Der Komponist der Tagesschau-Melodie war NSDAP-Mitglied

Wer kennt die Melodie der Tagesschau nicht?

Heute erst habe ich herausgefunden, wer die Melodie komponiert hat. Sein Name ist Hans Carste. Er wurde am 5. September 1909 in Frankenthal geboren und trat bereits im Mai 1933 der NSDAP bei.

In der Zeit als Mitglied der NSDAP komponierte er über zwanzig Filmmusiken und zahlreiche andere Kompositionen. Im Jahr 1942 wurde er zum Kriegsdienst einberufen und geriet dabei in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

In Kriegsgefangenschaft komponierte er die „Hammond Fantasie“. Die sechs Töne lange Erkennungsmelodie der Tagesschau entstammt dem Schluss dieser „Hammond Fantasie“.

Carste war somit Mitglied der NSDAP, als er die Melodie komponierte, die immer noch jeden Tag von der Tagesschau genutzt wird, um die Nachrichten in deutsche Wohnzimmer zu tragen.

Ab heute werde ich die Melodie mit anderen Ohren hören.

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17 Antworten zu Der Komponist der Tagesschau-Melodie war NSDAP-Mitglied

  1. kdm schreibt:

    Wer sich dafür interessiert:
    Es gibt zwei gute, lesbare, faktenreiche, aufklärende Bücher über die Musik (und die Musiker/Komponisten/Dirigenten!) im Dritten Reich:
    – Joseph Wulf: Musik im Dritten Reich. Eine Dokumentation. Rowohlt, Reinbek 1966 (Rororo 818/820).
    – Fred K. Prieberg: Musik im NS-Staat.
    Sehr offen und deutlich. Lesbar. Sie verschweigen nix.

  2. Leopard schreibt:

    Es dürfte bekannt sein, dass sich viele MItglieder der NSDAP aus Opportunismus und nicht aus Überzeugung angeschlossen haben dürften. So stieg die Zahl der Eintritte in die NSDAP nach der „Machtergreifung“ deutlich in die Höhe. Der NSDAP selbst waren diese Neuzugänge, die man auch spöttisch als „Märzgefallene“ bezeichnete, übrigens eher suspekt. Das ging sogar soweit, dass man eine ab 1.Mai 1933 gültige, erste Aufnahmesperre verhängte. An der Mitgliedschaft bestimmter Personen, z.B. sogenannten „Kunstschaffenden“, dürfte die NSDAP dennoch stets interessiert gewesen sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass Hans Carste zu jenen gehörte, die aus Opportunismus und vielleicht Karrieregründen („Geh‘ in die Partei ‚rein, dann bist du was!) eintraten.

  3. „Ökologische“ Lehren aus der Geschichte: Klimawandel als neuzeitlicher Holocaust
    https://justpaste.it/4m9ma

  4. Heiner Metzger schreibt:

    In „Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945“ Fischer Taschenbuch Verlag. Frankfurt am Main, Sept. 2009 von Ernst Klee S. 83 komponierte Hans Carste 1939 die Musik zum Film „Die barmherzige Lüge“ und das Stammlied der Propagandakompanien der Wehrmacht: „Lebe wohl, du kleine Monika“ mit den Textzeilen “ der schönste Tod von allen/ist der Soldatentod!“
    Dank der Recherchen von E. Klee wissen wir von 3600 Künstlern, die „so oder so deutsche Kultur im Dritten Reich repräsentieren“. „Von vielen verfolgten Künstlern kennen wir keine biographischen Daten. Sie wurden regelrecht ausgelöscht.“ Die Sorge über eine Sprachreinigung oder das „Mozart-nicht-mehr hören-können“ formuliert nur das Unvermögen, den deutschen Nationalsozialismus als Menschheitsverbrechen überhaupt anzuerkennen. Umso flotter daher die Unterstellungen und Verdrängungsargumente.

  5. Eric.Werner schreibt:

    Ich fand die Melodie von „Die junge Eiche am Adolf-Hitler-Platz“ (Willy Weiss) schon immer passender

  6. Fugg Censors schreibt:

    Um Satire zu begreifen brauchts eine Realtät, die zu erkennen und dann zu spiegeln wäre. In der Realität hat der Drang zur politisch korrekten Vergangenheitsbewältigung oft einen manischen Charakter angenommen. Fanatische Nazijäger sehen in Jedem und Allen eine Verbindung mit Faschismus. Ich wundere mich zum Beispiel, dass der Stuhlgang noch nicht verboten worden ist, schließlich ist der doch auch braun wie die Naziuniformen.

