Massel tov Westerwelle!

Guido Westerwelle und Michael Mronz haben sich am Freitag, den 17. September 2010 in Bonn das Ja-Wort gegeben. Von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch wurden sie getraut.

Eigentlich sollte diese Nachricht normal und keine gesonderten Worte wert sein, aber leider ist es noch nicht normal, sondern einzigartig: Zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands, ja vielleicht sogar Europas, wenn nicht sogar der Welt, hat der Außenminister eines Landes während seiner Amtszeit homosexuell geheiratet. Was am Freitag geschehen ist, kann für die Schwulen- und Lesbenbewegung kaum historischer gedacht werden. Deutschlands Repräsentant für die Länder der Welt ist schwul und das Deutsche Volk, in dessen Namen die deutschen Gesetze wirken, ruft: „Und das ist auch gut so!“

Ich muss gestehen – ich könnt heulen vor Glück. Morgen können ruhig wieder alle auf Guido Westerwelle einschlagen, aber heute gilt es erstmal zu feiern.

Für Guido Westerwelle und Michael Mronz war es am Freitag vielleicht nur ein Ja-Wort, ein kleines privates Zeugnis der Liebe, aber für mich war es ein Moment der Freude, Gelassenheit und Dankbarkeit für und über das Glück, in einem Land zu leben, das sich Einigkeit und Recht und Freiheit in die Verfassung geschrieben hat und es wahrlich ernst meint damit.

Noch vor nicht allzu langer Zeit war Homosexualität in Deutschland verboten. Grund genug, sich heute zu freuen und zu feiern, um sich so zu ermahnen, dass unsere Freiheit, unsere Einheit und unser Recht keine Selbstverständlichkeiten sind. Eine Freiheit, die nicht geschätzt und verteidigt wird, läuft Gefahr, eine tote Freiheit zu werden- Tote aber landen unter der Erde!

Lasst uns also feiern. Die Freiheit lebt!

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