Jeder Terrorist ist psychisch krank!

Am 25. Juni 2021 gegen 17 Uhr ging ein 24-jähriger Somalier in ein Woolworth-Kaufhaus in Würzburg und fragte dort eine Frau, wo er die Messer finden könne. Die Frau führte ihn in die Haushaltswarenabteilung. Dort nahm er ein Messer und stach auf die Frau ein und attackierte weitere Frauen. Er tötete drei Frauen, darunter eine Mutter, die versuchte, das Leben ihrer Tochter zu retten. Die Tochter wurde vom Angreifer schwer verletzt.

Die Namen der Opfer sind Christiane H. (49), Johanna H. (82) und Steffi W. (24).

Anschließend beging er auf der Straße und in der gegenüberliegenden Filiale einer Sparkasse weitere Messerangriffe. Hier setzten sich mehrere Passanten mit Stühlen, Regenschirmen, Rucksäcken und Besen gegen den Mann zur Wehr. Die alarmierte Polizei stoppte den Mörder schließlich mit einem gezielten Oberschenkelschuss.

Laut einem internen Vermerk der Ermittlungsbehörden sagte der Täter nach seiner Festnahme aus, er habe mit seiner Tat einen „Dschihad“ verwirklicht. Ein Kaufhausdetektiv gab an, der Täter habe bei der Tat „Allahu Akbar“ gerufen. Die Polizei teilte mit, in seiner Unterkunft hasserfüllte Botschaften gefunden zu haben. Mehrere Medien berichteten, darunter seien auch Materialien der Terrororganisation Islamischer Staat gewesen.

Seit der Tat fragen sich manche Medien, was das Motiv des Täters gewesen sein könnte. Der Stern fragt: „Islamistischer Anschlag oder Tat eines psychischen Kranken?“

Was bitte soll die Frage? Gibt es etwa islamische Terroristen, die nicht psychisch krank sind? Wo bitte finde ich all jene psychisch normalen Leute, die Menschen abschlachten, weil es ihnen ihr Gott befohlen hat?

Jeder Terrorist ist ein Wahnsinniger.

Am 19. Februar 2020 erschoss ein 43-jähriger Deutscher an zwei Tatorten in Hanau innerhalb von zwölf Minuten neun Menschen mit Migrationshintergrund. Später tötete er im Elternhaus noch seine Mutter und sich selbst.

Bei den Ermittlungen wurde die ganze Wahnvorstellung des Mörders offenbar. In einem YouTube-Video erklärte der Terrorist auf Englisch, die Vereinigen Staaten von Amerika seien „unter der Kontrolle unsichtbarer, geheimer Gesellschaften.“ Diese Gesellschaften, so behauptete er, nutzten „unbekannte, böse Methoden wie Gedankenkontrolle und halten eine moderne Form der Sklaverei aufrecht“. Er behauptete weiter, in den USA gäbe es „tiefe, unterirdische Militärbasen“ und fügte hinzu: „In einigen davon beten sie den Teufel selbst an. Sie missbrauchen, foltern und töten kleine Kinder in unglaublicher Menge.“

Noch deutlicher wurde er in einem Text, den er auf Deutsch auf seiner Webseite veröffentlicht hatte. Dort erklärte er, dass in Deutschland „das Beste und Schönste entsteht und herauswächst, was diese Welt zu bieten hat“ und verurteilt „das schlechte Verhalten bestimmter Volksgruppen.“

Er fragte sich, „warum solche Volksgruppen überhaupt in meinem Land sind“ und stellte fest, diese Menschen seien „äußerlich instinktiv abzulehnen und haben sich zudem in ihrer Historie nicht als leistungsfähig erwiesen“. Er behauptete: „Andere Rassen und Kulturen wiederum haben hierbei nicht nur keinen Beitrag geleistet, sondern sind destruktiv – vor allem der Islam.“

Er forderte, „dass folgende Völker komplett vernichtet werden müssen: Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Israel, Syrien, Jordanien, Libanon, die komplette saudische Halbinsel, die Türkei, Irak, Iran, Kasachstan, Turkmekistan, Usbekistan, Indien, Pakistan, Afghanistan, Bangladesh, Vietnam, Laos, Kambodscha bis hin zu den Philippinen.“

Der Verfasser gab auch tiefe Einblicke in sein Privatleben. Er sei unfreiwillig zölibatär und führte aus, „dass ich ein Leben lang keine Frau/Freundin hatte, die letzten 18 Jahre ausschließlich deshalb nicht, da ich mir eben keine Frau nehme, wenn ich weiß, dass ich überwacht werde.“

