Israel, Respekt!

Zwei Tage vor Beginn direkter Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern sind bei einem Anschlag im Westjordanland vier israelische Staatsbürger von der Hamas getötet worden. Ein Sprecher der Hamas sagte der Nachrichtenagentur AP, seine Organisation habe den Anschlag ausgeführt, um die Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern zu verhindern.

Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad hat den Anschlag zwar unverzüglich verurteilt, aber dies kann nicht darüber hinwegtrösten, dass die Aufnahme von Friedensverhandlungen israelische Bürger zunächst einmal in Gefahr bringt.

Im Krieg und im Konflikt leben sowohl Israelis als auch Palästinenser in Lebensgefahr. In Zeiten der Friedensverhandlung jedoch erhöht sich die Lebensgefahr für Israelis. Für Palästinenser bedeutet somit allein die Aufnahme von Friedensverhandlungen mehr Sicherheit, während es für Israel mehr Gefahr bedeutet.

Dennoch hält Israel an der Absicht fest, mit den Palästinensern in Friedensverhandlungen zu treten, so sehr glaubt Israel an die Macht der Verständigung. So sehr sehnt sich das israelische Volk nach Frieden, dass es bereit ist, menschliche Opfer für den Frieden in Kauf zu nehmen. Die israelischen Behörden hatten schon im Vorfeld befürchtet, dass militante Palästinenser versuchen könnten, mit Angriffen auf Israelis die neuen Gespräche zu sabotieren.

Wenn schon die bloße Absicht des Eintritts in eine Verhandlung, die die Möglichkeit des Erreichens eines Friedens lediglich in Aussicht stellt, das israelische Volk in Gefahr bringt, dann kann ich nur schaudernd erahnen, was Israel noch alles während den Friedensverhandlungen ertragen werden muss. Israel allerdings scheint bereit zu sein, die Last zu tragen. Mir fehlen die Worte in Anbetracht solch menschlicher Größe.

In der christlichen Welt werden Menschen, die sich so benehmen zu Heiligen erklärt. Im Judentum spricht man von קדוש. In der Heiligkeit zeigt sich die Verbindung zu G’tt. In diesem Sinne: In tiefem Respekt verneige ich mich vor Israel.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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