Die Vertreibung des Juden von der englischen Bühne

Am 21. April 2012 hat im Londoner Globe Theatre das Festival “Globe to globe – 37 languages, 37 plays” begonnen. Bei dem Festival werden 37 Nationen Inszenierungen von Shakespeares Dramen in ihren Landessprachen präsentieren. Darunter befinden sich Länder wie Nairobi, Russland, Weißrussland, China, Indien, Türkei, aber auch ein Ensemble aus der palästinensischen Autonomiebehörde. Das Globe Theatre erklärt, bei dem Festival handle es sich um eine “Feier von Sprachen, nicht um eine Feier von Nationen und Staaten”.

In Russland werden Homosexuelle verhaftet, dennoch hat das Globe Theatre “Maß um Maß” aus Moskau eingeladen.

In Weißrussland herrscht der letzte lupenreine Diktator Europas, dennoch hat das Globe Theatre “König Lear” aus Minsk eingeladen.

In China werden Künstler unter “Hausarrest” gefangen gehalten und Tibet besetzt gehalten, dennoch hat das Globe Theatre “Richard III” aus Peking eingeladen.

Die Führer der palästinensischen Autonomiebehörde fordern die Vernichtung aller Juden, dennoch hat das Globe Theatre “Richard II” aus Ramallah eingeladen.

Im Südsudan herrscht blutiger Krieg, dennoch hat das Globe Theatre “Cymbeline” aus Juba eingeladen.

Bei einem Land jedoch soll eine Ausnahme gemacht werden!

Die Schauspielerin Emma Thompson, die Dramatikerin Caryl Churchill und einige weitere Künstlerinnen und Künstler haben sich dafür ausgesprochen, ein Ensemble von der Bühne des Globe Theatre zu vertreiben. Ihr Vergehen: Sie kommen aus Tel Aviv in Israel!

Liebe Emma Thompson,

Sie haben in den 90er Jahren zusammen mit Ellen DeGeneres für die Gleichberechtigung von Homosexualität gekämpft. Warum sprechen Sie sich heute gegen das einzige Land im Nahen Osten aus, in dem Schwule und Lesben vor dem Gesetz gleich sind? Warum wollen sie Israel boykottieren, aber nicht die palästinensische Autonomiebehörde, die Homosexuelle hinrichten lässt und sich zudem noch für die Vernichtung aller Juden auspricht?

Liebe Caryl Churchill,

Sie haben mit dem Theaterstück “Top Girls” ein Meisterinnenwerk des Feminismus verfasst. Warum sprechen Sie sich daher heute gegen das einzige Land im Nahen Osten aus, in dem Männer und Frauen vor dem Gesetz gleich sind? Warum wollen sie Israel boykottieren, aber nicht die palästinensische Autonomiebehörde, die Frauen nicht alle Rechte garantiert und sich zudem noch für die Vernichtung aller Juden auspricht?

Sie sagen, Israel betreibe eine Siedlungspolitk, die nicht akzeptabel sei, aber warum ist die Siedlungspolitik Israels für Sie kritikwürdiger als die Besatzungspolitik Chinas oder Indiens? Warum ist die Politik der Demokratie Israels für Sie kritikwürdiger als die Politik der Dikatur Weißrusslands?

Liebe Caryl Churchill,
Liebe Emma Thompson,

Sie erinnern mich an eine Figur aus einem Stück von William Shakespeare. Die Figur heißt Portia und kommt aus dem Stück “Der Kaufmann von Venedig”.

Portia ist die Frau in “Der Kaufmann von Venedig”, die dafür sorgt, dass der Jude Shylock aus Venedig vertrieben wird. Shylocks Vergehen: Er will so sein, wie alle anderen auch! Shylock weigert sich schlicht, nach den christlichen Prinzipien zu leben, die auch von sämtlichen Christen in Venedig nicht eingehalten werden. In “Der Kaufmann von Venedig” erleben wir eine christliche Gesellschaft, die von dem Juden Shylock eine Verhaltensweise abverlangt, die sie selber nicht in der Lage ist zu befolgen. Dafür bestrafen sie den Juden Shylock umso heftiger, nachdem sich herausstellt, dass auch er den christlichen Geboten nicht unbedingt folgen kann und möchte. Shylock will und kann nicht besser sein als jeder andere Mensch auch und bringt dies mit folgenden Worten zum Ausdruck:

“Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Hände, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit derselben Speise genährt, mit denselben Waffen verletzt, denselben Krankheiten unterworfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewärmt und gekältet von eben dem Winter und Sommer als ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen? Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir’s euch auch darin gleich tun. Wenn ein Jude einen Christen beleidigt, was ist seine Demut? Rache. Wenn ein Christ einen Juden beleidigt, was muss seine Geduld sein nach christlichem Vorbild? Nu, Rache.”

Shylock ist ein Mensch, mit Gefühlen und Ängsten, der bedroht oder angegriffen, sich zu verteidigen sucht, um sein Leben zu schützen. Zur Not versetzt er seine Umwelt sogar in Angst und Schrecken, wenn dies die einzige Möglichkeit ist, das eigene Leben zu bewahren. Kommt uns das nicht bekannt vor?

Liebe Caryl Churchill,
Liebe Emma Thompson,

wie sollte sich Israel Ihrer Meinung nach zu der Tatsache verhalten, dass die radikale Hamas ganz Israel vernichten will, während die gemäßigte Fatah nur alle Juden ins Meer treiben möchte? Wie soll sich Israel Ihrer Meinung nach verhalten gegenüber der Tatsache, dass Minister der Hamas Juden als Bakterien bezeichnen, während zur gleichen Zeit teilweise über 40 Raketen an einem Tag auf Israel einschlagen?