Er erzählte von einem erfolglosen Date während des Studiums. Er war sich sicher, dass ein amerikanischer Geheimdienst an seiner Einsamkeit Schuld trage: „Der Geheimdienst der mich bereits ein Leben lang beobachte, wusste um diese „Achillesferse“, zudem hatte ich offen eine Kriegserklärung an diese mir unsichtbaren und unbekannten Personen ausgesprochen. Im Oktober 2000 begann ich mein BWL-Studium in Bayreuth auch mit der Hoffnung dort endlich eine attraktive Frau kennenzulernen. Zunächst sollte ich nicht enttäuscht werden, da eine junge Studentin vom äußeren her meinen Vorstellungen entsprach. Allerdings war dieses Treffen, ebenso wie das Nicht-Zusammenkommen, von dieser „Geheimorganisation“ gesteuert, was mir aber zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt war.”

Sein ganzer Wahn zeigt sich in seiner Überzeugung, dass amerikanische Geheimdienste ihn abgehört und dabei sogar Ideen für Filme bekommen hätten, die dann „Hollywood“ realisiert hätten: „Die Geheimorganisation, die mich überwacht, nimmt Einfluss darauf, welche Hollywoodfilme gedreht werden bzw. welche Inhalte verfilmt werden. Ein weiterer Gesprächsinhalt mit meinem Kollegen aus der Banklehre drehte sich auch um Filme und ich erwähnte einige Dinge, die ich gerne im Kino sehen würde.“

Neben einigen Filmen mit Sharon Stone und Tom Cruise reklamierte er für sich, die Serie „Prison Break“ erfunden zu haben: „Mit der Fernsehserie „Prison Break“ ist dies entsprechend umgesetzt worden –sehr gut sogar wie ich finde. Ich habe somit rückblickend damals unwissentlich die Grundidee geliefert, aber natürlich weder das Drehbuch geschrieben, noch die Schauspieler ausgewählt, noch sonstige Dinge zur realen Umsetzung dieser Staffel beigetragen.“

Außerdem war er sich sicher, dass der Anschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001 „von den USA selbst ausgeführt wurde“, allerdings aufgrund einer Inspiration durch ihn.

In seinen Schriften beschreibt der wahnsinnige Terrorist, wie er irgendwann anfing, in seiner Wohnung laut zu reden, um mit der Geheimorganisation zu kommunizieren. Erst sprach er nur über friedliche Dinge und erklärte zum Beispiel, Jürgen Klinsmann solle Bundestrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft werden, aber irgendwann wurde er weniger friedlich:

„Während des Sommersemesters, als ich in der Wohnung mit den vermuteten Zuhörern sprach, sagte ich unter anderem, dass dieser Umstand, dass ich überwacht werde – ich deute bereits an, dass ich beabsichtige mich dagegen entsprechend zur Wehr zu setzen – zur Not würde ich mit einem Flugzeug in ein Gebäude fliegen, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erringen – in die Weltgeschichte eingehen wird und einmal Hollywood-Filme nach mir gedreht werden würden. Wie richtig ich damals beim Aussprechen dieser Worte lag, wurde mir erst später klar. Denn nicht nur nach dem 11. September 2001 wurden Filme aufgrund meiner Inspiration gedreht, sondern die Hollywood-Connection bestand bereits vorher.“

Irgendwann, so erklärte es der Verfasser dieser verrückten Geschichte, wurde ihm klar, dass er gar nicht laut sprechen müsse, um mit der Geheimorganisation Kontakt aufzunehmen, da sie die Fähigkeit besäße, „Gedanken zu lesen und sich in das Gehirn eines anderen Menschen einklinken zu können“. Diese Fähigkeit würde sogar „von der gleichen Organisation filmisch verarbeitet, die über diese Fähigkeit verfügt“. Als Beweis führte er den Film „Kuck mal wer da spricht“ an: „Im Film kann der Zuschauer die Gedanken der Kleinkinder mithören – in der Realität können diese Menschen von mir bzw. von jedem Menschen die Gedanken lesen.“

Der Terrorist von Hanau war ein wahnsinniger Rassist. Es wäre absolut unangemessen zu fragen, ob er im Wahn oder aus Terror gehandelt habe. Er war beides. Er war ein wahnsinniger Terrorist, ein psychisch kranker Rassist.

Was war der Wahn, der den Mörder in Würzburg zu seiner Tat trieb?

Es ist vollkommen uninteressant, welche Staatsangehörigkeit ein Täter hat. Es ist egal, dass der Täter aus Würzburg schwarz und Somalier ist, so egal wie die Tatsache, dass der Täter aus Hanau weiß und Deutscher war. Die Hautfarbe und die Sprache eines Täters sind irrelevant.

