Was ich lustig finde

1. Deutsche, die in fremdsprachige Länder reisen und dort wie selbstverständlich deutsch reden, Schnitzel und Bier von einer deutschsprachigen Speisekarte bestellen, in einer Disco sturzbesoffen zu Jürgen Drews tanzen, aber es vollkommen inakzeptable finden, wenn in Deutschland nicht deutsch gesprochen wird.

2. Die Deutsche Bahn, wenn Sie in Anbetracht von mehreren vor Hitze kollabierten Menschen in einem ICE-Wagen mit defekter Klimaanlage darauf verweist, dass doch alle anderen ICEs funktionieren.

3. Die Suchmaschine Google, die wenn ich „Zentralrat der Juden“ als Suchbegriff eingebe, mir sofort eine Anzeige präsentiert mit den Worten: „Sind Sie Jude? Genetische Herkunftsanalyse zeigt, ob Sie jüdische Wurzeln haben.“

4. Bernd Ulrich von der ZEIT, der sich zwar total viele Sorgen macht wegen der Thesen von Thilo Sarrazin, weil er damit am rechten Rand fische, aber ganz sorglos Thilo Sarrazin bei Maybrit Illner einen Brunnenvergifter nennt und so eines der schlimmsten antisemitischen Stereotypen benutzt. Besonders komisch ist die Sache, weil Bernd Ulrich nur deshalb seinen Posten bei der ZEIT behalten kann, weil Thilos Sarrazin kein Jude ist. Sind es seine Gene?

5. Zeitungen, die wenn eine Ausgabe des Abonnements nicht geliefert wurde, mit dem großzügigen Angebot kommen, man müsse nicht für die nicht erbrachte Leistung zahlen. Na, Danke vielmals.

6. Guido Westerwelle, der Ewigkeiten brauchte, sich von Jürgen W. Möllemann zu distanzieren und gerne auch mit der gemäßigten Hamas sprechen möchte, aber Thilo Sarrazin kritisieren konnte, bevor sein Buch überhaupt auf dem öffentlichen Markt war.

7. Nochmal Guido Westerwelle, der im Kommentar zu vier von der Hamas ermordeten Israelis, beide Seiten zur Besonnenheit aufruft.

8. Ulrich Deppendorf, wenn er auf die Frage der Sendung ARD Buffet, was denn ein Höhepunkt in seiner Zeit als Journalist gewesen sei, unter anderem antwortet: „Als die beiden Türme in New York eingestürzt sind“; ganz so als seien die Gebäude einfach so eingestürzt, ganz ohne Fremdeinwirkung. Komischer ist nur die immer wieder aufkommende Floskel „im KZ gestorben“ statt „im KZ ermordet“.

9. Das Argument, ein Verbot der Burka ginge gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frau. Was ist mit dem Selbstbestimmungsrecht des Mannes? Oder gilt das Verbot nur für Frauen?

10. Deutsche, die die USA für ein Land halten, in dem die christlichen Kirchen zu viel Macht haben, aber selbst in einem Land leben, das im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten Religionsunterricht an staatlichen Schulen und vom Staat verordnete kirchliche Feiertrage hat, Steuern für die Kirche eintreibt, staatlich subventionierte Krankenhäusern, Kindergärten und Altenheimen unter kirchlicher Hand das Recht einräumt, Angestellte zu entlassen, wenn sie sich scheiden lassen oder in „Sünde“ leben und mir als Theaterleiter in NRW das Theaterspielen an Karfreitag unter Androhung einer empfindlichen Geldstrafe verbietet.

***

Nachtrag: Für all die Leserinnen und Leser, die sich besonders über Punkt 1 aufregen, wie man in der Kommentarspalte unten nachlesen kann, sei dieser Artikel empfohlen: „Deutschland erlache!“ Es würde mich freuen, wenn hier alle ihre Kommentare so verfassen könnten, dass es Freude und Spaß macht, sie zu lesen. Dann ist uns allen geholfen.

Ich lade auch alle Gäste ein, selbst ein paar Sachen in die Kommentarspalte zu schreiben, die sie lustig finden. Germanpsycho zum Beispiel findet in seinem Kommtar vom 3. September 2010 um 5:34 pm Blogger lustig, die den Unterschied zwischen Urlaub und Immigration nicht kennen.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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