Können Sie mir ein Land nennen, das über 60 Jahre in seiner Existenz bedroht wird und dennoch die Standards einer freien und demokratischen Gesellschaft aufrecht erhält? Gibt es irgendeinen Venezianer, der sich bei vergleichbarer Bedrohung besser verhalten hat als Israel? Nein, gibt es nicht! Aber für die Portias der Welt ist Israel wie Shylock. Israel hat es nicht genauso gut oder besser zu machen als alle Christen, Muslime und Atheisten zusammen, sondern Israel muss perfekt sein. Ist Israel nicht perfekt, dann schlagen die Portias Thompson und Churchill erbarmungslos zu. Sie sind dann sogar bereit, mit mörderischen Sexisten und Schwulenhassern gemeinsame Sache zu machen. Im vierten Akt wird Shylock vertrieben und im fünften Akt ist Venedig so judenrein, wie es die Nazis einst mit der ganzen Welt vor hatten und wie es die Hamas heute für Palästina fordert.

Ständig ist von palästinensichen Organisationen, aber auch von vielen europäischen und amerikanischen Regierungen die Forderung zu vernehmen, erst einmal mögen alle jüdischen Siedler verschwinden, bevor ein palästinenischer Staat gegründet werden könne, denn nur ein „judenreines“ Palästina sei ein wahres Palästina. Man stelle sich mal vor, in Europa würde ein Staat, der deutsche gar, fordern, alle Juden mögen ihre Häuser, Immobilien und Grundstücke aufgeben. Diese Forderung würde einen Aufschrei auslösen (hoffe ich wenigstens). Aber der Hamas gesteht man dieses Recht zu, eine Organisation, dessen Minister Abdallah Jarbu sagte:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Emma Thompson und Caryl Chruchill benehmen sich wie Portia aus dem Stück “Der Kaufmann von Venedig” und jetzt raten Sie mal, welches Stück das Habima Ensemble aus Tel Aviv in Israel Ende Mai beim Festival im Globe Theatre zeigen möchte? Richtig: “Der Kaufmann von Venedig” von William Shakespeare!

Es ist doch wirklich schrecklich: Vor 400 Jahren schrieb William Shakespeare ein Stück über einen Juden, der aus Venedig vertrieben wurde, weil er nicht besser sein konnte als alle anderen Christen auch und heute wollen Emma Thompson und Caryl Churchill Juden von der Bühne des Globe Theatre vertreiben, weil sich das Land, aus dem sie kommen, nicht besser ist als alle anderen Länder auch.

Dabei ist Israel das einzige Land im ganzen Nahen Osten, in dem Shakespeares Rosalind leben kann. Israel boykottieren kommt daher für mich nicht in Frage!

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56 Antworten zu Die Vertreibung des Juden von der englischen Bühne

  1. anti3anti schreibt:

    Shakespeare ist eben aktuell!

  2. Tino schreibt:

    Interessante Interpretation dieses Werkes..so kann man es auch sagen ;)

  3. Paul schreibt:

    Bravo Gerd! Nichts ist besser als die Wahrheit!

  4. anti3anti schreibt:

    Lieber Gerd Buurmann,

    Juden machen sich nicht bei Schwulen und Lesben deshalb beliebt, nur weil sie sie nicht verfolgen. Auch werden Demokraten Juden nicht Arabern vorziehen, weil erstere die Demokratie, letztere die Diktatur bevorzugen.

    Judenhasser hassen Juden, weil sie Juden sind.

    Ich kenne keine bessere Definition.

    Machen Sie trotzdem weiter!

  5. Malte S. Sembten schreibt:

    Brillant, Herr Buurmann!

    Ich werde es wieder unverdrossen auf Facebook verlinken, ohne zu wissen, ob es dort überhaupt jemand liest.

  6. Lawrence schreibt:

    Ach, Herr Buurmann, warum enthalten Sie Ihren Lesern aber vor, dass etliche prominente britische Juden – wie Thompsons Kollegin Miriam Margoyles und Regisseur Mike Leigh – den Aufruf mitunterzeichnet haben? Das ist doch gerade unter der von Ihnen beschworenen Prämisse, die an keiner Stelle den Inhalt des Aufrufs benennt, eine Pointe, die man sich nicht entgehen lassen sollte?
    Ungeachtet dessen finde ich aber auch die Tatsache amüsant, dass sie für die Nichteinhaltung einer Zahlungsfrist die Ermordung des Schuldners – “ein Pfund Fleisch nahe des Herzens” war Shylocks Preis, wenn ich mich Recht entsinne – für eine probate Geschäftspraxis halten. ;)

    • Aristobulus schreibt:

      Wenn Sie Gerd Buurmanns Beitrag sowie Shakespeares Stück gelesen oder verstanden hätten, würden Sie wissen, dass selbst Juden mal Fehler machen. Sie halten hingegen diese Hofjuden Margoyles oder den Leigh für unfehlbar, bloß weil jüdisch.

      Und meinegüte, es heißt nahe DEM Herzen, der Dativ wollte doch noch nie das Fleisch des Genitivs!, Sie merkwürdig fehlbarer Patron…

      • Interessent schreibt:

        Wenn schon Haare spalten, dann doch richtig: wörtlich übersetzt heißt es ‘Nächst seinem Herzen’ (nearest to his heart), also unmittelbar beim Herzen.
        Dort ein Pfund Fleisch herauszuschneiden dürfte wohl -zumal zu Zeiten Shakespeares- den unmittelbaren Tod zur Folge haben.
        Genau dieses begehrt Shylock.
        Dass Herr Buurmann nun ausgerechnet den Mordbuben Shylock als unschuldiges Opfer der Portia hinstellt ist nicht nur äußerst unglücklich gewählt, nein: es gewährt einen tiefen Einblick in seine Weltsicht.

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Lesen Sie das Stück lieber. Sie haben keine Ahnung. Das Pfund Fleisch wurde Shylock angeboten! Es war ein Vorschlag, angenommen, um endlich etwas in der Hand zu haben nach Jahren der Unterdrückung. Das Stück ist komplexer, als sie es wahrhaben wollen und Shylock kein Mordbube. Wie sagt Heinrich Heine: “Dem Manne (Shylock) widerfährt Unrecht” und Heine weiß wovon er spricht, sein berühmter Satz “Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin” kommt ja aus dem Stück “Der Kaufmann von Venedig”. Also: erst lesen. Dann reden! sonst: Peinlich!

