Der Heilige Covidius

Eine Ehrerbietung von David Serebrjanik.

Am 31. Februar begeht die christliche Welt den Tag des Heiligen Covidius.

Was? Sie kennen den Heiligen Covidius nicht? Dabei ist er einer der am meisten verehrten Heiligen des christlich-jüdischen Abendlandes. Zumindest heute.

Gelebt hat er irgendwo und irgendwann, die Details sind in diesem Fall unerheblich.

Legende besagt, dass er als junger Mann sich vorgenommen hat, nicht mehr zu atmen. Das Atmen sei, nach seiner Überzeugung, den Menschen vom Satan gegeben worden, damit sie sich mit allen möglichen Seuchen gegenseitig anstecken. Also hörte Covidius auf zu atmen und das gelang ihm, wie durch ein Wunder ganz gut. Nur ein bisschen blass wurde er.

Nach dieser schicksalhaften Entscheidung lebte der Heilige Covidius ein geistig erfülltes und besinntes Leben. Er starb nach fünf Minuten im beachtlichen Alter von 19 Jahren. In dieser Zeit verfasste er zahlreiche Schriften, die sich allesamt mit allerlei Seuchen befassten.

Er riet den Menschen, ihren vom Teufel gegebenen Egoismus abzulegen und sich ausschließlich dem Wohl und der Gesundheit der Gemeinschaft zu widmen. Am besten liesse es sich der Gemeinschaft dienen, so der Heilige, wenn man sie von der eigenen nichtigen und gefahrenbringender Existenz befreit. Der Einzelne in seinem grenzenlosen Egoismus, der sich in ständiger Suche nach Nähe und Kontakt mit anderen äussert, soll sich zurückziehen von der Gemeinschaft, soll womöglich ein in sich gekehrtes und isoliertes Leben führen. Nur auf diese Weise ist es möglich, alle Gefahren, die der Teufel dem Menschen in den Weg stellt, zu eliminieren und zu vermeiden.

Menschen sollten am besten zu Hause alleine in ihren Zimmern bleiben. Auf keinem Fall sinn- und zwecklos auf die Strasse gehen, wo sie der absoluten Gefahr ausgesetzt sind, anderen Menschen zu begegnen und sich gegenseitig anzustecken. Alle erdenklichen Versammlungen sollten gemieden werden.

Solche von Satan erfundenen Einrichtungen, wie Theater, Zirkusse, Konzertsäle, Museen oder Bordelle sollen für ewig geschlossen werden. Fleischliche Lust, diese Ausgeburt der Hölle, soll komplett untersagt werden. Umarmungen, Berührungen, und Gott behüte Küsse sind zu unterlassen.

Kindern ist strengstens beizubringen, dass sie schuld sind. An allem. Egal, was passiert. Läden, Geschäfte und Gaststätten sind zu schließen. Haareschneidereien auch. Kurzum, der einzige gottgegebene Weg für den Menschen, sich vor dem Höllenfeuer der Seuche zu retten ist es, sich selbst abzuschaffen. Im Idealfall zu sterben. Denn haben Sie schon mal einen Toten gesehen, der sich mit irgendwas infiziert hat?

Wie gesagt, heute scheinen die Lehren des heiligen Covidius von weisen und um den Wohl der Menschheit besorgten Politikern wiederentdeckt zu werden. Und der Vorreiter auf dem Weg der Menschenrettung ist Deutschland.

„Gerade wir als Deutsche sollten uns bemühen, so viele Menschenseelen … ähm … Menschenleben zu retten. Wir tragen da absolut eine besondere geschichtliche Verantwortung“, sagte unlängst in einem Interview der Hausmeister des Kanzleramtes Siegfried Faust, bevor er ans Putzen zurückging. Säuberlich, anständig, gründlich und unnachgiebig.

In diesen schwierigen Zeiten sollten wir alle an Herrn Faust Beispiel nehmen! Oder wollen wir etwa den totalen Virus?

Na also!

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(TINDS)

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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