„Wir lassen keine Juden hierher kommen“

Sehr geehrte Damen und Herren des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln-Bethlehem, sehr geehrte Stadt Köln, sehr geehrte Oberbürgermeisterin Henriette Reker,

am letzten Montag (10. Oktober 2022) wurde auf ein Hotel in der Stadt Bethlehem im Westjordanland geschossen, weil in einem der Versammlungsräume jüdische Symbole wie die Menora und der Davidstern gezeigt wurden und die Angreifer dadurch vermuteten, dass in dem Hotel Juden seien. In sozialen Medien wurde behauptet, das Hotel bereite sich darauf vor, Juden für die Sukkot-Feierlichkeiten zu beherbergen.

Das Ministerium für Tourismus der Palästinensischen Autonomiegebiete teilte daraufhin auf Facebook mit, dass es den Versammlungssaal geschlossen und eine Untersuchung der Behauptungen eingeleitet habe.

Der Eigentümer des Hotels, Elias al-Arja, wies die Behauptungen zurück und teilte dem palästinensischen Radiosender Mawwal mit, eine Gruppe von Touristen aus den Philippinen habe sich darauf vorbereitet, eine christliche Religionskonferenz in der Versammlungshalle abzuhalten und habe in diesem Zusammenhang auch jüdische Symbole ausgestellt. Er erklärte:

„Ich war überrascht zu sehen, dass sie den Davidstern installiert haben. Ich habe ihn entfernt und ihnen gesagt, dass sie die Konferenz nicht in meinem Hotel abhalten dürfen. Ich will keine Probleme.“

Er fügte hinzu: „Wir lassen keine Juden hierher kommen.“

Am 12. März 1996 unterzeichnete der damalige Oberbürgermeister der Stadt Köln, Norbert Burger, die Partnerschaft mit Bethlehem. Es war die erste deutsche Städtepartnerschaft mit einem palästinensischen Ort. Folgendes Leitmotiv formuliert der Verein zur Förderung dieser Städtepartnerschaft:

„Begegnungen zwischen den Menschen in Köln und Bethlehem liegen uns am Herzen. Wir unterstützen Initiativen und Projekte, die für die Menschen in Bethlehem mit tragfähigen Alternativen das Leben gestalten. In Köln berichten wir über die Menschen und das Leben in Bethlehem und Palästina auf vielfältige Weise.“

Ich habe eine Frage:

Ist der Satz „Wir lassen keine Juden hierher kommen“ eine tragfähige Alternative für das Leben, die es wert ist, von Köln aus unterstützt oder toleriert zu werden und wenn nein, werden Sie dann irgendetwas in dieser Angelegenheit unternehmen?

Alles Liebe,

Gerd Buurmann

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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5 Antworten zu „Wir lassen keine Juden hierher kommen“

  1. Daniel schreibt:

    Irgendwelche Gedanken zu den antisemitischen Entgleisungen eines YE?

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  2. Pingback: „Wir lassen keine Juden hierher kommen“ - Der Papa bloggt das schon

  3. Martin1 schreibt:

    Mir reicht schon die Ausgrenzung der AfD! Die haben es wirklich nicht leicht, Veranstaltungsorte für ihre Tagungen/Parteiversammlungen zu finden.

    Solange eine Partei nicht vom BVerfG verboten ist, soll sie gleich den anderen, legalen Öartrien behandelt werden!

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  4. anti3anti schreibt:

    Lieber Gerd,
    was erwartest Du? Laden etwa die Kölner Muezine Juden ein?
    LG Nathan

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  5. Konrad Fuhrmann schreibt:

    Genauso eindeutig wie Israel KEIN Apartheidstaat ist, erfüllen die – auch vom deutschen Steuerzahler finanzierten – Autonomiegebiete alle Voraussetzungen eines solchen, schlimmer noch: Juden werden dort nicht nur diskriminiert, sondern gar nicht erst hineingelassen. Daß Deutschland und Europa zur Finanzierung dieser Verhältnisse beitragen, ist mir ein unerträglicher Gedanke. Schluß damit!

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