          • Silke schreibt:

            ich muß noch ein Teenager gewesen sein, als ich das Stück im Fernsehen sah und ich litt mit und weinte um Shylock

            Lag es an meinen Genen/Erziehung (Schulden macht man nicht und wenn man sie gemacht hat, bezahlt man sie, basta), daß mir das Unrecht, das ihm geschah, so nahe ging, so daß ich mich an praktisch nix erinnere als das “fühlen wir nicht wie Ihr?” oder lag es an der Regie oder an beidem oder an was drittem. Jedenfalls war’s so stark, daß ich mich nicht aufraffen kann und will, es zu lesen, weil ich mich der Mehrheitsmeinung einfach nicht anschließen will.

            Wie mehrheitlich ist Meinung ist, wurde mir wieder mal klar, als ich las, wie Niall Fergusson im Buch “the Ascent of Money” Shylock als Aufhänger für den üblen Geldmenschen benutzt. Und das Buch gab es wohl zuerst als TV-Serie, also sind die “anderen” wohl sehr in der Mehrheit, daß der Name sich so sogar als Kurzformel für Volksaufklärung eignet.

          • Interessent schreibt:

            Wie kommen Sie darauf, dass ich das Stück nicht gelesen habe?
            Sowohl das Stück als auch diverse Interpretationen unterschiedlichster Auslegung habe ich gelesen und mir meine eigene Meinung daraus gebildet.

            Natürlich ist Shylock eine tragische Figur und es ist ihm viel Unrecht wiederfahren.

            Wie aber soll dieses Unrecht durch das Töten eines Mannes (denn Shylock will ihm ja nicht nur das Fleisch direkt neben dem Herzen herausschneiden, sondern auch eine ärztliche Notversorgung verhindern, indem er keinen Doktor herbeirufen lassen will) ungeschehen/ausgeglichen/wiedergutgemacht werden?

            Ganz genau: gar nicht.

            Einzig die Rache zählt ihm („Sättigt es sonst niemanden, so sättigt es doch meine Rache.“)
            Außerdem will er seine eigene Tochter tot wissen („Ich wollte, meine Tochter läge tot zu meinen Füßen und hätte die Juwelen in den Ohren!“)

            Also ein Sympathieträger ist dieser shy-lock für mich nicht und Mitleid kann ich ebenfalls nicht für ihn empfinden, da er selbst nicht (mehr?) in der Lage ist, Mitleid zu empfinden.
            Aber da mag jeder seine eigene Meinung haben.

    • Televisor schreibt:

      Danke für die Info, Lawrence.

      @A. “Hofejude” ; “dass selbst Juden mal Fehler machen”
      Ihre Wortwahl ist bezeichnend und Ihre Umgangsformen sind es ebenso.

      Grüße

      • Silke schreibt:

        leseunkundiger ironieresistenter Dämlack

      • Televisor schreibt:

        Oh, Ironie. “Hofjude” ist tatsächlich ironisch gemeint? Ich betrachte es im Kontext als ernst gemeinte Beleidigung. Genauso wie “Dämlack”.

        Grüße

        • K.Voss schreibt:

          Zweiteres ist zweifelsohne auch so gemeint. “Hofjude” kann durchaus auch als Beleidigung verstanden werden, ist aber nichts anderes, als eine zusammengefasste Beschreibung der Tätigkeit solcher Menschen. Sie sind jüdischer Abstammung, womit nichts gesagt ist über Glauben, Konfession u.ä., und nur DARUM findet ihre Meinung zu bestimmten Sachverhalten, die ihrerseits alle mit Israel oder “den Juden” zu tun haben Beachtung. Wären Sie keine Juden, würde auf ihre kritische Haltung zu Israel oder anderen, nicht zufälligerweise ebenfalls jüdischen Menschen keiner einen Pfifferling geben und sie selbst sich nicht im Umfeld befinden um das es geht. Wären es pro-israelische Juden, wären weder Schauspielerin noch Regisseur im Hofstaat jener Gruppe Prominenter zu finden, die jetzt einen demokratischen Staat boykottieren wollen, während mehrfache Diktaturen problemlos Einzug halten.

          Ich glaube Broder hat einen anderen Begriff genutzt. Den Alibi-Juden.
          Kann ein Jude nicht falsch liegen, was die Bewertung Israels angeht? Kann ein Jude nicht antisemitisch sein?
          Na und ob. Die Vielfach hervorgehobene jüdische Gemeinde im Iran wird nicht müde, gemeinsam mit dem Chor der Hamas und Hisbollah das Lied von der Vernichtung Israels zu trällern.
          Und das ist überall das Gleiche. In meinem polnischen Bekanntenkreis wird gerne über die “Polaken” geschimpft, einer bedauert sogar die erneute Bildung des Staates im 20. Jh.
          Unter Deutschen wird gerne und ständig gegen “die Deutschen” geschossen, meist mit einem “typisch” verbunden. Nicht wenige in unserem Land äußerten bereits mehrfach, dass die Welt ohne uns besser dran ist, wir “rausgezüchtet” werden müssen etc.
          Beweist dies, dass die Kritiker an Deutschland Recht haben? Das unser Asylrecht menschenverachtend und grausam ist wie zu Zeiten von Adolf?
          Das beweist nur, dass mancher Geist in Knochen steckt, und dabei nicht wählerisch ist.

          • Silke schreibt:

            Alibi-Jude finde ich zeitgemäßer, da ohne (adlige) Hofhaltung ein Hofjude für mich schlecht vorstellbar ist, drum klang Hofjude für mich nach Ironie, genauso wie ich Ironie vermuten würde, würde einer einen TV-Comedian Hofnarr nennen.

            Und ja zweitens war ganz eindeutig so gemeint und sollte auch so verstanden werden.

          • Televisor schreibt:

            Hallo. Ihr Beitrag zeigt ganz eindeutig -egal ob Hof- oder Alibijude- dass wir nicht von Ironie sondern von einer ernst gemeinten Anschuldigung/Beleidigung schreiben. Ich persönlich kenne keinen Beschuldigten, dem dieses Prädikat als “war ja nur ironisch gemeint” angeheftet wurde.
            Letzten Endes drückt derjenige, der eben jenes Urteil fällt, damit aus, dass der Beschuldigte seinen Standpunkt (gegen Israel, gegen Persönlichkeiten, gegen Äußerungen) völlig zu Unrecht äußert. Es ist ein Mittel der Delegitimation.

