Ein paar Zitate von Madeleine Albright (sel. A.)

Madeleine Albright hat mal gesagt: „Es gibt einen besonderen Platz in der Hölle für Frauen, die anderen Frauen nicht helfen.“

Am 23. März 2022 hat Madeleine Albright ihren Weg in den Himmel begonnen.

Madeleine Albright sagte ebenfalls: „Nur in Amerika konnte ein Flüchtlingsmädchen aus Mitteleuropa Außenministerin werden.“

Tapfer im Nirgendwo ehrt die Frau, die als Flüchtlingsmädchen aus Mitteleuropa nach Amerika kam und dort Außenministerin wurde, durch eine kleine Sammlung ihrer klügsten Worte.

(Foto: Wikipedia)

Madeleine Jana Korbel Albright, geborene Marie Jana Korbelová (15. Mai 1937 – 23. März 2022)

„Ich habe es geliebt, Außenministerin zu sein. Das ist wahrscheinlich jedem klar, der mich beobachtet hat.“

„Die Magie Amerikas besteht darin, dass wir eine freie und offene Gesellschaft mit einer gemischten Bevölkerung sind. Ein Teil unserer Sicherheit ist unsere Freiheit.“

„Das beste Buch, wie die beste Rede, wird alles tun, uns zum Lachen, Nachdenken, Weinen und Jubeln bringen, vorzugsweise in dieser Reihenfolge.“

„Geschichte wird rückwärts geschrieben, aber vorwärts gelebt.“

„Ich habe ziemlich lange gebraucht, um eine Stimme zu entwickeln, und jetzt, wo ich sie habe, werde ich nicht schweigen.“

„Ich habe schon oft gesagt, dass es auf der Welt genug Platz zu geben scheint für mittelmäßige Männer, aber nicht für mittelmäßige Frauen, und wir müssen wirklich sehr, sehr hart arbeiten.“

„Ich denke, wir wissen alle, was das Böse ist. Wir haben ein Gespür dafür, was böse ist, und sicherlich ist es böse, unschuldige Menschen zu töten. Wir sind uns weniger sicher, was gut ist. Es ist irgendwie gut, gut genug, könnte besser sein, aber absolut gut ist etwas schwieriger zu definieren.“

„Wenn Dir niemand im Weg steht, gehst Du nirgendwo hin.“

„Mir wurde beigebracht, nach etwas zu streben, nicht weil es Erfolgsgarantien gäbe, sondern weil das Streben an sich der einzige Weg ist, dem Leben die Treue zu halten.“

„Ich bin keine Fatalistin. Ich habe gerade „Krieg und Frieden“ gelesen und Tolstoi ist so ein Fatalist. Ich denke, Menschen können etwas bewirken (…) Ich bin eine Optimistin, die sich viele Sorgen macht.“

„Die eigentliche Frage ist: Wer trägt die Verantwortung für die Wahrung der Menschenrechte? Die Antwort darauf lautet: Jeder!“

„Ich glaube nicht, dass Dinge zufällig passieren; Ich glaube, dass man sie sich verdient.“

„Frauen können nicht alles gleichzeitig tun, wir müssen verstehen, dass Meilensteine in unserem Leben in Segmenten auftreten.“

„Ich habe sehr feste und konsistente Prinzipien, aber ich bin taktisch flexibel.“

„Um Europa zu verstehen, muss man ein Genie sein – oder Franzose.“

„Unsere gemeinsame Erfahrung hat gezeigt, dass gute Dinge passieren, wenn Frauen die Macht haben, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.“

„Während die Demokratie langfristig die stabilste Regierungsform ist, gehört sie kurzfristig zu den fragilsten.“

„Was Menschen auswählen können, können sie auch ändern.“

„In einer Welt, in der ein Drittel aller essbaren Lebensmittel niemals in den Mund der Hungrigen gelangt, haben wir alle die individuelle moralische Verantwortung, unseren Teil dazu beizutragen.“

„Wir müssen Autoren der Geschichte unserer Zeit sein.“

„Der Wunsch nach Freiheit mag in jeder menschlichen Brust verankert sein, aber auch das Potenzial für Selbstgefälligkeit, Verwirrung und Feigheit. Und das Verlieren hat seinen Preis.“

„Der Unterschied zwischen Menschen und anderen Säugetieren besteht darin, dass wir wissen, wie man sich schmückt.“

„Wenn wir versuchen, schwierige nationale Probleme zu lösen, ist es manchmal notwendig, sowohl mit Gegnern als auch mit Freunden zu sprechen. Historiker haben dafür ein Wort: Diplomatie.“

„Viele Leute denken, internationale Beziehungen seien wie ein Schachspiel. Aber es ist kein Schachspiel, bei dem die Leute ruhig dasitzen, ihre Strategie überdenken und sich zwischen den Zügen Zeit nehmen. Es ist eher wie ein Billardspiel, bei dem ein Haufen Bälle zusammenliegen.“

„Du musst lernen zu unterbrechen, weil Du nicht angesprochen wirst.“

„Frauen müssen aktive Zuhörerinnen und aktive Unterbrecherinnen sein. Aber wenn Du unterbrichst, muss Du wissen, wovon Du sprichst.“

„Als Führungskraft muss man in der Lage sein, neue Informationen aufzunehmen und zu verstehen, dass es möglicherweise eine andere Sichtweise gibt.“

„Um es milde auszudrücken, die Welt ist ein Chaos.“

***

Erst im Alter von 59 Jahren fand Madeleine Albright heraus, dass ihre Eltern jüdisch waren und zwar aufgrund von Recherchen der Washington Post. Sie erklärte dazu:

„Das war natürlich eine große Überraschung für mich. Das wurde mir nie gesagt.“

Im Jahr 1941, vier Jahre nach der Geburt ihrer Tochter, konvertierten ihre Eltern zum Katholizismus und erzogen ihre Tochter in diesem Glauben. Zwei Jahre vorher waren sie von Prag nach London geflohen, nachdem die deutsche Wehrmacht in Prag einmarschiert war. Sie erzählten ihrer Tochter nie von ihrer jüdischen Vergangenheit.