  7. Nestor Machno schreibt:

    Um es abschliessend zu sagen: entscheidend ist nicht, ob jemand NSdAP – Mitglied war oder in der Hitlerjugend oder zu Fuehrers Geburtstag einen Kuchen gebacken hat. Entscheidend ist: was hat jemand getan? Sind durch diese Person Menschen zu Tode gekommen? Bestohlen worden? Verschleppt? Und: Wie stand diese Person zu Adolfs bizarren Ideen, nachdem alles vorbei war?

    Mein Gott, der Mann war 24 Jahre alt, als er dem Verein beitrat. Vielleicht waere auch ich damals eingetreten, weil das ja zunaechst alles ganz toll aussah. Oder weil ich mir irgendwelche Vorteile davon versprochen haette. Bloed waren wir alle mal. Ich ahbe ja auch mal die Gruenen gewaehlt, wofuer ich mir heute die Hand abhacken koennte.

    Die reine Mitgliedschaft in der NSdAP macht eine Person noch lange nicht zum Nazi, siehe Oskar Schindler und die Haelfte des Widerstands damals.

    Und was die Tagesschau betrifft: da gibt es aber erheblich Schlimmeres zu beklagen als die Erkennungsmelodie!

  8. Michaela Lusru schreibt:

    Ab heute werde ich die Melodie mit anderen Ohren hören. <
    Gut, gut, Gerd Buurmann, aber mit welchen Ohren, und wo bekommt man die, und ist da gesichert, dass nicht doch etwas aus der Denke vor 45 sich in einem Läppchen verfangen hat?
    Und hast du schon mal die Kommentare von HM, ceterum censeo und David gelesen?
    Und warum schwindelst du dir da so konstruierend um die Ecke einen Sachverhalt zurecht:
    Carste war somit Mitglied der NSDAP, als er die Melodie komponierte <
    Nun, das war er (zu dieser Zeit) leider nicht (mehr), denn für ihn (wie für alle anderen Kriegsgefangenen) endete diese Parteimitgliedschaft mit ihrer Gefangennahmem, noch nit bemerkt?
    Stell dir mal vor, du wendest deine nachträgliche Konstruktion auf alle an, die in Kriegsgefangenschaft waren ….
    In einem Land, in dem hohe und höchste Vertreter der Hitlerwehrmacht mit SS-Führern als väterlichem Familienbackround sogar Präsident werden können (konnten), z.B. wegen veränderter eigener Daseins- und Denkweise, da muss man fragen, was dich da so an diesen wie du sagst 6 Tönen aus der russischen Kriegsgefangenschaft aufregt, dass du dir andere Ohren beschaffen möchtest?
    Wenn du wenigstens geschlussfolgert hättest, dass die Tagesschau mit diesen 6 Tönen aus Russland (und da kommen sie ja nun mal, offensichtlich infiltriert, wie du andeutest her) nun immer noch russische Werbung für Putin treibt, wäre das ein intelligentes Bienchen wert, aber so?

    • Nestor Machno schreibt:

      Nun, das war er (zu dieser Zeit) leider nicht (mehr), denn für ihn (wie für alle anderen Kriegsgefangenen) endete diese Parteimitgliedschaft mit ihrer Gefangennahme…

      Wieso? NSdAP – Mitgliedschaften endeten i.d.R. mit der Aufloesung dieser Partei oder mit dem Tod.

      Oskar Schindler war uebrigens auch NSdAP – Mitglied. Seitdem ich das weiss, sehe ich den Titel „Gerechter unter den Völkern“ auch mit ganz anderen Augen. (Ironie aus)

  9. Nestor Machno schreibt:

    Sind wir nicht alle ein bisschen Nazi?

  10. anti3anti schreibt:

    Nazi-Melodien halten bis heute durch. Und mit ihnen die Nazi-Denke. S. Maas.

  11. HM schreibt:

    Viele von denen mochten sogar Mozart und einige spielten ihn sogar selber…..gute Güte…ich werde aber jetzt Mozart mit anderen Ohren hören…

  12. ceterum censeo schreibt:

    Jetzt wird´s aber langsam albern.

  13. David schreibt:

    Ja natürlich. Und man sollte auch untersuchen, welche Worte die Nazis damals genutzt haben und diese Worte verbieten bzw. wenigstens nicht mehr nutzen (dürfen). Damit endlich die Sprache komplett gereinigt wird.

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