          • K.Voss schreibt:

            Gut den Televisor, finden Sie die Kontrollen am Flughafen sind unnötig, verletzen ihre Menschenrechte und stellen eine Diskriminierung der menschlichen Gruppen dar, zu denen Sie gehören?

          • Aristobulus schreibt:

            Ach der Televisor, heißen Sie auch Interessent, Lawrence?, wohl ganz der multiple Hofnarr.

            Danke, dass Sie ein paar arme Juden in Schutz nehmen und sie gar vor einem “Mittel der Delegitimation” schützen.
            Es könnte glatt ironisch gemeint gewesen sein, wenn Sie nicht so bierernst rüberkämen.
            Also, ein Hofjude (Silke, besser Alibi-Jude, stimmt) äußert Privatmeinungen wie jeder sonstige Hans oder Franz, aber er äußert sie über Israel, als Negativmeinung nämlich. Das bedeutet erstmal nichts weiter und nichts mehr. Der Alibi-Jude als solcher entsteht jedoch erst für Leute wie Sie oder/und für den Lawrence, die ganz besonders aufhorchen, wenn nicht ein Herr Gabriel, sondern einer mit ‘nem wirklich jüdischen Nachnamen Dümmliches gegen Israel redet. Falls es gegen Israel geht, gilt nämlich das Statement des Alibi- oder Kronzeugen-Juden als viel authentischer als das Dümmliches von Anderen.
            Warum?!, tja, das weiß ich wirklich nicht.

            Aber Sie wissen es freilich.

            Würden Sie Ihr Mehrwissen gütigst erklären? Welcher mystische, unsichtbare Faktor, wenn es gegen Israel geht, macht etwa den Privathasser Abraham Melzer oder die entsetzliche Evelyn Hecht sakrosankter oder glaubwürdiger als der Schnurrbart des Herrn GraSS?

          • Televisor schreibt:

            Hallo K.Voss,

            ich empfinde es natürlich nicht als Einschränkung meiner Persönlichkeit wenn ich am Flughafen kontrolliert. Aber was hat das mit dem Thema zu tun?

            PS:
            @A.: Wenn man Ihre Beiträge liest, bekommt man den Eindruck (XXX “Bitte keine Beleidigungen, Hetze oder Kommentare, die sich konträr zur deutschen Rechtsprechung befinden” Anm. d. Red.)

          • Televisor schreibt:

            Hallo K.Voss,

            natürlich stellen Kontrollen am Flughafen für mich keine Diskriminierung dar. Ich vermute Sie werden mich aufklären was das mit dem Thema bzw. meinem Kommentar zu tun hat.

            PS:
            @A.: Wenn man sich Ihre Beiträge durchliest, bekommt man den Eindruck Sie leiden unter dem Tourette-Syndrom, gepaart mit Verfolgungswahn. Ganz ehrlich: Lassen Sie das mal untersuchen.

            Viele Grüße

          • K.Voss schreibt:

            Versuche ich gerne. Die Kontrollen am Flughafen gibt es nicht seit Anbeginn der zivilen Luftfahrt, sondern erst, nachdem mehrere Terroristen, Verbrecher und Verrückte Flugzeuge entführten, zum Explodieren oder Abstürzen brachten, Menschen darin das Leben nahmen oder einfach nur einen Schrecken einjagten. Seit den Vorfällen vor wenigen Jahren gibt es zudem Sicherheitspersonal, welches mitfliegt.
            Ich werde dabei regelmäßig rausgewunken. Ich bin ein bärtiger, behaarter Mann, durchschnittlich von Statur und etwas dunkel im Teint wenn die Sonne scheint. Zielgruppe also. Ich rege mich darüber nicht auf, ich bleibe nett und meist, nicht immer, werde ich höflich behandelt.

            Und Vergleichbares gibt es in Israel. Nachdem dutzende Menschen mit einer am Körper oder Fahrzeug angebrachten Bombe in Stücke gerissen oder lebenslang traumatisiert und verletzt wurden installierte Israel an den Grenzübergangen der Regionen, aus denen die Täter kamen Kontrollen. Auf die Kontrollen reagierten die Täter durch neue Methoden, die Bomben zu verstecken und durch direkte Angriffe auf die Beamten und Soldaten vor Ort. Und justament diese Kontrollen werden als menschenverachtend, rassistisch, ungerecht u.v.m. bezeichnet. Gerade von solchen Aktionisten, die ihre reale oder angenommene jüdische Abstammung demonstrativ vor sich hertragen. Prüfen Sie die Positionen der von Ihnen angeführten Personen nach.
            Obwohl also die gleichen Grundlagen für die Kontrollen vorliegen, wird das eine von genau diesen Personen nicht eine Sekunde bemängelt, dass andere an den Pranger gestellt.
            Warum wohl?

          • Televisor schreibt:

            Meinen Sie das wirklich ernst? Meinen Sie wirklich die Kontrolle an einem Flughafen lässt sich mit der Kontrolle von Palästinensern an einem israelischen Checkpoint vergleichen? Ich kann keine Vergleichbarkeit sehen. Es gibt bei youtube eine Dokumentation mit dem Namen “Der Checkpoint”. Schauen Sie sich an und sehen wie die Palästinenser dort behandelt werden.

            Es kann doch nicht Ihr ernst sein, einen Juden der diese Checkpoints und die dortige Willkür anprangert als “Hofjuden” oder “Alibijuden” zu verunglimpfen. Ich bin entsetzt.

          • Schula schreibt:

            “Ich bin entsetzt.”

            Na wir erst: Über Ihre Naivität. :D

          • Schula schreibt:

            Ich erklärs Ihnen mal auf deutsch: Ein Ensemble wurde ausgeladen, weil es auch Israel stammt und ein paar Juden haben einen Aufruf unterschrieben, der wieder mal Israel an den Pranger stellt. Sie meinen, daß dadurch nur deshalb etwas dran sein kann, weil Juden auch unterschrieben haben. Ist es deswegen richtig? Können Juden sind nicht täuschen? Welches Bild haben Sie von Juden im Kopf?
            Die nennt man Alibijuden, weil sie den Israelhassern ein Alibi für ihren eigenen Hass geben. Nun endlich mal verstanden?