Nach dem Krieg kehrte die Familie im Jahr 1945 an der Seite der Exilregierung von Edvard Beneš mit großen Hoffnungen nach Prag zurück. Im Herbst 1945 wurde ihr Vater, Josef Korbel zum tschechoslowakischen Botschafter in Belgrad ernannt und zog daher mit seiner Familie nach Jugoslawien.

Nach dem kommunistischen Staatsstreich im Jahr 1948 gelang es der Familie, politisches Asyl in den USA zu erhalten. Im Jahr 1957 wurde Marie Jana Korbelová Staatsbürgerin der USA. Sie begann früh damit, sich politisch zu engagieren und wurde Mitglied bei der Partei der Demokraten. Sie war Teil des Stabs von Präsident Jimmy Carter und unterstütze die Präsidentschaftskandiaten Walter Mondale und Michael Dukakis. Später unterstütze sie ebenfalls die Präsidentschaftskandidatur von Hillary Clinton.

Im Jahr 1993 wurde sie Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen. In dieser Funktion erfuhr sie von den Recherchen der Washington Post bezüglich der jüdischen Geschichte ihrer Eltern. Sie erfuhr, dass drei ihrer Großeltern im Holocaust ermordet wurden. Die Namen von Arnost und Olga Körbel fand sie im Jahr 1997 in der Pinkas-Synagoge in Prag auf einer Liste von 77.000 ermordeten Menschen. Auf Transportlisten fand sie ebenfalls den Namen ihrer Großmutter Anna Spieglova. Auch zahlreiche andere Familienmitglieder, die die Tschechoslowakei nicht verlassen hatten, wurden ermordet.

Am 23. Januar 1997 wurde Albright als 64. Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika im Kabinett Bill Clinton vereidigt und verblieb dort bis zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2001. Madeleine Albright war die erste Frau in diesem Amt.

***

Nachtrag: Es dauerte nicht lange nach dem Veröffentlichen dieses Artikels und einige Leserinnen und Lesern schlugen kritische Töne gegen Madeleine Albright an. Ein typischer Wortlaut einer Kritik ist dieser Kommentar unter meinem Artikel auf Facebook:

„Es fehlt der zutiefst humanistische Satz, dass 500.000 tote irakische Kinder den Preis wert wären.“

Ich gehe auf diese Kritik ein, um zu zeigen, dass Madeleine Albright natürlich, wie alle Menschen, nicht immer nur kluge Sachen gesagt hat. Es gilt zwar die Anstandsregel, dass man nichts schlechtes über jüngst verstorbene Menschen sagen soll, da dieses Thema aber überall angesprochen wird, auch in und unter den Nachrufen, möchte ich dieses Zitat ebenfalls nicht ignorieren.

Am 12. Mai 1996 verteidigte Madeleine Albright die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen den Irak gegenüber der Journalistin Lesley Stahl. Sie stellte Albright in ihrer damaligen Funktion als Botschafterin bei den Vereinten Nationen folgende Frage: „Uns ist zu Ohren gekommen, dass eine halbe Million Kinder gestorben sind. Ich meine, das sind mehr Kinder als in Hiroshima gestorben sind. Ist das der Preis wert?“

Sie beantworte die Frage wie folgt: „Wir denken, der Preis ist es wert.“

Nach dem Interview, das mit einen Emmy Award ausgezeichnet wurde, kritisierte Albright die Form des Interviews als „eine irakische Propaganda“ und bemängelte, die Frage von Stahl sei „vergiftet“ (loaded) gewesen: „Ich war in eine Falle getappt und habe etwas gesagt, was ich nicht so meinte.“ Sie erklärte weiterhin, sie bedauere es, „kaltblütig und grausam rübergekommen“ zu sein.

Im Jahr 2020 schließlich entschuldigte sie sich für ihre Äußerungen in einem Interview mit der New York Times und nannte ihre damaligen Worte „total dumm“.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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Eine Antwort zu Ein paar Zitate von Madeleine Albright (sel. A.)

  1. Abraham schreibt:

    Das Fräulein Baerköck*In nannte Allbrigt übergroßes Vorbild. Ernst Wolff mahnte uns dabei gut aufzuhören, da Allbrigt ein menschliches Monster war. Auf die Frage: sind eine halbe Million tote Kinder die US Sanktionen wert? Antwortete Allbrigt: ja, sie sindcda Wert!

    https://braunschweig-spiegel.de/1-2-million-tote-kinder-durch-irak-sanktionen-m-albright-wir-denken-der-preis-ist-es-wert/

    Gefällt mir

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