Alle Werte des deutschen Grundgesetzes sind in jeder Sprache der Welt zu verstehen. Die Würde des Menschen, Gleichheit vor dem Gesetz, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Schulpflicht, Versammlungsfreiheit und das Wahlrecht sind nicht nur auf deutsch verstehbar. Deutsch eignet sich zur Aufklärung wie jede andere Sprache.

Es gibt Menschen, die leben seit zwanzig Jahren in Deutschland, essen fremde Speisen, sprechen fremde Sprachen, feiern fremde Feste und leben doch voll und ganz auf dem Boden des Grundgesetzes. Ihre Kultur ist ohne deutsch mit dem Grundgesetz kompatibel. Sie leben zwar in einer Parallelgesellschaft, aber an keiner Stelle durchkreuzt diese Parallelgesellschaft die Werte der deutschen Verfassung. Diese Menschen zahlen Steuern wie alle anderen auch.

Dann gibt es Menschen, die sprechen zwar fließend Deutsch, aber hauen in dieser Sprache die ekelhaftesten, fundamentalistischsten und verfassungsfeindlichsten Parolen raus. Das Problem ist somit nicht die Sprache, sondern die Ideologie.

Rassismus ist die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse ist jedoch Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik war und ist der Motor der Aufklärung. Daher sollten wir mir den rassistischen Beschreibungen von Tätern aufhören.

Viel wichtiger ist die Frage, in was für einem ideologischen Umfeld der Täter aufwuchs? Welche Überzeugungen prägten sein Weltbild? Hatte er religiöse Prinzipien und wenn ja, wer hat ihn in dieser Form der Religionsausübung geprägt und unterstützt?

Nicht selten sind religiöse und ideologische Verblendungen die Gründe für Gewalt. Wer Einigkeit und Recht und Freiheit nicht auf seiner Sprache versteht, der wird diese Werte auch nicht auf deutsch verstehen, bevor er nicht seinen religiös und ideologisch geprägten Fanatismus ablegt.

Warum tun sich immer noch so viele Menschen so schwer damit, den Tätern zu glauben, wenn sie die Motive ihrer Verbrechen offen legen? Der Täter von Hanau und der Täter von Würzburg haben ihre Wahnvorstellungen offen und deutlich vernehmbar artikuliert.

Wenn ein Terrorist bei der Tat „Allahu Akbar“ ruft, dann muss man diesen Wahnsinn ernst nehmen. Stellen wir uns nur mal vor, ein Terrorist würde bei Tat laut „Heil Hitler“ brüllen und die Tagesschau würde berichten: „Motiv bisher unklar“.

Ein Moslem, der den Koran wörtlich nimmt, sein eigenes Leben nach einem Feldherren aus der Mitte des ersten Jahrtausends ausrichtet und Menschen auf offener Straße abschlachtet, während er dabei seinen Gott anbetet, ist so wahnsinnig wie ein Christ, der Scheiterhaufen baut und ein Rassist, der Flüchtlingsheime anzündet.

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Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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Eine Antwort zu Jeder Terrorist ist psychisch krank!

  1. Thomas schreibt:

    Jeder Terrorist ist psychisch krank?

    Das sei ihnen zunächst abgenommen, selbst dann, wenn sie dadurch generell die Zurechnungsfähigkeit der Täter in Frage stellen wollten, wodurch sich ja womöglich eine Schuldunfähigkeit ableiten ließe. Und eine anderweitige Unterbringung. Behandlung statt Bestrafung. Fachliche Evaluation statt Exekution en Blog, sic. Ja, begeben wir uns gedanklich ruhig in die Räume ihrer geschlossenen wie schlüssigen Einrichtung mit dem Haussegen: „Alle X sind Y. Alle Bomber sind bonkers“. Sehr schnell stellt sich einem da im Umkehrschluss eine andere Frage:

    Ist jede Wahnsinnstat Terrorismus?

    Im Strafrecht ist das Motiv – im Gegensatz zur Absicht – kein Element der Straftat. Ein Tatmotiv muss also nicht bewiesen oder glaubhaft gemacht werden, um einen Angeklagten zu verurteilen. Deshalb sollten wir es Justitia gleichtun und bei der emotionalen Abstrafung einer Tat nicht zu sehr auf das ausgewiesene Motiv des Täters schielen. Insbesondere wenn der Täter sein erklärtes Tatmotiv per Schlachtruf ins Spiel bringt.

    Nicht jeder eingebildete Napoleon mit der Hand in der Weste und einer entsprechenden Biographie auf dem Nachttisch wird von uns unhinterfragt auf die Insel Elba verbannt, aber unser inneres Guantanamo platzt aus allen Nähten.

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