          • Silke schreibt:

            Televisor

            Versuch Dir mal vorzustellen, an so nem israelischen Check-Point Dienst zu tun, wo jederzeit einer mit der Himmel weiß was im Gepäck aufkreuzen könnte. Und nu versuch das Gleiche mit der Flughafenkontrolle. Merkst Du nen Unterschied?

            Ich schon, denn ich würde je nach Bomber-kreuzt-auf-Gefahr auch zum Barschen bis sehr Unwirschen neigen.

            Ich vermute mal, daß ein “Siedler”-Auto als solches erkennbar ist. Falls dem so ist, wieso wurde dann dieser “Siedler” am Checkpoint so angeblafft, wenn das doch angeblich für “Palästinenser” reserviert ist?

            http://www.treppenwitz.com/2012/02/nice-to-be-known.html

          • Televisor schreibt:

            @Schula: Juden, die sich gegen Israels Siedlungspolitik aussprechen, dürfen/können/müssen als Hofjude resp. Alibijude bezeichnet werden? Ich denke, Sie haben nicht verstanden warum die israelische Theatergruppe ausgeladen wurde. Die Verwendung solcher Wörter ist eine Form die Meinung des Gegenübers zu diskreditieren, ohne ein Gegenargument vorweisen zu können – sprich: Beleidigung.

            @Silke: Ich kann Ihrem link nicht entnehmen, dass der Schreiber angeblafft wurde. Die Palästinenser wären froh wenn deren Probleme an den Checkpoints derart simpel wären. Ich wiederhole mich. Aber trotzdem: Schauen Sie sich die Dokumentation “Der Checkpoint” auf youtube an.

            Grüße

          • Silke schreibt:

            Televisor

            Dir ist hoffentlich bekannt, daß ich mit Hilfe von Bildern/Filmen jeden Eindruck erzeugen kann, den ich will.

            Damit, daß Du solche als Informationsquellen empfiehlst, disqualifizierst Du Dich.

            Wie ist es mit Al-Durah und anderen Pally-Wood-ereien? Willst Du die nicht empfehlen?

            Und nein ich gucke auch keine israelischen Dokus – ich lese Leute, die ihre Artikel mit Links belegen, so daß ich die Möglichkeit habe, Dinge zu überprüfen. Und manchmal, sehr manchmal schaue ich mir auch Videos an, die solche als vertrauenswürdig von mir höchst persönlich und unabhängig überprüften Leute empfehlen.

            Und ja ich überprüfe alle, unabhängig von ihrer Herkunft und “Identität”.

            Yoav Shamir scheint mir nicht ausreichend vielversprechend um überprüfungswürdig zu sein. Ich habe 2:12 von Teil 1 geguckt – ich kriege was erzählt, ich kriege was gezeigt zu einem nervigen Ton und daß jedes Mal wenn Check Points abgebaut werden, Leute sterben, kommt das auch irgendwann?

            Wenn ein junger Soldat einen auf cool macht, davon läßt Du Dich beeindrucken? Du mußt noch viel viel viel lernen.

            Glaubst Du Deinem Arbeitgeber auch alles, was er Dir erzählt bzw. vermittelt?

          • K.Voss schreibt:

            Televisor, ich kann es recht gut vergleichen. Ich wurde bereits vielfach an Flughäfen, in Bonn zur Afghanistankonferenz von Polizeibeamten und an Israels Grenzen kontrolliert. Wie gesagt, ich passe ins Schema. Und die Unterschiede sind minimal. Während die israelischen Soldaten einen auf betont Sicherheitsbedacht machten und kaum “Kontakt” zu mir aufnahmen wurde ich in Frankfurt bereits in einen Nebenraum gebeten und so gründlich gefilzt, dass mein Arzt sicherlich die Ergebnisse haben möchte um Geld zu sparen.
            Vor gar nicht allzulanger Zeit durfte ein britischer Staatsbürger erfahren, wie sich Kontrollen auswirken können, wenn man das politisch Falsche sagt:

            http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/9105788/Fireman-Sam-creator-detained-at-airport-for-veil-comment-at-security-gate.html

            Anders als an jedem beliebigen Flughafen in Europa und den USA besteht in Israel die permanente Gefahr angegriffen zu werden. Etwa in der Absicht, Soldaten zu verschleppen und womöglich vor der Kamera den Kopf abzuschneiden (sollten Sie die Videos dazu noch nicht gesehen haben, suchen Sie einfach mal nach Nick Berg, dort sehen Sie dann, wie das vor sich geht, mit garantierter Schlaflosigkeit in den nächsten Tagen).
            Oder sehen Sie sich eines der vielen Interviews mit Shahids und Shahidas an, die gefangen genommen wurden. Diese wurden zumeist an den Übergängen entdeckt. Oft genug sprengen die sich dann mitsamt ihren Kontrolleuren in die Luft.
            Einige der jüngsten Beispiele: http://www.israel-nachrichten.com/archive/1058
            Angesichts dieser Tatsachen, welche Sie hoffentlich nicht leugnen wollen, sind die Kontrollen an den Grenzen das was sie sind: lästig, ärgerlich, für Kontrollierte wie Kontrollierende eine Lebensgefahr.
            Aber die Tatsache, warum es sie gibt, und das haben Sie nicht abgestritten, ist nunmal absolut klar und identisch mit der an den Flughäfen. Terror. Das nicht anzuerkennen, diese Gemeinsamkeit zu ignorieren und somit mit zweierlei Maß zu messen, dessen machen sich die Alibi-Juden meist schuldig.
            Und Ihre Reaktion, verzweifelt nach Unterschieden zu suchen, ist da auch nicht anders.
            Falls Sie noch zweifeln, rufen Sie bitte “Allahu Akhbar” oder alternativ ein muslimischen Gebetsruf wenn Sie in einem Flugzeug sitzen. Die darauf folgenden Kontrollen werden sicherlich nicht besser sein, als wenn Sie einem israelischen Soldaten an der Grenze hasserfüllte Blicke zuwerfen.

