnäpfe getreten, ohne es selbstkritisch zuzugeben und sich entsprechend zu ändern. Arg schwach gemessen an dem Anspruch, Alternative zu den „Altparteien“ sein zu wollen.

      • Nestor Machno schreibt:

        Man kann sich tagelang ueber das Fuer und Wider der AfD auseinandersetzen, es aendert alles nichts: solange alle anderen Parteien einen derart gigantischen und suizidalen Mist bauen,ist alles, was und wen sich die AfD bisher geleistet hat und leistet ein Fliegenschiss, um mal mit den Worten Herrn Gaulands zu sprechen.
        Zum Muenchner Vorfall: ja, ist richtig, dass die sich gleich schnell davon distanziert haben. Andererseits: dass jemand, der sowas raushaut, ueberhaupt da hinkommen kann, wo der sass….. Geschmaeckle!

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