          • Silke schreibt:

            Michael Totten meinte mal, es läge an seinem Pass mit den vielen Stempeln, daß er an Ben Gurion regelmäßig gründlichst überprüft wird. Er sieht’s gelassen.

            Lila (Letters from Rungholt) hat neulich in nem Nebensatz erwähnt, daß sie auf’m Weg zur Arbeit vier Taschenkontrollen hatte. Sie ist ne langhaarige Blondine.

            Israel ist ein Land im Kriegszustand, dessen Nachbarn es einem perfiden Abnutzungskrieg/Belagerungszustand aussetzen, doch die Televisoren dieser Welt verlangen, es solle sich verhalten, wie Deutschland zu der Zeit als am Frankfurter Flughafen weit und breit kein Mensch mit Knarre zu sehen war. (Das war bevor die Flugzeugentführungen der PLO, ja der PLO, die heute Abbas Verein ist, große Mode waren. Ich erinnere mich noch genau an den Grusel, den es mir machte, als ich das erste Mal so einen Bewaffneten am Flughafen sah.)

            Ist je etwas auf einem deutschen Flughafen geschehen (außer dem Mord an den amerikanischen Soldaten im Bus)? Dennoch ist Wachpersonal alldort heute eine Selbstverständlichkeit.

          • Aristobulus schreibt:

            Und nochmal der Televisor, der nicht verstehen mag, dass es beim Ausladen einer israelischen Theatergruppe weder um Checkpoints noch um sonstwas Sachliches als pur und simpel um BDS geht, um diese neue schicke Quasireligion, die glauben macht, Israel müsse boykottiert werden.
            Auf britischen Universitätsgeländen laufen extra BDS-Lobbyisten rum, sie schreien in den Seminaren usf., schreien jetzt wohl auch in Theatern. Radikale Moslems und Feinde der Rechtsstaaten und des Westens bringen auf die Weise ihre Ressentiment unters gebildete Volk… und wer dabei auch noch Jude ist und gleichzeitig sowas gutheißt oder unterstützt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank.

          • Aristobulus schreibt:

            … da kann man sich das widerwärtige Gejohle ansehen:

            http://www.guardian.co.uk/uk/2011/sep/01/israel-philharmonic-proms-palestine-protest?INTCMP=SRCH

            Die Begründung (“Verbindungen eines der israelischen Musiker zum Militär”) ist lachhaft (gleichzeitig eine perfide Probe aufs Exempel), denn alle Israelis haben naturgemäß “Verbindung” zum Militär!, zumal nur die Hasser wehrlose Juden haben wollen.

          • Schula schreibt:

            Televisor

            das Problem ist, Sie kapieren nichts. Eine Thetergruppe auszuladen, weil sie aus Israel kommt, nennt man Diskrimierung. Jedes weitere Wort an einen Ignoranten wie Sie ist eines zuviel.

    • peter schreibt:

      “Etliche”? Na, Sie sind ja drollig. Der Aufruf wurde von gerade mal 37 Deppen in toto unterzeichnet. Der Begriff “etliche” passt allerdings zur Hybris der Unterzeichner.

      Uebrigens ist Mike Leigh (dessen Filme ich uebrigens meist schaetze, dessen politische Ansichten hingegen nicht) Atheist: http://www.humanism.org.uk/about/people/distinguished-supporters/mike-leigh

      Und wenn es Sie wirklich interessiert, was etliche britische Juden von dem Aufruf halten – bitte schoen:

      http://www.thejc.com/news/uk-news/66078/theatre-ban-nazi-book-burning%E2%80%99-say-west-end-stars

      • Silke schreibt:

        37 ist nicht viel, aber Emma Thompson ist eine der weil zu Recht erfolgreichen schwergewichtigen Deppen, die mich schmerzt, denn als Jane Austen Verehrerin glaubte ich in ihr nach Gucken von Sense and Sensibility einschließlich aller Extras auf der DVD endlich eine Jane-Austen-mäßig verwandte Seele gefunden zu haben. (Nu steht noch ihr Buch dazu im Regal, auf das ich mich so gefreut hatte, und stinkt mich an.) (Bei Desert Island Disc sprach sie noch 100 % Burma-Aktivistin – ist sie mit den Wahlen dort auf Aktivismus-Anlass-Entzug und stürzt sich deswegen auf so’n Hirnriss?)

        War’s wieder mal nüscht – wie schon so oft – und es bleibt das Rätsel. wieso ein Mensch einerseits so klar im Kopp und gleichzeitig so durchgeknallt sein kann.

        Höchstgradig beunruhigend.

        • peter schreibt:

          Ach, ich denke, man darf von Kuenstlern – auch herausragenden – nicht zuviel erwarten. Da gehoert der Betreiber dieses Blogs eher zu den Ausnahmen. Die meisten schwimmen halt mit dem Mainstream, und der ist in dieser Szene eben klar anti-israelisch. Dass sie sich als Burma-Aktivistin bekannte – nun ja, die Sendung ist vom Fruehjahr 2010. In den Monaten zuvor war die Burma-Berichterstattung in den britischen Medien wegen der hahnebuechenen Verlaengerung von Aung San Suu Kyis Hausarrest recht intensiv. Da war es dann halt hip, Burma-Aktivistin zu sein. Manchmal liegt der Mainstream halt auch durchaus richtig. Im Nahostkonflikt – Dank Pallywood & Konsorten – jedoch nie.

          • K.Voss schreibt:

            An der Stelle möchte ich an das löbliche Sudanengagment eines gewissen Frauenschwarmes und seines Vaters erinnern.
            Sich gegen den dort immer noch laufenden Massenmord zu engagieren oder die Herrschaften aus Khartum zu outen ist nicht unbedingt Mainstream, wenn auch auf dem Wege dahin. Selbst jetzt wird in der Presse eine Menge Informationen unterschlagen. So wird häufig angeführt, die momentane Eskalation beruhe auf der Besetzung eines Gebietes durch den Südsudan und einem “Streit” um Einnahmen.
            Das Südsudan das Gebiet besetzte und die UN anrief, ihre Truppen durch Blauhelme zu ersetzen bis der Konflikt gelöst sei, dass Khartum den Südsudan zwingen will, sein Öl durch ihr Land zu transportieren und damit Transfersteuern und Gewinnbeteiligung zu bekommen und all das nach Jahrzehnten der andauernden Diskriminierung, Versklavung und Ausbeutung, nicht nur im Süden sondern auch in Darfur.
            Von daher: es gibt enige Künstler, die durchaus in der Lage sind Opfer und Täter als das zu erkennen, was sie sind. Selbst wenn die Nachrichten politisch korrekt verniedlichen.

  7. isa schreibt:

    William Shakespeare Sonnet 66

    Tired with all these, for restful death I cry,
    As, to behold desert a beggar born,
    And needy nothing trimm’d in jollity,
    And purest faith unhappily forsworn,
    And guilded honour shamefully misplaced,
    And maiden virtue rudely strumpeted,
    And right perfection wrongfully disgraced,
    And strength by limping sway disabled,
    And art made tongue-tied by authority,
    And folly doctor-like controlling skill,
    And simple truth miscall’d simplicity,
    And captive good attending captain ill:
    Tired with all these, from these would I be gone,
    Save that, to die, I leave my love alone.

  8. Silke schreibt:

    Aristobulus

    nochmal nachgedacht

    Alibijude als Oberbegriff iss es auch irgendwie nich

    Alibijude sind die ja nur für goy’sche “Israelkritiker”, die zu feige sind, sich ohne Fremdzitate zu trauen.

    • peter schreibt:

      Vielleicht sollte man sich an den Palaestinensern und ihren Freunden, den Israelkritikern, ein Beispiel nehmen. Dort heissen Araber, die mit israelischen Behoerden zusammenarbeiten (selbst wenn sie Israelische Staatsbuerger sind), oder solche, die mit Israelis Geschaefte machen, naehmlich ganz einfach – Kollaborateure!

      • Interessent schreibt:

        peter,
        Kollaborateure?
        Ein maßgebliches Merkmal einer Demokratie sind Pluralismus und freie Meinungsäußerung.
        Israel als Demokratie muß das aushalten können.

        • Aristobulus schreibt:

          Sie haben kein halbes Wort von dem verstanden, das Peter geschrieben hat.
          Räusper, ein maßgebliches Merkmal von Menschen, die hier posten, sind Verständigkeit und bissele Hirnschmalz. Ob Sie als das als Demokrat jetzt aushalten können?

        • K.Voss schreibt:

          Aus irgendeinem Grund sind meine beiden Antworten auf diese Unverschämtheit gelöscht worden.
          Also nochmal:
          Israel muss aushalten können, dass Menschen, die Israel und Israelis als normalen Staat und Menschen behandeln als Kollaborateure bezeichnet werden? Müssen die Menschen, die so bezeichnet werden das auch?
          Was mit Menschen, die als Kollaborateure beschimpft werden, in den palästinensischen Gebieten, mittlerweile auch in Ägypten, in Saudi-Arabien und Co. passiert wissen Sie hoffentlich.
          Ich hätte da einen Link anzubieten zu ein paar Bildern und Berichten über Lynchjustiz und gezielte Mordaktionen der Hamas.
          Wenn Sie denken, jemand muss das aushalten tuts mir leid um Sie.

        • Aristobulus schreibt:

          K.Voss
          Stimmt, Sie haben ihn wörtlich genommen!, und da haben Sie ganz Recht, bei nochmaligem Lesen wird’s mir klar, dass er genau weiß, was er da schreibt.
          Er stellt es als freie Meinungsäußerung, also als legitime Meinung hin, dass Menschen, die mit Israel & Israelis zusammenarbeiten, als Kollaborateure bezeichnet werden.
          Damit ruft er dazu auf, Israel als Paria zu behandeln, als den Juden unter den Staaten.
          Ach, der Typ tätigt damit keine freie Meinungsäußerung, sondern einfach ‘ne Widerlichkeit.

  9. Silke schreibt:

    Süd-Sudan:

    so weit ich das mitgekriegt habe, ist Süd-Sudan in dem Konflikt wohl bei den Guten

    hier ist übrigens ein Blog von ner Anthropologin, deren Mutter die PC Mary Beard ist – daher glaube ich nicht recht, daß ihre Tochter freundliche Gefühle für Böse fördern würde.

    http://zoecormack.blogspot.de/

    • K.Voss schreibt:

      “so weit ich das mitgekriegt habe, ist Süd-Sudan in dem Konflikt wohl bei den Guten”
      Absolut!

      • Silke schreibt:

        es ist das hier, was mich in Sachen Süd-Sudan “voreingenommen” gemacht hat (und natürlich, daß Zoe McCormack in dem Land anscheinend unbehelligt auf’m Motorrad rumsausen kann). Ich brauche solche Zusätzlichkeiten, denn bekannte Schauspieler steigen auch für … in die Bütt:

        http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/south-sudan-president-visits-israel-for-first-time-1.402580

        South Sudan president visits Israel for first time
        President Salva Kiir meets Peres, tours Yad Vashem Holocaust memorial ahead of talks with Netanyahu, Lieberman and Barak.

        • peter schreibt:

          Wundert mich nicht. Immerhin hat der “Apartheidstaat” Israel ja auch Fluechtlinge aus Dafur aufgenommen, denen dort vom “Rechtstaat” Sudan wegen ihrer Hautfarbe Massakrierung drohte.

          • Silke schreibt:

            Es gibt zwei Sudans und meines Wissens tut der Süd-Sudan den Darfuris nix an. Das ist die Spezialität von Khartoum

            das hier ist Sudan und danach gehört Darfur immer noch zu denen

            https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/su.html

            Die Theatergruppe und der Israel besucht habende Präsident kommen hingegen aus Süd-Sudan.

            https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/od.html

            Vielleicht sollte man zur eindeutigeren Unterscheidung von (Nord)Sudan und Süd-Sudan reden.

          • peter schreibt:

            @ Silke: Das meine ich ja – dass der suedsudanesische Praesident Israel einen Besuch abstattet, wundert mich eben nicht, da sich Israel mit den Opfern des (nord-)sudanesischen Regimes und seines Rassismus sehr solidarisch gezeigt hat.

            Urspruenglich wollten die Suedsudanesen ihren Staat ja mal Azania nennen. Haette einige Verwirrung erspart…

            Um es noch komplizierter zu machen: Sowohl (Nord-)Sudan als auch Suedsudan sind eigentlich Ostsudan!

            http://en.wikipedia.org/wiki/Sudan_(region)

            Da soll noch einer durchblicken…

          • Silke schreibt:

            peter

            dann sind wir uns also einig :-)

            übrigens gibt es bei gutenberg.org zwei wirklich lesenswerte Texte zu Sudan und in einem von beiden oder beiden kommt auch damals schon Darfur und/oder Biafra mehrfach als vom Unglück verfolgt vor.

            1) Winston Churchill “The River War” – beginnt mit wie Chinese Gordon dahin kam und endet mit der Schlacht von Omdurman und danach.

            2) Lytton Strachey “Eminent Victorians” – einer jener Victorians ist Chinese Gordon und der Teil hört, soweit ich mich erinnere, mit seinem Tod auf.

            Das Tröstliche an der Lektüre ist für mich, daß die Welt immer schon verrückt war und es dennoch irgendwie weiter ging. Das Schreckliche an der Lektüre ist, daß alles Gerede vom Fortschritt Fantasie sind.

        • K.Voss schreibt:

          Ich kann verstehen, dass man sich nicht einfach auf das Wort irgendeines Prominenten verlässt. Jede Information, jede Haltung muss auf handfesten Informationen beruhen.
          Darum bin ich auch in einer regelrechten Krise was unsere Medien angeht. Sie machen es nämlich schon wieder. Genau wie in Sachen Israel, Kosovo oder Georgien werden zum Thema Sudan einfach ein paar Fakten weggelassen.
          Das dieser erbärmliche Staat noch immer ein Hort der Sklaverei ist etwa, oder dort islamische Milizen ihre Gräuel begehen.
          Und dieser Artikel ist wegen seiner Überschrift und seiner Einleitung ein echter Hohn.

          http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827574,00.html

          Südsudan marschiert also in Heglig ein und übernimmt so eine der letzten Ölquellen des Nordens. Und das wird als Auslöser dargestellt für den neuen Krieg. Erst wenn man viele Zeilen weiter liest erfährt man, dass der neue Staat permanent bombardiert wurde, von den ständigen Übergriffen aus dem Norden, sowohl von den Janjaweed als auch solche hier

          http://www.thestar.com/news/world/article/1042749–185-killed-in-south-sudan-cattle-raid-and-militia-attack

          und

          http://articles.cnn.com/2011-10-30/africa/world_africa_south-sudan-attack_1_south-sudan-militia-leader-liberation-army?_s=PM:AFRICA

          Dahinter steckt, im Sudan offenes Geheimnis, Khartum.

          http://www.sudantribune.com/Warrap-state-attack-South-Sudan,41459

          Nicht ein Wort davon. dafür der Hinweis, dass al-Bashir anstelle eines diplomatischen Besuches in Juba diese Stadt lieber zu jenem Zeitpunkt bombardieren ließ.
          Was bitte ist dies anderes als eine Kriegserklärung? Warum wird der Versuch des Südens, Sudan die finanziellen Mittel ganz zu nehmen statt dessen verurteilt?
          Und weiter unten wird auf die Transfergebühren für südsudanesisches Öl durch sudanesische Pilines verwiesen. Das der Südsudan mit 40% über dem regulären Preis ein großzügiges Angebot macht wird nicht betont sondern nur am Rande erwähnt. Das Sudan das 50-fache will, ebenfalls Randnotiz. Nicht erwähnt die Bemühungen Sudans Alternativen zu untergraben.
          Ich habe nun den Golfkrieg Bush sen., Jugoslawien, Kosovo, Afghanistan und Libyen miterlebt. Und bei allen bin ich der Meinung, “gut gemeint” ist das Losungswort zur Hölle.
          Und jetzt wäre es mal an der Zeit, denen zu helfen, die wirklich und nicht nur literarisch Versklavte waren. Und? Die UN mahnt den Süden an… unglaublich.

          • Silke schreibt:

            für Voss:

            gerade gefunden

            http://www.tnr.com/article/world/102967/sudan-south-conflict-human-rights-war-obama

            The Obama Administration’s Naively Even-Handed Response to a Crisis in Sudan

            In Bürofehden pflegten die Bosse, die die Argumenten zugängliche kompromissbereite Partei so behandelte als sei sie gleich mit der permanent grenzüberschreitenden, die Lage stets mühelos zu verschlimmern. Denn die Grenzüberschreiter sahen grünes Licht während die um des (Arbeits)frieden willen Kompromissbereiten die Hoffnung fahren ließen und “gern” in die innere oder äußere Kündigung gingen.

            PS: beim Lesen mußte ich ständig an jenen anderen Konflikt denken, in dem eine der beiden Parteien auch ständig aufgefordert wird, um des Friedens willen zu dulden und zu dulden.

          • K.Voss schreibt:

            Da stimme ich absolut zu. Seit meiner Kinderheit verfolgt mich der Satz “zu einem Streit gehören immer zwei” und die sich daraus ergebende Haltung vieler Menschen, die eine Streitschlichtung diskutieren.
            Das gilt übrigens nicht nur für den Sudan. Hillarious Clinton u.a. lassen immer wieder gerne hören, dass die Massenschlächterei von Boko Haram nichts mit dem Islam zu tun habe, sondern damit, dass auch hier der Süden reicher sei und eine Art Armutsneid entstünde, Arme sich radikalisieren ließen.

            Mir entsteht der Eindruck, man bringt die Opfer von Terror und Rassismus heute gerne ein zweites Mal um. Außer natürlich, die Täter bekennen sich zur NSU, und selbst dann darf man keine Polizistin gewesen sein…

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